"Da capo" - Der Fragebogen des August Everding

  • Dass jede Sendung mit Inge Borkh das Fluidum des Besonderen erhält liegt an ihrer großartigen, universell gebildeten Persönlichkeit. Eine charismatische Faszination, die bei der weit über 90 jährigen "Grand Old Lady" auch heute noch ganz spontan wirkt und bezaubert.
    Bei Hans Hopf ist es nach meinen Erlebnissen mit ihm eine fast schizophrene Tragik: Privat ein natürlicher, herzlicher, ganz direkt formulierender, gutmütiger, treuer, zuverlässiger Kumpel mit "gesunden" Ansichten. Sobald jedoch Publikum in irgendeiner Form anwesend war, er auf der Bühne oder in der Öffenlichkeit stand, war er das, was man schnoddrig als das "Tenorschloch" bezeichnet. Nur noch im Spiel einer Rolle voll Unechtheit und Überheblichkeit.
    Mir bleibt der "Hansl" zum einen durch seine enormen stimmlichen Qualitäten aber auch als Mensch sehr positv in Erinnerung. Kaum ein anderer Kollege hat während der langen Krankheitszeit so viel und intensiven Kontakt mit Gottlob Frick gehalten, wie der als "dümmlich-arrogant " verschriene Hans Hopf.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Wenig wurde bisher auf den Gastgeber selbst eingegangen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber Everding schien mir hier perfekt zu passen. Eine sympathische, charismatische Persönlichkeit, so richtig ein alternder, leicht skuriler Professor. Die angenehme Stimme mag entscheidend dazu beigetragen haben. Ja, man mag einwenden, dass er manchmal ein wenig zuviel intervenierte, aber welche Moderationskunst das doch noch war im Vergleich zu dem, was uns heute so geboten wird (ohne hier Namen zu nennen). Auch hatte man immer das Gefühl, dass er sich in dem Metier wirklich auskennt. In Oberflächlichkeiten drohte es nie abzudriften, wenngleich persönliche Anekdoten der berühmten Sängerinnen und Sänger natürlich aus heutiger Sicht spannend sind.


    August Everding (* 31. Oktober 1928 in Bottrop; † 26. Januar 1999 in München) war ein deutscher Regisseur, Manager, Kulturpolitiker und Intendant.
    Studierte Philosophie, Theaterwissenschaften, Germanistik und Theologie in Bonn und München; begann als Assistent von Hans Schweikart und Fritz Kortner an den Münchner Kammerspielen, wo er 1959 Oberspielleiter, 1963 Intendant und 1969 Schauspieldirektor wurde. Ab 1965 wandte er sich verstärkt der Opernregie zu (La Traviata in München). Seit 1971 regelmäßig an der New Yorker Metropolitan Opera. 1973 wurde er als Nachfolger Liebermanns Intendant der Hamburger Staatsoper, 1977–82 als Nachfolger Rennerts Intendant am Münchner Nationaltheater. 1983–93 war er Generalintendant der Bayer. Staatstheater, wozu das Residenztheater, das Theater am Gärtnerplatz und die Staatsoper gehören.
    August Everding galt als eine der kulturpolitisch einflussreichen Theaterpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und als Workaholic. Er hatte in Münchener Theaterkreisen die Spitznamen „Cleverding“ und „Everything“, die selbstredend sind.
    In den Medien warb er als versierter Redner und Diskussionspartner für die Sache der Kultur („Kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit!“) und erlangte einen hohen Bekanntheitsgrad.
    Ein Krebsleiden, das seine letzten Jahre überschattete, hielt er vor der Öffentlichkeit geheim. Noch wenige Tage vor seinem Tod trat er bei einem Podiumsgespräch im Prinzregententheater auf.
    Er wurde in seiner Wahlheimat Truchtlaching im Chiemgau beigesetzt.
    Heute hätte er seinen 85. Geburtstag feiern können.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Wenig wurde bisher auf den Gastgeber selbst eingegangen.


    August Everding (* 31. Oktober 1928 in Bottrop; † 26. Januar 1999 in München) war ein deutscher Regisseur, Manager, Kulturpolitiker und Intendant. Er war einer der wichtigsten Opern- und Theaterregisseure in Deutschland. August Everding starb am 26. Januar 1999, heute vor 15 Jahren.


