Aktive Pianisten unserer Tage - Hinrich Alpers - nur ein Blick durch Liszt auf Beethoven?

  • An den Transkriptionen von Franz Liszt scheiden sich die Geister, ich selbst bin ja ein ganz großer Fan des Versuchs, das Orchester auf das Klavier zu übertragen und die Operntranskriptionen beeindrucken mich immer wieder. Und Liszt ist vor nichts zurückgeschreckt, wie man an den Transkriptionen der Sinfonien Beethovens erkennen kann. Und allein daran wird deutlich, wie ernst diese Transkriptionen zu nehmen sind: Liszt verehrte Beethoven in besonderer Weise. Und in diesem Zusammenhang ist mir im vergangenen Jahr, ausgelöst durch einen Bericht in einem bekannten Radiosender auch erstmals der Name Hinrich Alpers (geb. 1981) begegnet.


    Nach dem Studium in Hannover und der Julliard School gewann er 2004 den ersten Preis beim Grieg Klavierwettbewerb, war aber live zunächst in der Tendenz regional zu erleben (was nicht heißt, dass er nicht auch in größeren Häusern gespielt hätte), 2008 gab er sein Debut in der Carnegie Hall, 2009 gewann er den Beethoven Wettbewerb in Bonn. Alpers lebt und lehrt derzeit in Berlin.


    bei meinen Recherchen nach Aufnahmen bin ich kaum fündig geworden, aber kann man von einer kleinen Diskographie sprechen, wenn man alles Transkriptionen der Beethoven-Sinfonien aufgenommen hat? Ich denke nein. Ich selbst habe sie nicht auf CD, sondern in besagtem Radiosender gehört, nebst seinen Erklärungen, die in gewisser Weise zu einem Erkennungsmerkmal geworden sind.



    Ich will hier keine Rezension der Aufnahmen vorlegen, dazu müsste ich alle noch einmal hören (mein Hören ist wirklich länger her), aber ich habe noch eine große Intensität im Ohr, den unbedingten Willen, alles aus diesen Transkriptionen herauszuholen, so dass es immer wieder wie zum Spielrausch kommt, mir schien dieses Entfesselte sehr passend, weil Alpers auf der anderen Seite über die ruhigen und leisen Passagen nicht hinwegsieht, sondern starke Kontraste setzte. Kurzum, ich dachte, dieser etwas andere Beethovenzyklus sei eine gute Gelegenheit, diesem Pianisten einen kleinen Beitrag zu widmen, auch um eine Anlaufstelle zu schaffen für weitere Projekte, die sicher zu erwarten sind.

    Herzliche Grüße, JLang

    Gute Opern zu hören, versäume nie
    (R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

  • Aufgrund einer Empfehlung aus dem Tamino-Forum habe ich mir diese CDs bestellt. Auch ich liebe die Liszt-Transkriptionen der Beethoven Sinfonien. Sie scheinen allerdings kaum der Renner zu sein.


    Hinrich Alpers war mir bis zu diesem Zeitpunkt (etwa 2 Monate her) überhaupt kein Begriff. Umso erstaunter war ich über die Qualität der Einspielung. Ich finde alles ist mit sehr viel Sinn für den Klang des Klavieres eingespielt, was für eine Transkription der Sinfonien unumgänglich ist. Hier schwächeln IMHO die Einspielungen von Katsaris und Scherbakov trotz allem virtuosen Könnens ein wenig.


    Eine Besonderheit dieser Einspielung durch Hinrichs sollte man erwähnen. Er spielt die Neunte mit Sängern und Chor ein. Ich war nicht wenig beeindruckt, da die Neunte sonst für Klavier solo noch einmal weitere Herausforderungen bietet, die ein Klavier fast nicht bewältigen kann. Auf jeden Fall ein Hörgenuss!


    Die hervorragende Aufnahmetechnik ermöglicht problemlos das parallele Hören aller Stimmen, der menschlichen, wie der mechanischen :hail:.

  • Sie scheinen allerdings kaum der Renner zu sein.

    So kann man das IMO nicht sagen. Einerseits goibt es doch ein paar seer engagierte Aufnahmen, andrerseits gibt es einen doch interessantenThread zu dem Thema.

    Alle Neune!!! - Beethovens Sinfonien in der Klaviertranskription von Franz Liszt

    Daß er bereits 2013 - nach über 5 jähriger Laufeit zum Stillstand kam ist sicher der Tatsache geschuldet, daß man glaubte, es sei alles gesagt. Spätz wird solch ein Thread nahezu immer vergessen - bzw nicht mehr gefunden...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Zitat

    astewes: Eine Besonderheit dieser Einspielung durch Hinrichs sollte man erwähnen. Er spielt die Neunte mit Sängern und Chor ein. Ich war nicht wenig beeindruckt, da die Neunte sonst für Klavier solo noch einmal weitere Herausforderungen bietet, die ein Klavier fast nicht bewältigen kann. Auf jeden Fall ein Hörgenuss!

    Ja, unbedingt, danke für den Nachtrag. Und ich freue mich, dass die Aufnahmen hier bereits einige Freunde haben.


    Ich habe mich „ durchgerungen“ und habe meine Sammlung von Liszt Transkriptionen noch um die von astewes verlinkte Box erweitert, mir hatten die Radiobeiträge einfach zu gut gefallen. Ich bin gespannt, worauf Alpers, der - wenn es möglich ist - regelmäßig im Piano Salon Christophori in Berlin auftritt, in Zukunft den Fokus lenken wird, ich werde es mit Neugier verfolgen.

    Beste Grüße JLang

    Gute Opern zu hören, versäume nie
    (R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

  • Alfred_Schmidt

    Hat den Titel des Themas von „Aktive Pianisten unsere Tage - Hinrich Alpers - nur ein Blick durch Liszt auf Beethoven?“ zu „Aktive Pianisten unserer Tage - Hinrich Alpers - nur ein Blick durch Liszt auf Beethoven?“ geändert.