Musik und Medizin

  • Freud "in" und "an" der Musik


    Ein Deutscher - Herr Bernd Oberhoff aus Münster, seines Zeichens Diplom-Psychologe, Gruppenanalytiker, Supervisor, Privat-Dozent an der Universität Kassel für "Soziale Therapie" und langjähriger Kammerchor-Leiter (Preisträger) diagnostiziert in einer neuerschienenen "musikpsychoanalytischen Studie" bei Mozart PERVERSES UND SADISMEN!!


    Die Ursache sei zuwenig Milch in der Mutterbrust! Die Auswirkung - basierend auf der Lehre Freuds bewirkt, daß auf derartige Demütigungen schon Kleinkinder mit schonungslosen Rachegelüsten reagieren.


    Und dies hat den kleinen Mozart zu den perversen Werken getrieben.


    Laut Herrn Oberhoff könnte der "verletzte Wolferl" seiner Mutter sogar VIELLEICHT nach dem Leben getrachtet haben. Vielleicht......


    Um seine These vom Psycho-Mozart zu untermauern, werden vom diplomierten Psychologen sogar die Briefe durchforscht: "Schlafen's gsund, recken's den A.... zum Mund" ist der Beweis für "orale und anale Sadismen" Mozarts.


    Bei der Entführung aus dem Serail offenbaren sich Wolfgangs Lust an der Auslebung ödipal-aggressiver Energien und bei Don Giovanni paranoide Ängste.


    Zum Schluss ein zur Diskussion anregendes Resummée des zur Schadenbegrenzung neigenden deutschen Genius:


    "Richard Wagner war noch viel schlimmer.............!"

    WHEN MUSIC FAILS TO AGREE TO THE EAR;
    TO SOOTHE THE EAR AND THE HEART AND SENSES;
    THEN IT HAS MISSED ITS POINT
    (Maria Callas)

  • Die naheliegende Anschlußfrage wäre jetzt natürlich, was damals mit dem kleinen Oberhoff Schreckliches geschehen ist, da es das Jahrzehnte später noch solche Folgen zeitigt...


    :hahahaha:


    (Oberhoff ist kein Unbekannter hier, ich meine, seine schrägen Thesen seien schon mehrfach Diskussionsgegenstand gewesen. M.E. Zeitverschwendung, denn das ist "noch nicht mal falsch")


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Oberhoff ist kein Unbekannter hier, ich meine, seine schrägen Thesen seien schon mehrfach Diskussionsgegenstand gewesen.


    Stimmt - Peter (Brixius) hat ihn ja schon auf amüsanteste Weise zerpflückt. Als Dauermedikation ist diese psychologische Geißel Gottes kaum auszuhalten, aber in kleinen Dosen das beste Mittel, um ein homerisches Gelächter zu erzeugen - was bekanntlich drei Arztbesuche sparen hilft.


    LG


    Waldi

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    M.E. Zeitverschwendung, denn das ist "noch nicht mal falsch"
    JR


    Ohne auf den Inhalt einzugehen:


    Karl Kraus sagte dazu:


    "Es gibt Sachen, die sind so falsch, daß nicht einmal das Gegenteil wahr ist."


    Gruß,


    Matthias


    P.S.: Ergänzend zum Thema: Karl Kraus sagte auch:


    "Je näher man ein Wort anschaut, desto ferner schaut es zurück."

  • Der Gute hat sogar einen eigen Thread, nämlich den:


    Bernd Oberhoff


    Vielleicht sollte man die Threads also vereinigen, aber das sollte besser Peter beurteilen und ggf. machen, der in der Tat am meisten Honig aus diesem großen Denker gesogen und darob viel Erheiterndes zu Tage gefördert hat.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Was ist denn mit dem kleinen Oberhoff passiert sei ...... das hat mich zum Lachen gebracht! :hahahaha:


    nun einmal abgesehen von der Psychoanalyse gibt es einen Internisten, der sehr profund über die medizinischen Aspekte und Auswirkungen auf die Musik schrieb, er ist leider schon verstorben, Prof. Anton Neumayr. Er recherchierte außer über die Großen Beethoven, Mozart, Schubert in weiteren Bänden über Weber, Mendelssohn Bartholdy Schumann, Brahms, Bruckner..., wobei er sein Hauptaugenmerk auf ihre Erkrankungen und deren später oftmaligen Fehlinterpretationen legte.


    die Psyche spielt bei ihm eine nicht so vorrangige Rolle wie beim 680 Seiten langen Elaborat des Bernd Oberhoff.

    WHEN MUSIC FAILS TO AGREE TO THE EAR;
    TO SOOTHE THE EAR AND THE HEART AND SENSES;
    THEN IT HAS MISSED ITS POINT
    (Maria Callas)