Marjana Lipovsek - ein großer Mezzo.

  • Ende der 1970er Jahre kam eine slowenische Sängerin aus Laibach an die Wiener Staatsoper um als Carmen , als Amneris, als Azucena das Wiener Publikum zu bezaubern:


    Marjana Libovsek.



    Marjana Lipvosek wurde am 3.12.1946, in Ljubljana, damals noch Jugoslawien, geboren.


    Ihr Charme in der Carmen zeigte keinesfalls eine Vulgarität, sondern aufschäumendes Temperament.


    Ihre Dorabella, mit Gundula Janowitz als Fiordiligi, hatte eine ungemeine Ausstrahlung. Aber nicht nur im Mozart Opern feierte sie Erfolge, auch in Richard Strauss - Partien, wie als Amme in der "Frau ohne Schatten" oder als spitzbübischer Octavian im "Rosenkavalier".


    Aber auch als Klytämnestra war sie darstellerisch und gesanglich einer Christa Ludwig zu vergleichen.



    In Bregenz sang Marjana Lipovsek die Dalila in Camille Saint - Saens "Samson et Dalila". Eine Produktion die leider nicht nach Wien kam.


    Sie sang an fast allen Festspielorten, wie Salzburg, Florenz und Edinburgh, aber auch bei den Wiener Festspielen.


    Jedoch auch den anderen Richard [Wagner], hatte sie im Programm, so war sie eine herrliche Kundry im "Parsifal", sowie eine rufende Brangäne im "Tristan"


    Marjana Lipovsek die in den angehenden 1996er Jahren zur Österreichischen Kammersängerin ernannt wurde, gastierte aber auch, neben der Wiener Staatsoper, in der Folge an vielen großen Opernhäusern der ganzen Welt, wie in München, wo sie schon 1993 zur Kammersängerin ernannt wurde, Berlin, Stuttgart, an der Covent Garden in London, an der MET, hier auch im slawischen Opernrepertoire.



    Neben ihrem gorßen Opernrepertoire entwickelte Marjana Lipovsek auch eine internationale Konzerttätigkeit, wie sie auch als Lied - Sängerin, äußerst beliebt war.



    Als es noch TV Produktionen von Richard Strauss Opern gab, da sang Marjana Lipovsek auch die Gae in der "Daphne", die sie aber auch am Haus am Ring, mit Mimi Coertse als Daphne, sang.



    Heute lebt Marjana Lipovsek, so viel ich weiß, in Salzburg. Mir wird sie aber unvergesslich bleiben.


  • Die Bregenzer Aufnahme ist vom ORF mitgeschnitten worden:

    Aufnahme: 21.7.1988, live, Bregenz
    Dirigent: Sylvain Cambreling
    Wiener Symphoniker
    Chor der Wiener Volksoper
    Chorleitung: Peter Burian
    Inszenierung: Stephen Pimlott
    Ballett der Staatsoper Sofia, Choreographie: Aletta Collins


    Abimélech: Yves Bisson
    Dalila: Marjana Lipovsek
    Le Grand Prêtre de Dragon: Alain Fondary
    Philistin (1): Jerôme Engramer
    Philistin (2): Ionel Pantea
    Samson: Carlo Cossutta
    Un messager Philistin: Constantin Zaharia
    Un vieil hébreu: Harald Stamm


    +++++++++++++++++++++


    Einen weiteren großen Erfolg hatte Marjana Lipovsek in Bregenz ein paar Jahre später als "Carmen". Von dieser Aufführung - in Starbesetzung - scheint es jedoch keinen Mitschnitt beim ORF zu geben, zumindest keinen veröffentlichten. Hier die Besetzung:


    Aufnahme: 1991, live, Bregenz
    Dirigent: Marc Soustrot
    Wiener Symphoniker
    Chor der Wiener Volksoper
    Chorleitung: Michael Tomaschek
    Inszenierung: Jerome Savary
    Ballett Rafael Aguilar, Ballett Sofia, Choreographie: Rafael Aguilar


    Carmen: Marjana Lipovsek
    Dancaïre: Hans Peter Kammerer
    Don José: Emil Ivanov
    Escamillo: Philippe Rouillon
    Frasquita: Sonia Zlatkova
    Mercédès: Liliana Nikiteanu
    Micaëla: Ildikó Raimondi
    Moralès: Wojciech Drabowicz
    Remendado: Thierry Migliorini
    Zuniga: Jacob Will


    Würde gut in meine Sammlung passen!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald,


    an diese von dir erwähnten Carmen kann ich mich auch noch gut erinnern. Sie wurde mehrmals im deutschen Fernsehen gesendet und Marjana Lipovsek war eine erstaunlich gute Carmen.


    LG
    :hello:


    Jolanthe

  • Ich erinnere mich - sehr lange ist es zurück - an einen Abend in der Alten Universitätskirche in Wien. Im Rahmen des seinerzeitigen (aus finanziellen Gründen leider eingestellten) Sommerfestivals der Gesellschaft für Musiktheater wurde "IL LUTTO DEL UNIVERSO" aufgeführt und ich saß mit einer Freundin in der Generalprobe. Wir kannten das Stück natürlich nicht und ebenso wenig die Rollen - plötzlich ertönte von hinten eine Stimme (die eigentliche Szene war im Altarraum) und eine Sängerin hatte ihren Auftritt durch en Mittelgang. Wir sahen zuerst uns gegenseitig und dann die Besetzungsliste an. Die Sängerin, deren Stimme uns augenblicklich in ihren Bann gezogen hatte, gehörte Marjana Lipovsek.
    Ich habe ihre Laufbahn und Karriere seither aufmerksam verfolgt und viele Abende von ihr genossen - auch die oben erwähnten Dalilah und Carmen in Bregenz und auch Konzert- und Liederabende. Dass Marjana Lipovsek von Barock und Mozart zu Wagner, Strauss uä. gewechselt ist, empfinde ich mit großer Trauer. Durch diesen Fachwechsel haben (von mir sehr subjektiv gehört) Vivaldi, Händel, Bach, Mozart .... eine der besten Interpretinnen verloren.


    Michael 2

  • Guten Tag


    Marjana Lipovsek arbeitete auch mit Nikolaus Harnoncourt zusammen und hatte -wie bereits erwähnt- viel von Bach, Händel, Vivaldi u. Mozart gesungen.
    Etliche CDs davon fand ich bei mir im Schrank:




    Wolfgang Amadeus Mozart


    "Die Zauberflöte"





    Georg Friedrich Händel


    Julius Caesar (Ausz.)







    J.S. Bach


    "Der zufriedengestellte Äolus" BWV 205







    Johann Sebastian Bach


    Magnificat D-dur BWV 243


    Gg. Fr. Händel


    "Utrechter Te Deum"






    Antonio Vivaldi


    "Gloria" RV 589


    G. B. Pergolesi


    "Stabat Mater"






    Johann Sebastian Bach


    "Johannes-Passion" BWV 245


    Ihre angenehme Stimme ist mir in guter Erinnerung :yes:


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Ich erinnere mich auch sehr gern an sie.
    M. Lipovsek habe ich als Dalila in bester Erinnerung.
    Sie hat damals hier mit W. Atlantov an der DOB in dieser Oper
    brilliert.


    Rita

  • Sehr beeindruckend ist sie auch in der Aufnahme der Henze-Bearbeitung der Wesendonck-Lieder unter Sawallisch:


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid