Beiträge von Melomane

    Ein konkretes Beispiel: Im November reise ich nach Berlin, um die ausserordentliche Sängerdarstellerin Ermonela Jaho als Butterfly zu erleben und freue mich, dass dies in den wunderschönen Bühnenbildern von Pierluigi Samaritani, dem ich auch den besten Werther meines Lebens verdanke, stattfinden wird.

    Jaho hat die "Butterfly" im November in Berlin abgesagt, Elena Guseva übernimmt.

    Nach 12 Beiträgen hier so eine arrogante Haltung einzunehmen, ist schon toll. Damit rückst du in die Kategorie der Untouchables auf. (...)

    So benimmt man sich nicht als Gast. Ich empfehle dir, nach Alba zu flüchten oder dahin, wo der Pfeffer wächst.

    Glaub mir, allein die Tatsache, dass Du hier ständiges Mitglied bist, macht die Tatsache, dass Du dich permanent danebenbenimmst, kein bisschen besser. Deinem neuen Hobby, Dir nicht genehme Threads zu zerschießen, sollte ganz dringend einmal Einhalt geboten werden, sonst verlieren einige hier (mich eingeschlossen) die Lust, irgendetwas zu schreiben, da ja permanent damit gerechnet werden muss, dass aufgrund von einigen Beiträgen von "dr. pingel" der entsprechende Thread mal wieder im Nirvana verschwindet.

    Im Übrigen denke ich, dass du sehr weit von der Position entfernt bist, anderen Mitgliedern (egal ob Gäste oder nicht) zu empfehlen, dahin zu flüchten, "wo der Pfeffer wächst".

    ich hab in den 80 Jahren Turandot mit Pavarotti und Eva Marton live an der Met gesehen. Das war ein Ereignis. Die Zuschauer waren so konzentriert wie bei einet Wagner Vorstellung und sind nur bei Nessun dorma ausgerastet und es gab Szenen Applaus als der Kaiser Palasr gezeigt wurde und am Ende gab es Standing Ovation.

    Pavarotti hat den Kalaf an der Met lediglich in einer sechs Aufführungen umfassenden Aufführungsserie im September/Oktober 1997 gesungen. In allen Vorstellungen sang Jane Eaglen die Titelpartie :


    http://archives.metoperafamily.org/archives/frame.htm

    Warum man jetzt auf einer Antwort darauf herumreitet, um die es überhaupt nicht ging, das ist wieder eine Verdrehung der Wirklichkeit und ein willkommener Anlaß, neuen Unfrieden zu stiften. Ich denke, daß die Mitleser intelligent genug sind, diese Absicht zu durchschauen.

    Da du im Stiften von Unfrieden anerkannterweise einer der größten Experten in diesem Forum bist, wird das wohl schon stimmen, wenn du das, der sich bei diesem Thema wie kaum ein zweiter auskennt, sagst. Ich denke im übrigen auch, dass die Mitleser hier intelligent genug sind, sich insbesondere über dich eine stichhaltige Meinung gebildet zu haben, der in diesem Thread von allen, die sich hier an der Diskussion beteiligt haben, am wenigsten zur Sache, aber dafür am meisten an Stänkerei eingebracht hat.


    Das genau ist es doch, was eine gewisse Klientel will, die ständig Demokratie und Meinungsfreiheit wie ein Aushängeschild vor sich herträgt, aber sofort mit erhobenem Zeigefinger kommt, wenn es jemand wagt, ihren eigenen Ansichten zu widersprechen bzw. eine Meinung zu äußern, die nicht dem "geregelten Sprachgebrauch" entspricht. Wer regelt den eigentlich? Im Grundgesetz kann ich darüber keinen Paragraphen finden!

    Was du ganz offensichtlich noch immer nicht verstanden hast, ist, dass dir gar niemand verbietet, deine - aus meiner ganz persönlichen Sicht - höchst problematischen weltanschaulichen Haltungen unter das Volk zu bringen. Nur sehr leider - und damit kannst du offenbar gar nicht so gut umgehen - ist es anderen auch erlaubt, zu sagen, was sie von deinen oder anderen dir genehmen Meinungsäußerungen halten. Da kannst du sehr gerne noch so oft mit deinen Füßchen aufstampfen und dich als von einer angeblichen Sprachdiktatur verfolgter Recke stilisieren, realer wird dieses Märchen auch durch hundertfache Wiederholung nicht.

