Sängerische Ehrentagschronik

  • Ich möchte zuallererst den Bariton Georg Ots nennen, der heute 100 Jahre alt werden würde.

    Der estnische Sänger hat die Würdigung nicht nur verdient, weil sein 100. Geburtstag zu feiern ist. Er hatte ganz sicher auch eine der schönsten Baritonstimmen der Zeit. Zudem war er ein Sänger mit einer hervorragenden Stimmführung, erlesener Phasierung und untrüglichem Geschmack. Vor allem in lyrischeren Partien war er großartig. Leider hat er die dramatischeren Verdi-Partien erst aufgenommen als seine schwere Krankheit ihm schon zugesetzt hatte. Zu seinen schönsten Aufnahmen würde ich die Arie aus Rubinsteins DÄMON zählen:



    In Westeuropa ist er so gut wie unbekannt. In seiner Heimat wird er noch immer verehrt. Auch in den USA ist der Sänger unter Melomanen noch immer eine wichtige Referenz für einige Partien.

    Nach ihm hießen ein Sanatorium, ein Fährschiff, eine Schule usw.

    In unserem Forum hat er leider gar keinen eigenen Thread.

    Das sollte doch geändert werden?

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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Da bleibt mir Mihály Székely! Er ist am 22. März 1963 in Budapest gestorben.

    Durch etliche in Mitschnitten dokumentierte Aufführungen aus Salzburg, Glyndebourne und New York ist er auch den Melomanen hierzulande bestens bekannt.
    Großartig etwa sein Marke neben Traubel und Melchior oder sein
    Fiesco neben Warren, Tucker, Vanay.


    Hier als Blaubart in HERZOG BLAUBERTS BURG von Bartok:



    Noch besser ist die Studio-Aufnahme unter János Ferencsik!

    Im Handel ist sie nur zu Wahnsinnspreisen erhältlich!

    Bei Youtube gibt es die immerhin in Ausschnitten.


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  • Heute möchte ich hier an den 10. Todestag der Mezzosopranistin Blanche Thebom erinnern, deren MET-Brangäne neben Melchior und Traubel ich zufällig gestern hier schon im Vorbeitrag eingestellt habe.


    Hier u.a. als Azucena und Dalila:



    Das ist eine Mezzo-Stimme, wie sie mir gefällt!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Heute vor 5 Jahren starben die Altistin Maria Radner und der Bariton Oleg Bryjak bei einem Flugzeugunglück. (Und zahlreiche weitere Menschen.)



    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Heute feiert auch die großartige Christiane Eda-Pierre ihren 87. Geburtstag. Sie ist mir durch Ihre Lakme unvergessen. In die Musikgeschichte ist sie durch ihre Mitwirkung bei der Uraufführung von Olivier Messiaen's "Saint François d'Assise" eingegangen. Sie war der Engel!



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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Heute feiert auch die großartige Christiane Eda-Pierre ihren 87. Geburtstag. Sie ist mir durch Ihre Lakme unvergessen. In die Musikgeschichte ist sie durch ihre Mitwirkung bei der Uraufführung von Olivier Messiaen's "Saint François d'Assise" eingegangen. Sie war der Engel!

    Für mich ist ihr Name untrennbar verbunden mit dieser Aufnahme:



    Christiane Eda-Pierre singt die Teresa. "Benvenuto Cellini" in dieser Produktion ist für mich eine der bedeutendsten Leistungen, die je auf Tonträgern gelang. Die Jubilarin hat daran einen erheblichen Anteil.


    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Frei nach Heinrich Heine: Caruso, rief ich, wie bist du zurück! :D

    Ehrlich: diesen Beitrag kann ich nicht entschlüsseln! Bin ich zu ungebildet? Die spielst ja auf das Zitat aus der Winterreise an.

    Meinst Du damit: Christiane Eda-Pierre lebt nicht mehr? Hab ich da was nicht mitbekommen?

    Klär mich auf!

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  • Ehrlich: diesen Beitrag kann ich nicht entschlüsseln! Bin ich zu ungebildet?

    1932 + 87 = 2019. Wir haben aber schon 2020! ;)


    Und als ich das las, dachte ich spontan an Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen": "O König", rief ich, "wie bist du zurück". Ist mir noch vom grandiosen Schauspieler Eberhard Esche im Ohr.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1932 + 87 = 2019. Wir haben aber schon 2020! ;)

    WOW! Da habe ich mich verrechnet.

