Mahler 2010 - Die Symphonien - David Zinman

  • David Zinman gibt schon seit Jahren einen bemerkenswerten Mahler-Zyklus in Zürich. Die Aufnahme der 1. Symphonie überzeugt durch eine überragende Orchesterleistung, eine ungemein klangschöne, im Detail ausgefeilte Interpretation mit tendentiell epischen Zügen. Sie ist eine meiner liebsten Aufnahmen geworden! Ich würde mich freuen, von Euch etwas mehr über den Zinman-Mahler zu hören!


    Beste Grüße
    Holger

  • Zitat

    Original von Dr. Holger Kaletha
    David Zinman gibt schon seit Jahren einen bemerkenswerten Mahler-Zyklus in Zürich. Die Aufnahme der 1. Symphonie überzeugt durch eine überragende Orchesterleistung, eine ungemein klangschöne, im Detail ausgefeilte Interpretation mit tendentiell epischen Zügen.
    Beste Grüße
    Holger


    Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen, und das beschränkt sich nicht auf die Erste Symphonie. Ich habe von diesem Zyklus bisher alle erschienenen Aufnahmen, und ich bin von jeder Aufnahme begeistert (bis auf die Achte, aber das liegt nicht an Zinman). Der Klang ist einwandfrei, und die Interpretation steht dem in Nichts nach; es klingt so, wie Mahler klingen soll.


    Ich bin schon in freudiger Erwartung auf die Neunte, die am 6.8. erscheinen wird.


    rolo :hello:

    Schenke deinen Mitmenschen ein Lächeln, und du bekommst ein Lächeln zurück.
    The Smiler


  • Hallo miteinander,


    das finde ich doch sehr interessant - die Zinman-Einspielungen sind in der dt. Presse ja weitgehend schlecht besprochen worden (Beurteilungen bei classics today sind etwas besser). Die erste Sinfonie schnitt noch mit am besten ab. Woran liegt das?


    Viele Grüße,
    Christian

  • Die Gustav Mahler Sinfonien von David Zinman sind schon wirklich ein Dilemma …. Ich habe auf Grund der recht verhaltenen Reaktion der Kritik erst recht spät zu ihnen „gefunden“ und bin sehr hin- und hergerissen. Holgers Ausführungen – „überragende Orchesterleistung, eine ungemein klangschöne, im Detail ausgefeilte Interpretation mit tendentiell epischen Zügen“ – unterschreibe ich ausdrücklich und würde sie gern noch um das Attribut „exzellente Klangtechnik“ erweitern. Seine Erste ist schon wirklich toll, seine Dritte mag ich auch und die Achte ist schon auf Grund der überragenden Dynamik und Durchzeichnung der Hammer. Eigentlich alles perfetto…. eigentlich …


    Was ist es nun, dass diese Interpretationen nicht soo ankommen bei der Kritik und den Hörern? Ich weiß es (natürlich) nicht, aber beim Anhören überkommt mich immer das Gefühl der Sterilität, der Unpersönlichkeit dieser Interpretationen. Wie gesagt, eigentlich alles perfetto … aber.... Alle anderen Großen der Mahler-Interpretation haben es geschafft, der Musik ihren eigenen Stempel aufzudrücken, ihr quasi eine eigene Signatur zu verleihen. Jeder von Euch könnte dies sicher mehr oder weniger blumig in Worte fassen. Bei Zinman tu ich mir hier aber eben schwer. Vielleicht ist es sein Stempel, der sterilste und „unpersönlichste“ Mahler zu sein? Hm, ich bin echt ratlos.


    Wie seht Ihr das?


    Herzlichst
    Thomas

  • Meine Lieben,


    Noch besitze ich keine von Zinmans Einspielungen . und vermutlich ist der Grund derselbe wie seine relativ schlechten Kritiken.


    Als Zinmans Beethoven zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt erschienen, noch dazu unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen.
    Es waren eben erst einige Zyklen erschienen, die hoch gelobt wurden, HIP wie es der Mode entsprach, von berühmteren Orchestern als Zinman eines zur Verfügung hatte, und von - auch das sei gesagt - damals berühmteren Dirigenten als Zinman selbst.


