wenig bekannte Chöre oder Stücke

  • Hier sollen ausdrücklich nicht die großen, bekannten Chöre im Mittelpunkt stehen, sondern eher weniger bekannte, die nichtsdetotrotz gut sein sollten. Und diese können bekannte oder auch unbekanntere Stücke, vorzugsweise letztere, vortragen.


    Mit der Eröffnung dieses Threads möchte ich meine Ernennung zum Trüffelschwein für Chöre durch Dr. Pingel honorieren.


    Aber ich bin sicher, es gibt noch andere "Trüffelschweine", also ran an die Tasten.

  • Ein Beispiel ist wohl die Kombination aus

    - Kantorei ohne Namen (Cantoria Sine Nomine) und

    - O Crux ave von Rihards Dubra, einem lettischen Komponisten

    die mir ausgezeichnet gefällt


  • Ich hatte heute in meinen zahlreichen Erinnerungen den portugiesischen Komponisten Joao de Sousa Carvalho (1745 - 1799), dessen 275. Geburtstag heute ist und habe mit der Erinnerung sein "Te Deum" verknüpft. Aus diesem Te Deum geht es hier um den Eingangschor, das O salutaris Hostia, das in anderen Werken, z. B. Messen, an anderer Stelle gesungen wird. Hier hat Carcalho ihn an den Anfang gesetzt, nach der Ouvertüre für zwei Orchester (0 - 9:13). Das O salutaris Hostia dauert hier von 9:13 - 14:47:

    Es singen und spielen der Gulbenkian Chor und das Gulbenkian Kammerorchester unter der Leitung von Pierre Salzman.


    Liebe Grüße


    Willi:)


    P. S. Da mir das Werk insgesamt sehr gut gefällt, steht es schon auf meiner Einkaufsliste.

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Noch ein Beispiel:


    am vergangenen Sonntag (16. 2.) hatte ich u. a. den wallonisch-französischen Komponisten Francois-Louis Gossec (1734-1829) mit seinem 191. Todestag in meinen Erinnerungen. Mit ihm hatte ich seine großartige Grande Messe des morts verknüpft. Aus dieser kann ich hier das Pie Jesu einstellen, das in diesem YT-Video vom Choeur du Conservatoire de Maastricht et l'ensemble Musica Polyphonica dargeboten wird:


    Dieses Hörbeispiel würde auch in den Thread über die Amen-Fugen hineinpassen.

    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Der Gramophone Chorus aus Ghana mit einem Stück aus dem Messiah - Lift up your heads



    Engagierte Vorstellung, sehr lebendig, kann locker mit guten westlichen Chören mithalten.

  • John Dowland - Can she excuse my wrongs - Ping Voices



    gut, aber der Baß könnte ein bißchen mehr Druck entwickeln

  • John Dowlang - Come again



    der Eindruck verfestigt sich: gute Einzelstimmen, aber der Gesamtklang läßt zu wünschen übrig, unter anderem aufgrund unterschiedlicher Lautstärken, aber auch, weil die Stimmen irgendwie nicht zusammen zu passen scheinen. Ich würde das Ensemble jedenfalls nicht für meine Geburtstagsfeier verpflichten.

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  • Ich möchte mal meinen eigenen Chor vorstellen, die Tonträger Neuenrade - ein reiner Amateur-Chor, nichtsdestotrotz ambitioniert:



    oder



    Die Aufnahmen habe ich mit zwei Rode-Mikrofonen gemacht, die via Steinberg-Mixer auf einen Microsoft-Surface-Laptop mit Audacity ausgegeben haben.


    Das Video wurde mit Camtasia unter Einbeziehung von Fotos aus diversen Urlauben erstellt.

  • Vocalitas Nova


    Ensemble aus (ehemaligen) Mitgliedern des Dresdner Kreuzchores und der Dresdner Kapellknaben sowie Sängern aus Dresden und Leipzig.


    Sehr ausgewogener Klang, hohe Präzision - ein zwar weitgehend unbekannter, aber sehr guter Chor.


