Musiktheater-Schätze des DDR-Fernsehens

  • Gestern bin ich in den Weiten des Internets zufällig auf eine Seite gestoßen, die ich noch nicht kannte und die mich fasziniert, weil sie anscheinend ein vollständiges Verzeichnis aller im DDR-Fernsehen gezeigten Sendungen enthält. So wie diese dort in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind, möchte ich ab sofort die musiktheaterrelevanten Sendungen hier auflisten. Ich habe gestern noch einige Stunden fasziniert geblättert, was es da an Opernaufzeichnungen und anderem so gibt, bin aber vorerst nur bis zum Bustaben F gekommen.


    Hier fange ich jetzt einfach mal vorne bei A an.


    Und obwohl es in den ersten Beiträgen um "Musicals" gehen wird, habe ich mich doch für das Opernforum entscheiden, weil die für mich interessantesten Beiträge letztlich Opernaufzeichnungen sind.


    Vielleicht ergeben sich aufgrund der Auflistung interessante Diskussionen, vielelicht hat der eine oder andere sogar den einen oder anderen Mitschnitt. Einige Anmerkungen, die die Diskussion fördern sollen, werde ich also auch machen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • ABC DER LIEBE - DER SEGEN VON OBEN (1974)

    Musical, frei nach dem “Decamerone” des Giovanni Boccaccio, von Heinz Kahlow

    Autor: Heinz Kahlow nach der Vorlage von Boccaccio

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Szenenbild: Joachim Bette

    Kostüme: Gundolf Foitzik

    Musik: Gerd Natschinski

    Kamera: Wilfried Tittel

    Inszenierung: Prof. Carl Riha

    Fernsehregie: Harald Quist

    Personen und ihre Darsteller:

    Ein reicher Kaufmann: Rudolf Asmus

    Seine schöne Frau: Uta Schorn

    Filippo, der Nachbar: Harald Wandtke

    Priester: Horst Friedrich

    Knecht: Gerd Grasse

    Magd: Eva-Maria Hagen

    Sendedaten:

    23.12.1974 I. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Die Eifersucht hat ihn arg gebeutelt, den reichen Kaufmann (Rudolf Asmus). Seine Ängste um seine schöne junge Frau (Uta Schorn) haben ein Niveau erreicht, das den armen zu ganz außergewöhnlichen Ideen treibt. So weiht der Herr sogar seine Magd (Eva-Maria Hagen) und den Knecht (Gerd Grasse) in seine Sorgen ein, um sie in Aktivitäten einzubinden, seine geliebte Frau des Tags und auch bei Nacht zu überwachen. Doch Hilfe und der Segen kommt von oben, dies in Gestalt eines hilfsbereiten Nachbarn (Harald Wandtke) …


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=13989


    persönliche Anmerkung:

    Dieses erste "Musical" einer Reihe von Szenen aus dem "Decamerone" mit Musik von Gerd Natschinski ("Messeschlager Gisela", "Mein Freund Bunbury") in einer Fernsehinszenierung des langjährigen "Karl-Marx-Städter" (Chemnitzer) Chefregisseurs und Operndirektors Carl Riha (der an der Berliner Staatsoper die mehrfach von mir gesehene "Tosca" inszeniert hat) würde mich schon interessieren, nicht zuletzt wegen des einzigartigen Rudolf Asmus, der eigentlich immer lohnt.


    Hier ein Foto von Asmus auf dem Cover einer DDR-Fernsehzeitschrift, allerdings hat das Foto nichts mit der Sendung dieses Beitrags zu tun:


    FF-DABEI-22-1985-TV-27526.jpg


    Reizvoll finde ich auch die Kombination in dieser Reihe (wird sich im Folgenden weiter zeigen) zwischen einerseits Opernsängern (wie hier eben Rudolf Asmus) und andererseits bekannten Schauspielern wie Uta Schorn (die durchaus vor der Sachsenklinik schon eine bekannte Schauspielerin war) und sogar Eva-Maria Hagen, die Mutter von Nina Hagen, die in dieser Zeit jahrelang die Eliza Doolittle in Dessau spielte und als Biermann-Freundin Probleme hatte, anderswo auftreten zu können, also etwa an hauptstädtischen Bühnen. Interessant ist auch die Mitwirkung des Staatsoperngeschöpfes Gerd Grasses, der dort meines Wissens als Regieassistent und Kleindarsteller wirkte, ich habe ihn aber auch noch mehrfach als Frosch erlebt, er war im März 1990 der erste "Fledermaus"-Frosch meines Lebens.


    Gut möglich, dass die Sendung beim DRA beziehbar ist.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber,

    das ist ja wirklich hochinteressant. Wo findet man denn so eine Seite? Ich besitze ein paar wenige Opernaufzeichnungen aus dem DDR-Fernsehen (Märchen vom Zaren Saltan, Julius Cäsar, Giustino, Verurteilung des Lukullus, Cosi fan tutte), das ist natürlich marginal, aber an Mitschnitten bin ich sehr interessiert.

    Schöne Grüße

    wega

  • Lieber Stimmenliebhaber,

    das ist ja wirklich hochinteressant. Wo findet man denn so eine Seite?

    Lieber "wega",


    ich hatte ja in Beitrag 2 meine konkrete Quelle verlinkt, von da aus kann man dort auch weiterblättern. Ich habe mich inzwischen bis "Q" durchgeblättert und noch viel Vorfreude, was den Rest betrifft.


    Hier nochml der Link:


    http://www.fernsehenderddr.de/…cript=ddr-tv-produktionen


    :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Die zweite Einstellung in dieser Rubrik ist zugleich die zweite Folge des "Decamerone", vertont von Natschinski, gesendet am 2. Weihnachtsfeiertag des Jahres 1974, drei Tage nach der 1. Folge:


    ABC DER LIEBE - DER WERT DES WECHSELS (1974)

    Musical, frei nach dem “Decamerone” des Giovanni Boccaccio, von Heinz Kahlow

    Autor: Heinz Kahlow nach der Vorlage von Boccaccio

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Szenenbild: Eberhard Schwenk

    Kostüme: Erika Fechner

    Musik: Gerd Natschinski

    Kamera: Wilfried Tittel

    Inszenierung: Prof. Carl Riha

    Fernsehregie: Gert Kudelka

    Personen und ihre Darsteller:

    Zeppa, ein Kaufmann: Konrad Rupf

    Elissa, seine träumerische Frau: Rosmarie Schmidt

    Dioneo, ein Kaufmann: Johannes Bier

    Filippa, Dioneos energische Frau: Erika Wustmann

    Giovanni, Diener bei Dioneo: Gerd Grasse

    Pampinea, Köchin bei Zeppa: Eva-Maria Hagen.

    Sendedaten:

    26.12.1974 I. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Natürlich - die Meinungen der Menschen zum Wert des Wechsels mögen unterschiedlich sein: einer erkennt ihn in ertragreichen Geldgeschäften, der andere sieht ihn in attraktiven Frauen, vielleicht in einem Quartett oder gar in einem “Sextett”! Die Unterschiede dazu sind so groß wie der zwischen Börsenkrach und Frühling oder zwischen Buchhaltung und Erotik. Dabei liegt aber die Gefahr darin begründet, dass sich möglicherweise nicht Gleiches mit Gleichem verbindet …


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=13990


    persönliche Anmerkung:

    Die zweite Folge interessiert mich vor allem wegen Kammersäger Konrad Rupf, den ich um die Jahrtausenwende noch als Tewje in Radebeul erlebt habe.


