Hans Werner Henze: "Die Bassariden"

  • Die mir vorliegende Aufnahme mit dem Dirigenten Gerd Albrecht ist keine Gesamtaufnahme. Pentheus, König von Theben, verbietet seinem Volk dem Ruf der Bassariden zu folgen und den Berg Kytheron zu besuchen. Wer sich widersetzt wird bestraft. Dionysos bietet ihm an, ihm Einblicke in das Fest der Bassariden zu geben. Pentheus soll sich als Frau verkleiden und unerkannt das Fest beobachten. Zwischen diesen beiden Teilen des 3. Satzes (die Oper ist ein Einakter und gegliedert wie eine 4sätzige Symphonie), der Folterung und der Verkleidung hält Dionysos Pentheus einen Spiegel vor. Diese Szene wird im Beiheft als "Intermezzo" bezeichnet. Pentheus erblickt seine eigenen erotischen Phantasien. Die Szene fehlt in der Aufnahme von Gerd Albrecht. Weiß jemand, was das für eine Szene ist? Erklingt nur instrumentale Musik oder wird gesungen? Und ist diese Szene in der Einspielung mit Christoph von Dohnanyi enthalten?


    Zu Beginn der Oper wirkt Pentheus machthungrig und er scheint Furcht vor einem anderen Herrscher - Dionysos - neben sich zu haben. Je weiter die Handlung voran kommt, desto mehr wirkt Pentheus, als fürchte er sich vor sich selber. Er wirkt unsicherer sich selbst gegenüber weil er von der Welt der Bassariden zunehmend fasziniert ist. Die Musik hat im 3. Satz einen stark transzendenten Charakter. Daher kommt mir dieses fehlende Intermezzo wie eine Schlüsselstelle in Bezug auf die Wandlung des Pentheus vor.


    Die Oper Köln führt das Stück in der ursprünglichen Version, also mit dem Intermezzo, in der nächsten Spielzeit auf.
    Sophia

  • Hallo Sophia,


    ob diese Oper nicht eine Sache für einen eigenen Thread wäre? :hello:


    Zitat

    Original von S.Kirch
    Die mir vorliegende Aufnahme mit dem Dirigenten Gerd Albrecht ist keine Gesamtaufnahme. [...] Zwischen diesen beiden Teilen des 3. Satzes (die Oper ist ein Einakter und gegliedert wie eine 4sätzige Symphonie), der Folterung und der Verkleidung hält Dionysos Pentheus einen Spiegel vor. Diese Szene wird im Beiheft als "Intermezzo" bezeichnet. Pentheus erblickt seine eigenen erotischen Phantasien. Die Szene fehlt in der Aufnahme von Gerd Albrecht. Weiß jemand, was das für eine Szene ist? Erklingt nur instrumentale Musik oder wird gesungen? Und ist diese Szene in der Einspielung mit Christoph von Dohnanyi enthalten?


    Das Intermezzo "Das Urteil der Kaliope" sollte pantomimisch das darstellen, was Pentheus im Spiegel sieht. Henze selbst hielt die Szene, die IIRC den 3. Satz in der Mitte teilt (er schliesst ja mit der "Mänadenjagd") zunächst für eine konzertante Aufführung (vermutlich jene, auf der die Aufnahme Albrechts basiert) überflüssig, weil der optische Teil zur rein instrumentalen Musik des Intermezzos wegfiel. Später entschied er sich, in der leichten Revision der Oper dieses Intermezzo ganz zu streichen - Albrechts Aufnahme ist damit dann doch eine Gesamtaufnahme, die Fassung vom Komponisten sanktioniert. In der Aufnahme unter Dohnany müsste das Intermezzo drin sein, aber das:


    Zitat


    Die Oper Köln führt das Stück in der ursprünglichen Version, also mit dem Intermezzo, in der nächsten Spielzeit auf.


    stimmt jedenfalls nach der Homepage der Kölner Oper nicht. Da lese ich:


    "Die Oper Köln ist die erste deutsche Bühne, die die ursprüngliche englische Version – in einer vom Komponisten 1992 um das „Intermezzo“ gekürzten revidierten Fassung – vorstellt."


    Also: zwar die englische Fassung, aber genau ohne das Intermezzo.


    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Liebe Sophia, lieber Claus,


    die Aufnhame der "Bassariden" von Gerd Albrecht ist in der Tat diejenige, für die Hans Werner Henze 1992 das Intermezzo gekürzt hat.
    Die Aufnahme wird in englischer Sprache gesungen.
    Was die Kölner Oper von "ursprünglich" und so weiter schreibt ist mir nicht erfindlich. Ursptünglich und gekürzt? Was soll das sein? Außer einer Revision natürlich. Ursprünglich wäre wohl eher ungekürzt und in englischer Sprache. Das Ganze ist wohl eher ein Produkt aus der Windmacherei der Marketingabteilung.
    Die Aufnahme, die Dohnányi geleitet hat, ist die der Uraufführung der Salzburger Festspiele vom 06.08.1966 in deutscher Sprache.
    Glücklicherweise gibt es beide Aufnahmen noch zu kaufen.
    Zur Kürzung: Nach der Uraufführung gab es die Kritik, daß das Libretto von Auden/Kalman zu kompliziert sei. Vielleicht war es die Absicht Henzes 1992, dieser Kritik den Stachel zu nehmen. Ich fürchte nur, daß er damit auch einen Teil der Komplexität zungunsten der Tiefgründigkeit mit gestrichen hat.


    Claus, die Idee mit dem Thread finde ich zwar gut. Nur wäre das eine ziemlich umfangreiche Aufgabe...


    Schöne Grüße
    yarpel

  • Lieber yarpel,


    Zitat

    Original von yarpel
    die Aufnhame der "Bassariden" von Gerd Albrecht ist in der Tat diejenige, für die Hans Werner Henze 1992 das Intermezzo gekürzt hat.


    Das hatte ich inzwischen auch verifiziert, danke für den Hinweis!


    Zitat


    Die Aufnahme wird in englischer Sprache gesungen.
    Was die Kölner Oper von "ursprünglich" und so weiter schreibt ist mir nicht erfindlich. Ursptünglich und gekürzt? Was soll das sein? Außer einer Revision natürlich. Ursprünglich wäre wohl eher ungekürzt und in englischer Sprache. Das Ganze ist wohl eher ein Produkt aus der Windmacherei der Marketingabteilung.


    Ich glaube, worauf man hinauswill, ist, dass die Aufführung in englischer Sprache ist - AFAIK gab es bisher nur Aufführungen in deutscher Übersetzung in Deutschland. Es ist allerdings in der Tat missverständlich, von "ursprünglich" zu reden, das Intermezzo dann aber trotzdem zu kürzen. Da hat man wohl über das Ziel weit hinausgeschossen ;)


    Zitat


    Die Aufnahme, die Dohnányi geleitet hat, ist die der Uraufführung der Salzburger Festspiele vom 06.08.1966 in deutscher Sprache.
    Glücklicherweise gibt es beide Aufnahmen noch zu kaufen.


