Who is Who in Oper und Konzert?

  • Ich war einige Tage nicht aktiv in der interessant, lehrreichen Rätselrunde, muss jedoch gestehen, dass ich trotz 60 jähriger Beschäftigung mit dem Opernmetier ein glatte 5 als Note bekommen würde, weil ich eine ganze Reihe von gesuchten Sängern noch nie gehört habe und auch beim googeln nicht so routiniert bin. Also tragt es mit Fassung wenn auch die Rätselkönige manchmal eine Lösung nicht wissen.


    Herzlichst
    Operus

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  • Einkäufe erledigt, Hund erleichtert, also auf zur nächsten Rätselrunde:



    Der gesuchte Tenor wurde zu Beginn des 20. Jhdts. in den USA geboren. Nach kurzem Medizinstudium wechselte er zum Gesang und schloss sich nach Ende seines Studiums einer Tourneetruppe an. Anfang der 30er Jahre ging er nach Europa und sang für mehrere Jahre vor allem in Berlin und Salzburg, wobei er u.a. mit Klemperer und Toscanini zusammenarbeitete. Ende der 30er Jahre ging er zurück in die Staaten und sang bis zum Ende seiner Karriere an der Met. Er brachte es nie zum Star, war aber wegen seiner Vielseitigkeit ein sehr geschätztes Ensemblemitglied. Sein Repertoire reichte von Mozart bis Wagner, vom Lied und der Operette bis zum Oratorium. Von seinen Auftritten liegen mehrere Mitschnitte vor, darunter eine heute relativ selten gespielte Oper unter der Leitung des Komponisten.

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  • Alles spricht für Charles Kullman. Und die vom Komponisten dirigierte Oper, in der er mitwirkt, müsste "L’amore di tre Re" von Italo Montemezzi sein - aufgeführt 1941 an der Met.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Auf Kullman bin ich relativ spät aufmerksam geworden. Zunächst schien er mir zu allgemein, zu nachtragend. Diesem Urteil habe ich abgeschworen. Dankbar bin ich Mme. Cortese für das verlinkte Duett mit der Berger, an das ich in den letzten Jahren gar nicht mehr dachte. Ich habe es jetzt mit Vergnügen wiedergehört. :)


    Dann will ich mal in der Heimat von Kullman, den USA, bleiben. Dort hatte die Sängerin, nach der ich suchen lassen möchte, ihre größten Erfolge. New York war eines der Zentren ihres Wirkens. Sie lebte in etwa genau so viele Jahre im 19. wie im 20. Jahrhundert. Geboren wurde sie in einer ostdeutschen Stadt, wo es auch ein Theater gibt. Die Gesuchte fand ihren Tod unter tragischen Umständen in Berlin, wo sie auch begraben ist. Die Ruhestätte wurde allerdings aufgelassen, wie es in der Amtssprache heißt. Sie soll abgeräumt werden. Durch private Initiative wird dies aber nicht geschehen. Unsere Sängerin sang das für damalige Zeiten nicht unübliche breite Repertoire, das von der Pamina bis zur Isolde reichte. Sehr viele Plattenaufnahmen, die es auch auf CD geschafft haben, verdeutlichen dies. Gesamtaufnahmen können natürlich noch nicht darunter sein. Sie und einige andere aus Berlin in die Welt strebende Sängerinnen, können getrost als die ersten Weltstars der Oper bezeichnet werden.


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  • Das ging aber schnell. Ich bin beeindruckt. Übrigens war Johanna Gadski eine der ersten, wenn nicht überhaupt die erste Frau, die sich in Berlin mit dem eigenen Pkw fortbewegten. Es gibt mehrere schöne Fotos, die sie mit Auto zeigen:



    Als sie 1932 bei einem Verkehrsunfall starb, saß sie nicht einmal selbst am Steuer. Eine Nichte aus den USA lenkte den Wagen und übersah eine um die Ecke biegende Straßenbahn. Das Grab, von dem ich schrieb, befindet sich auf dem Zehlendorfer Friedhof an der Onkel-Tom-Straße 30–33, schräg gegenüber von der letzten Ruhestätte des Schauspielers Heinrich George.



