Mikhail Pletnev: Der Pianist

  • hallo Albus,


    die kv 570 mit pletnev aus 1984 hatte ich oben erläutert. also für anfängermusik halte ich das überhaupt nicht !


    gruss, siamak

    Siamak

  • hallo,


    pjotr i. tschaikowsky
    18 stücke op.72


    fryderyk chopin
    nocturne nr.20 cis-moll op. posth.


    mikhail pletnev, piano


    DG, DDD, aufn. (live) 2004



    interpretation: 10/10 (IMO, obgleich die einzige einspielung dieses werkes)


    klang: 6/10 (IMO)


    der tschaikowsky ist zwar nicht tiefschürfend, aber abwechslungsreich und wartet mit einigen überraschungen auf. absolutes highlight ist das zugegeben nocturne chopins !


    gruß, siamak

    Siamak

  • hallo,


    eine ergänzung zum obigen nocturne. wärend meines neulichen aufenthaltes in teheran habe ich wieder mal eine der überraschungen erlebt. ein freund, der im alter von 19 jahren erst auf eigene faust klavier spielen zu lernen anfing, spielte dieses nocturne mit erstaunlicher freiheit und singendem ton, zwar kein pletnev aber doch den kern dieser musik offenbarend !


    gruß, siamak

    Siamak

  • hallo Christian,


    um die erörterung des platnev-spiels im 'gerade-hören-thread' wieder aufzugreifen. wenn ich mehr als eine stunde ununterbrochen pletnev höre, tritt bei mir ein ermüdungseffekt auf. ich verliere das interesse am spiel ! wiedermal aufgefallen ist mir dieses gestern ! ich hörte seine liszt-solo-cd mit den sonaten und dem 'funerailles'. ich wollte danach seine cpe bach-scheibe hören, tat es aber nicht und hörte dann pollini (schubert/schumann). bei maurizio pollini treten nie solche symptome auf !


    ein grund könnte die 'tüftelnde art' seines spiels sein. er benutzt verschiedene anschlagsvarianten zwar, aber seine phrasierung ist häufig bis ins letzte motiv konstruiert und differenziert. pausen treten gelegentlich übermäßig deutlich auf, die dynamik wechselt häufig im bereich p bis ppp. dadurch wird der natürliche musikalische fluss gestört. bei der lisztschen h-moll sonate ist dieses evident. sie versackt geradezu in dieser spielerei. pollini z.b. sucht regelmäßig die fortschreitende entwicklung, ist 'straight forward' !


    gruß, siamak

    Siamak

  • Zitat

    Original von AcomA


    ein grund könnte die 'tüftelnde art' seines spiels sein. er benutzt verschiedene anschlagsvarianten zwar, aber seine phrasierung ist häufig bis ins letzte motiv konstruiert und differenziert. pausen treten gelegentlich übermäßig deutlich auf, die dynamik wechselt häufig im bereich p bis ppp. dadurch wird der natürliche musikalische fluss gestört. bei der lisztschen h-moll sonate ist dieses evident. sie versackt geradezu in dieser spielerei. pollini z.b. sucht regelmäßig die fortschreitende entwicklung, ist 'straight forward' !


    Lieber Siamak,


    ich finde Deine Beobachtung spannend, vor allem deshalb weil Pollini ja auch eher dem Typus des analytisch-intellektuellen Pianisten zuzuordnen ist, es daher so manchen Berührungspunkt zu Mikhail Pletnev gibt. Pollini verliert sich allerdings nie zu sehr in Details, sondern die Architektur eines Stücks steht im Vordergrund. Pletnev lässt sich vielleicht manchmal zu sehr von seinen enormen Möglichkeiten verführen. Sein Mozart wirkt auf mich allerdings alles andere als verkünstelt, Pletnev schafft es hier - soweit ich das bisher nach dem ersten Hören sagen kann - den Spannungsbogen jedes Satzes, jeder Sonate zu halten. Zwar wirkt auch hier jedes Detail durchgeformt, aber ohne dabei den Blick für das große Ganze zu verlieren. Aber demnächst mehr davon.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

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  • Hallo liebe TaminoanerInnen


    Von Mikhail Pletnev besitzen wir nur eine einzige Einspielung mit Werken von Chopin.



