Sängerische Ehrentagschronik

  • Dank Willis Rubrik habe ich nun doch noch jemanden für heute gefunden: Der Bassist (oder Bassbariton) Robert Holl feiert heute seinen 73. Geburtstag.


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Gestern hätte ich aber noch einige für dich gehabt, lieber Stimmenliebhaber.^^


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Willi,


    ich habe ja gesagt, dass es mir hier nicht um Vollständigkeit geht, die kann man ja hoffentlich weitestgehend bei dir finden. Und wenn hier jemand jemanden vermisst, kann er ihn ja einfach ergänzen, es ist eine für alle offene Rubrik. :-)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Am 10. März 1892 ist die bedeutende englische Sopranistin Dame Eva Turner geboren.

    Sie war nicht zuletzt als grandiose Turandot gefeiert.


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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Die Amerikanische Sopranistin Geraldine Farrar starb am 11. März 1967 in Ridgefield/Connecticut. Sie war einer der unumstrittenen Lieblinge der Berliner Opernfreunde: Ihr Debut an der Hofoper 1901 war ein sensationeller Erfolg, den sie mit jeder neuen Partie, die sie übernahm, ausbaute. Bei den Gastspielen von Enrico Caruso 1906 in Berlin sang sie zusammen mit ihm in RIGOLETTO.


    Hier singt sie mit ihm das Liebesduett aus Gounods FAUST



    Eine enge Verbindung hatte Geraldine Farrar zum deutschen Kronprinzen und seiner Familie.


    In unserem Forum hat Geraldine Farrar einen Thread, in dem seit Jahren nichts mehr gepostet wurde.

    Aber eine Bemerkung von 2012 möchte ich zitieren:

    Die Frau muss echt eine Wahnsinnsausstrahlung gehabt haben. Alle, die sie gekannt haben, schwärmen von ihren blauen Augen und ihrer Bühnenpräsenz. Ich finde Ihre Stimme und ihre Art der Darbietung bis heute großartig. Wie sie die Gänsemagd singt, das ist ja auf einigen Schellackschnipseln erhalten. Wahnsinn!



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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Am 12. März 1937 wurde der bedeutende georgische Tenor Zurab Sotkilava in Sochumi/Georgische SSR geboren.


    Er hatte eigentlich drei Karrieren:


    Zunächst war er Fussballspieler, der bei Dynamo Tiflis in der Abwehr spielte und bald Kapitän der georgischen Nationalmannschaft wurde. Wegen einer Knieverletzung musste er 1959 seine sportliche Karriere beenden.


    Sotkilava entschloss sich, eine Gesangsausbildung aufzunehmen und wurde Schüler des bedeutenden David Andguladze. 1965 schloss er die Ausbildung ab und begann seine Karriere als Opernsänger in Tiflis. Obwohl er kein guter Schauspieler war, konnte er sich neben Pjawko und Atlantow auch am Bolschoi-Theater Moskau schnell durchsetzen. In Berlin trat er bei einem Gastspiel des Bolschoi-Theaters in der Staatsoper Berlin als Vaudemont in JOLANTHE auf. (Stimmenliebhaber wird sicher den Termin wissen!)
    Gastspielreisen in den Westen hat er nur wenige machen können. Sie führten ihn zumeist nach Italien. Im Westen erschienen aber zwei LPs, auf denen er Arien aus Opern von Verdi, Giordano und Mascagni, Tschaikowski und Rimsky-Korsakov sang. Die avancierten schnell unter Melomanen des Westens zum Geheimtipp.


    Nach seiner Sängerkarriere hatte Sotkilava eine dritte, nicht weniger erfolgreiche Karriere als Gesangslehrer am Moskauer Konservatorium, das ihm 1987 eine Professur übertrug.


    Der Regel dieses Threads folgend, stelle ich die prachtvolle Tenorstimme von Surab Sotkilava mit nur einem Video vor.


    Da es keinen eigenen Thread für Zurab Sotkilava in diesem Forum gibt, werde ich demnächst einen eröffnen, damit Gelegenheit gegeben wird, Informationen über ihn, sein Leben, seine Karriere und seine Aufnahmen zu sammeln, mehr von ihm zu hören und vielleicht sogar einen Austausch über seine Stimme und sein Singen anzuregen.

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  • In Berlin trat er bei einem Gastspiel des Bolschoi-Theaters in der Staatsoper Berlin als Vaudemont in JOLANTHE auf. (Stimmenliebhaber wird sicher den Termin wissen!)

