Beiträge von MSchenk

    Spiritus rector dieser Aufnahme ist offenbar Hans Albert Courtial [...] Diesem geht es nach meinem Verständnis nicht darum eine "rentable" oder eine Tschaikowsky Einspielung zu sponsern [...]

    Damit wir uns nicht missverstehen: mir geht es ebenfalls nicht um eine "rentable" Einspielung, sondern um die musikalische Qualität. Ob ein Bruckner-Zyklus überhaupt je rentabel sein kann, ist noch eine ganz andere Frage.

    Bruckner wurde je einst mit "viel Weihrauch" gespielt - später aber "entmystifiziert" Diese Projekt ist quasi die Rückkehr - oder -modisch formuliert "Back to the roots"

    Na ja, fragt sich, was "einst" und "roots" in diesem Zusammenhang eigentlich bedeuten soll? Ursprünglich waren Bruckners Symphonien von ihm selbst wahrscheinlich nicht für weihrauchgeschwängerte Aufführungen in Sakralbauten konzipiert und es handelt sich trotz Bruckners tiefer Religiosität wohl trotzdem zuersteinmal um weltliche Musik. Das - mehr oder weniger angebrachte - Versetzen seiner Symphonien in ein "kathedrales" Umfeld scheint mir eher eine etwas fehlgeleitete Entwicklung der 50er, 60er und 70er zu sein. Insofern kann ich Rüdigers Beitrag oben nur zustimmen.

    Sowas würden wir im Bereich der Oper brauchen.......

    Da sei dann doch der Beelzebub des sog. Regietheaters vor :evil:

    Uff, warum muss man das eigentlich so überladen? Sakrale Musik in sakralen Räumen! Ein Musiker Gottes! - Was für ein Quark! Vielleicht mal auf das Wesentlichen konzentrieren, sich in den Musikvereinssaal setzen, anständig musizieren und schauen, ob sich die Veröffentlichung eines Mitschnitt lohnt. - Mich persönlich hat allerdings bisher, was das symphonische Repertoire auf CD angeht, nur Thielemanns Brahms-Zyklus einigermaßen überzeugt. Weder kann ich viel mit seinem Wiener Beethoven-Zyklus, noch seinen Bruckner-Einspielungen mit der Dresdner "Wunderharfe" anfangen; aber das ist natürlich Geschmackssache.

    Ich finde, daß die gastronomischen Vergleiche sehr gut geeignet sind, weil sie TREFFSICHER und ENTLARVEND sind - und GENAU DESHALB werden sie ja so angegriffen und ers wird versucht sie als lächerlich und geschmacklos hinzustellen. Ein Hinweis mehr, daß sie ins Schwarze treffen.

    Also erstmal gibt es überhaupt keinen Grund, hier herumzubrüllen! - Und dann tut es mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber deine gastronomischen Vergleiche inkl. "Sacher-Torten"-Vergleich sind all dies nicht. Selbst der "Hundekot"-Vergleich hat hier praktisch niemanden (außer Gerhard vielleicht) hinter dem Ofen hervorgelockt; weder wurde er angegriffen, als lächerlich oder geschmacklos hingestellt, noch überhaupt nennenswert thematisiert. Er war einfach nur ebenso vollkommen am Thema vorbei, wie Gerhards gerne bemühten Vergleiche mit überschmierten Bildern oder zerstörten Statuen.


    Und bilde dir jetzt bitte nicht ein, diese Einschätzung hätte irgendetwas damit zu tun, dass ich als angeblicher RT-Freund unbedingt das sog. Regietheater verteidigen und jede Gegenrede ins Lächerliche ziehen müsste. Meine Einschätzung beruht ganz alleine auf lesendem Verstehen.

    Tja, Don Giovanni und Hamburg scheint ja so eine Sache zu sein: Ich erinnere mich noch dunkel an die Marelli-Inszenierung, die zumindest ein echer Hingucker gewesen ist, allerdings aufgrund des zu betreibenden Aufwandes - das Haus musste wg. Auf-/Abbau des Bünhnebildes jeweils am Vortag und am Tag nach der Aufführung geschlossen bleiben - nur wenige Male lief. Die letzte Inszenierung von Doris Dörrie war schon ein ziemlicher Reinfall (siehe hier). Trotzdem werde ich mir morgen noch einen eigenen Eindruck zur aktuellen Neuproduktion verschaffen. Und als eventuell vorweggenommene Entschädigung geht es heute schon in Le nozze di Figaro um zum einen Frau Karg bei ihrem Debüt als Gräfin zu bewundern und zum anderen, weil sich einmal mehr das Ensemble Resonanz unter Riccardo Minasi die Ehre geben wird.

