Haydns Klaviersonaten in der Reihenfolge nach Landon

  • Wie angekündig beginnt hier ein neuer Thread, der sämtliche Kalvierdonaten von Joseph Haydn vorstellen oder erwähnen soll

    Die Regeln wurden zwar bereits im Allgememem Klaviersonaten Thread (er ist uralt) genannte.

    Ich wiederhole sie hier aber aus Gründen der Übersichtlichkeit in verfeinerter Form


    Hier ist die Box mit Christine Schornsheim ausschlaggebend, die (wie ich selbst auch) dem Verzeichnis von LANDON zuneigt, wo die Reihenfolge kontinuierlich ist. Selbstverständlich werden auch de Hobokenverzeichnis Nummer der Werke genannt. - allerdings NICHT die übrigen Klavierwerke. Die sollen - so dieser Thread erfolgreich ist zu einem späteren Zeitpunkt zum Zuge kommen


    Die Abwicklung geschieht folgendermaßen:

    Jeder Beitrag umfasst EINE Sonate in der Reihenfolge ihrer Landon Nummern.

    Es kann jeweils eine beliebige Interpretation gewählt werden, Cembalo, Pianoforte oder moderner Konzerflügel.

    Es kann aber auch eine zweite Interpretation im gleichen Beitrag vorgestellt werden.

    Ob man Aufnahmen mit Cembalo, Pianoforte oder mit modernem Konzertflügel erwähn, bleit dem jeweiligen Beitragsersteller überlassen....


    Hat man vor über die gleiche Sonate einen weiteren Beitrag zu verfassen so sollte das mit "FORTSEZUNG FOLGT"

    gekennzeichnet sein (damit niemand dazwischenfunkt)

    Fehlt solch ein Hinweis kann jedermann einen Folgebeitrag schreiben - ENTWEDER über die gleiche Sonate ODER die nächstfolgende, nicht aber über eine ältere oder weiter vorne liegende. Auf diese Weise soll gewährleistet werden. daß in der Tat alle Sonaten in durchnumerierter Reihenfolge vorgestellt werden.

    Ferner können unterUmständen dadurch mehrere Beiräge über ein und die selbe Sonate entstehen - was durchaus erfreulich ist - nicht aber ein heilloses Durcheinander.


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 1 Hob XVI:8


    Ich beginne - wie sollte es auch anderes sein - mit der Cembalosonate Nr.1 eigentlich ein Divertimento und von Joseph Haydn 1803 als echt bestätigt.Ich besitze die Sonate in der Interpretation von Christine Schornsheim. Aber wie ich soeben sehe ist diese verdienstvolle Gesamtaufnahme leider bereits gestrichen, wodurch uns ein historisch interessantes Dokument verloren geht, denn Schornsheim hat auf dieversen historischen Instrumenten gespielt - jeweils zum passendnen Zeitrahmen und passendem Stück.

    Leider ist es so, daß die Editorische Sorgfalt der Herausgeber von Haydns Klaviersonaten oft zu wünschen übrig lässt. So weist die Gesamtaufnahme der Sonaten mit Jenö Jando durchwegs falsche Werknummern auf. Die Hobokenverzeichnisnummern werden it den Nummern der Klaviersonaten gleichgesetzt - was definitiv FALSCH ist. Auf die Güte der Wiedergabe hat das selbstverständlich keinen Einfluß

    Rudolf Buchbinder (oder seine Editoren) indes zieht die Sätze 3 und 4 der Sonate Nr 1 zu einem einzigen zusammen - was mich verwirrt hat.

    Aber vermutlich gibt es etliche Abschriften mit unterschiedlichen Aufteilungen, manches sogar von Haydn selbst.


    1) Allegro

    2) Menuett

    3) Andante

    4) Allegro


    Aus meiner Sicht lässt diese Sonate noch keine Vorahnung auf spätere Geniestreiche zu. Lediglich der Finalsatz hat mich beeindruckt.

