Beiträge von Accuphan

    Ich habe drei Beethoven-Bücher von Geck. Ihn zu lesen lohnt auf jeden Fall. Intelligenter, tiefschürfender und umsichtiger kann man kaum über Komponisten, Musik und Musikrezeption schreiben. :)

    Das kenne ich auch. ^^ In meiner Jugend schon wurde gesagt: Die "ungeraden" Beethoven-Symphonien seien die gewichtigen, die "geraden" eher Leichtgewichte - auch noch charakterisiert durch den Gegensatz "ernst" und "heiter". Diese Auffassung ist offenbar rezeptionsgeschichtlich begründet durch ein bestimmtes Beethoven-Bild, das besonders in Deutschland einflussreiche "heroische" Beethoven-Verständnis. Die meisten "geraden" Symphonien zeigen diesen heroischen Charakter nicht, den man gerne mit Beethoven verbindet und verbunden hat. Deswegen werden sie dann auch in der Wertung zurückgesetzt gegenüber denen mit dramatisch-heroischem Charakter. Wie das bei habitualisierten Einstellungen so ist, wirken sie auch, wenn man sich dessen nicht mehr ausdrücklich bewusst ist. Dagegen hilft eigentlich nur, die "geraden" Symphonien für sich neu zu entdecken. Das ändert dann schließlich auch das Beethoven-Bild. Das ist der Weg z.B. von Geck. :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

    Danke für die Rückmeldung. Ich hatte gedacht, dass Geck durch seine von Dir erwähnte "Unterstützung" der Position Dr. Pingels vielleicht als nicht sachlich/ ernstzunehmend eingeschätzt würde, angesichts der Klopperei in diesem Forum.

    Neben vielen anderen Büchern weiß ich zwar noch nicht, wann ich das lesen will, aber ich freue mich nun umso mehr darauf. :)


    Interessant, dass der 'Volksmund' zur Bewertung Beethovens Sinfonien offensichtlich auch in Deiner Ecke seine "Weisheiten" verbreitet hatte. Mir ist sowas seit Jahrzehnten nicht mehr begegnet, vielleicht auch mit der Generation dieses Onkels ausgestorben.


    Ich muss heute einiges am Schreibtisch erledigen. Mal schauen, ob das eine Gelegenheit ist, die schönen geradzahligen Sinfonien wieder zu genießen.


    Apropos Bücher: meine Frau ist in Wien und hat bei einem Rundgang mit Freunden den Doblinger entdeckt, als Adresse für mich, wenn ich ab Donnerstagnachmittag auch in Wien sein werde. Am Freitag bin ich tagsüber alleine unterwegs, gehe sicherlich dort hin und hoffe, dass ich mich nicht zu unvernünftigen Käufen hinreißen lasse... Ich habe eine indirekte Erinnerung an das Haus, weil ich vor Olims Zeiten in einem Antiquariat in London eine kleine gebundene Partitur von Verdis Requiem gekauft hatte, in der sich ein (ovaler?) Stempel des Hauses Doblinger fand


    Alfred_Schmidt : von der Anfrage einer Heimsuchung in Deiner Stadt habe ich abgesehen, gleichwohl fände ich es schön, Dich zu treffen, wenn sich das einrichten ließe. Falls es Dich juckt, mich persönlich kennenzulernen, darfst Du mir gerne eine E-Mail schicken. Am Freitag streune ich durch die Gassen...

    Ich diskutiere hier ja nicht mehr. Aber Unterstützung bekommst Du z.B. von dem (leider inzwischen verstorbenen) Beethoven-Experten Martin Geck. ^^


    Schöne Grüße

    Holger

    Das dicke Beethoven-Buch Gecks steht bei mir im Regal, bisher ungelesen. Ist das aus Deiner Sicht ein gutes Buch? Lohnt es sich zu lesen?


