Joseph Martin KRAUS [1756-1792]


  • Salut,


    mittlerweile kenne ich sie - Im Kraus-Shop in Buchen habe ich sie nicht liegen lassen können! Ich kannte bereits die Einspielungen durch das Lysell-Quartett, das wirklich ganz hervorragend ist. Die obige CD mit den JMKlern beinhaltet das f-moll- und g-moll-Quartett, welches die Lysells nicht eingespielt haben. Dafür fehlt das G-Dur-Quartett mit der scozzese. Die Klangqualität zitierter Einspielung finde ich nicht so gut - klingt, wie in einer Kirche aufgenommen, sehr viel Hall. Aber: Im Vergleich mit den Lysells, die ich über alles schätze, ist das D-Dur-Quartett mit dem markanten letzten Satz [mein Favorit neben dem "Fugen"-Quartett in g] hier weitaus gelungener!


    Demnächst in diesem Theater:



    Die Sonaten für Klavier [Cembalo] und Violine nebst dem Klaviertrio D-Dur.


    Ganz neu bei NAXOS erschienen... ich bin sehr gespannt auf das Trio, da ich die Sonaten bereits kenne.


    Cordialement
    Ulli

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    (unbekannt)

  • Heute war Posttag :D



    Joseph Martin Kraus
    Sonaten für Violine & Klavier / Cembalo
    in C, C,D, d, Es
    Allegro für Violine & Klavier in D
    Klaviertrio in D


    [W]alter Schwede, Violine
    Jacques Despres Cembalo & Klavier
    John Friesen, Cello


    Wie kann man diese göttliche Musik so hinrotzen? Von Dynamik und Vibrato noch nie etwas gehört? Und das, wo Kraus doch fast jede note einzeln dynamisiert... :D :stumm: Da weist das Booklet - verfasst von Bertil van Boer - darauf hin, dass eine Sonate im morendo endet... und? Die Aufnahme ist zudem schlecht - es rauscht zu Beginn eines jeden Tracks... ich hatte die Info, wir leben in 2006?


    Zu Interpretation kann man nur Mozart zitieren:

    übrigens haben sie um keinen kreutzer gefühl oder geschmack. mit einem Wort blosse Mechanici.


    Obwohl - es gibt lichte Momente.


    Da lese ich lieber meine handschriftlichen Partituren, als das anzuhören. Das Klaviertrio war im zweiten und letzten Satz wirklich sehr hörenswert, das sollte nicht vergessen werden. Hier war wohl das Violoncello die treibende Kraft... Gott sei Dank! Vom "Cembalo" will ich erst gar kein Wort verlieren... :rolleyes: Der zweite Satz der Es-Dur Sonate aus Paris ist mir viel zu langsam! Der [fast] selbe Satz ist auch für Klavier solo in der Einspielung von Alexandra Oehler enthalten - dort mit dem richtigen Tempo. Die Oehler-Edition der Klaviersonaten ist eh zu empfehlen!


    Naja, immerhin für 5,99 € gleich 2 CDs... und immerhin ist ein Bild von meinem Gartenhäuschen drauf...


    Um die absolut liebenswerten Werke aber kennen zu lernen, lohnt diese Doppelbox - auch mit Rücksichtnahme auf den Preis - durchaus. So schlecht ist es nun auch wieder nicht gespielt... :rolleyes: ich spiels halt anders - more krausic... aber eigentlich ist sie doch ganz schön :D


    :hello:


    Ulli

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  • Zitat

    Original von Ulli
    ich spiels halt anders - more krausic...


    :hello:


    Ulli


    YEAH, Baby - that grooves!! Lets krausic, lets rock!


    :D


    :hello:

  • Zitat

    Original von salisburgensis
    Mit den Sinfonien geht´s mir wie Maik, ich habe allerdings die beiden CDs mit Concerto Köln. Die c-Moll/cis-Moll sind nicht schlecht, ich hab da keine Prioritäten, aber die c-Moll funebre ist der Hammer! Ein großartiges Stück! Viel Schmerz in dieser Musik, teilweise auch gespenstisch, teilweise tröstlich.
    Thomas


    Salut,


    die funébre gehört für mich - wegen des Choralzitates - in einen Topf mit der Maurerischen Trauermusik von Mozart, auch die Tonart ist gleich. Schade, dass Mozart daraus keine Sinfonie funébre gemacht hat - dann hätten wir eine c-moll-Sinfonie von ihm...


