Beiträge von Melomane

    Ich habe Salsi als Renato und als Jago live erlebt, beide Male hat er mir nicht sonderlich gut gefallen. Die Stimme ist aus meiner Sicht eher lyrisch gelagert, durch sein drahtiges Singen versucht er wettzumachen, was ihm an natürlichem dramatischen Applomb fehlt. Klanglich führt das zu keinen sehr schönen Ergebnissen. Mit den zu früh erzwungenen dramatischen Partien wie dem Jago tut er sich m. E. keinen Gefallen. Darüber hinaus ist er ein sehr mäßiger Gestalter. Dass er dieses Jahr ernsthaft in einer Salzburger Neuproduktion als Boccanegra angesetzt wird, halte ich für äußerst fragwürdig, auf der anderen Seite zeigt es einmal mehr, dass es an großen Persönlichkeiten im italienischen Baritonfach zur Zeit doch sehr mangelt.

    Nun habe ich den Herren Theoretikern wohl wieder einen Grund gegeben, über mich herzufallen, wie ich aus den vielen Zuschriften ersehen kann.

    Darf ich fragen, worin dein praktischer Beitrag zum Theater liegt, der dich von der Schar der Theoretiker unterscheidet ? Oder um es anders zu formulieren: Äußerungen zum Thema "Theater", die - so wie deine - ein gewisses theoretisches Niveau nicht überschreiten, sind deswegen noch lange keine Praxis.

    und häufig weltfremd

    Die weltfremdeste Theater-Theorie, die mir bekannt ist, ist im übrigen die eines gewissen "Gerhard Wischniewski", der im Musiktheater immer und immer wieder auf das Libretto als Referenzpunkt pocht und dabei völlig außer Acht lässt, dass es zum einen in der Oper eine weitere wichtige Kunst, nämlich die Musik gibt und zum anderen leugnet, dass zur Realisierung von Libretto und Partitur eine weitere Kunst, nämlich die Inszenierung, nötig ist. Diese Auffassung deshalb so weltfremd, weil sie alle Überlegungen der Theaterwissenschaft der letzten 150 geflissentlich ignoriert und darüber hinaus sich auch auf keine tatsächlichen Theaterbesuche stützt. Eitel ist sie, weil sehr berechtigte Einwände immer wieder brüsk und nassforsch zur Seite gewischt werden, wobei Argumente dabei kaum zur Anwendung geschweige denn zum Austausch kommen.

    Übrigens habe ich nie ein Problem mit der Stasi gehabt, kenne aber auch meine Akte nicht, weil mich das nicht interessiert.

    Das ist natürlich ein schlagender Beweis dafür, dass an der DDR nichts auszusetzen war. Es lebe die Objektivierung des eigenen Standpunktes! Grauenvoll, dass von Individuen, die von den West-Alliierten gehirngewaschen wurden, nach wie vor behauptet werden darf, dass die Stasi etwas Ungutes war und das, obwohl der User "La Roche" nie Probleme mit der Stasi hatte, was ja bekanntlich das einzig wahre Kriterium bei der Einordnung historischer Vorgänge ist.

    Die letzte die ich gesehen habe war in Frankfurt mit einem hervorragenden Paul von Burkhard Fritz, auch Klaus Florian Vogt war sehr gut, die Marie/Mariettas war Nicola Beller Carbone, jedoch war.später Tatjana Pavlovskaya dann die bessere Marie/Marietta!

    Ich habe die Frankfurter Produktion in einer Serie im Oktober 2015 erlebt. Die damals noch unbekannte Sara Jakubiak sang damals Marie/Marietta ganz hervorragend. David Pomeroy sang den Paul zwar sehr souverän, war darstellerisch allerdings fast nicht vorhanden.

    Ich habe Norbert Schmittberg 2006 an der Deutschen Oper Berlin mit der Partie erlebt, da konnte er sie rein vokal nicht mehr bewältigen und hat alle hohen Töne im Falsett gesungen bzw. oktaviert. Ich habe es als ein sehr schmerzhaftes Erlebnis in Erinnerung. Zum Schluss wurde er ausgebuht.

    Im selben Jahr war er als Cover von Torsten Kerl in der gleichen Partie mit einer Vorstellung im Vertrag am Gran Teatro del Liceo engagiert. Er musste nach 20 min abbrechen, Kerl sang die Vorstellung zu Ende.

