Lore Hoffmann (1911-1996)

  • Zitat

    Es ist unverständlich, dass man diese "soprano with a voice of te purest quality" (A.R.-Gramophone) heute nahezu vergessen hat. Sie könnte ohne weiteres der illustren Reihe: Schwarzkopf, Della Casa, Jurinac, Grümmer zugefügt werden.


    Dieses Zitat hat mich veranlasst, zu ihrem heutigen 100. Geburtstag einen eigenen Thread zu eröffnen:



    Die lyrische Sopranistin Lore Hoffmann (* 23. August 1911 in Bielefeld - gestorben am 16. Februar 1996 in Bad Pyrmont) sang vor allem an den Berliner und Hamburger Operntheatern (u.a. viele Mozartpartien, Eva in Wagners 'Meistersinger von Nürnberg', Mimi in Puccinis 'La Bohème') und war als Konzertsängerin aktiv.
    Zusammen mit Rudolf Schock singt sie daneben Operette in einer auch auf CD erhältlichen vollständigen Rundfunk-Aufnahme (1951) des 'Grafen von Luxemburg' von Franz Lehár.



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Lore Hoffmann, hier in den "Lustigen Weibern von Windsor", stasrb am 18. Februasr 1996.


    Heute ist ihr 19. Todestag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute hat Lore Hoffmann wieder Geburtstag. Dafür habe ich hier die "Lustigen Weiber von Windsor", wo sie die Jungfer Anna Reich singt:



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Liebe Taminos,


    Lore Hoffmann zählte in der Mitte des vorigen Jahrhunderts (neben Trude Eipperle, Elisabeth Grümmer, Annelies Kupper, Anny Schlemm und Elfride Trötschel) zu den bekanntesten (west-)deutschen Rundfunk-Sängerinnen im 'lyrischen Sopran-Fach' – und ist heute leider total vergessen, was daran liegt, dass ihre Aufnahmen nicht mehr gesendet werden und die damalige Schallplatten-Industrie keine Notiz von ihr nahm.


    Besonders ihre Verkörperung der Titelrolle in Puccinis "Madame Butterfly" - die früher wesentlich 'leichter' besetzt wurde als heute, man denke an Erna Berger, Irma Beilke oder Elfride Trötschel - wurde derart berühmt, dass sie diese Partie alleine in drei verschiedenen Rundfunk-Aufnahmen sang: 1937 mit Peter Anders beim Reichsrundfunk in Breslau, 1948 mit Rudolf Schock beim NWDR in Hamburg und 1951 mit Julius Patzak in einer Produktion des Bayerischen Rundfunks.


    1911 in Bielefeld geboren, studierte Lore Hoffmann von 1929 bis 1933 an der Berliner Musikhochschule bei der berühmten Pädagogin Lula Mysz-Gmeiner (die auch die Lehrerin von Peter Anders war) und begann ihre Bühnenlaufbahn am Opernhaus der Stadt Breslau in der Titelrolle von Albert Lortzings “Undine”. Bereits ein Jahr später (1934) holte sie der neue Intendant des Charlottenburger Opernhauses ('Deutsches Opernhaus'), Wilhelm Rode, nach Berlin und besetzte sie in einer Neu-Inszenierung der “Bohème” als 'Mimi' neben dem (früh verstorbenen) 'Publikums-Liebling' Valentin Haller, Hanns Heinz Nissen und Tresi Rudolph. Für eine Neu-Inszenierung des “Postillons von Lonjumeau” (mit Margret Pfahl, Valentin Haller, Edwin Heyer und Eduard Kandl) wurde extra für Lore Hoffmann die Statisten-Rolle der 'Zofe' durch Einfügung von Musik aus anderen Werken Adolphe Adams umgearbeitet. Es folgten Partien wie die 'Nuri' im “Tiefland”, Humperdincks 'Gretel' und die 'Gänsemagd' in den “Königskindern” (mit Valentin Haller und Hans Reinmar), die Titelrolle in Cesar Bresgens “Dornröschen” (1942 im damals deutschen Strasbourg uraufgeführt ), die “Mignon” von Ambroise Thomas (neben Margret Pfahl, Walther Ludwig und Hanns Heinz Nissen – dirigiert von Ettore Panizza!) und die Mozart-Partien “Cherubino”, “Zerlina”, “Ilia” (hier mit Elsa Larcén, Henk Noort und Walther Ludwig) und “Pamina”.