    Hier ein akustischer Eindruck - noch mit Klavierbegleitung:



    Und dies wären zwei CD-Doppelalben mit ihren Aufnahmen:



    Gruß Rheingold

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  • Die gesuchte Sopranistin wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Italien geboren, verbrachte aber eine großen Teil ihrer Kindheit in London, wo ihre Eltern an der Covent Garden Oper tätig waren. Sie studierte Gesang in Italien und debütierte auch dort an einem kleineren Opernhaus. Bald folgten die Scala und Covent Garden. Der größte Teil ihrer Karriere verbrachte sie in Amerika. Obwohl sie ein sehr weit gespanntes Repertoire sang, galt sie doch vor allem als Diva des Verismo und wurde wegen ihrer stimmlichen Ausdrucksfähigkeit mit einer der größten Schauspielerinnen jener Zeit verglichen. Sie verstarb in relativ jungen Jahren.

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  • Dann schnell das nächte Rätsel mit der Bitte um schnelle Lösung, denn in einer Stunde bin ich off und das für den ganzen Tag:


    Die gesuchte Sopranistin machte in den 1980er und 1990er Jahren Karriere im jugendlich-dramatischen Fach und sang Mitte der 1990er Jahre verstärkt auch hochdramatische Rollen. Ich erlebte sie in Berlin als Senta, Elisabeth und Chrysothemis - meine Lieblingssängerin vom Stimmklang her war sie nie. Als ich sie dann Mitte der 1990er Jahre in Dresden als ziemlich schlechte Isolde erlebte, sagte ich etwas, was mir nicht erst heute Leid tut, sondern schon einige Jahre später, als sie viel zu früh verstarb: Ich könne für diese Sängerin nur noch ihren Nachnamen empfinden...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Wenn Sabine Hass gemeint ist, dann war die Aussage wirklich nicht sehr nett :no:

    Ja, das stimmt, aber mit 21 sagt man so etwas schon mal, wenn man sauer ist...


    Hier ist sie als Freihild in "Guntram", der ersten Oper von Richard Strauss, zu hören:



    Wie gut, dass ich hier doch nochmal ganz kurz online gehen und dir dir Richtigkeit deiner Antwort bestätigen konnte. Jeztt bist du wieder dran und ich muss kein schlechtes Gewissen mehr haben. ;)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Das nächste Rätsel kommt erst heute Nacht, wenn ich aus der Oper zurück bin.


    Hoffentlich hattest Du ein schönes, befriedigendes Opernerlebnis?


    Herzlichst
    Operus

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  • Hoffentlich hattest Du ein schönes, befriedigendes Opernerlebnis?


    Herzlichst
    Operus


    Das hatte ich, lieber Operus. :hello: Und zu verdanken habe ich es Rodolfos Besprechung!


    Nun aber das nächste Rätsel. Die Sängerin, nach der ich heute frage, hat in mehrerer Hinsicht eine interessante Entwicklung durchlaufen. Die Karriere als Opernsängerin wurde ihr nicht in die Wiege gelegt, sie machte zunächst eine bodenständige Ausbildung (in der allerdings Ästhetik auch eine Rolle spielt) und hatte bereits einen eigenen Betrieb, als sie beschloss, ihren Beruf für ein Gesangsstudium ruhen zu lassen. Sie begann mit einer Stimmlage irgendwo zwischen Alt und Mezzo, heute ist sie ein lupenreiner Sopran. Ihre ersten Erfolge feierte sie im Wagner-Fach als Gutrune, Sieglinde und Senta, für die Rolle in einer Oper des 20. Jahrhunderts wurde ihr sogar eine Auszeichnung verliehen. Angebote für „Brünnhilde“ und „Elektra“ von ersten Opernhäusern flatterten ins Haus, der Weg zu einer „Hochdramatischen“ schien vorgegeben. Unsere Sängerin fühlte sich aber unwohl mit dieser Entwicklung – sie wollte lyrischere Rollen singen, vor allem mehr Strauss, auch Liederabende geben. Sie wechselte den Agenten, sagte Engagements ab und versuchte eine Neupositionierung. Tatsächlich - vielleicht überraschenderweise - gelang diese. Heute firmiert sie als lyrischer Sopran und ist international als Ariadne und Marschallin, als Chrysothemis, Kaiserin, Arabella und Danae nachgefragt. Als Elsa und Elisabeth ist sie auch Wagner treu geblieben. Ihre Diskographie ist nicht ausufernd, aber inzwischen liegen auch etliche CD- und DVD-Aufnahmen mit ihr vor.


    Wer ist diese Sängerin, die ein Beispiel dafür ist, dass auch heute noch eine selbstbestimmte künstlerische Entwicklung möglich ist?

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Anne Schwanewilms?