    Ich wähne mich zu erinnern, dass Frau Ernman um die Jahrtausendwende in der "Figaro"-Inszenierung von Thomas Langhoff an der Staatsoper Berlin als Cherubino aufgetreten ist, wenn auch nicht als Premieren-Besetzung.

    Ich erinnere mich sehr gut, dass sie das einige Male gesungen hat. Premierenbesetzung war Patricia Risley.

    Mal abgesehen davon, dass er schon physisch nicht die Statur für diese Rolle hat, fand ich das stimmlich einfach nur enttäuschend.

    Was ist den die richtige Statur für den "Ritter von der traurigen Gestalt"? Wenn man Illustrationen aus der Cervantes-Zeit zugrunde legt, sieht man meist einen großen, hageren Ritter neben einem kleinen, dicken Sancho Pansa. Das ist Esposito natürlich nicht, ein eher bulliger Typ wie Christoff entspricht dem allerdings auch nur bedingt. Ich meine mich zu erinnern, dass im Roman sehr häufig Bezug auf die dünnen Beine des Ritters genommen wird. Die Frage ist aber, ob man das in der Oper unbedingt so genau nehmen muss.

    Wenn ich da vor dem Nabucco gewarnt werde von Leuten, die das im Rahmen ihres Anrechtes sehen mußten, ist deren Meinung für mich authentischer als Dein Gekäse und Gehetze.

    Das wirklich praktische daran, dass man diese - nicht besonders ergiebige - Diskussion in diesem thread zur Gänze nachlesen kann, ist dass jeder Leser relativ einfach nachlesen kann, wer in diesem Thread der wahre Hetzer ist:

    Dieser Nabucco ist furchtbar, kaputt wie das ganze Land.

    Vielleicht hat ihn dieser fürchterliche RT-Schinken in Dresden einfach nur abgeschreckt? Er kann sich das ja leisten, andere nicht.

    So und nicht anders wird es sein! Der fürchterliche RT-Schinken hat ihn vor einer Woche nach der Pause abgeschreckt und gestern nicht. Überhaupt ist es hervorragend, dass hier einmal festgestellt wird, dass das Regietheater an allem Übel der Welt Schuld ist, so natürlich auch an einer Indisposition von Herrn Domingo. Noch besser ist aber, dass ein großer Kenner wie der User "La Roche" bezüglich einer Inszenierung, die er selbstverständlich nicht gesehen hat, festlegt, dass sie ein "fürchterlicher RT-Schinken" ist. So einer gewaltigen Autorität soll dann hier bitte auch niemand mehr widersprechen, schon gar nicht jemand, der die Inszenierung tatsächlich gesehen hat. Wo kämen wir schließlich hin, wenn sich jeder äußert?

    Nun ja. Zwischen der Wiedervereinigung und dem Amtsantritt von Katharina Wagner lagen zwar immerhin 18 Jahre und trotzdem ist die arme Urenkelin daran Schuld, dass "Ramona1956" und ihr Gatte nie eine Aufführung auf dem Grünen Hügel besucht haben. Ansonsten ein wunderschöner Beitrag, der einmal mehr die hohe Kunst der imaginären Opernbesuche und deren Bewertung pflegt: Jemand, der ein bestimmtes Festival genau null mal besucht hat, weiß ganz genau, dass das alles großer Mist ist, was da läuft. Hut ab, kann ich da nur sagen!

    So weit ich mich erinnere, hat Hans Neuenfels nicht Übertitel explizit für "Idomeneo" abgelehnt, sondern eine lange Zeit lang Übertitel generell, weil er nicht wollte, dass der Focus des Zuschauers vom Bühnen geschehen weggeht. Das hat er sich sogar einige Zeit lang in seine Verträge schreiben lassen. Darum waren auch lange die Neuenfels-Inszenierungen der Verdi-Opern an der Deutschen Oper als einzige fremdsprachige Opern nicht übertitelt. Inzwischen musste auch er sich den Gesetzen des Marktes beugen, da Übertitel heute zum internationalen Standard gehören. Seine letztjährige Salzburger "Pique Dame" war natürlich übertitelt, seine Münchner "Manon Lescaut" ebenso.

    Meine Frage, welcher Einzelbeitrag von mir (in welchem Zusammenhang?), wie von Melomane behauptet, von der Moderation gelöscht wurde, ist, wie nicht anders zu erwarten, ohne Antwort geblieben. Aber keine Antwort ist bekanntlich auch eine Antwort!