    Vor der Zerstörung des 'Deutschen Opernhauses' in Berlin im November 1943 war die 'Terinka' in Antonín Dvořáks “Der Jakobiner” (neben Elfriede Wasserthal, Walther Ludwig, Karl Schmitt-Walter, Hanns Heinz Nissen und Wilhelm Schirp sowie Reinhard Dörr als 'Benda') ihre letzte neue Rolle. Danach spielte man noch bis zur Schließung sämtlicher deutschen Bühnen (im Herbst 1944) in einem Behelfstheater in der Berliner 'Hasenheide'. Bereits 1946 gastierte Lore Hoffmann an der Hamburgischen Staatsoper – man spielte dort im Schauspielhaus ('Garrison-Theater') und im ehemaligen Bühnenhaus der zerstörten Staatsoper – als 'Cherubino' und wurde sofort in das Hamburger Ensemble aufgenommen. Und schon am 28. 1. 1947 gab die Sängerin einen Liederabend im Behelfsquartier an der Dammtorstraße.


    Es folgten Auftritte mit Rollen wie die 'Antonia' (im endlich wieder spielbaren “Hoffmanns Erzählungen”), die 'Baronin Freimann' im “Wildschütz”, die Titelpartie in Orffs “Die Kluge”, die 'Lucile' in der deutschen Erstaufführung von Gottfried von Einems “Dantons Tod”, die 'Sonja' in Heinrich Sutermeisters “Raskolnikoff” (ebenfalls deutsche Erstaufführung) und die “Fledermaus”-'Rosalinde'. Auch an Gastspielen des Hamburger Ensembles nahm sie teil: 1947 und 1948 bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen (Mozarts 'Cherubino' und Orffs 'Die Kluge') und 1951 ('Pamina' neben Wilma Lipp, Anneliese Rothenberger, Rudolf Schock, Horst Günter und Gottlob Frick) sowie 1950 in Dublin ('Zerlina' und 'Fiordiligi'). Einzelgastspiele gab sie nur selten, z. B. an der Städtischen Oper Berlin als 'Mrs. Ford' im “Falstaff”; die unprätentiöse, bescheidene Sopranistin empfand sich als Ensemble-Sängerin, was auch erklärt, weshalb ihr Bekanntheitsgrad außerhalb Hamburgs bis heute so gering ist.


    Lore Hoffmann übernahm zunehmend die Partien des lyrischen Sopranfachs – in Premieren z. B. 1952 die 'Agathe' im “Freischütz” (mit Anneliese Rothenberger, Peter Anders und Caspar Bröcheler) und schon 1950 die 'Eva' in den “Meistersingern” (mit Peter Anders und Mathieu Ahlersmeyer). Nach dem Umzug 1955 in das 'neue' große Haus der Hamburgischen Staatsoper machte sich bei ihr auch das bemerkbar, was zur gleichen Zeit vielen Wiener Sängern nach dem Umzug aus dem 'Asyl' des Theaters an der Wien bzw. der Volksoper in das neue Haus 'am Ring' widerfuhr: sie kam offensichtlich mit der Akustik nicht zurecht und begann, die Stimme zu forcieren und - bedingt durch den oftmaligen Einsatz im Repertoire-Alltag, denn die Hamburger Oper verfügte damals außer Lore Hoffmann nur über zwei weitere vergleichbare lyrische Soprane: Clara Ebers und die tragisch früh verstorbene Amerikanerin Anne Bollinger – auch zu strapazieren. Mit einer Aufführung des “Deutschen Requiems” von Johannes Brahms im Hamburger 'Michel' nahm Lore Hoffmann im November 1958 nach 25 Berufsjahren Abschied von ihrem Publikum und zog sich erst 47jährig in's Privatleben zurück; 1996 ist sie in Bad Pyrmont gestorben.