    Ich kenne das in der Wiener Staatsoper eher von den Touristen.

    Hat's in Hamburg auch, aber die machen nach meiner Beobachtung eher einen verschwindend kleinen Anteil aus, denn ehrlicherweise fährt ein Tourist vielleicht auch nach Wien um einmal in der Wiener Staatsoper zu sitzen, aber kaum einer nach Hamburg um einen Abend in der Staatsoper Hamburg zu verbringen. Eher gibt es da die Gäste aus dem Umland, welche sich über die lokalen Kulturvereine per Bus ins Große Haus karren lassen - dies sind jedoch keine Erstbesucher, sondern schon seit Jahren und Jahrzehnten dabei und dafür das schlechte Benehmen inzwischen durchaus kultiviert :untertauch: Die touristisch motivierten "Problemfälle" finden sich dafür in deutlich wahrnehmbarer Menge in der Elbphilharmonie.

    Während der Akte der Oper hörst du kein Geräusch im Saal, [...]

    Das ist leider in der Oper nicht immer der Fall! Im Gegenteil scheint es mir persönlich so, als sei es immer mehr üblich, sich gerne auch während der Vorstellung vernehmbar über Sänger, Inszenierung oder häufiger über andere beliebige Themen auszutauschen. Und dabei handelt es, so mein Eindruck, im Regefall nicht um Opernneulinge oder jüngere Besucher, sondern eher um "Alteingesessene". - Im übrigen und damit ich nicht "aus Versehen" missverstanden werde, halte ich die Idee, Menschen die Oper im Kinosaal nahezubringen, für grundsätzlich gut. Nichtsdestotrotz würde ich das Live-Erlebnis mit all seinen Vor- und Nachteilen immer vorziehen.

    du hast da diesen Herrn Schenk zitiert, den ich schon längere Zeit ignoriere. Was er aber da als nicht akzeptabel bezeichnet, hat durchaus seine Berechtigung.

    Ach, Gerhard! Bleib doch einfach mal bei der von dir so gerne in Anspruch genommenen Sache, so ganz ohne persönlich zu werden: dann heißt es nämlich die Höflichkeit wahrend z.B. nicht "diesen Herren Schenk", sondern einfach "Herrn Schenk". Zudem behauptest Du einmal mehr eine Aussage, die ich so nicht getroffen habe, denn als "nicht akzeptabel" habe ich in diesem Zusammenhang überhaupt nichts bezeichnet. Ich halte dir allerdings zugute, dass dein falscher Eindruck daher rührt, dass Du mich bzw. meine Beiträge ja ignorierst und deshalb nicht wissen kannst, was ich eigentlich geschrieben habe. - Nur, dann sei doch bitte auch so gut und beziehe dich auch enicht auf Äußerungen, die ich so nicht getätigt habe, dass könnte nämlich zu erheblichen Mißverständnissen führen, einverstanden?

    Ich bringe nochmals den Vergleich mit dem Lokal, welches Hundekit auf der Speisekarte hat - kein Mensch (von Ausnahmen abgesehen) würde hier einspruch erheben, wenn ich das als ekelig bezeichnete.


    Ich hoffe die Parabel wurde verstanden

    Nö, weil dein "Gleichnis" leider nichts mit dem zu tun, was hier verhandelt wird. - Aber das ist natürlich nur meine Meinung :hello:

    Ihr Kommentar ist zum Kotzen, Herr Dr. K.!!!

    Denk einmal so, lieber Wolfgang: Einige entblößen damit doch nur ihren eigene Charakter.

    Auch an Dich, lieber Gerhard, die Frage, worin die Entblößung des eigenen Charakters besteht, wenn Holger hier lediglich auf ironische Weise das formuliert, was andere hier im Forum mit Kommentaren, wie beispielsweise Würde ich mir nie anschauen, Ist mir mein Geld für zu schade, Gerne für den der es braucht, aber sicher nicht für mich usw. usf. immer wieder tun?

    Wenn ich Rezensonen in meinem Forum zulasse oder vielleicht sogar begünstige, die anschliessend nicht kommentiert werden dürfen (ähnlich wie in Fachzeitschriften), dann kann sich der Rezensent ungehindert austoben. Es kann nun passieren, daß ein Regietheaterbefürworter über eine eindeutig entstellende Aufführung Lob ausschüttet und ein ahnungsloser Leser, daraufhin diese Vorstellung besucht. Anschkiessend ist er verbittert und btingt seinen Frust mit meinem Forum in Verbindung. Das möchte ich auf keinen Fall !!! Ich empfände es als Hohn gegen meine Person. Daher soll jeder leser - auch der neu hinzugekommene, wissen, mit wem er es zu tun hat. Diese "Etikettierung" mag dazu beitragen. Wie sieht es aber mit jenen "gemässigten" aus, die "moderne Inszenierungen, wenn sie "gut" sind " und nicht allzuviel verändern akzeptieren. Ich würde sie als "infiziert" sehen und verlangen, daß sie sich al RT-BEFÜRWORTER outen. Sicher ist sicher.