    :(


    Cordialement
    Ulli

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  • Hallo zusammen,


    ich hab mir mittlerweile den " Tod Jesu" etwas intensiver zu Gemüte geführt und muß sagen: ICH BIN BEEINDRUCKT! Vor allem die Eigenständigkeit dieser Musiksprache ist verblüffend, mal klingts nach Barock, mal klassisch und nicht selten fast hochromantisch!


    Neben dem von Ulli schon gelobten genialen Rezitativ Nr.7 hat mich Folgendes bezaubert:


    - die spannungsgeladene Idylle der Introduktion
    - der erste Basseinsatz im Duett Nummer 5 bei " Er hat nur für Dich gelitten" - nix mit verkniffener Zerknirschung, hier spricht gelassene Glaubensgewissheit
    - die wunderbare Wärme und Dynamik des Chorals Nr.6


    - schließlich der Schlußchor " Erbarme Dich unser" - sehr berührend


    Zu Meckern gibts für mich nichts, außer vieleicht,daß Helene Schneiderman ein für mich etwas gewöhnungsbedürftiges Timbre hat- Hernan Iturralde hingegen gefällt mir außerordentlich gut!


    Ein leztes noch - mich hat die geistig- geistliche Atmosphäre dieses Werkes enorm angesprochen. Für mein Lutheranerherz ist dies Protestantismus in seiner schönsten und edelsten Form. Hier werden im Bewußtsein eines gnädigen Gottes Tod und Teufel getrost- trotzig die Fäuste entgegengeschüttelt. Oder wie es Kraus genial formuliert hat ( glaubt mir, ich habe diesen Satz schon in der Musik erahnt, er mußte kommen):


    Baßarie Nr. 15: "Dann mag in tobenden Gewittern um mich die halbe Erde zittern: ICH SEHE DANN MIT LÄCHELN ZU"

    :jubel: :jubel: :jubel:


    Gruß
    Stefan

    Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

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  • Salut,


    Danke für den schönen Bericht, der Kraus Musik in nichts nachsteht. Mich wundert nur - bzw. eigentlich sollte ich es als Frage formulieren - dass Du die Musik als Protestantismus pur bezeichnest? Ich lese darin selbstverständlich keine Wertung von Glaubensrichtungen, dennoch sei angemerkt, dass Kraus eigentlich katholisch war und das Werk auch in Buchen - seiner Heimat - aufgeführt wurde. Dass Kraus so wenig geistlcihe Musik komponiert hat, liegt daran, dass er [nach der Komposition des Oratoriums] ins protestantische Schweden ausgewandert ist. Hier hatte man ihn kaum mit dem Verfassen geistlicher Musik beauftragt.


    Aber eigentlich ist es egal, wie das Werk auf Dich wirkt - Hauptsache es fesselt und beeindruckt.


    Cordialement
    Ulli

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  • Die KRAUSomanie greift weiter um sich. :D


    Sehr Gut! :jubel:




    liebe Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Hallo Ulli,


    dies war von mir natürlich wieder mal nicht objektiv gemeint. FÜR MICH bringt diese Musik ganz viel von dem zum Klingen, warum ICH Lutheraner bin!


    Übrigens- einige meiner liebsten Lutheraner im Bekanntenkreis gehören zur katholischen Kirche! ;) :stumm:


    Also - keinerlei Bekenntnisfrage sondern Lebensgefühl!


    Ich danke DIR, daß ich diesen wunderbare Komponisten entdecken konnte - er wäre mir sonst sicher entgangen!


    Ein schönes Wochenende wünscht


    Stefan :hello:

    Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

  • Salut,


    ich wollte ja auch gar keine Konfessionsdiskussion herbeirufen: Ein Blick meinerseits in das aufschlussreiche Booklet hätte genügt, um mir meine Frage selbst zu beantworten. Dort steht ganz klar, dass das Oratorium protestantische Elemente enthält - wie auch immer das zu definieren ist. Dies soll [angeblich] Kraus eigene Offenheit gegenüber beiden Glaubensrichtungen zeigen, was MICH wiederum mit ihm verbindet.