    Bedauerlicherweise ist die Albrecht-Einspielung mit der Einstampfung des größten Teils des Repertoires des Labels Koch/Schwann nicht so ohne weiteres zu haben. Der Urwaldhandel hat sie nicht mal mehr aus Amerika im Angebot :( Da muss man auf Dohnany zurückgreifen, der freilich IIRC mono ist, was das Kennenlernen von Henzes schillernder Partitur nicht unbedingt erleichtern dürfte.....


    Zitat


    Zur Kürzung: Nach der Uraufführung gab es die Kritik, daß das Libretto von Auden/Kalman zu kompliziert sei. Vielleicht war es die Absicht Henzes 1992, dieser Kritik den Stachel zu nehmen. Ich fürchte nur, daß er damit auch einen Teil der Komplexität zungunsten der Tiefgründigkeit mit gestrichen hat.


    Ich bin Hin- und Hergerissen, ob man das, was Pentheus im Spiegel sieht, wirklich zeigen muss oder ob es, wie in der gekürzten Fassung, nicht fast geschickter ist, diesen überaus wichtigen Moment der Phantasie und Imaginationskraft des Zuschauers zu überlassen. Darüber muss ich aber noch eine Weile nachdenken (ich tue es nicht erst seit gestern)...


    Zitat


    Claus, die Idee mit dem Thread finde ich zwar gut. Nur wäre das eine ziemlich umfangreiche Aufgabe...


    Wir wären schon zu dritt - obwohl, meine Zeit ist ausgesprochen begrenzt derzeit.


    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Lieber Claus,


    Zitat

    Original von C.Huth


    ob diese Oper nicht eine Sache für einen eigenen Thread wäre? :hello:


    Das hat sich ja schon geklärt ;). Lassen wir es erstmal hier im Thread und überlegen dann beim nächsten Stück des 20. Jahrhunderts. Da gibt es noch mehr in Köln und Aachen.


    Zitat

    Das Intermezzo "Das Urteil der Kaliope" sollte pantomimisch das darstellen, was Pentheus im Spiegel sieht. Henze selbst hielt die Szene, die IIRC den 3. Satz in der Mitte teilt (er schliesst ja mit der "Mänadenjagd") zunächst für eine konzertante Aufführung (vermutlich jene, auf der die Aufnahme Albrechts basiert) überflüssig, weil der optische Teil zur rein instrumentalen Musik des Intermezzos wegfiel.


    Die Bassariden waren doch ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und sollten trotzdem vorher konzertant aufgeführt werden? Und wegen einer konzertanten Aufführung kann dann das Intermezzo wegfallen? Das ist ja eine merkwürdige Logik von Henze. Ist das Stück denn auf einer anderen CD, unabhängig von der Oper, eingespielt, weißt Du das?


    Zitat


    "Diie Oper Köln ist die erste deutsche Bühne, die die ursprüngliche englische Version – in einer vom Komponisten 1992 um das „Intermezzo“ gekürzten revidierten Fassung – vorstellt."


    Also: zwar die englische Fassung, aber genau ohne das Intermezzo.


    Danke für die Korrektur. Da bin ich im ersten Überschwang anscheinend genau auf das hereingefallen was yarpel schon kritisiert hat.


    Grüße
    Sophia

  • Lieber Yarpel,


    Zitat

    Original von yarpel


    Ursprünglich wäre wohl eher ungekürzt und in englischer Sprache. Das Ganze ist wohl eher ein Produkt aus der Windmacherei der Marketingabteilung.


    In englischer Sprache wird in Köln ja aufgeführt. Die Spielzeit 2005/2006 ist die erste Spielzeit die der neue Intendant, Christoph Dammann, in Köln zu verantworten hat. Aufgrund der Aufstellung gehe ich trotzdem davon aus, daß Markus Stenz da seine Interessen vertreten hat. Stenz hat soviel ich weiß bei Henze teilweise studiert und hat zum Abschluß (als Prüfungsstück (keine Ahnung wie das heißt bei so einem Studiengang)) ein Stück von Henze in dessen Anwesenheit aufgeführt. Im Programm des Gürzenich-Orchesters 2004/2005 wurden bereits Stücke von Henze aufgeführt - immer mit Henze im Publikum -, sogar als 3. Akt hat Stenz schon das Schlußbild aus L´Upupa in der Philharmonie aufgeführt ;). HIer steht noch etwas zu ihm falls das von Interesse ist:
    http://www.guerzenichorchester.de/02_orchester/2_1c.htm


    So erklärt sich wahrscheinlich die Marketingstrategie in der Spielplanvorschau.
    Die Aufnahme von Gerd Albrecht habe ich hier in der Stadtbücherei ausgeliehen, das mache ich hin und wieder bei Stücken denen ich erst einmal skeptisch gegenüber stehe. Z.B. bei Stücken des 20. Jahrhunderts :D


    Sophia

  • Also Claus,


    Zitat

    Original von C.Huth


    Ich bin Hin- und Hergerissen, ob man das, was Pentheus im Spiegel sieht, wirklich zeigen muss oder ob es, wie in der gekürzten Fassung, nicht fast geschickter ist, diesen überaus wichtigen Moment der Phantasie und Imaginationskraft des Zuschauers zu überlassen. Darüber muss ich aber noch eine Weile nachdenken (ich tue es nicht erst seit gestern)...


    Das wäre natürlich prima, wenn Du uns am Ende Deiner Überlegungen daran teilhaben läßt :D Ich kümmere mich inzwischen um den "Rest".


    Sophia

  • Hallo Sophia,


    Zitat

    Original von S.Kirch
    Lassen wir es erstmal hier im Thread und überlegen dann beim nächsten Stück des 20. Jahrhunderts. Da gibt es noch mehr in Köln und Aachen.


    Also, wenn sich eine längere Diskussion über das Stück entspinnen soll, dann bin ich dennoch für einen eigenen Thread, schon wegen der Übersichtlichkeit, im Opernthread. Vielleicht ist es einem der Mods gegeben, in einer ruhigen Minute (so sie denn da ist) ab Deinem Beitrag über die Bassariden diesen Zweig abzukoppeln (ich ahne, das ist kompliziert....)? 8o


    Zitat


    Die Bassariden waren doch ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und sollten trotzdem vorher konzertant aufgeführt werden? Und wegen einer konzertanten Aufführung kann dann das Intermezzo wegfallen? Das ist ja eine merkwürdige Logik von Henze.


    Das Stück ist bei den Salzburger Festspielen *szenisch* uraufgeführt worden (der Mitschnitt ist die Dohnany-Aufnahme). Später erst, nämlich 1992 ist zunächst für die konzertante Aufführung das Intermezzo gestrichen worden, was dann danach allgemein mit Henzes Billigung geschah. IIRC hat die erst kürzlich erfolgte Pariser Produktion (aufgrund Orchesterstreiks in bemerkenswerter Instrumentierung!) ebenfalls auf das Intermezzo verzichtet.


