STRAUSS, Richard: Die schweigsame Frau

  • Richard Strauss (1864 - 1949)


    Die schweigsame Frau


    Komische Oper in drei Aufzügen Op. 80


    Libretto: Stefan Zweig

    Entstehung: 1932 - 1934

    Uraufführung: 24. Juni 1935

    Dirigent: Karl Böhm

    Dauer: ca. 180 Minuten


    Personen

    Sir Morosus - Bass

    Haushälterin - Alt

    Barbier - Bariton

    Henry Morosus - Tenor

    Aminta - Sopran

    Isotta - Sopran

    Carlotta - Mezzosopran

    Morbio - Bariton

    Vanuzzi - Bass

    Farfallo - Bass


    Ort & Zeit der Handlung

    Ein Vorort Londons um das Jahr 1780


    Handlung


    1. Aufzug

    Kapitän Morosus hat bei einer Explosion einen Teil seines Gehörs eingebüßt. Nun lebt er mit seiner Haushälterin in großer Zurückgezogenheit. Jedoch geht ihm deren Redseligkeit auf die Nerven. Schließlich rät ihm sein Barbier die Haushälterin loszuwerden und mit einer jüngeren und ruhigeren Frau zusammenzuleben. Eines Tages steht der Neffe des Kapitäns, Henry Morosus, mit seiner Frau Aminta vor der Tür. Das Wiedersehen fällt freudig aus und Henry quartiert sich, seine Frau und einige scheinbar harmlose Freunde bei seinem Onkel ein. Jedoch handelt es sich bei den einquartierten Freunden um eine Operntruppe, die fortan das Haus Sir Morosus' auf den Kopf stellen. Ständig wird geprobt und nachdem es mit der Ruhe schon lange aus war, endet nun auch die Zurückgezogenheit. Schließlich möchte Morosus die Operntruppe samt Aminta, die als Primadonna fungiert, los werden. Da Henry sich nicht von ihnen trennen will, enterbt ihn der Onkel und wirft sie sämtlich aus seinem Haus. So muss eine neue Erbin her, weshalb Morosus auf den Vorschlag seines Barbiers zurückkommt: Diese soll ihm eine Frau suchen. In Wahrheit plant der Barbier jedoch gemeinsame Sache mit Henry: Sir Morosus soll eine scheinbar schweigsame Frau gesucht werden, die jedoch nach der Hochzeit zur Furie wird und den Kapitän in den Tod treibt.


    2. Aufzug

    Der Barbier stellt Sir Morosus drei Kandidatinnen zur Heirat vor. Die dritte Kandidatin ist die verkleidete Aminta, die sich als "Timidia" ausgibt. Sie gibt sich ruhig und bescheiden und erobert auf diese Weise das Herz des Kapitäns. Zur Hochzeit werden ein Pfarrer und ein Notar gerufen - ebenfalls verkleidete Mitglieder der Operntruppe. Die Ehe wird geschlossen und mit einem Gelage im Hause des erschöpften Kapitäns gefeiert. Aminta beginnt ihre Rolle zu spielen, obwohl ihr Morosus ein wenig leid tut. Sie gibt sich fortan eigensinnig, schimpfend und kratzbürstig. Dies ermöglicht es Henry, als Retter in der Not aufzutauchen. Er versöhnt sich mit seinem Onkel und verspricht ihm zu helfen, die anstrengende Ehefrau sofort wieder loszuwerden. Beruhigt zieht sich Sir Morosus zurück.


    3. Aufzug

    Am nächsten Morgen steigert Aminta den Schrecken. Ein Gesangslehrer übt mit ihr in übertriebener Lautstärke und Handwerker zerstören die Ruhe endgültig. Schließlich erscheint ein verkleideter Oberrichter mit zwei Advokaten und hört Morosus an. Den Scheidungsgrund lässt er dabei nicht gelten. Henry erscheint und behauptet eine (eigentlich ja wahrheitsgetreue) Affäre mit Aminta, doch auch darauf geht der Oberrichter nicht ein. Sir Morosus ist deshalb einem Zusammenbruch nahe. Endlich beschließen die Beteiligten die Masken fallen zu lassen. Aminta entschuldigt sich sofort bei Morosus. Dieser macht seinem Ärger Luft, bevor er laut lachen muss, weil er so erleichtert ist. Er setzt Henry als Erben wieder ein und ist zufrieden mit der Welt, da er in seinem Inneren die ersehnte Ruhe gefunden hat. Dies führt zu den berühmten letzten Worten der Oper: "Wie schön ist doch die Musik, aber wie schön erst, wenn sie vorbei ist."


    Anmerkungen

    "Die schweigsame Frau" ist die erste Oper Strauss' nach dem Ableben Hugo von Hofmannsthals. Zunächst unsicher, ob sich je wieder ein geeigneter Libretto-Autor finden würde, stürzte er sich schließlich begeistert auf Stefan Zweigs Adaption von Ben Jonsons Komödie "Epicoene or The silent woman" (1609). Die Uraufführung im Jahr 1935 fand bereits nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten statt. Richard Strauss galt zwar als anerkannter Komponist und war immerhin Vorsitzender der Reichsmusikkammer, die Beteiligung des Juden Stefan Zweig sollte jedoch unter den Teppich gekehrt werden. Zur Uraufführung in Dresden hieß es auf Plakaten zunächst "Oper nach Ben Jonson". Strauss bestand jedoch auf die Nennung Stefan Zweigs, woraufhin politische Größen des Dritten Reiches, darunter Hitler, den Besuch absagten. So folgten auf die von Karl Böhm dirigierte Uraufführung nur mehr drei weitere Aufführungen in Dresden, bevor das Werk - abgesehen von einzelnen Aufführungen in Graz, Zürich und Prag - in der Versenkung verschwand. Bis zum heutigen Tag blieb "Die schweigsame Frau" eine selten inszenierte Oper, die lediglich in Wien relativ regelmäßig zu sehen war.


    Musikalisch steht diese komische Oper am ehesten in der Nachfolge der bürgerlichen Komödie "Intermezzo". Dies wird am häufigen Parlando-Stil und der besonders schillernden Instrumentierung deutlich. Auffällig sind die relativ vielen in sich abgeschlossenen Nummern, ganz im Stile der Komischen Oper. So bekommt der Barbier Canzonen geschrieben und Aminta singt Sopran-Soloarien. Zudem ist die Musik voller Zitate: Strauss zitiert sich an einigen Stellen selber, der Rossini-Stil wird imitiert und Monteverdi gesungen. Gelegentlich wirkt die Musik grell und lautmalerisch, im Gegensatz dazu stehen lyrische und spätromantische Stellen.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • „DIE SCHWEIGSAME FRAU“ (Richard Strauss)



    Das gab/gibt es akustisch – erster Teil:



    Sir Morosus – Hans Hotter / Seine Haushälterin – Georgine von Milinkovic / Der Barbier – Hermann Prey / Henry – Fritz Wunderlich / Aminta – Hilde Güden / Isotta – Pierrette Alarie / Carlotta – Hetty Plümacher / Morbio – Josef Knapp / Vanuzzi - Karl Dönch / Farfallo – Alois Pernerstorfer / Der Chor der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Richard Rossmayer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: Karl Böhm (Salzburg, Festspielhaus, 8. 8. 1959). Eine Aufnahme des ORF von den Salzburger Festspielen 1959; der Regisseur war Günther Rennert. Der Mitschnitt ist bei verschiedenen Labels erschienen, aber nur die ‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘ – die ein anderes Datum nennt (6. 8. 1959, Generalprobe?) - benutzte 1994 für ihre Veröffentlichung auf zwei CDs die originalen Tonbänder des ORF.



