Beiträge von Melomane

    Sorry y, ich meinte Osud !!

    In "Osud" hat freilich José Cura nie mitgewirkt, sondern immer nur in den am gleichen Abend stattfindenden "Le villi".

    Bei diesem Doppelabend wurde "Osud" in deutsch (der Hauptrollensänger Jorma Silvasti hatte nicht mit der Sprache zu kämpfen), "Le villi" auf italienisch gespielt, was Cura natürlich auch nicht schwer fiel, da er ja im italienischen Repertoire zu Hause war. Ich verstehe also beim besten Willen nicht, wie man aus diesem Abend ein Plädoyer für oder gegen Originalsprache herleiten will.

    Auch ich bedanke mich für diese Würdigung, ich habe ihn bestimmt um die 30 Mal live erlebt - enttäuscht hat er mich eigentlich nie. Habe ihn immer als eher jugendlichen Sänger wahrgenommen, kaum zu glauben, dass er mittlerweile 60 ist.

    "Capriccio" zählt nicht zu meinen Lieblingsopern. Ich habe das Werk dennoch einige Male an der Wiener Staatsoper live erlebt, damals sang Michael Schade den Flamand, für mich war das eine seiner besten Rollen, so dass ich ihn damit gerne nominieren möchte.

    Als historischen Interpreten nenne ich Anton Dermota, der auf der in mehreren Live-Mitschnitten in dieser Partie dokumentiert ist und dessen etwas larmoyantes Timbre hier gut aufgehoben ist.

    Larin musste sich einige Jahre vor seinem Tod einer Nieren-Transplantation unterziehen. Das hat er in verschiedenen Interviews selbst gesagt. Danach gelang es ihm noch mal, sich auf die Opernbühne zurückzukämpfen. Leider war sein Comeback nicht von langer Dauer. Ob Larin dann an den Folgen dieser Transplantation gestorben ist, ist mir nicht bekannt.

    Auf seinen Max in Berlin hatte ich mich gefreut. Ob er auf die Bühne kommt, weiß ich nicht. Wenn er irgendwo einen Paul sänge, führe ich sicher hin.

    Dafür müsste er bei dieser komplexen Musik allerdings einen Dirigenten (oder einen sehr guten Souffleur) finden, der ihm jeden Einsatz gibt. Ich kann mich sehr gut an eine Frankfurter Aufführung von Strauss' "Ägyptischer Helena" erinnern, wo er, obwohl er die Noten vor der Nase hatte, von Stefan Soltesz nicht nur jeden Einsatz, sondern auch das Ende jeder Phrase angezeigt bekam. Ich habe in meinem Leben sehr viele unmusikalische Tenöre erlebt, aber Schager verdient mit Sicherheit einen Spitzenplatz.

    ...es gibt im Netz einen Hinweis auf die Gesamtaufnahme der Jüdin mit dem Hinweis auf eine Besprechung im "Opernfreund." Wenn Du eingibst Gesamtaufnahme der Jüdin Oper von Halevy unter Kurt Richter, Großes Wiener Rundfunkorchester ORF 1955 kommt dieser Hinweis.

    Ich finde diesen Hinweis nicht. Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du ihn verlinken könntest. Der einzige Hinweis auf eine Aufnahme der Brogni-Arie mit Frick unter Kurt Schröder findet sich in der Playlist einer ORF-Sendung, wobei die dort angegebene Dauer von 4:14 sehr dafür spricht, dass es sich um eine Einzelaufnahme der Arie unter Auslassung der Ensemble- und Choreinschübe handelt (werden diese nicht gestrichen, dauert die Arie länger). Auch ist weder ein Chor noch andere Solisten angegeben. Ich habe daher großen Zweifel daran, dass es sich um einen Teil einer Gesamtaufnahme handelt.

    Zwei "Ratten" kann ich noch bedienen:


    Brigitta ("Tote Stadt"):

    Janina Baechle (mehrmals in Wien erlebt), Maria Pantiukhova (Frankfurt) sowie Ceri Williams (Deutsche Oper Berlin).


    Bei der Aglaja ("Der Idiot") nenne ich neben Anne Therese Moeller auch Ludovica Bello, die die Partie ebenfalls in der Mannheimer Produktion verkörpert hat.