    Den kann im eingestellten Archiv ja jeder finden, auch wenn das in diesem Fall nicht ganz einfach ist, weil Werktitel, Rollenname und Sängername anders geschrieben waren, aber über das Suchwort "Tschaikowski" habe ich den Termin dann doch gefunden:


    1980-05-16 Gastspiel des Staatlichen Akademischen Großen Theaters der UDSSR (Bolschoi-Theater Moskau) mit Mozart und Salieri / Rimski-Korsakow (Dirigent Mark Ermler – Inszenierung Georgi Pankow – Ausstattung Waleri Lewenthal – Mozart Alexej Masslennikow, Salieri Jewgeni Nesterenko) + Jolanthe / Tschaikowski (Dirigent Mark Ermler – Inszenierung Oleg Moraljow – Jolanthe Tamara Milaschkina, Marte Nina Grigriewa, Brigitte Nina Larjonowa, Laura Olga Terjuschnowa; René Jewgeni Nesterenko, Gottfried Surab Sotkilawa, Robert Alexander Woroschilo, Ebn-Jahiha Juri Grigorjew, Almerich Konstantin Basskow, Bertram Anatoli Babykin)

    Mit entsprechendem Layout hier nachzusehen (dieses geht beim Rüberkopieren verloren):


    Besetzungsarchiv Staatsoper Berlin - Spielzeit 1979/80

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber Stimmenliebhaber,

    hab ganz lieben Dank, dass du die fehlenden Angaben zum Gastspiel des Bolschoi in Berlin gleich beigebracht hast. Und dann noch so vollständig!


    Um ehrlich zu sein: ich habe gar nicht danach gesucht, weil ich dachte, Dir würde es nicht viel Mühe machen, das alles in dem vorzüglichen Archiv zu finden. Die Suche nach russischen Namen mit der Suchfunktion unseres Forums kann manchmal arg stressig werden. Ich wusste von dem Gastspiel der Moskauer allein durch die Erzählung von zwei Opernfreunden aus der DDR. Allerdings erinnerte ich mich nicht mehr an das Jahr. Umso besser kann ich mich an die begeisterten Berichte über die Leistung von Sotkilava erinnern, den ich aus Moskau kannte. Im Spiel mit den Opernrollen habe ich darüber kurz berichtet: Das Spiel mit den Opernrollen

    (Bei seinem Namens habe ich mich an die lateinische Schreibweise gehalten, wie sie Melodia sowohl auf den LPs als auch auf seinen CDs verwendet. (Georgisch ზურაბ სოტკილავა).


    Ist Dir etwas über die Reaktion von Presse und Publikum auf die Aufführungen bekannt?


    Beste Grüße

    Caruso41

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  • Eine bedeutende Sängerin der MET ist am 13. März 1930 geboren

    (gelegentlich wird der Geburtstag auch auf den 13. März 1929 datiert).

    Sie feiert also spätestens heute ihren 90. Geburtstag: Rosalind Elias.


    Hier ein ganz aktuelles Foto:


    OPERANEWS_AWARDS_2019-1422.jpg


    Hier ein Video aus ihrer Glanzzeit:



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  • Ich möchte hier gerne noch nachträglich an den 80. Geburtstag des Bassisten Robert Lloyd erinnern, den Willi am 2.3. nicht in seiner Erinnerungsrubrik dabei hatte (wie überhaupt keine männlichen Sänger an jenem Tag - ein Fehler?):


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Liebe Stimmenliebhaber,


    in der Tat hatte ich Robert Lloyd wohl in den ganzen Jahren auf meinem Zettel, auch am 2. März, wie ich vorhin durch Nachschauen bemerkte. Aus irgendeinem Grund war er aber im Bildschirmausschnitt als Vierter in dem Beitrag nicht sichtbar, sodass ich vergaß, ihm zum gebührenden runden Geburtstag zu gratulieren.:untertauch::untertauch:

    Das habe ich nun dank deines freundlichen Hinweises nachgeholt. Ja, es war ein Fehler, der mir umso peinlicher ist, als ich Robert Lloyd seit der in meiner Sammlung befindlichen Aufführung des Fidelio 1991 in Covent Garden unter Christoph von Dohnany in seiner Darbietung des Rocco sehr schätze.


    Liebe Grüße


    Willi:)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Willi, das ist doch gut.


    Heute kann die legendäre Mezzosopranistin Christa Ludwig ihren 92. Geburtstag feiern.



    Unglaublich, wie intakt und wohlklingend ihre Stimme hier, mit 65, noch war - nach all den großen herausfordernden Opernpartien (teilweise sogar des dramatischen Sopranfaches), die sie in ihre jahrzehntelangen Karriere gesungen hat.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nicht zu vergessen:
    Die bedeutende tschechische Mezzosopranistin Marta Krásová hat heute auch Geburtstag. Sie ist am 16. März 1901 geboren.

    Meiner Meinung war sie die eindrucksvollste Küsterin in JENUFA, die ich je erlebt habe - und ich habe mit Irene Dalis, Astrid Varnay, Nadézda Kniplová und Eva Randová wirklich einige hervorragende Interpretinnen erlebt.


