MESSIAEN, Olivier: SAINT FRANCOIS D´ASSISE

  • Olivier MESSIAEN
    SAINT FRANCOIS D`ASSISE

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    Libretto vom Komponisten.



    Uraufführung 28.11.1983, Paris, Palais Garnier. Musikalische Leitung: Seiji Ozawa.


    Weitere szenische Aufführungen bisher in Salzburg, Paris, Leipzig, San Francisco, Berlin, Bochum.


    Weitere konzertante Aufführungen bisher in Utrecht, Bonn, Madrid, Lyon, London, Edinburgh…


    Nächste geplante szenische Aufführung: 1. Juni 2008 (Premiere), Amsterdam,
    De Nederlandse Opera.


    Spielzeit ohne Pausen: ca. 260 Minuten




    Besetzung: [/B]


    L'Ange (Sopran)
    Saint François (Bariton)
    Le Lépreux (Tenor)
    Frère Lèon (Bariton)
    Frère Massée (Tenor)
    Frère Elie (Tenor)
    Frère Bernard (Bass)
    Frère Sylvestre (Bass)
    Frère Rufin (Bariton)



    Chor: 150 Sänger: S, S, Mezzo, A, A, T, T, Bar, B, B.


    Orchester:


    3 Piccoloflöten, 3 Flöten, 1 Altflöte, 3 Oboen, 1 Englischhorn, 2 Es-Klarinetten, 3 B-Klarinetten, Bass- und Kontrabassklarinette, 3 Fagotte, 1 Kontrafagott.


    Kleine Trompete in D, 3 Trompeten in C, 6 Hörner in F, 3 Posaunen, 2 Tubas, 1 Kontrabasstuba.


    Xylophon, Xylorimba, Marimba, Glockenspiel, Vibraphon.
    3 Ondes Martenot.


    Schlagzeug (5 Spieler)


    68 Streicher (16, 16, 14, 12, 10).



    1975 bat der Intendant der Opéra de Paris, Rolf Liebermann, Messiaen um eine Oper mit einem Sujet nach freier Wahl des Komponisten. Messiaen entschied sich nach kurzer Zeit dafür, eine Oper über Franz von Assisi zu schreiben, "dem Heiligen, der Christus am ähnlichsten war." Dabei stellt er in acht Tableaus die Stadien der wachsenden Heiligkeit der Titelfigur auf die Bühne. Die inhaltliche Ausrichtung der Oper fokussiert nahezu ausschließlich auf diesen Aspekt der imitatio Christi.
    Soziale und psychologische Aspekte dagegen sind weitgehend ausgeklammert.


    Messiaen komponierte die Particellversion der Oper zwischen 1975 und 1979. Die Orchestrierung und die Reinschrift erstellte er zwischen 1979 und 1983. Das Werk ist in seiner musikalischen Gestalt von fast maßlosem Anspruch. Es erfordert ein Orchester und einen Chor außergewöhnlicher Größe, dazu zahlreiche instrumentale Solisten, die üblicherweise in einem Orchester nicht vorkommen. Die Schreibweise ist anspruchsvoll und komplex und steigert die musikalischen Ergebnisse der vorangegangenen Werke Messiaens. Die Partitur wurde in acht Bänden herausgegeben und umfasst rund 2000 Seiten. Dem enormen musikalischen Anspruch des Werkes und dem Gegensatz zwischen Messiaens Libretto einerseits und den heute aktuell diskutierten gesellschaftlichen, psychologischen und religiösen Fragestellungen andererseits ist es zuzuschreiben, dass Aufführungen dieser Oper seltene, im Fachpublikum weltweit beachtete Ereignisse sind.



    Die Handlung


    1. Aufzug


    1. Bild: La Croix
    (eine Straße)
    Saint François und Bruder Leon sind unterwegs. Franziskus erklärt, dass die vollkommene Freude nur darin bestehen könne, das Leiden, das einem widerfährt, anzunehmen und dabei an das Vorbild Jesu Christi zu denken.


    2. Bild: Les Laudes
    (Der Innenraum der Klosterkirche)
    Franziskus singt während eines Gottesdienstes seinen Brüdern aus seinem Loblied auf die Schöpfung vor.


    3. Bild: Le Baiser au Lépreux
    (Ein Hospital nahe Assisi)
    Ein Leprakranker lehnt sich gegen seine Krankheit auf. Er beginnt mit Franziskus ein Gespräch über seine Erkrankung, über die Ablehnung und den Ekel, den seine Pfleger ihm entgegenbringen.


