Dr. Pingel´s Schreibtisch - nur echt mit dem falschen Apostroph

  • 17.1.2020

    2009 war für mich ein wichtiges Jahr, weil ich gleichzeitig mit Kieser-Training und dem Tamino-Forum angefangen habe. Jetzt höre ich einige schon sagen: "Fehlt nur, dass er jetzt mit "mens sana in corpore sano" anfängt. Obwohl es abgedroschen ist, stimmt es. Allerdings denke ich, dass sich da Meinungen bilden wie diese: "Na ja, corpus können wir nicht beurteilen, aber 4.500 Beiträge - ob da wohl immer mens im Spiel war?" Sicher nicht; anyway. Zuerst meinen besonderen Dank an Alfred, der mir diese Seite gönnt.

    Dr.Pingel ist übrigens erwachsen geworden, er schreibt sich jetzt groß. Der Apostroph ist geblieben, gemäß der Regel: wenn man es kann, darf man es. Diese Regel habe ich von Alfreds souveräner Rechtschreibung gelernt (von Alfred lernen heißt siegen lernen).

    Wenn ich die anderen Beiträge hier in diesem Block sehe, muss ich sagen, dass es bei mir anders wird. Holger, Caruso, Woka und auch Helmut Hofmann sind Analytiker, ich nicht. Meine Beiträge hier werden im Spanischen am besten charakterisiert: sie heißen dort ensaladas. Kulinarisch sind das richtig wunderbare Speisen, weil man da alle leckeren Sachen reintun kann, die man hat. Es ist aber auch ein Begriff einer musikalischen Form, die wir hier noch kennen lernen werden.

    Die Bedingungen, die hier gestellt werden (also die yellows zu meiden), werde ich alle beachten. RT wird sehr kurz vorkommen, aber nur als Erwähnung, so wie ich es in meinem Bericht über "Boris Godunow" in Krefeld gemacht habe. Bis auf "Dr. Pingel´s musikalische Perlen vor Bach", die ja Michael Müller so toll betreibt, werde ich meine anderen threads erstmal stilllegen, bzw. sie hierhin verlagern.

    Zwei größere Projekte will ich aber schon mal erwähnen. Das erste ist die Beschäftigung mit Heinrich Schütz, mit dem ich durch vieles Singen sehr vertraut bin (ich weiß natürlich, dass wir hier mit sagitt einen richtigen Kenner haben). Das zweite Projekt habe ich schon angefangen: ich werde die "Provinzopernhäuser" hier im Rhein-Ruhr-Gebiet (Hagen, Krefeld, Wuppertal und besonders mein Stammhaus Gelsenkirchen) regelmäßig besuchen und darüber berichten. Da bin ich natürlich besser dran als meine Kollegen, etwa rodolfo, weil man diesen thread nicht kapern kann.

    Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurz und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und welkt, schwindet dahin wie ein Schatten und bleibt nicht (Hiob 14, u.a. vertont von Bach und Telemann)

  • Cher Dottore,


    ist es nicht das, was man einen Paradigmenwechsel nennt? Vom Pingel zum "souveränen" Rechtschreiber?


    Aber Reinhard Mey sagt ja schon in seinem Lied über die Rechtschreibung



    Und so hab' ich mit ihr eben
    Lieber probiert, als studiert.
    Mich interessiert das Leben
    Und nicht, wie man's buchstabiert!


    und weiter:


    Und ich werde Anarchist,
    Der begreift, dass die Rechtschreibung
    Die Wissenschaft der Esel ist.
    Ein Freigeist, ein großer Denker,
    Ein Erfinder, ein Poet,
    Ein zukünft'ger Weltenlenker
    Beugt sich nicht dem Alphabet!



    Gut gezirpt, Maikäfer!!

  • Anmerkung der Moderation

    An Sich sollte es niemandem möglich sein hier ausser Dr Pingel zu schreiben (und anürlich der Forenlleitung)

    Dass es trotzdem geht ist ein Fehler.

    Ich werden demn lolalisieren und abstellen

    mfg

    Alfred MOD 001


    EDIT:

    Fehler sollte behoben sein

    Diese Mitteilung wird in einigen Stunden gelöscht


    Interpreten SIND Sklaven !

  • 18.1.2020, 21.00

    5000 Taler??? - 5000 Bücher!!!


    Die Firma Henkel ist ja neben ihren Weißmachern auch bekannt für die Unterstützung eines glücklosen Fußballvereins, der dazu (oder deswegen) den Namen Fortuna trägt. Als Kind und als Jugendlicher habe ich dort viel Zeit zugebracht, denn es gab da eine Schwimmhalle, einen Sportplatz und Tennisplätze. Wohlgemerkt nicht für die Chefs, sondern für alle. Die Chefs hatten dafür einen Sternekoch. Damals konnte man nicht so ohne weiteres in die Firma hinein, es gab einen pompösen Empfangssaal mit einer sehr netten Empfangsdame. Die freute sich immer, wenn ich da als kleiner Steppke in der mitwachsenden Lederhose auftauchte. Alleine durfte man nicht weiter gehen, dafür gab es Pagen (!) in Pagenuniform, die einen dann begleiteten. Obwohl wir oft im selben Alter waren, haben wir nie miteinander gesprochen. Der Schriftsteller Dieter Forte, Autor des Stücks Luther und Müntzer, war einer von ihnen und hat sich bitter über diese Zeit geäußert. Dann gingen wir zusammen in die - Bücherei. Das war nicht die chemische Bücherei, sondern eine Freihandbücherei für alle. Heute ist das sozialer Klimbim!

