Beiträge von MSchenk

    Das ist schon großartig, dass es inzwischen nicht einmal mehr möglich ist, ein paar wenige, möglicherweise sogar gewinnbringende und eigentlich vollkommen unverfängliche Gedanken zu einem Begriff, wie dem der Authentizität im Hinblick auf die Kunst zu entwickeln, weil es dem selbsternannten Meinungspolizisten Gerhard und seinem Adjudanten chrissy nicht gefällt. - Ganz ehrlich: Ich kann es total verstehen, wnn udohasso hier nach diesem Einstieg bereits die Schnauze voll hat!

    Lieber Holger, danke für Deinen kurzen Exkurs zum Thema "Authentizität"! - Wieder einmal bringt mich Dein "philosophisches Geschwurbel" dazu, über Dinge nachzudenken, die sonst so leicht dahingesagt sind. Beispielsweise erscheint es mir vor diesem Hintergrund durchaus paradox, eine künstlerische Darstellung, zu der neben den Werken der bildenden Kunst ja auch eine Opern- oder Theaterinszenierung - gleich, welcher Art - gehört, überhaupt als authentisch zu bezeichnen. Ist es nicht vielmehr so, dass der "besonderes authentische" Performancekünstler genau dies eben nicht ist, sondern im Gegenteil er in diesem Moment "besonders künstlich" ist!?

    Na ja, diese Idee, einen Teil bzw. mindestens die Hälfte der Plätze frei zu lassen, d.h. nicht zu verkaufen, gibt es ja anderswo auch. Und überlege ich im Stillen mal, was eigentlich passiert, wenn ich die Wahl zwischen "Wir lassen einen teureren Platz zugunsten eines günstigeren Platzes in dessen Nähe frei." und umgekehrt "Wir lassen einen günstigeren Platz zugunsten eines teureren Platzes in dessen Nähe frei." habe!? - Angesichts der aktuellen Situation nach monatelanger Schließung und entsprechendem Einnahmeausfall erscheint die Antwort zwangsläufig. Schlecht halt für die Opern- und Konzertbesucher, die es dann nicht so "Dicke" haben ...

    Vielleicht mag der ein oder andere opernaffine Tamino sich anschließen und ebenfalls drei Werke nennen, die sie oder ihn in der abgelaufenen Saison auf der Bühne bewegt haben.

    Tja, gesehen habe ich von den obigen Ankündigungen am Ende


    - Die Nase (Insz. Karin Beier)[siehe hier]

    - Don Giovanni (vervollständigt den neuen daPonte-Zyklus und der Dörrie-Giovanni war wirklich schlecht) [siehe hier]

    - Falstaff (Insz. Bieto, ein herzliches :baeh01: an alle RT-Gegner)

    - Ariadne auf Naxos (Insz. Stückl; Nagano, Nylund, Gould)

    - Le nozze di Figaro (Minasi, Ensemble Resonanz)

    - Pelléas et Mélisande (Nagano, Prohaska, Villazón(!), Kennlyside) [siehe hier]

    - Lohengrin (oder sollte ich besser Klassengrin sagen? Ein weiteres, herzliches :baeh01: mit Nagano, Simone Schneider, Baumgartner, KFV, Koch, Dobber) [siehe hier]

    - Lulu (Insz. Marthaler; Nagano, Hannigan Mojca Erdmann, von Otter, Lodahl, Schmeckenbecher)


    Die Norma war quasi mein erstes "Corona-Opfer" und die Elektra-Premiere wäre morgen gewesen ;( Am spannensden waren jedoch die beiden am Stadttheater Lübeck besuchten Aufführungen von Astor Piazollas María de Buenos Aires und Darius Milhauds Christophe Colomb.

    Wie fast alles krankhaft war, was in den letzten Jahren in Bayreuth auf die Bühne gestellt wurde, vom Rattengrin über den Biogashäuser, den Ölring bist zum letztjährigen Tuntenhäuser.

    Danke für den Hinweis auf die Inszenierung des Royal Opera Houses, die ich mir ansehen werde. Vom Royal Opera House kommen ja überwiegend noch vernünftige Inszenierungen, die ich mir teilweise auch im Kino angesehen habe und ansehen werde, wenn das wieder geht.

    Verschwende nicht unnötig Deine Zeit! - Ich kenne die Coproduktion aus Hamburg (siehe hier) und ich habe offen gesagt überhaupt keinen Bock auf Deine dbzgl. Ausführungen ...

