• DIE FREUNDE VON SALAMANKA, D 326


    Oper in zwei Akten von Johann Mayrhofer / Musik von Franz Schubert / Komponiert vom 18. November bis 31. Dezember 1815 / Uraufführung: 19. 12. 1875 Gesellschaft der Musikfreunde, Wien (konzertant; vier Nummern); 6. 5. 1928 Halle/Saale (szenisch).


    Das Werk:


    Im sogenannten ‚Liederjahr‘ 1815 komponierte der 18jährige Franz Schubert nicht nur ca. 130 Lieder, sondern auch vier Opern („Der vierjährige Posten“, „Fernando“, „Claudine von Villa Bella“ und „Die Freunde von Salamanka“); vermutlich von 1816 stammen einige kleinere Revisionen der Partitur. Das Libretto stammt von Schuberts engem Freund Johann Mayrhofer (1787-1836) und weist in der Handlung Ähnlichkeiten zu Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“ (‚Twelth Night‘) auf. Nach Mayrhofers Tod wollte sein Nachlassverwalter, Ernst von Feuchtersleben, den Text in eine Gesamtausgabe seiner Werke übernehmen, doch er war unauffindbar; man geht heute davon aus, dass Mayrhofer ihn selbst vernichtet hat. (Siehe auch: „Adrast“ – Beitrag Nr. 73).


    Zusammen mit „Der vierjährige Posten“, „Fernando“ und „Des Teufels Lustschloss“ zählt das zweiaktige heitere Singspiel „Die Freunde von Salamanka“ zu jenen Schubert-Opern, die im Oktober 1867 von George Grove und Arthur Sullivan in Wien ‚ausgegraben‘ worden sind. Johann Herbeck führte 1875 die Nrn. 4, 8, 9 und 12 des Werks in einem Konzert im Wiener Musikverein auf und Robert Hirschfeld übernahm 1897 zwei Nummern in seine Bearbeitung von „Der vierjährige Posten“. Da die gesprochenen Dialoge – die die Handlung transportieren – also verloren gegangen sind, gibt es eine Anzahl von verschiedenen Prosafassungen seit der ersten Bühnenaufführung (Halle 1928, zum 100. Todestag Schuberts), u. a. von Siegfried Anheisser – Vater des Baritons Wolfgang Anheisser – für den Westdeutschen Rundfunk Köln 1928 und von Engelbert Schwarz und Bernhard Paumgartner für den Österreichischen Rundfunk 1958.


    Am 6. 5. 1928 kam es im Stadttheater in Halle an der Saale zur ersten szenischen Aufführung von „Die Freunde von Salamanka“, für die Günther Ziegler neue Dialoge verfasst hatte. Der Dirigent der Aufführung war Erich Band und der Regisseur August Roesler. In den Hauptrollen sangen Gertrud Clahes (Olivia), Carlalotte Strempel (Laura), Heinrich Niggemeier (Alonso), Hans Allmeroth (Diego), Zdenko Dorner (Fidelio), Walter Kalhammer (Graf Tormes) und Richard Gaebler (Alkalde). Weitere Bühnenaufführungen gab es 1934 in Basel und 1935 in Darmstadt. In Österreich wurde das Werk 1977 in Graz erstmals szenisch präsentiert, u. z. in einer Inszenierung von Thomas Holliday im Rahmen der Sommerkurse des ‚American Institute of Musical Studies‘; die zwei Aufführungen in Doppelbesetzung durch amerikanische Musikstudenten fanden unter der Leitung von Cornelius Eberhardt – mit einem erklärenden Text zur Handlung von Karlheinz Dornauer - im Grazer ‚Orpheum‘ statt. Szenische Aufführungen gab es in letzter Zeit 1996 an der Neuköllner Oper in Berlin und 2012 in einer Produktion der ‚Oper Oder-Spree‘ in Brandenburg.


    Die Musik:


    Ouvertüre

    Introduktion (Erster Akt) und Terzett ‚Die Sonne zieht in gold’nen Strahlen‘ (Alonso, Diego, Fidelio)

    Arie ‚Man ist so glücklich und so frei‘ (Fidelio)

    Quartett ‚Morgens, wenn des Hahnes Ruf erschallt‘ (Graf Tormes, Alonso, Diego, Fidelio)

    Arie ‚Einsam schleich‘ ich durch die Zimmer’ (Olivia)

    Terzett ‚Lebensmut und frische Kühlung weht mir aus dem trauten Wald‘ (Olivia, Eusebia, Laura)

    Terzett ‚Freund, wie wird die Sache enden‘ (Alonso, Diego, Fidelio)

    Finale ‚Mild senkt sich der Abend nieder‘ (Olivia, Eusebia, Diego, Alonso, Fidelio, Alkalde, Chor)


    Introduktion (Zweiter Akt) und Arie ‚Lasst nur alles leichtfert‘ge Wesen’ (Manuel, Chor)

    Duett ‚Guerilla zieht durch Feld und Wald in rauher Kriegeslust‘ (Zwei Räuber)

    Arie ‚Aus Blumen deuten die Damen gern‘ (Graf Tormes)

    Duett ‚Ein wack‘res Tier, das müsst ihr sagen‘ (Diego, Xilo)

    Duett ‚Gelagert unterm hellen Dach der Bäume‘ ((Laura, Diego)

    Arie ‚Wo ich weile, wo ich gehe, schaue ich des Retters Bild‘ (Olivia)

    Duett ‚Von tausend Schlangenbissen der Reue und der Schuld‘ (Olivia, Alonso)

    Romanze ‚Es murmeln die Quellen, es leuchtet der Stern der Liebe‘ (Diego)

    Terzett ‚Nichte, Don Diego da wirbt um deine freie Hand‘ (Der Alkalde, Laura, Diego)

    Arie ‚Traurig geht der Geliebte von dannen‘ (Laura)

    Finale ‚Gnäd‘ge Frau, ich hab’ die Ehre’ (Olivia, Eusebia, Laura, Alonso, Graf Tormes, Diego, Fidelio, Der Alkalde)‚


    Den Anfang des Duetts Nr. 12 - ‚Gelagert unterm hellen Dach der Bäume‘ - verwendete Franz Schubert acht Jahre später im Thema des Variationensatzes des Oktetts F-dur D 803. Das Schlussmotiv des Duetts Nr. 14 – ‚Von tausend Schlangenbissen der Reue und der Schuld’ - erscheint auch im Duett Florinda-Roland ‚Selbst an des Grabes Rande‘ im „Fierabras“ von 1823.


    Die Personen:


    Gräfin Olivia, eine junge reiche Erbin – Sopran / Eusebia, ihre Zofe – Sopran / Alonso – Tenor, Diego – Tenor und Fidelio - Bass, drei Studenten / Der Graf von Tormes, ein Stutzer – Tenor / Der Alkalde, Bürgermeister und Richter aus Salamanca – Bariton / Laura, seine Nichte – Sopran / Manuel, ein Winzer – Bass / Xilo, ein Bauer – Bass / Zwei Räuber – Tenor und Bass.


    Die Handlung:


    Es gibt dazu eine schöne ‚poetische‘ Inhaltsangabe im „Tamino“-Opernführer des Ex-Mitglieds Engelbert aus dem Jahr 2010.


    In der nächsten Woche folgt eine Liste der Tondokumente.


    Carlo

  • Danke, lieber Carlo, für deine immer wieder interessanten Ausführungen. Bezüglich der von dir zuletzt beschriebenen Schubert-Oper bin ich zufällig kürzlich über ein schönes Zitat gestolpert.

    „Was ich gefühlt, hast du gesungen!“, schrieb der 20-jährige Dichter Johann Mayrhofer in Wien an Franz Schubert, nachdem dieser 1816 sein Opernlibretto „Die Freunde von Salamanca“ vertont hatte.

    (Aus: 101449_Heimatblaetter 69.indd (rabalderhaus.at), generell sehr lehrreich)


    Mehr zu Mayrhofer und Schubert hier:

    Schubert und Mayrhofer. Liedkomposition im Geist der Freundschaft - KUNSTLIED-FORUM - TAMINO-KLASSIKFORUM

  • „Was ich gefühlt, hast du gesungen!“, schrieb der 20-jährige Dichter Johann Mayrhofer in Wien an Franz Schubert, nachdem dieser 1816 sein Opernlibretto „Die Freunde von Salamanca“ vertont hatte.

    Lieber Gregor,


    Johann Mayrhofer, geboren 1787, war 10 Jahre älter als Franz Schubert; somit war er 27 Jahre alt, als er 1814 (durch Joseph von Spaun) den 17jährigen Komponisten kennen lernte. Von 1818 bis 1821 teilten sie sich ein Zimmer in einer Wohnung in der Wipplinger Straße neben dem alten Rathaus in Wien. Die Freundschaft kühlte sich ab, als Franz Schubert (der Johann Mayrhofer seine hohe literarische Bildung verdankte) sich Moritz von Schwind und Franz von Schober zuwendete. Der hochgeistige Mayrhofer verfiel nach Schuberts Tod in Depressionen und versuchte 1830, sich in der Donau zu ertränken; 1836 setzte er seinem Leben mit einem Sturz aus dem Fenster seines Büros – Mayrhofer arbeitete ab 1814 als Zensor in Staatsdiensten - ein Ende.