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    Mit dabei sind in dieser Folge auch wieder Gerd Grasse und Eva-Maria Hagen. Erika Wustmann, die mir bei meinen Dresdner Besetzungsrecherchen immer wieder mal (primär als Einspringerin) über den Weg läuft, würde mich auch mal interessieren.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und hier nun der dritte Teil dieser musikalischen Decamerone-Reihe, der erst einige Monate nach den beiden anderen, im Mai 1975, gesendet wurde:


    ABC DER LIEBE - DIE FREUDEN DER FROMMEN (1974)

    Musical, frei nach dem “Decamerone” des Giovanni Boccaccio, von Heinz Kahlow

    Foto: Bernd Nickel;

    Foto: Bernd Nickel; "FF dabei", Nr. 20/1975, Seite 48; im Bild: Irmgard Arnold und Rudolf Asmus


    Autor: Heinz Kahlow nach der Vorlage von Boccaccio

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Musik: Gerd Natschinski

    Kamera: Wilfried Tittel

    Inszenierung: Prof. Carl Riha

    Fernsehregie: Gert Kudelka

    Personen und ihre Darsteller:

    Äbtissin (Irmgard Arnold), Priester (Rudolf Asmus), Gärtner (Werner Enders), Masetto (Hans-Otto Rogge/Klaus Bamberg), die liebliche Nonne Emilia (Lia Mühlhaus), die neidische Nonne Laura (Gundula Gouby), die lüsterne Nonne Catella (Birgit Steffen), die naive Nonne Filomena (Claudia Metzner), die Strenge Nonne Gostanza (Barbara Heidenreich), die dienende Schwester Salvestra (Jutta Vulpius), die gewitzte Nonne Simona (Eva-Maria Hagen), der junge Landstreicher (Gerd Grasse).

    Sendedaten:

    16.05.1975 I. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Es ist schon ein außergewöhnliches Ereignis, was die verstörte Äbtissin (Irmgard Arnold) dazu bringt, die ihr Anvertrauten zur späten Tagesstunde in den Kapitelsaal zu rufen. Die von dem “Ereignis” betroffenen Nonnen und Schwestern aber spüren eher den Hauch einer Sensation, doch werden sie dem strafenden Urteil nicht entrinnen. Schließlich war ein junger Mann im Kloster entdeckt worden!

    Emilia (Lia Mühlhaus) erahnt in Anbetracht dieser Situation nichts Gutes, denn nun scheint ihre Liebe zu Masetto verloren, die Hoffnung auf ein gemeinsames Leben mit ihm ist dahin! Noch aber kann sie nicht wissen, dass das Schicksal eine Wende des Ganzen einleitet. Denn ein weiterer, zweiter Gast hatte zu unerlaubter Stunde Einlass ins Kloster gefunden…


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=13991


    Persönliche Anmerkung:

    Irmgard Arnold, Rudolf Asmus und Werner Enders vereint wie im "Schlauen Füchslein" oder im "Fiedler auf dem Dach" - das würde ich zu gerne sehen! Dazu noch Hans-Otto Rogge, der offenbar nur singt und nicht selbst spielt, Lia Mühlhaus, die spätere Gattin von Johannes Felsenstein, wieder Gerd Grasse und Eva-Maria Hagen - und dann zur Krönung auch noch die Vulpius! Für mich gewiss die spannendste Folge in dieser Reihe!


    Ein Problem habe ich mit dem Foto: Die abgebildete Frau ist eindeutig Irmgard Arnold, während der abgebildete Mann für mich viel eher wie der Schauspieler Wolfgang Dehler als wie Rudolf Asmus aussieht. Allerdings spielt Dehler gar nicht mit. Eine Täuschung von mir? Asmus mit guter Maske? Ich weiß es nicht!


    Das ist Rudolf Asmus:


    Rudolf_Asmus_Dapertutto.jpg


    Und das ist Wolfgang Dehler:


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    Beide spielten im legendären Felsenstein-"Fiedler" an der Seite von Irmgard Arnold als Golde den Tewje, zuerst Asmus und dann Dehler.


    Ist nun Dehler oder Asmus auf diesem Foto drauf?


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    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

    Einmal editiert, zuletzt von Stimmenliebhaber ()

  • Alphabetisch ist nicht chronologisch, daher ist der alphabetisch vierte Teil der musikalischen Decamerone-Reihe, den ich heute einstelle, chronologisch der erste, gesendet am 20. Dezember 1974 vor allen anderen Teilen:


    ABC DER LIEBE - DIE FRÜCHTE DER GELEHRSAMKEIT (1974)

    Musical, frei nach dem “Decamerone” des Giovanni Boccaccio, von Heinz Kahlow

    Autor: Heinz Kahlow, nach der Vorlage von Boccaccio

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Szenenbild: Joachim Bette

    Kostüme: Gundolf Foitzik

    Musik: Gerd Natschinski

    Kamera: Wilfried Tittel

    Inszenierung: Prof. Carl Riha

    Fernsehregie: Harald Quist

    Personen und ihre Darsteller:

    Pietro Gomito (Wolfgang Borkenhagen), Isabella, seine Frau (Thea Elster), Leonetto, ein Gärtner (Günter Herbrich), Messer Lambertuccio (Wolf Kaiser), Knecht (Gerd Grasse), Magd (Eva-Maria Hagen).

    Anmerkung: Nach einer Besetzungsliste des DFF aus der Zeit der Proben für diese Inszenierung war für die Rolle des Pietro Gomito der Schauspieler Heinz-Dieter Knaup vorgesehen.

    Sendedaten:

    20.12.1974 I. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der wissensdurstige Mann der Madonna Isabella (Thea Elster) begibt sich auf Reisen, um den Rat eines Prälaten einzuholen. Während dieser Zeit empfängt die schöne Dame gleich mehrfach Besuch: zum einen den liebenswürdigen Gärtner (Günter Herbrich), zum anderen den aufgeblasenen Ritter Lambertuccio (Wolf Kaiser). So ergibt sich mit Blick auf den ehrenwerten Gatten der Madonna die Frage, ob es in jedem Falle ein erstrebenswertes Ziel ist, sich den Früchten der Gelehrsamkeit zu widmen oder anderen, schönen und anregenden Dingen zu huldigen.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=13992


    Persönliche Anmerkung:

    Auch wenn diese Folge völlig ohne die Pronimenz der Komischen Oper auskommt, war Wolf Kaiser ein hochberühmter BE- und Filmschauspieler, den ich viel zu wenig kenne und leider auch nicht mehr live erlebt habe, aber wenn mein live erlebter Lieblingsschauspieler Eberhard Esche keinen anderen mehr rüht als diesen, dann interessiert der mich automatisch auch.


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    Thea Elster und Günter Hebrich sagen mir hingegen nichts. Mit dabei sind aber wieder Gerd Grasse und Eva-Maria Hagen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und hier die alphabetisch fünfte, aber chronologisch zweite Folge des musikalischen "Decamerone":


    ABC DER LIEBE - DIE GUTE BEWIRTUNG (1974)

    Musical, frei nach dem “Decamerone” des Giovanni Boccaccio, von Heinz Kahlow

    Autor: Heinz Kahlow nach der Vorlage von Boccaccio

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Szenenbild: Eberhard Schwenk

    Kostüme: Erika Fechner

    Musik: Gerd Natschinski

    Kamera: Wilfried Tittel

    Inszenierung: Prof. Carl Riha

    Fernsehregie: Gerd Kudelka

    Personen und ihre Darsteller:

    Pinuccio (Manfred Drescher), Adriano, sein Freund (Werner Kraft), Cipolla, ein Bauer (Reinhold Salm), seine Frau (Nortrun Faber), Knecht (Gerd Grasse), Magd (Eva-Maria Hagen) und andere.

    Sendedaten:

    22.12.1974 I. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Die beiden pfiffigen Vagabunden dieser Musical-Reihe (Gerd Grasse und Eva-Maria Hagen) haben für diesen Abend ihr Plätzchen gefunden, man macht es sich bequem und lässt sich gut bewirten - was will man mehr als müder Wanderer! Doch der Abend hält noch ganz andere Annehmlichkeiten parat, denn wie hatte Boccaccio sinngemäß geschrieben: jedes Mädchen erlernt das Lieben, jede Mutter kann das schon!