    Allein die Tatsache, dass Böhm im Mittelpunkt eines Theaterstückes steht, verdeutlicht doch eigentlich gerade seine Bedeutung. Über welche anderen Dirigenten gibt es dergleichen?

    Nur am Rande: Über Wilhelm Furtwängler gibt es ein Theaterstück von Ronald Harwood, welches von István Szabó verfilmt wurde Taking Sides – Der Fall Furtwängler. Ich kenne weder Stück, noch Film, fürchte jedoch, dass auch diese Werke bei einigen hier auf wenig Gegenliebe stoßen könnten ...

    Ich habe den Film gesehen und sogar als DVD in meinem Bestand. Er gehört zu einem ganzen Konvolut von Hamburger Produktionen, auf die in dem Link sehr professionell gleich mit verwiesen wird.

    Ja, genau! Du meinst diese Box, die für mich als Hamburger Jung natürlich ein muss ist:



    Ich war auch der Meinung, ich hätte vor langer Zeit hier im Forum mal etwas ausführlicher über den Fidelio geschrieben, kann es aber nicht mehr finden.

    Ich weiß nicht, ob hier oder an anderer Stelle schon darauf hingewiesen wurde: Im Rahmen des aktuellen Video-on-demand-Angebotes der Staatsoper Hamburg in Zeiten der Corona-Krise (für das komplette Angebot siehe hier) kann man sich hier ab morgen 12:00 Uhr Beethovens Fidelio u.a. mit Anja Silja in der Rolle der Leonore anschauen:


    TV-Regie: Joachim Hess

    Ausstattung: Wilhelm Reinking

    Chor: Günther Schmidt-Bohländer

    Musikalische Leitung: Leopold Ludwig

    Don Fernando: Hans Sotin

    Don Pizarro: Theo Adam

    Florestan: Richard Cassilly

    Leonore: Anja Silja

    Rocco: Ernst Wiemann

    Marzelline: Lucia Popp

    Jacquino: Erwin Wohlfahrt

    Erster Gefangener: Kurt Marschner

    Zweiter Gefangener: William Workman

    Orchester: Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

    Chor: Chor der Hamburgischen Staatsoper


    Eine Produktion aus 1968.

    Auch wenn The Greatest Story ever told und King of Kings zweifelslos in ihrer "Eindrucksvoll"-heit - und ich schreibe hier bewusst nicht "Eindrücklichkeit" - zu den besten und schönsten Filmen gehören, die Hollywood zu diesem Thema hervorgebracht hat, haben sie eigentlich auch genau dieses als Problem: sie sind vielleicht einfach zu schön für dieses Thema und können aus diesem Grund m.E. nur schwerlich mit Pasolinis Il Vangelo secondo Matteo mithalten.


    .... und hier ist er wieder, der MSchenk, dessen Beiträge so ungeheuer sachlich sind, daß er alles, was nicht in seinen Kram paßt, negiert und niederknüppelt, ohne Inhalt und ohne auf Inhalte einzugehen.

    Ah, Schützenhilfe von erwarteter Seite! - Aber erkläre mir, ist es nicht Gerhard, der für sich immer wieder ins Feld führt, er würde stets nur gegen die Sache argumentiren? Und ist es denn dann ein anderer Gerhard, der folgendes geschrieben hat?

    Bei manchen, die hier so groß gegen uns tönten, aber keine konkreten Antworten zu beanstandeten Verunstaltungen geben konnten, stellte sich mir hier schon häufiger die Frage, wieweit sie dieses Werk überhaupt kennen.

    Weiter scheint Dir entgangen zu sein, dass ich mich durchaus nicht negierend und niederknüppelt gegen den Artikel geäußert habe, der im übrigen kein "Mikisch-Artikel", sondern eher ein Brenner-Artikel ist. Wenn ich allerdings lese, dass sich Deine Auffassung zum Operntheater durch nichts wird beeinflussen lassen, frage ich mich schon, warum Du den Artikel überhaupt gelesen hast, ja, dies sogar noch mehrmals tun willst?


    Verstehe mich bitte nicht falsch, aber warum sollte ich mich unter solchen Voraussetzung auf eine inhaltliche Diskussion einlassen?

    Bei manchen, die hier so groß gegen uns tönten, aber keine konkreten Antworten zu beanstandeten Verunstaltungen geben konnten, stellte sich mir hier schon häufiger die Frage, wieweit sie dieses Werk überhaupt kennen.