    Die Frage ist letztlich: Ist die Bebilderung dessen, was Pentheus sieht, nötig, oder nicht. Kann man das nicht auch dem Zuschauer überlassen? Ist vielleicht gar der dritte Satz mit dem Intermezzo vielleicht zu lang? In einer konzertanten Aufführung (wie 1992), in der die Bebilderung ohnehin wegfiel, war es vielleicht auch einfacher, auf das Intermezzo einmal probehalber zu verzichten. Aber das ist alles Spekulation.


    Was meine Überlegungen zur Frage "Intermezzo ja oder nein" angeht, fürchte ich, es wird so schnell kein Schluss kommen. Die Frage geht mir immer wieder durch den Kopf, seit ich das Stück besser kenne - und das sind sicher auch schon zwei, drei Jahre....;)


    Zitat

    Ist das Stück denn auf einer anderen CD, unabhängig von der Oper, eingespielt, weißt Du das?


    Mir ist keine Einspielung bekannt. Die einzige Auskoppelung aus den "Bassarids", die sich gelegentlich findet, ist der "Mänadentanz".


    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Hallo Claus,


    Zitat

    Original von C.Huth
    Das Stück ist bei den Salzburger Festspielen *szenisch* uraufgeführt worden (der Mitschnitt ist die Dohnany-Aufnahme).


    Dann stimmt der Hinweis im Beiheft der Albrecht Aufnahme nicht. Hier steht: "Die Oper war ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und wurde im großen Salzburger Festpsielhaus am 6. August des Jahres 1966 uraufgeführt. Wenig später folgte die deutsche Erstaufführung im Rahmen der Berliner Festwochen 1966 durch das gleiche Team der Deutschen Oper Berlin...." Da wäre ja mal interessant herauszufinden, was Metzmacher in Amsterdam macht, bzw. in welcher Fassung und Sprache dort aufgeführt wird.


    Weiter muß ich das erstmal hinausschieben auf später oder einen anderen Tag. Dafür ist erneutes Hören der Oper nötig. Beim ersten Eindruck fehlte mir jedenfalls spontan dieses Intermezzo.


    Danke und Grüße
    Sophia

  • Lieber Alfred,


    wir sind ja schon "umgezogen", besten Dank. Hoffentlich werde ich den Ansprüchen für den neuen Thread auch gerecht.


    Sophia

  • Hallo,


    erstmal danke an Alfred für die prompte Erhörung meiner Wünsche! Das ging wirklich flott - bravo!!


    @Sophia:
    Wieso? In dem Hinweis steht dasselbe, wie ich auch schrieb: Das Stück wurde 1966 uraufgeführt, bei den Salzburger Festspielen, und zwar szenisch. Sie sind ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und sollten dort nicht konzertant aufgeführt werden. Konzertant hat man das Werk erst viel später aufgeführt. Und erst bei dieser - viel späteren Gelegenheit - fiel das Intermezzo erstmals weg. So. Vermutlich nur ein Missverständnis ;)


    Was an der DO Berlin aufgeführt wurde, weiss ich nicht genau. Da müsste ich nachschauen. In Amsterdam dürfte es jedenfalls auf englisch gesungen werden, alles andere würde mich schwer wundern, zumal auf die Homepage der Nederlandse Opera ein Hinweis auf eine andere als die Librettosprache (englisch) fehlt. Zur Fassung gibt die Seite keine Angaben her, das wird sicher auch vom Inszenierungsteam abhängen bzw. auch davon, welche Fassung Henze heute lieber aufgeführt sehen will.


    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Hallo Sophia,


    die Kölner Aufführung ist ja nicht die erste Begegnung von Markus Stenz mit dem Werk. 1994 hat er eine "Bassariden"-Inszenierung mit großem Erfolg an der Hamburgischen Staatsoper dirigiert (Pentheus-Andreas Schmidt, Agaue - Renate Behle, Dionysos - Eberhard Büchner)- übrigens in der Fassung von 1992 in deutsch! Henze war damals bei der Premiere dabei.


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo Claus,


    Zitat

    Original von C.Huth


    Die Frage ist letztlich: Ist die Bebilderung dessen, was Pentheus sieht, nötig, oder nicht. Kann man das nicht auch dem Zuschauer überlassen?


    mh..., nach der Theorie kann ich ja jedes Stück hinter geschlossenem Vorhang spielen :yes:


    Zitat

    Was meine Überlegungen zur Frage "Intermezzo ja oder nein" angeht, fürchte ich, es wird so schnell kein Schluss kommen.


    Das macht nichts, ich habe Geduld :yes:. Dieses Intermezzo beginnt wenn Pentheus gerade anfängt sich der Welt der Bassariden sinnlich zu nähern, also wenn er beginnt davon infiziert zu sein. Nach der Spiegelszene verfällt er in Furcht, will unbedingt auf Kytheron. Er sagt ja hier: "Die Wahrheit! [wil ich sehen] Meine Abscheu / verlangt nach allem oder gar nichts: / Ich muß hingehn!"


    Giselher, hast Du die Aufführung in Hamburg denn gesehen? Davon wußte ich gar nichts, zu dem Zeitpunkt interessierten mich Opern allerdings noch lange nicht...


    Grüße
    Sophia

  • Hallo Sophia,


    ja, ich war einer der Glücklichen, die für eine der nur vier Vorstellungen (inkl. Premiere) Karten bekommen haben (mußte mich damals als Student gut 1 1/2 Stunden an der Kasse anstellen). Inszenieren sollte ursprünglich Willy Decker, aber der hatte abgesagt und in der Not fand man dann eine Nachwuchsregisseurin, die das Stück sehr ordentlich auf die Bühne gebracht hat. Das Programmheft muß ich irgendwo noch haben... Außerdem werde ich nochmal in Henzes Autobiographie nachlesen, was er über die Entstehungsgeschichte des Stückes schreibt. Ich weiß noch, daß er von Auden und Kallman regelrecht dazu gezwungen wurde, sich einmal eine "Götterdämmerung" anzusehen.


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo Sophia,


    Zitat

    Original von S.Kirch



    mh..., nach der Theorie kann ich ja jedes Stück hinter geschlossenem Vorhang spielen :yes:


    Nicht so wirklich: Die Frage stellt sich ja nur für diese Passage innerhalb dieses einen Stückes, nicht generell. Abgesehen davon ist es natürlich eine Frage und keine Theorie. Ich meine, die Frage stellt sich hier wirklich: Braucht es das Intermezzo zum Verständnis wirklich, oder kann es - wie Henze offenbar inzwischen votiert - ohne Abstriche wegbleiben. Mir scheint an der Stelle, wo es kommen müsste, kein Loch zu klaffen in Albrechts Aufnahme (außer, dass man im Umfeld irgendwo die CD wechseln muss mitten im 3.Satz ;) ).


    Zitat

    Was meine Überlegungen zur Frage "Intermezzo ja oder nein" angeht, fürchte ich, es wird so schnell kein Schluss kommen.