    Autoren wie Rita Steblin („Schubert’s Problematic Relationship with Johann Mayrhofer“), Michael Davidson („Schubert and Mayrhofer“) und Christoph Schwandt („Unaussprechlich. Unbegriffen.“ in ‚Musik-Konzepte 1997/98‘) haben die Beziehung des Komponisten zu dem Dichter hinterfragt, die wohl auch eine homoerotische Komponente hatte. Dem verstorbenen Freund hat Johann Mayrhofer in einem Aufsatz vom 23. 2. 1829 im ‚Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst‘ einen berührenden Nachruf gewidmet, in dem er u. a. schrieb:


    „Ihm waren Falschheit und Neid durchaus fremd; in seinem Charakter mischten sich Zartheit und Derbheit, Genußliebe mit Treuherzigkeit, Geselligkeit mit Melancholie. Bescheiden, offen, kindlich, besaß er Gönner und Freunde, die seinen Schicksalen und Productionen herzlichen Antheil widmeten, und auf jenen allgemeineren hinwiesen, welcher dem länger Lebenden gewiß geworden wäre, und dem in der Blüthe Hingeschiedenen noch gewisser nachgetragen werden wird.“


    Die Lied-Analysen von Helmut Hofmann lese ich zwar auch meistens und ich finde sie faszinierend und erhellend, aber mir fehlt es an tiefer gehender musikalischer wie literarischer Bildung, um mich angemessen dazu äußern zu können.


    Carlo

  • CLAUDINE VON VILLA BELLA


    Ein Leser des Forums machte mich bzgl. des Konzerts am 11. 3. 1974 im Wiener Musikverein darauf aufmerksam, dass der Ersatz für Edith Mathis nicht Annelies Hückl, sondern Gerti Zeumer war und für den Dirigenten Hans Swarowsky sehr kurzfristig Miltiades Caridis einsprang. Die von mir angegebene Rollenverteilung ist aber korrekt. Merkwürdig ist, dass Ernst Gutstein im Archiv des Musikvereins für dieses Konzert nicht genannt wird.



    DIE FREUNDE VON SALAMANKA


    Die Aufnahmen:


    Radio Beromünster in der Schweiz brachte 1952 eine Rundfunkfassung von „Die Freunde von Salamanka“ (u. a. mit Maria Stader, Inge Borkh, Ernst Haefliger und David Galliver) mit dem Berner Stadtorchester unter Christoph Lertz, der für diesen Sender sehr viele ‚unbekannte‘ Opern aufgenommen hat. Leider war es nicht möglich, weitere Sänger zu ermitteln. (Diese Aufnahme wurde auch von der BBC am 27. 2. 1953 gesendet.)


    Gräfin Olivia – Margot Guilleaume / Eusebia – Margarete Kiessling-Rothärmel / Alonso – Franz Fehringer / Diego – Alfred Pfeifle / Fidelio – Karl Schmitt-Walter / Der Graf von Tormes – Franz Klarwein / Der Alkalde – Georg Wieter / Laura – Käthe Nentwig / Manuel – Rudolf Wünzer / Sebastiano (Xilo) – Gustav Bley / Fernando – Alfons Forstner / Vier Räuber - Karl Kreile, Franz Weiss, Helmuth Huber und Karl Schwert / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Jan Koetsier (München, Studio 1 des Bayerischen Rundfunks, 17. 3. - 9. 4. 1952). Eine Rundfunkaufnahme in der Regie von Peter Tiedemann; erzählt wird die Handlung aus der Sicht von vier Gaunern: Neppino – Otto Brüggemann, Espresso – Walter Lantzsch, Ganova – Rudolf Vogel, Bancrutto – Rudolf Reif.


    Gräfin Olivia – Christiane Sorell / Eusebia – Liselotte Maikl / Alonso – Rudolf Christ / Diego – Kurt Equiluz / Fidelio – Leo Heppe / Der Graf von Tormes – Erich Majkut / Der Alcalde – Norman Foster / Laura – Ruthilde Boesch / Xilo – Felix Pflichter / Zwei Räuber – Franz Handlos und Walter Vaget / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Ltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Miltiades Caridis (Wien, Funkhaus, 16. 6. 1958; Sendung am 22. 11. 1958). Eine Produktion des ORF mit der Fassung von Hugo Engelbert Schwarz und Bernhard Paumgartner, in der Fidelio ‚Flaminio‘ heißt.


    Gräfin Olivia – Edith Mathis / Eusebia – Christine Weidinger / Alonso – Thomas Moser (statt Hermann Winkler) / Diego – Eberhard Büchner / Fidelio – Hermann Prey / Der Graf von Tormes – Norbert Orth / Der Alcalde – Robert Holl / Laura – Carol Wyatt (statt Trudeliese Schmidt) / Manuel und Xilo – Kurt Rydl / Zwei Räuber – Robert Holl und Kurt Rydl / Der Chor und das Symphonieorchester des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Dirigent: Theodor Guschlbauer (Feldkirch, Stadthalle, 19. 6. 1978). Eine konzertante Aufführung (ohne Dialoge), gekoppelt mit Franz Schuberts Opernfragment „Der Spiegelritter“. Die Live-Übertragung des ORF erschien zuerst bei der US-Firma ‚Voce‘ (2 LPs), dann 1981 bei der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (incl. „Der Spiegelritter“) und 2011 auf einer CD (ohne "Der Spiegelritter") bei ‚Brilliant Classics‘ in den Niederlanden.


    Gräfin Olivia – Beatrice Haldas / Eusebia – Christine Whittlesey / Alonso – Helmut Wildhaber / Diego – Robert Brooks / Fidelio – Robert Holl / Der Graf von Tormes – Robert Brooks / Der Alcalde und Manuel – Robert Holl / Laura – Gabriele Sima / Das Neue Wiener Vocalensemble / Chorltg.: Peter Altmann / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Gerd Albrecht (Wien, Musikverein, 19. 11. 1986). Ein Konzert – mit drei Wiederholungen – von der ‚Wiener Schubertiade 1986‘, bei der auch Franz Schuberts „Symphonie Nr. 4 c-moll D 417“ erklang.


    Gräfin Olivia – Anne Dawson / Eusebia – Alwyn Mellor / Alonso – Rufus Müller / Diego – Christopher Ventris / Fidelio – Neal Davies / Der Graf von Tormes – Richard Cowan / Der Alcalde – Peter Sidhom / Laura – Rebecca Evans / Manuel und Xilo – Jonathan Best / Zwei Räuber – Neal Davies und Peter Sidhom / The Chorus of the Scottish Opers / Chorltg.: Robert Dean / The BBC Scottish Symphony Orchestra / Dirigent: David Robertson (Edinburgh, Usher Hall, 24. 8. 1993). Ein Konzert in deutscher Sprache mit englischen Zwischentexten (Sprecherin: Juliet Stevenson) bei den Festspielen in Edinburgh, bei dem am selben Abend auch Leoš Janáčeks Oper „Šárka“ auf dem Programm stand.


    Gräfin Olivia – Patrizia Biccirè / Eusebia – Valentina Farkas / Alonso – Matthias Klink / Diego – Eric Shaw / Fidelio – Selcuk Cara / Der Graf von Tormes – Bernhard Berchtold / Der Alcalde – Michael Eder / Laura – Daniela Pini / Manuel – Andrea Patuceli / Xilo – Dominik Hosenfelder / Ein Soldat – Leandro Fischetti / Coro e Orchestra del Teatro Comunale di Bologna / Chorltg.: Marcel Seminara / Dirigent: Rodolfo Bonucci (Bologna, Teatro Comunale, 11. 5. 2004). Marco Beghelli besorgte die Revision im Auftrag der „Internationalen Schubert-Gesellschaft“. (Eine konzertante Aufführung in deutscher Sprache mit den italienischen Dialogen von Vincenzo Cerami, die auf ‚YouTube‘ zu hören ist.)


    Bisher unveröffentlicht:


    Am 20. 5. und 25. 5. 1995 wurde die Oper „Die Freunde von Salamanka“ auch konzertant im Schlosstheater Potsdam (Neues Palais) zusammen mit Schuberts „Die Verschworenen“ unter Christoph Spering mit u. a. Simone Kermes und Johannes Kalpers aufgeführt. Einen Mitschnitt der Aufführungen konnte ich bisher nicht feststellen.


    Edita Gruberova sang in dem Konzert vom 24. 6. 1992 in Feldkirch während der ‚Schubertiade Hohems 1992‘ die Arie der Olivia ‚Wo ich weile, wo ich gehe, schaue ich des Retters Bild‘, begleitet vom Koninklijk Concertgebouw Orkest unter Nikolaus Harnoncourt. (Ferner war sie die Solistin in der Arie der Luitgarde ‚Ihr unsichtbaren Geister‘ aus „Des Teufels Lustschloss“, in der Arie ‚Totus in corde langueo‘ aus dem „Offertorium C-Dur, D 136“ und im ‚Salve Regina‘ aus dem „Offertorium F-Dur, D 223“).


    Auf LP bzw. CD veröffentlicht:


    Drei Nummern aus „Die Freunde von Salamanka“ befinden sich auf der Platte „The Unknown Schubert“ von ‚Unique Opera Records‘: das Duett Laura-Diego ‚Gelagert unterm hellen Dach der Bäume‘ (mit Annelies Hückl und Werner Krenn), die Arie der Olivia ‚Wo ich gehe, wo ich weile‘ (mit Gerti Zeumer) und das Terzett ‚Lebensmut und frische Kühlung‘ (mit Gerti Zeumer, Annelies Hückl und Gertrude Jahn); Miltiades Caridis (statt Hans Swarowsky) leitete das ORF-Symphonieorchester Wien in einem Konzert vom 11. 3. 1974 im Wiener Musikverein. (Gerti Zeumer war für die erkrankte Edith Mathis eingesprungen.)


