Beiträge von Accuphan

    Ein Musikfreund schreibt dazu:


    Beethoven neu erzählt, aber kaum schlüssig. ..., leider wird dabei die Pauke – sehr schlank – vernachlässigt. Alles scheint gleich wichtig zu sein, die Interpretation hat keine Schwerpunkte und auch keine richtigen Höhepunkte, das drückt sich deutlich in der dynamischen Gestaltung aus. ... dem Klopfmotiv der Pauke wird dort keine Dringlichkeit zugeteilt, noch schlimmer, man hört sie fast nicht … Für mich eine enttäuschende Aufnahme, die Beethovens Aufriss in keiner Weise gerecht wird.


    Dann höre Dir doch genau diesen Beethoven an … :P

    Das klingt - besonders mit der deutlichen Kritik an der Pauke - abschreckend...! ;-)

    Bezüglich Yannick Nézet-Séguin bin ich mit Dir einer Meinung, lieber Joseph, insbesondere, was seine neuen Beethoven Aufnahmen angeht.

    ...

    Und genau diesen Beethoven mag ich mir noch anhören. Die Box steht auf dem Merkzettel, vielleicht höre ich aber auch online rein.

    Passend dazu erscheint bei Breitkopf und Härtel demnächst die Box mit den Partituren, die für diese Einspielung erstmals verwendet wurden.

    Ein großer Luxus - mal schauen, ob ich mir den mal gönne...


    Was gefällt Dir nicht an den Aufnahmen mit Nézet-Séguin?

    Die angeblich fehlende 2. Pauke im letzten Satz der 1. Sinfonie in Inbals Aufnahme mit dem RSO Frankfurt muss ich auf der CD überprüfen...!! DAS kann ich mir nicht vorstellen.


    Zum Konzert in der Alten Oper kann ich sagen, dass definitiv beide Pauker anwesend waren und gespielt haben. Ich war dabei. Ich kenne beide. Ich saß mit Gänsehaut und erhöhtem Puls auf dem Bühnenrang bei meiner Mahler-Initiation... :-)

    Vielleicht ein Antipathie-Aufschlag? Danke für den schönen Bericht.

    Das wäre betriebswirtschaftlich mal eine originelle Herangehensweise. Statt "Canceln" einfach "Overpricing".


    Sehr gerne. Ich fand das berichtenswert, zumal in diesem Forum. Wenn nicht hier, wo denn dann? Und da ich mir die Preise schon mal notiert hatte und vorhin den Impuls, gibt's hier ein paar Zeilen.


    Von Kiel haben wir sonst nicht viel gesehen: eine Old-School Apotheke in der Nähe des Geschäfts, das Lüneburg-Haus zum Abendessen - auch eine sehr eigene Einrichtung - und ein tolles, kleines Café namens Hilda.

    Viele Behörden, viele auch ärmere Leute, viele Dönerbuden... ein sicher nicht repräsentatives Bild der Stadt, das wir uns zu Fuß zwischen Hotel am Hafen, an der IHK vorbei bis zum Frühstücks-Café erlaufen haben.

    Wie schön, den Laden kenne ich auch, sehr nett! Genieß das Crossover!


    Beste Grüße


    Christian

    Ach, so klein ist die Welt dann auch bei Tamino. :-)

    Schöne Platte - muss man nicht, kann man aber haben.


    Und ich mag Sarah Willis. Sie ist "nur" Tuttihornistin (oha, darf man das bei den Bläsern so sagen?) oder "Dritte Hornistin"/ "Drittes Horn" bei den BPhil, wenn ich mir das richtig gemerkt habe, und mit großem Abstand besser als ein früherer Solohornist (!) bei einem großen deutschen RSO... Sachen gibt's. :D

    König in Kiel


    Nachdem Willi Wagner gestorben ist, bleibt nach meiner Information die Zukunft von Einklang in Stuttgart offen. Ob es den Mitarbeitern gelingt, den Laden weiterzuführen, scheint sehr ungewiss.