    Sir Morosus – Kurt Böhme / Seine Haushälterin – Ružena Horáková / Der Barbier – Heinz Friedrich / Henry – Fritz Wunderlich / Aminta – Ingeborg Hallstein / Isotta – Renate Holm / Carlotta – Noemi Souza / Morbio – Giulio Viamonte / Vanuzzi – Juan Zanin / Farfallo – Victor de Narké / El Coro y l’Orquesta del Teatro Colón / Chorltg.: Tulio Boni / Dirigent: Heinz Wallberg (Buenos Aires, Teatro Colón, 22. 9. 1961). Der Mitschnitt der Premiere – Regie: Frank de Quell - erschien 2012 bei ‚Myto‘ auf zwei CDs .



    Sir Morosus – David Ward / Seine Haushälterin – Monica Sinclair / Der Barbier – Joseph Ward / Henry – Kenneth MacDonald / Aminta – Barbara Holt / Isotta – Elizabeth Vaughan / Carlotta – Noreen Berry / Morbio – Ronald Lewis / Vanuzzi – David Kelly / Farfallo – Michael Langdon / The Chorus and Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden / Chorltg.: Douglas Robinson / Dirigent: Rudolf Kempe (London, Royal Opera House, 28. 11. 1961). Eine Erstaufführung in englischer Sprache (Premiere am 20. 11. 1961), bei der der in der BRD hauptsächlich als Fernseh-Regisseur bekannte Franz Josef Wild die Inszenierung verantwortete. ‚Opera Depot‘ veröffentlichte 2013 einen Mitschnitt auf drei CDs.



    Sir Morosus – Kurt Böhme / Seine Haushälterin – Irmgard Barth / Der Barbier – Raimund Grumbach / Henry – Fritz Wunderlich / Aminta – Ingeborg Hallstein / Isotta – Lotte Schädle / Carlotta – Hetty Plümacher / Morbio – Albrecht Peter / Vanuzzi – Benno Kusche / Farfallo – Max Proebstl / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Gregor Eichhorn / Dirigent: Heinz Wallberg (München, Prinzregententheater, 12. 8. 1962). Eine Live-Übertragung des Bayerischen Rundfunks, der sich auch der WDR anschloss, die aber leider beim BR nicht archiviert ist.



    Sir Morosus – Kurt Böhme / Seine Haushälterin – Martha Mödl / Der Barbier – Barry McDonald / Henry – Donald Grobe / Aminta – Reri Grist / Isotta – Lotte Schädle / Carlotta – Glenys Loulis / Morbio – Karl Helm / Vanuzzi – Benno Kusche / Farfallo – Max Proebstl / Komödianten – Karl Bellgardt, Franz Strauch, Arthur Horn und Lothar Schreiber / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Wolfgang Sawallisch (München, Nationaltheater, 14. 7. 1971). Dieser Mitschnitt erschien 1999 bei ‚Orfeo‘ auf zwei CDs (siehe auch die TV-Sendung).



    Sir Morosus – Marius Rintzler / Seine Haushälterin – Gwynn Cornell / Der Barbier – Peter-Christoph Runge / Henry – Romano Emili / Aminta – Edita Gruberova / Isotta – Louise Lebrun / Carlotta – Aurelia Schwenninger / Morbio – Jean-Marie Frémeau / Vanuzzi – Constantin Dumitru / Farfallo – Hans Rössling / Le Choeur de Radio France / Chorltg.: Jean-Paul Kréder / L’Orchestre National de France / Dirigent: Leif Segerstam (Paris, Grand Auditorium de Radio France, 1. 10. 1976). Eine Konzert-Aufnahme von Radio France, die bei ‚Premiere Opera‘ auf zwei CDs erschienen ist. Fünf der Mitwirkenden stammten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein: Cornell, Dumitru, Emili*, Rintzler und Runge*. Am 30. 11. 1973 sah ich die mit * Gekennzeichneten in einer Aufführung der „Schweigsamen Frau“ in Düsseldorf – und zusätzlich Karl Ridderbusch als Sir Morosus.