    Wer war nun der Herr in diesem Bücherhimmel? Mein Vater! Da war mein Schicksal zum Allesleser schon früh vorgezeichnet. Die Musik kam später. Selber zu Hause hatten wir 5000 Bücher (leider keine Taler); viele davon, besonders die Klassiker, hatte ich bis zum Abitur gelesen oder zumindest in der Hand gehabt. Da habe ich auch die Fähigkeit erworben, Bücher zu zitieren, die ich nie gelesen hatte; ein unschätzbarer Vorteil für zukünftige Examina.

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  • 19.1.2020

    Eine typische Pingelfehlleistung

    Das Thema Die beliebtesten Verdi-Tenöre wurde von mir ganz klar in Die beleibtesten Verdi-Tenöre "umgelesen"! Ich sage nur: ein Wespennest, das hier nicht aufgeschreckt wird.


    19.1.2020

    Wer schrieb die Barrings?

    Im Düsseldorfer Süden war meine halbe Schulklasse im CVJM (Christlicher Verein junger Männer). Es gab Bücher, Filme, Fußball, Sport, Ausflüge, alles, was man so braucht in dem Alter. Einer der Leiter hat später Karriere gemacht, erst Dr., dann Schulleiter, dann in der obersten Schulverwaltung für die Gymnasien im Regierungsbezirk Düsseldorf. Diese Leute kamen alle paar Jahre in die Gymnasien, um dort nach dem Rechten zu sehen. Wir Lehrer sitzen alle brav da, da kommt die Delegation herein. Wir (also mein ehemaliger Jungscharleiter und ich) sehen uns, rufen unsere Vornamen und fallen uns in die Arme. Große Verblüffung allerorts. Er war für diesen Posten sehr geeignet, ich überhaupt nicht, weil ich sonst hätte keine Kinder unterrichten und mit Ihnen Theater spielen können.

    In diesem CVJM gab es einmal im Jahr ein großes Sommerfest mit Eltern. Wir haben dann ein Theaterstück aufgeführt, ach was, eine Scharteke (dieser Begriff wird uns später noch bei der Vorstellung des Schauerstücks Die Familie Schroffenstein von Kleist) begegnen. Das war schon ein Ansatz von RT, aber eher aus Unfähigkeit. Bei diesem Stück mussten wir uns immer vom Publikum wegdrehen, weil wir selber so lachen mussten. Danach kam ein Quiz; es ging immer um Klassik in Musik und Literatur. Außer mir hatte keiner Lust dazu, weil ich das sowieso immer gewann (5000 Bücher!). Eines Tages kam die Frage: Wer schrieb die Barrings? Das war so B-Literatur, wie sie auch heute die Buchhandlungen verstopft. Ich war zur Verblüffung aller der einzige im Saal, der das nicht wusste. Sowas stand nicht bei uns zu Hause.

    P.S. Ich weiß bis heute nicht, wer die Barrings schrieb; vielleicht erbarmt sich mal einer von euch!8-)

    P.S.2 Heute Abend gibt es in der Essener Philharmonie konzertant eine Händel-Oper. Darüber werde ich natürlich berichten.

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  • 19.1.2020

    Schülertheater - kann gar nicht lang genug sein

    Wir haben aber nicht nur Schwänke gespielt, sondern in der Schultheatergruppe auch richtige Stücke. Wir hatten leider als Lehrer eine Reihe alter Faschisten und Kommissköpfe, aber auch gute Lehrer, wie z.B. den Kunstlehrer Albert Fürst, der selber Künstler war und einen ausgezeichneten Solobass abgab (Holger Kaletha hatte den auch, aber Generationen später). Unser Theaterleiter war ein toller älterer Herr, der lange Zeit in Japan gelebt hatte und wusste, wie man als kultivierter Lehrer und Mensch sich verhält. Wir nannten ihn liebevoll "Japs"; er und unsere Theatertruppe waren eine Oase im autoritären Elend. Unser erstes Stück war Das Wintermärchen von Shakespeare. Die Sensation für uns Jungs war, dass da zum ersten Mal in unserer Schule echte Mädchen auftauchten, von denen einige sehr gut spielten, andere immerhin gut aussahen. Was das in uns Jungs auslöste, brauche ich hier nicht zu erwähnen. Dieses Stück ist relativ unbekannt und gehört zu Shakespeares Romanzen, die eine Mischung aus Tragik und Humor darstellen. Der erste Teil spielt in Sizilien, der zweite an der Küste Böhmens (!), die es natürlich damals schon nicht gab. Ich hatte 2 kleine Rollen im ersten Teil, wobei der Kerkermeister bloß blöd herumstand. Im zweiten Teil hatte ich die komische Hauptrolle, den Text kann ich z.T. heute noch. Da wir keine richtige Aula hatten, spielten wir im sog. Gesolei-Saal der Firma Henkel, die auch Zuschüsse locker machte. Das Stück dauerte 4 Stunden, da waren wir erbarmungslos. Immer, wenn geprobt wurde, saß der Rest der Truppe im Zuschauerraum. Wenn einer hängenblieb, brüllte der ganze Chor im Zuschauerraum den Text hoch. Wir kannten fast alle den ganzen Text auswendig.