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    Zu den vermeintlichen "Regeln": ein Ruf-Onkel von mir kolportierte die Geschichte, dass ein berühmter Dirigent (ich weiß nicht mehr, welchem Mann das zugeschrieben wurde) einst sinngemäß gesagt hätte: "1, 3, 5, 7, 9 - großartige Sinfonien; 2, 4, 6, 8 - minderwertige Sinfonien". Sowas in dieser Richtung. Das hat er beherzt immer mal wieder zum besten gegeben, quasi als Anekdote.

    Geglaubt oder ernstgenommen hat er das nicht. Seine Lieblingssinfonie war die 6.


    Ich war ein Kind, als ich das zum ersten Mal hörte und habe es, so erinnere ich mich oder konstruiere die Erinnerung nach bester Vermutung, von seiner Heiterkeit angetan, schmunzelnd hingenommen. Es war bedeutungslos. Und selbst wenn heute ein Erwachsener mit so einem Unsinn ums Eck käme, wäre mir das egal.

    Nö. Im Rahmen der Vorgaben des Forenbetreibers zu Inhalt und Regeln des Forums dürfen hier alle sagen, was sie wollen. Sie müssen aber ggf. mit Widerspruch rechnen. Ich hätte jede Menge an Widerspruch für Accuphan, bin mir aber nicht sicher, ob man eine Diskussion wieder aufkochen soll, die im Prinzip bereits geführt worden ist. Wenn man das schon tut, dann soll man es zumindest an dem dafür passenden Ort (also im entsprechenden Thread) tun.


    LG :hello:

    Ich bin offen für alle Meinungen und nehme niemandem irgendwas persönlich.

    Widerspruch? Sehr gerne. :hello:

    Dann teste ich das doch direkt mal mit der letzten CD. Hmmm... ungewöhnlich... Mal schauen -
    Ok, Zeilenumbruch geht. Die rechte Spalte verschiebt sich beim Schreiben nach links...
    Test Tab drücken bringt eine neue Zeile.


    Und man kann unterhalb der Tabelle schreiben.

    Saint-Saëns: Klavierkonzerte Nr. 2 und 5 - Thibaudet - OSR - Dutoit


    Ok, dann halt mal wieder Sääh-soohs. Ick lasse mir anstecken, wa. Ewig nich jehört. Und die Einspielungen dieser Konzerte scheinen überschaubar an Zahl und Stars, was die Suche bei jpc so ergibt. Wollte ich nicht hören, wäre ich sowieso nie drauf gekommen. Danke für den Schubser in diese untere Ecke des CD-Regals. :hello:

    Neu, aber nur heute: 2 - 1 - 4 - 8 - 5 - 7 - 3 - 9 - 6


    Du hast Glück, dass du sowas heute schreibst und nicht, wie ich, vor einigen Jahren. Da hatte ich auch die Sätze 1-3 als genial bewertet und den 4. Satz verworfen. Da brach ein Shitstorm los, obwohl ich noch gar nicht wusste, was das ist. Es gipfelte in einem Statement, man man solche Dissidenten wie mich hier im Forum eigentlich nicht dulden sollte. Ein anderes "Argument" war, dass es einmal im Jahr in Japan eine Neunte gab, an der 10.000 Sänger mitwirkten. Dabei muss ich sagen, dass ich die Musik nicht so schlecht finde, aber als Sänger und Verfechter von Chormusik finde ich, dass sie für Chor nicht gut komponiert ist. Daher würde ich als Dirigent den Chor durch ein zweites Orchester ersetzen (macht ja eh keiner). Die Solistenpartien würde ich allerdings komplett entfernen. Auch die anderen Chorwerke (Missa solemnis, Schlusschor Fidelio und Chorfantasie) schätze ich nicht, obwohl ich weiß, dass das wahrscheinlich ungerecht ist, mindestens für die Missa solemnis. Die würde ich gerne mal live hören, aber das ist hier in der Rhein-Ruhr-Schiene in den letzten Jahren nicht angeboten worden.