    Elly Ameling und Claes-Håkan Ahnsjö singen auch das genannte Duett Laura-Diego auf der ‚Philips‘-LP „Ein Opernabend mit Franz Schubert“ mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest unter Edo de Waart (1976).


    Die Arie des Fidelio (‚Man ist so glücklich und so frei‘) singt Oliver Widmer in seinem Recital mit Opernarien von Franz Schubert bei ‚Hyperion‘ (CD von 2001), begleitet vom Nemzeti Filharmonikus Zenekar (Ungarische National-Philharmonie) unter Jan Schultsz.


    Daniel Behle hat in seiner CD mit Schubert-Arien bei der ‚Deutschen Harmonia Mundi‘ mit dem Orfeo Barockorchester und der Dirigentin Michi Gaigg (2016) zwei Arien aus „Die Freunde von Salamanka“: ‚Aus Blumen deuten die Damen gern‘ (Graf Tormes) und ‚Es murmeln die Quellen, es leuchtet der Stern der Liebe‘ (Diego); die CD ist eine Reminiszenz an die Schubertiade in Schwarzenberg 2016.


    Carlo

  • Nachtrag zum Beitrag Nr. 94 vom 17. 4. 2024:


    DIE FREUNDE VON SALAMANKA, D 326


    Ein weiterer Leser des Forums konnte mir die komplette Besetzung der Aufnahme von Radio Beromünster nennen:


    Gräfin Olivia – Maria Stader / Eusebia – Anneliese Luetjohan / Alonso – Ernst Haefliger / Diego – David Galliver / Fidelio – Diego Ochsenbein / Graf Tormes – Paul Geiser / Der Alcalde – Gottfried Fehr / Laura – Inge Borkh / Manuel und Xilo – Fridolin Mosbacher / Zwei Guerillas – Jean Paul Köchlin und Pascal Oberholzer / Der Radiochor Bern / Das Berner Stadtorchester / Dirigent: Christoph Lertz (Bern, Studio von Radio Beromünster, September 1950). Die erhaltene (!) Aufnahme enthält statt der Dialoge Zwischentexte von Charles Dellée; die Funkregie hatte der ehemalige Schweizer Tenor Willy Frey, der mit der bekannten Schauspielerin Käthe Gold verheiratet war. (Dauer: 86,30 Minuten).




    DES TEUFELS LUSTSCHLOSS, D 84


    ‚Eine natürliche Zauberoper in drei Aufzügen‘ von August von Kotzebue / Musik von Franz Schubert / Beginn der Komposition am 30. 10. 1813, beendet am 15. 5. 1814 / Uraufführung: 12. 12. 1879, Wiener Musikverein (konzertant, nur Ausschnitte); 17. 3. 1978, Hans-Otto-Theater in Potsdam (szenisch, stark gekürzt).


    Das Werk:


    Die Vorlage zu „Des Teufels Lustschloss“ ist das Schauspiel „Le château du diable“ von Joseph-Marie Loaisel de Tréogate, das 1792 in Paris zur Aufführung kam. Das als Parodie auf die in jenen Jahren beliebten ‚Zauberopern’ verfasste Libretto des seinerzeit sehr bekannten Theaterdichters (200 Bühnenstücke!), Publizisten, Diplomaten und Spions Baron August von Kotzebue (1761-1819), der bekanntlich durch eine Messerattacke des deutschen Burschenschafters Karl Ludwig Sand starb, wurde auch von Johann Friedrich Reichardt (1752-1814) und Ignaz Walter (1755-1822) vertont. (Walter, ein ehemaliger Sänger, der wie Franz Schubert auch eine weitere Oper nach Kotzebues Vorlage schuf -„Der Spiegelritter“, siehe Beitrag Nr. 86 - komponierte übrigens die erste „Faust“-Oper nach Goethes Schauspiel!) Der 16jährige Schubert, der gerade erst das Konvikt verlassen hatte, benötigte für sein zweites Bühnenwerk - nach der Vollendung seiner ersten Symphonie - nur sechseinhalb Monate Zeit und nahm im Herbst 1814, wohl auf Anregung seines Lehrers Antonio Salieri, eine umfängliche Revision vor, von der der zweite Akt aber zusammen mit dem zweiten und dritten Akt von „Claudine von Villa Bella“ 1848 verbrannt worden ist (siehe Beitrag Nr. 83).


    Die deutsche romantische Oper eines E. T. A. Hoffmann, Carl Maria von Weber, Louis Spohr, Peter Joseph Lindpaintner, Heinrich Marschner, Albert Lortzing und des jungen Richard Wagner ‚lebte‘ geradezu von übernatürlichen Handlungselementen. „Des Teufels Lustschloss“ wurde von August von Kotzebue aber als eine ‚natürliche‘ Zauberoper bezeichnet, d. h. die furchtbaren Geschehnisse der Handlung sind überspitzt gezeichnet und werden am Ende der Oper rational als ‚inszeniert‘ erklärt. Dass Franz Schubert nach dem „Spiegelritter“ auch für seine erste vollständige Oper eine Persiflage Kotzebues auf die Ritter- und Zauberopern wählte, aber offensichtlich die Ironie des Sujets nicht erkannte, liegt wohl in der allgemeinen Begeisterung seines jugendlichen Alters für alles Übernatürliche – wie bei den Teenies von Heute für Phantasie-Filme à la „Star Wars“ oder „Game of Thrones“.


    Von Franz Schuberts Partitur sind sowohl die Erstfassung der kompletten Oper - im dritten Akt fehlen lediglich einige Teile - als auch der erste und dritte Akt der Zweitfassung erhalten geblieben. Die Klangsprache orientiert sich an Cherubini und Beethoven, dessen „Fidelio“ von 1814 (man beachte das Duett Luitgarde-Oswald ‚Hab‘ ich dich wieder’) Schubert gerade erst auf der Bühne gesehen hatte, aber auch Anklänge von Gluck und Mozart („Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“) sind zu hören. Nikolaus Harnoncourt hierzu 1995: „Die Wildheit, die Kühnheit und auch das Können in der Instrumentation sind einfach umwerfend. Den Apparat, den er verlangte, ist riesenhaft für die Zeit. Er benützte ihn in der Art, die schon in die Richtung auf den frühen Wagner geht.“ Weshalb es aber erst 150 Jahre nach dem Tod Franz Schuberts zu einer - wenn auch stark gekürzten - ersten Aufführung 1978 in Potsdam (Dirigent: Reinhard Kießling; Regie: Wilfried Serauky) kam, gehört zu den vielen Rätseln der Musikgeschichte.


    Konzertante Aufführungen in neuerer Zeit gab es im November 1986 in Augsburg und in Wien (beide unter dem Dirigat von Bruno Weil), ferner im Juni 1988 in Boston - an einem ungewöhnlichen Ort: das ‚Massachusetts Institute of Technology‘ - und im Januar 1990 durch das ‚Performing Arts Department of Ninety-second Street Y‘ in New York. Im Juli 1990 brachte man bei der Grazer ‚Styriarte‘ Freiluftaufführungen von „Des Teufels Lustschloss“ in den Kasematten des Grazer Schlossberges, die von Eberhard Harnoncourt, dem im November 1990 mit 33 Jahren bei einem Verkehrsunfall getöteten Sohn von Nikolaus Harnoncourt, unter dem Pseudonym Moritz Hoffelder inszeniert wurden. (Die Hauptrollen sangen Marion Costa als Luitgarde, Zeger Vandersteene als Oswald und Josef Nadrag als Robert; es spielte das Maurice Ravel-Kammerorchester Wien unter der Leitung von Jean-Philippe Rouchon.) Im Juli 1994 folgten die Schlossfestspiele in Zwingenberg (Odenwald) und im Februar 2013 das Mainfranken-Theater in Würzburg.


    Die Musik:


    Ouvertüre

    Introduktion 1. Akt ‚Hülfe! Hülf! Hier ist Gefahr!‘ (Robert, Oswald, Luitgarde, Chor der Bedienten und Bauern)

    Trinklied ‚Was kümmert mich ein sumpfig‘ Land? Was kümmert mich das Wetter?‘ (Robert)

    Duett ‚Ja, morgen, wenn die Sonne sinkt, führ ich mein Weib in meiner Väter Wohnung‘ (Oswald, Luitgarde)

    Arie ‚Wohin zwei Liebende sich retten, da ist es warm und wonniglich‘ (Luitgarde)

    Quartett ‚Kaum hundert Schritt‘ von dieser Schänke liegt ein zertstörtes altes Schloss’ (Ein Bauer, Die Wirtin, Oswald, Robert)

    Terzett ‚Fort will ich, fort! Den Betrug entlarven‘ (Oswald, Die Wirtin, Robert)

    Arie ‚Welcher Frevel! So sind die Menschen!‘ (Die Wirtin)

    Arie ‚Gesundheit ist mit Mut verschwistert. Sie ist‘s, die ihm Altäre baut’ (Oswald)

    Duett ‚Herr Ritter, zu Hülfe! Die Geister sind da!‘ (Robert, Oswald)

    Trauermusik und Finale 1. Akt ‚Ach, nun ist der Teufel los!… Tapf‘rer Ritter, euer Blut wagt ihr unbesonnen’ (Robert, Oswald, Vier Statuen, Eine Amazone)


    Rezitativ und Arie ‚Ich lebe noch und glaub‘ es kaum, was hier geschah’ (Robert)

    Rezitativ und Duett ‚Vergebens schweif‘ ich durch die öden Hallen… Und wär’s ein Reich der Schatten’ (Luitgarde, Robert)