    Aber wenn Operus doch recht hat?

    Er kann gar nicht recht haben: Wenn Herr Domingo von den Vorwürfen entlastet wird, geschieht das, weil keine belastbaren Beweise für seine Schuld vorliegen und nicht, weil "operus" es aufgrund des Aussehens und des Charme von Domingo für nicht möglich hält, dass er sich Liebe erzwingen musste. Aussehen und Charme sind keine relevanten Kategorien bei der Aufklärung solcher Vorwürfe und auch nicht die Frage, ob eine Persönlichkeit geachtet ist oder nicht. Das alles sind Kategorien, die in feudalen Systemen eine Rolle spielen, nicht aber in einem Rechtsstaat. Es ist einzig zu überprüfen ob die in dem "AP"-Artikel aufgestellten Behauptungen zutreffend sind und nicht, wie gut aussehend, charmant oder geachtet Herr Domingo ist.

    Ich bewundere Leute über alle Maßen, die sich so oft so "sehr sicher" sind! Die Protagonistin des Filmes, den ich gestern Abend in dieser Rubrik (in Beitrag 389) verlinkt habe, war sich auch sehr lange "sehr sicher"...

    Wer, so wie du in dieser Rubrik, es nötig hat gegen die Begriffe "interessant" und "sehr sicher" (wobei ich keineswegs gesagt habe, dass ich mir "sehr sicher" bin, dass die Vorwürfe gegen Domingo zutreffen) mit nicht besonders überzeugenden Beigaben (einmal war es eine themenfremde Anekdote über einen Intendanten, ein anderes Mal der Verweis auf einen Fernsehfilm aus dem Wochentagsprogramm) anzustänkern, der trägt für mich nur sehr wenig Interessantes zu einer Diskussion bei. Ich bin mir daher "sehr sicher", dass ich künftige Beiträge von dir zumindest für eine gewisse Zeit nur sehr wenig beachten werde. Das kann sich sehr gerne wieder ändern, wenn du dazu zurückkehrst, in der Sache zu argumentieren. Momentan macht es leider auf mich den Eindruck, dass du versuchst, andere Diskussionsteilnehmer lächerlich zu machen, indem du gegen von ihnen verwendete - im Übrigen dem allgemeinen Sprachgebrauch angehörende - Begriffe polemisierst.

    Der Van-Artikel ist für mich von einer seriösen Berichterstattung weit entfernt. Die Analyse ist erst einmal mehr als fragwürdig: Levine, Dutois, Gatti, für alle hatten die Anschuldigungen Konsequenzen. Und die Anzeigen waren nicht anonym. Bei Domingo haben sogar anonyme Anzeigen Konsequenzen.

    Ich bin mir sehr sicher, dass der "AP"-Redaktion die Namen der Künstlerinnen, die Domingo beschuldigen, und der Zeugen, von denen die Rede ist, vorliegen und die Redaktion von diesen im Falle einer Verleumdungsklage der Gegenseite Gebrauch machen wird. Ansonsten wäre der Artikel aus juristischer Sicht das reinste Himmelfahrtskommando. Ich bin mir auch sehr sicher, dass der von der Los Angeles Opera eingesetzten Sonderermittlerin die Namen der Beschuldigerinnen und Zeugen vorgelegt werden, damit diese ihre Arbeit machen kann.

    Das heißt aber noch lange nicht, dass die Damen, die Domingo beschuldigen oder auch die Zeugen dazu verpflichtet sind, dass ihre Namen in der Zeitung zu lesen sind. Angesichts der Kübel an Unrat, die momentan über sie in sozialen Netzwerken ausgeschüttet werden, ohne dass man weiß, wer sie sind, ist es ein aus meiner Sicht sehr nachvollziehbares Verhalten, die Namen aus solch ein Artikel zunächst noch rauszuhalten.

    Wenn ich nun konkret in diesem "interessanten" Artikel das lese:

    ...

    dann wird mir klar, dass der Autor des Artikels, Hartmut Welscher, nicht den Hauch einer Ahnung von der Materie hat, über die er meint schreiben zu müssen.