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=13993


    Persönliche Anmerkung:

    Sicher die am wenigsten prominent besetzte und mich daher auch am wenigsten interessierende Folge - obwohl ich mir den langjährigen Chemnitzer (Karl-Marx-Städter) Ensembletenor Manfred Drescher, den ich Ende der Neunziger am Opern Chemnitz noch mehrfach als einen der "kleinen Meister" neben Siegfried Vogel als Hans Sachs in Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" live erlebt habe, schon mal ganz gerne in einer Aufnahme aus seiner Glanzzeit erleben würde.


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    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun noch die alphabetisch sechste und letzte, chronologisch vierte Folge dieses Serien-Musicals mit Geschichten aus dem "Decamerone", dieses Mal mit reichlich solistischer Beteiligung aus den Reihen der Berliner Staatsoper:


    ABC DER LIEBE - DIE WUNDER DES GLAUBENS (1974)

    Musical, frei nach dem “Decamerone” des Giovanni Boccaccio, von Heinz Kahlow

    Autor: Heinz Kahlow nach der Vorlage von Boccaccio

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Szenenbild: Joachim Bette

    Musik: Gerd Natschinski

    Kamera: Wilfried Tittel

    Inszenierung: Prof. Carl Riha

    Fernsehregie: Harald Quist

    Personen und ihre Darsteller:

    Bruder Alberto, ein Bettelmönch (Wolf Kaiser), Madonna Lucia, eine reiche Kaufmannsfrau (Marianne Wünscher), ihre Magd (Gerti Eichler), Puccio (Wolfgang Borkenhagen), Isabetta, seine Frau (Brigitte Eisenfeld), Priester (Peter Brang), Wirt (Wolfgang Arnst), Magd (Eva-Maria Hagen), Knecht (Gerd Grasse).

    Weitere Darsteller:

    Horst Friedrich, Heinz Rennhack, Astrid Much, Brigitte Scholz, Sylvia Pawlick, Hilla Thees-Dallow, Ilona Papenthin.

    Sendedaten:

    25.12.1974 I. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Bruder Alberto, ein Bettelmönch (Wolf Kaiser), ist ein kluges Köpfchen und zugleich ein gerissener Betrüger. Mit Vergnügen trägt er die “Wunder des Glaubens” von Ort zu Ort. Dabei spekuliert er immerzu auf die Beschränktheit einfältiger Zeitgenossen, und in dieser Hinsicht scheint es, dass für ihn kein Ziel als unerreichbar gelten mag.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=13994


    Persönliche Anmerkung:

    Auf schauspielerischer Seite tritt nun die wunderbare Marianne Wünscher (die jahrelang an der Berliner Volksbühne u.a. die Waschfrau Wolff spielte) an die Seite von Wolf Kaiser, mit dabei sind auch wieder Gerd Grasse und Eva-Maria Hagen, hinzu kommt u.a. der ebenfalls nicht unbekannte Heinz Rennhack.

    Was die Folge für mich so spannend macht, ist die recht große Beteiligung aus Reihen des Berliner Staatsopernensembles: Die junge Brigitte Eisenfeld scheint in einer Hauptrolle besetzt zu sein, aber auch ihre beiden Ensemblekolleginnen Sylvia Pawlik (ohne "c", wie in der Quelle fälschlich angegeben) und Ilona Papenthin sind in kleineren Rollen mit von der Partie. Um Papageno zu zitieren: "die möchte ich aus purer Neugierde sehen." :)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nach den "Decamerone"-Musical-Folgen folgt nun alphabetisch eine erste Fernsehinszenierung einer Operette:


    ABENTEUER DER PÈRICHOLE, DIE (1965)

    Fernsehfassung der Operette von Jacques Offenbach

    Foto: “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 51/1965, Seite 20; im Bild von links: Gerd E. Schäfer und Fred Kötteritzsch.

    Foto: “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 51/1965, Seite 20; im Bild von links: Gerd E. Schäfer und Fred Kötteritzsch.

    Libretto: Henry Meilhac/Ludovic Halévy

    Musik: Jacques Offenbach

    Dramaturgie: Regina Krumbein

    Szenenbild: Klaus Poppitz

    Kostüme: Tamara Schramm-Bansen

    Choreographie: Günter Jätzlau

    Regie: Toni Stubhan

    Personen und ihre Darsteller:

    Périchole, Straßensängerin (Dorothea Garlin), Piquillo, Straßensänger (Klaus Bergatt), Pedrillo (Fred Alexander), Vizekönig von Peru (Gert Gütschow), 1. Kammerherr (Gerd E. Schäfer), Gouverneur von Lima (Fred Kötteritzsch), Oberhofmeisterin (Lisa Thomas-Muschau), 1. Cousine (Felicitas Schleussen), 2. Cousine (Erika Göpelt), 3. Cousine (Anna-Maria Horn), Notar (Hannes Stelzer) und andere.

    Es tanzt das Ballett des DFF, es spielt das Große Rundfunkorchester Leipzig, es singt der Rundfunkchor Leipzig unter der Leitung von Gottfried Kassowitz.

    Sendedaten:

    18.12.1965 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Die Dramaturgin Regina Krumbein schrieb in der oben genannten Zeitung zu dieser TV-Inszenierung des DFF:

    “Das Reizvolle an dieser Operette von Jacques Offenbach sind die poesievollen, dramatischen und witzigen musikalischen Stimmungen, die zusammen mit dem Sujet - die Handlung spielt Ende des 18. Jahrhunderts in Peru - ein heiteres geschmackvolles Ganzes ergeben.

    Die Operette erzählt von der Straßensängerin Périchole und ihrem Geliebten Piquillo, von dem wenig einträglichen, weil rebellischen Bänkelsang der beiden in den Straßen von Lima, von ihrem großen Kummer, wegen einer hohen Steuer nicht heiraten zu können und von dem wieder mal liebestollen spanischen Vizekönig, der sich die hübsche Périchole einfangen möchte. Doch leider darf dieser nur verheiratete Damen in seinem Palais empfangen, weshalb das schöne Kind schnell - auf Kosten des Vizekönigtums - an den Mann gebracht wird. Wer dieser Mann ist, erübrigt sich fast zu sagen. Und wer am Ende 5 Goldpiaster Heiratssteuer gespart und dem Vizekönig ein Schnippchen geschlagen hat, ist unschwer zu erraten.”


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=18582


    Persönliche Anmerkung:

    Auch wenn Gert Gütschow und Gerd E. Schäfer zwei bekannte DDR-Schauspieler waren (Gütschow lebt sogar noch, ist inzwischen 92), finde ich die Besetzung in sängerischer Hinsicht jetzt nicht wahnsinnig interessant. Es wird aber noch ausreichend Folgebeiträge geben, bei denen das Gott sei Dank anders ist.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun eine erste Opernsendung, wenn auch in einer sehr freien Bearbeitung der betreffenden Oper:


    ABU HASSAN (1954)

    Musikalisches Fernsehspiel nach dem Singspiel von Carl Maria von Weber

    Foto: “Unser Rundfunk”, Nr. 41/1956, Seite 13; im Bild: Anneliese Müller und Wolfgang Lippert

    Foto: “Unser Rundfunk”, Nr. 41/1956, Seite 13; im Bild: Anneliese Müller und Wolfgang Lippert

    Bearbeitung: Hermann Rodigast und Jean Kurt Forest

    Szenenbild: Horst Hennicke

    Kostüme: Elisabeth Lützenberg

    Musikalische Leitung: Jean Kurt Forest

    Fernsehkamera: Heinz Böhme/Erich Gröhnke

    Regie: Alfred Eichhorn

    Personen und ihre Darsteller:

    Anneliese Müller (als Margarethe Lang), Wolfgang Lippert (als Carl Maria von Weber), Guido Goroll, Elfriede Mädler, Else Seelen, Kurt Arndt, Fredy Barten, Paul Jenensch, Frank Michelis, Heinz-Werner Pätzold, Paul Streckfuß und andere.

    Stimmen: Elisabeth Ebert-Dubsky, Ludwig Gregor, Karl Friedrich Hölzke.