    Beim erneuten Lesen kam mir der Gedanke, so eine Diskussion für die geneigte Schar der Inquisitoren irgendwie mit dem Regietheater zu verknüpfen. 😎 😘


    Die Stimmführung (Gesang) in der 9. ist ein Unding! Das ist neben Geschmacksfragen aus meiner Sicht überhaupt nicht sanglich geschrieben (tonlich, rhythmisch, textlich), oft weit über der Tessitur und damit schlicht unangenehm. Was soll das? Hat Beethoven Sänger gehasst auf seine alten Tage? Oder lag ihm bei diesem Satz der wilde Watz im Hirn?

    Ich erinnere mich an das Gejammer der Sänger, die einst an Neujahr zur 9. am Vormittag/ Mittag auf die Bühne mussten. Da hatte keiner Bock drauf. Abgesehen davon, dass Du ewig rumsitzt und den längsten Teil des Stücks uneingesungen mithören musst.


    Ein Stück, das man nicht mag, wird nicht dadurch besser, dass es sehr viele Menschen mögen oder gar singen. Auch 10.000 ändern das nicht.

    Warum sollte es ungerecht sein, wenn Du Stücke nicht schätzt?? Wem gegenüber? Den Stücken? Dem Komponisten? Dem Fan?

    Selbst das, was die meisten mögen, musst Du doch noch lange nicht mögen. Wie bei Essen, Wein, Fernsehen, Büchern...

    Auch ich bleibe dabei: wenn ich sie nicht mag, diese Töne, dann meide ich sie und denke: nicht diese Töne!


    N'ahmd allerseits! :hello:

    Bruckner: 0. Sinfonie WAB 100: Wiener Philharmoniker - Thielemann


    Nach der ersten Nullten (WAB 99) die zweite "Nullte", WAB 100, d-Moll.

    Was bei Apple Music fehlt, ist das Booklet. Das ist ja auch Käse!


    Sofort einnehmend ist der K L A N G der WP. Einschließlich der etwas knöchernen Pauken.

    Virtuose Paukenkonzerte: Werner Thärichen, Nicholas Bardach, RSO Berlin, Handley

    So steht sie bei mir im Regal:


    Bildschirmfoto-2024-02-28-um-09-57-32.png


    Und das ist die zweite Cover-Version dieser Aufnahme:


    R-7358423-1467624938-1099.jpg


    Aus der obskuren Ecke meiner Sammlung. Mal schauen, ob diese Musik zur Begleitung der Bildschirmarbeit taugt. 🥁

    Beethoven: Klaviersonate Nr. 28 A-Dur, op. 101 - Perahia


    Jetzt mit einem Pianisten, der keine Stahlgelenke in den Armen hat.

    Eine Scheibe aus der fast endlosen Sony-Ära dieses Musikers, aufgenommen am 3. Juli 2004. Auch schon wieder fast 20 Jahre her.

    Blöd, dass ich nicht die Henle-Ausgabe mit Perahias Fingersatz gekauft habe, sondern die Bärenreiter-Version von Del Mar... 🙄 😉

    Ja, Grimaud ringt mit diesem Konzert, sie spielt aber mit Hingabe und offenbart dabei mehr Persönlichkeit als in den meisten ihrer anderen Aufnahmen, die mir wenig zusagen. Kein Vergleich mit Zimerman, der das Stück sagenhaft beherrscht.

    Sie ringt mit dem Konzert. Das Konzert gewinnt. 😉


    Flashback! Die Erwähnung Grimauds hat mich zu meinen alten Einträge aus dem Jahr 2013 geführt. Ich konnte mich spontan nur daran erinnern, dass ich die CDs schnellstens wieder entsorgt hatte und dass mich das asynchrone Spiel (linke vs. rechte Hand) sehr gestört hat.


    Die Pianistin ist echt eine nette Person. Sie kam vor vielen Jahre nach Stuttgart bei EINKLANG vorbei. Ihr Spiel ist allerdings überhaupt nicht mein Ding.

    Lieber Axel, für mich bedeutet Perahias Einspielung der Französischen Suiten sehr viel! Perahia spielt mit elegantem Gestus und IMO zarter als früher und doch nehme ich die polyphonen Strukturen sehr klar wahr.