    Arie ‚Nie bebte vor dem nahen Tode der Held‘ (Oswald)

    Marsch und Chor der Jungfrauen ‚Hast du vergessen, kannst du ermessen der Liebe Zaubermacht?‘ (Frauenchor)

    Ensemble ‚Noch einmal hat das Zauberspiel der Hoffnung sanft mich eingewiegt‘ (Eine Amazone, Oswald, Frauenchor)

    Trauermarsch und Chor ‚Auf! Es ist Zeit, Schergen!Euer Amt vollzieht!‘ (Männerchor)

    Ensemble ‚Ihr wollet mich zum Tode führen‘ (Oswald, Männerchor)

    Finale 2. Akt ‚Die Schöne, die dich hergesandt, ich muss es nur gesteh‘n’ (Oswald, Ein Knappe, Ein Sklave, Männerchor)


    Szene und Arie ‚Ihr unsichtbaren Geisterscharen, erbarmt euch meiner Qual‘ (Luitgarde)

    Duett ‚O wär‘ ich fern! O wär’ ich blind!‘ (Robert, Luitgarde)

    Ensemble ‚Ha, die Mörder meines Gatten! Raserei wird dieser Schmerz!‘ (Luitgarde, Robert, Ein Knappe, Oswald, Männerchor)

    Duett ‚Hab‘ ich dich wieder! Seliger Traum!‘ (Luitgarde, Oswald)

    Terzett ‚Ich lach‘, ich wein’, ich wein’, ich lache’ (Robert, Luitgarde, Oswald)

    Finale 3. Akt ‚Heil dem mächt‘gen schönen Triebe, der in edlen Seelen lebt!‘ (Solisten und Chor)


    Die Personen:


    Oswald, Ritter von Scharfeneck – Tenor / Luitgarde, seine Gemahlin – Sopran / Robert, Oswalds Schildknappe – Bariton / Die Wirtin einer Bauernherberge – Sopran / Ein Bauer – Bass / Eine Amazone – Sopran / Ein alter Sklave – Bass / Ein Knappe – Tenor / Ein Büttel – Tenor / Statuen – Tenöre und Bassisten / Alonso, Graf von Schwarzburg, Luitgardes Oheim – Sprechrolle / Bediente Oswalds, Bauern, Jungfrauen, Geister – Chor.


    Die Handlung:


    Der verarmte Ritter Oswald von Scharfeneck hat ohne Einwilligung des mächtigen Grafen von Schwarzburg dessen Nichte Luitgarde geheiratet. Auf einer Reise in die Heimat Oswalds kommt es während eines starken Gewitters durch den Achsenbruch ihrer Kutsche zu einem Unfall. Das junge Paar und Oswalds Knappe Robert finden Aufnahme in einer Bauernherberge, die ganz in der Nähe eines der Schlösser des Grafen liegt, wovon sie aber nichts wissen. Als ein Bauer den Ritter um Hilfe bittet, da es in diesem verwahrlosten Gemäuer – genannt ‚Des Teufels Lustschloss‘ - spuken soll, machen sich Oswald und Robert furchtlos auf den Weg zu diesem Schloss. Kaum dort angekommen, beginnt der Spuk: unheimliche Klänge sind zu hören, eine unsichtbare Hand schlägt Robert nieder, die Statuen eines Grabmals werden lebendig und fordern Oswald zum Kampf heraus. Eine schwarz gekleidete Amazone entsteigt einem Sarkophag; doch weil Oswald ihren Verführungsversuchen widersteht, wird er von einem aus dem Boden wachsenden großen Käfig umschlossen und in ein unterirdisches Verlies gezogen. Robert bleibt halb ohnmächtig zurück.


    Zweiter Akt: Angstschlotternd trifft Robert auf Luitgarde, die auf der Suche nach ihrem Mann in das Schloss gekommen ist. Das nächste Bild spielt in einer großen Höhle; Oswald ist an Felswände gekettet. Ein Knappe erscheint und verkündet Oswalds baldigen Tod. Man hört in der Ferne eine sanfte Musik, die plötzlich in einen lärmenden Marsch wechselt. In der nun hell erleuchteten Höhle erscheinen Jungfrauen und wieder die Amazone. Noch einmal versucht sie, Oswald zu verführen und verlangt als Pfand für seine Freiheit, dass er Luitgarde vergisst; doch auch diesmal widersteht ihr Oswald. Auf ihren Befehl wird seine Hinrichtung vorbereitet, als ein alter Mann erscheint, der ebenfalls gefangen gehalten wird und sein Leben rettete, indem er sich zum Sklaven herabwürdigte; er rät Oswald, auf das Angebot der Amazone zum Schein einzugehen. Da erscheint noch einmal der Knappe und verlangt von Oswald, dass er als Beweis für seinen Schwur den verräterischen alten Sklaven mit einem Schwert tötet, doch da weigert sich der Ritter. Er verteidigt sich mit dem Schwert gegen die Angreifer, wird gegen einen Felsen getrieben und stürzt in einen Abgrund.


    Dritter Akt: Luitgarde ist voller Sorge um ihren Mann; Robert versucht, sie zu trösten. Sie erblicken einen Büttel mit einem blutigen Beil und Luitgarde glaubt, dass Oswalds Hinrichtung bereits vollzogen wurde. Sie ist bereit, ebenfalls zu sterben. Da wird Oswald zum Richtblock geführt und als er seine Frau sieht, reißt er sich los und flieht mit Luitgarde und Robert auf einen Hügel, während das Tal von hereinstürzenden Wasserfluten überschwemmt wird. Sie drohen zu ertrinken, als plötzlich ein lauter Donnerschlag ertönt. Da verschwindet mit einem Mal der ganze Spuk und der Graf von Schwarzburg erscheint mit seinen Dienern, die noch die Kostüme der Wirtin, des Bauern, der Statuen des Grabmals, der Amazone, des Knappen, des alten Sklaven usw. tragen. Der Graf erklärt, dies alles nur inszeniert zu haben, um die Liebe und Treue des jungen Paars zu prüfen und er gibt der Hochzeit von Luitgarde und Oswald nachträglich seinen Segen. Ein kurzer Chor beschließt die Oper.


    In der kommenden Woche folgt eine Aufstellung der Tonaufnahmen.


    Carlo

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    Die Aufnahmen:



    Auch von „Des Teufels Lustschloss“ hat es eine Produktion von Radio Beromünster unter der Leitung von Christoph Lertz gegeben; sie wurde am 20. 12. 1949 erstmals gesendet.



    Oswald von Scharfeneck – Gregor Caban / Luitgarde – Edith Mathis / Robert – Chigusa Tamita / Die Wirtin – Rosemarie Stauder / Ein Bauer – Ernst Grathwol / Eine Amazone – Janet Walker / Ein Knappe – Sibrand Basa / Zwei Statuen – Josef Hilger und Rupert Straub / Alonso von Schwarzburg – Helmut Gram / Der Chor des Augsburger Stadttheaters / Chorltg.: Wolfgang Reß / Die Augsburger Philharmoniker / Dirigent: Bruno Weil (Augsburg, Kongresshalle, 3. 11. 1986). Ein privater Mitschnitt der konzertanten Aufführung.



    Oswald von Scharfeneck – Josef Protschka / Luitgarde – Edith Mathis / Robert – Paul Wolfrum / Die Wirtin – Anne Tedards / Ein Bauer und Ein Knappe – Alfred Burgstaller / Eine Amazone – Jolanta Radek / Vier Statuen – Helmut Wildhaber, Michael Czerny, Adam Radwanski und Alfred Burgstaller / Alonso von Schwarzburg – Helmut Wildhaber / Der ORF-Chor / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das ORF-Symphonieorchester Wien / Dirigent: Bruno Weil (Wien, Musikverein, 27. 11. und 28. 11. 1986). Ein Konzert ohne die gesprochenen Dialoge, das vom ORF verantwortet wurde; die Handlung erzählte der Schauspieler Frank Hoffmann.



    Oswald von Scharfeneck – Rodney Nolan / Luitgarde – Carolyn James / Robert – Hermann Prey / Die Wirtin – Lisa Saffer / Eine Amazone – Mimi Lerner u. a. / The Hunter College Choir / The New York Chamber Symphony of the 92nd Street Y / Dirigent: Bruno Weil (New York City, Hunter College’s Assembly Hall, 7. 1. 1990). Eine konzertante Aufführung in deutscher Sprache (ohne Dialoge) im Rahmen der Ninety-second Street Y’s ‚The Schubertiade–Year Three‘; Brian Kellow schrieb eine Erzählung der Handlung, die von Werner Klemperer (der Sohn des Dirigenten) in englischer Sprache vorgetragen wurde. Man kann davon ausgehen, dass das Konzert akustisch dokumentiert wurde.


    Hermann Prey war der künstlerische Leiter des ‚The Schubertiade‘ genannten Projektes, bei dem ab 1988 im Laufe von zehn Jahren alle Werke Franz Schuberts - ca. 970 Kompositionen - in chronologischer Reihenfolge aufgeführt werden sollten, begleitet von Symposien, Meisterklassen und Konzerten. (Eine ähnliche Planung hatte Hermann Prey auch für die ‚Schubertiade‘ im vorarlbergischen Hohenems ab 1976 vorgesehen, die aber bekanntlich scheiterte.) ‚92nd Street Y‘ ist ein seit über 150 Jahren bestehendes jüdisches ‚Global Center for Culture, Connection and Enrichment‘ in der Lexington Avenue in New York City.