    Was besonders positiv am Schülertheater ist, ist die Tatsache, dass man lernt, öffentlich aufzutreten und frei zureden, z.B. als Theologe. Das wusste ja schon Goethe, der im Faust schrieb: "Ein Komödiant könnt einen Pfaffen lehren".

    Das Stück steht in Beziehung zu Harry Potter. Im Deutschen heißt das Mädchen Hermine, im Englischen Originaltext aber Hermione, wie die weibliche Hauptrolle in unserem Stück.


    Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurz und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und welkt, schwindet dahin wie ein Schatten und bleibt nicht (Hiob 14, u.a. vertont von Bach und Telemann)

  • Einige Nachbemerkungen.

    Ich habe jetzt bei Google Dr.Pingel´s Schreibtisch eingegeben. Mich traf der Schlag: diese Seite war als Nummer 1 gelistet. Auf der anderen Seite: wer gibt sowas ein?

    Danach kam Werbung für Dr. Pingel´s Schreibtischstuhl, mit z.T. gesalzenen Preisen.

    Die dritte Kategorie sind jede Menge Zahnärzte in Deutschland, da passt ja der Name, allerdings wohl weniger das Gehalt. Danach kommt weiteres medizinisches Personal.


    Ein schöner Spruch, der für alle meine Seiten gilt: Meinem Gefühl zufolge; Beweise finden hier nicht statt (Arthur Schopenhauer, Zur Ästhetik der Dichtkunst.


    Über Sprache wird hier noch einiges verhandelt werden. Gerhard schreibt ja den Opernführer, MDM macht die erste Korrektur, ich die letzte. Wir drei sind mit unserer Pingeligkeit (Komma, wo ist dein Stachel?) ja der Gegenpol zu Alfreds rhapsodischer Schreibweise. Wir nennen uns 8-) TOFFSG, die Tamino-Opernführer-Fehler-Such-Gang. Motto: "Kommata, ihr versteckt euch vergeblich.

    Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurz und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und welkt, schwindet dahin wie ein Schatten und bleibt nicht (Hiob 14, u.a. vertont von Bach und Telemann)

  • Dr.Pingel´s Gesetze


    MSchenk hat mich vor einiger Zeit auf drei Gesetze im Internet aufmerksam gemacht Nr. 3 (Rule 34 passt hier nicht, müsst ihr selbst nachschlagen):


    1. Godwin´s Law

    Dieses Gesetz besagt, dass im Laufe einer Diskussion (mündlich, Talkshow oder soziale Medien) unweigerlich an einem Punkt ein Nazi-Vergleich eingebracht wird.

    2. Poe´s Law (nicht Edgar Allen)

    Dieses Gesetz besagt, dass es nicht möglich ist, eine fundamentalistische Aussage zu parodieren, ohne dies durch einen Smiley oder ein anderes Kennzeichen kenntlich zu machen.:untertauch:


    Hier nun die neuen Dr. Pingel´s Laws:


    Pingel 1

    Im Klassikforum ergibt sich im Verlauf eines threads unweigerlich ein Punkt, an dem das Regietheater auf den Plan gerufen wird. Dazu gibt es meistens die Herabwürdigung eines Taminos, der anderer Meinung ist.


    Pingel 2

    entspricht oben dem Poe´s Law (etwas abgemildert). Dazu gehört noch dies: Wer das RT nicht grundsätzlich ablehnt, sondern eher ästhetische Bedenken gegen einzelne Inszenierungen hat, und wer weiterhin schlüssige RT-Inszenierungen sehen will, wird von den beiden RT-Parteien jeweils zum anderen Lager gezählt.


    Pingel 3

    Wer sich ständig darüber beklagt, dass seine Beiträge nicht kommentiert werden, kommentiert in der Regel die Beiträge anderer auch nicht.


    Pingel 4

    Die Zahl der Zugriffe zu einem Thema hängt (in dieser Reihenfolge) von drei Faktoren ab.

    1. reißerische Überschrift

    2. Ahnung von persönlichen Angriffen oder Insinuationen

    3. Sachinhalt

    Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurz und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und welkt, schwindet dahin wie ein Schatten und bleibt nicht (Hiob 14, u.a. vertont von Bach und Telemann)