Jan Willem van Otterloo (1907 - 1978)

  • Heute ist sein 35. Todestag:



    Jan Willem van Otterloo, * 27.12.1907 Winterswijk (Geldern), † 27.7.1978 Melbourne; niederländischer Komponist und Dirigent, studierte am Konservatorium in Amsterdam und wurde nach kurzer Tätigkeit als Violoncellist im Utrechtsch Stedelijk Orkest dessen Dirigent (1933 2. Kapellmeister, 1937 1. Kapellmeister).
    Von 1949 an wirkte er als Chefdirigent des Residentie-Orkest in Den Haag und wurde 1971 Leiter des Symphonieorchesters in Sydney.
    Von 1974 bis 1977 war er Generalmusikdirektor der Düsseldorfer Symphoniker.
    Sein Sohn war der berühmte Jazzmusiker, Bigbandleader, Arrangeur und Komponist Rogier van Otterloo (1941 - 1988)


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • WILLEM VAN OTTERLOO gehörte wohl zu einem jener Dirigenten, die man ganz gewiß zu den unterschätzten und heute viel zu wenig beachteten zählen muß. Er war eine recht außergewöhnliche Musikerpersönlichkeit, und wenn man seine Biopgraphie liest, dann stutzt man zunächst etwas über sein recht turbulentes Privatleben, in dem es 4 Eheschließungen und 4 Ehescheidungen - oft schon innerhalb kürzester Zeit - gab. Außergewöhnlich aber auch seine so gründliche Kenntnis der Partituren, die er auch in seinen Konzerten, selbst bei groß angelegten Werken, auswendig beherrschte. Er war ein sehr strenger und oft unerbittlicher Dirigent, der es seinen Musikern nicht immer leicht machte. Auch als Lehrer war er eine hoch geschätzte Persönlichkeit.


    Sein ursprünglich geplantes Medizinstudium gab er zugunsten des Musikstudiums auf. Am Konservatorium von Amsterdam studierte er Violoncello und Komposition (1928 - 32). Er begann dann beim ORCHESTER VON UTRECHT als 1. Cellist. 1933 wurde er 2. Kapellmeister, 1937 1. Kapellmeister. Seine eigentliche Karriere begann nach dem 2. Weltkrieg 1949 als Chefdirigent des RESIDENZ-ORCHESTERS DEN HAAG, der er bis 1973 blieb. 1952 - 55 leitete er gleichzeitig das PHILHARMONISCHE ORCHESTER RADIO HILVERSUM. Ab 1967 arbeitete er 11 Jahre lang häufig in Australien. 1967 , 1968 leitete er das MELBOURNE SYMPHONY ORCHESTRA, und anschließend wurde er Chefdirigent des SYDNEY SYMPHONY ORCHESTRA
    1974 - 1977 war er Generalmusikdirektor in DÜSSELDORF, behielt aber seine Verpflichtungen in Australien.


    WILLEM VAN OTTERLOO starb am 27. 07. 1978 in East St Kilda Melbourne an den Folgen eines Autounfalls, kurz nachdem er mit dem SYDNEY SYMPHONY ORCHESTRA ein Abschiedskonzert gegeben hatte. Er wurde in Den Haag beigesetzt.


    VAN OTTERLOO unternahm viele Konzertreisen als Gastdirigent, vor allem mit großem Erfolg in die USA, und es gibt mit ihm ganz hervorragende Einspielungen mit Werken von BEETHOVEN, BERLIOZ, BRUCKNER, FRANCK, MAHLER, MARTIN, MOZART, RIMSKY-KORSAKOV, SCHUBERT, SCHUMANN, TSCHAKOWSKY, bei Philips, mit dem RESIDENTIE ORKEST, dem CONCERTGEBOUW ORCHESTRA, den BERLINER PHILHARMONIKERN, den WIENER PHILARMONIKERN, den WIENER SYMPHONIKERN, dem ORCHESTRE LAMOUREUX und dem SYDNEY SYMPHONY ORCHESTRA. Für seine Einspielungen zeitgenössischer Musik erhielt er mehrfach Auszeichnungen.