    Das hat sich nicht Herr Welscher ausgedacht, sondern es ist eine, wenn auch in der Wortwahl etwas ungenaue (denn ums besser singen geht es nicht, sondern darum, überhaupt auftreten zu können) , Paraphrase aus dem Original-Artikel aus der "LA Times", wo eine der Frauen Domingo den Aberglauben unterstellt, "that he has to be with a woman before the show".

    Ein - wie ich finde - sehr interessant geschriebener Artikel aus dem "Van Magazin" (das Presseorgan, das auch die Barenboim-Diskussion ins Rollen gebracht hat), der sich kritisch mit autoritären Mustern im Kulturbereich und auch mit dem Artikel von Frau Ossowski auseinandersetzt:


    https://van.atavist.com/domingo


    Die Los Angeles Opera hat unterdessen eine Rechtsanwältin engagiert, die die Untersuchungen in der "Causa Domingo" führen sollen:


    https://www.latimes.com/entert…-behind-usc-investigation

    Lest doch mal bitte genau - von Beginn war davon die Rede, dass nur Patricia Wulf ihren Namen hergegeben hat - eben weil sie damals stark genug war, nein zu sagen...

    Ich kann das Erstaunen von Holger auch nicht nachvollziehen, insbesondere, da der Ausgangsartikel ja hier von Anfang an Gegenstand der Diskussion war. Wer den gelesen hat, wusste, wer sich namentlich geäußert hat und wer nicht.

    Natürlich kann man die Frauen ebenso wenig einfach beschuldigen, vorsätzlich eine Falschaussage zu machen. Das tut aber keiner, solange nur die Berechtigung solcher Vorwürfe angezweifelt wird.

    Die Sache ist ganz einfach: Bis zum Beweis des Gegenteils hat Herr Domingo nicht als Sittenstrolch oder Belästiger zu gelten, die Damen, die ihn beschuldigen, allerdings auch nicht als Lügnerinnen oder Verleumderinnen. Beides geschieht aber derzeit mit zum Teil ehrabschneidenen Vokabular in den sozialen Medien und beides ist gleichermaßen unerträglich.

    Es ist doch erfreulich zu sehen, dass sich eine vom Forenbetreiber als "unappetitlich" und "nicht ins Tamino Klassikforum gehörige" Diskussion derart lebhaft entwickelt - u.a. unter Mitwirkung des Forenbetreibers selbst. Folgende Punkte möchte ich gerne anbringen:


    1. Der hier häufig bemühte Begriff der "Unschuldsvermutung" ist ein Rechtsgrundsatz, der das Zusammenleben in einem Rechtsstaat regelt. Er gilt für jeden und uneingeschränkt. Er besagt, dass ein nicht rechtskräftig Verurteilter nicht behandelt werden darf, als sei er bereits verurteilt, nur weil die Stimmung in der öffentlichen Meinung so ist oder aus anderen Gründen eine Stimmung für oder gegen einen Beschuldigten herrscht. Er ist essentiell für unser Zusammenleben. In solchen #metoo-Fällen kommen wir allerdings bei nüchterner Betrachtung mit diesem Begriff nicht wirklich weiter. Natürlich gilt dieser Rechtsgrundsatz beispielsweise für Herrn Domingo, aber er gilt dummerweise auch für die Frauen, die ihn beschuldigen, da sie sich im Fall, dass die Beschuldigung nicht zutrifft, strafbar machen würden. Die Unschuldsvermutung ist keine Einbahnstraße, sie gilt für den Beschuldiger ebenso wie für den Beschuldigten. Dazu kommt, dass viele dieser Fälle in der Vergangenheit liegen und häufig so weit, dass eine Strafverfolgung meist aufgrund von Verjährungsfristen ausgeschlossen ist. Hier kommt der investigative Journalismus ins Spiel. Investigativer Journalismus füllt durch das Aufdecken von Vorgängen, die bisher nicht in den Fokus der Strafverfolgung geraten sind eine Lücke, die durch Nichttätigkeit von Strafverfolgungsbehörden in gewissen Bereichen entstanden ist. Er ersetzt aber nicht ein rechtsstaaliches Verfahren. Im Falle guter Recherche, bevor die Verjährungsfristen einsetzen, kann er Strafverfolgungen auslösen wie zum Beispiel im Fall der von einem SPIEGEL-Team recherchierten Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der WM 2006 in Deutschland. Ein investigativer Journalist ist natürlich nicht an die Unschuldsvermutung gebunden, wohl aber an Recht und Gesetz, d.h. er (und das Organ, das seinen Artikel veröffentlicht) muss dafür geradestehen, dass die in so einem Artikel aufgestellten Behauptungen der Wahrheit entsprechen, ansonsten macht er sich strafbar.