    So ist das nicht, ich wollte nur nicht weiter hier Öl ins Feuer gießen, nachdem hier etwas Frieden eingekehrt war. Aber da du derart offensiv darum bittest, kann ich dir gerne noch mal auf die Sprünge helfen:

    Ein Beitrag, wo ich es sicher weiß, dass er von einem Moderator gelöscht wurde, ohne dass der ganze thread mitgelöscht wurde, ist der bereits oben erwähnte Beitrag, in dem du "Stimmenliebhaber" aufgrund seiner DDR-Herkunft verhöhnt hast und ihm unterstellt hast, dass er bei Erich Honecker persönlich gelernt hätte. Einen Link zum entsprechenden Beitrag kann ich leider nicht liefern, eben da der Beitrag gelöscht wurde (wahrscheinlich wurde er von "Stimmenliebhaber" oder jemand anderen einem Moderator gemeldet, der dann entsprechend reagiert hat), aber jeder, der dieses Forum aufmerksam liest, wird sich noch gut an diesen abstoßenden, verunglimpfenden Beitrag erinnern.

    So, und das war jetzt mein letzter Beitrag in diesem wirklich höchst überflüssigen thread!

    Und wenn man schon in Belgien ist, dann lohnt sich die Weiterreise in die französische Hauptstadt, wo die Opéra national de Paris gerade das selten gespielte Oratorium "Il Primo Omicidio ovvero Caino" des Barockmeisters Alessandro Scarlatti in einer szenischen Umsetzung zeigt:


    https://www.operadeparis.fr/sa…-19/opera/ilprimoomicidio

    Das Werk erfährt ja gerade eine wahre Renaissance: In der kommenden Saison wird es nicht nur an der Staatsoper Berlin (Übernahme der Castellucci-Produktion aus Paris) sowie am Aalto Theater Essen in einer Neuinszenierung (Dietrich W. Hilsdorf) gezeigt.

    Ich frage mich aber, woher Du das Recht nimmst, meine Ansichten als "Entgleisungen" zu qualifizieren. Das klingt verdächtig nach Zensur! Willst Du das Grundrecht auf Meinungsfreiheit in Frage stellen? Ich entsinne mich nicht, jemals irgendetwas geschrieben zu haben, was nicht der "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" entsprochen hätte. Im übrigen habe ich seit Monaten kein einziges politisches Statement hier abgegeben, gemäß der Forenregel, die damals noch etwas lockerer gehandhabt wurde.


    Nun machst du es dir etwas zu einfach: Deine Beiträge mit - aus meiner Sicht - unsäglichen und in einem Klassikforum völlig deplatzierten politischen Inhalten wurden ja nicht von mir, sondern von den Moderatoren dieses Forums gelöscht, und zwar allein deswegen, weil sie den Forenregeln widersprochen haben. Ich habe das damals sehr begrüßt, nicht weil ich gegen Meinungsfreiheit bin, sondern weil ich für die Einhaltung der Forenregeln bin, die vorsehen, dass politische Themen hier nicht behandelt werden dürfen. Dass du deine politischen Ansichten an anderer Stelle loswirst, will und kann ich keineswegs verhindern, allein deswegen nicht, weil sie mich nicht interessieren. Wenn ich jedoch Beiträge in einem Klassikforum lese, will ich politische Einlassungen nicht lesen. Das hat also nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern damit, was in einem Klassikforum seinen Platz hat und was nicht.


    Ich möchte aber einige Vorwürfe nicht so im Raum stehen lassen:

    Erstens fühle ich mich nicht als "verfolgte Unschuld", sondern ich habe mich lediglich gegen ungerechtfertigte Beleidigungen zur Wehr gesetzt.

    Ich halte das für Fake News: Im thread zu Kurt Böhme hat dich niemand beleidigt, dir ist lediglich in der Sache widersprochen worden. Die Formulierung "sich aufführen wie Rumpelstilzchen" ist keine Beleidigung, weder vor dem Gesetzgeber noch vor den Moderatoren dieses Forums, die an diesem Beitrag nichts zu beanstanden hatten. "Selbstverliebter Egomane" oder "menschliche Null" hingegen ist eine Beleidigung, ob sie justiziabel ist, müsste man im Einzelfall prüfen lassen.


    Was "einige vergangene Diskussionen" angeht, so bitte ich darum, mir zu sagen, wann, wo und wie ich ein Forumsmitglied persönlich angegriffen oder gar beleidigt hätte. Ich habe, wie ich mich sehr genau erinnere, nur auf Angriffe entsprechend reagiert, nach dem Motto: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Ich war in meinem langen Arbeitsleben für meine ausgleichende Art so bekannt, daß man bei meinem Abschied sogar Assoziationen zu meinem Namen hergestellt hat (den ich aber hier außen vor lasse).

