Nicht nur Pedrillo: Uwe Peper


  • Er feiert heute seinen 75. Geburtstag:


    Peper, Uwe, Tenor, * 20.5.1939 Hamburg
    Er war Schüler der Gesangpädagogen A. Reichel in Aschersleben und Meinel-Asbahr in Leipzig.
    1966 debütierte er als Solist auf der Bühne des Volkstheaters von Halberstadt als Pedrillo in Mozarts »Entführung aus dem Serail«.
    Bis 1969 blieb er in Halberstadt und folgte dann einem Ruf an die Berliner Komische Oper.
    Hier hatte er unter dem berühmten Intendanten und Regisseur Walter Felsenstein große Erfolge im Buffo- und Charakterfach: als Pedrillo, als Monostatos in der »Zauberflöte«, als Jacquino in »Fidelio«, als Wenzel in der »Verkauften Braut« von Smetana, als Titelheld in »Abu Hassan« von Weber und in vielen anderen ähnlichen Aufgaben.

    (Quelle: Großes Sängerlexikon, S. 18874)


    Alles Gute zum Geburtstag! :jubel:


    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Zunächst einmal herzlichen Dank für diesen längst überfällig Thread zum wunderbaren deutschen Tenor-Buffo Uwe Peper! :)


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    und folgte dann einem Ruf an die Berliner Komische Oper.
    Hier hatte er unter dem berühmten Intendanten und Regisseur Walter Felsenstein große Erfolge im Buffo- und Charakterfach: als Pedrillo, als Monostatos in der »Zauberflöte«, als Jacquino in »Fidelio«, als Wenzel in der »Verkauften Braut« von Smetana, als Titelheld in »Abu Hassan« von Weber und in vielen anderen ähnlichen Aufgaben.


    Ach, diese Lexika! :cursing: Das liest sich, als hätte Peper an der Komischen Oper Berlin Monostatos, Jaquino und Abu Hassan gesungen. All das lief zu Pepers Zeit an der Komischen Oper Berlin gar nicht... :no:


    Uwe Peper kam 1969 an die Komische Oper Berlin, gemeinsam mit Günter Neumann, Barbara Sternberger, Hans-Martin-Nau und Siegfried Lorenz, alle von Felsenstein engagiert. Zu seinen ersten Rollen zählten ein Kellner in "Hoffmanns Erzählungen", Mingo in "Porgy und Bess" (eine Inszenierung von Götz Friedrich, der ihn später an die Deutsche Oper Berlin holte), Magister Spinelloccio in "Gianni Schicchi", Mothel in "Der Fiedler auf dem Dach", Remendado in "Carmen" (alle nach der Quelle: Jahrbuch der Komischen Oper Berlin 1972) und der Diener Amelias im "Maskenball".



    Felsensteins Nachfolger Joachim Herz besetzte Uwe Peper in der männlichen Hauptrolle des Lustigen Musikanten in der Uraufführung von Georg Katzers gesellschaftkritischer Oper "Das Land Bum-Bum" (1979, lief sogar im DDR-Fernsehen).



    Sein Durchbruch an der Komischen Oper Berlin kam dann Anfang der Achtziger Jahre am Beginn der Ära Harry Kupfer: In dessen Eröffnungsinszenierung "Die Meistersinger von Nürnberg" sang Peper 1981 seinen ersten David neben Siegfried Vogels erstem Sachs.





    1982 folgte Pedrillo in Kupfers "Entführung" (also mitnichten mit Felsenstein), 1983 der Missail in "Boris Godunow".



    Dann verlieren sich seine Spuren an der Komischen Oper Berlin und finden sich stattdessen im Westen wieder... 1984 oder 1985 muss er die DDR verlassen haben.


    1992 wirkte er als Solist bei der Uraufführung der Oper "Desdemona und ihre Schwestern" von Siegfried Matthus mit - eine Koproduktion zwischen den Schwetzinger Festspielen, der Komischen Oper Berlin und der Deutschen Oper Berlin.


    Zu DDR-Zeiten sang er den Pedrillo freilich auch in Dresden (auch schon mit Kupfer):



    Pedrillo auch als Gast an der Staatsoper Berlin.