    Eingespielt wurden verschiedene Nocturnes, die Barcarolle sowie die Sonate Nr. 2 op. 35.
    Die Sonate erscheint uns hart gespielt und sehr analythisch, zweiter Satz schwank zwischen weichem und hartem Spiel. Insgesamt zu analythisch mit wenig scharm.
    Der Vergleich mit Pollini der hier verschiedendlich erwähnt wurde, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, doch fehlt zumindest bei dieser Aufnahme im Vergleich zu Pollini doch so etwas wie das "Singende zur Seele durchdringende".
    Zuvor diesen Thread durchlesend, konnten wir keine klaren vielfach genannte Referenzaufnahmen ausmachen, dessen Erwerb sich für uns lohnen würde.


    Herzliche Grüsse


    romeo&julia



  • Ich denke es gibt doch eine Platte, die für Euch interessant sein dürfte:



    Bach / Busoni:Chaconne in d aus BWV 1004
    +Beethoven:Klaviersonate Nr. 32
    +Chopin:Scherzi Nr. 1-4
    +Bonus-CD mit den Konzert-Zugaben:Werke
    von Rachmaninoff, Scriabin, Scarlatti,
    Moszkowski, Balakireff


    Der Mitschnitt von Pletnev´s Debüt in der Carnegie-Hall. Zum einen vermittelt das technisch wie intellektuell ausgesprochen anspruchsvolle Programm (inclusive Zugaben auf einer Bonus-CD) einen sehr guten Eindruck von der Vielseitigkeit des Pianisten und seinen enormen technischen und analytischen Fähigkeiten. Natürlich ist Pletnev kein Pianist der loderndes Feuer versprüht sondern eher kühle Brillianz. Aber ein Künstler der ein solches Programm mit derartiger Bravour bewältigt- da kann man nur den Hut ziehen. Mit den Scherzi habe ich Pletnev einmal live in Ludwigshafen gehört und meine Erinnerung deckt sich mit dem Eindruck den der Mitschnitt vom November 2000 vermittelt. Probiert es doch mal mit dieser CD. Es lohnt sich!!


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • hallo Christian, Romeo und Julia,


    den live-mitschnitt erörterte ich schon auf der ersten seite dieses threads ! genauso übrigens kann ich nochmals seine cpe bach-cd dringendst empfehlen. wer z.b. scarlatti und js bach liebt, kommt hier voll auf seine kosten.


    gruß, siamak

    Siamak

  • Zitat

    Original von AcomA
    hallo Christian, Romeo und Julia,


    den live-mitschnitt erörterte ich schon auf der ersten seite dieses threads ! genauso übrigens kann ich nochmals seine cpe bach-cd dringendst empfehlen. wer z.b. scarlatti und js bach liebt, kommt hier voll auf seine kosten.


    Lieber Siamak,


    so etwas dachte ich mir schon, nur war ich heute mittag zu bequem um den ganzen Thread noch einmal durchzulesen- ich hoffe Du siehst mir das nach.


    Liebe Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Servus Christian und Siamak


    Danke meine Herren,
    Als grosser Bach-Liebhaber werden wir uns mal auf die Suche nach der empfohlenen Live-Aufnahme machen und einigen Hörproben nachgehen, um selber einen Eindruck zu bekommen.


    Schöner Tag


    romeo&julia

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  • Liebe Pletnev-Freunde (und solche die es werden wollen:D :D ),


    auf der Internetseite eines Klassikmagazins war heute eine Rezension der neuen Platte des Pianisten zu lesen. Durchaus interessant.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Zitat

    Original von Caesar73
    auf der Internetseite eines Klassikmagazins war heute eine Rezension der neuen Platte des Pianisten zu lesen. Durchaus interessant.


    Hallo Christian,


    meinst Du die Seite, die besondere „Akzente auf die Klassik“ legt?