    Der Moderne Flügel - so paradox das erscheinen mag - vermag dem einfachen Werk etwas Leben einzuhauchen, das ansonsten geradezu als Musterbeispiel des Clichees von Haydns "simplen" Klaviersonaten herangezogen werden kann.

    Andere Meinungen werden gern gelesen...


    Hier eine

    Alternativaufnahme auf youtube


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 2 Hob XVI:7


    Ebenso "belanglos" wie die Nr 1 stellt sich Nr 2 dar, nach meinem Geschmack indes etwas individueller. ähnliches werden wir vermutlich generell über die erste Cembalossaonaten, von Haydn durchwegs als "Divertimenti" bezeichnet, sagen können. Leichte gefällige Stück von leichter Bauweise, aber gutem Unterhaltungswert, ebengfall 1803 von Haydn bestätigt. Haydn hatte hier ja keinerlei Vorbehalte, wie auch seine Baryton Trios belegen. Der Dienstherr bestellte (oder befahl) und Haydn schrieb. - So lauteten die Spielregeln

    Die Sonaten dieser Periode worden nach heutiger Einschätzung alle vor 1766 geschrieben.

    Wieder habe ich mich der Aufnahme von Christine Gernsheim bedient, welche die frühen Sonaten auf einem historischen Cembalonachbau des amerikanischen Cembalobauers William Dowd (1922-2008) - einer Berühmtheit auf seinem Gebiet - spielt.


    ZUm Kennenlernen hier wieder ein Link zu einer Interpretation durch Salvatore Nicolosi

    Es gibt mehrere Personen dieses Namens darungert ein Fußballspieler - somit hat ein Pianisk kaum eine Chance gefunden zu werden.

    Daher nehme ich Euch die Plage ab


    https://www.scuolamusicapianos…chers/salvatore-nicolosi/

    Die Sonate Nr 2 Hob XVI:7 in C-dur hat 3 Sätze


    1) Allegro moderato

    2) Menuett

    3) Allegro


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Diese Youtube-Aufnahme ist wirklich grässlich. Ich habe ca. 1984 zwei Doppel-LPs der "frühen Haydn-Sonaten" von Carmen Daniela gekauft. Diese Einspielung ist perfekt. Es handelt sich um die Sonaten Hob. XVI:1-14, 18, 47a, G1, Es2, Es3 und Hob. XVII:D1.


    Gibt es neuerdings wieder als Stream, z.B. bei Amazon:

    https://www.amazon.de/Joseph-H…dn&qid=1619810493&sr=8-3#


    Bei Spotify sogar kostenlos:


    Du musst Carmen Daniela nehmen, dann wirst du anders urteilen. Ich höre diese Aufnahme bis zum heutigen Tag. Das letzte Mal war vor 2 Tagen die Sonate Hob. XVI:Es2 dran. Diese 4 LPs werden mich bis zu meinem Tod begleiten.

  • Ebenso "belanglos" wie die Nr 1 stellt sich Nr 2 dar, nach meinem Geschmack indes etwas individueller. ähnliches werden wir vermutlich generell über die erste Cembalossaonaten, von Haydn durchwegs als "Divertimenti" bezeichnet, sagen können. Leichte gefällige Stück von leichter Bauweise, aber gutem Unterhaltungswert, ebengfall 1803 von Haydn bestätigt. Haydn hatte hier ja keinerlei Vorbehalte, wie auch seine Baryton Trios belegen. Der Dienstherr bestellte (oder befahl) und Haydn schrieb. - So lauteten die Spielregeln

    Ich bin auch kein Freund dieser "MIDI"-Einspielungen. Das klingt zusammenhanglos und mechanisch, man würde fast sagen "Geklimper". Erstaunlich für die Musik, dass sie da noch durchdringen kann.