    Franziskus erklärt, wenn der innere Mensch schön sei, werde er durch die Auferstehung verklärt. Ein Engel erscheint und spricht zu dem Kranken:
    „Lêpreux, ton coeur t`accuse,
    mais Dieu est plus grand que ton coeur.“ (Dein Herz klagt dich an, aber Gott ist größer als dein Herz.) „Mais Dieu est tout Amour, et qui demeure dans l`Amour demeure en Dieu, et Dieu en lui.“


    Nachdem der Engel gegangen ist, küsst Franziskus den Kranken, der daraufhin geheilt wird.


    Der Chor teilt mit: „An die, die viel geliebt haben, sei gesagt: Alles ist vergeben.“


    2. Aufzug


    4. Bild: L`Ange Voyageur
    (Das Kloster auf dem Alverna-Berg)
    Ein Engel klopft an der Klosterpforte an – mit äußerster Sanftheit, aber er verursacht einen ungeheuren Lärm. Frère Massée stellt zutreffenderweise fest, dass er nicht von hier sein kann, wenn er auf eine so fremdartige Weise anklopft. Der Engel wünscht den Vikar des Ordens, Frère Élie zu sprechen, und befragt ihn zu seiner Haltung zur Prädestination: „Hast du den alten Menschen zurückgewiesen, um den Neuen Menschen zu finden, und um dein wahres Gesicht zu entdecken, das von Gott durch die Gerechtigkeit und die Heiligkeit der Wahrheit vorhergesehen wurde?“


    Élie beschimpft den Engel als Angeber und schiebt ihn zur Tür hinaus. Der Engel klopft erneut an, wie gehabt, und wünscht, seine Frage an Frére Bernard zu stellen. Dieser antwortet, dass er nach seinem Tod Christus gegenüberstehen möchte. Auf dessen Frage, wessen Bild und wessen Inschrift es gewesen sei, der er gedient habe, möchte er antworten, dass es seine, Christi, sei. Der Engel lobt diese Antwort und erklärt, dass er geplant hatte, Franziskus persönlich zu sprechen, ihn aber nicht stören wollte, und dass er jetzt zu Franziskus sprechen werde, allerdings auf eine bessere Art und Weise als mit Worten.


    5. Bild: L`Ange Musicien
    (gleicher Ort wie 4. Bild)
    Franziskus lobt die Schöpfung mit Passagen aus seinem Sonnengesang.
    Er bittet Gott darum, ihm einen Vorgeschmack der Seligkeit im ewigen Leben zu geben.
    Ein Turmfalke ruft. Der Engel erscheint, umgeben von einem Lichtschein. Er trägt eine Viola und einen Bogen bei sich und schwebt zu Franziskus hinüber.


    Der Engel erklärt, dass Gott uns durch das Übermaß an Wahrheit blende, dass aber die Musik uns zu Gott durch den Mangel an Wahrheit trage. Er, Franziskus, habe zu Gott durch die Musik gesprochen, und Gott werde ihm durch die Musik antworten. Er weist auf die Besonderheiten dieser Musik hin: „Connais la joie des bienheureux par suavité de couleur et de mélodie… Entends cette musique qui suspend la vie aux échelles du ciel, entends la musique de l`invisible…“


    Das magische Engelskonzert erklingt, Franziskus verliert schließlich das Bewusstsein, der Engel verschwindet. Leon, Massée und Bernard finden Franziskus bewusstlos vor. Nachdem er wieder wach geworden ist, schildert er ihnen, was geschehen ist. Die Brüder, glauben, am Himmel eine rätselhafte Erscheinung zu sehen.


    6. Bild: Le Prêche aux Oiseaux
    (Nahe dem Eremo delle Carceri , einem kleinen Klosterbau in einer steilen Waldschlucht am Monte Subasio, in Umbrien, Mittelitalien, oberhalb von Assisi.)
    Frére Massèe berichtet Franz von seinen ornithologischen Beobachtungen, und Franziskus erklärt ihm die Details.


    Er richtet eine Predigt an die Vögel, rühmt ihre Freiheit, ihre Schönheit und ihren Gesang, und segnet die Tiere. Nach einem Moment des Schweigens stimmen die Vögel ein vielstimmiges Konzert an. Danach fliegen die Vögel in die vier Himmelsrichtungen davon.


    3. Aufzug


    7. Bild: Les Stigmates
    (Auf dem Alverna-Berg, nachts)
    Franziskus bittet Gott um zwei Dinge: Bevor er stirbt möchte er die Leiden erfahren, die Gott in der Gestalt Jesu Christi in seiner Passion erdulden musste. Und er möchte in seinem Herzen die Liebe erfahren, die Gott für die Menschen empfand, um eine solche Passion zu ertragen.


    Die Szene hellt sich auf, ein bleiches und fremdartiges Licht erscheint.