    Sir Morosus – Theo Adam / Seine Haushälterin – Annelies Burmeister / Der Barbier – Wolfgang Schöne / Henry – Eberhard Büchner (statt Peter Schreier) / Aminta – Jeanette Scovotti / Isotta – Carola Nossek / Carlotta – Trudeliese Schmidt / Morbio – Klaus Hirte / Vanuzzi – Werner Haseleu / Farfallo – Helmut Berger-Tuna / Die Stimme des Papageis – Johannes Kemter / Der Chor der Staatsoper Dresden / Chorltg.: Franz-Peter Müller-Sybel / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Marek Janowski (Dresden, Lukaskirche, April 1977). Die erste und einzig vollständige Studio-Aufnahme der Oper – eine Coproduktion von ‚EMI Electrola‘ und ‚VEB Deutsche Schallplatten‘ - erschien bei ‚EMI‘ (BRD) und ‚Eterna‘ (DDR) auf drei LPs und später auf drei CDs bei ‚EMI‘. (Ursprünglich war Peter Schreier für die Partie des Henry vorgesehen.)



    Sir Morosus – Siegfried Vogel / Seine Haushälterin – Margarethe Bence / Der Barbier – Hans Helm / Henry – Thomas Moser / Aminta – Edita Gruberova / Isotta – Olivera Miljakovic / Carlotta – Rohangiz Yachmi / Morbio – Gottfried Hornik / Vanuzzi – Manfred Jungwirth / Farfallo – Alfred Šramek / Der Chor und das Orchester der Wiener Staatsoper / Chorltg.: Helmuth Froschauer / Dirigent: Heinrich Hollreiser (Wien, Staatsoper, 19. 11. 1978). Ein Mitschnitt im Angebot von ‚Mr. Tape‘ aus New York. Es handelt sich hierbei um die Wiederaufnahme-Serie der Inszenierung von 1968, bei der damals Hans Hotter Regie führte und die folgende Besetzung hatte: Mimi Coertse (Aminta), Renate Holm (Isotta), Gertrude Jahn (Carlotta), Hilde Rössel-Majdan (Haushälterin), Oskar Czerwenka (Sir Morosus), William Blankenship (Henry), Robert Kerns (Barbier), Siegfried Rudolf Frese (Morbio), Manfred Jungwirth (Vanuzzi) und Alois Pernerstorfer (Farfallo); der Dirigent war am 1. 3. 1968 Silvio Varviso.



    Sir Morosus – Marius Rintzler / Seine Haushälterin – Johanna Peters / Der Barbier – Peter Gottlieb / Henry – Jerome Pruett / Aminta – Krisztina Laki / Isotta – Kate Flowers / Carlotta – Enid Hartle / Morbio – Alan Watt / Vanuzzi – Joseph Rouleau / Farfallo – UgoTrama / The Glyndebourne Festival Chorus / Chorltg.: Nicholas Cleobury / The London Philharmonic Orchestra / Dirigent: Andrew Davis (Glyndebourne, Festival Theatre, 8. 7. 1979). Die BBC übertrug diese in deutscher Sprache gesungene Vorstellung live; die Wiederaufnahmen-Premiere der Inszenierung von 1977 (Regie: John Cox) war am 14. 6. 1979 in gleicher Besetzung.



    Sir Morosus – Kurt Moll / Seine Haushälterin – Margarethe Bence / Der Barbier – Wolfgang Rauch / Henry – Francisco Araiza / Aminta – Julie Kaufmann / Isotta – Angela Maria Blasi / Carlotta – Birgit Calm / Morbio – Hans Günter Nöcker / Vanuzzi – Alfred Kuhn / Farfallo – Kieth Engen / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Eduard Asimont / Dirigent: Wolfgang Sawallisch (München, Nationaltheater, 19. 3. 1988). Eine CD-ROM von Mike Richter.



    Sir Morosus – Kurt Moll / Seine Haushälterin – Reinhild Runkel / Der Barbier – Eike-Wilm Schulte / Henry – Deon van der Walt / Aminta – Cyndia Sieden (statt Edita Gruberova) / Isotta – Barbara Kilduff / Carlotta – Iris Vermillion / Morbio – Wolfgang Rauch / Vanuzzi – Alfred Kuhn / Farfallo – Cornelius Hauptmann / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Michael Gläser / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Pinchas Steinberg (München, Funkhaus, Studio I, 21. 1. - 30. 1. 1993). Ursprünglich war Edita Gruberova als Aminta angekündigt. Eine stark gekürzte Aufnahme des Bayerischen Rundfunks, die von ‚Koch / Schwann‘ 2002 auf zwei CDs herausgegeben wurde.