    Also wird Frau Eda-Pierre heute schon 88! Toll!

    Ich hoffe, dass sie den Geburtstag bei guter Gesundheit feiern kann!


    Liebe Grüße

    Caruso41

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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Die Sopranistin Magda Olivero würde heute 110 Jahre alt werden. Klingt völlig unrealistisch, es haben aber nur sechs Jahre gefehlt.


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und nun der vielleicht größtmögliche Kontrast dazu: Der Tenor Petr Nekoranec feiert heute seinen 28. Geburtstag.


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Sehr schön duftig gesungen! Bei der ausgewählten Arie aus den "Perlenfischern" höre ich zwar noch etliche kleine "Unsauberkeiten" (schreckliches Wort, aber mir fällt nichts treffenderes ein), aber aus diesem jungen Mann kann noch etwas werden. Daran ist nicht zu zweifeln! Hoffentlich bleibt er bei seinen Leisten. Ich weiß aber nicht, ob man im französischen Fach heutzutage die ganz große Karriere machen kann. Benjamin Bernheim ist in meinen Ohren auch nirgends besser als auf diesem Gebiet. Jetzt singt er verstärkt Verdi, was ihm, wie ich finde, nicht gut tut! Er wird dann einer von vielen.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Benjamin Bernheim ist in meinen Ohren auch nirgends besser als auf diesem Gebiet. Jetzt singt er verstärkt Verdi, was ihm, wie ich finde, nicht gut tut! Er wird dann einer von vielen.

    Nachdem ich mir gestern Abend die CD von Petr Nekoranec komplett angehört hatte, hörte ich mir gleich hinterher zum Vergleich (nur) die französischen Arien auf der CD von Benjamin Bernheim an, der mich live im Januar als Alfredo in Berlin so beeindruckt hatte. Meine Erwartung, dass er diese bzw. ähnliche Arien im Studio noch besser singen würde als Nekoranec wurde überraschenderweise enttäuscht. Zwar hat die Stimme mehr Substanz und klingt in der Mittellage vielleicht noch schöner, die Spitzentöne empfand ich bei Bernheim aber häufig klanglich viel weniger schön und gelungen, vielmehr angestrengt. Das hat mich wie gesagt überrascht und auch etwas enttäuscht.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber!

    Lieber Rheingold!

    Und nun der vielleicht größtmögliche Kontrast dazu: Der Tenor Petr Nekoranec feiert heute seinen 28. Geburtstag.

    Petr Nekoranec wurde von Fiesco in dem Thread NEUE STIMMEN vorgestellt.

    Ich habe auch ein paar Sätze über meine Live-Höreindrücke geschrieben.
    Lustein hat ihn allerdings extrem negativ beurteilt.

    Aber: über Magda Olivero gibt es vermutlich keine zwei Meinungen!
    Ich habe sie als Fedora im Spätherbst ihrer Karriere live gehört. Sie war eine Künstlerin, die so gefesselt hat, dass man aufgehört hat, darauf zu achten, was nicht gelungen war. Natürlich besitze ich etliche ihrer unzähligen Mitschnitte. Selbst die vermitteln noch etwas von ihrer Faszination.


    Liebe Grüße

    Caruso41

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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Aber: über Magda Olivero gibt es vermutlich keine zwei Meinungen!

    Dass mich das, was ich im eingestellten Video von ihr höre, wirklich entzückt, kann ich nicht gerade behaupten. Aber im Titel dieser von mir eröffneten Rubrik steckt auch das Wort "Ehren", daher sollte Kritik an den Jubilaren besser andernorts vorgetragen werden.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Zunächst einmal möchte ich hier noch an den gestrigen 73. Geburtstag der Sopranistin Gabriela Benackova erinnern, die ich noch als Jenufa live erlebt habe. (Erstaunlicherweise kam sie gestern in Willis Erinnerungsrubrik nicht vor.)


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Und dann möchte ich noch gerne an den heutigen 63. Geburtstag des Tenors Richard Leech erinnern, den ich im Meyerbeer-Jahr 1991 als Raoul in den "Hugenotten" an der Deutschen Oper Berlin erleben durfte.