    Sendedaten:

    25.12.1954 Erstausstrahlung; 15.01.1955 WDHL; 06.03.1955 WDHL; 10.10.1956 WDHL.

    Inhalt:

    Diese Fernsehbearbeitung verlagerte die Handlung der Oper “Abu Hassan” aus fernen Zeiten eines Märchens aus “Tausendundeiner Nacht” in die Lebzeiten des Komponisten Carl Maria von Weber und ließ sie in Darmstadt ablaufen. Sie beginnt zu einem Zeitpunkt, als der junge Komponist Weber gerade seine Arbeit an “Abu Hassan” beendet hat (1811). Nun bittet er seine Freundin Margarete um einen Gefallen: sie soll die Partitur von “Abu Hassan” dem Großherzog zu Vorlage bringen, damit diese - wie es wortwörtlich überliefert ist - “… etwas Ordentliches ausspeit!”. Während Margarete seiner Bitte nachkommt, durchlebt Weber selbst sein eigenes Werk. So sieht er sich als lebenslustiger Abu Hassan am Hofe des Kalifen von Bagdad; dort gelingt es ihm, mit Hilfe der getreuen Fatime seine Gläubiger, den Wucherer Omar und sogar den Kalifen zu überlisten. Auf diese Weise wird Webers Opernspiel zum Traum, erwachsend aus der Realität von Webers Leben.


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=12584


    Persönliche Anmerkung:

    War man etwa schon Mitte der 50er Jahre der Meinung, dass man dieses pseudo-orientalische Singspiel nicht mehr ein szu eins bringen könne? Ich finde diese Verknüpfung mit der Biografie des Komponisten jedenfalls spannend, diese Verfilmung interessiert mich wirklich.

    Zudem interessiert mich die Frage, ob die hier spielende Anneliese Müller identisch mit der gleichnamigen Staatsopernsängerin ist oder nicht. Vom Foto her ist sie es nicht.

    Von den drei eingesetzten Sängern interessieren mich vor allem Elisabeth Ebert und Karl-Friedrich Hölzke. Alfred Eichhorn ist mir bei meinen Dresdner Besetzungsrecherchen als Hausopernregisseur der 1950er Jahre immer wieder untergekommen, während ich den musikalischen Leiter dieses Unternehmens, Jean Kurt Forest, bislang vor allem als Komponisten wahrgenommen habe.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Zudem interessiert mich die Frage, ob die hier spielende Anneliese Müller identisch mit der gleichnamigen Staatsopernsängerin ist oder nicht. Vom Foto her ist sie es nicht.

    Es gab in der DDR auch eine Schauspielerin Anneliese Müller, die gelegentlich im Fernsehen auftrat, zum Beispiel in der Serie "Die Vormanns und ihre Freunde". Ich gehe davon aus, dass sie die Freundin Webers spielt, während ihr Elisabeth Ebert die Gesangsstimme leiht. Die Stimmen sind ja auch einzeln und getrennt aufgeführt, während die Personen und ihre Darsteller nach meinem Kenntnisstand allesamt Schauspieler waren.

    Es grüßt Rheingold1876

  • Heute kommen wir nun zur (alphabetisch) ersten Verfilmung bzw. Fernsehaufzeichnung einer kompletten Operninszenierung:


    ALBERT HERRING (DER TUGENDPREIS) (1970)

    Fernsehaufführung einer heiteren Kammeroper von Benjamin Britten

    Musikalische Leitung: Walter Hessel

    Inszenierung: Joachim Herz

    Fernsehregie: Dr. Georg Mielke

    Personen und ihre Darsteller:

    Albert Herring (Edgar Wählte), seine Tante (Katrin Wölzl), Sid (Rudolf Riemer), Nancy (Ruth Asmus), Lady Billows (Renate Fude), ihre Haushälterin (Renate Härtel), der Herr Pfarrer (Hans-Gottfried Henkel), der Bürgermeister (Lothar Anders), der Polizeichef (Helmut Eyle), die Lehrerin ( Margret Grund), Emmy (Helga Pink), Siss (Hella Batnig), Harry (Johannes Schuchart), Betty (Kerstin Syhre), Nick (Lutz Picard), Jack (Uwe Seidel).

    Sendedaten:

    24.11.1970 II. PR. Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk realisierte diese Opernaufführung mit der Übernahme der Inszenierung vom Städtischen Theater Leipzig.

    In der Zeitschrift „FF dabei“, Nr. 48/1970, Seite 21, wurde dazu geschrieben:

    „Dieses Operchen ist eine vergnügliche Satire auf die Spießermoral einer englischen Kleinstadt der Jahrhundertwende. Die Fabel ist der kurzen, sehr ironischen Erzählung Guy de Maupassants ‚Der Tugendpreis‘ entnommen. Die Vorgänge allerdings wurden von Frankreich in das englische Provinzstädtchen Loxford verlegt. Es geht um die Verleihung eines Tugendpreises und damit um die Krönung einer ‚Maienkönigin‘. Wer den ausgesetzten Preis der Lady Billow erringen will, muss ein untadeliges Leben nachweisen können. Aber kein Mädchen ist zu finden, dessen Lebenswandel einer schärferen Überprüfung standhielte. Und so fällt die Wahl auf den bisher unbescholtenen Gemüseverkäufer Albert Herring.“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33887


    Persönliche Anmerkung:

    Als ich vor 19 Jahren mal Joachim Herz in Leipzig besuchte, habe ich mir einige seiner Verfilmungen und Fernsehaufzeichnungen seiner Inszenierungen auf VHS ausgeliehen. Dieser "Herring" war leider nicht dabei. Das Leipziger Ensemble der Herz-Zeit war für mich damals noch nicht so interessant, seinen Berliner "Herring" von Ende der 50er Jahre u.a. mit Margarete Klose und Werner Enders hätte ich sofort mitgenommen, aber davon gibt es keine Aufzeichnung.

    Heute würde mich diese Aufzeichnung mit dem von Edgar Wählte angeführten Leipziger Ensemble der 1960er Jahre schon interessieren.

    Freiich heißt "Katrin Wölzl" meines Erachtens Karin Wölzl (sie sang auch an der Berliner Staatsoper das Fischweib) und bei "Hella Batnig" scheint es sich um die spätere Semperoper-Dramaturgin Hella Bartnig im Kindesalter zu handeln - dazu passt, dass sie 1956 in Leipzig geboren wurde.


    https://www.semperoper.de/ense…d/hella-bartnig/1032.html

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und hier die nächste Fernsehinszenierung einer Oper:


    APOTHEKER, DER (1955)

    Fernsehinszenierung einer Kurzoper von Joseph Haydn

    Szenenbild: Horst Hennicke

    Kostüme: Gisela Schmiedel

    Masken: Kurt Aust

    Kamera: Hanna Janowitz / Heinz Böhme

    Musikausführung: Rundfunkorchester Leipzig unter Leitung von Herbert Haarth

    Regieassistenz: Ursula Nonnewitz

    Regie: Walter Zimmer

    Personen und ihre Darsteller:

    Sempronio (Hans Wocke), Griletta (Elvira Sternbeck, es singt: Sonja Schöner), Mengone (Joachim Hoyer, es singt: Gert Lutze), Volpino (Karl-Heinz Koßler, es singt: Hans-Georg Nowotny) und andere.

    Sendedaten:

    28.05.1955 Erstausstrahlung; 18.08.1955 Wiederholung

    Inhalt:

    Joseph Haydn schuf die Musik zum „Apotheker“ im Jahre 1768; das Libretto wird dem berühmten italienischen Autor Carlo Goldoni zugeschrieben, zumindest in der Vorlage. Die Art des Werks wird in der Literatur mit „Dramma giocoso“ in drei Akten benannt, und es wurde und wird in italienischer Sprache aufgeführt.

    Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein älterer Apotheker namens Sempronio (Hans Wocke). Er selbst fühlt sich in diesem Beruf nicht wohl; sein Verlangen besteht eher nach Reisen in fremde Länder. Um dies zu realisieren, möchte er sein reiches Mündel Griletta (Elvira Sternbeck) ehelichen. Allerdings muss er dabei konstatieren, dass die Begehrte schon zwei Verehrer hat …


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=32805


    Persönliche Anmerkung:

    Auch wenn Haydn sicherlich nicht zu meinen Lieblingsopernkomponisten zählt, würde mich diese deutschsprachige Fernsehinszenierung von Walter Zimmer (den ich eigentlich als Bearbeiter nichtmuttersprachlicher Stücke z.B. von Offenbach kenne) schon interessieren, vor allem wegen zweier Baritone: Hans Wocke, der unmittelbar nach dem Krieg das große Fach an beiden großen Berliner Opernhäusern sang (wie ich durch meine Besetzungsrecherchen weiß) singt und spielt die Hauptrolle, während Hans-Georg Nowotny (der mir bei meinen Besetzungsrecherchen zur Staatsoper Berlin wie zur Staatsoper Dresden immer wieder begegnet ist: In Dresden, wo er Enseblemitglied war, wurde er konsequent ohne Bindestrich zwischen den beiden Vornamen geschrieben) den Volpino nur singt, aber nicht spielt - warum auch immer! Nowotnys Stimme würde ich zu gerne mal hören. Ebenfalls nur singend, aber nicht spielend ist der von einem anderen Forenmitglied hier schon oft genannte Tenor Gerd Lutze als Mengone dabei. Sonja Schöner, der "Sonnenschein des Hauses" Komische Oper Berlin in den 1950ern, in einer weiteren Opernrolle zu hören, kann auch nichts schaden. Also durchaus eine interessante Sendung, falls es die beim DRA oder wo auch immer noch geben sollte. Inwieweit dies der Fall ist, weiß ich nicht.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Die nächste musikalische Sendung in alphabetischer Reihenfolge ist diese:


    ATELIER M ODER: FRAUEN SIND (KEINE) ENGEL (1975)

    Eine musikalisch-lyrische Stunde im DDR-Fernsehen

    Foto: „FF dabei“, Nr. 50/1975, Seite 27; im Bild: Maria Mallé

    Foto: „FF dabei“, Nr. 50/1975, Seite 27; im Bild: Maria Mallé

    Autoren / Schöpfer dieser Sendung:

    Márta Rafael, Martin Hattwig, Detlev Mohr, Werner Preuß, Fritz Schneider

    Personen und ihre Darsteller:

    Sieglinde Gossmann, Nina Hagen, Monika Lubitz, Maria Mallé, Sylvia Pavlik, Márta Rafael, Peter Bause, Martin Hattwig, Stefan Lux, Peter Olesch und Siegfried Uhlenbrock

    Sendedaten:

    12.12.1975 I. PR. Erstausstrahlung; 13.12.1975 I. PR. WDHL; 14.03.1976 II. PR. WDHL.

    Inhalt:

    In dieser Unterhaltungssendung des DDR-Fernsehens an einem Freitagabend in der Vorweihnachtszeit 1975 drehte sich alles um das Thema „Liebe und Frau“. Dabei sollte das Heiter-Musikalische zu diesem Thema in den einzelnen Sendebeiträgen dominieren. Das Thema selbst findet man – und das sollte hier bewiesen werden – in der Oper, in der Operette, im Musical, im Chanson und im Schlager wieder. Und es ist bekannt, dass sich über Jahrhunderte hinweg zahlreiche, mehr oder weniger bekannte Dichter, Komödienschreiber und Komponisten diesem gewidmet haben, um ihre Ansichten zu dieser Thematik mit ihren Werken kundzutun.

    Beginnen wird diese TV-Produktion dann auch mit einem ganz bekanntem Lied: „Wir armen, armen Mädchen sind gar so übel dran“ – aus Lortzings „Waffenschmied“ …


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33372


    Persönliche Anmerkung:

    Auch wenn diese Sendung für mich nun nicht zu den allerinsteressantesten gehört, würde ich sie mir aufgrund der Beteiligung zweier langjähriger Ensemblemitglieder der Staatsoper Berlin doch gerne anschauen, nämlich wegen Sylvia Pawlik (mit "w" statt "v"!) und Peter Olesch. Ich vermute, dass die genannte Lortzing-Arie aus dem "Waffenschmied" weder von Frau Gossmann noch von Frau Mallé und schon gar nicht von Nina Hagen, sondern eben von Frau Pawlik gesungen wird, aber ich kann mich natürlich irren. (Primaballerina Monika Lubitz wird sie ganz sicher nicht gesungen haben.)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Wir kommen nun zum Buchstaben "B" und starten hier mit einer überaus interessanten Opernübertragung:


    BAJAZZO, DER (INSZENIERUNG 50ER JAHRE) (1956)

    Fernsehaufführung eines Dramas in zwei Akten und einem Prolog

    Foto: „Unser Rundfunk“, Nr. 43/1956, Seite 12; im Bild: Helge Rosvaenge als „Bajazzo“

    Foto: „Unser Rundfunk“, Nr. 43/1956, Seite 12; im Bild: Helge Rosvaenge als „Bajazzo“

    Dichtung und Musik: Ruggiero Leoncavallo

    Musikalische Leitung: Horst Stein

    Inszenierung: Erich Witte

    Chöre: Karl Schmidt

    Gesamtausstattung: Edmund Erpf

    Bildregie: Wolfgang Nagel

    Personen und ihre Darsteller:

    Canio, Haupt einer Dorfkomödiantengruppe in der Komödie „Bajazzo“ (Helge Rosvaenge), Nedda, seine Frau, in der Komödie „Colombine“ (Liselotte Losch), Tonio, Komödiant in der Komödie „Taddeo“ (Kurt Rehm), Beppo, Komödiant in der Komödie „Harlekin“ (Manfred Schmidt), Silvio (Robert Lauhöfer), ein Bauer (Günter Gützlaff).

    Sendedaten:

    24.10.1956 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk übertrug die Oper „Der Bajazzo“ in einer Aufführung der Deutschen Staatsoper Berlin. Ort und Zeit der Handlung: Montalto in Calabrien, 15.August 1865. In der oben genannten Quelle wird dazu unter anderem ausgeführt:

    „ … ‚Der Bajazzo‘ ist ebenso wie ‚Cavalleria rusticano‘ ein veristisches Bühnenwerk, eine ‚Wirklichkeitsoper‘, der eine wahre Begebenheit zugrunde liegt. Das Volk wollte keine historischen Kostümfeste, keine wagnerischen Götter und Helden oder exotische Prinzessinen mehr auf der Bühne sehen, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die lieben und hassen, sich freuen und leiden wie der einfache Mensch des Alltags. So wurde neben dem Naturalismus in der Literatur und Malerei der italienische Verismus geboren ...“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33898


    Persönliche Anmerkung:

    Diese Übertragung der (deutschsprachigen) Ericht-Witte-Inszenierung aus der Staatsoper Berlin unter der Musikalischen Leitung von Horst Stein mit Helge Rosvaenge in der Titelpartie würde ich wirklich zu gerne sehen. Leider weiß ich nicht, ob sie im DRA oder sonstwo erhältlich ist, aber schon die Information, dass diese Vorstellung im Fernsehen zu sehen war, beglückt mich irgendwie. Zu gerne würde ich auch Liselotte Losch als Nedda, Kurt Rehm als Tonio und den mir bislang nur namentlich bekannten Manfred Schmidt als Beppo hören und sehen. Sollte eine Aufzeichnung der Sendung irgendwie verfügbar sein, weckt das schon große Begehrlichkeiten bei mir. :yes:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun noch ein alternativer "Bajazzo", der sechs Jahre später gesendet und als Fernsehinszenierung richtig produziert wurde, allerdings mit einer bekannten Aufnahme als Tonspur:


    BAJAZZO, DER (INSZENIERUNG 60ER JAHRE) (1962)

    Fernsehinszenierung eines Dramas in zwei Akten und einem Prolog

    Dramaturgie: Johannes Reuther

    Szenenbild: Heinz Zehkorn

    Kostüme: Tamara Schramm-Bansen

    Aufnahmeleitung: Renate Bejach

    Inszenierung: Wolfgang Nagel

    Personen und ihre Darsteller:

    Canio, Haupt einer Dorfkomödiantentruppe, in der Komödie als “Bajazzo” (Hans-Dieter Krämer), Nedda, sein Weib, als “Colombine” (Brigitte Schäfer), Tonio, Komödiant, als “Taddeo” (Günter Kindler), Beppo, Komödiant, als “Harlekin” (Horst Noack), Silvio, ein junger Bauer (Rudolf Riemer).