    Falls ja: Das Geschriebene deckt sich zwar weitgehend mit meinen Eindrücken, spricht aber m.E. nicht für die Qualität der Mozart-Aufnahme. Sicher, Imagination und Intuition sind wichtig, aber wenn ich am Ende das Gefühl habe, zwar einen großartigen Pletnev gehört zu haben, den Mozart aber etwas vermisse, dann stimmt irgend etwas nicht.


    Sicher, besonders auch Richter hat seine Persönlichkeit in der Musik ausgedrückt und nicht immer war das Ergebnis zufrieden stellend (deshalb sollte ich hier eigentlich lieber schweigen :stumm: ), aber Pletnevs sehr persönliche Interpretation empfinde ich fast als Verfremdung von Mozart. Vielleicht bin ich bzgl. Mozart auch besonders streng (u.U. weil ich hier immer etwas „Vollendetes“ erwarte), aber einerseits zu sagen, dass der interpretatorische Ansatz romantisch sei, andererseits das Klangresultat ob seiner Klarheit aber nicht mehr, finde ich etwas merkwürdig. Für mich klingt sie auch im Resultat eher romantisch als klassisch.


    Seltsam ist, dass ich die Aufnahme eigentlich liebe, sie dennoch so kritisiere.


    Gruß, Cosima


    Nachtrag: Ich glaube, dass es einen Unterschied zwischen Richter und Pletnev gibt: Für Richter stand immer das Werk an erster Stelle. Seine Persönlichkeit floss zwar ein in die Interpretation, dennoch stellte er sich bescheiden hinter das Werk.


    Bei Pletnev scheint es umgekehrt zu sein: Seine Vorstellung („Imagination und Intuition“) von den Mozart-Sonaten stellt er bewußt über das Werk und den Komponisten an sich. Er versteht Mozart voll und ganz aus seiner eigenen Person heraus und stellt sich somit vor das Werk.


    Klingt ein bisschen konfus, vielleicht versteht mich jemand. :D

  • Liebe Cosima,


    ich meinte die Zeitschrift (Himmel wie drücke ich das jetzt aus? :D ) die zwar Akzente setzt, aber so nicht heißt, sondern etwas mit einem Rondo zu tun hat.


    Es scheint wohl so zu sein, dass Pletnev´s Lesart stark polarisiert. Pletnev hat Mozarts Sonaten offenbar mit dem CT durchleuchtet und bis in die kleinsten Verästelungen durchleuchtet. Und diese stark intellektualistische Herangehensweise hört man deutlich. Pletnevs Mozart wirkt kühl- aber es ist nicht die kühle Glätte eines Marmorblocks, vielmehr scheint Pletnev daran zu liegen, das Abgründige in Mozarts Sonaten hervorzuheben und das nicht nur bei KV 457. Eben keinen apollinischen Schöngeist.



    Zitat

    Bei Pletnev scheint es umgekehrt zu sein: Seine Vorstellung („Imagination und Intuition“) von den Mozart-Sonaten stellt er bewußt über das Werk und den Komponisten an sich. Er versteht Mozart voll und ganz aus seiner eigenen Person heraus und stellt sich somit vor das Werk.


    Das klingt überhaupt nicht konfus. Nur könnte ich mir vorstellen, dass Pletnev Dir energisch widersprechen würde. Vermutlich kann er seine Lesart sogar mit dem Urtext begründen und präzise erläutern warum er so und nicht anders spielt. Zumindest würde das zu seiner analytischen Herangehensweise passen.


    Als übermäßig romantisch empfinde ich Pletnevs Spiel keineswegs- dass würde ja heißen, dass er sich extreme Freiheiten bei der Interpretation leistet. (Und das scheint, wenn ich seine Aufnahme mit der von Maria Joao Pires vergleiche, nicht der Fall zu sein) Mit seiner kühl-intellektuellen Spielweise ist Pletnev für mich eigentlich die personifizierte Antithese zu romantisch.