    Lore Hoffmann hat leider nur wenige Tondokumente hinterlassen (außer nur drei kommerziellen Aufnahmen alles Produktionen des Rundfunks), aber diese haben gereicht, um sie in den 50er Jahren zu einer der beliebtesten Sängerinnen im Sendegebiet des damaligen NWDR zu machen; ihre Einzeltitel waren oft Bestandteil von sogenannten 'Hörer-Wunschprogrammen'. Die mir bekannten Aufnahmen möchte ich in den nächsten Wochen hier auflisten.


    Carlo

  • Lore Hoffmann hat leider nur wenige Tondokumente hinterlassen (außer nur drei kommerziellen Aufnahmen alles Produktionen des Rundfunks), aber diese haben gereicht, um sie in den 50er Jahren zu einer der beliebtesten Sängerinnen im Sendegebiet des damaligen NWDR zu machen; ihre Einzeltitel waren oft Bestandteil von sogenannten 'Hörer-Wunschprogrammen'. Die mir bekannten Aufnahmen möchte ich in den nächsten Wochen hier auflisten.

    Ein guter Plan, lieber Carlo. Ich lege schon mal die "Gräfin Mariza" auf. :)

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Hier ist der erste Teil meiner Liste mit den Opern-Gesamtaufnahmen von Lore Hoffmann:



    “Polifem” ('Polifemo') (Giovanni Battista Bononcini): Polifem, ein Riese - Sigmund Roth / Galathea, eine Nymphe - Lore Hoffmann / Acis, ein Schäfer - Petre Munteanu / Glaucus, ein Fischer - Horst Günter / Silla , eine Nymphe - Margot Guilleaume / Circe, eine Zauberin - Käthe Maas / Venus, Göttin der Liebe - Anneliese Rothenberger / Das Hamburger Rundfunkorchester / Hermann Spitz (Hamburg, Funkhaus, 23. - 27. 10. 1950, in deutscher Sprache). Diese 'Pastorale' - 1702 von Giovanni Battista Bononcini (auf ein Libretto von Attilio Ariosti ) für das Opernhaus im Schloss Lietzenburg (Charlottenburg) in Berlin komponiert und 2019 bei den Musikfestspielen in Potsdam-Sanssouci wieder aufgeführt - wurde auch 1937 (u. a. mit Hildegard Erdmann, Gertrud Callam, Helmut Melchert, Karl Schmitt-Walter und Albert Fischer als Polifem mit dem Orchester des Reichssenders Berlin unter Heinrich Steiner) und 1944 (mit u. a. Jetty Topitz-Feiler, Fritzi Margaritella, Emmy Funk, Anton Dermota, Alfred Poell und Herbert Alsen als Polifem mit dem Großen Wiener Rundfunkorchester unter Max Schönherr) für den Rundfunk aufgenommen. (Die Wiener Aufnahme ist beim 'ORF' und beim 'Hamburger Archiv' auf CD erschienen.)

    Der Dirigent Hermann Spitz leitete unter dem Pseudonym 'Harry Hermann' beim Norddeutschen Rundfunk ein eigenes Orchester und spielte überwiegend 'gehobene' Unterhaltungsmusik ein – auch mit vielen 'klassischen' Sängern. Hauptberuflich war er von 1947 bis 1955 Leiter der Abteilung 'Musik' beim damaligen NWDR Hamburg, vergab Kompositionsaufträge u. a. an Boris Blacher. Giselher Klebe, Luigi Nono und Bernd Alois Zimmermann. Er dirigierte die Erstsendungen der Funkopern "Ein Landarzt" (1951) und "Das Ende einer Welt" (1953) von Hans Werner Henze und des Oratoriums "Die Mauer" von Hans Ulrich Engelmann (1955), aber auch im Jahre 1953 eine schöne Aufnahme von Pergolesis "Die Magd als Herrin" ('La serva padrona') mit Rita Streich und Josef Greindl.



