Georges Bizet: Viel mehr als nur CARMEN

  • Diabolus in Opera


    Lieber Florian,


    ich habe Dir zu dem Thema eine PN geschckt.


    Inzwischen gibt es die Aufnahme auch bei cantus classics:



    Georges Bizet (1838-1875)
    Les Pecheurs de Perles (in deutscher Spr.)

    2 CDs


    Rita Streich, Jean Löhe, Dietrich Fischer-Dieskau, Wilhelm Lang,
    RIAS SO, Artur Rother
    Label: Line , AAD/m, 1950


    Vermutlich ohne die Bonus-Tracks der Walhall-Aufnahme.


    Aber trotzdem teurer!


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Bei den deutschsprachigen Aufnahmen ziehe ich die - ungefähr gleichzeitig entstandene - Münchner Aufnahme unter Altmann mit Fehenberger vor.


    Meine erste Begegnung mit den "Perlenfischern" auf Schallplatte hatte ich als Schüler anläßlich einer Klassenfahrt nach Brüssel. Dort habe ich im Kaufhaus "Innovation" (das Jahre später spektakulär abgebrannt ist) eine Doppel-LP für relativ kleines Geld - damals unterlagen in Deutschland Schallplatten noch der Preisbindung - gekauft: eine Aufnahme aus Paris, mit René Leibowitz als Dirigenten.


    Inzwischen habe ich die alte Doppel-LP durch eine Doppel-CD ersetzt, die es seit kurzem im Handel gibt:



    Georges Bizet (1838-1875)
    Les Pecheurs de Perles
    2 CDs
    Seri, Dobbs, Borthayre, Mans,
    Paris PO & Chorus,
    Dir.: Leibowitz
    AAD/m, 1951


    Nicht nur für Nostalgiker ein Genuß!


    LG


    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Aus Anlass des 80. Geburtstags des Dirigenten Bernhard Haitink bietet der niederländische Sender Radio 4 u.a. eine Aufnahme der C-Dur-Sinfonie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter der Stabführung Haitinks zum Gratisdownload an:



    "http://haitink.radio4.nl/en/home/"



    LG, Elisabeth

  • Kürzlich habe ich mir mal wieder die Symphonie in C angehört. Der erste, dritte und vierte Satz sind ja noch erwartungsgemäss - Frühwerk eben.


    Aber der zweite Satz hebt sich doch erheblich von den drei Anderen ab: Hier kann man schon so richtig schön erkennen, was da für ein Melodienmeister heranzureifen begann. Das dieser Satz obendrein noch wunderbar fugiert angelegt ist, nun das trägt noch mehr zu seiner Einzigartigkeit bei. Ein tolles Stück, kann gar nicht genug davon bekommen.

    alle Menschen werden Brüder ...

  • Eine Oper von Bizet sollte hier nicht unerwähnt bleiben: Die Opera Buffa "Don Procopio"


    Im Jahr 1857 gewann Bizet den Rom- Preis. In Rom schrieb er 1858/59 die erst 1906 in Monte Carlo aufgeführte Opera buffa Don Procopio.


    Eine preiswerte Aufnahme dieser Oper gibt es zur Zeit bei unserem Werbepartner jpc (3,99 €):



    Don Procopio
    Uraufführung: (1858 ) - 10.3.1906 in Monte Carlo
    Libretto: Carlo Cambiaggio nach Luigi Prividali, 2 Akte
    Sprache: italienisch


    Aufnahme: 16.7.1948, Paris
    Spieldauer: 75'46
    Dirigent: Eugène Bigot
    Orchestre Lyrique de l'ORTF Paris
    Choeurs du Radio France


    Bettina: Nadine Renaux
    Don Andronico: Charles Clavensky
    Don Ernesto: Gaston Rey
    Don Odoardo: Joseph Peyron
    Don Procopio: Lucien Lovano
    Donna Eufemia: Lina Dachary
    Pasquino: André Basquin


    Leicht gekürzt passt die genau auf 1 CD!