    Für die Sonate Hob XVI : 7, (Oben hören wir versehentlich Hob XVI:11), schlage ich die Einspielung mit dem Pianisten Walter Olbertz vor, eine Aufnahme, die seinerzeit in den Siebzigern in der DDR erschienen ist. Ich hatte mir die Gesamtaufnahmen geholt und deren Kauf nie bereut. Schmuckloses, aber wirklich verständnisvolles Spiel



    Meine alte LP-Kassette


    R-8545240-1511002298-2042.jpeg.jpg


    aber auch CD erschienen und gerade nicht erhältlich:





    Die hässliche Aufmachung der CD erschließt sich mir nicht.


    Abgesehen davon kann man aber hören, dass Hadyn hier schon experimentiert. Selbstverständlich hat man nicht seine besten Werke vor sich, aber man kann doch erkennen wie Haydn (oder ein anderer) versucht, dem Divertimento neue Strukturen abzugewinnen. Der Kopfsatz hat schon eine Sonatenform. Und es gibt die ganze kleine Sonate durch motivische Arbeit.


    Abgesehen davon ist es schöne Musik! Ob nun von Haydn oder nicht, als nicht wissenschaftlicher Laie genieße ich die Musik einfach so.


    Besprechung der Exposition des Kopfsatzes

  • Meine momentane Lieblingsinterpretation ist die der russischen Pianistin Ekaterina Derzhavina, die es im Web zu hören gibt





    Derzhavina spielt ausgesprochen subtil, ohne sich ins eigene Fingerspiel zu verlieben :).


    Die Aufnahme gibt es auch (noch 8-)) zu kaufen:



    und ist für Freunde der Klaviermusik von Haydn für meine Begriffe ein "Must Have" ;)

  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 3 in F-dur Hob XVI:9




    Die Klaviersonate (Divertimento) Nr. 3 Hob XVI:9 hat eine Spieldauer von weniger als 6 Minuten. Sie ist dreisätzig. Laut englischer Wikipedia stammt sie von 1758 ist somit eine der ältesten frühen Sonaten. Die Nummernfolge, sowohl jene von Landon, als auch die von Hoboken, sind nicht chronologisch, allenfalls annähernd.

    Die Sonate Nr 3 ist von Haydn 1803 bestätigt worden. Der erste Satz war für mich nichtssagen, im zweiten finden sich dann etwa ab der Mitte eine par Ohrwurmstelle. Der dritte Satz ist quirlig und recht hübsch - leider dauert er nur knapp über eine Minute.

    Bei dieser Sonmate gefällt mir die Aufnahme auf (pseudo) historischem Cembalo mit Christine Schornsheim besser als die Aufnahme mit Walter Olbertz, was aber nicht am Pianisten, sondern am Werk liegt, das ja für ein Cembalo geschrieben wurde - und ohne die glasklaren Anschläge im Diskant geht einer der wenigen Effekte zugrunde, die das Werk zu bieten hat..

    Soeben sehe ich, daß es derzeit WEDER die Schornsheim-Box, NOCH jene mit Olberts am Markt gibt - beide sind gestrichen..

    Na ja.......


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Soeben sehe ich, daß es derzeit WEDER die Schornsheim-Box, NOCH jene mit Olberts am Markt gibt - beide sind gestrichen..

    Schornsheim gibt's zumindest gebraucht (14 CDs, 21 Euro), und bei Spotify kannst du sie streamen bzw. runterladen und auf CD brennen.


    Wir müssen uns damit abfinden, dass es sich für die Firmen nur selten rechnet, ältere Aufnahmen neu aufzulegen. Das wird aber früher oder später alles online verfügbar sein. Das lädt man dann runter und brennt es selbst. Booklets gibt es oft auf Discogs.


    Die Schornsheim-Aufnahme klingt übrigens ziemlich reizvoll...