    Gott erklärt mit der Stimme des Chores, dass Franz, um Christus noch ähnlicher zu werden, die fünf Wundmale Christi am Kreuz ertragen müsse, sein Leiden annehmen, und über sich noch weiter hinauswachsen, um so zu einer zweiten Hostie zu werden.


    Ein riesiges schwarzes Kreuz erscheint. Gott teilt mit: „Ich bin das Alpha und das Omega. Ich bin das Nachher, das vorher war. Ich bin das Vorher, das Nachher sein wird…“ Ein rot-violettes Leuchten entflammt die Szenerie. Vier Lichtstrahlen schießen aus dem Kreuz und verletzen Franziskus an den Händen und Füßen. Ein fünfter Lichtstrahl verletzt die rechte Seite des Heiligen.


    Plötzlich wird es sehr klar. Die gesamte Szenerie ist in ein Rot-Orange getaucht. Das schwarze Kreuz beginnt, golden zu funkeln. Der Chor ruft Franziskus an: „François!...“ Franziskus antwortet. Der Chor teilt ihm mit, dass er das Kreuz getragen habe, und dass es jetzt ihn tragen werde.



    8. Bild: La Mort et La Nouvelle Vie
    (Im Innern der Portiuncola-Kapelle)
    Franziskus nimmt Abschied. Er spricht zu den Kreaturen des Raumes und der Zeit, zum Alverna-Berg, dem Wald, den Felsen, zu den Vögeln, zu allen seinen Brüdern… Der Engel erscheint erneut und ruft Franz die Heilung des Leprakranken in Erinnerung. Neben dem Engel steht der geheilte Leprakranke aus dem dritten Bild, schön und prachtvoll gekleidet.


    Franziskus stirbt im Kreise seiner Mitbrüder.


    Der Chor weist auf die Auferstehung hin und zitiert 1. Korinter 15: Die Sterne am Himmel sind ganz anders beschaffen als die verschiedenen Geschöpfe auf der Erde; die Schönheit der einen ist nicht mit jener der anderen zu vergleichen. Die Sonne hat ihren eigenen Glanz, anders als das Leuchten des Mondes oder das Glitzern der Sterne. Selbst die Sterne unterscheiden sich in ihrer Helligkeit voneinander. Genauso könnt ihr euch die Auferstehung der Toten vorstellen. Unser irdischer Leib ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich. Was begraben wird, ist unansehnlich und schwach, was aufersteht, lässt Gottes Herrlichkeit und Kraft erkennen..


    Ein Licht erscheint und wird langsam heller und heller. Als seine Helligkeit unerträglich zu werden scheint, fällt der Vorhang.

  • Saint François d'Assise
    (Der heilige Franziskus von Assisi),
    Oper (Scènes Franciscaines) in 3 Akten (8 Bildern)
    von Olivier Messiaen.
    Text vom Komponisten.
    Uraufführung: 28.11.1983 Paris, Opéra, Salle Garnier,
    mit José van Dam • Christiane Edna-Pierre • Kenneth Riegel • Michel Sénéchal • Philippe Duminy • Georges Gautier • Jean- Philippe Courtis,
    Dirig. Seiji Ozawa.

    Es folgten Aufführungen in Salzburg, Leipzig, Berlin, Amsterdam, San Francisco, erneut in Paris und bei der Ruhrtriennale (Bochum).
    Am 1. Juli 2011 wurde die Oper in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Aktionskünstler Hermann Nitsch (Inszenierung) und Kent Nagano (Dirigent) in München erstaufgeführt.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • „SAINT FRANÇOIS D’ASSISE“ (Olivier Messiaen)



    Erster Teil. (Alle Aufführungen sind in französischer Sprache.)



    L’Ange – Christiane Eda-Pierre / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Michel Philippe / Frère Massée – Georges Gautier / Frère Élie – Michel Sénéchal / Frère Bernard – Jean-Philippe Courtis / Frère Sylvestre - Lucien Dalmon / Frère Rufin – Jean-Jacques Nadaud / Les Choeurs et l’Orchestre du Théâtre National de l’Opéra de Paris / Chorltg.: Jean Laforge / Dirigent: Seiji Ozawa / Ausstattung: Giuseppe Crisolini-Malatesta / Regie: Sandro Sequi / TV-Regie: Ariane Adriani. Die Uraufführung in der Pariser Oper – Palais Garnier – war am 28. 11. 1983. Auf ‚YouTube‘ ist die Aufzeichnung des französischen TV-Senders ‚Antenne 2‘ zu sehen. Ein akustischer Zusammenschnitt von Radio France von zwei Aufführungen (6. 12. und 9. 12. 1983) der Uraufführungsproduktion erschien 1998 auf vier CDs bei ‚Cybelia‘ (CY 833/36) in Frankreich.