    Ah, jetzt verstehe ich. - Allerdings würde ich in diesem Fall empfehlen, konsequent zu sein und gleich einen öffentlichen Gesinnungstest (ggf. unter Hinzuziehung eines polizeilichen Führungszeugnisses) zu verlangen ... :no:

    Chrissy hat sich schon lange aus dem aktiven Forum verabschiedet. Aber Deine Drohung ist unverschämt, sie stinkt zum Himmel. Ich erwarte jetzt, daß die Moderation oder der Forenbetreiber eingreift, denn das ist eindfach mehr als nur ein starkes Stück!

    Ich verstehe die Empörung nicht: Wo ist denn der Unterschied zwischen dem, was Holger ankündigt bzw. für sich in Anspruch nimmt und dem, was hier andauernd passiert mit Einwürfen wie Würde ich mir nie anschauen, Ist mir mein Geld für zu schade, Gerne für den der es braucht, aber sicher nicht für mich etc. pp. - Klar, es ist immer blöd, wenn ein anderer das eigene Fehlverhalten formuliert und auf den Punkt bringt, aber - wie Gerhard immer wieder betont - steht ihr da nicht drüber?

    Mir wird auf ewig schleierhaft bleiben, wie man an derartigen Inszenierungen, wie z. B. hier vorgestellt, Freude und Gewinn haben kann.

    Solche Kommentare sind völlig fehl am Platze.

    ….. und das finde ich völlig unakzeptabel. Damit wird das Recht auf freie Meinungsäußerung nämlich auf den Prüfstand gestellt, und das kann nicht sein!

    Jetzt mal ehrlich: Worin besteht in Bertaridos Einwurf eigentlich konkret der Angriff auf die Meinungsfreiheit? - Weder wird hier eine Löschung verlangt, noch sehe ich z.B. irgendeine Form von expliziter oder impliziter Drohung. Nicht einmal eine Unterlassung wird verlangt. - Klar, Bertarido hätte formulieren können, dass er solche Kommentare hier als völlig fehl am Platz empfindet. Aber bitte, Verallgemeinerungen dieser Form finden sich in den "Diskussionen" rund um das Thema Regietheater auf beiden Seiten. Ich habe jetzt auch nicht alles gelesen, aber nicht einmal Ramona1956 selbst scheint sich in ihrer Meinungsfreiheit beschränkt zu fühlen!? Handelt es hier also doch eher um die sprichwörtlichen Kanonen und Spatzen ... :untertauch:

    Man könnte eine Regel aufstellen, daß Opernbesuchsberichte im entsprechenden Forum nicht mehr kommentiert werden dürfen

    Ja, das könnte man wohl machen.

    [...] dann müste aber JEDES Mitglied das dort schreibt, sich zu begin eines JEDEN Berichts Outen: "Regietheatergegner" oder "Regietheaterbefürworter"

    Den Zusammenhang verstehe ich jetzt allerdings nicht. Vermutlich fehlt es mir an der notwendigen "Genialität" und Du kannst es mir vielleicht erklären?

    Und ich kann nicht entdecken, daß Vera persönlich angegriffen wurde, wobei dem Forenbetreiber andere Rechte zustehen als einem Mitglied.

    Bedeutet das eigentlich, dass dem Forenbetreiber im Zweifel das Recht zustehen würde, jemanden persönlich anzugreifen, während "normale" Forumsmitglieder dieses Recht nicht hätten? Oder wie genau habe ich das jetzt zu verstehen?

    Weil es hier genauso gut oder schlecht hinpasst, wie in irgendeine andere "Diskussion" rund um das Thema Regietheater:


    "Nur am Rande sei erwähnt, daß Gustav Mahler für seine Einstudierung der <Nozze> [gemeint ist Mozarts Oper KV492] an der Wiener Hofoper im Jahre 1906 die Gerichtsszene [gemeint ist die Gerichtsszene aus dem 3ten Akt des Stückes von Beaumarchais] einfügte und eigens dafür ein Accompagnato-Rezitativ komponierte. Dieser Entschluß entsprang dem Bedürfnis Mahlers, die sozialkritische Thematik dieser Oper ausdrücklich in den Vordergrund seiner Inszenierung zu rücken, unterstützt von dem Bühnenbildner Alfred Roller, der ein verwahrlostes Schloß auf die Bühne zu stellen wagte und darin völlig realistisch gekleidete, auf ihr tatsächliches Klassenverhalten konzentrierte Personen agieren ließ." aus Wolfgang Amadeus Mozart, Die Hochzeit des Figaro; Texte, Materialien, Kommentare. rororo Opernbuch, 1982; ISBN 3 499 17667 x. - Also auch Mahler und Roller - horribile dictu - RT-Phile, die hier im Forum wohl keinen leichten Stand hätten ...

