Beiträge von MSchenk

    Vielen Dank an Ralf für seinen Bericht und insbesondere für die Einblicke in die Anschlussveranstaltung mit Skovhus!

    Allerdings würde ich bei Schostakowitsch nicht von Neuer Musik sprechen, er ist ja bald 50 Jahre tot.

    Aber erstaunlicherweise handelt es sich hier wohl tatsächlich um eine hamburger Erstaufführung. Ich jedenfalls habe mir schon die zeitversetzte Übertragung der Premiere auf dem Jungfernstieg angeschaut und fand es (trotz des zumindest auf der Videoleinwand etwas zu dunkel geratenen Bildes) ziemlich spannend und die Karten für die Aufführung am 28.September sind schon lange gebucht. Nach einem fulminanten Einstieg in die Konzertsaison am vergangenen Donnerstag mit dem NDR Elbphilharmonie Orchesterm, Alan Gilbert, Yuja Wang und Magnus Lindberg (Schostakowitsch KK 1 & 2 und Lindbergs Kraft (!!!)) steht heute abend zum Beginn meiner persönlichen Opernsaison jedoch mit Strauss' Ariadne auf Naxos (Nylund, Gould, Nagano) etwas "leichtere" Kost auf dem Programm.

    Ich erkläre mich persönlich hier auch zum fundamentalen Gegner der Grünen. Deren Ideen helfen Deutschland nicht, sie schaden mehr als die Ideen aller anderen Parteien zusammen.

    Was machst Du eigentlich, wenn eine Idee der Grünen zufällig mit einer Idee irgendeiner anderen Partei übereinstimmt (so etwas soll durchaus vorkommen)?

    Es wurde aber suggeriert, dass diese Fortbewegungsart für einen Jesus von heute nicht mehr zeitgemäß sei und er gefälligst wenn nicht auf einem E-Scooter auf einem vergleichbaren Hightech-Elektromobil auf der Bühne erscheinen solle.

    Sorry, lieber Holger, aber da wird m.E. überhaupt nirgendwo etwas derartiges suggeriert; ich zitiere:


    "Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Rutz, im Jahr 2020 würde Jesus im Sinne der Bewahrung der Schöpfung sicherlich nicht mehr auf einem Esel reiten, sondern womöglich ein Elektrofahrzeug nutzen. Auch Papst Franziskus benutzt für seine Fahrten durch den Vatikan seit 2017 ein Elektroauto 2 . Wir bitten Sie dringend, den Eseln bei den Passionsspielen 2020 Stress und Belastung zu ersparen. Stellen Sie mit einem alternativen Fortbewegungsmittel unter Beweis, dass Oberammergau die Tradition der Festspiele mit dem Tierschutz vereinen kann." [Peter Höffken, Peta aus einer eMail an den Bürgermeister der Stadt Oberammergau; siehe hier]. Weiter auf der Seite der Peta "Heutzutage würde Jesus nicht mehr auf einem Esel reisen. Er würde sich vermutlich auf einem E-Roller oder mit einem anderen tier- und umweltfreundlichen Elektromobil fortbewegen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Auch für Oberammergau gilt, Traditionen auf den Prüfstand zu stellen und sich von den schlechten Traditionen zu verabschieden."


    Vielmehr habe ich ganz deutlich den Eindruck, dass man sich hier gerne etwas suggerieren lassen will, um sich über etwas aufzuregen, was in keinster Weise Gegenstand der Diskussion ist. Was jedoch Gegenstand der Diskussion ist, nämlich die Frage ob und was Tiere überhaupt auf einer Bühne zu suchen haben, wird hier geflissentlich ausgeklammert. Das erinnert mit doch sehr an die ähnlich gelagerte Diskussion um das vermeintliche Ende der Knabenchöre oder um die Causa Domingo; auch dort in beiden Fällen eine nach meinem persönlichen Empfinden Scheindiskussion um Tradition bzw. den (außer Frage stehenden) Grundsatz in dubio pro reo. Aber vergleichsweise wenig zur Frage der Diskriminierung, der Gleichberechtigung oder des Machtmißbrauchs. - Man sucht sich halt den Teil des Themas, über den man sich ganz im Sinne des Wutbürgers echauffieren kann.