    CD-Geschäfte sterben aus, so wie gute Bäckereien, Fleischereien und Textilreinigungen.


    Und so war ich baff, als wir abends beim Spaziergang durch die Innenstadt in Kiel am CD-Laden von Ruth König vorbeikamen.

    Da war klar, dass ich vor der Weiterfahrt am nächsten Vormittag dort noch mal reinschauen muss.


    In der Fußgängerzone mitten in der Stadt gut erreichbar gelegen ist dieser helle, freundliche Laden. Helles Holz, hohe Decken, eine etwas erhöhte Ebene im hinteren Bereich. Die Besitzerin führt den Laden seit 27 Jahren, wenn ich mir das richtig gemerkt habe. Und sie kann sich an Willi Wagner und seinen Hund, einen Bassett, gut erinnern.

    Eine freundliche Dame ist Frau König, sympathisch und kundenorientiert. Die CDs, nach denen ich gesucht habe, hatte sie nicht, hätte sie aber gegen Vorkasse bestellt und versandkostenfrei zu uns nach Hause geschickt. Schau an.


    Mir erschien der Bestand an CDs sehr überschaubar, vor allem, wenn man damit Geld verdienen will. Viel ungenutzter Raum, viel Luft ist im Laden. Das ist angenehm, trägt aber zur Frage bei, wie man mit einem solchen Geschäft Geld verdient.

    Um zu überleben, hat sie einen früheren Angestellten nicht ersetzt, hat montags geschlossen und bestreitet die Öffnungszeiten alleine. Von ihrem privaten Hintergrund habe ich gar keine Ahnung, doch sie wirkt auf mich so grundentspannt, dass ich vorurteilshalber davon ausgehe, dass Frau König zum (Über-)Leben kein Geld mit Tonträgern verdienen muss.


    Die Kundschaft sitze in ganz Deutschland, sagte sie. Und es müssen genügend sein, die diesen Laden und die Inhaberin schätzen, denn die CDs sind fast alle deutlich teurer, als oftmals bei Einklang oder, verständlicherweise, im Onlineshop.


    Rott mit Hrusa kostet 22,95 - der Standardpreis bei König.

    Die Beethoven-Sonaten mit Levit schlagen mit deftigen 75,- zu Buche. Das muss man wollen.

    Mahler mit Bernstein ist in einer wohl schon vergriffenen Box für knapp 50,- zu kaufen. Das ist gut. Und es gibt einige Trouvaillen, wenn man alte Ausgaben mag, Boxen, die so schon lange nicht mehr erhältlich sind.


    Wäre ich Stammkunde, wenn ich in Kiel wohnte? Vielleicht. Ich kann mir vorstellen, vor Ort zu kaufen, wenn die persönliche Beziehung gut ist. Sonst schlägt der Preis am Ende doch oft das Erlebnis des physischen Einzelhandels.

    Mozart und Mambo


    Vergnügliches Hörnchen mit Streichorchester und Schlagzeug - das 1. und 2. Hornkonzert Mozarts, dazu kubanische Tänze. Das ist eine nette CD, gute Unterhaltung und abwechslungsreiche Nebenbeimusik. Ich lese hier und in der Zeitung, die Madamm, die die CD gekauft* hat, sitzt am Tisch und arbeitet am Laptop. Sehr gemütlich.



    *) gesehen und gekauft in Kiel in einem unerwarteten, selten gewordenen CD-Laden bei Ruth König.

    Ich war baff, als wir abends beim Spaziergang durch die Innenstadt an diesem Geschäft vorbeikamen. Da war klar, dass ich vor der Weiterfahrt am nächsten Vormittag dort noch mal reinschauen muss. Ich schaue mal nach dem passenden Thread für diesen Hinweis…

    Frohes Neues!

    Vielen Dank für die guten Wünsche, auch per E-Mail, lieber Alfred. Dir und allen Taminos ebenso ein gutes neues Jahr! Bleibt gesund und zuversichtlich.


    „Ritmo di tre battute.“

    Lieber Accuphan,


    da spricht der Kenner, und ich vermag nicht zu widersprechen. ;)
    Ja, die Barbirolli-Aufnahme hat ihre Schwächen. Absolute orchestrale Perfektion war nie das Ding von "Glorious John" (wie ihn die Briten ehrfürchtig hießen).
    Das Hallé Orchestra (dem er bis zuletzt treu blieb, trotz mancher vermeintlich besserer Optionen) war damals gewiss kein Spitzenorchester, was man auch hie und da hört.

    Der Klang ist auch nicht ganz ideal, wenn auch für 1959 - das ist das Aufnahmejahr - sehr brauchbar.

    Beim Wiederhören stellte ich auch da und dort ein paar Unsauberkeiten fest, wenn auch nicht in der von Dir gelieferten Präzision.
    Und doch: Die Einspielung fesselt mich auf ihre Weise wie wenige andere (es gibt schon ein paar weitere, die ich auch großartig finde, so ist es nun nicht).

    Lieber Joseph II.,


    von wannen bist Du, dass Du "hießen" sagst, statt "nannten"? ;-)


    Alles, was Du schreibst, kann ich gut verstehen! Und so ist das auch prima. Es gibt sicherlich immer wieder Aufnahmen - und das kennen bestimmt einige andere hier im Forum ebenfalls - die in ähnlicher Qualität, bei vergleichbarem Makel doch eine besondere Position haben und von uns individuell hoch geschätzt werden.

    Wem der Bezug fehlt - so wie mir bei diesem Nielsen - der mag das nicht.

    Wer den Bezug hat, für den sind solche Einspielungen über jeden Zweifel erhaben. Gut so.


    Ich habe, das fällt mir spontan ein, eine Aufnahme mit dem "König David" von Honegger im Regal. Die Aufnahme hat einige gute "Assets":

    Collegium musicum Freiburg

    Frankfurter Kantorei

    Pamela Coburn, Cornelia Kallisch, Hans Peter Blochwitz (!!), Lola Müthel

    Wolfgang Reichmann (was für eine Stimme!)

    Wolfgang Schäfer dirigiert

    Meine Eltern singen mit - das reicht schon für den Ausnahmestatus.

    ABER: die Herren Hauck und Kittler vom Hessischen Rundfunk haben es verstanden, mit ihrer geballten Inkompetenz die ganze Aufnahme so richtig beschissen zu mikrofonieren. Das ist ein absolutes Unding. Ich könnte die beiden mit Anlauf ohrfeigen. Ob das nicht auch übersteuert ist, müsste ich noch mal nachhören (Verdi-Requiem mit Barbirolli war glaub' so'n Kandidat).

    Aber: es ist eine Herzensaufnahme. Bei allem Makel gibt's keine andere, die diesen Platz einnehmen kann.

    Wenn das Deine Lieblingsaufnahme ist, soll und darf sie das sein!!


    Soviel vorweg.


    Ich biete mal eine abweichende Meinung an - eben gehört über Apple Music

    Hmmm... ein paar gepresste Unsauberkeiten im sehr engagiert spielenden Blech ("übermotiviert" wäre eine Variante), unsaubere Pauken, und gleich am Anfang Ecken im Zusammenspiel - das muss man schon wollen/ aushalten, um diese Einspielung richtig zu mögen.

    Die Pauken klingen topfig und sind schlicht unsauber! Klangtechnik und Alter der Aufnahme (1963?) sind das eine, Intonation und Synchronität sind davon aber unabhängig.

    4. Satz, 5:34/ 5:47: das h und das Fis (tiefe Note) in der Pauke sind unsauber.

    Und die letzten ca. 30 Takte sind total übersteuert. Das kann ich nicht mit Genuss hören.

    Nielsen: 3. Sinfonie - SFS - Blomstedt

    Und wir hören einen weiteren Komponisten, der die Pauke sehr mochte.

