Beiträge von Melomane

    Bei Carlos Kleiber gibt es in der Musikkritik schon eine gewisse Tendenz zur kultischen Verehrung.

    Das mag schon stimmen, was sicher auch an seiner besonderen Persönlichkeitsstruktur liegt, die viel Raum für Phantasie ließ und noch immer lässt. Ich muss aber gestehen, dass ich beim gestrigen Neujahrskonzert ob der von Barenboim bräsig und espritlos dargebotenen "Fledermaus"-Ouvertüre wehmütig an Carlos Kleiber und das Feuerwerk, das er in seiner Studio-Aufnahme dort abbrennt, denken musste.

    Asiaten sind auch "Weiße" und spielen in vielen europäischen Spitzenorchestern.

    Bei den Wiener Philharmonikern ist allerdings kein einziger asiatischstämmiger Musiker bzw. keine einzige Musikerin mit dieser Herkunft Mitglied. Und das ist insbesondere auch angesichts der hohen Anzahl der an den Wiener Hochschulen ausgebildeten Instrumentalmusiker*innen aus China, Japan oder Korea ein zu großes Missverhältnis, als dass ich bereit wäre, hier an Zufall zu glauben.

    Die Altistin Gwendolyn Killebrew, von 1976 bis 2006 Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein, ist am 24. Dezember 2021 im Alter von 82 Jahren (Die Rheinoper schreibt in ihrer Pressemitteilung 80, aber meines Wissens wurde sie am 26. August 1939 geboren.) gestorben:


    https://www1.wdr.de/kultur/kul…lebrew-gestorben-100.html


    1988 wurde sie zur Kammersängerin, 2011 zum Ehrenmitglied des Hauses ernannt.

    Einem breiten Publikum wurde sie als Waltraute in der Fernsehaufzeichnung des Bayreuther Chéreau-„Rings“ bekannt:


    Eigentlich hatte ich erwogen, heute den Tenor Erwin Wohlfahrt hier zu nennen, von dem ich sicher weiß, dass er sowohl an der Komischen Oper als auch an der Staatsoper Berlin gesungen hat - nur leider habe ich keinen Beleg dafür, dass er auch mal an der Städtischen Oper Berlin (in den 1950er Jahren) oder an der Deutschen Oper Berlin (in den 1960er Jahren) aufgetreten ist.

    Kann jemand weiterhelfen bzw. weiß jemand etwas darüber?

    Das habe ich damals offensichtlich überlesen: Erwin Wohlfahrt sang am 1. März 1967 in der Premiere "Siegfried" (Musikalische Leitung: Lorin Maazel, Inszenierung: Gustav Rudolf Sellner, Ausstattung: Fritz Wotruba) an der Deutschen Oper Berlin den Mime. Wolfgang Windgassen war der Siegfried, Josef Greindl der Wanderer, Gladys Kuchta die Brünnhilde, Gustav Neidlinger der Alberich, Peter Lagger der Fafner, Gladys Kriese-Caporale die Erda sowie Erika Köth der Waldvogel.

    Weil diese sehr schöne Rubrik wieder einmal nach oben geholt worden ist, würde ich gerne auch mal wieder einen Namen beisteuern:

    Es handelt sich um den Bassbariton Matthias Goerne.

    An der Komischen Oper sang er Anfang/Mitte der 90er Jahre in einer Wiederaufnahmeserie der Kupfer-"Bohème" den Marcello.

    An der Deutschen Oper sang er im April 2007 den Kurwenal in einer Wiederaufnahme-Serie "Tristan" der Götz-Friedrich-Inszenierung. Neben ihm sangen Gabriele Schnaut, Christian Franz, Hans-Peter König und Petra Lang, es dirigierte Peter Schneider.

    An der Staatsoper sang er Anfang der laufenden Spielzeit den Pizarro in "Fidelio" und war im laufenden Monat als Sarastro in der Schinkel-"Zauberflöte" zu erleben.

    Da muss ich dann leider doch sagen, dass dies ein schwerer handwerklicher Fehler ist.

    Ich muss gestehen, dass ich Leute zutiefst bewundere, die entscheiden können, ob eine Inszenierung handwerklich gut oder schlecht gearbeitet ist, ohne sie gesehen zu haben.

    Es könnte natürlich auch daran liegen, dass der User "Dr. Pingel" die Begriffe ein wenig durcheinander haut. Ob es in einer "Katja"-Inszenierung einen Fluss gibt (oder in einer "Jenufa"-Inszenierung eine Mühle oder in einer "Füchslein"-Inszenierung einen Wald), ist eine konzeptionelle und keine handwerkliche Entscheidung. Das Handwerk kommt ins Spiel, wenn dieses Konzept auf die Bühne gebracht wird. Wie ein Auftritt gestaltet wird, wie der Theaterapparat beherrscht wird, ob eine szenische Aktion für den Zuschauer gut sichtbar und nachvollziehbar ausgeführt wird und ob die konzeptionellen Gedanken sich in der Bühennhandlung für jedermann erkennbar widerspiegeln, das sind handwerkliche Fragen.