    “André Chenier” (Umberto Giordano): André Chenier – Wilhelm Lückert / Charles Gérard – Hans Herbert Fiedler / Die Gräfin von Coigny – Hedy Gura / Madeleine von Coigny – Lore Hoffmann / Bersi – Maria von Ilosvay / Roucher – Theodor Schlott / Pierre Fléville – Adolf Meyer-Bremen / Der Incroyabel – Rupert Glawitsch / Fouquier-Tinville – Carl Bay / Madelon – Ursula Tiedtke-Tabory / Mathieu – Gustav Neidlinger / Der Abate – Fritz Göllnitz u. a. / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, Sendung im NWDR Hamburg am 25. 11. 1949).



    “Der betrogene Kadi” ('Le Cadi dupée') (Christoph Willibald Gluck): Der Kadi – Josef Greindl / Fatime, seine Gattin – Lore Hoffmann / Zelmire, ihre Dienerin – Maria Stader / Nuradin – Petre Munteanu / Omar, ein Färber – Horst Günter / Omega, seine Tochter – Anneliese Rothenberger / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, 1953).



    “Margarete” ('Faust') (Charles Gounod): Faust – Petre Munteanu / Mephisto – Alexander Welitsch / Margarete – Lore Hoffmann / Valentin – Horst Günter / Marthe – Margarete Dietrich-Wülfing / Siebel – Margot Guilleaume / Brander – Joseph Olah / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, aufgenommen vom 24. bis 27. 11. 1949) Veröffentlicht gesamt bei 'Relief' und im 'Hamburger Archiv'; als Querschnitt bei 'Documents'.



    “Der Konsul” ('The Consul') (Gian Carlo Menotti): Magda Sorel – Nathalie Hinsch-Gröndahl / John Sorel, ihr Mann – Benno Kusche / Johns Mutter – Else Schürhoff / Assan, ein Glaser, Johns Freund – Carl Hoppe / Der Agent der Geheimpolizei – Gerhard Misske / Die Sekretärin – Marta Rohs / Mr. Kofner – Georg Wieter / Die Ausländerin – Felicie Hüni-Mihacsek / Anna Gomez – Lore Hoffmann / Vera Boronel – Maria Wolf / Nika Magadoff, ein Zauberer – László Szemere / Der Abteilungsleiter – Heinz Leo Fischer / Ein Beamter der Geheimpolizei – Paul Dahlke / Die Stimme der Vision – Godela Orff / Die drei letztgenannten Rollen werden von Schauspielern gesprochen. / Das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Dirigent: Meinhard von Zallinger / Funkbearbeitung und -regie: Peter Tiedemann (München, Funkhaus, 17. 9. - 4. 11. 1951).



    Carlo

  • Opern-Gesamtaufnahmen mit Lore Hoffmann (2. Teil):



    “Don Giovanni” (Wolfgang Amadé Mozart): Don Giovanni – Paul Schöffler / Leporello – Erich Kunz / Der Komtur – Ludwig Hofmann / Donna Anna – Carla Martinis / Don Ottavio – Anton Dermota / Donna Elvira – Suzanne Danco / Masetto – Gustav Neidlinger / Zerlina - Lore Hoffmann / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Leopold Ludwig (Hamburg, Funkhaus, November 1951, Gesamtaufnahme in italienischer Sprache!) Veröffentlicht als LP-Ausgabe bei 'Melodram' und auf CD u. a. bei 'Preiser' und 'Urania' (Italien).