    Ich kann mich sehr gut erinnern, dass du eben diesen User "Stimmenliebhaber" vor einigen Monaten persönlich diffamiert hast, indem du auf seine DDR-Herkunft angespielt hast und behauptet hattest, er hätte bei Erich Honecker persönlich gelernt. Glücklicherweise wurde dieser Hetz-Beitrag von einem der Moderatoren, die hier einen guten Job machen und keineswegs überfordert sind, wie du in deiner Mail an den Forenbetreiber suggerierst, gelöscht.

    "Persönliche Verunglimpfungen", die von einigen Usern "Stimmenliebhaber" gerne vorgeworfen werden, lese ich übrigens vor allem in "nemorinos" Austrittserklärung: "selbstverliebeter Egomane", "menschliche Null"...

    Ich habe den entsprechenden thread zu Kurt Böhme noch einmal vollständig durchgelesen und dort - wie ganz offensichtlich die Moderatoren dieses Forums auch - keinen zu beanstandenden Beitrag des Users "Stimmenliebhaber" gefunden. Dass sich "nemorino" als verfolgte Unschuld darstellt, von mir aus, aber ich sehe da keinen Anlass zu, insbesondere, da ich mich an einige vergangene Diskussionen erinnere, in denen er sehr gut ausgeteilt hat. (Viele seiner Entgleisungen insbesondere im politischen Bereich wurden glücklicherweise durch Moderatoren gelöscht.)

    "Stimmenliebhaber" ist für mich ein absolut unverzichtbares Mitglied dieses Forums, weil er sowohl mit Kompetenz als auch mit Herzblut schreibt. Eine Sperrung fände ich völlig unangebracht, zumal ja sowohl der Forenbetreiber als auch die Moderatoren an den entsprechenden Beiträgen vor ein paar Tagen nichts zu beanstanden hatten und das ganze erst jetzt durch "nemorinos" Austritt hochgekocht wurde.

    Im übrigen würde ich es auch nicht überbewerten, dass in diesem Thread diejenigen User gegen "Stimmenliebhaber" argumentieren, die schon häufig mit ihm über Kreuz lagen. Ein Fachforum muss Streitigkeiten in der Sache aushalten, sofern sie auf der Grundlage von Kompetenz geführt werden. Und für diese steht "Stimmenliebhaber" wie kein zweiter.

    Allerdings fehlte dann in der folgenden Szene mit Jago doch Einiges: die Unbeherrschtheit, der zur Raserei der 'Sangue!'-Rufe gesteigerte Jähzorn, der Furor, die Unbedingtheit! Im Duett am Ende des zweiten Aktes konnte sich seine Stimme dann auch nicht wirklich gegen die Jagos behaupten.

    Im dritten Akt war der Mangel an sing-darstellerischer Gestaltung dann eklatant. Keine Frage: es gab prachtvolle Töne, sehr schön gesungene Phrasen - aber der Figur des Otello und ihr Schicksal wurden kaum glaubhaft. Dafür entschädigte dann ein sehr weich und empfindsam gesungener Tod in vierten Akt. Da ahnte man etwas von dem Leiden und dem Elend dieses Menschen...

    Zunächst einmal herzlichen Dank für die ausführliche Stellungnahme zu Soghomonyan, die ich mit Interesse gelesen habe.

    Auch ich war am Sonntag im Konzert und fand es unter dem Strich keine gute Idee, dem jungen Mann zu so einem Anlass diese Partie anzuvertrauen, die ein Gipfelpunkt für jeden Tenor darstellt. Die gestalterischen Mängel waren eklatant, das mag vielleicht bei einem Debüt mit wenigen Proben nicht allzu sehr verwundern. ("Dio mi potevi scagliar" war gähnend langweilig ohne Farben und ohne Anteilnahme.)

    Was ich aber die viel interessantere Frage finde: Wie kann es sein - da deckt sich unser Eindruck völlig - dass man diesen Mann, der über eine riesige Stimme verfügt, neben Herrn Salsi, der auch beileibe kein vokales Feuerwerk abgebrannt hat, im Duett im zweiten Akt nicht hört?

