Aller Guten Dinge sind drei -Drei mal Cosi - Drei mal Böhm - Eine muß die Beste sein !!! (???)

  • Liebe Opernfreunde, Liebe Mozartkenner


    In einem anderen Thread dieses Forums:


    Wolfgang Amadeus Mozart: Cosi fan tutte


    wurde die Frage gestellt, wie denn nun die Böhm-Aufnahme der Cosi klanglich sei (und ich weite die Frage aus auf stimmlich - stimmig - rchestral)


    Das ist schon allein deshalb kaum zu beantworten, weil es ja (zumindest) DREI Gesamtaufnahmen dieses Werks unter Karl Böhm gibt - für 3 verschiedene Label - aufgenommen zu verschiedenen Zeiten, Wenn ich mich recht erinnere war das 1955 (eine der ersten Stereo-Aufnahmen der DECCA) 1962 (für die EMI) und etwa 1975 (Live von den Salzburger Festsoielen )


    . .



    Ich besitze zwar alle drei dieser Aufnahmen, die Salzbuerger Aufnahme jedoch nur auf Vinyl - die kann ich also derzeit nicht hören.


    So geb ich die Frage des Threads an die Taminoianer weiter:


    Inwieweit unterscheiden sich Eurer Meinung nach diese 3 Aufnahmen - welcher gebt Ihr den Vorzug - und warum ?


    Auch wer nur eine oder zwei dieser Aufnahmen kenn, kann hier seine Eindrücke niederschreiben.


    Ich bin gespannt ob da was rauskommt..... :baeh01:


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred.



    Anmerkung : Die Decca Aufnahme gibt es mit verschiedenen Covern:


    Ich besitze diese:



    Dieser bestätige ich eine (für 1955 !!!) wundervolle Durchhörbarkeit.
    Andere Editionern müssen nicht notwendigerweise glkeich gut sein.
    Besonders besteht die Gefahr, daß es bereits Veröffentlichungen gibt, die nicht vom Mutterband sondern von einer Vinyl-CD gezogen wurden !! In diesem Falle : HÄNDE WEG !!!


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)


  • Hallo Alfred,


    von den drei Cosi-Aufnahmen würde ich die EMI-Studio-Aufnahme mit auf die einsame Insel nehmen.


    Meines Wissens handelt es sich bei dem Salzburger-Live-Mitschnitt um eine Aufnahme, in der aufführungstechnisch gestrichen worden ist.
    Wer die Cosi komplett haben will, muss also eine andere Böhm-Aufnahme wählen.


    Herzlichen Gruß
    von LT :hello:

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt


    Dieser bestätige ich eine (für 1955 !!!) wundervolle Durchhörbarkeit.


    Also wirklich - die Wiener Mozarteinspielung anläßlich der Wiedereröffnung der Staatsoper zählen zu den bestklingenden Schallplatteneinspielungen überhaupt (und die Originale sind auf Vinyl unbezahlbar): in der Rangfolge Giovanni/Krips-Figaro/Kleiber-Zauberflöte/Böhm-Cosi/Böhm ist die Cosi, ob nun als London OSA oder - wenn überhaupt je erschienen - als DECCA SXL, eine Rarität, die mir als Sammler auch bei ebay noch nicht untergekommen ist. Ein Mythos!


    Das gilt natürlich seltenheitstechnisch auch für die SAX-Edition der Schwarzkopf-Cosi unter Böhm,


    Die Salzburger DGG-Aufnahme möchte ich, zu ihrem eigenen Wohl, nicht in diese Reihe stellen, das wäre nicht fair. Es gibt übrigens auch einen Salzburger Live-Mitschnitt aus den 50ern, mono, mit der Seefried als Fiordiligi, nochmls Böhm.