    Es singen: Rudolf Schock, Melitta Muszely, Josef Metternich, Marcel Cordes.

    Sendedaten:

    24.07.1962 Erstausstrahlung; 09.08.1964 Wiederholung.

    Inhalt:

    Die Fernsehinszenierung dieses Stücks und dessen Übertragung erfolgte von der Freilichtbühne Jonsdorf.

    Die Zeitschrift “Funk und Fernsehen der DDR”, Nr. 30/1962, Seite 17, schrieb dazu:

    “Ruggiero Leoncavallo hatte am 15. August 1865 in der kalabrischen Ortschaft Montaldo jenes Erlebnis, nach dem er später Text und Musik zu seinem Welterfolg ‘Der Bajazzo’ schreiben sollte. Der siebenjährige Knabe erlebte damals die Aufführung einer wandernden Komödiantentruppe, die er gemeinsam mit einem elterlichen Diener besuchte, der während des Spiels hinter den Kulissen mit der Frau des Bajazzo ertappt und von dem eifersüchtigen Mann erstochen wurde. Der Deutsche Fernsehfunk sendet die Oper von der Freilichtbühne Jonsdorf in einer FS-Inszenierung, die erstmalig auch von den Intervisionsländern direkt übernommen wird.”


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=17005


    Persönliche Anmerkung:

    Die hier verwendete Aufnahme mit Schock und Muszely war mein erster "Bajazzo" als Schallplatte, wenn auch nur als Opernquerschnitt. Offenbar scheint es ja die Gesamtaufnahme zu geben, die hier als Tonspur genutzt wurde. Trotzdem bzw. deshalb interessiert mich diese in Jonsdorf aufgenommene Fernsehinszenierung weit weniger als die sechs Jahre früher übertragene Staatsopern-Inszenierung. Interessant finde ich hier höchstens die Besetzung Silvios mit dem Leipzoger Bariton Rudolf Riemer, der die Rolle sicherlich auf der Bühne sang und spielte, während er hier leider nur zu sehen ist, während man die Stimme von Marcel Cordes hört.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Leider finde ich keine Möglichkeit, die beiden angegebenen Bajazzos auch zu sehen. Die Verfilmung mit Metternich, Schock, Cordes und Muszely habe ich mehrfach im DDR-TV gesehen, allerdings dachte ich, daß die Verfilmung in Rathen erfolgte. Nun weiß ich es besser. Die LP habe ich auch, selbstverständlich, allerdings habe ich die Gesamtaufnahme, bestehend aus 2 Platten.


    Wenn Du schon keine Möglichkeit kennst, diese DDR-Verfilmungen irgendwo herunterzuladen oder zu kaufen, wer sollte es denn dann?!

    Rosvaenge habe ich ja selbst noch als Canio gesehen, 1958 oder 1959 in Gera mit Anneliese Schubert-Neuhaus, Alexander (Sandor) Toth und Georg Schulz als Silvio. Mann, waren das noch Zeiten.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Leider finde ich keine Möglichkeit, die beiden angegebenen Bajazzos auch zu sehen.


    Wenn Du schon keine Möglichkeit kennst, diese DDR-Verfilmungen irgendwo herunterzuladen oder zu kaufen, wer sollte es denn dann?!

    Letztlich mache ich hier in dieser Rubrik nichts anderes als andere in anderen Rubriken, nämlich aufzulisten, was es gab, was gesendet wurde. In meinem Eröffnungsbeitrag habe ich Möglichkeiten genannt, welche Früchte das tragen könnte.


    So kann zum Beispiel jeder per Mail an dra-mitschnitt@rbb-media.de beim Deutschen Rundfunkarchiv eine Anfrage stellen bzw. einen Rechercheauftrag erteilen. Wenn einer alles recherchieren will, übersteigt das das kostenlose Recherchekontingent, das jeder hat, und man muss für die umfangreiche Recherche bezahlen. Eine Rechercheanfrage in geringem Umfang ist hingegen kostenlos. Wenn dich also beispielsweise der Rosvaenge-"Bajazzo" so sehr interessiert, kannst du an die angegebene Mailadresse eine Mail schreiben und bitten zu eruieren, ob die Sendung für dich erwerblich ist. Dies wird man (kostenlos) recherchieren und wenn die Sendung vorhanden ist, wird man dir ein konkreten Kauf-Angebot machen, dass du dann immer noch annehmen kannst ablehnen kannst. Im konkreten Fall eines "Bajazzo" (der ja nicht so lang ist) würde ich mit maximal 50 Euro Kosten rechnen.


    Natürlich habe ich auch die Hoffnung, dass der eine oder andere das eine oder andere in der Privatsammlung hat. Bei einer Sendung, die hier alphabetisch noch nicht dran kam, weiß ich inzwischen, bei wem ich mir diese in Nach-Pandemie-Zeiten abholen kann.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Im konkreten Fall eines "Bajazzo" (der ja nicht so lang ist) würde ich mit maximal 50 Euro Kosten rechnen.

    Danke erst einmal. Ich hatte schon beim Deutschen Rundfunkarchiv angefragt nach den DFF-Verfilmungen besonders vom Trovatore und von der Traviata, beide mit Bonisolli. Die hatten mir das unverschämte Angebot gemacht, dafür fast 100,- Euro hinzublättern, was ich dankend ablehnte. Inzwischen habe ich die Traviata von einem Freund kopiert bekommen, und der Trovatore war mal bei youtube zu sehen. Aber ich bin kein Sammler um jeden Preis.


    La Roche

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    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Es geht alphabetisch weiter mit einer Offenbach-Operette:


    BANDITEN, DIE (1965)

    Fernsehaufführung einer Operette in drei Akten von Jacques Offenbach

    Neubearbeitung: Klaus Eidam

    Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Halévy

    Musik: Jacques Offenbach

    Ausstattung: Wilfried Werz

    Choreographie: Wolfgang Baumann

    Musikalische Leitung: Walter Hessel

    Fernsehregie: Jürgen Brill

    Inszenierung: Erhard Fischer

    Personen und ihre Darsteller:

    Falsacappa (Guntfried Speck), Fiorella (Helga-Marlis Karhan), Pietro (Gert Fahl), Carmagnola (Dieter Scholz), Fragoletto (Harry Dalgas), Fürst von Mantua (Helmut Polze), Baron von Campotasso (Georg Maintz), Antonio (Otto Stübler), Prinzessin (Christa Nowak), Graf von Gloria-Cassis (Achim Wichert) und andere.

    Chor, Ballett und Orchester der Oper Kleines Haus Leipzig.

    Sendedaten:

    29.01.1966 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) realisierte diese TV-Produktion mit der Übertragung einer Aufführung dieses Werks aus den Städtischen Theatern Leipzig.

    Im Jahre 1869 wurde diese Opéra –bouffe von Jacques Offenbach in Paris uraufgeführt. Der deutsche Titel hätte eigentlich „Die Räuber“ lauten müssen, wurde aber in „Die Banditen“ abgewandelt – dies sicherlich, um einer Verwechslung mit Schillers gleichnamigem Schauspiel vorzubeugen.