    Schön, dass es Dir gefällt.


    Cordialement
    Ulli

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  • Joseph Martin Kraus
    Sorgemusik över Gustav III


    Joseph Martin Kraus komponierte diese Trauermusiken anlässlich des am 16. März 1792 durch einen Schuß während eines Maskenballes tödlich verletzten und am 29. März 1792 verstorbenen Schwedischen Königs Gustav III.



    [Warnungsbrief an Gustav III., der ihn vor dem Attentat retten sollte]


    Die Trauermusik besteht in zwei Werken für unterschiedliche Zwecke, die Kraus, der bei den Proben von seinen Gefühlen überwältigt vor dem Dirigentenpult in Ohnmacht gefallen war, selbst dirigierte:


    I. Bisättnungsmusik


    Es handelt sich um die später so genannte Sinfonie funébre in c-moll VB 148, bestehend aus den vier Sätzen:


    I. Andante mesto
    II. Larghetto
    III. Chorale
    IV. Adagio


    Diese Sinfonie funébre wurde während der Aufbahrung des Leichnams Gustavs III. gespielt.


    In dieser Einspielung mit dem Drottningholms barockensemble erfährt man viele Detailarbeit in der Dynamik, auch ganz herausragend bei den Pauken zu erhören, die in dieser Einspielung besonders schön zur Geltung kommen. Die Einspielung dauert hier knapp 19 Minuten und ist damit die längste – nicht aber die langweiligste – die ich je hörte.


    II. Begravingskantat


    Die „eigentliche“ Trauerkantete für Chor, Solisten und Orchester in d-moll war für die Beisetzung gedacht. Den Text verfasste der Hofsekretär Gustavs III. - Carl Gustav af Leopold [1756-1829]. Das Werk besteht in zwei Teilen:


    Die Ouvertüre des ersten Parts ist nichts anderes, als die Ouvertüre d-moll VB 147. Nach der bekannten Ouvertüre folgt sogleich ein schmerzlicher Chor, in dem Schweden über den Verlust des Königs klagt. Es folgen Rezitative, Arien [mit Chor] und ein Duett, welche die Eigenschaften des Königs preisen. In der Tenorarie Nr. 3 fällt auf einmal völlig überraschend anschwellend der Chor ein: Grandios! Der erste aus acht Nummern bestehende Teil endet mit einer tollen Chorfuge und verhallt im Nichts.


    Der zweite Teil besteht lediglich aus vier Nummern, beginnend wiederum mit einer Introduktion, einem der warmherzigsten Stücke von Kraus, das ich je hörte: Ein Tanz der Seelen! Danach folgt ein grandioses Solistenquartett, welches [wenn man einen Vergleich haben mag] jedem aus Mozarts Oper Idomeneo [Nr. 21] um nichts nachsteht – es weist sogar melodische Parallelen auf. Offensichtlich mochte Kraus diese Mozartoper. Nach einer ausgedehnten Sopranarie endet die insgesamt 45 Minuten andauernde Trauerkantate mit einem wundervollen Chor, quasi ein "Dies irae".


    Das Werk ist sehr dramatisch und aufgewühlt: der Grundtenor entspricht vielleicht in etwa der Szene des Raubes der Proserpina aus der Oper 'Proserpin', nur ist es länger als diese Szene :D Man kann sich anhand dieser Musik durchaus gut vorstellen, wie sehr Kraus unter dem Tod des Königs gelitten haben muss.


    Diese Musik ist so wunderbar! Eigentlich eine Art „schwedisches Requiem“ :D und man könnte auch beinahe sagen, dass Kraus es für sich selbst schrieb – denn etwas mehr als ein halbes Jahr später als sein Anlassgeber starb er selbst.


    Da möchte man schon gerne ein ermordeter König sein, wenn man solche Musik gewidmet bekommt - gekrönt bin ich ja schon... namentlich jedenfalls.