    “Die lustigen Weiber von Windsor” (Otto Nicolai): Sir John Falstaff – Wilhelm Strienz / Herr Fluth – Georg Hann / Herr Reich – Ludwig Windisch / Fenton – Walther Ludwig / Junker Spärlich – Hans Florian / Dr. Cajus – Edwin Heyer / Frau Fluth – Irma Beilke / Frau Reich – Marie-Luise Schilp / Anna Reich – Lore Hoffmann / Der Chor des Deutschen Opernhauses Berlin / Chorltg.: Wilhelm Lüddecke / Das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Haus des Rundfunks, 2. 5. 1943, Sendung am 15. 5. 1943). Die Tonbänder dieser Gesamtaufnahme - ohne Dialoge – wurden von der 'American Sound Corporation' aus Bellville (New Jersey) nach dem Krieg in Berlin gekauft und 1952 unter der Schallplatten-Marke 'Urania' in den USA veröffentlicht. Auf CD ist diese Einspielung mittlerweile bei mehreren Anbietern erhältlich.



    “Madame Butterfly” (Giacomo Puccini): Cho-Cho-San – Lore Hoffmann / Suzuki – Margarete Heyer / B. F. Linkerton – Peter Anders / Sharpless – Max Hartmann / Goro – Ernst Renzhammer / Bonze – Erwin Ross u. a. / Der Chor und das Große Orchester des Reichssenders Königsberg / Dirigent: Wolfgang Brückner / Funkregie: Walther Ottendorf (Königsberg, Funkhaus, gesendet am 6. 5. 1937)


    dto.: Cho-Cho-San – Lore Hoffmann / Suzuki – Gisa Nerz / B. F. Linkerton – Julius Patzak / Sharpless – Karl Schmitt-Walter / Goro – Paul Kuen / Kate Linkerton – Hanna Scholl / Bonze – Georg Wieter / Yamadori – Walter Praetorius u. a. / Der Chor und das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Hans Altmann (München, Kongress-Saal des Deutschen Museums, Sendung im Bayerischen Rundfunk am 27. 5. 1951).



    “Das Rheingold” (Richard Wagner): Wotan – Ferdinand Frantz / Donner – Josef Metternich / Froh – Rudolf Schock / Loge – Wolfgang Windgassen / Alberich – Gustav Neidlinger / Mime – Paul Kuen / Fasolt – Gottlob Frick / Fafner – Josef Greindl / Fricka und Erda – Res Fischer / Freia – Lore Hoffmann / Woglinde – Margot Guilleaume / Wellgunde – Ilse Koegel / Floßhilde – Maria von Ilosvay / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, aufgenommen vom 9. bis 14. 9. 1952, Sendung im NWDR Hamburg am 7. 10. 1952) Veröffentlicht auf CDs bei 'Gebhardt' und 'Walhall'.



    Nächste Woche geht es weiter mit Opern-Ausschnitten.



    Carlo

  • Opernszenen und -ausschnitte mit Lore Hoffmann (1. Teil):



    "Tiefland" (Eugen d'Albert): Erster Akt, Finale "Schau her, das ist ein Taler... Es kam in jeder Nacht ein Wolf in unser'n Stall - So nimm das Geld, ich schenk' es dir - Du träumst, du bist geblendet." - Zweiter Akt, Szenen 5 und 6 "Ei, so mürrisch, so verdrießlich! - Da kommt sie selbst! - Verflucht bin ich! Ich bin ein wildes Tier!" / Pedro - Willi Störring / Marta - Liselotte Enck / Pepa - Margarete Düren / Antonia - Lore Hoffmann / Rosalia - Elfriede Marherr-Wagner / Das Orchester der Berliner Staatsoper / Dirigent: Robert Heger (Berlin, Juni 1943). Diese Ausschnitte (Dauer ca. 20 Minuten) wurden der "Tiefland"-Aufnahme des Hessischen Rundfunks von 1953 (mit Max Lorenz) in der Ausgabe bei 'Walhall' (2004) als Bonus angehängt.



    “Carmen” (Georges Bizet): Duett Micaela-Don José “Wie? Du kommst von der Mutter... Ich seh' die Mutter dort” / Micaela – Lore Hoffmann / Don José – Walther Ludwig / Das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Haus des Rundfunks, 1943).