    Sir Morosus – Kurt Rydl / Seine Haushälterin – Anna Gonda / Der Barbier – Bo Skovhus / Henry – Michael Schade / Aminta – Natalie Dessay / Isotta – Ildikó Raimondi / Carlotta – Gabriele Sima / Morbio – Peter Weber / Vanuzzi – Roland Schubert / Farfallo – Alfred Šramek / Die Stimme des Papageis – Josef Borbely / Das Orchester der Wiener Staatsoper / Dirigent: Horst Stein (Wien, Staatsoper, 21. 12. 1996). Ein Mitschnitt des ORF von der Premiere in der Regie und im Bühnenbild von Marco Arturo Marelli, der auch im WDR Köln gesendet wurde. Er ist im Internet zu hören, wie auch ein Mitschnitt vom 22. 5. 1997 in nahezu gleicher Besetzung (Ausnahme: Gertrude Jahn als Haushälterin, Rudolf Mazzola als Vanuzzi und Ernst Märzendorfer als Dirigent; die kurzen Chorpassagen waren gestrichen).



    Der zweite Teil folgt in wenigen Tagen.



    Carlo

  • "Die schweigsame Frau" (Richard Strauss)



    Das gibt es akustisch – zweiter Teil:



    Sir Morosus – Kurt Rydl / Seine Haushälterin – Waltraud Winsauer / Der Barbier – Hans Peter Kammerer / Henry – Michael Schade / Aminta – Laura Aikin / Isotta – Ingrid Kaiserfeld / Carlotta – Katalin Halmai / Morbio – Peter Weber / Vanuzzi – Rudolf Mazzola / Farfallo – David Cale Johnson / Das Orchester der Wiener Staatsoper / Dirigent: Leopold Hager (Wien, Staatsoper, 17. 9. 2000). Ein privater Mitschnitt.



    Sir Morosus – Sten Byriel (statt Günter Missenhardt) / Seine Haushälterin – Jill Grove / Der Barbier – Dietrich Henschel / Henry – Juan José Lopera / Aminta – Natalie Dessay / Isotta – Ofelia Sala / Carlotta – Gabriele Sima / Morbio – Matthias Henneberg / Vanuzzi – Marek Gasztecki / Farfallo – André Eckert / Le Choeur et l’Orchestre du Théâtre Musical de Paris / Dirigent: Christoph von Dohnanyi (Paris, Théâtre du Châtelet, 8. 3. 2001). Ein privater Mitschnitt. Die Premiere dieser deutschsprachigen Produktion, die auch in Wien (siehe oben) und in Dresden gezeigt wurde, war am 2. 3. 2001. Der Dirigent Christoph von Dohnanyi ist am 6. 9. 2025 gestorben, zwei Tage vor seinem 96. Geburtstag.



    Sir Morosus – Franz Hawlata / Seine Haushälterin – Catherine Wyn-Rogers / Der Barbier – Nikolay Borchev / Henry – Toby Spence / Aminta – Diana Damrau / Isotta – Elena Tsallagova / Carlotta – Anaïs Morel / Morbio – Christian Rieger / Vanuzzi – Christoph Stephinger / Farfallo – Steven Humes / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Andrés Máspero / Dirigent: Kent Nagano (München, Prinzregententheater, 20. 7. 2010). Die Premiere – Regie: Barrie Kosky mit seinen üblichen ‚Gags‘ - wurde vom Bayerischen Rundfunk übertragen und ist auf ‚YouTube‘ zu hören .