    L’Ange – Rachel Yakar / Saint Franҫois – Dietrich Fischer-Dieskau / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Gilles Cachemaille / Frère Massée – Robert Tear / Frère Bernard – Sebastian Vittucci / Der Arnold Schoenberg Chor / Der ORF-Chor Wien / Chorltg.: Erwin Ortner / Das Radio Symphonieorchester Wien / Dirigent: Lothar Zagrosek (Salzburg, Felsenreitschule, 22. 8. 1985). Eine konzertante Aufführung der Szenen 3 (Le baiser au Lépreux - Der Kuss des Aussätzigen), 6 (Le prêche aux oiseaux - Die Vogelpredigt), 7 (Les stigmates - Die Stigmata) und 8 (La mort de Franҫois et la nouvelle vie - Der Tod des Franziskus und das neue Leben). Der Mitschnitt wurde 1998 von ‚Orfeo‘ auf zwei CDs (C 485 982 I) veröffentlicht.



    L’Ange – Maria Orán / Saint Franҫois – Philippe Rouillon / Le Lépreux – John Gilmore / Frère Léon – Phil Frohnmeyer / Frère Massée – Gérard Garino / Frère Élie – Bruce Brewer / Frère Bernard – Charles van Tassel / Frère Sylvestre und Frère Rufin – Chorsolisten / Het Groot Omroepkoor / Het Nederlands Kamerkoor / Het Radio Symfonie Orkest / Het Radio Kamerorkest / Dirigent: Kent Nagano (Utrecht, Muziekcentrum Vredenburg, 28. 9. 1986). Die Rundfunksendung der konzertanten Aufführung erschien 1988 auf vier CDs bei ‚KRO‘ (Katholieke Radio Omroep) unter der Nr. KK 8802.



    L’Ange – Maria Orán / Saint Franҫois – David Wilson-Johnson / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Nicholas Isherwood / Frère Massée – John Graham-Hall / Frère Élie – Ragnar Ulfung / Frère Bernard – Jean-Philippe Courtis / Frère Sylvestre – Roger Heath / Frère Rufin – Jonathan Robarts / The London Philharmonic Choir / Chorltg.: Richard Cooke / The London Philharmonic Orchestra / Dirigent: Kent Nagano / Bühnenbild: Mark Wheeler / Kostüme: Helen Fitzwilliam / Regie: Michael Rennison / TV-Regie: Barrie Gavin (London, Royal Festival Hall, 10. 12. 1988). Eine halbszenische Aufführung in Gegenwart Olivier Messiaens, der an diesem Tag seinen 80. Geburtstag feierte. (Im Internet gibt es eine TV-Aufzeichnung der BBC vom dritten Akt und zusätzlich ein Portrait des Komponisten ‚Messiaen at 80‘).



    L’Ange – Dawn Upshaw / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Ronald Hamilton / Frère Léon – Urban Malmberg / Frère Massée – John Aler / Frère Élie – Thomas Young / Frère Bernard – Tom Krause / Frère Sylvestre – Akos Banlaky Frère Rufin – Reinhard Koller / Der Arnold Schoenberg Chor / Chorltg.: Erwin Ortner / The Los Angeles Philharmonic Orchestra / Dirigent: Esa-Pekka Salonen (Salzburg, Felsenreitschule, 17. 8. 1992). Eine Coproduktion – Regie: Peter Sellars – mit der Opéra Bastille in Paris. Der SWR brachte den Mitschnitt des ORF am 30. 8. 1992.



    L’Ange – Petra Maria Schnitzer / Saint Franҫois – William Dazeley / Le Lépreux – Ragnar Ulfung / Frère Léon – Stephan Genz / Frère Massée – Georges Gautier / Frère Bernard – Franz-Josef Selig / Der Kölner Rundfunk-Chor / Chorltg.: Godfried Ritter / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Kent Nagano (Köln, Philharmonie, 25. 2. 1998). Eine konzertante Aufführung (Szenen 3, 6, 7 und 8 am ‚Aschermittwoch der Künstler 1998‘ und zum Jubiläum ‚750 Jahre Kölner Dom‘. Ein Mitschnitt des WDR von der konzertanten Aufführung.



    L’Ange – Dawn Upshaw / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Chris Merritt / Frère Léon – Urban Malmberg / Frère Massée – John Aler / Frère Élie – Guy Renard / Frère Bernard – Tom Krause / Frère Sylvestre – Akos Banlaky / Frère Rufin – Dirk D’Ase / Der Arnold Schoenberg Chor / Chorltg.: Erwin Ortner / The Hallé Orchestra, Manchester / Dirigent: Kent Nagano (Salzburg, Felsenreitschule, August 1998). Zwei der sechs Vorstellungen der Wiederaufnahme von 1992 im Zeitraum zwischen dem 16. 8. und 30. 8. 1998 wurden von der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ aufgenommen und 1999 auf vier CDs (445 176-2) veröffentlicht.



