Meine liebsten Haydn-Klaviersonaten

  • Liebe Freunde der "Wiener Klassik"


    Quasi als Ergänzung zum Thread


    Sind Haydns Klaviersonaten unterschätzt ?


    möchte ich diesen hier starten. Es wurde dort nämlich behauptet, daß Joseph Haydns Klaviersonaten nicht die Popularität jener von Mozart hätten.
    Johannes Röhl hat das dort folgendermaßen formuliert:


    Zitat

    Allerdings ist bis heute keine einzige der Haydn-Sonaten so bekannt wie die Handvoll der berühmtesten von Mozart.


    Ich möchte dem nicht prinzipiell widersprechen, und warum das so ist, da wäre der andere Thread der besser geeignete. Jedoch inwieweit die Haydn Sonaten WIRKLICH ein Mauerblümchendasein fristen - das könnte dieser Thread hier zutage fördern - bzw widerlegen.
    Daher starte ich hier wieder eines der ach so beliebten Votings. Es sollen die drei populärsten Haydn Klaviersonaten - so es denn welche gibt - eruieren.
    Die Spielregeln: Jeder Mitspieler soll mindestens EINE - höchstens aber DREI Klaviersonaten von Joseph Haydn nominieren. Es wäre schön, wenn eine Bedründung dafür erfolgte - Pflicht ist es indes NICHT.
    Die drei Nominierungen erfolgen wertfrei, soll heissen, jede bekommt EINEN Punkt.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Ich mache den - verspäteten - Anfang.


    Nr.1: Ganz klar Hoboken XVI:52 in Es-Dur. Jeder einzelne Satz fesselnd, nicht zuletzt das harmonisch abenteuerliche Adagio. Einer meiner absoluten Lieblingssonaten überhaupt, und garantiert die, die ich mir am öftesten anhöre (von allen Komponisten, wohlgemerkt).


    Nr 2: Hoboken XVI:49, ebenfalls in Es-Dur. Ein absolut herrliches Werk, nicht ganz so perfekt wie XVI:52 aber auch rundum beglückend.


    Nr. 3: Hoboken XVI: 37. Ein aberwitziges Werk mit dem spritzigsten Kopsatz aller Haydnsonaten, gefolgt von dem strengsten und düstersten Adagio. Der lakonische Finalsatz wirkt danach fast etwas spöttisch.



    Schade, dass man sich auf 3 beschränken muss, denn ich liebe fast alle Haydn-Sonaten!

  • Jedoch inwieweit die Haydn Sonaten WIRKLICH ein Mauerblümchendasein fristen - das könnte dieser Thread hier zutage fördern


    Nun, das scheint ja - leider - höchst eindrucksvoll gelungen. :pfeif:



    Jetzt, da ich alle Klaviersonaten Haydns mindestens einmal gehört habe (manche auch deutlich öfter), kann ich hierzu auch meine ersten Lieblinge nennen (und dem Thread hoffentlich noch einen Schub verpassen). Das mag sich mit der Zeit noch verschieben, aber im ersten Anlauf sind mir als besonders liebenswert in Erinnerung geblieben:


    Hob. XIV: 45 in Es-dur, deren melodische Wunderschönheiten und Wendungen insbesondere im Kopfsatz einfach ganz und gar hinreißend sind. Übrigens sich auch die anderen Sonaten um XIV:45 herum außerordentlich hörenswert!


    Hob. XIV: 35 in C-dur mit ihrem schwungvollen, lebensfroh daherkommenden Kopfsatz und dem melancholisch-schönen, aber nicht traurigen Adagio, die beide Züge kindlicher Unschuld zu tragen scheinen.


    Hob. XIV:42 in D-dur als deutlicher Gegensatz zu Hob. XIV:35 grüblerisch und emotional vielgestaltig mit reichlich musikalischem Zweifel aber auch großen Ausbrüchen im Kopfsatz, das kurze Finale dagegen gebrochen heiter und harmonisch sehr interessant: höchst spannend und ein schlagender Gegenbeweis für die These, Haydns Klaviersonaten seien im wesentlichen 'Gedudel'.