    “Die Schneider von Schönau” (Jan Brandts Buys): Arie der Veronika “Heute soll ich mich entscheiden” - Duett Florian-Veronika “Ich sehe dort Veronika! Wie schön sie ist in ihrem Feierkleid” / Veronika – Lore Hoffmann / Florian - Rudolf Schock / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 22. 3. 1951). Das Duett erschien auf einem Rudolf-Schock-Portrait bei 'Acanta' (LP und CD). Die komische, dreiaktige Oper “Die Schneider von Schönau” des niederländischen Komponisten Jan Brandts Buys - der in Frankfurt und Wien studierte und mit Johannes Brahms befreundet war - wurde am 1. 4. 1916 an der Dresdner Hofoper (Veronika: Minnie Nast, die erste Sophie im “Rosenkavalier”) uraufgeführt und zählt mit über tausend Aufführungen in den folgenden Jahren zu den großen Opernerfolgen des frühen 20. Jahrhunderts. Der niederländische Rundfunk NOS (Nederlandse Omroep Stichting) brachte das Werk am 19. 4. 1991 konzertant – in deutscher Sprache - im Muziekcentrum Vredenburg in Utrecht mit Soile Isokoski und Anthony Roden in den Hauptrollen (Dirigent: David Parry), seither hat es aber leider keine weiteren Auffüjhrungen gegeben.



    “Der Barbier von Bagdad” (Peter Cornelius): Duett Margiana-Nureddin “O holdes Bild in Engelsschöne... So mag kein andres Wort erklingen" aus dem 2. Akt / Margiana – Lore Hoffmann / Nureddin – Rudolf Schock / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, 22. 3. 1951). Veröffentlicht auf Rudolf-Schock-Portraits bei 'Acanta' und 'Relief' (LP und CD).



    “Almira, Königin in Castilien oder Der in Kronen erlangte Glückswechsel” (Georg Friedrich Händel): Arie der Almira aus dem 1. Akt “Geloso tormento” / Almira – Lore Hoffmann / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 1952). Dies ist die erste Oper von Georg Friedrich Händel, uraufgeführt am 6. 1. 1705 im Hamburger 'Theater am Gänsemarkt'. Die Arie mit Lore Hoffmann wurde für eine Rundfunksendung des NWDR Hamburg über dieses erste deutsche 'Bürgertheater' eingespielt.



    “Aurora” (E. Th. A. Hoffmann): Finale 3. Akt / Cephalus, ein junger Hirt - Lore Hoffmann / Procris, Tochter des Königs von Athen - Hildegard Erdmann / Dejoneus, König von Phokis – Hans Wocke / Polybius, Feldherr der Athenienser – Hanns Heinz Nissen / Philarcus, Oberster der Leibwache des Dejoneus - Julius Katona / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Chorltg. und Dirigent: Heinzkarl Weigel (Berlin, Haus des Rundfunks, 11. 12. 1942). (Dieser 10 Minuten lange Ausschnitt stammt vermutlich aus einer Rundfunksendung über E. Th. A. Hoffmann – siehe auch den Ausschnitt aus seiner “Undine”.) Der Dichter-Komponist schuf das Werk in den Jahren 1811-1812 als 'Große romantische Oper' mit dem Libretto von Franz von Holbein, basierend auf Ovids “Metamorphosen”. Erst 1933 kam die “Aurora” in Bamberg zur Uraufführung - in einer Bearbeitung von Lukas Böttcher mit neu geschriebenen Dialogen; 1990 dirigierte Hermann Dechant in Bamberg eine konzertante Aufführung von Hoffmanns Originalfassung, wovon es auch eine CD-Veröffentlichung (ohne Dialoge) bei 'Bayer-Records' gibt.



    “Undine” (E. Th. A. Hoffmann): Finale 2. Akt (ab “O weh! Was hast du angerichtet?”) / Undine – Lore Hoffmann / Huldbrand von Ringstetten – Hans Wocke / Kühleborn – Hanns Heinz Nissen / Berthalda – Hildegard Erdmann / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Chorltg. und Dirigent: Heinzkarl Weigel (Berlin, Haus des Rundfunks, 11. 12. 1942).