    Und wir hören Nielsen-typische Harmonien und melodische Figuren, Vorschläge, Vorhalte... (boah, diese Salamipralinen... da geht noch ein Schluck Weißburgunder!), Anspielungen auf das thematische Material der 4. Sinfonie. Da ist der ganze Nielsen in einer Sinfonie. Und dann doch nur ein kleiner Teil. Ich mag diese Westküstenversion sehr gerne.

    Nielsen 2 - SFS - Blomstedt

    Danke für das Ping, Joseph II. und Amdir : hier folgt das Pong. :-)


    In welcher Form die Zweite derzeit erhältlich sein mag, das ursprüngliche Cover ist nicht mehr dabei:


    Und so schiebe ich diese einst im Frankfurter Phonohaus gekaufte CD spontan in den Player.

    Von diesen Sinfonien hätte ich auch gerne die Partituren. Ich glaube, das wird teuer... hatte schon mal gesucht, aber es gibt so ein paar Komponisten, bei denen es nix gibt oder nur wahnsinnig teuer...


    Im Glas: Marienglas. Siehe "calici"...

    Dvořák: Requiem - Te Deum - CPO - Hrůša


    Über Pauken-Triolen (?) kamen wir hier im Forum einst auf das Te Deum.

    Te Deum - die "Biblischen Gesänge" überspränge ich mal...


    Da sind sie, die Triolen in den Pauken zur Eröffnung. Die hätte der Solopauker des Orchesters etwas deutlicher spielen können, denn wenn man nicht weiß, dass es Triolen sind, hört man schnell Achtel-Paare (statt "dongdingdong-dingdongding" eben "dongding-dongding-dongding").

    Eine Betonung ist in der Partitur nicht notiert, wohl aber die "3" unter den Triolen, was eine Kenntlichmachung durch die Spielweise nahelegt. Sonst ist's für den Hörer halt nicht klar.


    Aber wer von Euch wurde, bittschön!, nicht getäuscht durch die Pauken bei Strauss' "Zarathustra"??! Auch dort sind es Triolen - das wurde mir aber auch erst klar, als hören und zählen nicht zusammengingen... Und, wo ich schon dabei bin: ein Ritardando ist bei Strauss NICHT notiert!! Krutzinesen, wie bei Säähn-Soohns Orgelsinfonie am Schluss kein Ritardando steht... Auch wenn's jeder Dirigent so macht und der Pauker das gerne so haben will... #angeber #immerso


    Ich trinke den Mao-Kamikaze (siehe Wein-Thread) und finde Dworschak ganz toll. Und wie er die Pauken einsetzt und ganz offensichtlich sehr mag, gefällt mir immer wieder.

    Advents- und Weihnachtschoräle - Württembergischer Kammerchor - Stuttgart, 18.12.

    Am vergangenen Sonntag, dem 18.12., fand ich der Stuttgarter Hospitalkirche ein Chorkonzert statt. Die Choralbearbeitungen BWV 599-612 aus dem "Orgelbüchlein" im Wechsel mit Choralsätzen zu den entsprechenden Weihnachtsliedern/ Chorälen aus Kantaten:


    Fuga sopra il Magnificat (BWV 733)

    Nun komm, der Heiden Heiland (BWV 599)

    Gottes Sohn ist kommen (BWV 600)

    Herr Christ, der einig Gottes Sohn (BWV 601)

    Lob sei dem allmächtigen Gott (BWV 602)

    Puer natus in Bethlehem (BWV 603)

    Gelobet seist Du, Jesu Christ (BWV 604)

    Der Tag, der ist so freudenreich (BWV 605)

    Vom Himmel hoch (BWV 606)

    Vom Himmel kam der Engel Schar (BWV 607)

    In dulci jubilo (BWV 608)

    Lobt Gott, ihr Christen (BWV 609)

    Jesu, meine Freude (BWV 610)

    Wir Christenleut (BWV 611)

    Christum wir sollen loben schon (BWV 611)


    Ergänzt um Texte zwischen den einzelnen Orgel-Chor-Paarungen; mit guter Stimme vorgetragen; Bibeltexte und solche von Schiller, Celan, Brodsky, Rilke u.a.