    Zitat

    Das macht nichts, ich habe Geduld :yes:.


    Oha, dann bitte ich um mindestens noch drei Jahre Geduld für diese Frage.... :rolleyes:


    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Ich versuche es einmal mit einer kleinen Einführung in die mitspielenden Personen dieser Oper und einer Wiedergabe der Handlung. Sonst wird alles noch unklarer und es lassen sich dabei evtl. schon Missverständnisse ausräumen. Teilweise weicht die Darstellung der Figuren von den Figuren in der (M)ythologie ab, das erwähne ich dann aber extra:
    Kadmos, Gründer von Theben, hat 3 Töchter: Agaue, Autonoe und Semele. Pentheus ist der Sohn von Agaue und Echion. Dionysos ist der Sohn von Semele und Zeus. Kadmos hat seine Herrschaft an seinen Enkel Pentheus abgegeben. Die Amme von Semele und Pentheus ist Beroe und der blinde Seher ist Teiresias. Nach der M sah Teiresias bei einer Wanderung im Gebirge zwei sich paarende Schlangen. "Als er sie stört und das weibliche Tier mit seinem Stock verwundet bzw. tötet, wird er in eine Frau verwandelt. Nach sieben Jahren wiederholt sich das Erlebnis, und T. erhält sein männliches Geschlecht zurück. Auf Grund dieser Erfahrungen wird er von Zeus und Hera zur Entscheidung einer Meinungsverschiedenheit herangezogen, und zwar in der Frage, ob Mann oder Weib in dier Liebe der größere Genuß zufalle. Als T. erklärt von 10 Anteilen am Liebesgenuß fielen 9 der Frau zu, blendet ihn Hera im Zorn. Zeus aber verleiht ihm zur Entschädigung die Sehergabe und die siebenfache Lebenszeit eines Menschen." (zit. nach Hunger "Lexikon der griech. und röm. Mythologie).
    Warum wird Hera wütend? Wehrt sie sich hier gegen die Einteilung in Verstand (Mann) und Gefühl (Frau)? Das erscheint mir doch zu banal. In der Oper geht es lt. dem Spielzeitheft der Kölner Oper "um den blutigen Konflikt zwischen Vernunft und Unvernunft, Askese und Sinnlichkeit". Ist das ein direkter Zusammenhang zwischen der mythologischen Figur des Teiresias und der Opernhandlung?


    1. Satz
    Kadmos hat seine Herrschaft über Theben an seinen Enkel Pentheus
    übertragen. Die Oper beginnt mit einem Lobgesang der Bürger von Theben auf ihren neuen König. Anschl. singen Stimmen hinter der Bühne und Bürger, daß der Gott Dionysos auf dem Berg Kytheron angekommen ist. Teiresias wird vom Tanz angelockt und sucht jemanden, der ihn auf den Berg führt. Er versucht Kadmos zu überreden mitzukommen, dieser zweifelt jedoch daß ein Gott angekommen ist und überlegt was das für ein Gott sein kann. Teiresias behauptet: "Dionysos ist da, er fordert Theben". Pentheus will diesen "falschen" Gott bekämpfen. Beroe gegenüber erzählt er in einem langen Monolog, wie er Dionysos sieht und ihn rufen hört:
    "Dionysos / ist nur ein Name / für das namenslose Nichts, / den Feind des Lichts. Wer hörte nicht / sein falsches Flüstern? "Komm! Komm! / Zu mir! Zu mir! [...]"" Weiter sagt er, daß er asketisch leben will, verzichten "auf Wein, auf Fleisch und der Frauen Bett, leben züchtig und rein".
    2. Satz
    Pentheus hat Angst. Sowohl davor, daß der Gott Dionysos ihm die Macht über sein Volk raubt als auch daß er selber nicht vor den Einflüssen des
    Dionysos und sich dem ausschweifenden Leben nicht entziehen kann. Er läßt diejenigen seines Volkes gefangennehmen, die sich nach Kytheron begeben. Darunter sind auch Agaue, Atuonoe und Teiresias, einige Bacchantinnen und ein Fremder. Das Volk soll gefoltert werden bis es preisgibt wo sich Dionysos aufhält. Pentheus befragt den Fremden (welcher der verkleidete Dionysos ist) und als er dessen Antworten nicht versteht gibt er Befehl ihn auch gefangen zu nehmen und zu foltern. Durch die Kraft des Dionysos "er blendete die Wärter" werden alle Gefangenen befreit. Pentheus will von dem Fremden erfahren, wie solch ein Fest auf Kytheron stattfindet. Darauf läßt Dionysos ihn in den Spiegel sehen.
    3. Satz
    Pentheus schwankt zwischen Abscheu und Lust nachdem er in den Spiegel geblickt hat. Er verlangt die "Wahrheit" und will das Fest auf Kytheron besuchen. Auf diesen Fest sind nur weibliche Gestalten (Hunger: "Die Anhänger des Dionysos sind des Gottes voll ("Enthusiasmos"!), sie treten aus ihrer alltäglichen Lebens- und Wesensart heraus ("Ekstasis"!) und folgen in begeistertem Rausche dem Schwarm des Gottes über die Berge und durch die Wälder. Die Bakchai (Mänaden, Thyiaden oder Bakchantinnen) - nur Frauen nehmen an diesem Treiben teil! - [...]")und um unerkannt zu bleiben sagt ihm Dionysos er soll sich als Frau verkleiden. Während Pentheus die Bühne verläßt tritt Beroe zu Dionysos und bittet ihn, Pentheus zu verschonen. Dionysos lehnt ab, wirft der Amme vor, daß sie seine Mutter Semele und ihn nicht vor Heras Rache schützen konnte. Auf dem Fest verrät eine Stimme den Mänaden daß ein Fremdling sich unter ihnen versteckt. Sie fangen ihn ein und Autonoe tötet im auf Geheiß der Mutter, die im Rausch ist, den eigenen Sohn.
    4. Satz
    Agaue tritt mit dem Kopf ihres Sohnes vor Kadmos. Sie ist noch im Rausch von dem Fest auf Kytheron und meint den Kopf eines jungen Löwen im Arm zu halten. Kadmos "weckt" sie und offenbart ihr, daß sie den Kopf ihres eigenen Sohnes in den Armen hält. Es beginnt ein Wehklagen über den Tod des Pentheus`. Dionysos tritt auf, verbannt Kadmos und dessen Töchter aus Theben und befiehlt die Vernichtung des Königspalastes. Er erklärt daß er nach Theben kam um Rache zu nehmen.
    "Ich kam nach Theben / um Rache.
    Rache nahm ich, / und ich geh.
    Nieder, Sklaven / kniet und betet an."
    Und das tun die Bassariden dann auch brav. Die "Stimme" die schon Pentheus auf dem Berg Kytheron verraten hat ruft Persephone, die Königen des dunklen Reiches an die Mutter Semele freizulassen.