    2. Ein besonders schwieriger Punkt in solchen Fällen, wo bereits eine Verjährung der strafrechtlichen Verfolgung, eingesetzt hat, ist die Praxis der "Untersuchungen" durch die Institutionen, bei denen der Beschuldigte beschäftigt war. Sie sind im Endeffekt nichts anderes als eine Prüfung, ob eine fristlose Kündigung des Beschuldigten vor den Gerichten Erfolg hätte. Im Fall Levine sieht man, wie juristisch unbefriedigend so ein Verfahren ist: Da wurde das Verfahren eingestellt, wobei sich abzeichnete, dass die Met mit ihrer Kündigung nicht vertragsgemäß gehandelt hatte, gleichzeitig aber Levines Verleumdungsklage wohl keinen Erfolg gehabt hätte. Das Ergebnis ist eine aus juristischer Sicht eingetretene Patt-Situation, die nie zufriedenstellend klären wird, ob und inwieweit die Vorwürfe gegen Levine berechtigt waren oder nicht. Man kann natürlich aus dem sich abzeichnenden Nicht-Erfolg einer Verleumdungs-Klage schließen, dass die Vorwürfe nicht völlig an den Haaren herbeigezogen waren, aber wirklich befriedigend ist das nicht. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob eine Institution, in der die mutmaßlichen Fälle stattgefunden haben, die also im Falle eines Zutreffens der entsprechenden Vorwürfe, ihrer Sorgfaltspflicht gegenüber den bei ihr Beschäftigten nicht nachgekommen ist, wirklich geeignet ist, Vorwürfe umfassend aufzuklären.


    3. Der Vorwurf, dass sich Betroffene erst spät zu Wort melden, zeugt aus meiner Sicht von völlig fehlender Empathie. Eingedenk der Tatsache, dass die Unschuldsvermutung auch für den/die Beschuldiger*in gilt und unter dem Hintergrund, dass sich die gesellschaftliche Akzeptanz von mutmaßlichen Missbrauchsopfern gegenüber der Situation von vor 30 Jahren enorm verbessert hat, ist es schon unerträglich zu lesen, was neben den durchaus verständnisvollen Beiträgen in diesem Forum, aber auch in den sozialen Medien an Unrat über die mutmaßlichen Opfer des Missbrauchs oder der Belästigung ausgekippt worden ist. Man braucht nicht viel Phantasie dafür, um sich vorzustellen, wie verheerend die Reaktionen vor 30 Jahren, als noch ein anderes gesellschaftliches Klima herrschte, ausgefallen wären.


    4. Äußerungen einer Frau Wedekind, die von sich sagt, dass sie den Flirt von Herrn Domingo gerne erwidert hat, gehen völlig am Gegenstand vorbei. Zu klären ist in diesem Fall einzig, ob die Vorwürfe, dass Herr Domingo seine Machtposition in der Form ausgenutzt hat, wie in dem "LA-Times"-Artikel beschrieben, zutreffend sind oder nicht. Ob Domingo von anderen Frauen begehrt war oder ob Frau Wedekind gerne mit ihm geflirtet hat, spielt für die Beantwortung dieser Frage keine Rolle.

    Soeben habe ich die Einleitungspassage zu meiner Besprechung des Liedes "Waldseligkeit" (Beitrag 137) gelöscht.

    Meine Güte! Es ist schon wahrlich bizarr zu lesen, wie wichtig sich einige User hier offenbar nehmen und ernsthaft denken, mit so einer beleidigt-kindischen Reaktion irgendeine Wirkung erzielen zu können.

