Wo ist der Hort der Kompetenz?-CD- Besprechungen in Zeitschriften

  • Selbst, wenn da diese Verquickungen bestehen, soll Csampai dann eine ausgezeichnete Aufnahme schlechtreden? Zumindest im Fall Michael Korstick ist doch inzwischen hinlänglich bekannt, dass er einer der ganz großen Beethoven-Interpreten seiner Generation ist.


    Dass er während seines Studiums am dern Juilliard-School in New York von seinen Kommilitonen schon "Dr. Beethoven" genannt wurde, ist doch ganz gewiss keine Erfindung von Attila Csampai, oder?


    Liebe Grüße


    Willi ?(

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Da das Fono Forum stellenweise doch eher in Richtung Brigitte oder Freundin abdriftet bzw. einer überteuerten Werbezeitschrift gleichkommt, wenn nichr gerade Jürgen Kesting wie jetzt seine Tristanbesprechung drucken ließ, lese ich auch lieber die Gramophone, wegen Alan Blyth oder Classica wegen Andre Tubeuf, auf deren kritisches Urteil ich mich nach eigenen Hörerfahrungen eher verlassen kann als zum Beispiel das Urteil eines Björn Woll.
    Hier habe ich stellenweise das Gefühl das er zu 60 % eh Herrn Kesting zitiert und ganz ehrlich, dann doch lieber das Original.

  • Da ich weder "Brigitte" noch "Freundin" kenne, kann ich das jetzt weder bestätigen noch widerlegen. Aber für mich ist FonoForum eine angenehme Lektüre zum Sonntagsfrühstück. Wohl wissend, daß die veröffentlichten Rezensionen natürich nicht der Weisheit letzter Schluß sein können. Letztlich bringen sie auch nur eine persönliche Meinung - sicherlich (hoffentlich) fachlich untermauert - des Rezensenten zum Ausdruck, und dürften durchaus von Gemütszustand und Zeitbudget desselben nicht unbeeinflußt sein - um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Aber ein Anhaltspunkt ist das für mich allemal...


    :hello:
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Zitat

    (...) lese ich auch lieber die Gramophone, wegen Alan Blyth (...)

    Nun sollte einem sogenannten "Experten auf dem Gebiet der klassischen Musik", zumindest aber einem vermeintlich regelmäßigen "Gramophone"-Leser eigentlich nicht entgangen sein sein, dass der bekannte englische Musikkritiker Alan Blyth bereits seit mehr als 3 Jahren mausetot ist und somit nichts mehr zur Attraktivität der Zeitschrift beitragen kann. Auch wenn sie es m.E. dringend nötig hätte, denn ähnlich dem Niedergang von "Fono Forum" lässt "Gramophone" die einstige Qualität doch schmerzlich vermissen, denn dort haben seit langem bunte (Promo-) Bildchen der "Klassikstars", Gefälligkeits-Features und schlichtweg Werbung den Rezensionsanteil zurückgedrängt. Insofern haben kleinere, unabhängige Zeitschriften wie "International Record Review", "Classic Recordings quarterly", "Fanfare" etc. inhaltlich wie gestalterisch die Nase vorn.

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Zitat alfred:
    "Zur Qualität der Kritiker:
    Sie sollen sich einerseits "jedermann" verständlich ausdrücken, die Werbekunden nicht vergraulen, andrerseits erwarten die anspruchsvollen Klassiksammler eine gediegene Analyse einer Neuaufnahme.
    Abgesehen von Hintergrundwissen (was ich den Herren mal a priori nicht absprechen möchte, wäre es nun auch noch notwendig, jede Menge Vergleichseinspielungen zu KENNEN, nicht nur einmal gehört zu haben.
    Das geht aber wahrscheinlich über den vertretbaren Rahmen hinaus. Etliche mir bekannte Aufnahmen sind im Handel gar nicht mehr erhältlich - und die Tonträgerindustrie ist mit Rezensionsexemplaren sicher nicht mehr so großzügig wie einst - und wenn - dann natürlich nur bei CDs die man auch verkaufen möchten, man wird doch nicht eine 30 Jahre alte Aufnahme mit Referenzcharakter promoten - wenn man eine mittelmäßige Neuaufnahme zum Vollpreis verkaufen möchte......"




    Da liegt der Hund begraben. FF-Abonnent seit 1968, nach kurzer Pause in diesem Jahr (6 Monate) wieder dabei. Die Rezensenten, über die viel Lobendes berichtet wurde, sind zwangsläufig nicht mehr dabei. Die jüngeren in der Nachfolge von Th. Voigt, wollen oder können nicht in ihrem eigenen Archiv blättern, um - wie früher häufig - vergleichende Diskografien - einzustellen. Bemerkenswert war aber schon immer, dass es vorkam, das eine Aufnahme von drei verschiedenen Rezensenten in drei verschiedenen Zeitschriften völlig unterschiedlich beurteilt wurden. Es war wie beim Arzt oder Juristen. Mehrheitlich habe ich mich in der Vergangenheit beim Kauf dann doch auf das Urteil von fonoforum verlassen. Heute ist das alles viel einfacher. Es gibt ja das tamino klassikforum. Bisher sind mir Enttäuschungen, mit Ausnahme von Kaufmann, erspart geblieben.



    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)