    Zum Kennenlernen eine günstige Gelegenheit!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Ebenfalls empfehlenswert: "La jolie fille de Perth"


    Unter dem Titel "Die Schöne von Perth" wurde die Oper 2005 auf Schloss Hallwil (Schweiz - Kanton Aargau) aufgeführt, und zwar als Freilicht-Oper. 20 Vorstellungen brachten eine Resonanz weit über den Kanton Aargau hinaus. Musikalisch bewegten sich die Aufführungen auf beachtlichem Niveau. Das in luftiger Höhe über dem Schlosstor untergebrachte Aargauer Symphonie-Orchester unter seinem Chefdirigenten Douglas Bostock wusste Bizets schillernde Partitur in kraftvollen Farben, die attraktive Mischung von französischer Grand Opéra, Verdischer Italianità und operettenhafter Spritzigkeit wirkungsvoll und präzise nachzuzeichnen.
    Meines Wissens ist die Oper seit 2005 im deutschsprachigen Raum nicht mehr gespielt worden.

  • Djamileh,
    Oper in 1 Akt
    von Georges Bizet,
    Text von Louis Gallet nach Alfred de Mussets Gedicht Namouna (1832),
    Uraufführung: 22.5.1872 Paris, Opéra Comique;
    mit Mme Prelly • Adolphe Duchesne • Pierre-Armand Potel,
    Dirig. Louis-Michel Deloffre.



    EA 1892 Berlin (dt. von L. Hartmann).


    Der junge Harun (Tenor) lässt sich von seinem Diener Splendiano jeden Monat eine neue Geliebte auf dem Markt kaufen. Mit Hilfe Splendianos präsentiert sich die in Harun verliebte Djamileh (Mezzosopran) diesem in Verkleidung ein zweites Mal und erringt dessen Liebe.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Georges Bizet - geboren am 25. Oktober 1838 in Paris, gestorben am 3. Juni 1875 in Bougival bei Paris, französischer Komponist und Klavier-Virtuose.
    Bizet wurde mit 9 Jahren Schüler des Conservatoire, studierte bei Gounod und Halévy, 1857 erhielt er den Rom-Preis; in Italien komponierte er die Oper Don Procopio.
    Wieder in Paris, brachte er 1863 die Perlenfischer und 1867 Das schöne Mädchen von Perth heraus, beide ohne nachhaltigen Erfolg. Wenig später entstand die Schauspielmusik zu Daudets Schauspiel L'Arlésienne, die insbesondere in den Orchestersuiten schnell Verbreitung fand. Den Erfolg seiner Oper Carmen erlebte der Komponist nicht mehr.
    Neben seinem dramatischen Werk steht die frühe C-Dur-Sinfonie, stehen Chorwerke, Klaviermusik und Lieder eher im Schatten.


    Der Deutschlandfunk brachte in seinem heutigen Kalenderblatt eine Gedenksendung zum Thema - nachzulesen oden -hören unter diesem link: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/2294518/


    Der ungarische Romancier Agostin Ambrozy schrieb Mitte der 60er Jahre einen lesenswerten Roman zum Thema Georges Bizet - zwar ohne Gewähr für korrekte historische Darstellung, aber mit viel Liebe zu dessen Schmerzenswerk "Carmen" und ihrer Entstehung bis hin zur Uraufführung!
    Das Buch ist 1968 im Henschelverlag (DDR) auf deutsch erschienen und in vielen Antiquariaten für wenig Geld zu bekommen. Im Westen ist das Buch m.W. nicht erschienen.



    (beim amazon-marketplace schon ab € 0,01 + Porto erhältlich)


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Was ich hier nun schreibe/zeige wollte ich eigentlich bei den Neuerscheinugen einstellen - aber dann habe ich diesen Thread hier entdeckt der grade aktuell und aktiv ist:

    Mit großer Freude kündige ich die Veröffentlichung einer Neuaufname der Oper CARMEN in einer rekonstruierten Inszenierung aus dem Jahre 1875 an

    Die Aufnahme erscheint auf BlurayDisc und wird ab 1. November 2024 bei unserem Werbepartner erhältlich sein


    Ein Lichtblick in der Finsternis heutiger Inszenierungen !!!