    ;(


    Cordialement
    Ulli

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  • Salut,


    falls es jemanden interessiert - meine derzeitige "Wertung" von Einspielungen der Sinfonie funébre c-moll VB 148:


    Drottningholm baroque Ensemble
    [das ist nicht das Drottningholm Court Theatre Orchestra!]
    Aufnahmedatum: 09. Oktober 1987


    Gesamtspielzeit: 18:37
    1 - 8:46
    2 - 2:18
    3 - 0:57
    4 - 6:36


    Hier ist die für Kraus so wichtige Dynamik - untypisch bzw. nicht überaus bedeutsam eigentlich für die Zeit - sehr ernst genommen und ganz hervorragend ausgefeilt! Originalinstrumente, eine schöne Länge des ersten Satzes, ein nicht zu kurzer Choral [III] und ein flüssiger Schlußsatz! Top!


    Schwedisches Kammerorchester
    Aufnahmedatum: 18. August 1999


    Gesamtspielzeit: 17:53
    1 - 7:06
    2 - 2:41
    3 - 0:44
    4 - 7:22


    Sehr transparent gespielt trotz Originalinstrumenten. Auf keinen Fall zur Langeweile tendierend [man beachte die Kürze des Chorals].


    Stuttgarter Kammerorchester
    Aufnahmedatum: 08. Februar 1991


    Gesamtspielzeit: 21.19
    1 - 8:27
    2 - 3:00
    3 - 1:16
    4 - 8:36


    Sehr schwer und tragisch, dafür sehr eindringliche und gute Pauken! Der Choral wirkt etwas gelangweilt und ist eher schwer zu erkennen bzw. zu erhören. Die längste Einspielung, nicht die schlechteste aber.


    Concerto Köln
    Aufnahmedatum: März 1992


    Gesamtspielzeit: 20:41
    1 - 8:21
    2 - 2:32
    3 - 1:12
    4 - 8:36


    Scheppert mir etwas zu viel, das ist der einzige Makel. Aber ihnen gebührt der Ruhm, Kraus "wiederbelebt" zu haben. Dank meinerseits!


    Cordialement
    Ulli

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  • Hallo!!!


    Habe den Thread zu Beginn aufmerksam mitverfolgt und dann lange Zeit nicht mehr!! Vor kurzem kaufte ich mir aber dann die beiden Naxos CDs Sinfonien Vol.2 & Vol.4, die andern beiden werden folgen, aber damals hatten sie sie halt nimmer!!


    Ich war zu Beginn sehr angetan von der Musik, aber die Interpretation ist nicht das Wahre. Vor allem die Sinfonia alla Chiesa kannte ich schon vom Concerto Köln. Und da ist sie echt umwerfend, viel pompöser und flotter. Bei Sundkvist hört sich das so an als, ob er mit angezogener Handbremse spielen würde!!! Ich weiß blöde Formulierung, aber mir fällt keine bessere ein :D


    Opern kenne ich noch keine von ihm, aber ich denke das wird sich noch ändern. (und zwar bald) :D :D


    Mein erster Eindruck war durchaus positiv, wenn auch nicht so umwerfend wie bei anderen Komponisten!!


    LG Joschi

  • Salut,


    Sundkvist und das Schwedische Kammerorchester sind in der Tat sehr viel schlanker angelegt, als Concerto Köln. Dafür entdeckt man bei den Schweden sehr viel mehr Detailliebe und -arbeit, was der Musik von Kraus m. E. gerechter wird.


    Wenn aber für Dich die NAXOS-Interpretationen nicht "das Wahre" sind, warum gibst Du Dich dann mit den noch fehlenden Voumina 1 und 3 ab? Von Concerto Köln gibt es auch Einspielungen: Es sind gar zwei Sinfonien enthalten, die bei NAXOS nicht [noch nicht ***hoff*** ] enthalten sind?


    Die Musik von Kraus ist ohnehin eher etwas nachdenklicher, vielleicht auch düsterer, als jene seiner Zeitgenossen. Das trifft aber keineswegs immer zu - die Kantate "Zum Geburtstage des Königs" beispielsweise ist ein reines Feuerwerk! Und in seinen Streichquartetten ist auch gar manch Fetziges zu finden [Quartett D-Dur].