    Dann reduzieren wir doch die Ratten ein wenig....

    Es sind aber alles keine Partien, mit denen mich eine große Leidenschaft verbindet, darum auch keine großen Begründungen.


    Novice:

    John Nuzzo, Benjamin Bruns (beide in Wien erlebt), Cornel Frey (in Düsseldorf erlebt)


    Don Curzio:

    Die Nennungen von Enders und Menzel unterstütze ich. Dazu nenne ich, um ihn in diesem Spiel zu verewigen, Otto Heuer.


    Narr (Wozzeck):

    Auch hier Enders und Menzel, dazu Heinz Zednik in der Breth-Inszenierung.


    Elisabetta (Stuarda):

    Janet Baker auf diversen Mitschnitten, dazu Katerina Karnéus (Staatsoper Berlin) und Sarah Ferede (Duisburg).


    Edgar:

    Brian Hymel, den ich einmal fulminant in einer konzertanten Aufführung in Frankfurt erlebte.


    Christine (Intermezzo):

    Carola Glaser, die ich am Theater an der Wien an der Seite von Bo Skovhus unter Kirill Petrenko live erlebte.


    Leukippos:

    Roberto Saccà, Torsten Kerl (beide DOB), Daniel Behle (Frankfurt ‐ in dieser von mir erlebten Serie sang Peter Marsh kurioserweise den Apollo, bevor er dann in der folgenden den Leukippos sang.)


    Kundrad (Feuersnot):

    Dietrich Henschel (live erlebt an der Volksoper)


    Die Nennung von Thomas Berau als Oberpriester in Alceste unterstütze ich und nenne ihn zusätzlich auch als Faust in der Schumann-Vertonung.


    Fischweib:

    Gabriela Maria Schmiede (an der KOB erlebt)


    Totenrichter:

    Jens Larsen (ebenfalls KOB)


    Doktor Schön:

    Michael Volle, Stephen West (Staatsoper Berlin), Franz Grundheber (Deutsche Oper Berlin)


    Andrej Chowanski:

    Christopher Ventris (in Wien erlebt), Mati Turi (in Stuttgart erlebt)


    Roberto Devereux:

    José Bros (in Wien erlebt)

    Für den Jim Mahoney nenne ich drei live erlebte Interpreten, die die für die Figur essentielle Naivität auf der Bühne gut erfahrbar gemacht haben:

    Robert Dean Smith (DOB), Robert Brubaker (DOB) sowie Kor-Jan Dusseljee (KOB).

    Bei der Jenny liegt der Fall etwas komplizierter, sehr viele haben mich live nicht überzeugt, die beste war dann doch Nicola Beller Carbone (DOB).

    Bei der "Wally" beschränke ich mich, um einmal andere Namen als die unvermeidliche Tebaldi ins Spiel zu bringen auf live erlebte Interpretinnen und nenne (in genau dieser Reihenfolge): Ludmila Slepneva, Galina Shesterneva (beide live erlebt in Tilman Knabes Mannheimer Inszenierung) sowie Astrid Kessler (live erlebt in deutscher Sprache an der Volksoper).

    Neue Rolle Kardinal Brogni " Die Jüdin" Halévy


    Sängerlieblinge:


    Gottlob Frick: Gesamtaufnahme 1955

    Gibt es wirklich eine Gesamtaufnahme des Werkes mit Gottlob Frick? Mir sind zwar verschiedene Einspielungen der Arie mit ihm bekannt, aber ich muss gestehen, dass ich ihn bisher noch nie mit einem weiteren Ton der Partie gehört habe. Es findet sich im Netz auch kein Hinweis auf diese Gesamtaufnahme. Sollte es sie tatsächlich geben, wäre ich brennend daran interessiert, sie zu hören.

    Als meine Favoriten in dieser Partie nenne ich übrigens Dmitri Ulyanov (live erlebt in Gent), Jerome Varnier (live erlebt in Straßburg) sowie Peter Mikulas (live erlebt in Bratislava).

    Die Oper der Kaiser von Atlantis von Victor Ullmann kenne ich nur dem Namen nach, Wir gratulieren von Herrn Weinberg, Romeo und Julia von Boris Blacher sowie der Puppenspiel von Manuel da Falla überhaupt nicht. Ob man mit dem Prorgamm das Publikum wieder ins Theater locken kann ? Und dann gibt es noch die Comedian Harmonist in Concert, die gibt es aber mittlerweile auch an fast allen Opernhäusern.