    Und hier das Liebesduett aus den "Hugenotten" (mit den gleichen unschönen Strichen) nochmal mit anderer Valentine, nämlich Pilar Lorengar, die ich live nicht mehr erlebt habe und die stimmlich natürlich weit besser ist als Frau Peacock, auch wenn die Lorengar immerhin 29 Jahre älter war als ihr Raoul, was in einem Liebesduett nicht unbedingt von Vorteil ist...


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Richard Strauss hat sie mehr geschätzt als jede andere Sopranistin:
    die am 26. März 1894 geborene Viorica Ursuleac.

    Nachvollziehen kann ich diese Begeisterung für die Stimme und auch für ihren Gesang nicht. Aber in allen Diskussionen über Soprane in Strauss-Partien sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass Strauss sie für die ideale Interpretin seiner Opernpartien und Lieder hielt.



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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Richard Strauss hat sie mehr geschätzt als jede andere Sopranistin:
    die am 26. März 1894 geborene Viorica Ursuleac.

    Nachvollziehen kann ich diese Begeisterung für die Stimme und auch für ihren Gesang nicht. Aber in allen Diskussionen über Soprane in Strauss-Partien sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass Strauss sie für die ideale Interpretin seiner Opernpartien und Lieder hielt.

    Da dürften auch sehr praktische Erwägungen eine Rolle gespielt haben. Immerhin war sie die Ehefrau von Krauss. Strauss war sehr großzügig mit seinen Komplimenten. Auch ich kann keiner ihrer Aufnahmen etwas abgewinnen. Sie singt nach meinem Dafürhalten meist so stumpf und trutschig. Vielleicht musste man sie ja live erleben. Wobei die sehr emphatische "Cäcilie" noch das Beste von ihr ist, was ich kenne.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Manche kennen den Namen nur noch, weil einer der berühmtesten Gesangswettbewerbe nach ihm benannt ist:

    Francisco Viñas .

    Er ist am 27. März 1863 in der Nähe von Barcelona geboren und war einer der gefeierten Tenöre seiner Zeit. Er sang Verdi und Wagner, vor allem aber Meyerbeer!



    Zwei Minuten für die Ewigkeit der Gesangskunst


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  • Die Sopranistin Hanne-Lore Kuhse würde heute 95 Jahre alt werden.

    Vor einiger Zeit führte mich der Weg in die Schonensche Straße auf der Grenze der Berliner Ortsteile Pankow und Prenzlauer Berg, die seit 2001 gemeinsam mit Weißensee den Berliner Verwaltungsbezirk Pankow bilden. Am Ende dieser Straße wohnte Hanne-Lore Kuhse. Das villenartige Gebäude fand ich hinter einer dichten Hecke. Es war kaum wiederzukennen. Im Garten spielten Kinder. Was suchte ich dort? Ich wollte meinen Erinnerungen an die Besuche in diesem sehr erlesen ausgestatten Haus auffrischen. Sie war eine hinreißende Gastgeberin, elegant gekleidet und irgendwie sehr mütterlich und unprätentiös. Sie borgte mir auch Tonbänder, Fotos und Programmhefte aus. So lernte ich noch lange vor der Veröffentlichung ihre bewegende Mita im "Friedensengel" von Siegfried Wagner kennen, die sie konzertant in London gesungen hatte. Die Kuhse war mit Siegfrieds Tochter Friedelind eng befreundetet, die dieses Aufführung organisierte und deren Bekanntschaft ich auch machen durfte. Von ihrer Änlichkeit mit dem Großvater bin ich noch heute tief beeindruckt.



    Schon mit vierzehn war ich in die Stimme regelrecht verliebt. Ich höre sie oft in Opernkonzerten im Radio. Sie war an vielen Rundfunkproduktionen beteiligt und vermittelte mir in diesem Alter Oper am nachhaltigsten. Diese Dokumente habe ich inzwischen alle beisammen, weil das Deutsche Rundfunkarchiv in Babelsberg ja noch eigene Aufnahmen gegen Gebühr herausgibt. Manchmal erfährt mein privates Kuhse-Archiv noch erfreulichen Zuwachs. Zuletzt kam das "Tristan"-Finale als Film aus Paris hinzu. Das Konzert unter der Leitung von Georges Sébastian war aufgezeichnet worden und wird im INA bewahrt.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."