    Desungeachtet fanden sich ein oder zwei Kritiker, die die neue Gesamtaufnahme bejubelten - und fast alle Kritiker schlossen sich dem an. Die ersten kritischen Stimmen verhallten ungehört, aber mit der Zeit blätterte der Lack dieser Aufnahme ab. Die ablehnenden Stiummen wurden lauter - und die Aufnahme geriet allmählich in Vergessenheit.
    Kein Mensch jubelt mehr, man hält sie für überschätzt......


    Mir ist nicht aufgefallen, daß irgendeines der folgenden Aufnahmeprojekte je wieder besonders beachtet wurde.


    Kommen wir nun zu Mahlers Sinfonien. Sie dürften ein heikler Fall sein, die Beurteilungen sind sehr unterschiedlich, die Vorstellungen welche Annäherung an sie die "Richhtige" ist, ebenso.
    Mit einem Fehlurteil - sieh Tennstedt - will sich niemand in die Nesseln setzen, daher wurde diese Aufnahme eher kritisch beäugt. Ich könnte mit vorstellen, daß es jener unter Jonathan Nott nicht viel anders ergeht, aber natürlich kann ich mich auch täuschen.....


    mfg aus Wien


    Alfred

    Wer Beethoven-Sinfonien fälscht oder gefälschte in Umlauf bringt, wird mit dem Anhören eines Endlosbandes aller Werke von Schönberg bestraft; von der Dauer 1 Woche bis zu 4 Wochen

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    ...
    Kommen wir nun zu Mahlers Sinfonien. Sie dürften ein heikler Fall sein, die Beurteilungen sind sehr unterschiedlich, die Vorstellungen welche Annäherung an sie die "Richhtige" ist, ebenso.
    Mit einem Fehlurteil - sieh Tennstedt - will sich niemand in die Nesseln setzen, daher wurde diese Aufnahme eher kritisch beäugt. Ich könnte mit vorstellen, daß es jener unter Jonathan Nott nicht viel anders ergeht, aber natürlich kann ich mich auch täuschen.....


    Mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred


    Hallo Alfred,


    daran ("mit einem Fehlurteil ... will sich niemand in die Nesseln setzen")kann es doch eigentlich nicht liegen - Jonathan Notts Aufnahme und auch der neue Zyklus von Markus Stenz werden sehr positiv aufgenommen und weitere Einspielungen geradezu sehnsüchtig erwartet! Es wird doch in der Sache selber liegen oder hängt mit unseren Hörgewohnheiten zusammen. Im angesächsischen Raum ist der Zyklus meines Erachtens besser aufgenommen wiorden. Ich habe mir jetzt jedenfalls M6 besorgt und werde gelegentlich berichten.


    Viele Grüße,
    Christian

  • Es freut mich ja, daß Zinman doch noch Beachtung gefunden hat. :yes: Ich kenne jemanden, der in den letzten Jahren bei fast allen Konzerten und auch den Proben in Zürich dabei war, aber offenbar nicht Mitglied dieses Forums ist. Offenbar gibt es kaum Schweizer hier? Den gesamten Zyklus kann ich schlecht beurteilen, da ich wirklich nur die Aufnahme der 1. in meiner Sammlung habe. Deshalb freue ich mich natürlich über Eure Meinungen! :pfeif:


    Beste Grüße
    Holger

  • Die Achte unter Zinman ist klangtechnisch die vielleicht beste Aufnahme überhaupt. Die anderen kenne ich leider nicht.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Moin,


    da ich als zugezogner Zürcher mehrere Konzerte live gehört habe, darunter die 8. Sinfonie im KKL Luzern, und mehrere SACDs besitze, kann ich eigentlich Euren Meinungen nur zustimmen.


    Technisch sind die Aufnahmen wahrscheinlich das Beste, was auf dem Markt erhältlich ist.

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast