Beiträge von Accuphan

    Bach: Partitas - Levit


    Nach FMB: "CDs am Schreibtisch zu hören." Ein Start in den Tag am Schreibtisch, bei dem die leichten, denkarmen Dinge von Musik begleitet leichter von der Hand gehen.

    Blöd nur, dass ich die Noten nicht mitlesen kann, wenn ich beschäftigt bin. Aber das reizt zum Wiederhören mit Fokus aufs Gespielte.


    Schön, wenn es Sommer ist, tags und abends warm, sogar noch sehr warm, aber nachts und bis in den Vormittag hinein kühl und angenehm frisch. 20° am Morgen sind ja schon fast kalt im Vergleich mit dem Wetter vor einigen Tagen.


    Levit spielt einen schönen Bach; Tempi mitunter langsamer als ich sie gewohnt bin, dann wieder erwartungsgemäß; schöne Verzierungen sind auch mit dabei.


    Die Aufnahme ist hervorragend gemacht, mit vielen bewährten Zutaten hinsichtlich Ort und Personen.

    Einzig den Klavierstimmer und das Instrument haben sie mal wieder außen vorgelassen.

    1. ...

    2. Alle Haushalte werden verpflichtet, die GEZ-Gebühren zu zahlen, weil der Gesetzgeber annimmt, dass alle mindestens ein Medium besitzen. Das aber sind keine Gebühren, das ist eine Steuer.

    3. ...

    Es sind Gebühren, denn es gibt im Gegensatz zu Steuern eine Gegenleistung, die mit der Gebühr direkt zusammenhängt.

    Die seichten Unterhaltungssendungen und der Sport sind aber genau das, was bei der Mehrheit der Zahler von Rundfunk- und Fernsehgebühren die Akzeptanz erhält, dass sie überhaupt bereit sind zu zahlen. Diejenigen, die an Kultur interessiert sind, sind leider in der Minderheit. Um dieses anspruchsvolle Angebot für die Minderheit aufrecht zu erhalten, muss man halt die Mehrheit zufrieden stellen. ;)

    Vielleicht ist da was dran; muss ich noch drüber nachdenken. Wieviel von dem einen braucht's, um das andere zu bekommen? Ist das der richtige Weg? Kann man Kultur anders finanzieren?


    Es führt mich schnell zum Wunsch, neben dem laufenden System mal auf einem leeren Blatt Papier den ÖRR neu zu definieren und dabei auch über die sog. Grundversorgung zu diskutieren.

    Wie würden wir es heute machen, wenn es keinen Rundfunk gäbe?

    Wie viele Menschen brauchen wir in der neuen Struktur?

    Wieviel Geld bekommen die, und ist das alles angemessen?

    Brauchen wir die ARD und das ZDF? Mitarbeiter da und dort werden flammende Reden zur Rechtfertigung ihrer Existenz halten - verständlich. Aber würden wir dieses System heute nochmals noch aufbauen?

    Kann man nicht einiges bundesweit auf einer landesweit einheitlichen Frequenz senden, ergänzt um Regionalprogramme? Aber ohne dass jeder Sender vier oder mehr volle Wellen betreibt? Oder ist das alles gut so?

    Mich hat die Musik Gustav Mahlers vom ersten Moment an in den Bann gezogen, fasziniert, irritiert, erregt, aufgewühlt, begeistert, emotionalisiert...


    Es war auch bei mir der Zyklus des RSO Frankfurt unter Inbal,

    den ich größtenteils live im Großen Saal der Alten Oper erlebt habe (vom Bühnenrang die Ohren in den Raum und die Augen auf die Musiker; einige kannte ich, die auf der Bühne saßen, waren Lehrer, Freund, Bekannte).

    den mein Vater dann CD für CD im Phonohaus erstanden hat.

    den man auch bei der Vierten nicht mit nur einem Kunstkopf aufgenommen hatte, wie es hieß.

    der Geschichten vom Dirigenten, aus dem Orchester und von den Solisten umfasst, über die ich nicht schreiben werde/ kann/ darf.

    den ich gerne auf einer remasterten Denon-Version hätte, um die Billigschuber-Version zu ersetzen.

    dem viele weitere gefolgt sind - Zyklen auf CD und Konzerte.

    der eine Mahler-Liebe entfacht hat, die in mir auch neben Bach, Bruckner und Strauss (u.v.a.) wunderbar Platz hat. Widerspruchslos.


    Ich liebe Lenny. Ich liebe auch seinen Mahler und die Geschichten drumherum. Ich neige zu der für uns Fans unangenehmen Einsicht, dass nicht Bernstein allein den Wienern und der Welt zu Mahler verholfen hat. Und doch trübt das meine Zuneigung weniger als die Rolle Helmut Witteks (ich schaue jetzt nicht nach, ob ich den richtig geschrieben habe) in der Vierten. Was zum Teufel soll dieser völlige Fehlgriff?? Zumal es auf DVD die Version mit Edith Mathis gibt... Und ich höre ihn grummeln im Interview, die Szene mit "scheiße (sic) Musik", "wir werden kein' Mahler haben" in der Probe. Herrlich... Ich erlaube Amberson alles, was den Kult um Bernstein erhält, denn ich weiß, dass sich andere um Kritik und Perspektive kümmern.


    Mir ist Mahlers Popularität überhaupt nicht rätselhaft. Keinen Ton, keine Sekunde lang.

    Es gibt Musik von derart urwüchsiger Kraft und Überzeugung, gar Überwältigung, dass ich gar nicht anders kann, als ihr zu erliegen, zu verfallen.


    Es wartet die Partitur vom "LvdE" auf mich und meine Stifte. Sicherlich das von mir am wenigsten gehörte Werk, bei weitem nicht so populär wie die (anderen) Sinfonien oder das Klagende Lied (boah, das hatte ich auf CD zuerst gehört; mich hat's ja schier zerrissen).


    Nach dem 1. Teil der Achten heute Morgen auf der Fahrt zur PZR - Dudamel - LAPhil - nur im Stream/ Download (das ist an anderer Stelle bei Klavieraufnahmen ja Thema im Forum) wird das die nächste Runde mit Mahler bei mir sein. Ich bin gespannt und freue mich auf die Neuentdeckung.

    Ist schon Mist. Kenne Netflix nicht. Ist das irgendsoein Streamingdienst? Bezahlpflichtig?

    La Roche

    Vielleicht komme ich dem Geätze hier quer, dennoch: wer ins Internet zu Tamino findet, der könnte diese Technik auch zum Suchen nutzen:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Netflix


    https://www.netflix.com/de/


    Was bin ich froh, Johannes Schlüter , dass ich mich nicht für den halben Rundfunkbeitrag auf Netflix beschränken muss...

    Heute Abend um 20 Uhr überträgt BR Klassik das Rheingold aus Bayreuth. Leider zeitversetzt und nicht live.

    Damit ist es für mich keine Übertragung, sondern die Sendung einer Aufzeichnung.
    Dieses „zeitversetzt live“ ist für Leute, die Nonstopflüge und Direktflüge nicht auseinanderhalten können. 😂


    (hat nix mit Dir zu tun!! Geht in Richtung Kommunikationswurschtigkeit der Sender und Programminfos)

    Hans Pfitzner: Streichquartett op. 13, D-Dur

    Die erste und bisher einzige CD mit Musik Pfitzners ("Von deutscher Seele", Metzmacher) wurde ergänzt durch die beim Forumspartner gekaufte cpo-Box mit Kammermusik.

    Ich muss noch ein bisschen planen, buchen, wurschteln, da passt das vielleicht ganz gut. Mal hören, was der Zeitgenossen von Richard Strauss so zu bieten hat.


    Herbert von Karajan hat diesen Marsch (auch bekannt als Schwedischer Reitermarsch) mit den Bläsern der Berliner Philharmoniker tatsächlich eingespielt. Die Aufnahme ist beim Werbepartner vergriffen, lässt sich gebraucht aber bestimmt auftreiben.



    Luxuriöser könnte das orchestral kaum sein. Indes habe ich diese Kollektion irgendwie mittelprächtig in Erinnerung. Zu "symphonisch" vielleicht, zu wenig Schmackes. Militärmärsche müssen für mein Dafürhalten schon mit dem richtigen Biss dargeboten werden, wie schon Opa Hoppenstedt weiland meinte. Daher bringen es die echten Militärkapellen zumeist auch am überzeugendsten (finde zumindest ich).

    Oh, vielen Dank Dir und orsini für die Verlinkungen!

    Die Berliner Aufnahme unter Karamalz ist natürlich instrumentale Spitzenklasse. Mir geht das Herz auf, wenn ich gute Pauken höre, hier mit Naturfellen - nur leider viel zu hoch...! :rolleyes: #depp ;) Die Bläser sind top, die Doppel- und Dreifachzunge sitzt. Aber zu gepflegt. Das ist schön gespielt, aber zu brav.

    Die NVA-Kapelle hat mehr von dem zu Recht von Opa Hoppenstedt geforderten Biss, ich würde sagen "Dschingerassa-bumm". Knackige Bläser, dafür nicht die Klangqualität; und die Aufnahme, die ich nicht finde, betont schönerweise die Sekundreibungen deutlicher, das lieb' ich einfach.


    Vielleicht wäre ein amerikanisches Orchester erste Wahl, ähnlich wie bei John Williams' "Star Wars" & Co. - klassisch ausgebildete Leute, die aber alle in der Marching Band ihrer High School waren, vielleicht beim Militär, und die bei sowas hervorragend gut spielen, das aber mit Erfahrung und entsprechender Prägung mischen. Nicht so brav symphonisch...

    Märsche - herrlich!

    Diese Box steht bei mir im Regal, und eine zweite finde ich gerade nicht, weder im Netz noch im Regal. Darauf ist ein Lieblingsmarsch von mir, der "Marsch der finnländischen Reiterei". Der beginnt mit einem Paukensolo, einfach, aber prägnant! :-) - Ein tolles Stück für gute Laune.


    Bei jpc finden sich ein paar Einspielungen, eine davon extremst bräsig und lahmarschig...


    Wenn ich eine Milliarde Euro habe (Indikativ, Temporalsatz 8)), dann bezahle ich mal eine richtig gutes Orchester für eine richtig gute Aufnahme. Was könnt' mer da ein Spaß habbe...

    The Art of Bach


    Genau das Richtige zum Surfen und Suchen nach einem geeigneten Monitor...


    Off topic:

    Der Besuch im sogenannten Fachhandel brachte - wie eigentlich zu erwarten - nichts. Allerdings ist die Auswahl beim stationären Handel meist auf MediaMarkt und Saturn beschränkt. In einer Filiale des Elektro-Planeten wurde ich vorhin gleich mal gar nicht beraten: den Mitarbeiter musste ich, soweit ist die Übung klar, selbst grüßen und ansprechen. Auf meine Frage, wo denn die Computer-Monitore zu finden seien, sagte er: "Na, da drüben.", zeigte in Richtung der Wand... und verschwand... wortlos... grußlos... Was für eine vertane Chance. Naja, so geht's denn mal wieder ins Netz.


    Auffällig ist die dürftige Selektionsmöglichkeit auf den Hersteller-Webseiten. hp funktioniert auf dem Tablet gleich ganz schlecht, das geht nur auf einem Laptop oder Desktop gut.
    UX? Horror! Denn man los...

    Schubert: Sinfonie Nr. 8 - GOL - Blomstedt


    Ich fange mal mit der Achten an. Aufgenommen im Gewandhaus im November 2021.


    Eine "neue Schubert-Ausgabe" mit "umfangreichen Kritischen Berichten" wird von Blomstedt erwähnt. Leider wird weder im Text noch bei den Credits erwähnt, welche/ wessen Ausgabe gemeint ist. Bärenreiter? Breitkopf & Härtel? ...? Nun gut, muss ich selbst googeln... Sowas sollte bei den Credits erwähnt sein, finde ich.


    Klingt gut. Schönes Timing. Gleich kommt der 2. Satz.


    PS: https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Schubert-Ausgabe

    Schubert und Schumann

    Das war für mich als Blomstedt-Fan ein Pflichtkauf. eh klar. In Bürosprache ein sogenannter "No-Brainer".


    Außerdem fand ich diese Box und ließ mich verführen:


    Damit habe ich dann wohl zwei CDs doppelt, aber die GA wollte ich haben. Jetzt ist der Merkzettel "Lieder" wieder leer.

    ... Ist halt analog zur Verkostung von Wein, wo es nicht zu unrecht heißt: „Der Blick aufs Etikett spart 10 Jahre Erfahrung.“

    (W)Einspruch! Gehört nicht zum Thema, nur knapp: es könnte genau andersherum sein. Und selbst wenn man das so richtig findet gilt, dass man ein Weinetikett lesen können muss, d.h. verstehen können muss, was da drauf steht... ;-) Prosit!

    Ein paar interessante Neuerscheinungen demnächst ...


    Ludwig van Beethoven: Symphonien Nr.1-9

    • Label: DGG, DDD, 2020
    • Erscheinungstermin: 8.7.2022

    Hallo zusammen,


    Hat die von Euch schon jemand erstanden und gehört?


    Auf einer englischen Klassikseite im Internet fand ich eine durchwachsene Beurteilung der Einspielung.


    Mich interessiert die Urtextausgabe bei Breitkopf in Zusammenarbeit mit Henle, auf deren Basis diese Einspielung wohl die erste ist.

    Vielleicht kommen mit der Zeit weitere dazu.


    Einen Schuber mit allen Partituren wie bei Bärenreiter wird es wohl erst 2023 geben, da die 1. und 2. Sinfonie noch überarbeitet werden.

