Beiträge von hasiewicz

    Ich werde ein bisschen neidisch - der Klang ist bestimmt besser als der meiner 30 Jahre alten BERLIN CLASSICS-Box. Sind auch die Nrn. 95 und 98 in der TOWER-Veröffentlichung enthalten?


    Grüße

    Garaguly

    Ja, sind sie. Hier die komplette Titelliste: https://www.discogs.com/de/release/23011529-Joseph-Haydn-Staatskapelle-Dresden-Eugen-Jochum-Gewandhausorchester-Leipzig-Václav-Neumann-Otmar-Su


    Herzliche Grüße

    Christian

    Aber Haydns Konzerte im Vergleich zu jenen Mozarts? Bei Symphonien oder der Kammermusik würde ich keinen dem anderen wirklich vorziehen (okay Mozarts Klarinettenquintett und einige andere Werke sind absolute Spitzenwerke).

    Ich bin weit davon entfernt, jede Sinfonie von Haydn gehört zu haben - aber mir scheint, auf die Höhen einer "Jupiter"-Sinfonie, bei der sich die Musik im zweiten Satz ins Transzendente öffnet und im vierten Satz ein kontrapunktisches Feuerwerk entzündet, hat Haydn sich nicht aufgeschwungen.

    Gerade frisch aus Japan gekommen, diese SACD von Tower Records mit Eterna-Aufnahmen, daraus genau jene:


    Joseph Haydn

    Symphonie Nr. 93 D-Dur

    Staatskapelle Dresden

    Eugen Jochum


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    Aufnahme von 1967, sehe wohlklingend, sowohl interpretatorisch als auch aufnahmetechnisch.


    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    Heute zum Pfingstsonntag:


    Johann Sebastian Bach

    O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe (BWV 34)

    Hana Blazikova, Robin Blaze, Satoshi Mizukoshi, Peter Kooij, Bach Collegium Japan, Masaaki Suzuki

    BIS, SACD, DDD, 2010


    "O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe,

    Entzünde die Herzen und weihe sie ein.

    ...

    Friede über Israel."



    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    Werter Garaguly,


    ich wäre interessiert - war es aus deiner Sicht hörenswert?


    Herzliche Grüße


    Christian

    Ich staune sehr über die Beliebtheit dieses Quartets hier, ich finde es wegen seines zweiten Satzes und wofür dieser verwandt wurde, kaum erträglich. Haydn kann dafür natürlich nichts, aber man kann doch die Rezption eines solchen Werkes nicht komplett ausblenden. Schon die Wahl des Stücks erscheint mir problematisch. Der Variationssatz mag meisterlich gemacht sein, das Finale überraschend dramatisch - aber diese Hymne überlagert wegen ihrer Bekanntheit ALLES und es ist mir ABSOLUT UNMÖGLICH, dieses Quartett anzuhören.

    Kann ich nicht nachvollziehen - es ist doch fabelhaft, dass unserer Nationalhymne eine Melodie zugrunde liegt, die sich auch wieder für royalen Glanz eignet, sollte Deutschland einst zur Monarchie zurückfinden.


    In diesem Sinne: Gutes Hören

    Christian Hasiewicz

    Das „Volkslied“ hat Haydn selbst komponiert.


    Der Kammermusikführer schreibt:

    Zitat

    Die neuerlichen Niederlagen Österreichs gegen die Truppen des revolutionären Frankreich lösten in ihm einen Schock aus, den er nicht nur in seinen späten Messen verarbeitete.



    Vielleicht liegt darin auch der Grund für die Verwendung der Kaiserhymne. Haydn hatte gespürt, wie spontan die Menschen auf diese Melodie und ihren Text reagiert hatten. In den ätherischen Harmonien des Quartetts verwandelt sie sich in ein Gebet – nicht für den Kaiser, sondern für den Frieden in Österreich.
    https://www.kammermusikfuehrer.de/werke/790

    Ich habe zwar noch keinen Beitrag zum Thread über Musikhören und Spazierengehen verfasst, höre aber beim Laufen ab und an sehr gern Musik. Heute ging es bei schönstem Wetter 17 Kilometer durchs Gerresheimer Umland zum Unterbacher See, wo es ein richtiges Auenland gibt.


    Musikalisch hat mich dabei ganz vorzüglich begleitet:


    Johann Christian Cannabich

    Symphonien C-Dur, Es-Dur, G-Dur, A-Dur, D-Dur

    London Mozart Players, Matthias Bamert

    Chandos, DDD, 2005



    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    Und heute morgen noch, als letzte aus dieser Integrale:


    Franz Schubert

    Sinfonie in h-moll D 759 ("Unvollendete")

    Karl Böhm, Berliner Philharmoniker

    Japan-Import, SHM-SACD



    Gutes Hören

    Christian Hasiewicz

    Erstmal danke ich Thomas Pape für den Vorschlag, dieses Werk zu hören und sich darüber auszutauschen. Tatsächlich habe ich Haydns "Kaiserquartett" heute mit Gewinn (wieder-)gehört - zunächst konzentriert in der älteren Aufnahme mit dem Quartetto Italiano, erschienen als Multichannel-SACD bei Pentatone (Abbildung unten), später nochmal vergleichend und etwas nebenher mit dem Emerson String Quartet über Apple Music. Ich habe auch noch die Aufnahme des Chiaroscuro Quartet im Regal.