    LG Siamak

    Und wie schön, dass wir schon zwei Menschen mit unterschiedlicher Wahrnehmung und Bewertung der Interpretation friedlich beieinander haben.


    Meine Position müsste ich mir erst wieder durch aufmerksames Hören erarbeiten. Ich schätze Perahia sehr! Doch bin ich offen für Kritik. Sie trifft ja ihn, nicht mich... ;-)


    Mit Gilels Beethoven habe ich in meiner Jugend, vor allem während der Oberstufe, sehr viel Zeit verbracht, bzw. seine Einspielungen haben mich begleitet, auf Kassette im Walkman auch auf die Kursfahrt, damals nach Arles. Ich erinnere mich vage an Situationen...

    Julius Reubke: Klaviersonate in B-Dur - Markus Becker


    Mit Becker habe ich das Reger'sche Klavierwerk entdeckt - was für eine Großtat! Heute kommen die ersten Takte der Musik dieses mir bislang unbekannten Komponisten in die Ohren.
    Und wieder so ein Jammer: 24 Jahre wurde der alt, lebte von 1834 bis 1858. Wer weiß, was der noch alles ... müßig, darüber zu spekulieren.

    Perahia geht's gut, aber der Finger ist erneut ein Problem

    Zu Murray Perahias gesundheitlicher Verfassung habe ich eine Information erhalten. Es geht ihm insgesamt gut, allerdings leidet er immer noch/ wieder (!) an seiner Fingerverletzung. Die hält ihn von Konzerten und Aufnahmen ab. So ein Ärger für ihn, und schade für uns. Was für ein Jammer.


    Ich wünsche ihm schnelle und dauerhafte Genesung!! 🍀

    Beethoven: Mondschein - Perahia


    Übrigens: Murray Perahia geht's insgesamt gut, allerdings leidet er immer noch/ wieder (!) an seiner Fingerverletzung. Die hält ihn von Konzerten und Aufnahmen ab.

    So ein Ärger für ihn, und schade für uns. Ich wünsche ihm schnelle und dauerhafte Genesung!! 🍀

    Danke, lieber Fiesco für den Link zu diesem Thread.


    Ein Nebenthema, das niemand vertiefen muss. Mir ist's wurscht, wie jemand aussieht. Doch reagiere ich - selbstverständlich? - auf Äußeres.

    Auf gut Hessisch könnt mer saache: des Määdsche is' escht e Schneggsche! Das ist eine subjektive Sache, die mit der Musik natürlich gar nichts zu tun hat.

    Oder hat sie... ?

    Gibt es dazu vielleicht schon einen Thread?

    Was macht es für den sehenden Hörer aus, wie die Sänger und Sängerinnen aussehen?

    Wie sieht die Person aus, die auf "Du feines Täubchen, nur herein" die Bühne betritt? Feines Täubchen oder fette Henne?

    Eine Perfektion! Absolut empfehlenswert! Habe das gerade auf Spotify gehört und sofort bestellt (kostet im Moment nur die Hälfte bei JPC). Die Aufnahmequalität ist sehr hoch und die Stimme ist ein Genuss!


    Sabine Deviehille singt Bach und Händel!


    Und wie! 😀👍


    Da hat der hübsche Herr Pichon eine sehr attraktive Frau an seiner Seite.

    Sabine Devieilhe



    PS: wie nett: ihre Agentur heißt "Machreich". Möge der Name Programm sein... ;-)

    Beethoven: Klaviersonaten - Anne Queffélec

    Und hier kommt das Streamen immer wieder mal an die Grenze, die ich nicht mag: kurze Aussetzer, Verzögerungen, Hänger - irgendwas Störendes.

    Wenn's läuft, läuft's. Wenn's hapert, ist's doof.


    Das ist auch bei DAB+ ziemlich doof und für mich als UKW-Fan ein Grund, an dieser vermeintlichen Überlegenheit dieser Technik zu zweifeln.