    Ich vemute Pletnev würde es als Kompliment empfinden, dass seine Aufnahmen faszinieren und irritieren.
    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christain

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Lieber Christian,


    dann meinte ich eine andere Rezension. Auffällig ist wirklich, wie stark die Aufnahme polarisiert:


    Zum Beispiel in der neuen FF, die eben die Post brachte, lobt Ingo Harden zwar Pletnevs „hervorragende manuelle Realisierung der Sonaten“, sein Fazit ist jedoch: „Preziöser Manierismus ist sicherlich das Letzte, was die Mozart-Interpretation zu irgendeiner Zeit nötig hat.“


    Aber weißt Du was? Bevor ich mir noch länger den Kopf zerbreche, belasse ich es hierbei:


    Zitat

    Ich vemute Pletnev würde es als Kompliment empfinden, dass seine Aufnahmen faszinieren und irritieren.


    Genau so empfinde ich nämlich.


    Liebe Grüße,
    Cosima


    Noch ein Nachtrag hierzu:


    Zitat

    Zumindest würde das zu seiner analytischen Herangehensweise passen.


    Ehrlich, ich weiß nicht. Ich habe ein wenig das Gefühl, als wenn Pletnev Mozart grundsätzlich ein wenig hilflos gegenübersteht. Daher auch seine Aussage (auf der anderen Seite, die mit den „Akzenten in der Klassik“):


    "Bei Mozart sind humorvolle Sachen häufig sehr ernst. Und ernste Sachen, wie auch immer, sehr humorvoll", meint er zu seiner Vorstellung der Klanggestalt und ergänzt: "Musiker müssen eine gewisse Kraft der Imagination besitzen. Ein Künstler ohne Intuition, tut besser daran, es als Buchhalter zu versuchen".


    Wieso reitet er – der sonst so analytische Pianist – so sehr auf seiner „Imagination und Intuition“ herum? Mir erscheint das suspekt.

  • Zitat

    Original von Cosima


    Genau so empfinde ich nämlich.


    Liebe Cosima,


    bei Lang Lang´s Einspielung der C-Dur Sonate, KV 330 geht es mir genau umgekehrt:


    Lang Lang spielt klassisch-ausgewogen, schön eben. Aber weder Faszination noch Irritation stellen sich ein. Und da ist mir Pletnev mit seinem "preziösen Manierismus" allemal lieber, weil der mich zum Nachdenken, Nachfühlen anregt.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

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  • hallo Cosima und Christian,


    heute habe ich mir karten für pletnevs klavierabend in der essener philharmonie für den 02.06. im rahmen des klavierfestivals ruhr gekauft ! er wird spielen: mozarts sonaten KV 330 und 331 und schumanns kreisleriana ! danach werde ich entscheiden, ob ich seine mozart-platte kaufen werde.


    gruß, siamak :rolleyes:

    Siamak

  • Hallo Siamak, hallo allerseits!


    Zitat

    Original von AcomA
    heute habe ich mir karten für pletnevs klavierabend in der essener philharmonie für den 02.06. im rahmen des klavierfestivals ruhr gekauft !


    Wolltest du Dir nicht auch Demidenko/Alexeev anhören? Leider spielen sie ja die Sinf. Tänze nicht; Argerich/Freire haben sie dafür im Programm.


    Eben sah ich im HR-Fernsehen Pletnev mit den „Bildern“ von Mussorgskij (Festspielhaus Baden-Baden, 2004). Schon sehr feinsinnig und differenziert interpretiert, aber mir persönlich etwas zu kühl und sachlich.


    Gruß, Cosima

  • hallo Cosima,


    bei argerich/freire habe ich sofort zugeschlagen ! wahrscheinlich ist dieser abend jetzt schon ausverkauft. gäbe es argerich/freire nicht, hätte ich mich tatsächlich für alexeev/demidenko entschieden ! die beiden hyperion-künstler spielen leider an einem eher unattraktiven standort (bottrop) mitten in der woche !


    der abend mit moravec war übrigens sofort ausverkauft ! ich kam 1 stunde zu spät !


    gruß, siamak :)

    Siamak

  • Hallo TaminoanerInnen


    Wir haben uns nun die von Christian und siamak empfohlene Aufnahme des Carnige-Konzertes angeschafft und die Klaviersonate op. 111 von Beethoven mit anderen Aufnahmen verlichen und konnten uns wiederum nicht uneingeschänkt damit anfreunden. Das Spiel wirkt zum Teil etwas gebremst aber leicht, linientreu und klar vorgetragen, gelegentlich zu Kontrastreich und unausgeglichen, Gesamteindruck etwas gehemmt und gezögert gespielt, ohne metaphysisches Pathos.



