Das Mozart späte Sinfonien Ranking - plus eine Ernennung einer frühen Sinfonie

  • Es ist mal wieder Zeit für ein Ranking! Diesmal wird Eure Reihung der Mozart Sinfonien gesucht, die er ab 1780 komponiert hat, also beginnend mit Nr. 34. Zusätzlich soll noch eine Sinfonie von vor 1780 ernannt werden, eine „Wildcard“ Sinfonie sozusagen. Bei mir siehst es so aus:


    Meine Favoriten: Nr. 38, wahrscheinlich Mozarts originellste Sinfonie. Von einer dreisätzigen italienischen Sinfonie zu sprechen wäre hier zu einfach. Mozart sprengt dieses Konzept mit der bis dahin längsten Einleitung zu einer Sinfonie. Mit über drei Minuten erreicht sie die Länge mancher Sinfonie Sätze dieser Zeit. Nr. 39, Eine harmonisch kühne Einleitung mit einigen Dissonanzen führt zu einem fast romantischen Allegro. Das romantische „Feeling“ wird im zweiten Satz weitergeführt, besonders in den leidenschaftlichen Moll Abschnitten. Das Finale ist trotz seiner Dichte ein leichtfüßiger Satz, der die Sinfonie perfekt abschließt.

    Die Klassiker: Nr. 40, Für mich eine Art Rückblick auf den Sturm und Drang. Die G-Moll ist einer der wenigen Moll Sinfonien dieser Zeit (1780er) die noch in Moll endet, Jedoch die Orchestrierung (gemeint ist die Zweitversion mit den Klarinetten) blickt schon weit in die Zukunft. Nr 41, Mozarts gelehrteste Sinfonie. Sie blickt zurück auf die österreichische Tradition der C-Dur Sinfonien mit Trompeten und Pauken.

    Tolle Sinfonien, die ich gerne höre: Nr 34, Toller Kopfsatz, wie bei der Prager, eine stark veränderte Reprise. Nr 36, die erste (und letzte) Sinfonie bei der Mozart Trompeten und Pauken in einem langsamen Satz einsetzt. Nr 35, Festliche Musik par Excellance.

    „The Wildcard“: Nr 29, Für mich, ungeachtet der „kleinen G-Moll“, Mozarts erste große Sinfonie


    Ich bin schon gespannt auf Euer Ranking!


    LG aus Wien.:hello:

  • Ich würde die Sinfonien etwas anders einteilen (wie a.a.O. geschehen). Als späte sehe ich wegen des zeitlichen und stilistischen Schnitts nur 38-41 (also 504, 543, 550, 551). Die mittleren beginnen bei mir wegen des stilisitschen Schnitts ziemlich eindeutig bei 31 (297), davor könnte man noch in frühe und Jugendwerke teilen (vager Schnitt etwa um 183, also Nr. 25 - wie Du schrubst: „Mozarts erste große Sinfonie“; ich würde allerdings zweifelsfrei die 182 (24) noch mit aufnehmen).


    Von den Spätis: 504 - 550 - 543 - 551


    Mittel: Der „Linzer“ würde ich tatsächlich den Vorzug gegenüber „Haffner“ und “Pariser“ geben, also: 425 (36) und 319 (33).

    Der 34 (338) kann ich wenig abgewinnen: abgesehen von ein paar netten Mannheimerismen im Kopfsatz glänzt das Werk durch mit Bombast aufgefüllter Langeweile (für mich).


    Jugend: neben 25 (183) und 29 (201) natürlich: 182 (24) und 202 (30)


    Frühe: unbedingt 12 (110)


    Sorry, wenn ich Dein System leicht unterwandert habe ...

    Ewigkeit ist ein angemessener Zeitrahmen, Perfektion zu erreichen.
    (unbekannt)

  • Ich versuche mal im System zu bleiben :P, auch wenn ein Schnitt bei der "Pariser" sich in der Tat anbieten würde.

    1) 38. Sinfonie KV 504 "Prager"

    2) 41. Sinfonie KV 551

    3) 29. Sinfonie KV 201 (Wildcard)

    4) 39. Sinfonie KV 543

    5) 40. Sinfonie KV 550

    6) 36. Sinofnie KV 425 "Linzer"

    7) 35. Sinfonie KV 385 "Haffner"

    8 34. Sinofnie KV 338

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Ich habe „späte Sinfonien“ etwas großzügiger genommen, da wir sonst ein Ranking von nur vier Sinfonien hätten. Zugegeben,1780 als Schnittstelle ist etwas willkürlich, aber dafür haben wir 7 Sinfonien zum einordnen:). Die „Wildcard“ war ein Nachgedanke von mir, um zu sehen welche früheren Sinfonien von Euch geschätzt werden, wobei „früh“ natürlich auch etwas arbiträr ist.


    LG aus Wien.:hello:

  • Ca. 1780 wird immerhin gerne als Schwelle zur Hochklassik angeboten.

    Wohl wahr:


    Zitat von Mozart, Brief vom 30. Dezember 1780 (München)

    Glückseliges neues Jahr! [...]

    Nun muß ich schließen, dann ich muß über Hals und Kopf schreiben; komponiert ist schon alles, aber geschrieben noch nicht ...

    8-)

    Ewigkeit ist ein angemessener Zeitrahmen, Perfektion zu erreichen.
    (unbekannt)