    Ein schönes, stimmungsvolles Konzert, gut gemacht, gut geplant, gut gespielt und gut gesungen.


    Kritik meinerseits: der Chor - und verantwortlich dafür ist einzig und alleine der Leiter, Herr Dieter Kurz, leidet unter einer Art Konsonantophobie, die zu einer unterirdischen Textverständlichkeit führt! Wir saßen in der zweiten Reihe und ich habe vieles schlicht nicht verstanden. Textkenntnis und Offensichtliches vervollständigen dann einiges, aber das war insgesamt unnötig und - Dopplung - unverständlich. Wozu??

    Nächste Hürde, an der auch Profis sehr oft scheitern: es werden Silben betont, die im Fluss der Musik zwar zu betonen scheinen und singend einfach von der Hand gehen, die aber textlich nicht stimmen. Das ist nicht schlimm und bei mir auch das letzte Zehntel in der B-Note. ;-) Aber man könnte über den TEXT, den man singt, schon auch noch mal nachdenken...

    Dvořák: Requiem - Te Deum - CPO - Hrůša


    Über Pauken-Triolen (?) kamen wir hier im Forum einst auf das Te Deum. Nun starte ich mal mit CD Nr. 1 und dem Requiem.

    Mit kaltgeräucherter Lachsforelle (also Forelle - mit Lachs hat die nix zu tun; wenigstens ist die Forelle Wortbestandteil, und nicht vollkommen außen vor wie bei "Seelachs", einer hanebüchenen Verbraucherverarschungtäuschung) und Weißwein starte ich in diese Aufnahme.


    Hrůša ist im Kommen, wie mir scheint. Gut so, wie mir scheint.

    Bernstein: A Quiet Place - OSM - Nagano


    Auch dies Aufnahme steht schon lange im Regal. Ob ich sie jetzt durchhöre, weiß ich noch nicht. Was für eine irre Story. Und natürlich ist das textlastig. Die Autokorrektur ahnt die bedingte Tauglichkeit beim Arbeiten am Rechner und schlägt "textlästig" vor. Das trifft es unerwartet gut.

    Dieses Werk habe ich nicht von Bernstein selbst dirigiert. Naganos Einspielung wurde sehr gut besprochen, und außerdem habe ich die "White House Cantata" mit ihm, eine grandiose Nummer - und das ist mein absolutes Lieblingsstück, was Bernsteins Gesangs-/ Bühnen-/ Musical-/ Opernwerk betrifft. Hier also eine bedeutend anspruchsvollere Geschichte, in jeder Hinsicht, inklusive einiger Verbindungen zu Bernsteins Biographie, die sich mir beim Lesen der Handlung aufdrängen. Das Booklet muss ich ein andermal lesen.

    Bruckner: Messe Nr. 1 - Gardiner <3

    Das ist die CD:


    Und so ist die Aufnahme jetzt erhältlich:


    Von Bruckner und seinem Chor- und Orchestersatz angefixt, zu unerwartetem Leben im Infekt-Dunst erwacht, muss ich gleich noch diese Messe hinterherballern. Das ist besser als Inhalieren.


    Tja, zur DGG und Gardiner hatte ich mich a.a.O. schon kurz geäußert. Schade, dass das damals beendet wurde. Eieiei, was hätte das noch geben können... Und der erneute Beginn mit der Johannes-Passion ging musikalisch (gesanglich! bei den Solisten! Und das ist besonders bitter!!) gründlich in die Hose. ;(


    PS:

    Und das Blech brettert mit Dreifachzunge durchs CREDO. Das ist ein dolles Stück, und das ist eine superbe Aufnahme. Was hätte ich so gerne noch mehr Wiener Philharmoniker mit dem Monteverdi Choir gehört.

    Bruckner: Messe Nr. 2, Te Deum - Herreweghe


    Sodele, Dank erneuter Erkältung/ eines weiteren oder alten, wieder aufgekeimten (?) Infekts ist der Kopf etwas matsche, und es kann sein, dass hohe Soprane und Blechbläser nicht so gut in die Ohren passen. Aber ich will nun endlich mal reinhören, wo doch diese CD - hochgelobt - schon eine Weile im Regal liegt.