    L’Ange – Ofelia Sala / Saint Franҫois – Frode Olsen / Le Lépreux – Louis Gentile / Frère Léon – Tom Erik Lie / Frère Massée – Sang Ho Choi / Frère Elie – Jörg Schörner / Frère Bernard – Soon Won Kang / Frère Sylvestre – Hidekazu Tsumaya / Frère Rufin – Roland Schubert / Der Chor der Oper Leipzig / Chorltg.: AntonTremmel / Das Gewandhausorchester Leipzig / Dirigent: Jiří Kout (Leipzig, Opernhaus, 15. 11. 1998). Ein privater Mitschnitt; die Premiere fand am 8. 11. 1998 statt.



    L’Ange – Heidi Grant Murphy / Saint Franҫois – David Wilson-Johnson (statt David Pittman-Jennings) / Le Lépreux – Stuart Kale / Frère Léon - Quentin Hayes / Frère Massée – Gordon Gietz / Frère Élie – Marten Smeding / Frère Bernard – Frédéric Caton / Frère Sylvestre – Henk van Heijnsbergen / Frère Rufin – Palle Fuhr Jorgensen / Het Groot Omroepkoor (Der Niederländische Rundfunkchor) / Chorltg.: Martin Wright / Der WDR Rundfunkchor Köln / Chorltg.: Godfried Ritter / Het Radio Filharmonisch Orkest (Die Niederländische Radio Philharmonie) / Dirigent: Reinbert de Leeuw (Amsterdam, Concertgebouw, 25. 3. 2000). Die Aufnahme der konzertanten Aufführung durch die NOS (Nederlandse Omroep Stichting) wurde am 4. 3. 2001 auch vom WDR gesendet. (In gleicher Besetzung wurde das Werk ebenfalls konzertant am 27. 3. 2000 im ‚Palais des Beaux Arts‘ in Brüssel aufgeführt.)


    Am 1. 9. 2001 folgte ein Konzert mit Rundfunkübertragung in der Usher Hall im schottischen Edinburgh; hier wirkten in Änderung der obengenannten Besetzung Christopher Maltman (Frère Léon), Toby Spence (Frère Massée) und James Gilchrist (Frère Élie) mit. Reinbert de Leeuw dirigierte die Niederländische Radio Philharmonie und es sang der Edinburgh Festival Chorus.



    L’Ange – Ofelia Sala / Saint Franҫois – Frode Olsen / Le Lépreux – Ralf Willershäuser / Frère Léon – Markus Brück / Frère Massée – Todd Wilander / Frère Élie – Volker Horn / Frère Bernard – Peter Klaveness / Frère Sylvestre – Miomir Nikolic / Frère Rufin – Roland Schubert / Der Chor und das Orchester der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Ulrich Paetzholdt und Hellwart Matthiesen / Dirigent: Marc Albrecht (Berlin, Deutsche Oper, 29. 6. 2002). Eine Inhouse-Aufnahme der Deutschen Oper Berlin. Eine Inszenierung des Architekten Daniel Libeskind mit Thore Garbers und Antje Kaiser; Libeskinds Bühnenbild bestand aus einer Installation von 49 riesigen Würfeln.



    L’Ange – Laura Aikin / Saint Franҫois – Willard White / Le Lépreux – Chris Merritt / Frére Léon – Johannes Martin Kränzle / Frère Massée – Gran Wilson / Frère Bernard – Gabor Andrasy / Frère Élie – Jay Hunter Morris / Frère Sylvestre – Hugh Russell / Frère Rufin – Kwang Shik Pang / The Chorus and Orchestra of the San Francisco Opera House / Chorltg.: Ian Robertson / Dirigent: Donald Runnicles (San Francisco, War Memorial Opera House, 27. 9. 2002). Eine Rundfunkübertragung der amerikanischen Erstaufführung. Die Produktion lag in deutscher Hand: Nicolas Brieger (Regie), Hans Dieter Schaal (Bühnenbild) und Andrea Schmidt-Futterer (Kostüme).


    Der zweite Teil folgt in einigen Tagen.



    Carlo

  • „SAINT FRANÇOIS D’ASSISE“ (Olivier Messiaen)



    Zweiter Teil. (Alle Aufführungen sind in französischer Sprache.)