    Abschliessend ein Verweis auf die Originalmitteilung von Peta auf deren Homepage

    Ich habe die Verlautbarungen von Peta jetzt auch gelesen und ja, es wird gefordert, auf den Einsatz von Tieren bei den Oberammergauer Passionsspielen zu verzichten und nein, Peta fordert an keiner Stelle, Jesus solle auf einem E-Roller über die Bühne fahren. - Mithin ist der größte Teil der hier stattfindenden "Aufstandes" wohl gegenstandslos ... :stumm:

    8| Ich bin mir sehr sicher, daß das von Stückl besuchte Gymnasium in Ettal in Wirklichkeit eine Kaderschmiede für Regisseure des Rt ist. :hahahaha:

    Schockschwerenot! - Was tun, fragt sich der (un)wahre Opernfreund? Palestrina und Ariadne schon gesehen, da hilft wohl nur noch Blitzdingsen! Und die Karte für Samstag muss wohl zurückgegeben werden ... :hello:

    So abwegig ist die Befürchtung wohl nicht. Würde man manche der heutigen Opernregisseure auf die Oberammergauer Passionsspiele loslassen, würde möglicherweise auch einer von ihnen die Bibel umstricken, ähnlich wie man die Smartphonesucht schon im 14. Jahrhundert (Salzburg: Simone Boccanegra) eingeführt hat und manches andere in der Oper verunstaltet hat.

    Christian Stückl [aufgerufen am 11.09.2019]; seit 1987 Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele - und ganz nebenbei des sog. Regietheaters nicht ganz unverdächtig ...


    p.s. Man siehe neben Pfitzners Palestrina als Kooproduktion München/Hamburg z.B. auch eine recht nette Ariadne auf Naxos, welche ich mir am kommenden Samstag (u.a. Nylund/Gould/Nagano) wieder einmal anschauen werde.

    Ach, meinen Einwurf gleich als Polemik zu bezeichnen, finde ich vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Dass der Bemerkung eine gewissen Ironie innewohnt, räume ich hingegen gerne ein. Und ob der ganze Fall wirklich dazu geeignet ist, den Verlust (bestimmter) abendländischer Traditionen herbeizuführen, wird sich zeigen müssen. Ich persönlich bezweifle dies; aber natürlich, man hat schon Pferde usw. usf. - Wo wir allerdings vollkommen einer Meinung sind, ist in der Beurteilung des höchst zweifelhaften mütterlichen "Sendungsbewußtseins" ... :no:

    Ich muss gestehen, dass es mich viel Energie kostet, bei diesem Thema sachlich zu bleiben. Ich würde eigentlich gerne anders schreiben. [...]

    Das kann ich gut verstehen. Auch mein ganz persönlicher und sicher nur subjektiver Eindruck ist, dass hier die "Diskussion" zum Thema eines sexuell konotierten, männlich dominierten Machtmißbrauchs mit dem Verweis darauf, dass sowas zwar vorkommt, die Opfer sich grundsätzlich aber auch einfach früher melden sollten und überhaupt diese ganze #MeToo-Debatte irgendwie auch etwas "böses" ist, eher unterkomplex geführt wird.

    Warum eigentlich? - Ich meine, den Trailer kanntest Du ja schon vorher, zumindest hattest Du ihn hier bereits vor Beginn der Sendung eingestellt. Und immerhin betonst Du meiner Erinnerung nach häufiger, dass Dir deine Zeit für soetwas zu schade sei.

    Um stänkern zu können, dreht Herr Schenk die Tatsachen wieder einmal um. Die Sendung war am Samstag und den Trailer habe ich - wie klar erkennbar - erst am Sonntag gefunden und eingestellt. Aber was soll's. Solche Aussagen fallen auf den Schreiber selbst zurück und jeder Aufmerksame Leser weiß, was er davon zu halten hat.