    In der Wohnung über uns übt jemand Nebelhorn (mit Können gespielt wäre es ein Saxophon) und verspielt sich seit Wochen, schlecht übend, meist zu schnell, an einfachen Weihnachtsliedern. Zum Gotterbarmen. Da kommt mir Bruckner gerade recht. Und was ist das für eine tolle Musik! Die habe ich nie gesungen und ich ahne, wieviel Spaß das macht.



    PS: Te Deum, "...non confundar..." - ich höre es jetzt das dritte Mal in Folge. Das weckt alle Geister in mir auf. Schönes Sopran-Glissando bei 5:00, und ein toller, Brucknerscher Paukenwirbel, der orgelpunktartig ab 4:42 den Schluss begleitet. Herr-lich!! :-)

    Ich weiß, ich pingele jetzt rum - aber wieso dunkelgrün? Die Paradeuniform der NVA war doch so hechtgrau. Die Tarnanzüge fürs Gelände hatten so was Schlammig-Grünliches - aber in denen wurde nicht der Wachwechsel "Unter den Linden" vollzogen und auch nicht der Aufmarsch bei Paraden zum Republikgeburtstag. Denn nur zu diesen Anlässen packte die NVA den Stechschritt aus - wenn mich nicht alles täuscht.

    NVA...? Ach ja, die gab's ja auch noch. Ich dachte an keine konkrete Armee, mehr verallgemeinert. Aber bei Google fand ich das hier, und es geht in die richtige Richtung (man beachte die Schläppchen...):
    https://www.galileo.tv/life/ve…rea-waere-voellig-anders/

    astewes : Jaja, die Lehrer listet das Booklet natürlich auf. Hilft nur nix. Sie kann wesentlich besser Klavier spielen, als ich das je vermochte. Soviel ist klar. Aber das liegt natürlich auch an den Lehrern... ;-)


    Beim Vivace gibt's beim ersten Hören mehrere Stellen, bei denen meine Augenbrauen zucken, z.B. ab 0:53 bis Ende des Abschnitts (1:01); die kurze Figur rechts bei 1:33... das fehlt das Feine, auch bei den Trillern, das Elegante, das ich bei Perahia und Fellner schätze.

    Das ist technisch nicht schlecht, aber mir sehr oft zu gestakst; Intervallsprünge mit einer zeitlichen Verzögerung, die ich bei hochvirtuosen Stücken nachvollziehen könnte, stören mich hier. Vielleicht ist es deshalb sogar auf eine eigene Weise schwierig, weil bei den virtuosen Stellen die Geschwindigkeit hilft, während man hier in kurzer Zeit aus wenig Bewegung heraus springen muss, dabei aber nicht im Fortissimo donnern kann. :/

    Wenn ich das richtig deute, dann denke ich an das eher "zivile" Marschieren der Amerikaner. Bei den Deutschen müsste dann schon der jeweilige Zeitkontext hinzugefügt werden: kaiserliche Armee, Wehrmacht, NVA oder Bundeswehr? Durchaus unterschiedliche "Marsch-Kulturen"8o


    Grüße

    Garaguly

    Hoppla, da war ich völlig arglos in der Neuzeit unterwegs :saint:, also bei der Bundeswehr, z.B. beim Großen Zapfenstreich, mit einem Heeresmusikkorps, in dem viele gute Musiker waren, die dann z.B. später Soloschlagzeuger eines RSO wurden...


    Bei den Amis denke ich aus eigener Erfahrung an das zivile Marschieren in der High School, und auch an das Militär, mit schönen Uniformen, toller Musik*, im Gegensatz zu dunkelgrünem Kommunistenheer im Stechschritt. :)



    *) ich finde, dass ich beim blinden Hören von Nationalhymnen schon ein Gefühl dafür bekomme, ob ich in dem betreffenden Land wohnen wollte oder nicht. Das mag auch mal täuschen, aber oft passt's, wenn es aufgelöst wird.