    Also die einen Opern passen nicht, weil du sie nicht kennst, das andere passt nicht, weil es auch an fast allen anderen Opernhäusern gespielt wird. Ich muss gestehen, dass ich ungern in der Haut desjenigen Opernhauses stecken möchte, das es dir recht machen muss. Unter den Opern, die du nicht kennst sind übrigens einige dabei, die von so hoher Qualität (und Bedeutung für die Gattung Musiktheater) sind, dass höchste Zeit wird, diese Lücken einmal zu schließen. Aber das ist selbstverständlich nur meine persönliche Meinung.

    Heute möchte ich mich gerne am Escamillo aus "Carmen" beteiligen.


    Folgende Sänger sind meine Favoriten:


    1. Ernest Blanc: Sucht man nach der perfekten Mischung aus Testosteron und französischer Gesangstechnik führt an diesem Sänger kein Weg vorbei. Insgesamt liebe ich die Beecham-Aufnahme des Werkes heiß und innig, darum sei sie hier verlinkt:


    2. José van Dam- Der edelste aller Toreros, stilistisch spielt der belgische Bass eindeutig in einer eigenen Liga. Perfekter Gegenpol zu Domingos veristischem Don José auf der Solti-Aufnahme, aus der hier das Torero-Lied verlinkt werden soll:


    3. Live habe ich viele verschiedene, zum Teil auch sehr prominente Vertreter erlebt. Nennen möchte ich hier Thomas Berau, Stütze des Ensembles am Nationaltheater Mannheim, der auch diese Partie in der von ihm gewohnten hohen Qualität verkörpert hat. Man kann ihn sogar in dieser Partie verlinken, muss allerdings auf ein etwas kurioses Video zurückgreifen. Im Jahr 1995 trat er im ZDF bei Dieter Thomas Heck als junger Mann (noch unter seinem bürgerlichen Namen Thomas A. Bauer) in einem Carmen-Medley auf. Mag die Präsentation der Ausschnitte aus Bizets Oper geschmacklich in puncto Kostüme und Arrangement auch hart an der Grenze sein, gut gesungen hat er das damals auf alle Fälle:

    Die wenigsten Zuschauer /Zuhörer werden sich mit einem Klavierauszug beschäftigen oder Noten kennen.

    Ok. Wenn das die Grundlage ist, auf der in diesem Thread diskutiert wird, bin ich hier leider raus. Dazu ist mir die Zeit dann doch zu schade. Frohes Schaffen weiterhin!

    Falsch! - nicht wie ich es nur anders kenne, sondern richtigerweise - wie es wohl die überwiegende Mehrheit heutzutage nicht anders kennt.

    Ich wüsste nicht, was an meiner Aussage falsch sein sollte. Nicht haltbar hingegen ist deine Behauptung, dass "die überwiegende Mehrheit" das nicht anders kennen würde. Jeder, der in den Klavierauszug schaut und Noten lesen kann, weiß, was Puccini geschrieben hat. Dass du nicht zu dieser Gruppe von Leuten, die sich dem Stück auf diese Art und Weise nähern, gehörst, beweist noch lange nicht irgendwelche Mehrheitsverhältnisse. Darüber hinaus bin ich - offensichtlich im Gegensatz zu dir - der Meinung, dass Puccini, insbesondere in seiner kompositorischen Reifephase, ein derart hervorragender Komponist war, dass er in der Lage gewesen wäre, die andere Variante zu schreiben, wenn er sie für die bessere gehalten hätte. Meines Erachtens braucht es keine "Verbesserungen", Puccini war ein Genie, was man hingegen nicht über jeden Tenor sagen kann, der gerne lange hohe Töne hält.

    Zu recht, großer euphorischer Beifall für "Nessun dorma". Sehr gut und wie man es nicht anders kennt - die beiden lang gehaltenen Schlußtöne,

    auch wenn sie so nicht in den Noten stehen.