    Und wie man darüber urteilen will, wenn man die Bühneninszenierung nicht kennt, ist mir zumindest völlig schleierhaft. Übrigens hört man den Fluss in der "Katja"-Musik schon bei der sehr oberflächlichen Beschäftigung mit dem Werk. Man kann also davon ausgehen, dass die Regisseurin die Entscheidung sehr bewusst gefällt hat, ihn nicht auf der Bühne zu zeigen. Ich habe schon sehr überzeugende "Katja"-Inszenierungen ohne Fluss gesehen, so wie ich auch schon sehr überzeugende "Jenufa"-Inszenierungen ohne Mühle gesehen habe (andersherum natürlich genau so). Es ist also kein ästhetisches Kriterium für Gelingen oder Misslingen, ob diese Dinge eins zu eins auf die Bühne gebracht werden. Und schon gar nicht hat es irgendetwas mit Handwerk zu tun. Daher danke ich "Hans Heukenkamp" sehr für seinen anschaulichen Bericht, den ich mit wesentlich größerem Gewinn gelesen habe, als belehrende Ausführungen selbst ernannter Experten, die angeblich genau wissen, wie etwas zu sein hat und die Inszenierungen nur vom Hörensagen her beurteilen.

    Ich hatte Anna Lapkovskaja zwar noch nicht als Dalila, aber in verschiedenen anderen Partien und kann nur sagen, dass sie eine sehr gute Sängerin mit einem überragenden Material ist und mit ihrer üppigen Stimme und beeindruckenden Tiefe eher dem entspricht, was man normalerweise von einer Dalila erwartet als das bei Garanca der Fall ist. Die hatte ich vor zwei Jahren und war mäßig begeistert. Ob Schager nun unbedingt ideal im französischen Fach ist, sei einmal dahingestellt... (In der Premierenserie hat das Brandon Jovanovich gesungen und das sehr gut.) Die Inszenierung ist gewaltiger Kitsch, aber es gibt viel zu sehen. Da das Stück kein gewaltiges Deutungsgefälle hat, hat es mich überraschend wenig gestört, dass das szenische Geschehen von keines Gedankens Blässe angekränkelt ist.

    Man möchte öffentlich schon nicht mehr zugeben, geimpft zu sein, denn Beschimpfungen und Beleidigungen wären eine mögliche Folge.

    Das dürfte eine Frage des Umfeldes sein, in dem man sich bewegt. Mich hat jedenfalls noch niemand beschimpft, weil ich geimpft bin. Allerdings wäre es mir auch ziemlich gleichgültig, falls das geschehen sollte und hätte auf meine Position zu diesem Thema keinen großen Einfluss.

    Da du Sahra Wagenknecht ins Spiel bringst, muss allerdings hier erwähnt werden, dass ihre populistische Verbreitung von Halb- und Unwahrheiten beim Thema Impfen nicht gerade dazu beigetragen hat, diesen Diskurs zu befrieden.

    Wenn Björn Höcke nach Saudi-Arabien auswandert, weil dort die Unverträglichkeit differenter religiöser Vorstellungen vorgelebt wird (man siehe den Krieg mit Jemen) soll mir das recht sein!

    Das ist ein Vorschlag, der mir sehr sympathisch ist!

    Ich stelle mir vor, nach Saudi-Arabien auszuwandern, weil es mir in D nicht mehr gefällt, und ich wollte dort Kirchenglocken hören. Undenkbar.

    Kultur- und Religionskreise lassen sich schlecht mischen.

    Der erste Satz klingt in seiner etwas unbeholfenen Argumentation ein bisschen so, als fändest du die Staatsform in Saudi-Arabien vorbildhaft. Eine andere sinnvolle Motivation fällt mir jedenfalls nicht ein, warum du die dortigen Gegebenheiten heranziehst, wenn es um Vorgänge in Europa geht.

    Der letzte Satz hingegen könnte inhaltlich gut von Björn Höcke stammen und enthält in kurzer und präziser Form einige der Kernpunkte völkischen Denkens.

    Daniel Frank hat den kompletten 3. Aufzug gesungen!!!!! Keine schauspielerischen Ausdrücke wie Rufen usw., die oft zu hören sind um stimmliche Schwächen zu überbrücken.