    Genau die ist gemeint! :jubel:


    Die in Gelsenkirchen geborene Anne Schwanewilms machte eine Ausbildung als Floristin, bevor sie Gesang studierte. Für ihre Rolle als Grete in Schrekers "Der ferne Klang" an der Berliner Staatsoper wählten die Kritiker der Opernwelt sie 2002 zur "Sängerin des Jahres".


    Ich habe diese mir damals völlig unbekannte Sängerin zum ersten Mal in Bayreuth erlebt - nicht bei den Festspielen, sondern bei einem Liederabend mit Liedern von Debussy, der an einem der spielfreien Abende stattfand. Schon damals gefiel sie mir ausnehmend gut. Witzigerweise entpuppte sich eine Namensvetterin von ihr, mit der ich in Philosophie-Seminaren saß, als Cousine von Anne Schwanewilms. Etwas später hörte ich sie als Gutrune in dem von James Levine dirigierten "Ring" in Bayreuth, und vor einigen Jahren dann als wunderbare Marschallin an der Berliner Staatsoper.


    Hier ein Interview mit ihr: http://www.crescendo.de/anne-s…nes-bett-gemacht-8255107/


    Und hier hören und sehen wir sie als Feldmarschallin im "Rosenkavalier":






    Das nächste Rätsel kommt wieder von Stimmenliebhaber.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Genau die ist gemeint!

    Ich muss gestehen, dass ich zweifelte, als ich las


    heute ist sie ein lupenreiner Sopran

    denn schon ihre im Fernsehen übertragene Salzburger Kaiserin 2011 offenbarte doch einige Höhenprobleme, die Chrysothemis in München hat sie jetzt ganz abgesagt und über ihre Tove in den Gurreliedern kürzlich in München habe ich auch eher schlechtes gehört und gelesen. Ich hoffe freilich, dass sie sich nochmal fängt!


    Kennengelernt habe ich sie übrigens in einer hier noch nicht genannten Wagner-Rolle: 1998 als Adriano an der Komischen Oper Berlin (15 Mal habe ich sie in dieser Rolle live erlebt, später auch als Gutune, Senta, Sieglinde und Chrysothemis sehr gemocht - ist aber alles schon zehn Jahre und länger her).

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Amateurfilm forum und -Produktion sucht Darsteller jeden Alters und technische Mitarbeiter aus Wien

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  • Nun zum späten Abend noch was Leichtes: Der gesuchte Bassist bereitete über Jahrzehnte in Rollen wie Seneca, Osmin, Komtur, Sarastro, Rocco, Kaspar, Eremit, van Bett, Daland, Landgraf, König Heinrich, Veit Pogner, Fafner, Hunding, Gurnemanz, Vater Guardian, König Philipp, Boris Godunow, Ochs oder Morosus so vielen Menschen Genuss und Freude pur, dass er eigentlich genau den entgegengesetzten Nachnamen tragen müsste... ;)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nun gut, wenn er und andere nicht wollen:


    Die nun von mir Gesuchte stammt aus Polen und schaffte es immerhin bis zur Sieglinde an die MET!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nun gut, wenn er und andere nicht wollen:


    Die nun von mir Gesuchte stammt aus Polen und schaffte es immerhin bis zur Sieglinde an die MET!


    Erst dachte ich an Adrianne Pieczonka, aber die ist trotz des polnisch klingenden Namens in Kanada geboren. :( Im MET-Archiv habe ich noch eine Sängerin namens Polyna Stoska gefunden, die u.a. die Sieglinde gesungen hat. Aber ob das eine waschechte Polin ist?

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  • Im MET-Archiv habe ich noch eine Sängerin namens Polyna Stoska gefunden, die u.a. die Sieglinde gesungen hat. Aber ob das eine waschechte Polin ist?


    Nein, die ist in Litauen geboren :( Ich habe nun keine Lust, alle 537 Einträge für "Walküre: Sieglinde" im MET-Archiv durchzusehen und räume das Feld.

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  • Ja, "Bertarido", wahrscheinlich gehört die Sängerin, wie "Mme. Cortese" das schon ganz richtig durchschaut hat, zu jenen eigentlich Vergessenswerten, die so unwürdig waren, in Ostberlin einmal "Pieps" gemacht zu haben - was ist dagegen schon die Sieglinde an der MET...


    Aber eine kleine Hilfestellung gibt es noch: die Sieglinde war in der Tat ein Einspringen, regulär engagiert war sie in einer anderen "Ring"-Rolle, in der sie es in besagter MET-Produktion immerhin auch auf DVD gebracht hat.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Hanna Lisowska? Die hat 1990 dreimal die Gutrune an der MET gesungen, taucht aber auch einmal als Sieglinde auf.

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