    Große Anerkennung wurde ihm auch für seine Interpretation von BERLIOZ's Symphonie Fantastique mit den BERLINER PHILHARMONIKERN zuteil. Einen besonderen Rang nehmen für mich persönlich seine Einspielungen von BEETHOVEN's 5. Sinfonie und SCHUBERT's "Unvollendeten" ein, die für mich mit zu den absoluten Referenzaufnahmen zählen.


    WILLEM VAN OTTERLOO war auch der bekannteste Komponist der Niederlande. Vor allem seine Werke für Violoncello fanden viel Beachtung.


    Viele Grüße
    wok

  • Willem van Otterloo hat heute wieder Geburtstag. Dazu habe ich eine kürzlich erworbene Aufnahme des Verdi-Requiems ausgesucht:



    Heute ist die 108. Wiederkehr seines Geburtstages.



    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber wok,


    vor kurzem hatten wir in einem anderen Thread über Willem van Otterloo diskutiert. Da hast Du u.a. seine Aufnahme der Carmen- und L'Arlesienne-Suiten von Georges Bizet unter seiner Leitung hervorgehoben.

    Obwohl ich etliche hochkarätige Aufnahmen dieser Stücke in meiner CD-Sammlung habe, u.a. Karajan (3x), Ansermet, Abbado, Cluytens und Beecham, hast Du mein Interesse geweckt. Und da die CD günstig zu haben war, habe ich zugegriffen:

    Carmen-Suiten 1+2

    Es ist eine originale DGG-Aufnahme von 1961, die erstmals so auf LP veröffentlicht wurde:

    Carmen-Suiten - L´Arlésienne-Suiten

    Ich habe den Kauf nicht bereut! Eine großartig klingende, sehr schöne und detailfreudige Interpretation, und das holländische Orchester spielt mit vollem Einsatz und ohne Tadel. Otterloo muß sich hinter seinen prominenteren Kollegen keineswegs verstecken. Vielen Dank für den Tip!

    Übrigens enthält die CD noch die "Jeux d'enfants" op. 22, gespielt vom Orchestre National de l'ORTF unter Leitung von Jean Martinon, eingespielt 1971. Eine willkommene "Zugabe".


    LG nach Málaga,

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber Nemorino,


    Das finde ich ja schön, daß Dich mein früherer Bericht über die Aufnahme der Carmen- und Arlesienne-Suiten von BIZET dazu bewogen haben, Dir diese auch zu besorgen. Erstaunlich, daß Du diese so alte Aufnahme noch bekommen hast. Vor allem freut es mich, daß auch Dir diese Einspielung so gut gefällt, obwohl Du schon durch verschiedene Aufnahmen durch ganz große Dirigenten und Orchester versorgt und verwöhnt bist. Es ist in der Tat eine Aufnahme, bei der einfach alles stimmt, sowohl was die Orchesterleistung, beflügelt von VAN OTTERLOOs sorgfältigem Dirigat, als auch die gewählten Tempi und den Duktus dieser einprägsamen Musik angeht. Ähnliches trifft eben auch für seine Einspielung von BEETHOVEN's 5. Sinfonie mit den WIENER SYMPHONIKERN, und SCHUBERT's 8. Sinfonie mit dem PHILHARMONISCHEN ORCHESTER DEN HAAG zu.


    Viele Grüße

    wok


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    • Van-OTTERLOO-Symphonien-BEETHOVEN-034-Nr-5-034-amp-SCHUBERT-034-Nr-8-034-NM Indexbild 2
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    Van OTTERLOO Symphonien : BEETHOVEN "Nr. 5" & SCHUBERT "Nr. 8" - NM-


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  • Lieber wok,


    danke für Deine Erwiderung.