    Bis hier sind schonmal alle Klarheiten beseitigt. Unklar ist mir z.B., woran und an wem Dionysos Rache nehmen will. Nur an Beroe weil sie seine Mutter mit ihm als Ungeborenen nicht vor Heras Zorn schützen konnte? Warum bestraft er dann nicht nur Beroe? Vielleicht will er auch das Menschengeschlecht bestrafen daß sich von ihm als Gott und dem ausschweifenden Lebensstil für den er steht distanziert und ihn vernichten will. Ob die Menschen, die auch nach Kytheron gehen (z.B. Agaue und Autonoe) nach dem Erwachen aus ihrem Rausch die Bassariden wieder verachten - so weit bin ich noch nicht.


    Inszeniert wird in Köln von Jasmin Solfaghari. Trotz der vielen Arbeiten die diese Regisseurin schon gemacht hat ist sie mir bis jetzt kein Begriff. http://www.solfaghari.com/


    Grüße
    Sophia

  • Hallo,


    ich habe nochmal in Henzes Autobiographie "Reiselieder mit böhmischen Quinten" nachgelesen, warum er das "Intermezzo" in der revidierten Fassung weggelassen hat. Hier die Passage (S. 530 f.):


    "In der Berliner Konzertaufführung (sc. die Albrecht-Aufnahme von 1986) war auf meinen Wunsch das Intermezzo weggelassen worden - das machte die Oper um zwanzig Minuten kürzer, und das Resultat: ein starkes Anziehen der dramatischen Spannung und die Möglichkeit ungetrübten Einblickes in Form und Gangart der Verführungsszene Dionysos-Pentheus, des großen zentralen Adagios, gab meinem etwas respektlosen Verhalten recht. Auch in den neuen Bühnenaufführungen entfällt nun das Intermezzo und wird durch eine Kurzszene ersetzt, die ich schon damals in den frühen sechziger Jahren in Castel Gandolfo bei der Urschrift im Sinn hatte, weil ich ja an die dramaturgische Notwendigkeit des Intermezzos (deren sich ja auch Wystan und Chester mit Recht keineswegs sicher waren) nie geglaubt und sie, ganz wie Wystan und Chester auch, eher für einen literarischen als einen theatralischen Trick gehalten habe, der überdies in seiner Gesprächigkeit und campness stark gegen die gemessene euripideische Direktheit der Handlung abfällt. Eine verzerrte, spiegelverkehrte Horrorvision von wenigen Sekunden Dauer, ein Bild, das des Pentheus verschreckte und lustfeindlich gefährdete Sexualvorstellungen wiedergibt wie auf Blitzlichtphotos, die Gründe für seinen Haß auf das Dionysische oder auf das, was er, Pentheus, sich darunter vorstellt - das ist es, was es hier an dieser Stelle braucht. Die Regisseure dürfen - nein: müssen sich dafür allerdings wirklich ganz heftige, schockierende Dinge einfallen lassen."


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo Giselher,


    danke für das ausführliche Zitat. Da liege ich ja anscheinend ganz falsch mit meiner Deutung, daß Pentheus nach dem Blick in den Spiegel selber vom dionysischen Fieber befallen ist...
    Vor einigen Tagen habe ich ein Libretto aufgetrieben, daß ausführliche Kommentare zum Geschehen hat (so eine Art Regieanweisungen, wer aus welcher Ecke auf die Bühne kommt usw.. Außerdem ist der Text des Intermezzos abgedruckt. Es dauert aber noch etwas bis ich zum lesen komme.


    Sophia

  • Hallo zusammen,


    ich kenne das Buch selbst noch nicht, bin gerade eher zufällig darüber gestolpert: Über Henzes Bassariden hat Wolfram Schottler 1992 veröffentlich, und zwar unter dem Titel: "Die Bassariden von Hans Werner Henze
    Zusatz der Weg eines Mythos von der antiken Tragödie zur modernen Oper ; eine Analyse von Stoff, Libretto und Musik".


    Möglicherweise ist das von Interesse, zur Qualität kann ich wie gesagt nichts sagen. Man müsste es sich wohl über eine Universitätsbibliothek ausleihen können....


    Beste Grüsse,


    C.

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • Der Server der Uni-Bibliothek in Köln ist zusammengestürzt und nur eingeschränkt verfügbar, ab morgen kann man angeblich wieder suchen. Danke schonmal für den Tip. Die Stadtbücherei hat gar nichts zu dem Thema und wie es aussieht brauche ich da ein dickes Buch das einiges erklärt ... :(


    Im Intermezzo geht es (hoffentlich) um folgendes. Es besteht aus 3 Szenen:


    1) Agaue, Autonoe, Teiresias und der Hauptmann treten in Kostümen der Bassariden auf. Die 2 Frauen ringen um die Gunst des Hauptmanns. Teiresias schlägt ein Spiel vor "Das Urteil der Kalliope", er selber spielt Kalliope.


    2) Der König Kinryas behauptet, seine Tochter Myrrha sei schöner als Venus. Myrrha und Venus streiten sich darüber. Venus rächt sich indem Myrrha ein wildes Verlangen nach dem Vater befällt und die Tochter mit dem Vater schläft. Dem daraus entstehenden Sohn Adonis ist Kinryas gleichzeitig Vater udn Großvater.
    Kinryas ist über die Schwangerschaft so wütend, daß er seine Tochter töten will. Myrrha fleht Venus um Hilfe an, diese verwandelt Myrrha in eine Myrte. Aus dem Stamm der Pflanze fällt der Sohn, Venus bringt ihn in die Unterwelt zu Proserpina wo das Kind zum Manne reifen soll. Proserpina beklagt sich daß ihr Gatte Pluto schon lange zu alt für die Liebe ist und hat Interesse an dem heranwachsenden Mann, sie lehrt ihn die Liebeskunst. Darauf entsteht dann ein Streit zwischen Venus und Proserpina wer wann ein Anrecht auf Adonis hat. Kalliope spricht das Urteil:
    "Beider Anspruch rechtens ist,
    so sei ihr Recht von gleicher Frist.
    Aber auch ein Sterblicher verlangt vom Lebens etwas mehr.
    Hat der Steinbock Schicksalsmacht,
    sei Venus Adonis zugedacht;
    ist die Zeit der Schlang da,
    bleib` Proserpina ihm nah;
    blüht im Löwen alles Sein,
    ist er frei und schläft allein."
    Adonis stirbt durch Mars in Gestalt eines Ebers.


    3) In der letzten kurzen Szene behaupten Agaue und Autonoe einen Teil des Hauptmanns zu besitzen, der Hauptmann ist ohne Hoffnung und Teiresias sieht keine Fluchtmöglichkeit für ihn.