    Hier schießt Du leider deutlich über das Ziel hinaus, verehrter Gerhard: Es mag der Erkältung geschuldet sein, mit der ich seit Freitag herumlaboriere, dass ich mich in den zeitlichen Zusammenhängen geirrt habe. Tatsächlich war mir so, als hätte ich den von Dir eingestellten Trailer gesehen, bevor es die vollständige Aufzeichnung im TV - die ich übrigens noch nicht gesehen, sondern lediglich auf den PC heruntergeladen habe - gab. Nachdem somit also hoffentlich geklärt ist, was der Aufmerksame Leser von Deinem und meinem Beitrag zu halten hat, bleibt für die Frage an sich aber bestehen:


    Im Fernsehen lief eine Aufzeichnung, d.h. vermutlich gab es den Trailer früher zu entdecken, aber sicherlich auch genügend Zeitungsberichte, die Dir hätten deutlich machen können, "wes Geistes Kind" diese Boccanegra-Inszenierung ist. Also, warum opferst Du Zeit und Mühe für etwas, von dem Du nicht müde bist zu betonen, dass Dir Zeit und Mühe dafür absolut zu schade sind? - Und bevor Du mir genau dies entgegnen wirst, gebe ich jetzt schon zu, dass ich ganz einfach glaube, Du tust dies nicht einfach nur, damit Du einen neuen Grund hast, Dein Sperrfeuer gegen dass Dir verhasste RT-Theater fortzustezen, sondern auch, um hier weiterhin herumzustänkern.

    Ich habe etwa eine Viertelstunde dieses Unsinns durchgestanden und mir zum Abgewöhnen stichprobenweise noch ein paar Szenen in der Mediathek angesehen.

    Warum eigentlich? - Ich meine, den Trailer kanntest Du ja schon vorher, zumindest hattest Du ihn hier bereits vor Beginn der Sendung eingestellt. Und immerhin betonst Du meiner Erinnerung nach häufiger, dass Dir deine Zeit für soetwas zu schade sei.


    Übrigens finde ich es schon etwas frech, in einem Thread, in dem ja ausdrücklich keine Kommentare erwünscht sind, worauf Du ja auch gerne und durchaus richtigerweise hinweist, eine Frage zu stellen:

    Frage: Gibt es im Zeitalter des Smartphones eigentlich noch Dogen,von denen im Text die Rede ist? Kein weiterer Kommentar

    Ich muss wiederholt [...] die Frage stellen: Wenn der Regisseur ein zeitgemäßes Geschehen zeigen will, warum lässt er [nicht] - wenn er es nicht selbst kann - ein Libretto und die passende Musik dazu komponieren, sondern missbraucht Name und Werkstitel eines bekannten Komponisten?

    Weil z.B. ein Regeisseur für gewöhnlich nicht der Auftraggeber für ein neues Werk ist. Außerdem geht es manchem Regisseur vielleicht nicht in erster Linie darum, ein (neues) zeitgemäßes Geschehen auf die Bühne zu bringen, sondern ein bereits vorhandenes Geschehen bzw. eine vorhandene, zigmal gespielte Handlung oder genauer deren innere Aussage auf eine andere Zeit bzw. auf andere Umstände zu projizieren. Also das Stück, wie man so sagt, auf seine heutige Relevanz hin zu befragen.

    Schuberts Rosamunde habe ich in den sehr guten gesangsfreien Versionen mit Karajan (EMI) und Levine (DG). Das sollte reichen !

    Nur, damit kein Mißverständnis entsteht: Bei der von mir eingestellten Einspielung geht es nicht in der Hauptsache darum, ob es sich um gelungene Interpretationen von Schuberts D797 (übrigens ebenfalls gesangsfrei) oder Weberns op.6 handelt, sondern vielmehr um die Idee, beide Stücke miteinander - man verzeihe mir das Wortspiel - zu verweben. Gielen dirigiert hier nicht erst das eine und dann das andere Stück, sondern


    1. [Schubert] Entre-Act h-moll (Allegro molto moderato)

    2. [Webern] Orchesterstück op.6 Nr.1 (Langsam)