    L’Ange – Heidi Grant Murphy / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Stéphane Degout / Frère Massée – Charles Workman / Frère Élie – Gerhard Siegel (statt Guy Renard) / Frère Bernard – Roland Bracht / Frères Sylvestre – Vladimir Vassilev / Frère Rufin – Tomasz Konieczny / Der WDR Rundfunkchor Köln / Chorltg.: Anton Marik / Det Danske Radiokor (Der Dänische Rundfunkchor) / Chorltg.: Kaare Hansen / Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Dirigent: Sylvain Cambreling (Bochum, Jahrhunderthalle, 27. 9. 2003). Die Premiere der halbszenischen Aufführungsserie des Kulturfestivals ‚RuhrTriennale‘ - dessen Intendant von 2002 bis 2004 Gerard Mortier war – fand am 13. 9. 2003 statt; der SWR nahm eine Vorstellung auf und sendete sie nach einigen Querelen erst am 10. 12. 2008 zum Ausklang des ‚Messiaen-Jahres‘.



    L’Ange – Christine Schäfer / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Chris Merritt / Frére Léon – Brett Polegato / Frére Massée – Charles Workman / Frére Élie – Christoph Homberger / Frére Bernard – Roland Bracht / Frére Sylvestre – Guillaume Antoine / Frére Rufin – David Bižić / Les Choeurs et l’Orchestre de l’Opéra National de Paris / Chorltg.: Peter Burian / Dirigent: Sylvain Cambreling (Paris, Opéra Bastille, 12. 10. 2004). Ein Mitschnitt von ‚Radio France‘. Mit dieser Neuinszenierung in der Regie von Stanislas Nordey - Premiere am 6. 10. 2004 - begann Gerard Mortier seine fünfjährige Intendanz an der Opéra Bastille.



    L’Ange – Camilla Tilling / Saint Franҫois – Rod Gilfry / Le Lépreux – Hubert Delamboye / Frère Léon – Henk Neven / Frère Massée – Tom Randle / Frère Éli – Donald Kaasch / Frère Bernard – Armand Arapian / Frère Sylvestre – Jan Willem Baljet / Frère Rufin – André Morsch / Het Koor van de Nederlandse Opera / Chorltg.: Martin Wright / Het Residentie Orkest, Den Haag / Dirigent: Ingo Metzmacher (Amsterdam, Muziektheater, 7. 6. 2008). Der Mitschnitt der zweiten Vorstellung (mit sechs folgenden Aufführungen während des ‚Holland Festivals 2008‘, das ganz im Zeichen des 100. Geburtstages von Olivier Messiaen stand) wurde u. a. am 27. 12. 2008 auch vom Hessischen Rundfunk gesendet. Die Regie dieser Inszenierung – als Schulunterricht mit vielen Kindern auf der Bühne - hatte Pierre Audi. Diese Produktion (Bühnenbild: Jean Kalman / Kostüme: Angelo Figus / TV-Regie: Misjel Vermeiren) ist 2009 auch auf drei DVDs bei ‚Opus Arte‘ (OA 1007 D) erschienen.


    ‚De Nederlandse Opera‘ gastierte damit am 7. 9. 2008 konzertant auch bei den Londoner ‚Proms‘ incl. einer Rundfunkübertragung durch die BBC. Statt Camilla Tilling und Tom Randle sangen dort Heidi Grant Murphy und Charles Workman die entsprechenden Rollen. (Der amerikanische Bariton Rodney Gilfry verkürzte ab 2005 seinen Vornamen zu ‚Rod‘.)



    L’Ange – Heidi Grant Murphy / Saint Franҫois – Vincent Le Texier / Le Lépreux – Hubert Delamboye / Frère Léon – Nicolas Courjal / Frère Massée – Tom Randle / Frère Élie – Olivier Dumait / Frère Bernard – Jean-Sébastien Bou / Frère Sylvestre – Mark Pancek / Frère Rufin – Robert Jezierski / Le Choeur et l’Orchestre Philharmonique de Radio France / Chorltg.: Matthias Brauer / Dirigent: Myung-Whun Chung (statt Sylvain Cambreling) (Paris, Salle Pleyel, 31. 10. 2008). Eine konzertante Aufführung der kompletten Oper (sechs Stunden mit zwei Pausen), die durch Projektionen von Bildern und Gemälden auf die Rückwand des Saals (Regie: Jean-Baptiste Barrière) kurzweiliger war als manche Bühneninszenierung der handlungsarmen Oper.



    L’Ange – Aline Kutan / Saint Franҫois – Marc Barrard / Le Lépreux – Chris Merritt / Frère Léon – Laurent Alvaro / Frère Massée – Benjamin Butterfield / Frère Élie – Antonio Figueroa / Frère Bernard – Gino Quilico / Le Choeur des Enfants de Montréal / Le Choeur et l’Orchestre Symphonique de Montréal / Dirigent: Kent Nagano (Montreal, Salle Wilfried Pelletier, 5. 12. 2008). Ein Mitschnitt des Konzerts durch die CBC (Canadian Broadcasting Corporation).