    Wie ich inzwischen festgestellt habe, gibt es bei Amazon eine stattliche Anzahl von Otterloo-Aufnahmen im Angebot, immerhin 82, verteilt auf 6 Seiten. Da werden wohl manche Stücke mehrfach genannt, aber immerhin bleiben doch mehr übrig, als ich mir vorstellen konnte.

    Zwei davon finde ich besonders interessant, weil es sich um Stereo-Aufnahmen handelt:

    HAYDN, Franz Joseph: Symphony nr.45 "Abschiedssinfonie - Les Adieux"; Symphony nr.55 "Der Schulmeister" -- Deutsche Grammophon () Printed in Germany ---Residentie Orkest Den Haag, van Otterloo W. (cond)-DGG 18825 LPChopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-moll / Krakowiak: Grosses Konzert-Rondo F-dur op. 14 [Vinyl LP] [Schallplatte]

    Sie stammen aus der kurzen Zeit der Zusammenarbeit mit der DGG, wie auch die Bizet-Aufnahmen. Leider wurden sie aber bisher nicht auf CD überspielt (nur das Chopin-Konzert mit Askenase gibt es in einer teuren Box).

    Die von Dir gezeigte 25 cm-Platte mit Beethovens Nr. 5 und Schuberts Nr. 8 ist sicher empfehlenswert, aber es handelt sich erstens um Monoeinspielungen, und zweitens mußte ich schon vor Jahren meine LP-Sammlung "einbunkern", aus schierem Platzmangel. Zudem lese ich, daß man die LP beim Anbieter abholen muß, und der wohnt in der Schweiz^^!

    So werde ich mich b.a.w. mit meinen vorhandenen Otterloo-Aufnahmen begnügen; darunter befindet sich auch das Schumann-Konzert mit Clara Haskil. Diese Aufnahme schätze ich ganz besonders.


    LG nach Málaga,

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • L Zudem lese ich, daß man die LP beim Anbieter abholen muß, und der wohnt in der Schweiz^^!

    Nee, der schickt die schon zu. Bei Werner Brenneisen habe ich schon so manche Platte gekauft. Die Abholung hat er deshalb reingeschrieben (wie einige Andere auch), weil die Bucht einem Verkäufer die Versandkosten vorschreiben will. Wer der Auffassung ist, dass das eine Abrede zwischen Verkäufer und Käufer ist, der schreibt halt "Selbstabholung". Aber: eingebuchtete Plattensammlung? Sowas tut mir in der Seele weh.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Lieber Nemorino,


    Ja, erfreulicherweise gibt es doch noch bei AMAZON etliche VAN OTTERLOO-Aufnahmen, wenn auch die meisten nicht als CD. Allerdings habe ich festgestellt, daß selbst manche mono-Aufnahmen eine erstaunlich gute Klang-Qualität aufweisen. Wenn ich an einem Interpreten besonders interessiert bin, dann nehme ich aber auch Klang-Nachteile in Kauf.

    Die von mir genannte LP mit BEETHOVEN's 5. Sinfonie und SCHUBERT's 8. Sinfonie ist aber eine 30 cm-Platte! Auf eine 25 cm-Platte würden beide Sinfonien ja gar nicht passen. Übrigens wird exakt diese Aufnahme bei Ebay gebraucht auch zu 15,90 € plus 7,90 € Versand angeboten. Deine LPs hast Du also alle ausrangiert!? Das hätte ich niemals übers Herz gebracht, schon gar nicht, wenn solche Aufnahmen nicht auch auf CD erhältlich sind!