    3. [Schubert] Ballet G-Dur (Allegro moderato - Andante un poco assai)

    4. [Webern] Orchesterstück op.6 Nr.2 (Bewegt)

    5. [Webern] Orchesterstück op.6 Nr.3 (Mäßig)

    6. [Schubert] Ballet G-Dur (Andantino)

    7. [Webern] Orchesterstück op.6 Nr.4 (Sehr mäßig)

    8. [Schubert] Hirtenmelodien B-Dur (Andante)

    9. [Webern] Orchesterstück op.6 Nr.5 (Sehr langsam)

    10. [Webern] Orchesterstück op.6 Nr.6 (Langsam)

    11. [Schubert] Entre-Act B-Dur (Andantino)


    Die halbe Stunde sollte man sich vielleicht Zeit nehmen, denn wie gesagt, der Effekt ist m.E. überraschend, auch wenn man dadurch nicht notwendig zum Webern-Fan wird bzw. werden muss.

    Ich habe mich heute gefragt, warum ausgerechnet bei James Levine in seiner DG-Box The Art of James Levine die Sechs Stücke für Orchester op.6 enthalten und zusammen mit Berg und Schönberg-Stücken auf einer CD versammelt sind. Jedenfalls hörte ich gerade eben die Sechs Stücke. Im 2.Satz Bewegt ging ja mal dramatisch die Post ab, aber sonst sitze ich da und höre eine mathematische Abfolge von Tönen, die mir absolut nichts bringen. Langeweile ohne Ende über lange Strecken. Man hört, dass die Musiker mit Akribie und genauer Präzision dabei sind, doch berührt mich das gar nicht. Da sind keine nachvollziehbaren Melodien, einfach spannungslos ... da ist im Endeffekt nichts, was mich reizen würde dieses Webern - Werk noch einmal auf zu legen.

    Vielleicht versuchst Du es nochmal mit der von Michael Gielen vorgenommene Kombination mit Schuberts Schauspielmusik zu "Rosamunde" D797:



    Mir persönlich erscheint hier plötzlich nicht nur Schubert außerordentlich modern, sondern zudem Webern geradezu "klassisch".

    [...] und als 'Kalaf' Roberto Aronica, der am 3. August 2019 auf "arte" als Turiddu in der "Cavalleria rusticana" aus Matera zu sehen war; [...]

    Lieber Carlo, Dank für die Korrektur und die Namen der Sänger! Hoffentlich gelingt es mir, eine Kinokarte zu ergattern. Es grüßt Hans

    Lieber Hans, ich will Dir deine Vorfreude nicht nehmen, aber Aronica war in besagter Cavalleria nach recht einhelliger Meinung eine Katastrophe (siehe hier ff).

    Dem stimme ich sogar zu, nur bringt uns das im konkreten Einzelfall einer zutreffenden Einschätzung, ob der Beschuldigte Domingo und in den konkreten Fällen Schuld auf sich geladen hat oder nicht, keinen Schritt näher.

    Sicher nicht! - Aber seien wir mal ehrlich, auch die gesamte hier geführte Diskussion tut dies nicht: Wir waren damals nicht dabei, kennen die betroffenen Personen nicht persönlich und beziehen unsere Informationen aus Zeitungs- bzw. Internetartikeln und Interviews. So bleibt es dabei, dass wir letztlich das Geschehen eher auf einer Meta-Ebene beurteilen. Und das dies zu irgendeinem sinnhaften Ergebnis im Konkreten führt, vermag ich persönlich nicht zu erkennen.

    Und weil das so ist, soll nun ab sofort der Grundsatz "Im Zweifel gegen den Angeklagten" gelten? Und weil es ein Systemproblem gibt, hat automatisch jeder Beschuldigte Mann/Weiße/Mächtige auch wirklich konkret Schuld und diese muss im Einzelfall gar nicht mehr nachgewiesen werden?