    Ich finde es sehr schön, dass einmal darauf hingewiesen wird, was für eine herausragende Leistung es ist, einen dritten Aufzug "Tristan" so abliefern zu können wie es Daniel Frank getan hat. Und wer schon mehrere "Tristane" erlebt hat, und dementsprechend weiß, wie oft das nicht gelingt, wird das auch entsprechend einordnen und honorieren können.

    Übrigens hatte ich nicht geschrieben, dass ich die Inszenierungen nicht gesehen habe. Lesen muss man schon können. :)

    Na ja, Siegfried wird gerade das erste Mal vor Publikum gespielt, Götterdämmerung hatte vor zwei Wochen Premiere und du schreibst gerade in gefühlt jedem thread, zur Zeit kein Opernhaus zu besuchen, da ist das kein so schwieriger Analogieschluss.

    Ich habe dir im übrigen nicht gedroht, passe aber gerne meinen Beitrag auf deine Löschung an.

    Dazu noch in einer läppischen und völlig überflüssigen Inszenierung.

    Als läppisch und überflüssig empfinde ich persönlich eher Urteile über Inszenierungen von Personen, die diese gar nicht gesehen haben...

    Wenn die Kenntnisse der Materie, die du dir selbst attestiert, auf solchem dünnen Fundament beruhen, ist es kaum verwunderlich, dass solche Vorschläge in der Praxis auf wenig Resonanz stoßen.

    Nein, es muss - wie in Berlin - ein neuer "Ring" sein.

    Jeder, der sich ein bisschen mit der Materie auskennt, weiß, dass sich ein Projekt dieser Größenordnung, das Jahre vor Corona geplant wurde, nicht einfach so verschieben lässt. Was hätte die Deutsche Oper deiner Ansicht nach tun sollen? Das ganze abblasen, das Geld, das dafür im Vorfeld ausgegeben wurde (im Falle eines Ringes mehrere Millionen) durch den Rauch schicken und auf 10 bis 20 Jahre keinen "Ring" im Repertoire spielen zu können (der Friedrich-"Ring" wurde nach der letzten Serie entsorgt)? Das wäre künstlerisch wie finanziell ein totaler Wahnsinn.

    Ich hätte mir vorstellen können, dass eine Überarbeitung aufgeführt wird, weil die Schutzmaßnahmen nicht mehr eine so radikale Aufteilung und Verkleinerung des Orchesters erfordern. Vielleicht traue ich den Theaterbetreiben aber auch zu viel Spontanität zu.

    Warum sollte ein Theater eine Fassung, die sie für viel Geld in Auftrag gegeben hat und die - so sagt es eigentlich fast jeder, der sie erlebt hat - interessante neue Einsichten in das Werk bietet, bei erster Gelegenheit durch das ersetzen, was man auch in jedem anderen Theater zu hören bekommen könnte?

    Wie die Deutsche Oper am Rhein mitteilt ist der Bassbariton Bodo Brinkmann am 1. September 2021 im 79. Lebensjahr verstorben. Er war insbesondere in den großen Wagnerpartien seines Faches dem Haus in seiner über 20 Jahre währenden Ensemblezugehörigkeit eine unverzichtbare Stütze.

    Meines Wissens war bereits in den 90er Jahren eine Dirigentin an einem Berliner Opernhaus fest angestellt: Simone Young als Assistentin Daniel Barenboims.

    Der britische Opernregisseur Graham Vick ist am 17. Juli 2021 im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Covid-Infektion verstorben. Er war über die letzten 30 Jahre hinweg ein Gast an beinahe allen großen Opernbühnen. Ein besonderer Schwerpunkt seines Wirkens in letzter Zeit war Italien, wo er viele Werke aus den unterschiedlichsten Repertoire-Richtungen auf die Bühne brachte. Darüber hinaus war er künstlerischer Leiter der Birmingham Opera Company.


    https://operawire.com/obituary…r-graham-vick-dies-at-67/

    Das Musiktheater im Revier vermeldet den Tod von Mario Brell. Er wurde 85 Jahre alt. Über Jahre hinweg war er eine Stütze des Hauses und sang beinahe alle Fächer, die man als Tenor singen kann. Ich bin froh, seinen letzten Auftritt am Haus live erlebt zu haben. Im November 2019 brillierte er in Dietrich Hilsdorfs Inszenierung der "Sache Makropoulos" und hatte als Hauk-Sendorf noch mal einen großen Publikumserfolg. Hier äußert er sich zu seiner Partie:


    Stimmt auch wieder, lieber Stimmliebahber! Andererseits, man möchte soetwas einfach nicht stehen lassen. Deshalb mein Vorschlag an die Moderation: Bitte die Beiträge #27, #28 und #32 als zumindest nicht zum Thema gehörige Meinungsäußerungen bitte gerne löschen.

    Ich schließe mich dieser Ansicht an, solch platter Sexismus sollte in einem seriösen Klassilforum keinen Raum haben.