• Ja, klar, so muss das klingen. Was meinst du mit "Fassung Voces8"?

    Obwohl vielleicht der "Messias" unter Karl Richter nicht doch viel besser war? 100 Instrumentalisten, 100 Chorsänger?:pfeif::stumm:

    Übrigens habe ich zu diesem Chor eine kleine Anekdote verfasst. Immer zu Weihnachten wurde zu Petuschki in Russland (nördlich von Moskau) zu Weihnachten der Messias aufgeführt. Immer wieder kam es vor, dass einige Chormitglieder in die Generalpause beim Hallelujah oder beim Schlusschor (Amen) hineinsangen. Im folgenden Jahr betrat der Dirigent mit einem in ein Tuch eingewickelten Gegenstand das Pult. Kurz vor dem Hallelujah wickelte er es aus. Es war eine Pistole. Das Hallelujah gelang unfallfrei, aber in die Generalpause des AMEN sang ein Tenor hinein. Der Maestro zückte die Pistole und erschoss ihn. Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslang auf Bewährung, monierte nur nach dem Anschauen der Videoaufzeichnung, dass der Maestro eine ebenso falsch singende Sopranistin verschont hatte. Im nächsten Jahr: Messias. Der Schluss des Amen kam, und der Maestro zückte seine Waffe. Im selben Moment zückten alle Männer ebenfalls ihre mitgebrachten Pistolen. Der Gerichtsmediziner zählte 52 Einschüsse.

    Das Steak beim Discounter ist nun alarmgesichert (Fifty/Fifty, Düsseldorfer Obdachlosenzeitung)

  • Britten Hymn to Sta. Cecilia


    Ich wildere hier mal auf fremdem Territorium, obwohl dieser Chor in meinem "Chorbuch" noch nicht vertreten ist. Ich habe dieses Werk in drei verschiedenen Ensembles gesungen und brauchte auch heute nur 2 Proben, um es wieder zu können Meinem jetzigen Chor habe ich so lange in den Ohren gelegen, bis sie es singen wollten. Zum Glück wich dann das Gemeckere richtiger Begeisterung.

    Voces8 ist natürlich eine Referenz. Grandios die Variabilität in Lautstärke und Tempo, in der Zusammenklang sowieso.

    Jetzt kommt der Haken! Ich spreche dabei nur für mich. Im 3. Teil gibt es die Sequenz für Sopran "O dear white children...". Hier kann man zweierlei falsch machen. 1. Man engagiert eine auswärtige Sopranistin als Solistin. Aber die Soli sind alle aus dem Chor zu besetzen. 2. Man lässt dieses Solo in einer Art Opernarie singen, oder so wie hier, als Konzertarie. Richtig ist, so habe ich das gelernt, dass dieses Stück von einem Sopran mit mädchenhafter Stimme (allerdings einer sehr guten) gesungen werden muss. Der Text erfordert das ja schon. In meinem Ensemble hat das die 16jährige Tochter unserer Chorleiterin gesungen! Das habe ich immer noch im Ohr. Es gibt eine Parallele dazu im letzten Satz von Mahlers vierter Sinfonie. Dort heißt die Devise Helen Donath oder Ruth Ziesak und nicht Jessye Norman oder Elisabeth Schwarzkopf.


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  • Voces8 geht in letzter Zeit häufiger eine Kooperation mit Apollo5 ein.

    Hier ist das Stück Faire is the Heaven von William Harris zu hören.


  • Voces8 gerade zum erstenmal life gehört, soeben (gestern, ist ja schon nach Mitternacht) in Recklinghausen. Atemberaubende Truppe: Stimmen, Präzision, Dynamik, Chorklang, Interaktion und blindes Verständnis allererste Sahne.

  • Wieso habe ich davon nix erfahren? Das, lieber Michael, gibt 1000 Jahre mehr im Fegefeuer. Du wirst dort übrigens eine Menge Taminos treffen, mich eingeschlossen (Oscar Wilde: Ich will nicht in den Himmel, keiner meiner Freunde ist dort!).

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  • Du hast natürlich völlig Recht, cher Dottore!! Das Schweigen war gedankenlos, heißt, es ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, Dich (oder überhaupt jemanden) zu informieren. Die Entschuldigung, daß das Konzert eine hohe Sichtbarkeit hatte (Ruhrfestspiele) und ich insofern davon ausgegangen bin, daß Du es eh weißt, sticht natürlich nur sehr bedingt, ich hätte es hier nochmal ankündigen sollen. Insofern Asche auf mein Haupt. 1000 Jahre mehr Fegefeuer erscheint mir allerdings bei einer ca. 1 h-Veranstaltung (netto-Singzeit, also ohne Klatsch, Erläuterungen etc.) nicht ganz verhältnismäßig.