    Die von Dir genannte VAN OTTERLOO-Platte mit Werken von CHOPIN finde ich schon deshalb sehr interessant, weil mein Lieblingskpianist für dieses Klavierkonzert Nr. 1, STEFAN ASKENASE dieses spielt. Ansonsten höre ich CHOPIN gerne mit WITOLD MALCUZYNSKI (Polonaises Nr. 2 und 3!!!) - PADEREWSKI (Etüde op. 25,9, Walzer op. 34,1 und op. 42 !!), und PETER FRANKL, der CHOPIN's "Andante spianato und. Große Polonaise brillante op. 22, sowie eben auch "Krakowiak", das auch von ASKENASE gespielte Konzert-Rondo op. 14, ganz hinreißend spielt.


    Viele Grüße

    wok

  • Aber: eingebuchtete Plattensammlung? Sowas tut mir in der Seele weh.

    Lieber Thomas,


    ….. auch mir, das kannst Du mir gerne glauben! Aber leider stand ich eines Tages vor dieser Entscheidung, weil meine Schrankwand (immerhin ca. 4 m) keinem Blatt Papier mehr Platz bot (ein Viertel ist allerdings mit Büchern gefüllt), und inzwischen sind die Wände meines Arbeitszimmers mit nicht weniger als 9 Regalen bestückt, die randvoll mit CDs gefüllt sind. Fast alle Bilder mußten weichen. Meine LP-Sammlung umfaßt ca. 3500 Stück, und ich habe mich, konservativ und allem Neuen zunächst einmal abhold, lange gegen die Umstellung auf CD gewehrt, bis es schließlich Ende der 80er Jahre so gut wie keine Platten mehr zu kaufen gab.

    Ich habe mir dann mit viel Bauchgrimmen einen CD-Spieler angeschafft, doch als ich die Vorteile mal so richtig erfaßt hatte, habe ich nach und nach praktisch meinen ganzen LP-Bestand wieder auf CD neu gekauft, so daß ich fast das ganze Repertoire sowohl auf LP als auf CD habe. Natürlich waren die alten Platten viel schöner, mit ihren tollen großen Abbildungen, den praktischen Informationen auf der Rückseite der Hüllen, und bei Kassetten den repräsentativen, reich illustrierten Textbüchern. Da kann die CD nicht mithalten! So habe ich schweren Herzens meine Plattensammlung sauber in Kartons verpackt und in einem trockenen Kellerraum eingelagert. Zugriff ist möglich, aber sehr umständlich. Allerdings habe ich ca. 150 Stück, die mir besonders teuer sind, davon ausgenommen; die sind "untouchable"!

    Unser Wohnzimmer mit meiner Sammlung "vollzustopfen", würde ich schon deshalb nicht wollen, weil ich "meine Musik" allein und ungestört genießen möchte, und außerdem würde das Familienkrieg bedeuten. Irgendwann ist der verfügbare Raum erschöpft, und so muß man Kompromisse machen, ob man will oder nicht:(.


    Zum Glück habe ich ein eigenes Haus; jede bezahlbare Mietwohnung hätte mich zu drastischeren Maßnahmen gezwungen!


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Die von Dir genannte VAN OTTERLOO-Platte mit Werken von CHOPIN finde ich schon deshalb sehr interessant, weil mein Lieblingskpianist für dieses Klavierkonzert Nr. 1, STEFAN ASKENASE dieses spielt.

    Lieber wok,


    die Aufnahme ist in dieser Box mit 7 CDs enthalten:

    die momentan (neu!) für € 25,93 + Versandkosten beim großen Urwaldfluß angeboten wird.


    Du hast natürlich recht, Beethoven/Schubert ist eine 30 cm-LP. "Ausrangiert" habe ich übrigens nur Platten, deren Inhalt ich neu auf CD erwerben konnte. Vor allen Dingen habe ich sie nicht verhökert, sondern sie sind, wie ich schon im vorigen Beitrag geschrieben habe, noch immer bei mir vorhanden, nur leider nicht leicht erreichbar.


    Interessant finde ich auch die Aufnahme des 2. Brahms-Konzerts mit Nikita Magaloff/van Otterloo, die scheint aber nicht auf CD überspielt worden zu sein.


    LG, Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).