    Es wurde in diesem Thread davon berichtet, daß zumindest eine Frau PLACIDO DOMINGO penetrant nachgereist ist, um sich ihm sexuell anzubieten, was ihr dann offenbar auch gelungen ist. Da muß ich mich dann aber auch einmal fragen, was sind dies bloß für "Damen", die einem berühmten großen Künstler - und noch dazu einem in sehr fortgeschrittenen Alter - nachreisen, nicht aus reiner Bewunderung seiner Kunst oder auch Verehrung seiner Persönlichkeit, sondern aus niedrigen Instinkten gleich welcher Art, und kalkulierten Absichten! Und solche Frauen scheint es heutzutage wohl etliche zu geben. Ein solches Verhalten schätze ich verwerflicher ein als wenn ein Mensch solcher Aufdringlichkeit nachgibt oder diese am Ende auch gerne annimmt. Es ist meiner Meinung nach deshalb an dieser Stelle durchaus angebracht, sich einmal über die heutige Moral einiger Damen - um nicht zu sagen unserer Damenwelt - Gedanken zu machen.

    Genau! Was die ganze von Männern geführte Diskussion in diesem Thread zutage gefördert hat, ist vor allem die verwerfliche Moral der Damenwelt! (Traurig, dass es selbst in einem so genannten Kulturforum Leute gibt, die einen solchen Schmarrn ernsthaft glauben, was aber wiederum sehr deutlich erklärt, warum es kaum Frauen gibt, die Lust haben, hier mitzuschreiben.)

    Absolut d'accord, lieber Holger. Wo sind denn die Beweise für all die Behauptungen gegen Domingo? In dubio pro reo. Wieso sollte dieser Rechtsgrundsatz hier nicht gelten?

    Dieser Rechtsgrundsatz gilt in einem Strafverfahren und nicht bei der Bewertung eines Zeitungsartikels. (Dass es zu einem Strafverfahren kommt halte ich für unwahrscheinlich, da die Fälle auch nach US-Amerikanischen Recht verjährt sein dürften.) Herr Domingo hat das Recht, sollte er sich durch die Berichterstattung in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlen, gegen den Verfasser des Artikels rechtliche Schritte einzuleiten. Ich gehe davon aus, dass ein Verfasser, der in einer derart renommierten Zeitung publiziert, von dieser Möglichkeit weiß und in einem solchen Artikel nur derartige Vorwürfe aufführt, die er auch (beispielsweise durch ihm vorliegende Zeugenaussagen) beweisen kann. Ansonsten würde ihn das sehr teuer zu stehen kommen.

    Sänger wie Domingo waren bzw. sind ein Frauenschwarm und welche Dame fühlt sich durch so ein Angebot nicht geschmeichelt?

    Lieber Holger,

    ich muss ehrlich sagen, dass ich diesen Satz nicht nachvollziehen kann. Ich halte ihn sogar für gefährlich, da er suggeriert, dass attraktive Männer keine sexuelle Gewalt ausüben können, was nachweislich falsch ist. Für ein Missbrauchsopfer ist die fehlende Einvernehmlichkeit bei einem Missbrauch das was Traumata und Wunden hervorruft (und daraus resultierend das Gefühl der eigenen Ohnmacht), nicht eine etwaige Attraktivität oder Unattraktivität des Missbrauchers. Für eine Frau, die von einem Mann sexuell missbraucht oder belästigt wird, hat es keine Relevanz, wie viele andere Frauen es gibt, die mit der entsprechenden Person gerne freiwillig ins Bett gehen würden.

    Peter Uehling hat einen aus meiner Sicht sehr lesenswerten Artikel zur "Causa Domingo" in der Franfurter Rundschau verfasst:


    https://www.fr.de/kultur/musik…enen-regeln-12914601.html


    In den Kommentaren unter dem Artikel findet sich übrigens auch der Link zu ein emInterview mit Domingo, das er 1982 dem Stern gegeben hat (in der Überschrift wird es mit 1980 datiert). Man muss schon sagen, dass sich bis heute einiges getan hat, denn heute würde wohl kaum ein Sänger über eine Bühnenkollegin eine derart despektierliche und bloßstellende Aussage tätigen wie Domingo in diesem Interview über Montserrat Caballé:


    Zitat


    Natürlich ist ein Unterschied, ob ich mit Montserrat Caballé auf der Bühne stehe, die zwar ein wunderschönes Gesicht hat, aber einen Körper wie eine Tonne, oder mit, sagen wir, Renata Scotto, die auch körperlich eine schöne Frau ist. Ich verhalte mich entsprechend den Möglichkeiten. Als ich einmal Montserrat Caballé dabei überraschte, wie sie haufenweise Eis mit heißer Schokolade verzehrte, sagte sie, sie sei nach der Vorstellung immer so hungrig. Das ist natürlich nicht die richtige Art, schlank zu bleiben.