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • "Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden."

    Franz Schubert


  • Ganz herzlichen Dank, lieber Harald Kral, genau nach einer solchen Auflistung der Sendungen "da capo" mit August Everding habe ich gerade gesucht bzw. Google befragt - und bin bei Euch fündig geworden. Hier ist wirklich die Musikprominenz vertreten.


    Ich freue mich sehr über die "da capo" Liste, weil ich in Abständen immer mal wieder eine Sendung aufrufe.


    Liebe Grüße an Dich, lieber Harald Kral - und an alle Musikliebhaber hier.

    Helga

    "Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden."

    Franz Schubert


  • Liebe Helga,


    erst einmal herzlich willkommen hier! Harald Kral ist leider schon vor Jahren verstorben - wie auch Dr. Bechyna z.B., der hier rege mitgewirkt hat und mit dem ich einen sehr netten Kontakt hatte! :hello:


    Einen schönen Wochenbeginn wünschend

    Holger

  • Dieses Buch, in dem ebenfalls alle da-capo-Sendungen mit den Terminen der Erstausstrahlung gelistet sind, findet sich antiquarisch vielfach im Netz:


    Da-capo-der-Fragebogen-des-August-Everding-internationale-Opernstars-im-Gespr%C3%A4ch-hrsg-von-Engelbert.jpg

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Holger,


    erst heute lese ich Deine Nachricht und das herzliche Willkommen von Dir. Ganz herzlichen Dank dafür.

    Es ist wirklich traurig, dass dieser überaus ambitionierter Musikfreund hier nicht mehr anwesend sein kann.

    Wenn Ihr regen Kontakt miteinander hattet, dann war es für Dich leider auch ein einschneidendes Ereignis, nicht wahr?


    Nochmals DANKE und alles Liebe für Dich!

    Herzliche Grüße -

    Helga :hello:

    "Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden."

    Franz Schubert


  • Liebe Helga,


    herzlichen Dank für Deine sehr nette Nachricht, die mich sehr gefreut hat! :) Mit Dr. Bechyna war ich nun nicht so eng befreundet, es war eher eine intensivere Bekanntschaft. Er meldete sich in regelmäßigen Abständen mit dann längeren Telefonaten. Dann hat er länger nichts mehr von sich hören lassen. Aber so eine Nachricht, wenn sie dann kommt, ist einfach bestürzend! Zuletzt, vor einem halben Jahr, verstarb mein Onkel in Holland mit 86 Jahren, weil er sich - tragisch - im Krankenhaus mit Corona infiziert hatte. Wenn Menschen, mit denen man seit der Jugend eng verbunden ist, so einfach weggehen, ist das wirklich einschneidend. Je älter man wird, desto ärmer wird die Welt um einen herum! Wenn man jünger ist, wird einem das einfach nicht so bewusst! :hello:


    Liebe Grüße aus Münster

    Holger

  • Lieber Holger,


    nochmals ganz herzlichen Dank für Deine Antwort.

    Mit Dr. Bechyna war ich nun nicht so eng befreundet, es war eher eine intensivere Bekanntschaft. Er meldete sich in regelmäßigen Abständen mit dann längeren Telefonaten. Dann hat er länger nichts mehr von sich hören lassen. Aber so eine Nachricht, wenn sie dann kommt, ist einfach bestürzend! Zuletzt, vor einem halben Jahr, verstarb mein Onkel in Holland mit 86 Jahren, weil er sich - tragisch - im Krankenhaus mit Corona infiziert hatte. Wenn Menschen, mit denen man seit der Jugend eng verbunden ist, so einfach weggehen, ist das wirklich einschneidend. Je älter man wird, desto ärmer wird die Welt um einen herum!

    Das hast Du ganz treffend auf den Punkt gebracht. Gerade bei uns sind vor kurzem 2 nahestehende Verwandte für immer gegangen. Das sind so einschneidende und traurige Erlebnisse.

    Leider ist es in der Tat auch so, dass durch die Verluste mit der Zeit die Welt um uns ärmer wird. Und ja, das konnte man sich früher nicht so vorstellen.


    Aber nochmals lieben Dank und herzliche Grüße an Dich, lieber Holger - und alle Tamino Klassikfans -

    Helga :hello:

    "Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden."

    Franz Schubert


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