    Oswald von Scharfeneck – Reinaldo Macias / Luitgarde – Eva Mei / Robert – Robert Holl / Die Wirtin – Inga Nielsen / Ein Bauer – József Dene / Eine Amazone – Inga Nielsen / Ein Knappe – Volker Vogel / Der Büttel – Steve Davislim / Ein alter Sklave – Guido Götzen / Vier Statuen – Steve Davislim, Volker Vogel, József Dene und Guido Götzen / Alonso von Schwarzburg – Werner Gröschel / Der Chor und das Orchester der Oper Zürich / Chorltg.: Ernst Raffelsberger / Dirigent: Nikolaus Harnoncourt (Zürich, Opernhaus, 19. 3. 1995). Bei ‚House of Opera‘ gibt es einen Mitschnitt und es existiert auch ein ‚YouTube‘-Beitrag. Diese Bühnenaufführung (Regie: Marco Arturo Marelli) der Oper Zürich darf wohl als die wahre Uraufführung gelten. Mit dieser Produktion und fast gleichbleibender Besetzung – eine Ausnahme war Adrianne Pieczonka als Wirtin und Amazone - gastierte die Oper Zürich auch bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien (24. und 26. 5. 1997).



    Ein Konzert am 11. 3. 1974 im Wiener Musikverein brachte neben der Ouvertüre auch vier Ausschnitte aus „Des Teufels Lustschloss“: die Arie der Luitgarde (‚Wohin zwei Liebende sich retten‘), das Terzett Robert-Oswald-Luitgarde (‚Ich lach‘, ich wein’), das Lied der Wirtin (‚Welcher Frevel! So sind die Menschen!‘) und das Duett Luitgarde-Oswald aus dem dritten Akt (‚Hab‘ ich dich wieder‘) mit Annelies Hückl, Horst Laubenthal und Ernst Gutstein. Miltiades Caridis dirigierte das Symphonieorchesters des Österreichischen Rundfunks. Bei ‚Unique Opera Records‘ gab es das auf einer Sammelplatte mit dem Titel „The Unknown Schubert“.



    Das Terzett ‚Ich lach‘, ich wein’ ist mit Edda Moser, Nicolai Gedda und Walter Berry auf dem LP-Doppelalbum „Der heitere Schubert“ (‚Electrola‘, 1977) enthalten wie auch das ‚Trinklied‘ des Robert ‚Was kümmert mich ein sumpfig‘ Land?’ mit Walter Berry; es begleitet das Orchester der Bayerischen Staatsoper München unter Thomas Ungar. Oliver Widmer singt in seinem – hier schön öfter genannten – Recital „Franz Schubert – Opera Arias“ (‚Hyperion’, 2001) auch diese Arie aus dem 1. Akt.



    Zwei Arien aus „Des Teufels Lustschloss“ (‚Wohin zwei Liebende sich retten‘ und ‚Welcher Frevel ! So sind die Menschen!‘) sang Helen Donath mit dem ORF-Symphonieorchester Wien - Dirigent: Walter Weller - bei einem Konzert im Palasthof von Hohenems am 24. 6. 1981, das noch zwei Arien aus „Alfonso und Estrella“, die „Ouvertüre im italienischen Stil, D 590“, die Zwischenaktmusik und die Ballettmusik aus „Rosamunde“ und die „Symphonie Nr. 3“ von Franz Schubert enthielt. ‚Mr. Tape‘ in den USA hat das veröffentlicht.



    Edita Gruberova sang die Arie der Luitgarde ‚Ihr unsichtbaren Geisterscharen‘, begleitet vom Koninklijk Concertgebouw Orkest unter Nikolaus Harnoncourt, in der Stadthalle Feldkirch am 24. 6. 1992. (Ferner sang sie eine Arie aus „Die Freunde von Salamanka“, die Arie ‚Totus in corde langueo’ aus dem „Offertorium C-Dur, D 136“ und das ‚Salve Regina‘ aus dem „Offertorium F-Dur, D 223“). Eine Aufnahme des ORF von der ‚Schubertiade Hohenems 1992‘.



    Die Arie des Oswald aus „Des Teufels Lustschloss“ (‚Nie bebte vor dem nahen Tode‘) erklang mit Peter Schreier und dem Koninklijk Concertgebouw Orkest unter Nikolaus Harnoncourt bei der ‚Schubertiade Hohenems 1992‘ in Feldkirch am 26. 6. 1992 (mit zusätzlichen Arien aus „Claudine von Villa Bella“, „Adrast“ und „Alfonso und Estrella“).



    Carlo

  • ALFONSO UND ESTRELLA, D 732


    Romantische Oper in drei Akten von Franz von Schober / Musik von Franz Schubert / Komponiert vom 20. 9. 1821 bis 27. 2. 1822 / Uraufgeführt am 24. 6. 1854 durch Franz Liszt am Hoftheater in Weimar.


    Das Werk:


    Von September bis Oktober 1821 bezogen Franz Schubert und Franz von Schober ein gemeinsames Zimmer im Schloss Ochsenburg bei St. Pölten, um – in Schobers Worten ‚in sehr glücklicher Schwärmerei, aber in sehr großer Unschuld des Herzens und des Geistes‘ - eine neue Oper zu kreieren: „Alfonso und Estrella“. An Joseph von Spaun berichtete Schober nach der Rückkehr: ‚In Ochsenburg hatten wir mit den wirklich schönen Gegenden, und in St. Pölten mit Bällen und Konzerten sehr viel zu tun, demohngeachtet waren wir fleißig, besonders Schubert, er hat fast 2 Akte, ich bin im letzten. Ich hätte nur gewunschen, Du wärst da gewesen und hättest die herrlichen Melodien entstehen hören, es ist wunderbar, wie reich und blühend er wieder Gedanken hingegossen hat. Unser Zimmer in St. P. war besonders lieb, die 2 Ehebetten, ein Sofa neben dem warmen Ofen, ein Fortepiano nahmen sich ungemein häuslich und heimisch aus. Abends referierten wir immer einander, was des Tages geschehen war, ließen uns Bier holen, rauchten unsere Pfeifen und lasen uns vor.‘


    Kurz zuvor hatte der Impresario Domenico Barbaja aus Neapel die Leitung der Wiener Hofoper (im Kärntnertortheater) übernommen unter der Auflage, auch deutsche Bühnenwerke aufzuführen. Er brachte eine Serie von „Fidelio“-Aufführungen (mit der 17jährigen Wilhelmine Schröder-Devrient als Leonore) und versuchte – vergebens – Beethoven zu einer neuen Oper zu überreden, er machte die Wiener mit dem „Freischütz“ bekannt (wieder mit der Schröder-Devrient) und er beauftragte Weber mit einer neuen Oper („Euryanthe“). Schubert versuchte Johann Michael Vogl - für den er die Rolle des Froila vorgesehen hatte - und Joseph Kupelwieser, der seit 1821 als ‚Sekretär‘ (Dramaturg) am Kärtnertortheater arbeitete, als Fürsprecher für die neue Oper zu gewinnen, er reichte die Partitur ein und sie wurde auch kopiert. Doch ab April 1822 war Rossini persönlich für fast vier Monate in Wien; man spielte sechs seiner Opern - „Zelmira“, „La Cenerentola“, „Elisabetta, regina d’Inghilterra“, „ Matilde di Shabran“, „La gazza ladra“ und „Ricciardo e Zoraide“ - und löste damit eine vorher nie dagewesene Begeisterung für die italienische Oper aus. Das Interesse des Publikums an deutschen Bühnenwerken erlosch vorerst und Ende 1822 wurde „Alfonso und Estrella“ schließlich von der Hofoper abgelehnt.


    Nur die Ouvertüre erklang am 20. 12. 1823 öffentlich, denn Franz Schubert hatte sie aus Zeitgründen für die „Rosamunde“-Uraufführung nach den Worten Moritz von Schwinds ‚hergegeben, da er sie für die Estrella zu „aufhauerisch“ findet und eine neue machen will. Mit allgemeinem Beifall wurde sie wiederholt, zu meiner größten Freude’. Franz von Schober bot vergeblich Gasparo Spontini in Berlin die Oper an und Franz Schubert bat Carl Maria von Weber, sich in Dresden für eine Aufführung zu verwenden. Der von ihm sehr verehrten Sängerin Anna Milder-Hauptmann (Beethovens erste Leonore; ihr widmete Schubert 1828 das Lied „Der Hirt auf dem Felsen“) schickte Schubert eine Partitur-Kopie nach Berlin, worauf sie am 8. 3. 1825 antwortete: ‚Ich eile, Ihnen zu melden, daß ich Ihre Oper Estrella und Alfonso (sic) sowie auch den zweiten Gesang der Zuleika mit unendlichem Vergnügen erhalten habe... Was Alfonso und Estrella Ihrer Oper anbelangt, ist es mir unendlich leid, bemerken zu müssen, daß das Buch hievon dem hiesigen Geschmack nicht entspricht, man ist hier die große, hochtragische Oper gewöhnt oder die französisch komische Oper. Nach diesem Ihnen hier beschriebenen Geschmack werden Sie selbst einsehen, daß Alfonso und Estrella durchaus kein Glück machen würde.‘ Sie bedauerte, ‚daß man alle diese unendlichen Schönheiten nicht dem Publikum vorsingen kann, indem die Menge leider nur Ohrenschmaus haben will‘.