    Mein Eindruck des Allegro war, dass man einem Menschen, der noch nie ein Streichquartett gehört hat, hier exemplarisch aufzeigen könnte, was vier Streichinstrumente an quasi-orchestraler Ausdruckskraft entfalten könnten - energisch voranschreitend, himmelhoch jubilierend, dann wieder abschattierend, um sich dann wieder in einen ungarischen Tanz zu steigern. Das Quartetto Italiano klingt dabei wie ein Ensemble, das sich permanent anschaut, ermuntert, zulächelt, auf jeden Fall auf kultivierte Weise ausgezeichnet versteht. Gegenüber den Emersons scheinen sie mir den feineren Ton zu haben. Aber dennoch nie blutarm, sondern furios, wenn es sein darf.


    Den Cantus-firmus-Variationen des zweiten Satzes liegt eine berühmte Melodie zugrunde, deren, ich bekenne es, ich nie müde werde. Es ist wie mit dem vierten Satz von Brahms erster Sinfonie oder Schumanns "Rheinischer" - es sind einfach melodische Einfälle für die Ewigkeit. Die ernste, elegische Stimmung bildet eine gute Abwechslung zur Verve des Eingangssatzes.


    Das Menuetto ist gefällig, aber von allen Sätzen am wenigsten bemerkenswert, wie mir scheint.


    Der Schlusssatz überrascht mit schmerzlichem Moll statt dem berüchtigten Kehraus. Der Kammermusikführer vermutet, Haydn habe hier die Stimmung kriegsbelasteter Zeiten einfliessen lassen. Er traut sich, seinem Publikum hier etwas zuzumuten, scheint mir.


    Ein sehr würdiges Werk für die Gattung Streichquartett wie auch für diese Gesprächsrunde!



    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    Nach dem Revival der Bandmaschinen kürzlich dachte ich, ich hätte alles gesehen, aber das hier fetzt noch darüber hinaus: Ein tragbarer Musikplayer (Astell Kern A Ultima SP2000t) mit integriertem Röhrenverstärker (!) KORG Nutube 6P1: https://www.projekt-akustik.de/astell_kern-a_ultima-sp2000t.


    Hier ein Testbericht: https://www.avguide.ch/testber…tell-and-kerns-luxusyacht


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    Ich habe Fragen - z.B.: Funktioniert der auch als Taschenwärmer?

    Über meine Lieblingssinfonie ist hier mehr als ein Jahr nichts geschrieben worden. Gerade erklang Sie bei mir in der getrost klassisch zu nennenden Einspielung von Karl Böhm mit den Berliner Philharmonikern, remastered, auf SACD.


    Ich bin vermutlich relativ nahe bei nemorino, wenn ich mich - sehr angetan - zur Aussage hinreissen lasse: Würde ich die Aufnahme unter Krips nicht kennen, würde ich meinen, es gäbe keine bessere Einspielung.


    Der Auftakt des Solohorns: Wehmütig verhangen. Der Streichereinsatz: Unendlich tröstlich. Danach: Erhabenheit im Forte und Tanz im Wechsel. Im Andante con moto ist die große Katastrophe angemessen dramatisch, die der Generalpause anschließende tröstliche Musik kommt überraschend geschwind daher. Das Streicherthema des Scherzo wird sehr viril dargeboten und ist dem weichen lyrischen Echo der Holzbläser in kontrastreicher Zwiesprache gegenübergestellt. Das Finale schließlich bei Böhm kein langweiliger Kehraus, sondern ein epischer Schlusssatz, der in einigen Passagen bis hin zur höchsten Dramatik findet.


    Für mich macht die ganze Gestaltung den Eindruck, als ob Böhm immer weiß, wo er mit dem grandiosen Orchester hin will. Er findet genau den verbindenden Weg zwischen der Verbindlichkeit der Wiener Klassik und romantischer Sanglichkeit und Extase. Ich bin neugierig, diesem wunderbaren Höreindruck nochmal Böhms Aufnahme mit der Dresdener Staatskapelle gegenüberzustellen.



    Gutes Hören

    Christian Hasiewicz

    Ja, eine Kollektion mit Aufnahmen für die Ewigkeit. Ich habe bereits die Box mit allen Sacred Cantatas auf SACD vom selben Ensemble, daher lohnt lohnt sie sich nicht für mich.

    Weiter geht es - ich würde diese 3-SACD-Box schon jetzt als einen "Best Buy" von 2024 bezeichnen.


