Tschechische Musikkultur

  • Hallo allerseits,


    ich bin gerade durch Zufall über ein Heft der Tschechischen Zeitschrift "Im Herzen Europas" im pdf-Format gestolpert, das der Entwicklung der Musik in der Tschechei vom Mittelalter bis zur Moderne und herausragenden Tschechischen Komponisten gewidmet ist. Die Sammlung von Artikeln erscheint, mir zumindest, qualifiziert gemacht, ist wunderschön bebildert und, das Beste, auf Deutsch.


    Ich dachte mir, das könnte hier vielleicht auch noch für andere von euch von Interesse sein.

    Die Adresse ist:
    http://www.theo.cz/de/pdf/2004/Theo_2004_SP2_DE.pdf


    Gruß


    katlow

  • Hallo katlow,


    vielen Dank für den Hinweis. Mich freute es besonders, etwas über einen meiner favorisierten Komponisten – Antonin Dvorák – zu lesen. Ich staunte über seinen Ausspruch „Alle meine Sinfonien hätte ich dafür hingegeben, die Lokomotive erfinden zu können“. Wie gut, dass es anders kam… Die Bebilderung ist in der Tat sehr schön.


    Gruß, Cosima

  • Leider funktioniert der Link nicht mehr und ist in den Weiten des Internets im Nirwana verschwunden. Das ist der Lauf der modernen Medien. Da lob ich mir die analogen Printmedien.


    Weiss jemand, wo das PDF des Heftes über die tschechische Musik aus Beitrag 1 abrufbar ist?


    LG moderato

    .

    I think laughter is preferable to tears. John Cage


    Jede Hörerin und jeder Hörer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Anspruch darauf, wenigstens einmal am Tag überfordert zu werden. Hans Winking

  • Lieber udohasso


    Ich danke für den wertvollen Link zur tschechischen Musik. Es ist immer gut, wenn man über die Wurzeln weiss.


    Es steht eine CD-Box mit Streichquartetten tschechischer Komponisten zum Wiederhören bereit.


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  • Es steht eine CD-Box mit Streichquartetten tschechischer Komponisten zum Wiederhören bereit.

    Erst neulich hatte ich wieder die beiden Streichquartette von Smetana gehört und war tief ergriffen. Was für Meisterwerke. Immerhin hat das zweite Quartett ein völlig tauber Komponist geschaffen.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Bei dem Begriff "tschechische Musikkultur" fallen mir neben den erwähnten Komponisten spontan zum einen eines meiner Lieblingsorchester - die Tschechische Philharmonie - ein (mit Dirigenten wie Karel Ancerl und Vaclav Neumann) und dann die unglaubliche Zahl an hervorragenden tschechischen Streichquartetten, derzeit Pavel Haas, Bennewitz, Prazak, Panocha, Skampa.... ein.

  • Ich denke, das liegt an der vorzüglichen Musikerziehung, die in Tschechien betrieben wird. Da gibt es ein Musikantentum im besten Sinne des Wortes, wovon die Orchester und die Kammermusikformationen profitieren.

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  • Einige Zahlen, die allerdings etwa ein Jahrzehnt alt sind:


    es gab zu diesem Zeitpunkt in der Tschechischen Republik rund 900 öffentliche Musikschulen mit etwa 150.000 Schülern, zehn musische Gymnasien mit Schwerpunkt Musik sowie drei Musikhochschulen.


    Jährlich fanden über 40 Musikwettbewerbe statt.


    Aufgelistet außerdem: 40 Orchester in symphonischer Besetzung, über 30 orchestrale Kammermusik-Formationen und 12 Theater mit musiktheatralischem Angebot.


    Eine lange Liste von Festivals, über tausend Instrumentenbau-Betrieb, etwa 80 Musikverlage und zwei Dutzend musikalische Fachzeitschriften.


    Bedenkt man, dass die Tschechische Republik wenig mehr als 10 Millionen Einwohner hat, ein europaweit in dieser Dichte fast konkurrenzloses Angebot

  • Lieber udohasso


    Mich wundert es nicht, wenn die musikalischen Wurzeln in Tschechien belegt durch diese Zahlen gut genährt werden. Dass daraus stets bestens ausgebildete Musiker hervorgehen und ein interessiertes Publikum die Konzerte besucht, erklärt die hohe Qualität der Musikkultur Tschechiens.


    Da sieht es im deutschen Sprachraum ausgedünnter aus.


    LG moderato

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  • Es ließe sich dazu über die nackten Zahlen hinaus viel anmerken. Beispielsweise beieindruckt mich die Pflege der Volksmusik in der Tschechischen Republik. Kaum eine Feier in privatem Rahmen, bei der nicht irgendwann ein, zwei Instrumente auftauchen und gesungen wird. Oft stundenlang, und erstaunlich gut, da wagt auch der Eine, die Andere eine zweite, dritte Stimme.


    Mehrfach besuchte ich das internationale Dudelsack-Festival im südböhmischen Strakonice, Opernfreunden bekannt durch Jaromir Weinbergers "Schwanda, der Dudelsackpfeifer".

    Auch jenseits des offiziellen Programms singt und klingt es dort auf allen Plätzen, in jeder Kneipe...

  • Lieber udohasso


    Musikkultur muss breiter gedacht werden. Wenn sie in allen Menschen verankert ist, in ihrem Alltag und nicht nur der hohen Kunst vorbehalten ist, entsteht ein musikalischer Humus, aus dem sich alles nährt. Das spürt man, wenn man sich in Tschechien aufhält, so wie du es beschreibst.

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