    Baron Franz von Schober (1796-1882) wurde als Sohn österreichischer Eltern auf Schloss Torup bei Malmö (Schweden) geboren, wuchs in Deutschland und Österreich auf und machte 1815 die Bekanntschaft Franz Schuberts. Finanziell unabhängig, dilettierte er als Dichter, Schauspieler und Zeichner, unterhielt in Wien eine Lesegesellschaft und war Initiator der Schubertiaden und der ‚Atzenbrugger Feste‘. Er machte Schubert mit dem Hofopernsänger Johann Michael Vogl bekannt und wies Schubert nachdrücklich auf die Gedichte von Wilhelm Müller und Heinrich Heine hin. Vom leichteren Gemüt und gewinnenden Wesen des gebildeten gleichaltrigen Adligen war Schubert sehr früh eingenommen und er lebte wiederholt mit ihm zusammen. Die Meinungen von Schuberts Freunden über Schober, dem die Entfremdung von Johann Mayrhofer und der plötzliche Bruch zwischen Schubert und seinem Mentor Ignaz von Mosel (und nach heutigen Erkenntnissen wohl auch die Syphilis-Erkrankung Schuberts) angelastet wird, waren sehr zwiespältig. Nach Franz Schuberts Tod veranlasste er das Grabmahl auf dem Währinger Friedhof und beteiligte sich an finanziellen Sammlungen zur Errichtung eines Schubert-Denkmals im Wiener Stadtpark. Während seiner Tätigkeit als sächsischer Legationsrat in Weimar konnte er Franz Liszt überzeugen, die Oper „Alfonso und Estrella“ am dortigen Hoftheater am 24. 6. 1854 zur Uraufführung zu bringen - mit nur einer einzigen Vorstellung und radikal gekürzt! (Das Ehepaar Rosa und Feodor von Milde, das in Wagners „Lohengrin“ 1850 die Rollen von Elsa von Brabant bzw. Friedrich von Telramund sang, war hier nun Estrella und Froila.)


    „Alfonso und Estrella“ gilt als eine der ersten durchkomponierten deutschen Opern vor Webers „Euryanthe“ (die am 25. 10. 1823 in Wien durchfiel, hauptsächlich wegen des Librettos von Helmina von Chézy, die auch den Text zum Schauspiel „Rosamunde“ mit der Musik Franz Schuberts schrieb). Dadurch verlieh Schubert der etwas schleppenden Handlung eine sich kontinuierlich steigende Spannung, die aber für die Bühnenaktion schwer umzusetzen ist. Johann Nepomuk Fuchs schuf 1881 für Aufführungen am Großherzoglichen Hoftheater in Karlsruhe eine Fassung, die den Text und die Handlung etwas änderte und zusätzlich Musik aus anderen Schubert-Werken – hauptsächlich aus „Rosamunde“ – hinzufügte. Nach Aufführungen dieser Version in Kassel, Berlin und Köln ging Schuberts Oper am 18. 4. 1882 auch über die Bühne der Wiener Hofoper ‚am Ring‘. Kurt Honolka, der zuvor schon die „Euryanthe“ für das zeitgenössische Theater bearbeitete (Stuttgart 1954), die Musik aber im Großen und Ganzen unberührt ließ, schrieb für „Alfonso und Estrella“ eine völlig neue Handlung (nach William Shakespeares „Der Sturm“) und reicherte die Musik mit Stücken aus Franz Schuberts „Die Zauberharfe“ an; diese Fassung wurde als „Die Wunderinsel“ am 26. 1. 1958 an der Württembergischen Staatsoper in Stuttgart uraufgeführt. Ein Experiment, das gründlich daneben ging. (Hierzu folgt ein separater Beitrag.)


    Die Musik:


    Ouvertüre

    Introduktion ‚Still noch decket uns die Nacht‘ (Chor mit Alt- und Tenorsolo)

    Arie ‚Sei mir gegrüßt, o Sonne, alltäglich neue Wonne… Doch soll mein kühner Sohn‘ (Froila)

    Chor und Ensemble ‚Versammelt euch, Brüder, singt festliche Lieder‘ (Ein Mädchen, ein Jüngling, Froila, Chor)

    Duett ‚Geschmückt von Glanz und Siegen sinkt traurig doch dein Blick‘ (Froila, Alfonso)

    Rezitativ und Arie ‚Es ist dein streng Gebot… Schon, wenn es beginnt zu tagen‘ (Alfonso, Froila)

    Rezitativ und Duett ‚Du rührst mich, Teurer, sehr… Schon schleichen meine Späher‘ (Froila, Alfonso)

    Chor und Arie ‚Zur Jagd! Zur Jagd!… Es schmückt die weiten Säle des Goldes eitle Pracht‘ (Estrella, Frauenchor)

    Rezitativ und Arie ‚Verweile, o Prinzessin… Doch im Getümmel der Schlacht, umrungen von Gräuel und Blut‘ (Adolfo)

    Duett ‚Ja gib, vernimm mein Flehen, gib deine Liebe mir‘ (Estrella, Adolfo)

    Finale 1. Akt ‚Glänzende Waffe den Krieger erfreut‘ (Adolfo, Mauregato, Estrella, Chor)


    Rezitativ und Arie ‚O sing mir, Vater, noch einmal… Der Jäger ruhte hingegossen gedankenvoll im Wiesengrün‘ (Alfonso, Froila)

    Rezitativ und Duett ‚Wie rühret mich dein herrlicher Gesang… Von Fels und Wald umrungen‘ (Alfonso, Froila, Estrella)

    Rezitativ und Arie ‚Wer bist du, holdes Wesen… Wenn ich dich Holde sehe, so glaub‘ ich keinen Schmerz’ (Alfonso, Estrella)

    Duett ‚Freundlich bist du mir erschienen, führst zur Heimat mich zurück‘ (Estrella, Alfonso)

    Arie ‚Könnt‘ ich ewig hier verweilen in dem dunklen Waldesgrün’ (Estrella)

    Duett ‚Lass dir als Erinn‘rungszeichen an den schönsten Augenblick diese Kette freundlich reichen’ (Alfonso, Estrella)

    Chor und Ensemble ‚Stille, Freunde, seht euch vor... Ja, meine Rache will ich kühlen‘ (Adolfo, Männerchor)

    Chor und Arie ‚Wo ist sie, was kommt ihr zu künden?… Nur bewundert von dem Neide‘ (Mauregato, Männerchor)

    Ensemble ‚Die Prinzessin ist erschienen!… Alle Wunden werden heilen‘ (Mauregato, Männerchor)

    Duett ‚Darf dich dein Kind umarmen? Komm an die Vaterbrust!‘ (Estrella, Mauregato)

    Arie ‚Herrlich auf des Berges Höhen seh‘ ich ihn im Lichte prangen’ (Estrella)

    Finale 2. Akt ‚Sag‘, wo ist er hingekommen… Vater, ja, an deiner Seite’ (Mauregato, Estrella, Anführer der Leibwache, Chor)


    Introduktion zum 3. Akt

    Duett ‚Hörst du rufen, hörst du lärmen? Siehst du wilde Haufen schwärmen?‘ (Ein Mädchen, ein Jüngling, Frauenchor)

    Duett ‚Du wirst mir nicht entrinnen!… Sieh, dein Vater ist geschlagen‘ (Adolfo, Estrella)

    Terzett und Chor ‚Hülfe! Welche Stimme!… Schlaget ihn in enge Bande‘ (Estrella, Alfonso, Adolfo, Männerchor)

    Duett ‚Doch nun werde deinem Retter deine Freude offenbar‘ (Alfonso, Estrella)

    Rezitativ und Duett ‚Ja, ich bin gerettet… Ja, ich seh‘ dich im Getümmel schreiten in der Hoheit Glanz’ (Estrella, Alfonso)

    Duett mit Chor ‚Wehe, wehe, meines Vaters Scharen seh‘ ich dort herüber flieh’n’ (Estrella, Alfonso, Männerchor)

    Ensemble ‚Sie haben das Rufen vernommen, die Hülfe erscheint uns‘rer Not’ (Alfonso, Männerchor)

    Rezitativ und Ensemble ‚Was geht hier vor, was wollet ihr beginnen?… Nun ziehen sie zum Streit‘ (Froila, Alfonso, Estrella, Chor)

    Arie ‚Wo find‘ ich nur den Ort, mein Haupt zur Ruh’ zu legen?’ (Mauregato)

    Duett ‚Kein Geist, ich bin am Leben, steh‘ auf und sieh mich an’ (Froila, Mauregato)

    Finale 3. Akt ‚Empfange nun aus meiner Hand des neuen Bundes Unterpfand!‘ (Froila, Mauregato, Estrella, Alfonso, Adolfo, Chor)


    Eine Besonderheit ist die ‚Ballade vom Wolkenmädchen’ (‚Der Jäger ruhte hingegossen‘) am Beginn des zweiten Aktes; in diesem kurzen Lied zeigt sich Franz Schuberts grenzenlose melodische Phantasie und seine Meisterschaft der Instrumentierung.


    Die Personen:


    Mauregato, König von Leon - Bariton / Estrella, seine Tochter – Sopran / Adolfo, Mauregatos Feldherr – Bass / Froila, vertriebener König von Leon – Bariton / Adolfo, sein Sohn – Tenor / Der Anführer der Leibwache – Tenor / Ein Mädchen – Sopran / Ein Jüngling – Tenor / Chorsolisten in der Introduktion – Alt und Tenor.