    (Es gibt ja einiges Gute - aber das wird uns Sammlern stets vorenthalten und der Schund wird uns angeboten:()

    Also heisst es wachsam sein und zugreifen wenns ausnahmsweise mal was Gutes gibt:jubel:




    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Banner Strizzi
  • Zitat

    "CARM paulEN in einer rekonstruierten Inszenierung aus dem Jahre 1875" ...

    ... bedeutet aber nicht, dass es die Ur-„Carmen“ ist. Zu hören und zu sehen ist nicht die Ur-Version, die noch unter Georges Bizets Mitwirkung an der Pariser Opéra Comique einstudiert wurde – und nach deren 33. Aufführung der Komponist am 3. Juni 1875 einem Herzinfarkt erlag. Gespielt wird vielmehr die „Export-Fassung“, die nach der Pariser Premiere die Welt über Wien und Brüssel bis nach New York, Melbourne und Santiago eroberte. Für Wien und die internationalen Bühnen ließ der Verlag nämlich eine neue Fassung mit Ballett und Rezitativen in einer Bearbeitung durch Ernest Guiraud erstellen, die bald allen Aufführungen zugrunde gelegt wurde.

    Erst danach kehrte der frühere finanzielle Flop 1883 nach Paris zurück.


    Die obige Aufnahme aus Rouen beruht also auf einer Bearbeitung des Bizets'schen Originals.

  • Ich habe dieser Tage zum ersten Mal überhaupt mehrere Bizet-Werke nacheinander gehört und mich damit ein bisschen in diesen Komponisten eingehört. Natürlich sind Werke wie "Carmen", "Le pecheur de perles" und auch die C-Dur-Sinfonie ziemlich bekannt. Aber Opernfreunde kennen und schätzen auch "Djamileh" und "La jolie fille de Perth". Hinzu tritt die hörenswerte Roma-Sinfonie, das Te Deum und die L'Arlésienne-Suiten. Ich hörte auch noch die Suite "Jeux d'enfants" und ein wenig Klaviermusik.


    Was wir derartig übereinstimmend vielleicht gar nicht so richtig vor Augen stand ist, was für ein Verlust der frühe Tod im Alter von 36 Jahren doch war. Das überschaubare hinterlassene Werk ist voller Schönheiten, großartiger Melodien und interessanter Wendungen. Vielversprechend wären weitere Werke wohl gewesen, wenn man die Qualität der Opern und auch der beiden Sinfonien und des Te Deums bedenkt. Kammermusik wäre vielleicht auch noch entstanden.


    Nach ein paar Tagen Bizet muss ich meinen Hut ziehen und innehaltend betrauern, dass die Musik hier offenbar wiedereinmal "die schönsten Hoffnungen" begraben musste.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Von Bizet gefällt mir sein schwungvolles Te Deum am besten. Dieses wurde erst 1971 veröffentlicht. Bizet schrieb das Werk nach Verleihung des Prix de Rome.

    Ich kenne die Aufnahme bei Naxos, die das Werk mit der Kantate Clovis et Clotilde auf einer CD vereint:


    Wer Leid und Unrecht tut, der ist an seiner Seele der Arme.

    (Louis Spohr)

    Ein Großteil der Mehrheitsgesellschaft zeigt kein Gesicht.

    (Igor Levit)