    Habe ich das so gesagt? - Falls ja bzw. falls es so zu verstehen gewesen ist, täte es mir leid. Natürlich löst eine derartige Umkehr das Problem auch nicht und eigentlich ist es wohl so, dass es hierfür keine allgemeingültige Lösung geben kann, sondern stets der Einzelfall zu betrachten ist. Jedoch kann es bei derartigen Betrachtungen nicht schaden, sich die dahinter liegenden quasi tradierten Mechanismen klar zu machen.

    Ja, aber ist dass, was Frau Kulman da sagt, nicht tatsächlich ein schwer, vielleicht sogar unmöglich zu lösendes Problem? Und ist es nicht auch so, dass in den entsprechenden Situationen bisher seltener der Grundsatz in dubio pro reo, sondern oft im Zweifel für den Mann gegen die Frau, für den Erwachsenen gegen das Kind, für den Weißen gegen den Schwarzen gegolten hat? Und ja, es gibt in verschiedenen Bereichen die Tendenz, diese aus einer klassischen Machposition geborenen Muster aufzubrechen, aber auch gilt dieser Grundsatz des Im Zweifel für den Mächtigeren, Reicheren oder einfach nur Lauteren immer noch viel zu oft.


    Was die Diskussion hier angeht, möchte auch ich Christian in praktisch allen seinen Beiträgen recht geben. Er stellt sich hier m.E. und im Gegensatz zu sehr vielen anderen Beiträgen, Meinungen und Standpunkten, die eher apodiktisch um der Meinung oder des Standpunktes willen beharren, auf die Seite des Problems! Auch ihm ist klar, dass das späte Erheben eines Vorwurfs, eventuelle Vorverurteilungen große Schwierigkeiten verursachen, aber ebenso deutlich hebt er hervor, dass diese Mechanismen nicht allein oder vielleicht sogar nur zu einem sehr geringen Anteil die "Schuld" des bzw. der Anklagenden ist, sondern tatsächlich weiterhin ein "Systemproblem" und damit - und dies zeigt der Verlauf dieser Diskussion recht eindeutig - ein Problem von uns allen.

    Leute freut Euch doch einfach mal, dass Beethoven's Musik auch mal unter das Volk kam - 35.000 waren da und viele waren echt angerührt, wie man sehen konnte - ich fand es Klasse!!!

    Da gebe ich dir ausdrücklich Recht! Wir Klassik-Fans waren sicherlich nicht die Zielgruppe dieses "Events", aber wenn dieses dazu beigetragen haben sollte, dass sich vielleicht auch nur ein paar Dutzend von den 35.000 Besuchern fortan mehr mit Klassischer Musik beschäftigen sollten (und das ist sicher der Fall), dann hat dieses "Event" seinen Zweck erfüllt.

    :thumbup:

    Die Tonqualität ist auch fuchtbar. [...]

    d’accord, aber m.E. auch nicht anders zu erwarten, weil eben Open Air und sicher nicht das Bregenz-2.0.Equipment dabei ;)

    [...] Der zweite Satz war gut, am besten das Trio, aber jetzt im 3. Satz wird wieder genauso durchgehetzt wie schon im ersten Satz, ohne dass wirklich eine Spannung entsteht.

    Wie die Ohren verschieden hören: Modulo der Tonqualität gefällt es mir eigentlich ganz gut, grad die Tempi. Hat HvK in einem Meisterkurs nicht mal soetwas gesagt, wie Sie machen Tempo und Dynamik, den Rest kann das Orchester besser, als Sie! - Für einen "vernünftigen" Eindruck werde ich mir in den nächsten Tagen wohl mal eine Aufzeichnung des gestrigen Konzertes aus dem "Zirkus Karajani" anhören. Vielleicht ist der Eindruck dann auch ein anderer.

    Und die Bildregie vom RBB ist auch zum Kotzen. Da wird kein Konzert übertragen, sondern ein "Event"... :thumbdown:

    Ja, aber was soll's? - Den Leuten, die dort sind, scheint es zu gefallen, so deute ich jedenfalls die Gesichter. Nächsten Samstag eröffnet das Philharmonische Staatsorchester Hamburg die Saison mit einem Open Air-Konzert hier auf dem Rathausmarkt und da erwarte ich auch kein Jahrhundert-Konzert, sondern eben ein kleines Event inkl. Bratwurst-Bude und Bierausschank. Ganz genauso eine Woche später auf dem Jungfernstieg, wenn die erste Staatsopern-Premiere der Saison übertragen wird; mit Schostakowitschs Die Nase immerhin ein nicht ganz Event-kompatibles Stück. Für den eigentlichen Eindruck gehe ich dann drei Wochen später ins "Große Haus".