  • Zumindest gibt es auch noch die Buchbinder-Aufnahme, die ich mir unlängst gekauft habe und sehr gerne höre. Ansonsten besteht auch immer wieder die Möglichkeit, dass auch Boxen wieder neu aufgelegt werden, die lange verschwunden waren, auch da sollte man nie die Flinte ins Korn werfen.

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Obwohl ich kein grosser Haydnfreund bin, habe ich früher sieben oder acht Sonaten ganz oder teilweise selbst gespielt. Die waren immer ansprechend, manchmal auch lustig und originell. Manches kommt einem etwas platt und/ oder zu einfach vor, besonders wenn man vorher Medtner, Liszt oder Rach oder ähnliches gehört hat.


    Eine sehr alt verstorbene Tante von mir meinte, dass man nach ihrem Dahinscheiden ruhig ein Haydn- Trio oder -Streichquartett spielen könne, da könne man "nichts falsch" machen... (so geschah es)


    Gut hinhören lohnt sich. :)

  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 4 in D-dur Hob XVI:G1


    Diese hübsche dreisätzige Sonate entstand vor 1766 und idt NICHT durch Haydn verifiziert.

    Die Spieldauer schwankt in den verschiedenen Interpretationen beachtlich, zischen 6:10 (Buchbinder), 6:40 (Olbertz) und Schornsheim (7.46)

    Vor allem mit dem letzten Satz mit Buchbinder kann ich mich mit dem rasanten Tempo (auch wenn es in der Tat "presto" gespielt ist) nicht wirklich anfreunden. Aus meiner Sicht versucht Buchbinder der Sonate Gewicht und Feuer zu verleihen, die sie einfach nicht hat. Olbertz bleibt IMO ein wenig brav, farblos und indifferent. Einst noch ohne Vergleich hatte ich die Lesart von Schornsheim als "akademisch" eingeschätzt, was vermutlich ungerecht war. Alles in allem gebi ich ihr - vor allem bei den bislang gehörten frühen Sonaten den Vorzug. Auch das Instrument ist - (entgegen meinem ersten Eindruck)in diesem Bereich oft besser geeignet. Haydn hatt für die ersten Sonaten den Klang des Cembalos offensichtlich im Ohr.


    Die Sätze:


    1) Allegro

    2) Menuetto

    3) Finale: Presto


    mfg aus Wien

    Alfred





    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 5 in G-dur Hob XVI:11


    Diese Sonate wird im Booklet der Schornsheim Box als 1803 von Haydn autorisiert geführt und vor 1767 datiert. Bei den frühen Sonaten ist es ja generell Problematisch, weil Haydn seinen Entwurfkatalog erst 1765 zu führen begann, auf eine Ermahnung des Fürsten "sich in Zukunft emsiger als bisher auf die Komposition zu legen" (gepriesen sei der Fürst, vermutlich verdanken wir ihm indirekt etliche Werke)

    Kommen wir zurück auf die Klaviersonate Nr5: Sie beginnt recht forsch mit einem Presto, aber richtig anfreunden kann ich mich mit ihr nicht. Was Haydn selbst zu seinen frühen Sonaten zu sagen hatte werde ich in einem der nächsten Beiträge niederschreiben:


    Die Sätze:


    1) Presto

    2) Andante

    3) Menuett


    Hier eine Interpretation auf modernem Flügel - Artur Balsam (1968 - STEREO)

    Balsam hat alle Klaviersonaten von Joseph Haydn auf Langspielplatte aufgebnommen



    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Hier darf ich anderer Meinung sein. Hob XVI:11 gehört schon zu den Sonaten, die ich recht gerne höre. Besonders der Andante-Satz gefällt mir gut. Ich mag die Art, wie Haydn komponiert. Es hat etwas wirklich Intelligentes und auch Sparsames im Mittel, was ich bei manchen anderen Komponisten vermisse. Ich benötige allerdings auch keine überbordenden Emotionen.



  • Hier darf ich anderer Meinung sein. Hob XVI:11 gehört schon zu den Sonaten, die ich recht gerne höre.