  • BIZET zaehlte bereits in meiner JugenD zu einem Geheimtip, vor allem seine C-Dur Sinfonie Nr. 1, und eben auch die Arlesienne-Suite . An den Komponisten BIZET und seine Werke erinnerte man sich erst relativ spaet, aehnlich wie an SCHUBERT als Orchester-Komponist. Deshalb hielten sich auch die Schallplattenaufnahmen der Werke BIZETS im Verhaeltnis zu anderen Komponisten verhaeltnismaessig in Grenzen. So gab es von seiner genialen C-Dur-Sinfonie im Bielefelder Katalog 1/61 nur eine einzige Schallplattenaufnahme von FRITZ LEHMANN mit den BAMBERGER SYMPHONIKERN. Von der Arlesienne-Suite gab es wenigstene 5 verschiedene Aufnahmen im Katalog. Dafuer gab es von seiner Oper CARMEN umso mehr Aufnahmen, vor alles als Querschnitte und Ausschnitte. Von der nicht minder grossartigen Oper "Die Perlenfischer" gab es da nur Ausschnitte. Sicher kann die Oper "Carmen" als sein Meisterwerk bezeichnet werden, das eine solche Ausnahmestellung in seinem Schaffen einnimmt, dass seine uebrigen Kompositionen - die fruehere C-Dur Sinfonie und die Roma- und die Arlesienne Suite - ausgenommen - kaum mehr wahrgenommen werden. Sicher aber waren sie Wegbereiter fuer die Carmen-Oper. Sein erstes grosses Werk war die C-Dur Sinfonie, die er 1855 als Siebzehnjaehriger in kaum einem Monat komponierte. Auch wenn MOZART, MENDELSSON, ROSSINI und GOUNOD seine Vorbilder waren, so zeugt diese Sinfonie doch schon von einer enormen Beherrschung seines kompositorischen Handwerks, und sie war sicher auch wegweisend fuer seine folgenden Kompositionen. Fast unverstaendlich, dass BIZET diese Sinfonie weder auffuehren noch verlegen liess, und dass ihre Urauffuehrung erst 1935 stattfand. Diese Sinfonie ist voller bis dahin ungekannter Einfaelle, die die Musik wunderbar fliessen lassen mal zart, mal farbig, mal grazioes, dann wieder melancholisch, dramatisch, oder pathetisch, und man muss diese Klaenge unwillkuerlich ins Herz schliessen. Fester Bestandteil des Konzertrepertoires wurden die beiden Suiten aus der Schauspielmusik zu Daudets L-Arlesienne , die 1872 entsatanden. Sie isind ebenfalls aeusserst klangschoen und einfallsreich, mit lebendigen Rhythmen, und nehmen unmittelbar fuer sich ein. Dieses Werk brachte nach meiner Meinung WILLEM VAN OTTERLOO mit seinem fabelhaften RESIDENTIE ORKEST DEN HAAG in einer elektrisierenden Einspielung wunderbar zum Klingen. VAN OTTERLOO war schon fast beruechtigt wegen seiner Strenge seinem Orchester gegenueber. Seine Musiker blieben ihm dann bei dieser Aufnahme auch nichts schuldig.


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    Die C-Dur Sinfonie hoerte ich vor vielen Jahren einmal im Rundfunk mit DIMITRI MITROPOULOS und den NEW YORKER PHILHARMONIKERN, und ich habe dieses geniale Werk seitdem niemals mehr so farbig und mitreissend gehoert. Leider blieben seitdem alle meine Versuche, diese Einspielung auf Schallplatte zu bekommen, bis heute vergebens. Es gibt mit ihm zwar noch Ausschnitte aus CARMEN auf CD, aber eben leider nicht diese C-Dur Sinfonie. MITROPOULOS wurde am 01.03.1896 in Athen geboren und starb am 02.11.1960 in Mailand. Als Knabe wollte er entweder Priester oder Musiker werden, zum Glueck entschied er sich fuer Musik und studierte in Athen, Bruessel und Berlin bei FERRUCIO BUSONI. Das Dirigierhandwerk lerlernte er bei KLEIBER. Er lebte sehr asketisch, und die Musik und Buecher waren sein ganzer Lebensinhalt. 1924 uebernahm er das Symphonie-Orchester seiner Heimatstadt, 1930 trat er zum ersten Mal als Gastdirigent und gleichzeeitig als hervorragender Pianist in Berlin auf. Schnell gelangte er zu internationalem Ansehen und alle grossen Musikstaedte Europas feierten ihn. Oft wurde er mit der intensiven Dirigierkunst WILHELM FURTWAENGLERS verglichen. Uber KUSSEWITZKI kam er 1937 nach Minneapolis und NEW YORK, wo er bald zu den namhaftesten Dirigenten seiner Zeit gezaehlt wurde, vor allem an der METROPOLITAN. Mit den NEW YORKER PHILHARMONIKERN, deren Chefdirigent er von 1951 - 1957 war, bereiste er nach dem Zweiten Weltkrieg mit grossem Erfolg ganz Europa. Auch bei den SALZBURGR FESTSPIELEN wurde er als Operndirigent gefeiert. Er setzte sich auch fuer die Auffuehrung moderner Komponisten wie BERG, SCHOENBERG, MILHAUD, BUSONI und STRAUSS ein. Sein musikalsiches Koennen war sehr vielseitig, und er hatte ein fotografisches Gedaechtnis.