    Zum Inhalt der Operette äußerte sich J. Reuther in der Zeitschrift „Funk und Fernsehen der DDR“, Nr. 4/1966, Seite 20, wie folgt:

    „Die Grundlage der Fabel war leicht und verständlich: Ein übler Börsenskandal hatte zahllose ahnungslose Bürger in Not und Elend gebracht. Nur allzu leicht machte das neue Werk deutlich, dass die höchsten Spitzen der damaligen Gesellschaft weitaus größere Banditen waren als die ‚ehrlichen’ Wegelagerer und Taschendiebe eines Räuberhauptmanns Falsacappa. Offenbachs Operette hatte mit Text und Musik ins Schwarze getroffen, sie wurde verstanden und gefeiert …“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33460


    Persönliche Anmerkung:

    Auch wenn ich mich bezüglich dieses Offenbach-Werkes durch die Ludwigshafener Fernsehaufzeichnung der Kupfer-Inszenierung eigentlich ganz gut eingedeckt fühle, würde mich diese Inszenierung des langjährigen Chefregisseus Prof. Erhard Fischer in der Ausstattung von Wilfried Werz (der ja auch den Felsenstein-"Blaubart" ausgestatttet hat) und dem damaligen Ensemble der Leipziger MuKo schon interessieren. Helmut Polze ist auch der Graf Oskar in der Felsensteinschen "Blaubart"-Verfilmung, die Namen Gutfried Spreck und Dieter Scholz sind mir bei meinen Berliner und Dresdner Besetzugsrecherchen immer wieder mal begegnet, ohne dass ich die Stimmen wirklich kennen würde. Zu Christa Nowak gibt es hier eine interessante Seite: https://www.leipzig.de/jugend-…ts/projekt/nowak-christa/

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Harry Dalgas war etliche Jahre der Operettenstar in Gera, er war mit der Sopranistin Editha Bienia (meine beste live erlebte Senta) verheiratet. Irgendwann ging er nach Leipzig, verlor durch irgendeine Krankheit seine wunderbare Stimme und kehrte nach Gera zurück. Am Theater konnte er leider nicht wieder Fuß fassen.

    Auch Helmut Polze war längere Zeit in Gera. Ich habe ihn noch in guter Erinnerung, besonders in den damals so beliebten Revueveranstaltungen. Erwin Leistner brachte jährlich mindestens eine Revue heraus, die immer ausverkauft waren.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Hallo,

    eine Fernsehaufzeichnung der "Banditen" von Harry Kupfer? Kann man die irgendwo bekommen?

    Schöne Grüße

    wega

  • Und nun folgt für mich wieder ein Highlight:


    BARBIER VON SEVILLA, DER (1. INSZENIERUNG 50ER JAHRE) (1954)

    Fernsehinszenierung einer Komischen Oper von Gioachino Rossini

    Foto: „Unser Rundfunk“, Nr. 17/1954, Seite 18; im Bild: Kammersänger Hans Löbel von der Staatsoper Dresden

    Foto: „Unser Rundfunk“, Nr. 17/1954, Seite 18; im Bild: Kammersänger Hans Löbel von der Staatsoper Dresden

    Musikalische Leitung: Leo Spies

    Regie: Karl Braun

    Bühnenbild: Horst Hennicke

    Personen und ihre Darsteller:

    Ursula Richter, Emilie Walter-Sacks, Hans Löbel, Werner Liebing, Josef Burgwinkel, Herbert Rössler.

    Sendedaten:

    19.04.1954 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    In der oben genannten Quelle ist hierzu angemerkt:

    „Rossinis bezaubernde Buffooper ‚Der Barbier von Sevilla‘ in fernsehgerechter Fassung wird uns am Ostermontag erfreuen. Damit bringen wir zum erstenmal ein vollständiges Opernwerk im eigenen Studio zur Aufführung, an der erste Kräfte unserer Opernhäuser mitwirken ...“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33901


    Persönliche Anmerkung:

    Da es sich hier nicht um die Live-Übertragung einer Vorstellung, sondern um eine Produktion im eigenen Studio handelt, müsste die Chance recht groß sein, dass diese Aufzeichnung erhalten ist. Und die Besetzung interessiert mich sehr: Ursula Richter (die Sophie des Dresdner Kempe-"Rosenkavaliers") und Emilie Walter-Sacks sind mir von meinen Dresdner Besetzungsrecherchen her ebenso namentlich bekannt wie Werner Liebing und Hans Löbel (von dem es u.a. auch eine Studioaufnahme als Jago unter Herbert Kegel gibt). Die beiden Bass-Rollen sind hingegen mit Felsenstein-Protagonisten besetzt: den Erzkomödiaten Josef Burgwinkel würde ich zu gerne als Dr. Bartolo sehen und gegen Herbert Rössler (Rößler) als Don Basilio würde mich auch interessieren. In der Felsensteinschen Verfilmung seiner Inszenierung vom "Schlauen Füchslein" ist Burgwinkel als Pfarrer und Dachs ebenso besetzt wie Rößler als Haraschta.


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Meine ganz aktuelle Empfehlung für die Festtage:


    https://www.ardmediathek.de/md…tOWQyNy0wZmM5MWE0YzZjNjU/


    (aktuell noch 6 Tage in der MDR-Mediathek abrufbar)


    In diesem wunderbaren Film von 1988 sind neben vielen wunderbaren Schauspielerinnen (Barbara Dittus, Gudrun Ritter, der jungen Stephanie Stappenbeck, der Brecht-Enkelin Johanna Schall und natürlich der unnachahmlichen Käthe Reichel, durch die ich damals in diesem Film das Zarah-Leander-Repertoire kennen gerlent habe) und Schauspielern (voran natürlich der unbändige Dietrich Körner, aber auch Peter Bause, in einer Minirolle am Ende auch Tom Pauls) kann man hier in verschiedenen Musikausschnitten (von "Lohengrins Abschied" und einem Teil der Wolfschluchtszene aus dem "Freischütz" mit jeweils geändertem Text über das Duett "Wer uns getraut" und einigen bekannten Opernzitaten wie "Lache, Bajazzo" bis hin zu "O du Fröhliche" am Ende und "Hansel, mei Gansel" am Anfang des Films) die Stimme von Klaus König hören. Zudem sieht man noch u.a. Rainer Büsching als König Heinrich und Hans-Joachim Ketelsen als Heerrufer in der Mielitz-Inszenierung, zudem kurz Gunther Emmerlich als Dirigent. Wer ist Elsa (mit stark slawischemAkzent ist), habe ich bis heute nicht rausbekommen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Heute geht es weiter mit der zweiten Fernsehinszenierung vom Rossini-"Barbier":


    BARBIER VON SEVILLA, DER (2. INSZENIERUNG 50ER JAHRE) (1959)

    Fernsehinszenierung einer Komischen Oper von Rossini

    Musik: Gioacchino Rossini

    Libretto: Cesare Sterbini (auf Grundlage eines Schauspiels von Beaumarchais)

    Bearbeitung: Erika Wilde

    Regie: Erich-Alexander Winds

    Musikalische Leitung: Hans Löwlein

    Bildregie: Horst Zaeske

    Szenenbild: Paul Pilowski

    Kostüme: Wolfgang Hinze

    Personen und ihre Darsteller:

    Graf Almaviva (Martin Ritzmann), Bartolo, Arzt, Vormund von Rosina (Reiner Süß), Rosina, ein junges Mädchen (Hella Jansen), Figaro, Barbier (Uwe Kreyssig), Basilio, Musiklehrer (Gerhard Frei), Marzelline, Haushälterin bei Bartolo (Adelheid Müller-Hess), Florillo, Diener Almavivas (Waldemar Arnold), ein Offizier (Manfred Hopp).

    Sendedaten:

    24.12.1959 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Auch an den Weihnachtstagen des Jahres 1959 setzte der DFF seine gute Tradition fort, seinen Zuschauern eine klangvolle und unterhaltende Opernaufführung zu präsentieren, in diesem Falle mit der Inszenierung des „Barbier von Sevilla“.

    Im Sevilla des 18. Jahrhunderts ist es der Graf Almaviva (Martin Ritzmann), der mit Hilfe des Barbiers Figaro (Uwe Kreyssig), einer Frohnatur, das Herz der schönen Rosina (Hella Jansen) erobern will. Die Angebetete bleibt von dessen Serenaden nicht unbeeindruckt. Doch Rosina wird von Bartolo (Reiner Süß), einem Arzt und ihr Vormund, streng bewacht, denn er möchte selbst sein Mündel alsbald ehelichen ...