    Hier der Link zum vollständigen Interview.

    Daß z.B. ein Jörg Kachelmann, der immerhin über 4 Monate wegen falscher Anschuldigungen in U-Haft saß, vielleicht noch mehr Grund zum Kotzen hätte, spielt dabei wohl keine Rolle.

    Der Fall Kachelmann ist mit den anderen hier genannten Fällen nun wirklich überhaupt nicht vergleichbar. Bei Kachelmann ging es um einen (wie sich herausstellte) unberechtigten Tatvorwurf im privaten Bereich, in den anderen Fällen geht es um zum Teil systematisches Ausnutzen von Machtpositionen (in diesem Fällen im Klassikbereich) durch - in einigen Fällen mutmaßliche - Ausübung sexueller Gewalt. Das ist ein himmelweiter Unterschied und daher sollte man das auch nicht miteinander vermengen.

    Und ich finde den Vergleich von mutmaßlichen Opfern sexueller Übergriffe mit Schmeißfliegen so widerlich, dass ich gerade kotzen könnte.

    Lieber Bertarido,

    das kann ich sehr gut nachvollziehen. Es handelt sich um genau diese widerwärtige sprachliche Verrohung, die das Lesen vieler Beiträge im Internet so unerträglich macht. Die Bigotterie, sich zum einen hinter der Maske der Wohlanständigkeit über die schönen Künste auszutauschen und auf der anderen Weise solche zutiefst menschenverachtende Vergleiche zu bemühen, macht mich immer wieder fassungslos, obwohl man sich doch eigentlich inzwischen daran gewöhnt haben müsste.

    Ich wiederhole mich gerne noch einmal, allerdings betone ich, dass es das letzte Mal ist: Ich habe keinen Vergleich zwischen den erhobenen Vorwürfen gegen Levine und Domingo gezogen, sondern zwischen der Dauer und Hartnäckigkeit entsprechender Gerüchte innerhalb der Branche. Aus diesem Grund ist ein Vergleich der Hartnäckigkeit der Gerüchte im Fall von Domingo und Levine aus meiner Sicht wesentlich treffender, da es in beiden Fällen um sehr einflussreiche Chefs von Opernhäusern in den USA handelt, bei Kuhn hingegen um einen für die globale Klassikwelt relativ unbedeutenden Chef eines Provinzfestivals. Dass die Vorwürfe gegen Domingo vom Gegenstand her eher mit denen von Kuhn zu vergleichen sind, gestehe ich gerne zu. Nur war das nicht Inhalt meines Vergleiches, bei dem es mir um die Dauer und Hartnäckigkeit entsprechender Gerüchte in der Branche ging.

    Ich kannte um die Jahrtausendwende persönlich eine junge Dame aus dem Dresdner Raum, Anfang 20, die ein großes Domingo-Groopie war, die ihm nachreiste und versuchte, in seine Nähe zu kommen. Und da sie sehr gut aussah, ließ er das auch zu, und die beiden schliefen miteinander und sie fühlte sich dadurch geschmeichelt, obwohl er Jahrzehnte älter war als sie.

    Und genau um diese Frau geht es dem von mir verlinkten Artikel nicht. Ich denke, jeder Leser kann sich sehr einfach ein Bild davon machen, wer in dieser Diskussion Äpfel mit Birnen vergleicht.

    Natürlich ist das etwas anderes als der sexuelle Missbrauch Minderjähriger, aber es ist schlimm genug.

    Niemand wird bestreiten, dass es etwas anderes ist. Mein Vergleich bezog sich, das kann man einfach nachlesen, lediglich auf die Bekanntheit und Hartnäckigkeit entsprechender Gerüchte in der Branche.

    Und das reicht eben als Begründung der Ziehung dieses Vergleichs meines Erachtens nicht aus, er ist und bleibt geschmacklos!

    Das steht dir gerne frei, das so zu sehen, ich sehe es anders.

    Im Übrigen ist in dem langen und offensichtlich sehr sorgfältig recherchierten Artikel aus der "LA Times" nicht nur zu lesen, dass Domingo seine Hand nicht im Zaum halten konnte.