    L’Ange – Christine Schäfer / Saint Franҫois – Paul Gay / Le Lépreux – John Daszak / Frère Léon – Nikolay Borchev / Frère Massée – Kenneth Roberson / Frère Élie – Ulrich Reß / Frère Bernard – Christoph Stephinger / Frère Sylvestre – Rüdiger Trebes / Frère Rufin – Peter Mazalán / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Sören Eckhoff / Dirigent: Kent Nagano (München, Staatsoper, 1. 7. 2011). Eine Live-Übertragung des Bayerischen Rundfunks von fünf Stunden Dauer. Der österreichische ‚Aktionskünstler‘ Hermann Nitsch wurde für die Ausstattung und die Regie verpflichtet.



    L’Ange – Camilla Tilling / Saint Franҫois – Alejandro Marco-Buhrmester / Le Lépreux – Michael König / Frère Léon – Wiard Withold / Frère Massée – Tom Randle / Frère Élie – Gerhard Siegel / Frère Bernard – Victor von Halem / Frère Sylvestre – Vladimir Kapshuk / Frère Rufin - David Rubiera / El Coro ‚Intermezzo‘ / El Coro de la Generalitat Valenciana / Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Dirigent: Sylvain Cambreling (Madrid, Arena, 11. 7. 2011). Ursprünglich sollte die semi-konzertante Aufführung am 6. 7. 2011 in der Madrider ‚Caja Mágica‘ statt finden. Es handelte sich um die Wiederholung der halbszenischen Realisation aus Bochum von 2003 (siehe oben). Der schweizerische Bariton Marco-Buhrmester hieß einst ‚Alexander‘ mit Vornamen; ich erlebte ihn am 24. 4. 2000 in Bielefeld als sehr guten Interpreten der vier Baritonrollen in einer französisch gesungenen Vorstellung von „Les contes d’Hoffmann“.



    L’Ange – Emöke Baráth / Saint Francois – Vincent Le Texier / Le Lépreux – Peter Bronder / Frère Léon – Philippe Sly / Frère Massée – Ed Lyon / Frère Élie – Jean-Noel Briend / Frère Bernard – Hidekazu Tsumaya / Frère Sylvestre – Zhong Hao / Frère Rufin – Shigeru Hatakeyama / The New National Theatre Chorus / The Biwako Hall Vocal Ensemble / Chorltg.: Kyohei Tomihira / The Yomiuri Nippon Symphony Orchestra / Dirigent: Sylvain Cambreling (Tokyo, Suntory Hall, 19. 11. und 26. 11. 2017). Dieser Zusammenschnitt von zwei Konzerten erschien 2018 bei der CD-Firma ‚Altus‘ auf vier Silberscheiben mit der Katalognummer ALT-398/401.



    L’Ange – Claire de Sévigné / Saint Francois – Robin Adams / Le Lépreux – Aleš Briscein / Frère Léon – Kartal Karagedik / Frère Massée – Jason Bridges / Frère Élie – Omar Mancini / Frère Bernard – William Meinert / Frère Sylvestre – Joé Bertini / Frère Rufin – Anas Séguin / Le Choeur du Grand Théâtre de Genève / Choeur ‚Le Motet de Genève‘ / Chorltg.: Mark Biggins / L’Orchestre de la Suisse Romande / Dirigent: Jonathan Nott (Genf, Grand Théâtre, 11. 4. 2024). Eine Eigenaufnahme des Genfer Opernhauses; die Inszenierung stammt von Adel Abdessemed, der auch für die Ausstattung verantwortlich war.



    L’Ange – Anna Prohaska / Saint Franҫois – Jacques Imbrailo / Le Lépreux – Anthony Gregory / Frère Léon – Kartal Karagedik / Frère Massée – Dovlet Nurgeldiyev / Frère Élie – Andrew Dickinson / Frère Bernard – David Minseok Kang / Frère Sylvestre – Florian Eggers / Frère Rufin – Niklas Mallmann / Die Audi Jugendchorakademie / Das Vokalensemble LauschWerk / Chorltg.: Martin Steidler / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Kent Nagano (Hamburg, Elbphilharmonie, 6. 6. 2024). Ein privater Mitschnitt der zweiten halbszenischen Aufführung (Regie: Georges Delnon) in Hamburg, die eine Coproduktion der Hamburgischen Staatsoper, des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und der Elbphilharmonie war.



    Von den Produktionen in Darmstadt (2018) und Bukarest (2023) sind mir keine akustischen oder visuellen Dokumente bekannt. Am 11. 6. 2023 hatte das Werk auch in Stuttgart Premiere, doch die Produktion hatte Teile der Oper in die freie Natur und zu verschiedenen, weit auseinander liegenden Spielstätten ‚ausgelagert‘, so dass auch diese Aufführung nicht dokumentiert ist.