    Die Vorzüge der Emi-Cosi sind zum einen das Paar Taddei-Ludwig; diese Dorabella (Ah, scostati!")gefällt mir besser als die etwas zahmere bei der älteren Decca-Platte (auch Christa Ludwig). Die Aufnahme ist länger (vier LPs Emi, drei Decca), detaillierter (alle seccos), intelligenter und moderner. Die bitteren Ironien werden deutlicher herausgearbeitet, überhaupt scheinen die Protagonisten deutlicher charakterisiert, individueller. - Zumal, und das ist der Hauptvorteil und auch die Crux der Emi-Cosi, hören wir hier das letzgültige Fiordiligi-Porträt von Elisabeth Schwarzkopf, ebenbürtig ihrer Marschallin oder Capriccio-Gräfin. Besser kann man diese Partie nicht singen.
    Auch Berry als Alfonso ist fast dämonisch gut. Mit Kraus habe ich allerdings so meine Probleme und empfinde daher auch das Sopran-Tenor-Paar als nicht ganz glaubwürdig, was sicher Geschmackssache ist. - Die Steffek als Despina ist mir allzu brav (und Böhms Dirigat dann auch oft zu betulich, "in uomini, in soldati", "una donna a quindici anni"). - Die beste Despina ist für mich ohnehin Lisa Otto der 54er Karajan-Aufnahme, trotz ihrer bajuwarischen Italianità.


    Das Finale zum ersten Akt rollt mir etwas zu gleichmäßig ab, da ist Karajan oder auch Jochum dramatischer, plastischer. Und hier zeigt sich ein grundlegendes Manko - es fehlt überhaupt an Humor (nicht an Ironie und Biß), dessen die Oper mit ihrer schwankhaften Handlung aber sehr bedarf. - Die Tempodispositionen dieses Finales (wie in Böhms DGG Figaro, 1968, Finale Akt II) sind zu breit und zu wenig pointiert; und da würde ich schon mal das Dirigat etwas in Frage stellen wollen :hello: (erst der turbulente stretta-Schluß ist überzeugend).


    In der ganzen Emi-Einspielung, die sich gut in die Giulini-Aufnahmen von Figaro und Giovanni einreiht, fehlt mir aber vor allem das reine Himmelslicht, das uns Mozart in der Cosi zu trinken gibt. Da würde ich deshalb immer die Decca-Aufnahme empfehlen (man höre bloß das "mi scrivermi ogni giorno"-Quintett oder das "Soave sia il vento"). Das Herren-Trio ist einfach unschlagbar, Schöffler, Dermota, Kunz; das sind wirklich Humoristen ihres Fachs. Und die Della Casa ist zwar keine Schwarzkopf, aber deshalb noch lange nicht zweite Wahl, im Gegenteil :untertauch:. Und es spielen die Wiener Philharmoniker :angel:. - Ich weiß nicht warum, hier gibt es eine Weichhheit und Anmut, eine heitere Naivität, die ich bei dieser Oper unbedingt vorziehe ("prendero quel brunettino"). Böhms Tempi sind einfach besser, und die Ensembles homogener.


    Das waren noch Zeiten!!

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

    Einmal editiert, zuletzt von farinelli ()

  • Eine interessante Alternative wäre diese Aufnahme, leider ist die Tonqualität unbefriedigend:



    Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
    Cosi fan tutte

    Danco, Simionato, Luca, Cortis, Morel, Stabile,
    Suisse Romande Orchestre,
    Dirigent: Karl Böhm
    Label: Walhall , ADD/m, 1949


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Meine Wahl: EMI.
    Man muss aber sagen, dass das ganz knapp ist. Die Janowitz/Schreier, etc. kommt gleich danach.Auch die Aufn. mit della Casa/Ludwig ist sehr schön. Aber der Klang der Aufn. ist für meine Ohren nicht das Optimum. Leider.
    Von der Besetzungsliste ist ja kein rechter Unterschied zu machen, alles erste Sahne.
    Letztlich ist die Kombi Schwartzkopf/Ludwig wohl die Ausgewogenste und die Bemühung von Legge, seine Frau gut akustisch in Szene zu setzen, wohl ausschlaggebend.

  • Zitat

    (und die Originale sind auf Vinyl unbezahlbar):


    Schade -
    Manchmal ist das Timiing einfach schlecht - all diese "unbezahlbaren" Aufnahmen auf Vinyl habe ich heute im Rahmen meiner Wohnungsrenovierung entsorgt. - ich höre nur mehr CDs


    mfg aus Wien
    Alfred


    Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca (1304-1374)