    Sir Morosus – Franz Hawlata / Seine Haushälterin – Monika Straube / Der Barbier – Andreas Kindschuh / Henry – Bernhard Berchtold / Aminta – Julia Bauer / Isotta – Guibee Yang / Carlotta – Tiina Penttinen / Morbio – Matthias Winter / Vanuzzi – Kouta Räsänen / Farfallo – Martin Gäbler / Der Chor der Oper Chemnitz / Chorltg.: Simon Zimmermann / Die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz / Dirigent: Frank Beermann (Chemnitz, Opernhaus, 7. 5. - 12. 5. 2012). Eine Aufnahme von ‚CPO‘ auf drei CDs.



    Ausschnitte:



    Die Szenen 9 bis 11 aus dem 2. Akt mit Clara Ebers (Aminta), Res Fischer (Haushälterin), Kurt Böhme (Sir Morosus), Karl Schmitt-Walter (Barbier) und Christo Bajew (Henry) / Das Radio-Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 29. 6. und 1. 7. 1955).



    Der Schlussmonolog des Sir Morosus: a) mit Kurt Böhme / Das Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden / Dirigent: Otto Ackermann (1954) – b) mit Theo Adam / Die Staatskapelle Dresden / Dirigent: Otmar Suitner (1970) / ‚Eterna‘ bzw. ‚Telefunken‘ - c) mit Matti Salminen / Sinfonia Lahti / Eri Klas (1991) / ‚BIS‘ - d) mit Thomas Quasthoff / Das Orchester der Deutschen Oper Berlin / Dirigent: Christian Thielemann (2001) / ‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘.



    Das gibt es optisch:



    Erster Akt, 2. Szene: ‚Euer Liebden haben, ich fürchte, schlecht geschlafen‘ / 3. Szene:‘Piano, piano! Und ich sage euch, er ist ein kreuzbraver Kerl’ – ‚Ha! Mir fällt etwas ein‘ – ‚Nicht viel schwätzen, nicht parlieren‘ / Zweiter Akt, 6. Szene: ‚Anhiero gestatte ich mir, hochverehrliche Herren‘ / 9. Szene: ‚Du bist so still und scheinst bedrückt?‘ / 10. Szene: ‚Was geht hier vor? Sind die Türken im Haus?‘ / 11. Szene: ‚Siehst du, Ohm, das ist die richtige Art‘ / 12. Szene: ‚Du süßester Engel, wie herrlich hast du geteufelt!‘. (Gesamtdauer: 48,59 Minuten).


    Sir Morosus – Hans Hotter / Seine Haushälterin – Lilian Benningsen / Der Barbier – Hermann Prey / Henry – Fritz Wunderlich / Aminta – Ingeborg Hallstein / Isotta – Eva Maria Rogner / Carlotta – Mariana Radev / Morbio – Josef Knapp / Vanuzzi – Karl Christian Kohn / Farfallo- Carl Hoppe / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Heinz Wallberg (München, Bayernhalle, 3. 11. und 4. 11. 1960). Aufgezeichnet wurden die obengenannten Szenen vor einem ‚Fernseh-Publikum‘ (merkwürdigerweise ohne die bekannteste Nummer der Oper, den Schlußmonolog des Sir Morosus ‚Wie schön ist doch die Musik. Aber wie schön erst, wenn sie vorbei ist.‘). Die Ausstrahlung war am 27. 11. 1960 zusammen mit dem gekürzten dritten Akt von „Die Liebe der Danae“ mit Hildegard Hillebrecht, Fritz Uhl und Josef Metternich. 2024 veröffentlichte der Bayerische Rundfunk eine CD mit den genannten Ausschnitten aus der „Schweigsamen Frau“, doch warum keine DVD? (Ein Ausschnitt – ‚Du süßester Engel, wie herrlich hast du geteufelt‘ - war bereits auf einer „Fritz-Wunderlich“-DVD der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ in bester Bildqualität zu sehen). War man sich beim Rundfunk nicht bewusst, dass es davon eine Fernseh-Sendung gibt, die auch im Internet – Dauer: 57,55 Minuten mit einer Einführung von Ludwig Kusche - gesehen werden kann?