    Sophia

  • Ich habe mal nachgefragt...:
    Das Opernhaus Amsterdam bringt die "Bassariden" (ML: Metzmacher, R: Stein) mit dem Intermezzo im 3. Akt. Das ist bestimmt auch besuchenswert :]


    Sophia

  • Das Buch von Schottler hat in Köln nur die Bibliothek der Musikhochschule. Leider ist es für mich nicht ausleihbar, so durfte ich den Wälzer nur in einer Blitzaktion entführen um das auf den ersten Blick interessanteste für mich zu kopieren. Ein Kapitel lautet: "Die Charaktere und ihre psychologische Verknüpfung" (Seite 98 - 132). Besonders interessant hier Passagen über Agaue/Pentheus und die Bassariden. Vielleicht reichen die hiermit abschließenden Einträge, um auf das Stück oder den Besuch einer Aufführung in Köln oder Amsterdam neugierig zu machen. Das wäre ja schon viel angesichts der Tatsache, daß es sich um ein Werk des 20. Jahrhunderts handelt. Ich ahnte (oder meinetwegen fürchtete) die Verknüpfung schon. Da es mir schwerfallen würde das in Worte zu fassen erlaube ich mir hier längere Passagen aus o.g. Kapitel zu zitieren:


    "Von diesem Moment an [Ende des 1. Aktes] befindet sich Agaue bis zum Erwachen im 4. Satz permanent außerhalb ihrer selbst in einem Trancezustand der ihr rauschhaft - einer Droge gleich - einen lange vermißten, aber ersehnten Glückszustand vorgaukelt. Nachdem sie sich anfangs als religöse Skeptikern gegenüber Dionysos gegeben hatte, verfällt sie hinterher umso exzessiver den Gott. Neben ihrer Rolle als "Königin" ist Agaue auch "Mutter". Wie sehen sie in dieser Rolle nur zweimal sehr kurz und angedeutet: 1. im 1. Satz, wenn sie der Regierungsverlautbarung des Pentheus, trotz des offiziellen Charakters der Situation, unangemessen privat und mütterlich beipflichtet, und wenn sie hinterher sein Verhalten beurteilt und erstaunt über den männlichen Gestus des Sohnes ist, sowie 2. am Ende der Oper, wenn sie vor dem Leichnam des Sohnes das Scheitern ihrer Mutterschaft erkennt. Pentheus kommt im 1. Satz offensichtlich nicht aus dem Dunstkreis der ihn kritische wie einen kleinen Schüler beobachtenden Mutter heraus. Ihr Lob seiner Regierungserklärung ist für ihn die wichtigste (und in der Oper auch einzige!) Profilierung als Mann und König. [Pentheus Verbote des Dionysos-Kultus kommentiert Agaue mit den Worten
    "Wunderbar! Einfach und richtig!
    König und Sohn, ich bin stolz.
    ...
    Wie froh ich doch bin: mein Sohn
    ist nicht so blutlos wie ich gedacht."]
    Bereits im 2. Satz scheitert er an der Trance der Mutter, was ihn offensichtlich seelisch mehr belastet, wie zu Anfang des Intermezzos deutlich wird, wo er ihren Spott über sein Verhalten schmerzlich empfindet. Er ist abhängig von ihrem Urteil als Mutter und gleichzeitig erblickt er in ihr die Frau als Ausdruck seiner sexuellen Unausgegorenheit. Er wird deshalb weder mit seiner Abhängigkeit von ihren Urteilen fertig, noch mit seinen auf sie projizierten erotischen Komplexen. Es ist anzunehmen, daß dieses Verhältnis darauf beruht, daß Pentheus als einziger Sohn und Thronerbe vermutlich eine materiell sehr saturierte Erziehung genossen hat und verhältnismäßig abgeschieden als "königlicher Außenseiter" erzogen wurde. Das ihn umgebende Palastleben war geprägt von materieller Veräußerlichung und von dem Fehlen familiärer Liebe. Außer mit Gefühlen scheint Pentheus offensichtlich bis zur Unselbständigkeit mit allem überreich ausgestattet zu sein. Die elementare Mutterpflicht wurde vermutlich nur von Ammen, wie Beroe, übernommen, während Agaue das schöne Leben und den Luxus des Palastes genoß. Pentheus ist daher immer mit sich allein gelassen gewesen. Der Inhalt seiner im Drama formulierten Gedanken verrät einen Einzelgänger, ja sogar Eigenbrötler. Sein Verhalten weist deshalb in der Dramenhandlung zwar Herrschaft und Gewaltbereitschaft auf, aber er
    erscheint unsicher und nicht gesellschaftlich konfliktfähig im normal psychologischen Sinne. Seine Aggressionen sind gewissermaßen unbewußt fehlgesteuert - z.B. gegen sich selbst, indem er sich zur Askese und Keuschheit verdammt [diese Askese will Pentheus auf sein Volk ausdehnen und verbietet damit die Anhängerschaft an Dionysos], oder wenn er gegen allen Rat und alle Widerstände mit Gewalt in sein Verderben drängt. Da weiterhin aber das Sexualverhalten mit dem Aggressionsverhalten in Zusammenhang steht, gibt es diesbüzglich auch eine psychologische Verbindung zwischen dem politischen Verhalten des Pentheus und seiner sexuellen Unausgegorenheiten und Abnormität (z.B. seine leicht transvestitische Freude und Eitelkeit am Kleidertausch im 3. Satz oder seine bedingt sublimierte Mutterbezogenheit). In einem Gespräch mit Horst Goerges, das den Titel "Tiefenpsychologie in der Musik" trägt, bringt Henze die gesamte Fabel des Stoffes sogar auf die Formel, bei dem Stoff handle es sich "um den Themenkomplex Mutter-Sohn, auf dem Hintergrund des Religiösen, der Darstellung eines religiösen Machtkampfes." Damit stellt Henze den Mutter-Sohn-Komplex in den Mittelpunkt des Dramengeschehens."


    Weiter analysiert Schottler eine latente homoerotische Neigung des Pentheus. Er scheint fasziniert von der Gestalt des Dionysos, was z.B. deutlich werden kann durch die gehemmte, abgehakte Sprache, dann nimmt er ihn zuerst einmal von den Folterungen der Gefangenen aus. Als ihm dann dessen Antworten nicht klar werden befiehlt er auch dessen Folterung und will sich so gegen die eigene Zuneigung zu dem Unbekannten wehren, die er sich als Schwäche auslegt. Die Verkleidung des Pentheus als Frau (er schlüpft in ein Kleid seiner Mutter!) verspricht ihm kurzfristig incognito aufzutreten, gleichzeitig stellt es seine Neigung dar und das kann für ihn eine innere Befreiung sein.