    Die restlichen Werke haben wir noch nicht eingehend angehört.


    Herzliche Grüsse


    romeo&julia

  • hallo Romeo & julia,


    pletnevs interpretation würde ich jedenfalls als überdurchschnittlich bezeichnen. er ist halt kein 'beethoven-spezialist'.


    gruß, siamak :)

    Siamak

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  • Zitat

    Original von AcomA
    hallo Romeo & julia,


    pletnevs interpretation würde ich jedenfalls als überdurchschnittlich bezeichnen. er ist halt kein 'beethoven-spezialist'.


    gruß, siamak :)


    Apropros Pletnev und Beethoven:


    Auf einer Internetseite über den Pianisten habe ich gelesen, dass Pletnev im September mit dem von ihm gegründeten russischen Nationalorchester Beethovens Klavierkonzerte aufnehmen möchte.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)


  • Und auf der Homepage der DG ist zu lesen, dass er zur Zeit alle Sinfonien Beethovens aufnimmt:


    Artists:
    Angela Denoke, soprano
    Marianna Tarasova, mezzo-soprano
    Endrik Wottrich, tenor
    Matthias Goerne, baritone
    The Moscow State Chamber Choir
    Vladimir Minin, chorus master
    Russian National Orchestra
    Mikhail Pletnev, conductor


    Repertoire:
    Ludwig van Beethoven (1770-1827): The Symphonies


    Recording Information:
    Recording: Moscow (State Conservatory, Great Hall), 06-07/2006
    Producer & Project Coordinator: Matthias Spindler
    Recording Producer: Rainer Maillard
    Tonmeister (Balance Engineer): Rainer Maillard
    Recording Engineer: Jürgen Bulgrin
    Assistant Engineer: Vladimir Schuster
    Editing: Rainer Maillard

    Grüße,
    Christian

  • Lieber Khampan,


    Du schriebst in einem Thread:


    Zitat

    Ich wollte mich eigentlich heraushalten, weil ich mich nicht intensiv genug mit dem aktuellen Pianistenmarkt beschäftigt habe.
    Aber... Pletnev mehr Stimmen als Sokolov?! Das kann man so nicht stehenlassen.


    Nein? Also ich habe damit keine Probleme ....:D


    Wäre doch eine willkommene Gelegenheit über Pletnev zu diskutieren?


    Herzliche Grüße,:hello::hello: Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Zugegeben, das einzige was ich von Pletnev bisher gehört habe, ist eine Konzertübertragung mit u.a. Mozart KV 331 (die mit alla turca). Es war, 'tschuldigung, zum Schuheausziehen:
    Freie Fantasie über Mozart, so als hätte jemand absichtlich 30 Jahre nicht mehr in die Noten gesehen, weil sie ihn langweilen. O.k. sicher hat er sich seine Gedanken gemacht, und eine gewisse Aussagekraft kann ich ihm nicht absprechen.


    Aber Musik muß nach meinem Verständnis eine Balance halten zwischen Freiheit und gewissen Ordnungsprinzipien. Ordnung auch in Form von Kontrolle anhand des Notentextes. In dieser Beziehung war absolute Fehlanzeige.


    Hat mich fatal an Martin Stadtfeld erinnert. Für mich nicht tragbar, tut mir leid, aber jeder treffe bitte seine eigene Entscheidung.


    Gruß, Khampan

  • Zitat

    Original von Khampan


    Aber Musik muß nach meinem Verständnis eine Balance halten zwischen Freiheit und gewissen Ordnungsprinzipien. Ordnung auch in Form von Kontrolle anhand des Notentextes. In dieser Beziehung war absolute Fehlanzeige.


    Hat mich fatal an Martin Stadtfeld erinnert. Für mich nicht tragbar, tut mir leid, aber jeder treffe bitte seine eigene Entscheidung.