    Aber natürlich. Sonst würden wir ja den Vorteil,den wir gegenüber Facheitschriften haben, verpielen. Dort sitzt der Spezialist für ein gewisses Genre oder eine gewisse Epoche und seine Meinung ist im Rahmen der Zeitung Dogma. Hier indes gibt es die Vielfalt der Meinungen.


    Generell kann man aber sagen, daß die frühen Haydn Werke über die Jahrhunderte hinweg stets durchaus unterschiedliche Bewertungen erfughren und daß man sich nicht mal bei den Zuschreibungsen auf die Musikwissenschaft verlassen konnte, was IMO nicht mehr oder weniger bedeutete, daß es durchaus auch andere Komponisten dieser Epoche gab, die täuschend ähnlich komponierten, von Fälschungen aus späteren Tagen mal ganz abgesehen..

    Gleich folgt ein Beitrag zur nächaten Klaviersonate...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 6 in C-dur Hob XVI:10


    Aus meinerSicht ist die Klaviersonate Nr 6 ein sehr eingängiges, gefälliges Stück. Auch sie entstand vor 1766, also noch aus Zeiten VOR dem Entwurfkatalog Haydns. Auch wenn Haydn sie 1803 als echt bestätigte, so wurde sie dennoch bei ihrer Erstausgabe versehentlich seinem Schüler Ignaz Pleyel zugeschrieben. Die Musik ist IMO unverwüstlich und klingt IMO am Cembalo und am modernen Konzertflügel gleich gut.

    Interessant ist indes, wie unterschiedlich man beispielsweise den ersten Satz der Sonate spielen kann. Ich habe hier 2 Beispiele im Vergleich: Bei Rudolf Buchbinder hören wir hier nur den ersten Satz, bei Artur Balsam ist die gesamte Sonate zu hören.

    Aber wir benötigen hier zum Vergleich lediglich den Eröffnungssatz.

    Buchbinder spielt ihn IMO klassisch ausgewogen mit singendem Klavierklang, sehr elegant und ausbalanciert.

    Bei Balsam bin ich im unmittelbaren Vergleich darauf fast erschrocken: Nicht nur das Tempo, auch die Spielart ist different, ich laube hier soll der Klang eines Cembalo am Flügel imitiert werden. Es ist lediglich der unmittelbare Vergleich der (mich) irritiert, sobald man sich eingehört hat gibt es keine Einwände mehr...




    mfg aus Wien

    Alfred



    clck 265

    PS: Die Anzahl der Klicks in 7 Tagen zeugt vom lebhaften Interesse unserer Tage an Haydns Klaviersonten.

    Bei einem Thread übers Regietheater schaffen wir die 265 Aufrufe in 2 Stunden......:(

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 7 in D-dur Hob XVII:D1


    Diese Sonate hat weder einen Vermerk, daß sie von Haydn bestätigt wurd, noch, daß dies nicht der Fall ist. Wir sehen auch, daß die Zuordnung bei Hoboken in die der Gruppe XVII (statt XVI) ist, also bei den Klavierstücken, statt bei den Klaviersonaten. die unterschiedliche Einstufung kann man indirekt auch bei den verschiedenen Aufnahmen sehen:

    Schornstein teilt das Werk in 6 Sätze ein, weil die 3 Variationen ddes Hauptthemas jeweils als ein Satz gezählt werden. In der Buchbinder-Aufnahme wurden die Variationen dem Eröffnungssatz zugeordnet, soll heissen, sie werden hier damit zu EINEM Satz verschmolzen. Das Werk ist in dieser Zusammenstellung dreisätzig:

    1) Moderato

    2) Menuett

    3) Allegro


    Als Liebhaber von Variationen - sofern man das Thema noch einigermaßen erkennen kann - finde ich diese Sonate natürlich äusserst hörenswert.