    Liebe Grüße
    Ulli

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  • Zitat

    Und in seinen Streichquartetten ist auch gar manch Fetziges zu finden [Quartett D-Dur].


    Schade, dass ich Streichquartette im Allgemeinen nicht mag!!! :D :D


    Ich gebe mich deshalb damit ab, weil ich trotzdem einmal alle Sinfonien kennenlernen möchte, und teilweise haben die Naxos Aufnahmen gute Momente!! :D


    LG Joschi

  • Salut,


    da wirst Du aber bei NAXOS leider nicht befriedigt werden, denn - wie oben erwähnt - fehlen zwei der Sinfonien, welche dann aber bei der Edition von Concerto Köln enthalten sind. :P


    Diese Kraus-Sinfonien-Edition von NAXOS [insbes. Vol. III] dürfte eine der besten von Naxos überhaupt sein - ich bin mit meiner Meinung nicht alleine!


    Heb Dir die Streichquartette [im Allgemeinen] für später auf - mir hat es auch gut getan, so zu verfahren.


    Liebe Grüße
    Ulli

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  • Zitat

    Original von Ulli
    Salut,


    Sundkvist und das Schwedische Kammerorchester sind in der Tat sehr viel schlanker angelegt, als Concerto Köln. Dafür entdeckt man bei den Schweden sehr viel mehr Detailliebe und -arbeit, was der Musik von Kraus m. E. gerechter wird.


    Liebe Grüße
    Ulli


    Hallo Ulli,


    genau so sehe ich das auch. Die Naxos-Aufnahmen schneiden nach meinem Dafürhalten sogar wesentlich besser ab als die CK. Für mich muss es nicht immer pompös daherkommen, Detailliebe ist mir wesentlich wichtiger - und gerade diese Schlankeit und Wendigkeit bei Sundkvist vermag mich deutlich mehr mitzureißen als die CK-Aufnahmen.


    LG
    Wulf.

  • Salut,


    erst heute sprang mit der Choral "O Traurigkeit, o Herzeleid" förmlich ins Gesicht... Bisher war er mir irgendwie nich sonderlich aufgefallen. Obwohl ich mit Bach in letzter Zeit wenig bis gar nichts zu tun hatte, habe ich ihn heute spontan erkannt... mir ging richtig ein Licht auf


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

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  • Salut,


    am 23.09.2006 wird im Alten Rathaus zu Buchen die neue 2. CD des Joseph-Martin-Kraus-Quartetts vorgestellt. Dabei kann es sich nur um die wünschenswerte Fortsetzung dieser handeln:



    Her damit... aber dalli!


    :hello:


    Ulli

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  • Zitat

    Original von Ulli
    Heute war Posttag :D



    So, ich konnte es nicht lassen, da habe ich doch in der Mittagspause da mal bei JPC reingehört. Meiner Meinung nach reichen die paar Stellen völlig aus, damit die Kraus-Gesellschaft eine Strafanzeige wegen Verunglimpfung und Beleidigung stellt. :motz: :motz: :motz:


    Also ich habe schon lange nicht mehr etwas so schlecht Musiziertes gehört.
    Mittagspause ist damit völlig verdorben. :kotz: :kotz:

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Zitat

    Original von Radagast
    Meiner Meinung nach reichen die paar Stellen völlig aus, damit die Kraus-Gesellschaft eine Strafanzeige wegen Verunglimpfung und Beleidigung stellt. :motz: :motz: :motz:


    Salut,


    das stimmt leider ;(


    Es ist zwar löblich, zum Krausjahr gleich eine Doppel-CD-Box herauszugeben, die auch das viel zu unbekannte Klaviertrio D-Dur enthält, aber in dem Fall sind mir Ri-Ö, ASM und HiHa doch lieber... 8)


    Besonders das Cembalo dürfte vom lezten Sperrmüllfest stammen :kotz:


    Und die Aufnahmequalität, falls man überhaupt davon sprechen sollte, ... also das bekomme ich mit meinem SONY minidiscrecorder besser hin!


    Eigentlich sehr schade, denn die Werke sind so wunderbar und NAXOS gibt ja von jedem Werk [angeblich] nur eine Edition heraus.