    Für mich und für viele ist das Libretto ein wesentlicher Bestandteil des Werkes, was die "RT-Philen" einfach leugnen.

    Wer hätte dies hier im Forum je wirklich geleugnet? - Wessen hier allerdings häufig und argumentativ durchaus einleuchtend widersprochen wird, ist die Gleichung des Text + Musik = Werk, welche aus Sicht nicht nur der Theaterwissenschaft wohl recht unhaltbar ist. Also, lieber Gerhard, bleib doch einfach bei den Tatsachen, anstatt hier immer wieder deine aus der Vereinfachgung heraus geborenen Unterstellungen zu verbreiten. Alternativ könntest Du natürlich auch Belege für deine Behauptungen und Unterstellungen liefern, mit denen man sich dann wenigstens argumentativ auseinandersetzen könnte.

    Ich weiß, es interessiert Dich nicht, lieber Gerhard, und vielleicht verstehst Du es auch nicht, aber vollkommen unabhängig vom Inhalt der ganzen Diskussion hier ist

    mein eindeutiges Argument ist, dass die meisten Opernbesucher das Werk des Komponisten und seines Librettisten - wie es vom Titel her proklamiert wir - sehen wollen und nicht irgendeine Phantasiehandlung, die das Werk entstellt, so dass es nicht mehr wiederzuerkennen ist.

    eben kein Argument, sondern eine Behauptung - und den Unterschied sollte man schon in der Schule gelernt haben. Insofern ist bzgl. deines unmittelbar folgenden Anwurfs

    Ich habe von dem kleinen Grüppchen der sogenannten "RT-Philen" (wie sie sich nennen) noch kein einziges glaubhaftes Argument gesehen [sic!], das dafür spricht, das Werk einfach mit irgendeiner beliebigen Handlung zu überschmieren. [Hervorhebung im Original]

    lediglich festzustellen, dass derjenige der im Glashaus sitzt, sich im Dunklen ausziehen sollte :baeh01:

    Das hier könnte ich mir sehr gut als Filmmusik vorstellen, z.B. bei Szenen aus dem Prater oder anderen Vergnügungsparks.

    Zwar ist die Historie dieses Stückes wohl etwas unklar, aber sehr wahrscheinlich handelt es sich um Filmmusik, zumindest wurde der "Second Waltz" häufiger als solche verwendet; vgl. hier [aufgerufen am 21.10.2019].

    Pfarrerinnen wie Dirigentinnen sind mir allerdings gleichermaßen widerständig! Ich weiß, das ist eigentlich unsinnig, [...] (Hervorhebung von MSchenk)

    Allerdings! Ich würde beispielsweise unterstellen, dass Du bei einem Blindtest hier


    &


    als Kriterium kaum einwerfen würdest, dass bei den Aufnahmen (im übrigen ganz ausgezeichnete) Dirigentinnen am Pult standen. Du würdest es - genauso, wie ich - nicht einmal hören ...

    Manche können es einfach nicht ertragen, wenn auf - bewusst - satirische Weise, die ganze Diskrepanz zwischen dem Text und Inhalt des Werkes und der Verwirklichung auf der Bühne "aufs Korn genommen" wird. Ich schätze diese anschauliche Darstellungsweise sehr.

    Vielleicht ertragen manche einfach auch nur dumme, vorurteilsbehaftete und sehr schlecht geschriebene Texte nicht ... Aber ehrlich gesagt, ich habe das Gefühl, dass eine solche Haltung Deinen Erfahrungshortizont einfach sprengt!

    Also mal ganz ehrlich: Sogar unabhängig von der Frage, ob der Artikel nun homophob ist oder nicht, verdient er m.E. darüber hinaus kaum die Ehre, die ihm hier anheimfällt. Man wird doch kaum behaupten können, dass es sich hier um eine ernstzunehmende Kritik handelt, die sich mit Werk, Inszenierung und künstlerischer Darstellung ernsthaft auseinandersetzt!? Vielmehr handelt es sich um eine mehr schlechtere, als bessere Inhaltsangabe der Inszenierung, die, soweit ich mich an Einzelheiten erinnere, zum Teil sachlich falsch ist und in ihrer "Schreibe" eben leider sehr tendenziös wirkt. Selbst als Satire ist dieser Artikel in meinen Augen deutlich unterqualifiziert.