    Was Schottler zu den Bassariden sagt, haut mich dann doch aus den Latschen.... Der erste Absatz betrifft erstmal Dionysos:
    "Er, dem Mythos zufolge der Gott, ist der Befreier des Individuums aus alltäglichen oder staatlichen Zwängen und der Löser von Schranken jeglicher moralischer, sexueller, konventioneller, traditioneller, gesellschaftlicher Art. Dionysos ist der Verkünder von Sinnlichkeit und unbedingtem, irdischem Genuß, aber ist auch die inkarnierte Opposition, die Hoffnung eines jeden einzelnen auf individuelle Befreiung seines Ichs in psychologischer, moralischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Er stellt damit das Prinzip des Gegensatzes zur Welt des Pentheus dar. [Und dann heißt es über die Bassariden: ] Die Bassariden feiern hier ihren von Dionysos angestifteten Sieg über den König. Interessant erscheint dabei die Überlegung, daß Dionysos selbst am Kytheron gar nicht aktiv, sondern nur als Anstifter und ideologischer Führer mitgewirkt hat. Sie sind die eigentlichen Revolutionäre, die das Joch der Königsherrschaft abschütteln. Dionysos ist nur der Katalysator und Auslöser ihrer sich entladenden Wut. Er nimmt selbst gar nicht an der Revolution teil. Das Ende zeigt immerhin den Gott als angepaßten und etablierten Gesellschaftsgecken mit Krawatte und Monokel, der sich von der Masse anbeten läßt und willenlosen Gehorsam fordert. Der neue Usurpator ersetzt bruchlos den alten autoritären Herrscher, und das Volk akzeptiert ihn scheinbar mit der gleichen Beteiligungslosidkeit. [Die Oper beginnt mit einem Huldigungschor des Volkes an Pentheus, Pentheus ist in dieser Szene jedoch gar nicht anwesend.] Die Selbstbefreiung der Masse im Kult war demnach nur ein Selbstbetrug, ein kurzes Intermezzo der Raserei dem Ausspriuch folgend: der König ist tot, es lebe der König. Eine zentrale engagierte Aussage der Bassariden könnte also in der These einer ernüchternden Gesellschaftsparabel liegen, daß die eine Gewaltherrschaft die andere ersetzt und das zunächst revolutionierende Volk schließlich beiden akklamiert. Letztlich hätte der Gott keinerlei Macht, wenn er sich nicht seiner Anhänger versichern könnte. Darin liegt ein wesentlicher Aspekt der kritischen Parabelwirkung des Werkes auf Themen der Massenbeinflussung, Massenpsychose, der Massenphrenesie und verschiedener anderer kollektiver politischer Abläufe. Offensichtlich konnte in dem Konflikt zwischen Pentheus und Dionysos nur der gewinnen, der sich - mit welchem Mittel auch immer- der Unterstützzung durch die Volksstimme bemächtigen konnte: dies war Dionysos."


    Soweit mal. Was die Aufnahmen betrifft gibt es einiges zu bemängeln. Die Aufnahme unter Dohnanyi enthält kein Libretto, die Aufführung ist in deutscher Sprache incl. des Intermezzos. Dieses Intermezzo, über dass ich spekulierte, daß es wie "alte Musik" klingt, hört sich eher an wie asiatische Musik (jedenfalls wie ich sie mir vorstelle...) Die Aufnahme unter Albrecht enthält das Libretto in englischer und deutscher Sprache, allerdings gekürzt. Es fehlt das Intermezzo und der Text des "Todes-Adagio" (Zitat von Schottler) des Pentheus am Ende des 3. Satzes kurz vor seiner Ermordung. Ein hoffentlich vollständiges Libretto gibt es in der Stadtbücherei im Verlag von Schott`s Söhne, Mainz. Es ist in deutscher Sprache und enthält dazu Unmengen von Regieanweisungen und Kommentaren. Anhand dieser Kommentare und vor allem auch Personenbeschreibungen analysiert Schottler wesentlich die Figuren. Libretto und Regieanweisungen waren lt. Schottler fertig, als Henze mit der Komposition begann.


    Der Musik läßt sich schwer entziehen. Dies gilt einmal wegen des Gegensatzes der harten, kalten Musik der Herrschers Pentheus und der sinnlich (summenden) Musik der Bassariden, die auch einen Großteil der Handlung im Hintergrund musikalisch bestreiten. In die Albrecht Aufnahme ist schwer in Abschnitte "hereinzuhören". Die 2 CD`s haben 4 Tracks, und diese sind ärgerlicherweise nicht in die 4 Sätze unterteilt sondern mittendrin geschnitten. Trotzdem gefällt mir die Albrecht-Aufnahme besser: gesungen wird in englischer Sprache was sich m.E. besser an die Musik schmiegt. Bei Dohnanyi liegt die Stimme immer über dem Orchester und steht damit überproportional im Vordergrund. Damit, und der deutschen Sprache, finde ich die Aufnahme wenig geglückt. Die Musik klingt insgesamt wesentlich kälter. Wer trotzdem Lust hat, mal hineinzuhören, dem empfehle ich wider alle Vernunft den 3. Satz. Die Szene auf Kytheron und der letzte Gesang des Pentheus.


    Viel Vergnügen :hello: und Grüße
    Sophia

  • Gestern abend wurde in der Kölner Oper (bei einer Probe zu den "Bassarids" :D) bekanntgegeben, daß die Programmhefte zukünftig möglichst bereits vor der Premiere erscheinen und zu erwerben sein sollen. Als Begründung wurde angegeben, daß es gerade bei unbekannten Stücken wichtig sei, daß die Leute sich vorher informieren können. Jedenfalls ist das Programm der Bassariden nun auch da und scheint auf den 1. Eindruck lesenswert.


    Sophia

  • Einige Eindrücke der Aufführung (gestern war Premiere und ich saß im Publikum) parke ich noch hier in den Thread:


    Der vordere Teil der Bühne kann der Welt des Pentheus zugeordnet werden. 3 hintereinander stehende griechische Marmorbögen, in kaltes blaues Licht getaucht. Blau/grau auch sein Sträflingsanzug und die Kostüme
    seiner Schlägertruppe, die aus 12 Klonen besteht. Lange schwarze Haare, zum Zopf gebunden, singt er im Stück immer wieder "ich bin Pentheus, der König von Theben" und steht doch wie ein irrsinnig nervöser, geknickter Mann auf der Bühne, der hilflos mit rudernden Armen vor Dionysos steht. Während seines Zwiegespräches mit Beroe "dir kann ich`s ja sagen, ich will jeder Lust entsagen" hat er genau vor diesem Ausspruch noch schnell Sex mit ihr, jedenfalls ist das so angedeutet. (Die Amme als Mutterersatz...(?)) Während der Spiegelszene tauchen im hinteren Bühnenteil hinter Gaze Vorhängen Schauspiele auf. Wenn`s richtig zu erkennen war, sind das orgiastische Szenen mit Agaue. Pentheus, in diesem Schauspiel dargestellt als Kind mit der "mama mama" Puppe an der Hand, steht als Beobachter daneben. Die Szenen bleiben aber im unentschiedenen, unverbindlichen, ungefähren, daß man nicht weiß, ob das vielleicht nur Spinnerei ist.


    Im hinteren Teil eine spitze, nach oben zulaufende Fläche. Der Teil der Bühne ist in grünes Licht getaucht, das steht für Dionysos (der einen langen weiten grünen Mantel trägt (warum der wiederum nur bis zu den Knien geht und unten eine Jeans rausguckt weiß man nicht), die Mänaden die grüne Fetzenklamotten tragen und auf Kytheron stehen. Sonst wirken Dionysos und Pentheus eher wie 2 nette Verwandte die sich nichts weiter bedeuten. Warum Dionysos den Pentheus umbringen will ging aus der Aufführung jedenfalls nicht hervor.


