Siegfried Wagner - Im Schatten des Vaters (?)

  • ein aktueller Bericht dazu:

    Hallo Karl, es wäre schön, könntest Du uns noch die Quelle für den - wie Du schreibst - aktuellen Bericht zum 150. Geburtstag von Siegfried Wagner (24) nennen. Danke.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Wobei das von mir hier eingestellt Musikstück Siegfried Wagners keine Symphonische Dichtung war, sondern einfach ein Orchesterstück, ein "Scherzo".


    Aber gerade bei einem Komponisten, der schon zu Lebzeiten massiv daran litt, dass er immer mit seinem Vater verglichen und an diesem gemessen wurde, der bei seiner Amerika-Tournee 1927 in den dortigen Zeitungen als His Father's Son" angekündigt wurde, dann zum Gedenken an seinen 150. Geburtstag ein Musikstück seines Vaters einzustellen... :no:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Also ich sehe kein Sakrileg darin, wenn Fiesco zu Siegfried Wagners 150. Geburtstag das "Siegfried-Idyll" hört. Ersten kann er hören, was er will, zweitens hat er das Stück selbst nicht verlinkt (das war ich) und drittens ist es eine - wie ich finde - sehr gute Wahl, um Siegfrieds zu gedenken. Schließlich hat die Komposition sehr viel auch mit ihm, dem Sohn, zu tun. Fiesco hat uns ja nicht den "Holländer" empfohlen. Für mich ist das Idyll in der originalen Instrumentierung die intimste Musik, die ich von Wagner kenne. So menschlich wie hier kommt er mir nirgends sonst vor. Das ist einfach überwältigend. Wenn man mal bedenkt, was das offizielle Bayreuth Wagners Stammhalter alles so angetan hat, kommt mir diese Komposition wie ein Schutzmantel vor, den der Vater um den Sohn legt.


    Noch eine Nachricht für Christian: An anderer Stelle des Forum - nur, wo? - hattest Du mich etwas zu Siegfried gefragt, und ich vergaß, darauf zu antworten. Ist das nocht wichtig, oder weißt Du es auch nicht mehr. ;)

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • zweitens hat er das Stück selbst nicht verlinkt (das war ich)

    Er hat zu diesem Anlass das Cover einer Richard-Wagner-CD, wo u.a. das Siegfried-Idyll drauf ist, verlinkt, und das in gleich drei Beiträgen, zweien in dieser Rubrik und einem in der Rubrik "Was höre ich gerade jetzt?".

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Lieber Rheingold,


    Tata:

    Zitat


    Dann noch eine Frage für die Experten: Sowohl in der großen Winifred Wagner Biografie von B. Hamann, der Siegfried Wagner Biografie von Pachl als auch in der (m.E. beschämend unseriösen) Winifred-Wagner Biografie von Schertz-Parey wird das Verhältnis von Winifred Wagner zu den Werken Siegfrieds thematisiert. Im letztgenannten wird das Aufführungsverbot der Wagner-Werke durch Winifred kurz durch den Spruch "besser keine Aufführungen als schlechte" abgetan. Da das Buch jedoch alles im Zusammenhang Siegfried-Winifred beschönigt (seine Homosexualität wird mit keinem Wort erwähnt), frage ich mich weshalb es wirklich diese Zurückhaltung Winifreds gab. Weiß da jemand (z.B. Rheingold ;) ) etwas?


    LG
    Christian

  • Lieber Christian, ich kann auch nur vermuten, warum Winifried eine so starke Distanz zu den Werkes ihres Mannes pflegte. Der Mythos Bayreuth durfte nur auf einer Person beruhen, nämlich Richard. Da war sonst kein Platz. Es ist aus meiner Sicht fast schon Ironie der Geschichte, dass der Sohn ebenfalls zum komponieren neigte. Er hätte vielleicht doch lieber Architekt werden sollen. Für Bayreuth und dessen Gralshüter wäre das einfacher gewesen. Und dann schlug er auch noch aus der Art, was für Bayreuth gewiss die viel schlimmere Katastrophe gewesen sein dürfte. Der Sohn von Richard Wagner homosexuell! Ich kann sogar verstehen, dass das unter den damaligen Verhältnissen nicht einfach gewesen ist. Natürlich wussten auch Hitler und seine Leute davon. Die hatten ja genug Spitzel am laufen. Obwohl Siegfried zweieinhalb Jahre vor der so genannten Machtergreifung gestorben war, erlebte er den langsamen Aufstieg Hitlers ja noch mit. Ich nehme an, dass Winifreds Abneigung zum Werk Siegfrieds auch ihrer hündischen Gefolgschaft zu Hitler geschuldet war, zumal die letzte Oper "Das Flüchlein, das jeder mitbekam" auch als versuchte Abrechnung Siegfrieds mit Hitler, den er zunächst auch positive Seiten abgewann, zu interpretierten ist. Und da in Bayreuth alles oder vieles erblich ist, blieb es bis heute beim Abstand zu Siegfried, was ich beklagenswert finde.


    Das nur einige wenige Gedanken meinerseits.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

    Einmal editiert, zuletzt von Rheingold1876 () aus folgendem Grund: Rechtschreibkorrekturen