    In den Neunziger Jahren war er Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. Dort erlebte ich ihn u.a. als Monostatos, Jaquino, Peter Iwanow, Steuermann im "Fliegenden Holländer", David, "Rheingold"-Mime und Narren in "Boris Godunow". Laut Auskunft eines Bekannten verließ er das Ensemble am 1.1.2003 aus Altersgründen.


    Davor war er auch ein international gefragter Gast, v.a. als Pedrillo, Monostatos und David. 1994 erlebte ich ihn als David in zwei "Meistersinger"-Aufführungen in Dresden (neben Helen Donath als Eva, Ekkehard Wlaschiha als Sachs, Klaus König als Stolzing, Eike Wilm Schulte als Beckmesser, Siegfried Vogel als Pogner und Hans-Joachim Ketelsen als Kothner, eine damalige Bekannte von mir hat eine dritte Aufführung in dieser Besetzung, der ich selbst nicht beiwohnte, mit einem Diktiergerät!!! mitgeschnitten - ich habe aus Angst vor der nicht vorhandenen technischen Qualität seit Jahren nicht gewagt, da reinzuhören...).


    Natürlich gratuliere ich ihm ganz herzlich zu seinem heutigen Geburtstag.


    Ich habe Uwe Peper in den Neunziger Jahren häufig an der Deutschen Oper Berlin erleben dürfen und ihn stets sehr geschätzt. Dass er plötzlich verschwunden war, weil schon so alt, wollte ich kaum glauben, er wirkte auf der Bühne immer unglaublich frisch und jugendlich, viel jugendlicher als sein Ensemble- und Fach-Kollege an der DOB, der deutlich jüngere Peter Maus...


    Also nochmal: Herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag und vielen Dank für viele tolle Opern-Abende! :) :hello: :yes: :jubel: :hail:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Hier kann man seinen David in den "Meistersingern" hören und sehen, wenn auch als Mittfünfziger, 1995, und damit nicht mehr ganz so frisch wie 1981:






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  • Von mir auch herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag. Ich habe ihn auch an der DOB als sehr guten Steuermann im "Fliegenden Holländer" erlebt.


    :hello:


    Jolanthe


  • Hallo Stimmenliebhaber, 8-)
    wie wäre es, wenn Du die Sängerthreads eröffnen würdest, da Du ja alles besser weißt.
    Da könnte ich mir die Recherchen ersparen....


    Was soll diese Reaktion? Wir sollten alle froh sein, wenn fehlerhafte Quellen korrigiert werden...




    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • wie wäre es, wenn Du die Sängerthreads eröffnen würdest, da Du ja alles besser weißt.

    Wenn das so schlimm für dich ist, dass ich mich an den von dir eröffneten Kommentaren mit dem, was ich beisteuern kann, beteilige, muss ich das ja nicht mehr tun... :wacko:


    Fakt ist, dass in der von dir zitierten Quelle viel Blödsinn stand, und ich habe mir erlaubt darauf hinzuweisen...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Heute hat mich ein Freund angerufen, der gestern Kammersänger Uwe Peper angerufen hat, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren. Er hat sich sehr gefreut, leider geht es ihm nicht übermäßig gut...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Willi hat heute in seiner Rubrik an den 80. Geburtstag von Uwe Peper erinnert. Dieser (in jeder Hinsicht) "runde" Geburtstag ist ein sehr trauriger, weil es sein erster postumer Geburtstag ist.


    Ich habe Uwe Peper immer sehr geschätzt, habe ihn noch häufig an der Deutschen Oper Berlin (ob als Jaquino, Peter Iwanow, Steuermann, David, "Rheingold"-Mime oder Gottesnarr in "Boris Godunow") und zudem auch noch 2x als David in Dresden erlebt.


    Ihm zu Ehren werde ich mir heute Abend, also jetzt, seinen Pedrillo in der Fernsehaufzeichnung der Staatsoper Dresden von Ende der 1970er Jahre (Inszenierung: Harry Kupfer) ansehen - und zwar auf meinem neuen Beamer. :)



    :hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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