    Kadmos geht als seriöser älterer Herr im grauen Zweireiher am Stock, Teiresias bewegt sich in rosa Jeans, Jeansjacke und schwarzem Fächer fast tuntenhaft. Interessant die beiden Frauen Agaue und Autonoe, beide im ersten Bild gekleidet so à la 50er Jahre. Ein bißchen Lady wie Jackie Kennedy und das mit weiten Reifröcken wie zu Zeiten des Rock`n Roll. Nach der Ansteckung von der dionysischen Welt torkeln sie
    auch in grünen Mänadenkleidern über die Bühne.


    Der Chor ist zu Beginn bei der Götzenanbetung zu Pentheus in weißer Einheitskleidung mit Kapuzen, am Ende bei der Anbetung des neuen Herrschers ebenso. Individuen: Fehlanzeige.


    Insgesamt fand ich die Aufführung unglücklich. Es wirkte so unverbindlich nett, `ich will nix falsch machen und dann wird auch nichts richtig?`: einfach langweilig. Der Konflikt des Menschen zwischen Verstand und Eros, das blinde Folgen der Masse zu dem neuen Herrscher, wurde m.E. nicht deutlich. So blieb auch der Schlußapplaus kurz und höflich. Stenz wurde vom Publikum mit Lorbeeren überschüttet, aber das ist eigentlich immer so beim ihm :yes: :]


    Von den Sängern war Dalia Schaechter als Agaue mit Abstand die Beste in der Riege. Ob der Platz akustisch so schlecht war oder woran es lag, die anderen Sänger habe ich kaum durch das Orchester gehört. Stenz war sicher gut, vor allem in den Dionysos Passagen wenn das so entrückt wird (ich meine allerdings auch da Götterdämmerung gehört zu haben - vielleicht übt er schon ;)). Die Nachtkritik im Deutschlandradio und ein Bericht auf WDR3 heute vormittag von Frieder Reininghaus bezeichneten ihn beide als absoluten Henze-Spezialisten und lobten die gelungene symphonische Interpretation von Stenz. Wegen der musikalsichen Seite werde ich die Aufführung auch noch einmal besuchen und mir einen anderen Platz suchen. Schade, daß das szenisch so eine vertane Chance ist. Die Kölner Oper hat so ein unbekanntes und engagiertes Programm für die eröffnete Spielzeit aufgelegt, man kann nur wünschen daß sich sie entsprechend Zuspruch finden.


    Im Kölner Stadt-Anzeiger gab die Regisseurin Jasmin Solfaghari am Mittwoch noch ein Interview zu dem Stück:
    http://www.ksta.de/html/artikel/1125645174010.shtml

  • Da ich morgen die Münchner Neuproduktion der "Bassariden" hören und sehen werde (Premiere war am Montag), habe ich mir die beiden verfügbaren Aufnahmen in den letzten Tagen nochmal angehört:





    Das ist der Mitschnitt der Salzburger Uraufführung von 1966 in folgender Besetzung:


    Pentheus: Kostas Paskalis
    Dionysos: Loren Driscoll
    Agaue: Kerstin Meyer
    Autonoe: Ingeborg Hallstein
    Beroe: Vera Little
    Kadmos: Peter Lagger
    Teiresias: Helmut Melchert
    Hauptmann: William Dooley


    Wiener Philharmoniker
    Chor der Wiener Staatsoper
    Leitung: Christoph von Dohnányi


    Allenfalls als Alternative empfehlenswert, zum Kennenlernen der Oper kaum geeignet. Das liegt vor allem an der technischen Qualität des monauralen Mitschnitts - die ist zwar prinzipiell ok, kann dem Werk aber nicht gerecht werden: Der Stimmen- und Klangfarbenreichtum der Partitur findet nicht statt. Orchester und Chor sind eigentlich entscheidende Protagonisten, klingen aber hier recht topfig und undifferenziert aus dem Hintergrund, während die Singstimmen noch unnatürlicher als sonst in den Vordergrund gerückt sind. Nicht unbedingt zu ihrem Vorteil: Ich finde die Besetzung eher mittelprächtig, durchaus solide, aber ohne besondere Glanzpunkte. Allzu häufig werden die vorgeschriebenen Noten in Tonhöhe und Rhythmus nicht besonders sorgfältig ausgeführt und durch stellenweise ungenauen Sprechgesang ersetzt. Positiv ist dem Mitschnitt seine theatralische Lebendigkeit anzurechnen (zu der natürlich auch Bühnengeräusche etc. gehören). Soweit man das beurteilen kann, lässt sich über Orchester und Chor nur Gutes sagen - von Dohnányis Dirigat wirkt stellenweise theatralischer und dionysischer als dasjenige von Gerd Albrecht in der Konkurrenzaufnahme.


    Gesungen wird die deutsche Übersetzung der Oper, die das englische Original stellenweise in eine etwas antiquierte Librettosprache übersetzt, aber mich insgesamt nicht stört. Großes Plus, wie bereits weiter oben ausführlich diskutiert: das Intermezzo im dritten Satz ist hier dabei.


    Kein Libretto im Beiheft, nur eine Inhaltsangabe mit Trackziffern sowie einige Fotos von der Salzburger Aufführung.






    Die im englischen Original gesungene Berliner Aufnahme entstand 1986 im Rahmen von konzertanten Aufführungen.


    Pentheus: Andreas Schmidt
    Dionysos: Kenneth Riegel
    Agaue: Karan Armstrong
    Autonoe: Celina Lindsley
    Beroe: Ortrun Wenkel
    Kadmos: Michael Burt
    Teiresias: Robert Tear
    Hauptmann: William B. Murray


    Radio-Symphonie-Orchester Berlin
    RIAS-Kammerchor, Südfunkchor
    Leitung: Gerd Albrecht


    Das ist unzweifelhaft eine gute Aufnahme. Der Reichtum des Orchestersatzes und der Chöre wird ausgezeichnet vermittelt, die Sänger sind durchweg rollendeckend bis gut, die Aufnahmetechnik stimmt. Einzige Einschränkung: ich finde alles ein wenig pedantisch exekutiert, der theatralischen Wucht des Werkes wird Albrecht nur eingeschränkt gerecht. Trotzdem mangels weiterer Einspielungen die empfehlenswerte Aufnahme, die allerdings nicht mehr ganz einfach erhältlich ist.


    Zwei Beihefte, eines mit Erläuterungen, eines mit dem englischen Libretto und der deutschen Übersetzung. Ärgerlich: ein Großteil der Regieanweisungen wurde einfach weggelassen, ein kleiner Teil des Librettos ist anscheinend ebenso unter den Schneidetisch gefallen. Die CDs haben nur sehr wenige und an absonderlichen Stellen einsetzende Tracks. Fassung ohne Intermezzo!



    Viele Grüße


    Bernd