    Am 2. November 1960 starb er waehrend einer Probe von MAHLERS DRITTER SYMPHONIE mit dem ORCHESTER DER SCALA in Mailand .


    Die heute zu Unrecht nur noch selten aufgefuehrte Oper "Die Perlenfischer" ist dennoch ein Meisterwerk mt wunderbaren Abschnitten und Szenen, das der "Carmen" kaum nachsteht. Die fuer mich ergreifendste Arie daraus ist "Mir traeumt von jener Zeit", grossartig einfuehlsam gesungen von JOSEF TRAXEL.



  • 2025 war das Jahr mit dem 150. Todestag von George Bizet (1838-1875). Aus diesem Anlass veröffentlichte das Label Erato eine Box mit 16 CDs. Beim Werbepartner ist sie (noch) erhältlich.


    Lücken hat's allerdings auch. Das von querstand geschätzte Te Deum fehlt. Ebenso den von @Harald Krahl erwähnten Operneinakter Djamileh und die Oper Don Procopio hat man nicht berücksichtigt.



    Man wird jedoch mit preiswerten Angeboten fündig.


    Das Te Deum gibt's in diesem Bundle für schlappe 6,99 Euro.



    "normal"-preisig


    Lieder Op. 21



    Klavierwerke



  • Das von querstand geschätzte Te Deum fehlt. Ebenso den von @Harald Krahl erwähnten Operneinakter Djamileh

    Um beide Werke ist es sehr schade. Djamileh ist für mich quasi Bizets kleine Carmen und das Te Deum lässt betrauern, dass es nicht weitere große Sakralmusik aus Bizets Feder gibt.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Djamileh wurde in der Spielzeit 1927/28 am Charlottenburger Opernhaus in Berlin aufgeführt. Die Titelrolle sang Sigrid Onégin, der eine Kritik bescheinigte, dass sie "mit dieser hoch liegenden Partie nichts anzufangen weiß, vielmehr sich hörbar mit ihr herumquält".

    Das Te Deum kenne ich aus der alten Aufnahme unter Hans Zanotelli mit Kari Lövaas und Siegfried Jerusalem, die Kantate Clovis et Clotilde nur in der (zu späten) Aufnahme mit Montserrat Caballé.

    Bei "Hyperion" gab es eine sehr hörenswerte CD mit Bizet-Liedern. Ann Murray wurde von Graham Johnson begleitet.

  • " Von Bizet gefällt mir sein schwungvolles Te Deum am besten. Dieses wurde erst 1971 veröffentlicht. Bizet schrieb das Werk nach Verleihung des Prix de Rome.

    Ich kenne die Aufnahme bei Naxos, die das Werk mit der Kantate Clovis et Clotilde auf einer CD vereint."


    Genau die höre ich gerade, gefällt mir auch sehr gut, aber sakral klingt es für mich nicht. Aber das kann Gewohnheit sein, höre sonst solche Musik von Bach - Mozart. Ich höre fast eher Oper ( ähnlich wie bei tollen Verdi Requiem )

    Gruss aus Bruchsal


    Karl-Heinz

  • Hier meine Lieblingsaufnahme von Bizets Oper "Les Pêcheurs de perles" (Die Perlenfischer):