    Die Aufnahme dieser reizvollen Stücke, teils an Haydn erinnernd, finde ich verdienstvoll. Eine Lücke im Katalog.


    Der Wechsel der Aufnahmeorte findet hörbar in den Stücken statt, bspw. von Track 6 zu 7. Das ist ebenso wie Schnittfehler handwerklich nicht gut.


    Frau Markovina spielt leider nicht so, als habe sie "die Perfektion der Russischen Schule" (Booklet) erlernt. Da sind Läufe doch etwas unrund, eckig und eben nicht so geläufig, wie ich das von einem Studenten im vierten Semester erwarten würde. Mangelnde pianistische Souveränität zeigt sich mir oft an solchen nicht sehr schweren Stücken. Der große Fehler an dieser Aufnahme ist, dass mir Markovinas Spiel gar nicht zusagt: Läufe; Timing; der Gestus eines Marsches, bei dem ich mir vorstelle, dass sie gar kein inneres Bild davon hat, nie marschiert ist und von der Musikalität eher bei nordkoreanischen Soldaten ist als bei amerikanischen oder deutschen. Kann diese Formulierung jemand auch nur ansatzweise nachvollziehen?? Da fehlen der Sexappeal, das Gefühl für solche kleinen Formate, die Lust. Ich bin fast soweit, dass ich mir Lang Lang wünsche, sich dieser Stücke anzunehmen... Da wäre sicherlich auch einiges idiosynkratisch verdreht, aber mit Schmackes.

    Selbst Pollini kann ich mir vorstellen, und er würde es mit 89 noch besser spielen.

    ...
    Ich habe volles Verständnis, wenn einen das nicht interessiert, aber dann sollte man sich vielleicht auch nicht dazu äußern. Ein Dacia-Fahrer hat zu einem Porsche-Forum vermutlich auch wenig sachdienliches beizutragen.

    Das kann ich nachvollziehen, und es mag naheliegend sein, doch kann auch der (kundige/ interessierte) Daciafahrer gute Gespräche mit einem Porschefahrer führen.

    Wenn beide am Gespräch über die Sache interessiert sind, vielleicht auch mal frotzeln, aber der eine nicht pöbelt und der andere nicht überheblich ist. :)

    Bruckner: Klavierwerke - Ana-Marija Markovina


    Ein bisschen teigige Hände hat die Dame. In die Spieltechnik muss ich mich reinhören, es wird besser mit der Zeit.


    Bei Track 5, 3:16, ist ein für meine Ohren grober Schnittfehler (klingt, wie wenn sich das Digitalradio kurz verschluckt). Da hat der Herr Siedler nicht sauber gearbeitet...


    Der Bösendorfer Imperial 290 wird erwähnt, nicht aber, wer den intoniert hat.

    Aufgenommen am 18.07.2017 und 10./11.02.2018 in Bottrop und Dülmen.

    Mozart / Voříšek - Blomstedt - GOL


    Die Prager Sinfonie ist eine besondere Sinfonie für mich. Mit ihr gab ich einst mein Debüt als Orchesterpauker im Alter von... ungefähr 12 Jahren in Mozartsaal der Alten Oper in Frankfurt. Ich habe sie lange nicht gehört und freue mich über Blomstedts Einspielung.

    Der Anfang muss gut gelingen - die Pauke beginnt mit einem Wirbel, der Einsatz mit den Bläsern muss sitzen; der Wirbel muss klingen und sofort "stehen", also "trrrrrrrrrr" und nicht "bamm-trrrrrrr". Nicht schwierig, aber auch nicht trivial. Wenn das schlecht dirigiert wird - vor allem bei Laienorchestern und entsprechend fähigen Dirigenten, geht das schon mal schief... Und es ist nicht so knackig eindeutig wie z.B. in der "Jupiter".


    Von Voříšek (jaaa, tipp' das mal korrekt...!) habe ich zeitlebens nichts gehört, jedenfalls nicht dass ich mich erinnerte.