    Anmerkung: Der frühere Rollenname ‚Troila‘ ist wohl ein überkommener Lesefehler auf Grund von alten Schriftzeichen; korrekt ist der Name ‚Froila‘. Vorbild für die Rolle ist König Fruela I. von Asturien (Spanien). Er wurde 722 geboren als Sohn von König Alfonso I., 758 bestieg er den Thron. Fruela tötete eigenhändig seinen jüngeren Bruder Vimara, der ihm gefährlich zu werden drohte. Fruela wurde 768 von seinen Höflingen ermordet; sein minderjähriger Sohn folgte ihm als Alfonso II. auf den Thron von Asturien.


    Die Handlung:


    Zu dieser Oper gibt es einen Beitrag im „Tamino-Opernführer“ von Alfred Schmidt.


    Carlo

  • ALFONSO UND ESTRELLA, D 732


    Die Aufnahmen (1. Teil):


    Mauregato – Alois Pernerstorfer / Estrella – Judith Hellwig / Adolfo – Harald Pröglhöf / Froila – Günther Treptow / Alfonso – Hugo Meyer-Welfing / Der Anführer der Leibwache – Hans Ostermann / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Victor Quirin Plasser (Wien, Musikverein, 3. 2. 1954). Ein Konzert ohne Chorbeteiligung und mit einem Tenor als Froila, das angeblich von der Sendergruppe ‚Rot-Weiß-Rot‘ aufgezeichnet wurde.


    Mauregato -Mario Boriello / Estrella - Suzannne Danco / Adolfo – Plinio Clabassi / Froila – Rolando Panerai / Alfonso – Luigi Alva / Der Anführer der Leibwache – Dino Formichini / Ein Mädchen – Santa Chissari / Ein Jüngling – Alfredo Nobile / Chorsolisten – Lina Pasini und Alfredo Nobile / Coro e Orchestra di Milano della RAI / Chorltg.: Roberto Benaglio / Dirigent: Nino Sanzogno (Mailand, L’Auditorium della Radiotelevisione Italiana, 26. 10. 1956, Sendung am 9. 12. 1956). Erschienen bei mehreren Firmen: bei ‚Unique Opera Records Corporation‘ (UORC), ‚Melodram‘ und ‚Giuseppe Di Stefano Records‘ auf LPs und bei ‚Omega Opera Archiv‘ und ‚Gala‘ auf CDs.


    Mauregato – George Fortune / Estrella – Margot Feuerhake / Adolfo – Ernst Sandleben / Froila – Gerhard Faulstich / Alfonso – Horst Laubenthal / Der Anführer der Leibwache – Clemens Hibert / Der Erzähler: Paul Hermann / Der Berliner Konzert-Chor / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Chorleiter und Dirigent: Fritz Weisse (Berlin, Philharmonie, 13. 2. 1968). Es war das 165. Konzert zur Förderung junger Musiker und Zuhörer. Der Rundfunkmitschnitt des RIAS Berlin befindet sich im Archiv des DSO (Deutsches Symphonie Orchester) in Berlin.


    Mauregato – Thomas Hemsley / Estrella – Phyllis Curtin / Adolfo – Josef Greindl / Froila – John Shaw / Alfonso – Richard Lewis / Der Anführer der Leibwache – Duncan Robertson / Ein Mädchen – Patricia Hay / Ein Jüngling – Duncan Robertson / Scottish Opera Chorus / Scottish National Orchestra / Dirigent: Alexander Gibson (Edinburgh, King’s Theatre, 7. 9. 1968, gesendet von der BBC u. a. am 13. 9. 1970 und am 18. 2. 1971.) Den Mitschnitt der Rundfunksendung bieten das ‚Omega Opera Archiv‘ und ‚House of Opera‘ an.


    Mauregato – Hermann Prey / Estrella – Edith Mathis / Adolfo – Theo Adam / Froila – Dietrich Fischer-Dieskau / Alfons – Peter Schreier / Der Anführer der Leibwache – Horst Gebhardt / Ein Mädchen – Magdalena Falewicz / Ein Jüngling – Eberhard Büchner / Chorsolisten – Claudia Graswurm und Joachim Vogt / Der Rundfunkchor Berlin / Die Staatskapelle Berlin / Dirigent: Otmar Suitner / Einstudierung: Wolf-Dieter Hauschild (Berlin, Christuskirche, 23. 1. - 3. 2. 1978). Eine Coproduktion von ‚EMI/Electrola GmbH‘ und ‚VEB Deutsche Schallplatten‘, erschienen 1978 auf drei LPs bei ‚EMI‘ bzw. ‚Eterna‘; auf 3 CDs veröffentlicht bei ‚Berlin Classics‘ (1994) und ‚Brilliant Classics‘ (2013). Dies ist die bisher einzige Studio-Schallplattenaufnahme der Oper.


    Mauregato – Sergio Bensi / Estrella – Kate Gamberucci / Adolfo – Giannicola Pigliucci / Froila – Alessandro Cassis / Alfonso – Lajos Kozma / Der Anführer der Leibwache – Gianfranco Dindo / Ein Mädchen – Maria Grazia Piolatto / Ein Jüngling – Marcello Munzi / Coro e Orchestra di Torino della RAI / Chorltg.: Fulvio Angius / Dirigent: Marcello Gusella (Turin, Radiotelevisione Italiana, 9. 4. 1978). Eine konzertante Aufführung der RAI Turin in italienischer Sprache.


    Mauregato – Georg Tichy / Estrella – Jane Marsh / Adolfo – Artur Korn / Froila – Peter Weber / Alfonso – Kurt Equiluz / Ein Mädchen – Taina Kataja-Urrey / Ein Jüngling – Frederik Urrey / Der Erzähler: Peter Gerhard / Der Arnold-Schoenberg-Chor / Das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester / Chorleiter und Dirigent: Erwin Ortner (St. Pölten, Großer Stadtsaal, 4. 5. 1978). Ein Mitschnitt des ORF, Landesstudio NÖ, vom Eröffnungskonzert der St. Pöltner Kultur- und Festwochen 1978; veröffentlicht 1978 von der Firma ‚Pan‘ auf zwei LPs. Aufgeführt wurde eine Fassung von Erwin und Gerhard E. Ortner mit einem verbindenden Text.


    Mauregato – Robert Holl / Estrella – Edith Mathis / Adolfo – Robert Holl / Froila - Peter Weber / Alfonso – Kurt Equiluz / Der Arnold-Schoenberg-Chor / Chorltg.: Erwin Ortner / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Gerd Albrecht (Wien, Musikverein, 8. 6. 1978). In diesem Konzert erklangen Ausschnitte aus „Alfonso und Estrella“ sowie die „Wanderer-Fantasie, D 760“ von Franz Schubert (in der Bearbeitung für Klavier und Orchester von Franz Liszt) sowie die Symphonie Nr. 4 von Robert Schumann; der Mitschnitt befindet sich im Archiv der Wiener Symphoniker.


    Mauregato – Steven Kimbrough / Estrella – Elisabeth Söderström / Adolfo – Peter Lagger / Froila – William Parker / Alfonso – Curtis Rayam u. a. / Kenneth Jewell Chorale / Detroit Lutheran Singers / Detroit Symphony Orchestra / Dirigent: Antal Dorati (Detroit, Ford Auditorium, 11. 11. 1978). Ein – um ca. eine Stunde gekürztes - Konzert in deutscher Sprache; die Aufführung im Rahmen des Festivals „Schubert/Vienna“ (2. bis 15. 11. 1978) in Detroit wurde von lokalen Rundfunksendern übertragen.


    Mauregato – Eduard Tumageanian (statt Wolfgang Lenz) / Estrella – Julia Migenes (statt Barbara Hendricks) / Adolfo – Peter Binder / Froila – Wolfgang Schöne / Alfonso – Horst Laubenthal u. a. / Choeurs de Radio France / Chorltg.: Jacques Joineau / Orchestre National de France / Dirigent: Marc Andreae (Paris, Maison de la Radio, 1. 2. 1979). Marc Andreae dirigierte 1986 auch eine Einspielung der kompletten Oper bei der RSI (Radio-Televisione della Svizzera Italiana) in Lugano. Leider hat der Sender nicht auf meine wiederholte Anfrage reagiert.


    Mauregato – Herbert G. Adami / Estrella – Maria Temesi / Adolfo – Michael Burt / Froila – Walter Raffeiner / Alfonso – Hans Aschenbach / Anführer der Leibwache – Richard Ames / Ein Mädchen – Brigitte Miklauc / Ein Jüngling – Fermin Montagud / Der Chor und das Orchester des Opernhauses Graz / Chorltg.: Tiziana Carlini / Dirigent: Mario Venzago (Graz, Opernhaus, 28. 9. 1991). Vermutlich die erste (ungekürzte) Bühnenaufführung der Oper, wovon es einen Hausmitschnitt gibt. (Walter Raffeiner, verstorben 2009, sang sowohl Tenor- als auch Baritonrollen gleichzeitig.)


    Carlo

  • ALFONSO UND ESTRELLA, D 732


    Die Aufnahmen (2. Teil):


    Mauregato – Peter Weber / Estrella – Juliane Banse / Adolfo – Robert Holzer / Froila – Hermann Prey / Alfonso – Douglas Johnson / Der Anführer der Leibwache – Robert Brooks / Der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien / Chorltg.: Johannes Prinz / Das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester / Dirigent: Bruno Weil (Wien, Musikverein, 27. 11. 1993). Eine stark gekürzte konzertante Aufführung der Oper.