    Es gibt einen interessanten "Tamino"-Thread zu dieser Oper: „Messiaen: Saint Franҫois d’Assise – Monumentale Heiligenlegende und musikalische Grenzerfahrung“.



    Carlo

  • L’Ange – Camilla Tilling / Saint Franҫois – Rod Gilfry [....] Dirigent: Ingo Metzmacher (Amsterdam, Muziektheater, 7. 6. 2008). Der Mitschnitt [....] ist 2009 auch auf drei DVDs bei ‚Opus Arte‘ (OA 1007 D) erschienen.

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    Mit mehr als vier Stunden Dauer war das eine wahrhaft denkwürdige Inszenierung, die sogar für einen Grammy nominiert wurde. Allerdings ist sie als Konserve weniger packend ist als vor 17 Jahren auf der Bühne in Amsterdam.


    https://my.mail.ru/mail/vassilevv.v/video/168/2163.html

    Ich bin dann mal weg.

  • „SAINT FRANÇOIS D’ASSISE“ (Olivier Messiaen)


    L’Ange – Heidi Grant Murphy / Saint Franҫois – José van Dam / Le Lépreux – Kenneth Riegel / Frère Léon – Stéphane Degout / Frère Massée – Charles Workman / Frère Élie – Gerhard Siegel (statt Guy Renard) / Frère Bernard – Roland Bracht / Frères Sylvestre – Vladimir Vassilev / Frère Rufin – Tomasz Konieczny / Der WDR Rundfunkchor Köln / Chorltg.: Anton Marik / Det Danske Radiokor (Der Dänische Rundfunkchor) / Chorltg.: Kaare Hansen / Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Dirigent: Sylvain Cambreling (Bochum, Jahrhunderthalle, 27. 9. 2003). Die Premiere der halbszenischen Aufführungsserie des Kulturfestivals ‚RuhrTriennale‘ - dessen Intendant von 2002 bis 2004 Gerard Mortier war – fand am 13. 9. 2003 statt; der SWR nahm eine Vorstellung auf und sendete sie nach einigen Querelen erst am 10. 12. 2008 zum Ausklang des ‚Messiaen-Jahres‘.

    fünf Aufführungen damals (so ich recht erinnere); selbst bin ich in der vorletzten gewesen... - für eine der Vorstellungen davor musste van Dam kurzfristig absagen (irgendein Infekt, der glücklicherweise schnellstmöglich entdeckt und entspr. fix 'ausgetrieben' werden konnte!); sein Cover Philippe Fourcade schlug sich freilich mehr als achtbar, jedenfalls ist mir seinerzeit wohl keine Kritik untergekommen, die da irgend etwas zu bemängeln gehabt hätte!


    gut 20J. später erinnere ich mich (zumindest vokal) v. a. Heidi Grant Murphy und Kenneth Riegel, was mir freilich weniger an van Dam, als an Messiaen zu liegen scheint: ein paar Takte weniger hätte er für seinen Hauptdarsteller viell. doch schreiben sollen ;);) - ist man (wie der hiesige Schreiberling) 'nur' ein Messiaen-Sympathisant und kein glühender Bewunderer, so wird man des Hörens des hl. Franz auf Dauer dann doch ein wenig müde....


    abschließend noch der Hinweis, dass ein gewisser Giuseppe Frigeni für die 'szenische Gestaltung' verantwortlich zeichnete, sowie der russisch-jüdische (seit 1988 in N. Y. lebende und dort 2023 verstorbene) 'Konzeptkünstler' Ilja Kabakov für die 'Installation', letztere eine 22 Tonnen schwere schräggestellte und sehr unterschiedlich beleuchtete Kuppel. - Selbst von beidem auch nicht so überzeugt gewesen, wie z. B. Stefan Schmöe (der damalige Rezensent auf omm.de), fand ich den Journalisten, der seine Anmerkungen mit Untertagebau in Oberammergau überschrieben hatte, dann doch eher peinlich, denn bedenkenswert!

    Unvernünftige Klugheit, unkluge Vernunft. Energie ohne Grundsäze, Grundsäze ohne Energie. Strenge ohne Menschlichkeit, Menschlichkeit ohne Strenge. Heuchlerische Gefälligkeit, schaamlose Unverschämtheit, altkluge Jungen, läppische Männer. Man könnte fortsezen von Sonnenaufgang bis Mitternacht und hätte kaum ein Tausendtheil des menschlichen Chaos genannt (Hölderlin, Brief an J. G. Ebel, 10.01.1797)