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    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Die bedeutende tschechische Mezzosopranistin Marta Krásová hat heute auch Geburtstag. Sie ist am 16. März 2001 geboren.

    Wow! Eine 19-jährige Küsterin! :hahahaha:


    Lieber "Caruso41", mach mal bitte aus 2001 die Zahl 1901! ;):yes::hello:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Lieber "Caruso41", mach mal bitte aus 2001 die Zahl 1901! ;):yes::hello:

    Das habe ich erledigt!

    Hast Du den Monolog aus dem 2. Akt mal abgehört. Beklemmend - und wirklich gesungen!!!!

    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Am 20. März 1890 wurde in Kopenhagen Lauritz Melchior geboren.

    Seine Wagner-Aufnahmen kennt sicher jeder Opernaficionado und Melomane. Von Verdi sind auch einige seiner Aufnahmen weit verbreitet und viel bewundert. Das sind zumeist Aufnahmen, die er als Tenor gemacht hat.

    Deshalb stelle ich heute mal eine Aufnahme ein, die er mit 23 Jahren eingesungen hat . Da war noch Bariton!


    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Da war noch Bariton!

    Nach meinem Eindruck, lieber Caruso, war Melchior nie ein "richtiger" Bariton. Was dafür gehalten wird, konnte er später in seinen betörend schönen und unverwechselbaren Tenor einbringen, in dem die dunkle Färbung wie altes Gold schimmert. Ich kenne keinen Heldentenor, der schöner singen konnte. Allerdings höre ich seine Aufnahmen so oft wie ich sollte nicht. Er singt mir vieles sehr gleich. Die Tragiker, bei denen nicht jeder Ton sitzt, erreichen mich mehr. Wie schrieb doch Kesting? Melchior singe ein bisschen zu gut gelaunt. War es nicht so?

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Die Tragiker, bei denen nicht jeder Ton sitzt, erreichen mich mehr.

    Aber das ist Melchior doch. Das Stilmittel der brechenden Stimme beherrscht er wie kaum ein anderer. Ich finde seine Rolleninterpretationen als Tannhäuser, Lohengrin, Tristan, Siegmund oder Siegfried überhaupt nicht auf makellosen Schöngesang ausgerichtet. Der Rollencharakter war ihm m.E. wichtiger als der einzelne Ton - und da gibt es etliche, die nicht so optimal sitzen, wie sie vielleicht sollten (mehr musikalisch als stimmtechnisch). Emphase ist nicht Schöngesang, und Emphase hatte er meines Erachtens zweifellos.

    Wie schrieb doch Kesting? Melchior singe ein bisschen zu gut gelaunt. War es nicht so?

    Nein, das war nicht so, wie ich finde. Wenn ich mir seinen letzten Lohengrin von 1950, seinen Studio-Siegfried (gerade die große Traurigkeit im Waldweben), seinen Siegmund im 1. Akt unter Bruno Walter oder einen beliebigen Tristan von ihm (auch die Studioaufnahme des 3. Aktes) anhöre, komme ich zu ganz anderen Ergebnissen als Herr Kesting. Dass Melchior auch gerne den überwältigen Helden mit "Sei mein!"-Attitüde gab und perfekt beherrschte, ist ja unbestritten, aber ihn darauf zu reduzieren, finde ich beinahe unredlich, denn er beherrschte viel mehr, wie man in den von mir genannten Aufnahmen nachhören kann, wie ich meine. Mich ergreift sein letzter Lohengrin weit mehr als jeder reine Schönsänger, der Melchior nun wirklich nicht war.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Dies ist ja wohl nicht der Thread für ausufernde Diskussionen.

    Trotzdem möchte ich kurz sagen, dass ich ganz entschieden der Meinung von Stimmenliebhaber zuneige. In den Partien, die Stimmenliebhaber schon genannt hat, könnte man das an vielen Stellen belegen. Aber auch auf seinen Aufnahmen der Otello-Ausschnitte kann man hören, dass es ihm wirklich nicht um schönen Töne und vollendeten Gesang ging, sondern um die Verletzungen, die Erregung und die Raserei dieses Menschen, der sich betrogen wähnt. Mich jedenfalls berühren und erschüttern wenige Aufnahme etwa des Monologes im 3.Akt so tief, wie in Melchiors deutsch gesungener Aufnahme.


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Danke für die Nennung der Otello-Partie, die ich in meiner Aufzählung noch vergessen habe. Ich möchte weder die originalsprachlichen noch die deutschsprachigen Szenen, die er eingespielt hat, missen.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Dann bringe ich mal schnell noch das gleichaltrige "Geburtstagskind", das Willi in seiner Rubrik schon gewürdigt hat:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Viele Sängerinnen und Sänger könnte man am heutigen 21.3. hier anführen. Ich möchte zuallererst den Bariton Georg Ots nennen, der heute 100 Jahre alt werden würde.


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"