    Es handelt sich um eine Stereo-Produktion aus dem Jahr 1960 (Aufnahme: Paris, Salle Wagram). Sie erhält ihren besonderen Wert durch die Mitwirkung des unvergessenen Nicolai Gedda, der die Rolle des Nadir singt. Die berühmte Romanze aus dem 1. Akt "Je crois encore entendre" (deutsch: Mir träumt von jener Zeit) hat niemand vor oder nach ihm seelenvoller, inniger gesungen als dieser schwedische Ausnahmetenor. Seine Mezzavoce ist einfach traumhaft - er erzeugt mit seinem Gesang tatsächlich eine träumerische Atmosphäre, die den Hörer gefangen nimmt, und wer das berühmte Duett Nadir/Zurga "Au fond du temple saint" in ähnlicher Vollendung hören möchte, der muß schon auf die alte Aufnahme Björling/Merrill (RCA, 1951) zurückgreifen. Nicolai Gedda und der Franzose Ernest Blanc sind hier auf der Höhe ihrer Kunst. Und die Leila der Janine Micheau ist der dritte Pluspunkt der Aufnahme. Der Dirigent, Pierre Dervaux, leitet sorgfältig und einfühlsam den Chor und das Orchester der Komischen Oper Paris.


    Die erste CD-Ausgabe von 1988 enthielt noch noch Auszüge aus der wenig bekannten und noch seltener aufgeführten Oper "Ivan IV" auf. Warum man diese in der obigen Neuauflage gestrichen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Für die Ausschnitte war ohne Probleme auf der zweiten CD Platz; sie waren für Bizet-Freunde eine echte Bereicherung. Die Entscheidungen der Plattenbosse sind manchmal schwer nachvollziehbar.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Lieber nemorino , ich habe dein Bild durch einen jpc-Link ersetzt. Am besten ist es von vornherein jpc-Links (man findet über den Reiter "Auch nicht erhältliche Artikel anzeigen" auch die allermeisten alten Aufnahmen) zu verwenden, weil Alfred über jpc ein wenig Geld fürs Forum bekommt (Werbepartner).

    LG Tristan als Mod

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Banner Strizzi
  • Lieber Tristan,


    grundsätzlich ist das völlig in Ordnung, hat aber in diesem Fall einen Haken: Die alte, von mir gezeigte Ausgabe enthielt neben den "Perlenfischern" noch Ausschnitte aus der quasi vergessenen Oper "Ivan IV" (ich kannte sie auch nicht), während die neuere ERATO-Box nur mit den "Perlenfischern" aufwartet. Das war mit ein Grund, die Doppel-CD hier unter "Bizet: Viel mehr als nur Carmen" einzustellen.

    Warum man in der Neuauflage den "Ivan" gestrichen hat, weiß ich nicht. Die Auszüge paßten bequem auf die zweite CD. Damit aber keine Mißverständnisse aufkommen, werde ich den letzten Absatz in meinem Beitrag #79 entsprechend korrigieren.


    LG und schönen Sonntag

    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Hallo nemorino, es gibt sie noch mit Ivan IV .......



    .......allerdings nicht mehr beim Werbepartner, aaaaaber bei verschiedenen anderen.



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo nemorino, es gibt sie noch mit Ivan IV

    Da ist sie ja, hatte ich auf die Schnelle nicht bei jpc gefunden :thumbup:

    Ivan IV. liegt irgendwie immer nur gekürzt oder in Auszügen vor. Es handelt sich doch eigentlich um eine dreistündige Grand Opera mit den üblichen fünf Akten. Aber auch andere Aufnahmen beschränken sich auf 2 CDs und damit nur auf Ausschnitte:

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • In Meiningen wurde 2023 die Oper Ivan IV in der um den rekonstruierten fünften Akt vervollständigten Fassung hierzulande (DE) uraufgeführt. Wäre nicht Corona dazwischengekommen, wäre es dort 2021 sogar zur Welterstaufführung gekommen. Die geschah dann allerdings bei der Petersburger Kammeroper 2022.

    Einen veröffentlichten Mitschnitt scheint es von keiner der beiden Aufführungen zu geben.


    https://www.die-deutsche-buehn…ar-den-verstand-verliert/

    Wer Leid und Unrecht tut, der ist an seiner Seele der Arme.

    (Louis Spohr)

    Ein Großteil der Mehrheitsgesellschaft zeigt kein Gesicht.

    (Igor Levit)