    Mauregato - Olaf Bär / Estrella – Luba Orgonásová / Adolfo – Alfred Muff / Froila – Thomas Hampson / Alfonso – Endrik Wottrich / Der Anführer der Leibwache – Carlos Silva / Ein Mädchen – Birgit Heindler / Ein Jüngling – Georg Nigl / Der Arnold-Schoenberg-Chor / Chorltg.: Erwin Ortner / Das Chamber Orchestra of Europe / Dirigent: Nikolaus Harnoncourt / Bühnenbild: Erich Wonder / Kostüme: Florence von Gerkan / Inszenierung: Jürgen Flimm / TV-Regie: Brian Large. (Eine Fernsehproduktion des ORF Wien mit NHK Tokyo, aufgezeichnet am 17. 5. 1997 und gesendet auf 3sat am 31. 5. 1997; von ‚Naxos‘ 2009 auf einer DVD veröffentlicht.) Die Premiere am 10. 5. 1997 im Theater an der Wien wurde auch live vom ORF im Rundfunk übertragen.


    Mauregato – Thomas Mohr / Estrella – Malin Hartelius / Adolfo – Alfred Muff / Froila – Olaf Bär / Alfonso – Lothar Odinius u. a. / Chor und Orchester der Oper Zürich / Chorltg.: Ernst Raffelsberger / Dirigent: Nikolaus Harnoncourt (Zürich, Opernhaus, 25. 2. 2001) Eine Übernahme der Produktion von den Wiener Festwochen 1997. (Eine Anfrage bei der Oper Zürich wegen der Besetzung der Nebenrollen wurde an das Staatsarchiv in Zürich weitergeleitet. Leider war man dort zu einer Auskunft nicht in der Lage, da das Opernhaus Zürich, das seit 1995 nicht mehr von der Stadt, sondern vom Kanton Zürich subventioniert wird, keine dementsprechenden Unterlagen an das Staatsarchiv weitergeleitet hat.) Ein privater Mitschnitt.


    Mauregato – Jochen Schmeckenbecher / Estrella – Eva Mei / Adolfo – Alfred Muff / Froila – Markus Werba / Alfonso – Rainer Trost / Der Anführer der Leibwache – Enrico Cossutta / Ein Mädchen – Elena Monti / Ein Jüngling – Pavel Černoch / Coro e Orchestra del Teatro Lirico di Cagliari / Chorltg.: Paolo Vera / Dirigent: Gérard Korsten / Bühnenbild und Kostüme: Margherita Palli / Inszenierung: Luca Ronconi / TV-Regie: Marco Scalfi (Cagliari, Teatro Lirico, Premiere am 9. 1. 2004). Die Produktion erschien 2004 bei ‚Dynamic‘ auf CDs und DVD. Die Handlung wurde mittels Puppen verdeutlicht.


    Mauregato – Jochen Schmeckenbecher / Estrella – Dorothea Röschmann / Adolfo – Hanno Müller-Brachmann / Froila – Christian Gerhaher / Alfonso – Kurt Streit / Der Anführer der Leibwache – Christoph Leonhardt / Ein Mädchen – Isabelle Voßkühler / Ein Jüngling – René Voßkühler / Der Rundfunkchor Berlin / Chorltg.: Simon Halsey / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Nikolaus Harnoncourt (Berlin, Philharmonie, 8. 10. 2005). Von ‚Berlin Philharmonic Recordings‘ 2015 in einer „Schubert-Edition“ veröffentlicht. Christian Gerhaher – ursprünglich als Mauregato vorgesehen – sprang für Matthias Goerne ein.


    Mauregato – Michael Nagy / Estrella – Mojca Erdmann / Adolfo – Alastair Miles / Froila – Markus Werba / Alfonso – Toby Spence / Der Anführer der Leibwache – Benjamin Hulett / Ein Mädchen – Mayumi Sawada / Ein Jüngling – Benjamin Hulett / Der Salzburger Bachchor / Chorltg.: Alois Glaßner / Das Mozarteumorchester Salzburg / Dirigent: Antonello Manacorda (Salzburg, Haus für Mozart, 23. 1. 2015). Ein leicht gekürztes Konzert der ‚Mozartwoche Salzburg 2015‘, gesendet vom ORF am 7. 2. 2015.


    Mauregato – Jake Muffett / Estrella – Stephanie Edwards / Adolfo – Roger Krebs / Froila – Denver Martin Smith / Alfonso – Alexander Aldren / Der Anführer der Leibwache – Robert Tilson / Ein Mädchen – Karlene Moreno Hayworth / Ein Jüngling – Bo Wang / Choeur et Orchestre de l’Opéra de Baugé / Chorltg.: Nandor Szederkenyi / Dirigent: Alexander Ingram / Regie und Bühnenbild: Bernadette Grimmett und Guido Martin-Brandis / Kostüme: Pamela Pierce (Baugé-en-Anjou, Les Capucins, 30. 7. 2019). Eine Inszenierung in deutscher Sprache des ‚Festivals de Baugé‘ als französische Erstaufführung, die auf Video festgehalten wurde. Die Eheleute Bernadette und John Grimmett veranstalten seit 2003 auf ihrem Landsitz ‚Les Capucins‘ jährliche Opernfestspiele – mit mehreren Operninszenierungen pro Jahr – nach dem Vorbild der Festspiele in Glyndebourne.


    Mauregato – Johannes Weisser / Estrella – Lydia Teuscher / Adolfo – Arttu Kataja / Froila – Krešimir Stražanac / Alfonso – Patrick Grahl / Der Anführer der Leibwache – Péter Magyar / Cantemus Mixed Choir / Chorltg.: Soma Szabó / Helsinki Baroque Orchestra / Dirigent: Aapo Häkkinen / Bühnenbild: Sampo Pyhälä / Kostüme: Elina Ström / Regie: Vilppu Kiljunen (Budapest, MÜPA, 17. 11. 2022). Eine semi-konzertante Aufführung im Konzertsaal des MÜPA (Müvészetek Palotája = Palast der Künste) in Budapest, die am 13. und 15. 11. 22 auch im Musiikkitalo (Musikhaus) in Helsinki gezeigt wurde und auf ‚Youtube‘ zu sehen ist.


    Ausschnitte:


    In dem hier schon einige Male genannten Konzert vom 11. 3. 1974 im Wiener Musikverein gab es auch drei Ausschnitte aus „Alfonso und Estrella“, die auf der LP „The Unknown Schubert“ von ‚Unique Opera Recordings‘ enthalten sind: das Duett Alfonso-Estrella ‚Lass dir als Erinn‘rungszeichen an den schönsten Augenblick’ aus dem zweiten Akt, die Arie des Mauregato ‚Wo find‘ ich nur den Ort, mein Haupt zur Ruh’ zu legen’ und das anschließende Duett Froila-Mauregato ‚Kein Geist, ich bin am Leben‘ aus dem dritten Akt. Es singen Annelies Hückl (Estrella), Horst Laubenthal (Alfonso), Ernst Gutstein (Mauregato) und Helmut Berger-Tuna (Froila); Miltiades Caridis leitet das ORF-Symphonieorchester Wien.


    Zwei Arien aus „Alfonso und Estrella“ (‚Könnt‘ ich ewig hier verweilen’ und ‚Herrlich auf des Berges Höh’n’) sang Helen Donath mit dem ORF-Symphonieorchester Wien - Dirigent: Walter Weller - bei einem Konzert im Palasthof von Hohenems am 24. 6. 1981, das noch zwei Arien aus „Des Teufels Lustschloss“, die „Ouvertüre im italienischen Stil, D 590“, die Zwischenaktmusik und die Ballettmusik aus „Rosamunde“ und die „Symphonie Nr. 3“ von Franz Schubert enthielt. ‚Mr. Tape‘ in den USA hat das veröffentlicht.


    Die große Szene zwischen Estrella und Alfonso aus dem 2. Akt – das Duett ‚Von Fels und Wald umrungen‘; das Rezitativ Alfonso-Estrella und die Arie des Alfonso ‚Wer bist du, holdes Wesen?… Wenn ich dich, Holde, sehe‘; das Duett ‚Freundlich bist du mir erschienen‘; die Arie der Estrella ‚Könnt‘ ich ewig hier verweilen’ und das abschließende Duett ‚Lass dir als Erinn‘rungszeichen‘ – singen Elly Ameling und Claes Hakån Ahnsjö auf der ‚Philips‘-LP „Ein Opernabend mit Franz Schubert“. Edo de Waart leitete 1976 das Rotterdams Philharmonisch Orkest.


    Jonas Kaufmann singt auf seinem Recital von 2008 mit dem Mahler Chamber Orchestra unter Claudio Abbado bei ‚Decca‘ die Arie ‚Schon, wenn es beginnt zu tagen‘. Daniel Behle singt auf seiner CD von 2017 bei der deutschen ‚harmonia mundi‘ auch diese Arie und zusätzlich ‚Wenn ich dich, Holde, sehe‘. Begleitet wird er vom L’Orfeo Barockorchester unter der Dirigentin Michi Gaigg, die auch die Ouvertüre zu „Alfonso und Estrella“ spielen.


    Das Rezitativ und die Arie des Froila aus dem ersten Akt ‚Sei mir gegrüßt, o Sonne… Doch soll mein kühner Sohn‘ und die Ballade vom Wolkenmädchen (‚Der Jäger ruhte hingegossen‘) aus dem zweiten Akt singen a) Oliver Widmer auf seiner CD mit Arien aus Schubert-Opern, erschienen 2001 bei ‚Hyperion‘; b) Thomas Hampson mit Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus Musicus Wien auf einer CD von 2003 bei ‚Telefunken‘ (heute ‚Warner‘) und c) Christian Gerhaher, begleitet 2012 vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Daniel Harding (‚Sony‘).


    Carlo