    Sir Morosus – Kurt Moll / Seine Haushälterin – Martha Mödl / Der Barbier – Barry McDonald / Henry – Donald Grobe / Aminta – Reri Grist / Isotta – Lotte Schädle / Carlotta – Glenis Loulis / Morbio – Albrecht Peter / Vanuzzi – Benno Kusche / Farfallo – Max Proebstl / Komödianten – Karl Bellgardt, Franz Strauch, Arthur Horn und Lothar Schreiber / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Wolfgang Baumgart / Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Ausstattung: Rudolf Heinrich / Inszenierung: Günther Rennert / Fernsehregie: Karlheinz Hundorf (München, Nationaltheater, 4. 7. 1972). Die Aufzeichnung wurde am 7. 1. 1973 im Dritten Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks gesendet und am 23. 2. 1975 in der ARD. Sie wird ebenfalls im Internet gezeigt.



    Sir Morosus – Harold Wilson / Seine Haushälterin – Ariana Lucas / Der Barbier – Edward Nelson / Henry – David Portillo / Aminta – Jana McIntyre / Isotta – Anya Matanovic / Carlotta – Chrystal E. Williams / Morbio – Jorell Williams / Vanuzzi – Matthew Anchel / Farfallo – Federico DeMichelis / Der Papagei – Jacoby Pruitt / The Bard Festival Chorale / Chorltg.: James Bagwell / The American Symphony Orchestra / Dirigent: Leon Botstein / Choreographie: David Neumann / Bühnenbild und Regie: Christian Räth / Kostüme: Mattie Ullrich (New York, Bard College, Fisher Center for the Performing Arts, Juli 2022). Die Aufführung der ‚Bard SummerScape Opera‘ (in deutscher Sprache) bringt die Oper in einer etwas übertrieben modernisierten Inszenierung des ehemaligen Harry-Kupfer-Assistenten Christian Räth, nachprüfbar auf YouTube!



    Sir Morosus – Peter Rose / Seine Haushälterin – Iris Vermillion / Der Barbier – Samuel Hasselhorn / Henry – Siyabonga Maqungo / Aminta - Brenda Rae / Isotta – Serafina Starke / Carlotta – Rebecka Wallroth / Morbio - Dionysios Avgerinos / Vanuzzi - Manuel Winckhler / Farfallo - Friedrich Hamel / Der Chor der Staatsoper Berlin / Chorltg.: Dani Juris / Die Staatskapelle Berlin / Dirigent: Christian Thielemann / Bühnenbild: Ben Baur / Kostüme: Justina Klimczyk / Inszenierung: Jan Philipp Gloger / TV-Regie: Davide Mancini (Berlin, Staatsoper, Juli 2025). Die Premiere am 19. 7. 2025 – deren ‚Zeitgeist‘-Realisierung mit Krampf und Klamauk nicht unumstritten war – wurde live vom Rundfunk des RBB übertragen; eine Fernsehsendung bei Arte Concert folgte am 16. 10. 2025 zu nachtschlafender Zeit. (Über fast alle Rundfunksender der ARD wurde der Audio-Mitschnitt am 3. 1. 2026 ebenfalls gesendet.)



    Carlo

  • Nachtrag:


    Sir Morosus – Kurt Rydl / Seine Haushälterin – Janina Baechle / Der Barbier – Adrian Eröd / Henry – Michael Schade / Aminta – Jane Archibald / Isotta – Caroline Wenborne / Carlotta – Michaela Selinger / Morbio – Clemens Unterreiner / Vanuzzi – Janusz Monarcha / Farfallo – Walter Fink / Das Orchester der Wiener Staatsoper / Dirigent: Peter Schneider (Wien, Staatsoper, 18. 6. 2009). Der Mitschnitt des ORF wurde am 5. 9. 2009 vom DeutschlandRadio Kultur gesendet.



    Berichtigung:


    Die Aufnahmen zur „Schweigsamen Frau“ unter Marek Janowski wurden im August 1976 begonnen, im Juni 1977 fortgesetzt und im August 1977 beendet.


    Carlo