    Ah, da ist sie wieder, die absolut sachliche Art der "Argumentation", die Du, lieber Gerhard, so perfekt beherrscht und damit zu recht auch bei anderen immer wieder einforderst ... Gleichwie, ich habe den Artikel jetzt zweimal überflogen und mir scheint, er sagt doch etwas mehr und durchaus differenzierter, als die von Dir kontextlos ausgewählten - und Dir sicherlich gut in den Kram passenden - Zitate uns glauben machen sollen.

    Die erschütternde Antwort war, daß man keinerlei Einfluß auf die Art der Inszenierung habe und auch nicht haben möchte. Ihre Aufgabe bestehe darin, den Festspielen finanzielle Unterstützung zu geben.

    Also mich hätte tatsächlich alles andere erschüttert und so finde ich die Aussage der Richard Wagner-Gesellschaft - vollkommen unabhängig davon, was und wie in Bayreuth inszeniert wird und ob es mir gefällt oder nicht - eher beruhigend!

    Ich möche die Leinsdorf-Einspielung von Korngolds "Die tote Stadt" von 1975 nominieren. Ihre Bedeutung besteht darin, daß sie eine wesentliche Voraussetzung der (kleinen) Korngold-Renaissance abgibt, die seit ein paar Jahren auf europäischen Opernbühnen zu beobachten ist.

    In diesem Zusammenhang recht amüsant: In einer von mir besuchten Inszenierung am Stadttheater Lübeck (siehe hier) fungierte die Schallplattenbox der Leinsdorf-Einspielung sogar als Requisit, was die Bedeutung der Aufnahme nochmals hervorhebt ^^

    Wie kann man nur so etwas machen? Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Frau Bartoli dafür verantwortlich ist. Einen solch obskuren Geschmack traue ich ihr echt nicht zu.

    Oh doch! Ich denke, Frau Bartoli weiß da ganz genau, was sie tut; siehe z.B. ihr Interview für den BR Zurück mit Bart. Im übrigen verstehe ich die "Aufregung" nicht wirklich, das Cover ist nicht unästhetisch, spielt geschickt mit Erwartungen und Rollenbildern (die bzgl. des Geschlechtes ja gerade in der Barockoper vielfältig und manchmal sogar unübersichtlich sind). Zusätzlich haben wir es im deutschen sogar noch mit einen - zugegeben nicht sehr tiefsinnigen - Wortspiel zu tun ... Abgesehen davon: ich kann mich schon jetzt nicht mehr so präsentieren, wie Cecilia Bartoli mit knapp Mitte 50 - und das liegt nicht nur an meinem spärlichen Bartwuchs.

    die Konzertplaner/Dirigenten machen aber auch den Fehler, dass Sie auf Teufel komm raus mit "ungeniessbarer Avantgarde" den Hörer unnötig belasten. Mit "SOWAS" kann man doch keinen Klassikhörer hinter dem Ofen hervorlocken.

    Was mich hier ein wenig stört, lieber Wolfgang, ist das Pauschalurteil! - Was "ungeniessbare Avantgarde" oder allgemeiner "ungeniessbare Musik" ist, entscheidet immer noch jede bzw. jeder für sich, und ob sie bzw. er sich davon unnötig belastet fühlt, wohl auch. Tatsächlich lasse ich für meinen Teil mich sehr gerne (vor allem auch im "Grossen Konzert" oder in der Oper) von Berg, Schönberg, Henze, Messiaen, Stockhausen, Reimann, Lindberg etc. pp. hinter dem Ofen hervorlocken, richte sogar meine Saisonplanung dahingehend aus und wüsste nicht, warum mich dies als Klassikhörer disqualifizieren sollte!? Dasselbe Schema, wenn die "Gegner" des sog. Regietheaters den "Anderen" absprechen, wahre Opernfreunde zu sein. ... :/

    Interessanterweise, so jedenfalls mein Eindruck aus der Praxis eigener Konzertbesuche, besteht im "klassischen Konzert" schon eher die Bereitschaft, etwas "modernes" im Zusammenspiel mit dem "Standardrepertoire" zumindest wohlwollend in Kauf zu nehmen.

    Zwischen "Bereitschaft" und "sich der Erpressung fügen" ist IMO ein himmelhoher Unterschied, "in Kauf zu nehmen" lasse ich ja noch gelten - nur das Wort "wohlwollend" stört mich..