    Dr. Karl Böhm: Kein Gipsheiliger, sondern sowas von back! ;)


    Franz Schubert

    Sinfonie Nr. 3 D-Dur (D 200)

    Berliner Philharmoniker, Karl Böhm

    Deutsche Grammophon Gesellschaft, SHM-SACD, Remastering durch die Emil Berliner Studios 2018.



    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    Ob das ein Kopfhörer für Klassikfans ist, muss sich noch zeigen, aber zwei Dinge machen neugierig: Dass Austrian Audio offenbar mit ehemaligen AKG-Leuten gegründet wurde, nachdem die österreichische AKG-Zentrale geschlossen wurde. Und der Name "The Composer". Werde versuchen, den Kopfhörer mal probezuhören.


    https://de.austrian.audio/kopfhoerer/thecomposer/


    https://www.likehifi.de/news/a…rstaerker-full-score-one/


    Gutes Hören

    Christian Hasiewicz

    Als der gleichen japanischen 3-SACD-Box heute:


    Franz Schubert

    Sinfonie Nr.4 c-moll D 417 "Tragische" (1816)

    Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485 (1816)

    Berliner Philharmoniker, Karl Böhm

    Deutsche Grammophon Gesellschaft, SHM-SACD, Remastering durch die Emil Berliner Studios 2018.


    Die Aufnahme der fünften Sinfonie unter Böhm ist für mich eine Sternstunde dieser Integrale: Trotz des vielzitiert "leichten" Charakters dieses Stückes nicht verzärtelt, sondern zugleich sanglich wie viril in der Wiedergabe, das Menuetto nicht verschleppt, sondern vom Tempo ganz richtig, insgesamt dem Ideal eines klassisch-romantischen Wohlklangs folgend - das ist schön, sehr schön...


    Gutes Hören

    Christian Hasiewicz

    Noch mehr frühen Schubert, diesmal Klavier:


    Franz Schubert

    Klaviersonate Nr. 1 E-Dur D.157

    Klaviersonate Nr. 2 C-Dur D.279

    Klaviersonate Nr. 4 a-moll, D.537

    Wilhelm Kempff, Klavier.

    Blu-ray Audio


    Was für ein Sprung von den ersten beiden fragmentarischen Werken zur Nr. 4 mit ihrem Zwielicht und ihren Farbschattierungen.



    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    Aus meiner persönlichen Hörreihe "Zyklisches Hören von Referenzaufnahmen":


    Franz Schubert

    Sinfonie Nr.1 D-Dur D 82 (1813)

    Sinfonie Nr. 2 B-Dur D 125 (1814–15)

    Berliner Philharmoniker, Karl Böhm

    Deutsche Grammophon Gesellschaft, SHM-SACD, Remastering durch die Emil Berliner Studios 2018.


    Diese beiden Sinfonien nacheinander zu hören war tatsächlich sehr interessant und sogar ein wenig überraschend, denn obwohl es sich um die gleiche Aufnahmezeit handelt (Mai 1972), die dem gleichen Remastering unterzogen wurde, klingt die erste Sinfonie hier viel mehr nach historischer Aufnahme (sprich: vom Klangbild etwas mulmig), während die zweite deutlich frischer wirkt.


    Ein weiterer Unterschied: Böhms Herangehensweise an den dritten Satz. Während das Tempo bei der zweiten Sinfonie passt (Alfred schreibt hier sehr richtig: "Der dritte Satz ist energischer, aber Böhm kostet hier nicht den möglichen Spielraum aus, sondern entscheidet sich dafür, die Klassische Ausgewogenheit aufrecht zu erhalten"), wirkt das Tempo des Allegrettos bei der ersten für mein Empfinden verschleppt.


    Ansonsten höre ich bei beiden ersten Sätzen ein schönes Voranbringen des musikalischen Geschehens (bei der zweiten Sinfonie zudem beinahe mendelssohnhaftes Elfenweben), und in den zweiten eine noble Ernsthaftigkeit.

    Und natürlich sind diese Sinfonien des sechzehn- bzw. achtzehnjährigen Schubert einfach sehr charmante, erfreuende Musik.


    Ein insgesamt schöner Start in diese Schubert-Integrale, die ich bald weiterhören möchte.



    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz

    Aus der "Antonin Dvorak - The Slavonic Soul"-Box:


    Antonin Dvorak

    Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

    Carlo Maria Giulini, London Philharmonic Orchestra, 1976


    "Auch in der böhmischen Heimat wurde die Sinfonie gefeiert. Ihr kämpferischer Charakter verband sich mit dem patriotischen Wunsch der Tschechen nach einem blühenden Nationalstaat." (Wikipedia)


    Es ist ein Segen, dass diese vergriffene Aufnahme im Rahmen dieser Box wieder erhältlich ist.



    Gutes Hören


    Christian Hasiewicz