    Carlo

  • Opernszenen und -ausschnitte mit Lore Hoffmann (2. Teil):



    “Hänsel und Gretel” (Engelbert Humperdinck): Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh... Brüderchen, komm', tanz' mit mir* – Der kleine Sandmann bin ich – Abends will ich schlafen geh'n – Traumpantomime – Mir träumte, ich hört' ein Rauschen und Klingen ... Von Kuchen und Torten ein Häuslein gemacht / Gretel – Lore Hoffmann / Hänsel – Martha Mödl / Sandmännchen – Elisabeth de Freitas / Das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 1949, Dauer: 25 Minuten). *Dieses Duett ist enthalten auf dem Martha Mödl gewidmeten Portrait von 'Melodram' (2LP) in der ersten Serie 'Live: 25 voci celebri della lirica' (1980) .


    dto.: Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh... Brüderchen, komm', tanz' mit mir – Ein Männlein steht im Walde – Der kleine Sandmann bin ich – Abends will ich schlafen geh'n / Gretel – Erika Köth / Hänsel - Lore Hoffmann / Sandmännchen – Helga Hildebrand / Die Berliner Symphoniker / Dirigent: Arthur Grüber (Berlin, Gemeindehaus Zehlendorf, April 1954) 'Electrola' (1 EP, 1954).



    “Der Wildschütz” (Albert Lortzing): Arie der Baronin Freimann “Auf des Lebens raschen Wogen” und das 'Billard-Quintett' “Ich habe Numero Eins” / Baronin Freimann – Lore Hoffmann / Gräfin von Eberbach – Hedy Gura / Baron Kronthal – Rudolf Schock / Graf von Eberbach – Horst Günter / Schulmeister Baculus – Benno Kusche / Das Hamburger Rundfunkorchester / Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, Januar 1951).



    “Undine” (Albert Lortzing): Arie der Undine aus dem 2. Akt “So wisse, dass in allen Elementen es Wesen gibt” und Finale 3. Akt “Nun ist's vollbracht! Du kehrst zur Heimat wieder ... O kehr' zurück! Mein eitel Sehnen ist nun gestillt” / Undine – Lore Hoffmann / Kühleborn – Horst Günter / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Wilhelm Schüchter (Hamburg, Funkhaus, 1951).



    “Die Hochzeit des Figaro” ('Le nozze di Figaro') (Wolfgang Amadé Mozart): Ausschnitte / Graf Almaviva – Hans Wocke / Gräfin – Constanze Nettesheim / Susanna – Irma Beilke / Figaro – Ludwig Windisch / Cherubino – Lore Hoffmann / Bartolo – Wilhelm Lang / Basilio – Georg Gerhard / Das Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt (Berlin, Funkhaus, 1942).


    dto.: Vierter Akt (Finale) / Graf Almaviva – Hans Wocke / Gräfin – Tiana Lemnitz / Susanna – Maria Cebotari / Figaro – Willi Domgraf-Fassbaender / Cherubino – Lore Hoffmann / Marcellina – Beate Asserson / Bartolo – Eduard Kandl / Das Sinfonie-Orchester des Reichssenders Berlin / Dirigent: Artur Rother (Berlin, Funkhaus, 5. 2. 1942). In der UdSSR auf einer 'Melodiia'-Sammelplatte erschienen.



    “Madame Butterfly” (Giacomo Puccini): Ausschnitte / Cho-Cho-San – Lore Hoffmann / Suzuki – Maria von Ilosvay / F. B. Linkerton – Rudolf Schock / Sharpless - Georg Mund / Goro – Fritz Göllnitz u. a. / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Walter Martin (Hamburg, Funkhaus, ca. 1948). Ob diese Ausschnitte aus einer Gesamtaufnahme stammen, kann nicht mehr ermittelt werden. Nur das Liebesduett aus dem 1. Akt wurde bisher veröffentlicht auf einer LP bzw. CD von 'Acanta' (Rudolf-Schock-Portrait).



    Carlo