    Aber aus Fehlern soll man ja bekanntlich lernen, wir können ja eine Entente-Informatique gründen: wenn einer von uns in ein solch gelagertes Konzert geht, wird der andere informiert. Du hast ja auch von Konzerten berichtet, bei denen ich mich im Nachhinein gefragt habe, warum ich nicht da war. Immerhin habe ich Dir aber kein Extra-Fegefeuer an den Hals gewünscht.


    Nach dem Konzert standen die Mitglieder der Voces8 draußen vor der Kirche und hatten darum gebeten, man möge sie doch ansprechen, nach 2 Jahren Grusel sei es so schön, wieder mit Konzertteilnehmern ins Gespräch zu kommen.


    Hab ich auch glatt gemacht, habe mich an Baß und Bariton, die als Gruppe da rumstanden, herangewanzt und sie informiert, daß ich den zweiten Teil des Konzerts (Jazz und Swing) brillant fand, aber den ersten Teil (von Renaissance über Britten bis Rheinberger) sehr geliebt habe, und sie mögen doch weiterhin ohne Schnickschnack (wie Beat-Boxen) diese alte Musik singen, zumal sie bei dieser Musik ein Alleinstellungsmerkmal hätten, es gäbe ja sonst niemanden, der das auf diesem Niveau sänge - na ja, außer Tenebrae vielleicht.


    Sie haben dann sehr ernsthaft genickt, und meinten dann auch sowas wie "maybe Tenebrae".


    OK, so haben sie es nicht gesagt, aber die Sentenz ist zu gut, um sie auszulassen, sie sagten mehr was in die Richtung, Tenebrae sei (auch) ganz exzellent.

  • Reue ist immer gut, daher ermäßige ich die 1000 auf 10 Jahre. In dieser Zeit ziehen wir uns alles von Tenebrae und Voces 8 rein. Zwischendurch lassen wir uns vom Dienstmann Alois ("Ein Münchner im Himmel") mit bayrischem Bier versorgen.

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  • Eine Online-Uraufführung vom 14.4.22 - Eric Whitacre: The Sacred Veil, 'The Veil Opens'



    aus der Beschreibung:

    The first movement of Eric Whitacre's 'The Sacred Veil' performed by VOCES8, Christopher Glynn (piano) and Emma Denton (cello).

    On 14th April, we presented 'The Sacred Veil' with Eric Whitacre for our online festival Live From London Easter 2022

    We're so happy to be able to share this with a worldwide audience, after an incredible week of bringing this work to life.


    Text by Charles Anthony Silvestri

    Whenever there is birth or death,
    The sacred veil between the worlds grows thin and opens slightly up,
    Just long enough for Love to slip,
    Silent, either in or out of this, our fragile, fleeting world,
    Whence or whither a new home waits.
    And our beloved ones draw near,
    In rapt anticipation, or in weary gratitude, they stand
    Our loved ones stand so close, right here,
    Just on the other side

    Of Eternity.



    gefällt mir allenfalls mittelmäßig, Whitacre ist ein ganz guter Komponist (Lauridsen würde ich höher einschätzen), aber das Stück, das hier vorgestellt wird, erschöpft sich in Klangmalereien. Man kann sicher so einen klanglichen Schwebezustand schaffen, aber für 6 Minuten finde ich das eher langweilig.

  • Heinrich Schütz, Die Himmel erzählen die Ehre Gottes



    Ich finde es sehr gut, aber Freund Dr. Pingel hat bestimmt das eine oder andere zu bemerken...

  • Irgendwo habe ich dazu was geschrieben, weil das hier kein neuer Eintrag ist. Noch eine Bitte: das sind Aufnahmen aus prachtvollen Kirchen, da wüsste ich gerne, wo die stehen.

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  • Irgendwo habe ich dazu was geschrieben, weil das hier kein neuer Eintrag ist. Noch eine Bitte: das sind Aufnahmen aus prachtvollen Kirchen, da wüsste ich gerne, wo die stehen.

    JA werter Dr.Pngel, beim Grieg ist es Stift Wilhering in Linz und beim Schütz die Christuskirche in Recklinghausen

    Kann man übrigens nachlesen wenn man das Video auf YouTube anklickt! ;)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Orlando Gibbons, Nunc Dimittis



    - in remembrance and gratitude for the reign of Her Majesty Queen Elizabeth II -



    Lord, now lettest thou thy servant depart in peace;
    according to thy word;
    For mine eyes have seen thy salvation,
    Which thou hast prepared before the face of all people,
    To be a light to lighten the Gentiles,
    and to be the glory of they people Israel.

    Glory to the Father, and to the Son, and to the Holy Ghost: As it was in the beginning, is now and ever shall be, world without end. Amen.

  • Orlando Gibbons, Nunc Dimittis




    - in remembrance and gratitude for the reign of Her Majesty Queen Elizabeth II -

    Wunderschön!

    But: gratitude? What for?

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  • Ich habe jetzt ein kleines Video gesehen: die Queen beim Tea mit Paddington. Der schien mir als Nachfolger sehr geeignet. Allerdings hat Paddington nicht so eine attraktive Frau wie jener III.

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