    Melchior Franck - Entsetzet Euch nicht


    Felix Mendelssohn Bartholdy - Richte mich, Gott


    Anton Bruckner - Locus Iste

  • The Gesualdo Six mit dem Stück "When David Heard" von Thomas Tomkins (1572 - 1656), einem walisischen Komponisten, gesungen in der wunderbaren Kathedrale von Ely


  • Eine recht prächtige Aufführung von Mendelssohns Verleih uns Frieden gnädiglich



    Collegium Musicum Bruneck und Streicherakademie Bozen

  • The Gesualdo Six mit dem Stück "When David Heard" von Thomas Tomkins (1572 - 1656), einem walisischen Komponisten, gesungen in der wunderbaren Kathedrale von Ely

    Hier ist eine Perfektion erreicht, wie wir sie auch von Voces8 oder Tenebrae gewohnt sind. Der Aufnahmeort: die unglaubliche Kathedrale von Ely (die ich zum Glück auch mal besucht habe), dann der Gesamtklang trotz der kleinen Besetzung. Das ist nicht selbstverständlich, denn bei vielen Ensembles, die für jede Stimme auch nur eine Stimme aufbieten, fehlt der Gesamtklang. Dann der "reine" Männerklang mit diesem tollen jungen Counter, der so schön "butterweich" singt. Für mich ist es inzwischen ein Wunsch, mehr von diesen reinen Männerensembles zu hören, denn zu oft gibt es auch in der Polyphonie eine Art "Sopranlastigkeit". Voces8 und Tenebrae machen das schon mal, die King´s Singers sind ja das große Vorbild. Und endlich auch diese großartige Komposition. Herz, was willst du mehr.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Also, Michael, du beackerst hier ein Feld, das wunderbare Früchte zeitigt (tolles Wort), nämlich Chorklang aus mir fremden Quellen, Chormusik aber, die immer eine große Qualität hat. Vielleicht sollte man Alfred bitten, dich zum Redakteur zu ernennen. Fachgebiet: nicht sopranlastige Musik. Ich denke aber, dass es gerade die Sopranlastigkeit ist, der er verfallen ist.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

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  • Lieber Pingel, zuviel der Ehre. Ich mache das hier, weil es mir Spaß macht. Als Redakteur würde ich mich eher verpflichtet fühlen.


    Du machst das mit Deinem Schreibtisch sehr gut, ich lese Deine Beiträge gern, würde sie allerdings manchmal auch schon gern kommentieren können. Aber ich brauche selbst keinen Schreibtisch.

  • Lieber Pingel, zuviel der Ehre. Ich mache das hier, weil es mir Spaß macht. Als Redakteur würde ich mich eher verpflichtet fühlen.


    Du machst das mit Deinem Schreibtisch sehr gut, ich lese Deine Beiträge gern, würde sie allerdings manchmal auch schon gern kommentieren können. Aber ich brauche selbst keinen Schreibtisch.

    Schreib doch die Kommentare an meine private E-Mail. Von dir wären mir die Kommentare sehr willkommen.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Palestrina, Missa Papa Mercelli - Dresdner Kammerchor

    "Wenig bekannt" ist eine kühne Behauptung, da diese Messe die berühmteste von den 100 ist, die Palestrina geschrieben haben soll. Außerdem ist sie Sujet einer ganzen Oper.

    Übrigens war Papst Mercellus das Pseudonym von Papst Marcellus, der in seiner Freizeit anonyme erotische Romane schrieb, die allerdings im Vatikan in den allertiefsten Verliesen versteckt werden.

    Was grenzt an grenzenlose Dummheit? Mexiko und Kanada (Urban Priol)

  • Und noch ein paar Showstücke aus der Renaissance: Choir of Trinity College, Cambridge



    00:08 Exsultate Deo (Giovanni Pierluigi da Palestrina)

    02:18 O Lord, make thy servant, Elizabeth (William Byrd)
    04:55 Salvator mundi, salva nos (Thomas Tallis)
    07:31 Ave Maria (Tomás Luis de Vittoria)
    11:38 Ave Maria (Robert Parsons)

  • "Wenig bekannt" ist eine kühne Behauptung, da diese Messe die berühmteste von den 100 ist, die Palestrina geschrieben haben soll. Außerdem ist sie Sujet einer ganzen Oper.

    Übrigens war Papst Mercellus das Pseudonym von Papst Marcellus, der in seiner Freizeit anonyme erotische Romane schrieb, die allerdings im Vatikan in den allertiefsten Verliesen versteckt werden.

    "Wenig bekannt" bezog sich hier auf den Chor, ich kannte ihn jedenfalls bisher noch nicht.


    Ich war ja in der Einleitung bewußt ambivalent: wenig bekannte Stücke ODER Chöre, "oder" hier in der einschließenden Form, also nicht als entweder-oder.


    Ein Papst als Verfasser erotischer Literatur?? Oh Zeitalter der Renaissance!!

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