    Ich tendiere hier allerdings zur Cembalo - Version. Sie ist IMO klarer, silbrig durchsichtig und ausgewogener. Das ist recht gut am Finalsatz zu bemerken, der relativ kraftvoll daherkommt, was in der Klavierversion (auf mich) fast schon ein wenig übertrieben wirkt - keine Wertung - Geschmackssache....


    Solange der Vorrar reicht werde ich immer wieder Clips der jeweils hier vorgestellten Sonate hier einstellen, teilweise auch Liveaufnahme , wo es keine CD Aufnahmen davon gibt. Damit hoffe ich das Interesse an diesen Künstlern zu wecken, weil hier oft verborgene Schätze zu finden sind...




    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Joseph Haydn: Klaviersonate Nr 8 in A-dur Hob XVI:5


    Diese Sonate soll vor 1763 entstanden sein. Sie isr weder bestätigt, noch ist das Gegenteil der Fall, weil die Quellenlage sehr unsicher ist. Es ist laut Booklet der Schornsheim- Box ziemlich schwierig hier zu einem Urteil zu kommen, da einerseits die Sonate nicht typischer Haydn -Stil ist, andrerseits zum Zeitpunkt der Komposition Haydn noch nicht so berühmt war, daß es sich gelohnt hätte, Werke aus fremder Hand ihm zuzuschreiben. IMO eine sehr "nähmaschinenhaft", ablaufende, aber sehr gefällige, eingängige Sonate.


    1) Allegro

    2) Menuett

    3) Presto


    Und hier ein Nachsatz: Wenngleich ich davon abgegangen bin stets die Cembalowersion mit der Klavierversion zu vergleichen - )Manche Sonaten benötigen das Cembalo, andere brühen erst durch die Wiedergabe am Konzertfügel auf) - so ist es mir ein ausgesprochenes Bedürfnis auf diesen Clip und seine Interpretin hinzuweisen, denn ich quasi "zufällig" entdeckt habe. Oliva Friemel spielt die Sonate ausserordentlich überzeugend. Das nähmaschinenhafte ist quasi verschwunden, es gibt mehr Klangfarben und Ausdruck - ohne daß die Erinnerung an den Cembaloklang verleugnet wird.



    mfg aus Wien

    Alfred


    clck 349

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Das nähmaschinenhafte ist quasi verschwunden, es gibt mehr Klangfarben und Ausdruck - ohne daß die Erinnerung an den Cembaloklang verleugnet wird.



    Da kann ich nur zustimmen. Eine wunderschöne Interpretation, die mit den besten von mir absolut mithalten kann. Leider habe ich von der Pianistin sonst nichts gefunden. Sie hat ein großartiges Gespür für Schönheit und Humor der Haydnschen Musik, wie man es sehr selten findet.


    Der bekannte Buchbinder wählt bei Haydn häufig Tempi und Dynamik, dass man denkt, er wolle einen Beethoven aus dem Klavier springen lassen. Das tut der Musik nicht wirklich gut und wird vor allem Haydn als großartigen Komponisten nicht gerecht.


    Als einzig vergleichbare Interpretation, die ich kenne, würde ich die der Pianistin Ekaterina Derzhavina vorschlagen





    Eigentlich ist die Interpretation von Olivia Friemel schöner. Seltsam, dass man die Pianistin überhaupt nicht kennt.

  • Eigentlich ist die Interpretation von Olivia Friemel schöner. Seltsam, dass man die Pianistin überhaupt nicht kennt.

    Eigentlich fürchte ich Themenabweichungen wie der Teufel das Weihwasser.

    Im konkreten Fall breche ich hier die Regeln - und hoffe daß der Thread das überlebt.

    https://www.piupiano.de/about

    Ich werde diesen Clip noch an anderer Stelle einfügen, in einem Thread den ich vor einigen Tagen für derartige Gelegenheiten vorbereitet habe...

    mfg aus Wien

    Alfred

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