    Vielleicht solltest du richtigerweise sagen: "...wie ich es nicht anders kenne." Du solltest nämlich nicht davon ausgehen, dass alle, die hier mitlesen, keine Aufnahmen aus der Entstehungszeit des Werkes oder der unmittelbareren Zeit danach kennen. Da war es nämlich völlig üblich, sich an die von Komponisten intendierten Notenwerte zu halten und die von dir beschriebene Aufführungstradition war noch nicht so verbreitet wie heute. Wenn du mal hören willst, wie es so klingt, wie Puccini es komponiert hat, kannst du das hier tun:


    Als heutige neue Rolle für mich bringe ich den Grafen aus Schrekers Fernem Klang ins Spiel. Hier habe ich drei Favoriten, die die Partie alle mit wunderbaren italienisch fokussierten, sonoren und farbenreichen Stimmen gesungen haben:


    2) SUNG HA (live erlebt in Mannheim).

    Lieber „lustein“,


    hier ist dir ein kapitaler Bock unterlaufen: Sung Ha, in Mannheim erster Bassist am Haus, der u.a. Gurnemanz, Hunding, König Philipp, Sarastro, Brogni oder König Heinrich gesungen hat, hat selbstverständlich nicht die für einen Kavaliersbariton komponierte Partie des Grafen, sondern Gretes Vater Graumann sowie den Baron verkörpert. Übrigens fand ich Ha im deutschen Fach immer wesentlich überzeugender als im italienischen, was durchaus dagegen sprechen dürfte, seine Stimme „italienisch fokussiert“ zu nennen (was auch immer das heißen soll). Den Grafen (sowie den Schmierenkomödianten und Schauspieler) verkörperte in Mannheim Raymond Ayers. Der sets mit Übedruck singende und sich auf der Bühne affektiert gebende Ayers war nie mein Fall, so dass ich ihn für die Partie des Grafen nicht nennen möchte. Ich nominiere statt dessen Hanno Müller-Brachmann (live erlebt an der Staatsoper Berlin) sowie den einmal von der Seite singenden (während Regisseur und Intendant Peter Mussbach sehr unbeholfen auf der Bühne agierte) Klaus Häger.

    Lieber Ralf Reck,


    darf ich hier nochmal nachfragen, ob du dich nicht vielleicht irrst? Ich habe die "Ariadne" 2012 in Hamburg gesehen, damals sang Pieweck die Najade, nicht die Ariadne. Ich kann zwar nicht ausschließen, dass es ein Jahr später anders war, aber da du dich hier schon ein paar Mal geirrt hast, frage ich lieber nochmal nach, ob es wirklich die ariadne und nicht etwa die Najade war. :hello:

    Pieweck hat definitiv in einer späteren Serie der Produktion die Ariadne gesungen.

    Hiestermann sang hingegen sogar bis 1997...

    Peper war übrigens sowohl im "Rheingold" als auch im "Siegfried" der auserkorene Hierstermann-Nachfolger und als solcher auch in der Jahresvorschau 97/98 angekündigt. Von der anspruchsvollen Partie im "Siegfried" nahm Peper allerdings Abstand (ich meine mich dunkel zu erinnern, dass er damals auch mal eine längere Zeit erkrankt war) und sang die Partie dann in der Folge nur im "Rheingold" (von der Partie im "Siegfried" nur die Ausschnitte im Loriot-Ring) und Harper war über einige Zeit hinweg der Standard-Mime im "Siegfried".

    Sehr gerne beteilige ich mich an der Titelpartie in Henzes "Der Prinz von Homburg":


    1. Dietrich Henschel - Ihn erlebte ich in der Götz-Friedrich-Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin. Aus meiner Sicht war die Partie ihm wie auf den Leib geschneidert, bei keinem anderen mir bekannten Rolleninterpreten erzählte sich der der Figur innewohnende Idealismus so gut wie bei ihm.


    2. Christian Gerhaher - Eine seiner besten Partien, ich habe ihn 2009 am Theater an der Wien in Christof Loys Inszenierung damit live erlebt. Er legte die Rolle eher als zweifelnder Intellektueller an, der an den Wertmaßstäben der großen Politik beinahe zerbricht.


    3. Francois Le Roux - Ist auf der auf DVD festgehaltenen Münchner Lehnhoff-Inszenierung unter Wolfgang Sawallisch ein kompetenter Vertreter der Partie, wenngleich ihm das "gewisse Etwas" der beiden zuvor genannten Interpreten etwas fehlt.