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33903


    Persönliche Anmerkung:

    Eine sehr interessant besetzte Produktion in der Regie des damaligen Chefregisseurs der Deutschen Staatsoper Berlin unter der musikalischen Leitung des damaligen Staatskapellmeisters Hans Löwlein, der zuvor Kapellmeister an der Staatsoper Dresden gewesen war. Martin Ritzmann verbinde ich bislang gar nicht mit Rossini, aber zu dieser Zeit war er gerade erst auf dem Sprung vom Metropol-Theater zur Deutschen Staatsoper, wo er zuvörderst noch Mozart sang und sich das dramatische Repertoire noch nicht erobert hatte. Der noch nicht 30-jährige Reiner Süß ist hier erstmals in seiner Leib- und Magenrolle als Doktor Bartolo dokumentiert, ich habe ihn 1991 in der legendären Berghaus-Inszenierung an der Berliner Staatsoper noch live erlebt. Hella Jansen war wohl die Primadonna des Metropol-Theaters, gastierte als Rosalinde aber auch an der Staatsoper Berlin. Am meisten interessiert mich Uwe Kreyssig als Figaro, geschätzer Hauptrollensänger Felsensteins an der Komischen Oper und als Gast auch an der Deutschen Staatsoper aktiv, es gibt viel zu wenig Dokumente von ihm und in der Fernsehaufzeichnung des Felsenstein-"Figaro" von 1977 war er schon deutlich über den Zenit, insofern würde mich dieses Dokument aus seiner besten Zeit schon sehr interessieren - ebenso wie der Basilio von Gerhard Frei (war das der Grund, dass bei der Fernsehaufzeichnung der Berghaus-Inszenierung 1971 dann die eigentliche Zweitbesetzung Siegfried Vogel als Basilio ran durfte, weil Frei in dieser Rolle schon im DDR-Fernsehen zu erleben bzw. so "verewigt" war?). In jedem Falle eine für mich sehr spannende Besetzung!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und der nächste "Barbier":


    BARBIER VON SEVILLA, DER (INSZENIERUNG 60ER JAHRE) (1960)

    Fernsehaufführung einer Oper von Gioacchino Rossini

    Musikalische Leitung: Bruno Bartoletti

    Inszenierung: Frank de Quell

    Bühnenbild: Sormani

    Fernsehregie: Wolfgang Nagel

    Personen und ihre Darsteller:

    Graf Almaviva (Luigi Alva), Doktor Bartolo, Rosines Vormund (Carlo Badioli), Rosine (Maria di Giovanna), Figaro, Barbier (Renato Capecchi), Basilio, Rosines Musiklehrer (Carlo Cava), Marzelline, Haushälterin Bartolos (Gabriella Carturan), Florillo, Diener Almavivas (Gustavo Bovetti).


    Es singt der Kammerchor der Opera Nazionale Italiana.


    Es spielt das Berliner Sinfonieorchester; am Cembalo: Benedetto Ghiglia.

    Sendedaten:

    20.06.1960 Erstausstrahlung

    Inhalt:

    Der Deutsche Fernsehfunk realisierte diese Opernaufführung mit der Übertragung des Werks in einem Gastspiel der Opera Nazionale Italiana mit Solisten der Mailänder Scala aus dem Metropol-Theater Berlin.

    Im Sevilla des 18. Jahrhunderts ist es der Graf Almaviva, der mit Hilfe des Barbiers Figaro, einer Frohnatur, das Herz der schönen Rosine erobern will. Die Angebetete bleibt von dessen Serenaden nicht unbeeindruckt. Doch Rosine wird von Bartolo, einem Arzt und ihr Vormund, streng bewacht, denn er möchte selbst sein Mündel alsbald ehelichen ...


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33905


    (Aus "Alamviva" habe ich mir erlaubt "Almaviva" zu machen.)


    Persönliche Anmerkung:

    Obwohl diese prominente Besetzung (Bartoletti, Alva, Capecchi, Cava) dieses Werk tatsächlich in der DDR aufführte, ist diese Übertragung natürlich viel eher ein Dokument der damaligen italienischen Opernaufführungskunst als der Operninterpretation der damaligen DDR - es interessiert mich daher weniger, zumal man die noch einmal namentlich aufgeführten Künstler mit ihren jeweiligen Rollen- bzw. Werkinterepretationen ja leicht in anderen Aufnahmen bekommt.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun der letzte "Barbier":


    BARBIER VON SEVILLA, DER (INSZENIERUNG 70ER JAHRE) (1971)

    Fernsehaufführung einer Komischen Oper von Gioacchino Rossini

    Libretto: Cesare Sterbini

    Bühnenbild und Kostümentwürfe: Achim Freyer

    Kostümgestaltung: Christine Stromberg

    Masken: Richard Hornig

    Technische Leitung: Günther Oppel

    Inszenierung: Ruth Berghaus

    Redaktion Johannes Reuther

    Tonregie: Wolfram Pagels

    Fernsehregie: Georg Mielke

    Personen und ihre Darsteller:

    Graf Almaviva (Peter Schreier), Bartolo, Doktor und Vormund Rosines (Reiner Süß), Rosine, sein Mündel (Renate Krahmer), Figaro, Barbier (Wolfgang Anheisser), Basilio, Musiklehrer (Siegfried Vogel), Marzelline, Haushälterin bei Bartolo (Gertraud Prenzlow), Fiorillo, Diener Almavivas (Horst Hiestermann), Ambrosio, Diener Bartolos (Jürgen Dahms), ein Offizier (Heinz Reeh), ein Notar (Jürgen Dahms), Musiker und Soldaten.

    Es spielt die Staatskapelle Berlin, musikalische Leitung: Otmar Suitner. Chöre: Siegfried Völkel

    Sendedaten:

    26.12.1971 II. PR. Erstausstrahlung; 29.09.1972 I. PR. Wiederholung.

    Inhalt:

    Auch an den Weihnachtstagen des Jahres 1971 setzte der DFF seine gute Tradition fort, seinen Zuschauern eine klangvolle und unterhaltende Opernaufführung zu präsentieren, in diesem Falle mit der Inszenierung des „Barbier von Sevilla“ mit dem Enesemble der Deutschen Staatsoper Berlin.

    In der Zeitschrift „FF dabei“, Nr. 52/1971, Seite 30, wird dazu kurz angemerkt:

    „Rosine (Renate Krahmer), dem Mündel des ältlichen Dr. Bartolo, ist die Liebe begegnet. Durchs Fenster ist sie gekommen, auf den Tönen des Ständchens, das der junge Graf Almaviva dem Mädchen sang.

    Rosine, bisher von ihrem Oheim eigennützig bedrängt, findet zu sich selbst. Mit List siegt die Liebe über den Zwang, siegt Jugend über verständnisloses Alter. Für das gute Ende steht der stets pfiffige Figaro ein.“


    Quelle:

    http://www.fernsehenderddr.de/…onsblatt-detail&id1=33641


    Persönliche Anmerkung:

    Wie viele andere war ich hocherfreut über die Ankündigung des damaligen ARD-Digitalsenders 1-festival, 2005 anlässlich des 70. Geburtstages von Peter Schreier im Rahmen einer "Peter-Schreier-Nacht" die Fernsehaufzeichnung (1971) der legendären Berghaus-Inszenierung vom Rossini-"Barbier" auszustrahlen - und wie viele war ich enttäuscht, dass nur der 1. Akt ausgestrahlt wurde, nicht aber der 2. Akt. Vor ein paar Jahren habe ich (sicher auch nicht als erster) noch einmal den 2. Akt angefragt und die Antwort erhalten, dass dieser leider nicht mehr existiere. Das ist besonders schade, weil gerade die "Musizierstunde" und die ganze Alonso-Klamotte ein absoluter Höhepunkt dieser Inszenierung war, aber auch die Sturmszene war höchst sehenswert. Ich fürchte, dass der 2. Akt dieser Fernsehaufzeichnung unwiderbringlich verloren ist, aber genau weiß man das natürlich nie.


    Hier zum Trost der 1. Akt:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"