    Ich glaub allerdingss nicht, daß das dünne Eis noch sehr lange halten wird. Das war in Bezug auf "Klassikszene.

    Nur, damit ich Deine Antwort richtig einordnen kann: Wieviele "klassische Konzerte" hast Du in den letzten - sagen wir mal - zehn Jahren besucht? Und wievielen "Erpressungsversuchen" warst Du dabei in welcher Form genau ausgesetzt?

    Es mag auf andere vielleicht etwas verschroben wirken, aber ich persönlich käme mir nicht wirklich ernstgenommen vor, wenn einer meiner Opernberichte damit bedankt wird, dass man besagte Inszenierung nun erst recht nicht besuchen wird ... insbesondere, wenn eine derartige Replik inhaltlich nicht wirklich neu sondern eher voraussehbar ist.

    Mit "leichter" Crossover-Klassik lassen sich einige jüngere Durchschnittsbürger durchaus ganz gern hin und wieder mal angenehm berieseln. Was darüber hinausgeht, ist für viele zu anstrengend und uninteressant.

    Ob es nur dem jüngeren Durchschnittsbürger so geht, wage ich zu bezweifeln. - Ansonsten halte ich den Grundtenor deiner Aussage aber für richtig; frei nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, dass frißt er nicht! Insofern besucht auch der ältere Durchschnittsoperngänger eher seinen Wagner, Mozart, Verdi oder Puccini. Britten, Schreker oder gar Berg haben es da erfahrungsgemäß weit schwerer. Interessanterweise, so jedenfalls mein Eindruck aus der Praxis eigener Konzertbesuche, besteht im "klassischen Konzert" schon eher die Bereitschaft, etwas "modernes" im Zusammenspiel mit dem "Standardrepertoire" zumindest wohlwollend in Kauf zu nehmen.

    Da schau mal in meinen im Frühjahr erstellten Thread "Il Trovatore" in Liberec.

    Ja, aber wir sind doch jetzt nicht beim Il trovatore aus Liberec, sondern bei Willis wirklich gelungenem Bericht über den Fidelio aus Bonn, sowie Leiermanns kluger und vollkommen unaufgeregter Entgegnung, und da war bis zu dem m.E. recht unnötigen Nachsatz in Beitrag #3 keine Spur von "sachlich fachlichen Stänkereien".

    Also wenn ich ganz naiv

    [...] die aber nur darauf warten, um als billige Trittbrettfahrer, ihre ungefragten "sachlich fachlichen" Stänkereien loszuwerden.

    mal auf

    Von Leiermanns Entgegnung bin ich entsetzt und erschüttert. Wozu "Freiheit in der Kunst" führen kann, das müssen im Moment "alte Umweltsauen" und "Nazisauen"

    aushalten.

    beziehe, frage ich mich wen Du mit

    [...] den drei, vier selbsternannten Experten [...]

    eigentlich genau meinst?

    Als Hamburger kenne ich zumindest das Ensemble Resonanz aus verschiedenen zumeist hervorragenden Konzerten. Was das WO angeht, so habe ich mal "reingehört" und es handelt sich sicherlich nicht um eine Einspielung, die ich als erstes hören oder empfehlen würde. Es handelt sich quasi um eine "Hausmusik"-Fassung inkl. E-Gitarre, Hammond-Orgel(?) und anscheinend einstimmig besetztem Chor. - Auf jeden Fall ist die Einspielung interessant, allerdings rate ich Dir, vor einem eventuellen Kauf verfügbare Soundschnipsel (oder komplett auf spotify) anzuhören.

    Von Leiermanns Entgegnung bin ich entsetzt und erschüttert. Wozu "Freiheit in der Kunst" führen kann, das müssen im Moment "alte Umweltsauen" und "Nazisauen"

    aushalten.

    Verstehe ich nicht!? - Tatsächlich ist Leiermanns Beitrag doch eher recht vermittelt und benennt insb. auch andere Sichtweisen, die z.B. Dir und anderen nicht fremd sein dürften. Und was soll dabei Dein Rekurs auf die verschiedenen "Sauen", von denen pikanterweise die eine hauptsächlich von der anderen durch die sozialen Netwerke getrieben wird? Mit der berühmten "Sache" bzw. "Sachlichkeit" hat das wohl nix zu tun ... :/