    Wie solche Verlage planen und arbeiten, ist mir ein großes Rätsel. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es den Leuten im Verlag nicht anders geht... ;-)


    Viele Grüße ins Wochenende

    Accuphan

    Herbert Blomstedt: Mission Musik - Gespräche mit Julia Spinola

    Das war meine Urlaubslektüre. Ich liebe Herbert Blomstedt und war etwas enttäuscht darüber, dass das Buch keine 600 Seiten hat... ;-)


    Mit dem ersten Blick in die Diskographie fiel mir ein erster Fehler auf, eine Kleinigkeit nur, aber sowas sollte beim Abtippen von Information nicht passieren.

    Dass Spinola das San Francisco Symphony Orchestra mit "SFSO" abkürzt, finde ich noch ok, wenn auch die Eigenschreibweise "SFS" ist.

    Das Gewandhausorchester Leipzig als "GEW" ist mir fremd, ich kenne GOL und habe GO und GWO schon gesehen. Na ja...


    Das Buch hat mich gut unterhalten und ich beneide Spinola um die Gelegenheit, HB so lange begleitet zu haben.

    :!:


    Vorgestern aus Strasbourg mitgebracht für sage und schreibe €29 :jubel::jubel::jubel::jubel:kann meine Freude >immer< noch nicht fassen! :)

    ...

    Glückwunsch!! Tolle Box, tolle Aufnahmen, tolles Orchester...! :thumbup::D


    Ich hatte die Aufnahmen noch alle einzeln direkt zur VÖ gekauft; teilweise Kontakt zum Importeur für noch früheren Bezug, oder auch nach San Francisco. Naja, ein bisschen spinnert bin (war) ich ja schon... :pfeif:

    Strauss: Festliches Präludium für Orgel und Orchester - BSO - GOL - Nelsons


    Ich beginne mit CD 7 und dem Zusammenspiel beider Orchester. Nadal hat in Paris gewonnen. das Fernsehprogramm ist eher mau, und so höre ich noch etwas Musik.
    Dieses Stück habe ich neulich schon auf YouTube gesehen, nun also die CD-Version.

    Funkorchester - Rundfunkorchester - Radio-Sinfonie-Orchester


    Im Wikipedia-Artikel zum Stichwort Rundfunkorchester wird erwähnt, was mit spontan ins Hirn schoss, wozu ich aber auch die Schnelle nichts recherchieren kann: ein "Rundfunkorchester" ist etwas anderes als ein Radio-Sinfonie-Orchester. Zumindest war das mal so.


    Als ich den HR als Schüler regelmäßig betreten hatte, gab es ein Rundfunkorchester (die 2. Garde, weniger wichtig, weniger renommiert) und das RSO (die 1. Garde, das große, wichtige Hauptorchester). Deshalb bin ich am Thread-Titel "Rundfunkorchester" hängengeblieben.


    Das nur mal so als spontaner Einwurf zu diesem interessanten Thema.

    Hach wenn nur die Baltsa nicht wäre.....:( hätte ich mir die Aufnahme auch zugelegt! :pfeif:


    LG Fiesco

    Die Baltsa ist mir tatsächlich nicht unangenehm aufgefallen! Eben durchs "Lux aeterna", wo sie meiner Wahrnehmung nach am deutlichsten exponiert ist und gut gesungen hat. Vor allem sauber - im Gegensatz zu Carreras im Terzett - und unaufdringlich, ohne zu drücken.


    Carreras könnte ich immer wieder auf die Nuss hauen, das ist nachgerade geschmacklos. Der kann fast keinen einzigen Ton gerade ansingen, ohne "reinzuschmieren". Das gibt ja in mittelstädtischen Laienchören Ärger...


    Und Nesterenko erinnert mich an Samson aus der Sesamstraße; und er singt als wäre er ziemlich erkältet. Die Vokale sind nicht schön, das ist nasal und dick.


    Muti macht Tempo und dirigiert das prima, wie ich finde. Der Chor ist gut und das Orchester ebenfalls. Ein paar Schwächen bei Rhythmus und Zusammenspiel kommen vor.



    PS: Jessye Norman singt phantastisch. Nur an der Stelle, also an der Stelle, singt sie nicht nur zu laut, sie macht auch noch ein Crescendo in den nahtlosen Übergang zum nächsten Abschnitt (Streicher-Tremolo im f, "Libera me..." ohne tempo).


    Ja, jaa doch, das ist unfassbar schwer und eigentlich eine Frechheit, den Oktavsprung von b' auf b'' im pppp singen zu lassen... Aber: die Caballé konnte es. #gänsehaut

    Und in der Partitur steht der letzte Ton, das hohe b mit Fermate, es folgt ein Doppelstrich, bevor es mit den Streichern im f weitergeht. Das fand ich sehr schade, wie hier die Spannung leider nicht entsteht.