Paula Baumann - Hochdramatische aus Karlsruhe


  • Es gibt Sängerinnen und Sänger, deren Spuren sich irgendwann verlieren. Nur ein paar Aufnahmen, die sie hinterlassen haben, halten sie im Gedächtnis. Dazu gehört sie Sopranistin Paula Baumann. Mehrere Quellen, darunter auch diversen Ausgaben des "Großen Sängerlexikons" von Kutsch/Riemes geben ihr Geburtsjahr mit 1910 an, versehen mit einem Fragezeichen. Ein Geburtstag findet sich nicht. Nach menschlichem Ermessen dürften sie nicht mehr unter den Lebenden sein. Doch einen Todestag habe ich auch nicht herausbekommen. Dazu wären wohl aufwändige Recherchen nötig. Oder weiß jemand mehr? Wer sich mit den Werken Richard Wagners auf Tonträgern beschäftigt, kennt ihre Isolde in der gekürzten Gesamtaufnahme von 1949 aus Hamburg. Dirigent dieser Produktion beim damaligen NWDR ist Hans Schmidt-Isserstedt. Den Tristan singt Max Lorenz. In einer „Walküre" – nur Teile des zweiten und der komplette dritte Aufzug sind erhalten – die 1938 unter der Leitung von Carl Leonhardt beim Reichssender Stuttgart entstand, singt sie die Schwertleite. Schließlich hat sich beim Bayerischen Rundfunk ihre Leonore in der Urfassung von Beethovens „Fidelio" aus dem Jahr 1950 erhalten. Der Florestan ist Julius Patzak, Dirigent Hans Altmann. Ein Fragment des „Fliegenden Holländer“ vom 24. Mai 1950 aus Genf tauchte erst kürzlich in Sammlerkreisen auf. Neben der Baumann als Senta singen Hans Hotter den Holländer, Herbert Alsen den Daland und Franz Lechleitner den Erik. Am Pult steht Robert F. Denzler.


    Paula Baumann, die über eine sehr gradlinig geführte voluminöse Stimme verfügte, begann ihre Laufbahn 1934 in Karlsruhe und blieb dem Vernehmen bis 1957 dort unter Vertrag. Sie begann mit Partien im Mezzofach und entwickelte sich dann mehr und mehr zum hochdramatischen Sopran mit Schwerpunkt Wagner. Gastspiele führten sie an alle großen Opernhäuser in Deutschland und an einige europäische Bühnen. Bei den Bayreuther Festspielen alternierte sie 1942 mit Maria Müller als Senta.



    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."