    Wo ich Dir allerdings sofort recht geben würde, dass man auch einem Event- und Freizeitpublikum mit Bergs Lulu-Suite den ersten Teil des gestrigen Eröffnungskonzertes hätte "zumuten" können.

    Jemand spricht einen Missstand an. Während die Einen Energie darauf verwenden, das Thema aufzunehmen und ernst zu nehmen, verwenden Andere ihre Energie für Versuche, den Überbringer der Botschaft zu diskreditieren. Die einzige Erklärung, die ich habe ist die, dass es einfach bequemer ist. Diese Menschen glauben, in dem Maße, wie es ihnen gelingt, die Person in Frage zu stellen und unglaubwürdig zu machen, verschwindet auch die von ihnen transportierte Problematik. Das hätte natürlich den schönen Effekt, dass ich mir keine kritischen Gedanken über die Klimaveränderung (Greta Thunberg), über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz (meToo), illegale Machenschaften von Staatsorganen (Edward Snowden) etc. machen muss. Die infantile Annahme ist: Entwerte ich den Menschen, muss ich mich der Realität des Themas nicht mehr aussetzen. Eine Taktik, die auch dem Populismus sehr eigen ist.

    Yep, Deine Analyse ist vollkommen richtig und das Ganze nennt sich Argumentum ad hominem [Wikipedia; zuletzt aufgerufen am 22.08.2019]

    Es gibt übrigens in der Welt der social media bei Diskussionen ein Gesetz (ich glaube sogar, dass du es hier zuerst erwähnt hast), wonach in jeder kontroversen Diskussion nach einer gewissen Zeit die Hitler-Keule hervorgeholt wird. [...]

    Godwin's law [Wikipedia; zuletzt aufgerufen am 21.08.2019]

    Noch zum Thema: mir ist es egal, ob Mädchen in Knabenchören singen, weil ich mir keine deutschen Knabenchöre anhöre. Keiner, auch keiner der prominenten, deutschen Chöre kann es mit englischen Knabenchören aufnehmen.

    Tatsächlich glaube ich auch nicht, dass dieser Fall zu einem "Verbot" reiner Knabenchöre führen wird. Und wie groß die tatsächlichen musikalischen Einbußen wären, sei einmal dahingestellt. Dies erinnert mich dann doch mehr an die Originalinstrument- oder HIP-Diskussionen. Davon abgesehen würde mich ja interessieren, ob es allen hier im Blindtest gelingen würde, einen reinen Knabenchor von einem gemischten Chor gleicher Qualität zielsicher zu unterscheiden.


    Auch ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass hier eher die Mutter ihre persönlichen Befindlichkeiten auf dem Rücken der Tochter austrägt. Andererseits kann man sich allerdings auch überlegen, dass es hier im Kern um etwas ganz anderes und m.E. durchaus richtiges geht: Genauso, wie bei einer "klassischen" Studentenverbindung oder auch bei der katholischen Kirche haben wir es hier mit einer männlich dominierten Struktur zu tun, die Mädchen/Frauen mit dem fadenscheinigen Argument der Tradition ausschließen. Dass diese Strukturen so ganz nebenbei dazu geeignet sind, auch später über die geknüpften Seilschaften Macht auszuüben, Personen in gewünschte Posten zu manövrieren und sich somit Mädchen/Frauen natürlich per se in einer benachteiligten Position befinden, die im Einzelfall beispielsweise dazu führt, dass eben nicht die gleich oder besser qualifizierte Frau, sondern doch der Chorbruder, der Mit-Student etc. der Abteilungsleiter wird, wird interessanterweise nicht diskutiert!?