    Hallo Khampan,


    über Pletnevs Mozart Deutung kann man sicher streiten. Mir hat die CD gefallen- sie ist in gewisser Weise typisch für Pletnev: Intellektuell-grüblerisch- eine extreme Deutung, gewiss. Zum Kennenlernen Pletnevs würde ich aber zu einer anderen CD greifen: Entweder das hier im Thread besprochene Konzert in Carnegie Hall oder aber auch seine Scarlatti-Scheibe.


    Eines ist jedendfalls bei Pletnev garantiert: Seine Konzerte sind immer ausgesprochen spannende Erlebnisse. Aber das ist selbstredend Geschmacksfrage, allerdings hinkt der Vergleich mit Stadtfeld (Den ich nicht sonderlich schätze) ein wenig. Da liegen Welten dazwischen, schon allein der Generation wegen.
    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

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  • Pletnev überzeugt mich nicht immer.


    Aber seine C. P. E. Bach Klavier-CD und sein Scarlatti Doppelalbum sind absolute Lieblinge meiner Sammlung!

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Hallo!


    Ich habe so einige Aufnahmen mittlerweile von dem guten Mikhail, erwärmen können die mich irgnedwie alle nicht wirklich. Es ist alles ganz nett technisch sicher ausgereift aber doch irgendwie spröde und ohne sichtbare Akzente. Er versteht sein Handwerk lässt aber an Interpretationstiefe fehlen. Vor allem seine Klavierkonzerte von Tchaikovsky, die er sehr löblich alle drei eingespielt hat, sind unspektakulär. Es ist wie bereits erwähnt gutes Handwerk mehr nicht. Ich besitze auch die etwas ältere Gesamteinspielung von Scarlattis Klaviersonaten. Hier weiß er durch seine makellose Technik eher zu überzeugen, aber auch hier fehlt das gewisse etwas.
    Leider muss ich zugeben, dass mich andere Pianisten doch mehr bewegen als er, da ich ihn vor allem als Kapellmeister doch gerade bei russischer Literatur als sehr gut empfinde. Gerade die bei DG erschienene Scheibe mit den Russischen Ouvertüren hat mich berührt.


    Fazit: Ein sehr guter Pianist mit ansehnlicher Technik, der mich nicht vom Hocker reisst.


    :hello:

  • Zitat

    Original von Opus28


    Fazit: Ein sehr guter Pianist mit ansehnlicher Technik, der mich nicht vom Hocker reisst.


    :hello:


    Ist ja auch kein Schaden. :D


    Apropros Erwärmen: Kennzeichnend für Pletnevs Spiel ist eben eine gewisse Kühle. Zu den Pianisten die am Flügel Feuer verströmen gehört er mit Sicherheit nicht. Auch im Konzert ist das so: Pletnev wirkt am Klavier immer so, als wäre das was er gerade tut keine besondere Anstrengung. Auch beim Finale der Symphonischen Etüden wirkt er nicht im mindestens angestrengt. Man hat das Gefühl er könne immer und jeder Zeit noch ein Schippe drauflegen, um es ein wenig salopp zu formulieren, seine technischen Reserven wirken unbegrenzt Das Spiel Pletnevs ist eben kühl und intellektuell, manchmal sogar vergrübelt. Mich reizt gerade das an seinen Interpretationen. Langweilig finde ich sie nie.


    Bemerkenswert finde ich bei Pletnev, dass er den Spagat zwischen Pianist und Dirigent hinbekommen hat, ohne das seine Qualität als Pianist darunter gelitten hätte- das schafft ja nicht jeder, wenn ich da an Vladimir Ashkenazy oder Daniel Barenboim denke.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • Zitat

    Original von Opus28
    Ich besitze auch die etwas ältere Gesamteinspielung von Scarlattis Klaviersonaten. Hier weiß er durch seine makellose Technik eher zu überzeugen, aber auch hier fehlt das gewisse etwas.


    Wieviele CDs sind denn das?

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Melot1967


    Wieviele CDs sind denn das?


    Lieber Melot,


    es ist keine Gesamteinspielung :D , Pletnev hat eine Auswahl aufgenommen- auf zwei CD´s:




    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

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