    Ich erkläre mir das so, dass der Fachwechsel, der sicher perspektivisch seine Richtigkeit hat, noch nicht in dem Maße abgeschlossen ist, dass er insbesondere die Mittellage entspannt fluten lassen kann, so dass hier ein natürlicher Klang entsteht. Wenn man mal zurückverfolgt, seit wann der junge Mann das Tenorfach singt, ist das auch nicht sonderlich verwunderlich, dass die Lage, die vor nicht allzu langer Zeit für ihn passaggio war und nun Mittellage ist noch nicht ausreichend gesettelt ist. Mir ging es über weite Strecken so, dass seine Mittellage (anders als seine hervorragende Höhe) über weite Strecken einen fragilen Eindruck machte, einige Töne waren wacklig, viele zu tief.

    Ich kann es gut verstehen, dass der junge Mann ein anderes Fach ausprobieren will und auch den Otello mal singen will. Aber warum um Himmels willen mit den Berliner Philharmonikern und vor einem großen Publikum inklusive Übertragung in der Digital Concert Hall?!? Früher fanden heikle Debüts im geschützten Rahmen statt, jetzt muss so etwas im grellen Licht der Öffentlichkeit geschehen. Natürlich hört man bei Soghomonyan viel Begabung und auch eine individuelle Stimme heraus. Aber die Defizite waren für mich so eklatant, dass ich für diesen Anlass beinahe von einem Totalausfall sprechen würde.

    Mögen die dem reinen Zeitgeist Verfallenen doch denken wie sie wollen!

    Sehr großzügig von dir, dass du Leuten mit einer anderen Meinung als deiner zugestehst, dass sie denken dürfen, was sie wollen. Was sich mir jedoch nicht so ganz erschließt, ist, warum du dich dazu bemüßigt fühlst so eine generöse Erlaubnis für etwas auszusprechen, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit darstellt. Ich dachte bisher immer, es wäre in einer freien Gesellschaftsordnung so, dass jeder denken darf, was er will. Ganz offensichtlich habe ich mich dabei aber geirrt und es bedarf einer Genehmigung von "Gerhard Wischniewski", um so zu denken, wie man mag. Wieder was gelernt!

    Aber sie haben ja noch eine Filiale am Karschhaus, das ist nicht weit. Die ist wohl noch da? Sonst gehe ich fast noch lieber zu Heinemann (Blumenstraße, Kö ist das Hauptgeschäft), das ist das andere Traditionscafe in Düsseldorf und ist vielleicht noch besser - wirklich exquisit, der Konditor! Da kann man auch wirklich sehr gut essen oder frühstücken.

    Ich glaube, dass es auch diese Bittner-Fiale nicht mehr gibt. Die in Meerbusch hingegen existiert noch.

    Klar, Heinemann ist eine absolute Institution, hoffen wir, dass sie uns noch lange erhalten bleibt.

    Ich persönlich trage jedenfalls noch schwer an der Schließung des Stern-Verlages vor ein paar Jahren, aber das ist ein anderes Thema.

    Vielleicht ist der Ochs eine K und K-Partie und kann nur mit östereichischem Charm und Lebensgefühl vollendet gesungen werden.

    Richard Strauss scheint da zumindest anderer Meinung gewesen zu sein, als er die Partie in der Uraufführung mit dem Pfälzer Carl Perron besetzte... Ich muss freimütig gestehen, dass ich mit derartigen Schubladen-Kategorisierungen herzlich wenig anfangen kann, zumal ich sie auch im konkreten Fall auch schon durchaus gegensätzlich erlebt habe: Als ich anfing, mir dieses Werk zu erschließen, habe ich den Ochs des Kölners Kurt Moll jedenfalls deutlich mehr genossen als die polternde Variante des Wieners Kurt Rydl...

    ... so gehe ich da insofern mit, als dass ich glaube, es ist zumeist keine gute Idee ist, einen (in diesem Falle ganz hervorragenden) Regisseur zum Intendanten zu machen. Da liegen die originären Aufgabenfelder vielleicht doch zu weit auseinander!

    Konwitschny war auch nie Intendant der Oper Leipzig, sondern lediglich Chefregisseur.

    Lieber Melomane,

    auf ihrer Webseite hat Josy Santos im Mai/Juni/Juli zahlreiche Vorstellungen. Insofern dürfte zumindest in diesem Zeitraum doch einges von ihr in Hannover zuhören sein.

    Ja, bekanntlich endet die Saison ja auch im Juli. Dann ist Sommerpause und ab der kommenden Spielzeit wird von Frau Santos in Hannover nichts mehr zu hören sein.