    Ulli

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  • Salut,


    ich muß Matthias dringend bitten, den bereits geröteten Augen auf dem nachfolgenden Cover etliche Thränen hinzuzufügen ;(


    [jpc]7235827 [/jpc]


    Joseph Martin Kraus [1756-1792]
    Streichquartette, die nämlichen:
    in G-Dur VB 187 [op. I Nr. 6]
    in c-moll VB 179
    in E-Dur VB 180
    in g-moll VB 183 [op. I Nr. 3]
    in B-Dur VB 181 [op. I Nr. 2]


    Salagon Quartett, bestehend aus:


    Christine Busch, Violine
    Kathrin Tröger, Violine
    Claudia Hoert, Viola
    Gesine Queyras, Violoncello


    Angeschafft habe ich diese CD zwecks Schließung der Lücke betreffend des c-moll- und E-Dur-Quartetts [hier: World premiere recording].


    Ich verstehe nicht, wie man so rührende, vollendete Musik so verschandeln kann.


    :no:


    Zu falschen Betonungen, Außertaktspielen und insgesamt unsauberem Spiel kommt noch der mir verhasste 'Kirchenklang' hinzu, der offenbar nachträglich drübergebügelt wurde. :kotz: Wenn man dann nachschaut, wo die Damen teilweise im einzelnen studiert haben, ist das auch kaum ein großes Wunder... :pfeif:


    Wenn man schon in einem professionellen Tonstudio aufnimmt, dann kann es auch so klingen, oder?


    Wirklich sehr schade... allerdings die derzeit einzige Möglichkeit, die beiden Quartette in c-moll und E-Dur kennen zu lernen. Normaler Weise müsste man dafür Geld bekommen, wenn man die CD freiwillig mitnimmt.


    :hello:


    Ulli

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  • Salut,


    zur obigen Aufnahme ist noch folgendes hinzuzufügen:


    das c-moll-Quartett hat mich [natürlich] etwas enttäuscht, es ist kein typisches Sturm-und-Drang-Werk wie erwartet, sondern ein eher ruhiges, verhaltenes Quartett, bestehend in nur zwei Sätzen. Das reicht auch völlig.


    Begeistert allerdings bin ich vom E-Dur-Quartett VB 180: Das ist so typisch Kraus! Richtig süß! Markant steht das Violoncello im Vordergrund und hat gar im Adagio-Mittelsatz ein Rezitativ, das sogleich an Beethovens Sturm-Sonate erinnert - nur ist natürlich dieses Quartett auch nicht gerade der Sturm in Person.


    Insgesamt klingt mir aber diese Interpretation des Salagon-Quartett etwas zu zurückhaltend weibisch... was kein Wunder sein sollte bei einem musizierenden Damen-Quartett. Am besten gefällt mir noch die Cellistin Gesine Queyras, wirklich sehr rührend, wie sie spielt.


    Noch eine mittlerweile notwenig gewordene Korrektur:


    Zitat

    allerdings die derzeit einzige Möglichkeit, die beiden Quartette in c-moll und E-Dur kennen zu lernen


    Stimmt nicht mehr: Mittlerweile raus ist am 27.10.2006 diese CD


    [jpc]1904794 [/jpc]


    Streichquartette op. I, Nr. 1,5 und 6
    Streichquartette c-moll und E-Dur


    Joseph-Martin-Kraus-Quartett [Mitglieder des Concerto Köln]


    Schön für die CD, schade für mich. Die Weltpremiere des c-moll- und E-Dur-Quartetts steht leider den Salagons zu. Mir gefällt aber deren Interpretation des g-moll-Quartetts "Fugen-Quartett" VB 183 doch wesentlich besser als die in der Ausgabe des Concerto-Köln-Quartetts [Streichquartette I].


    :hello:


    Ulli

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  • Moin,


    ich habe neulich nochmal länger in die Streichquartette 1 CD vom Joseph-Martin-Kraus-Q. reingehört. Sie konnte mich nicht so richtig überzeugen. Mir gefällt die Aufnahme mit den Schuppanzighs da deutlich besser. Vielleicht habe ich sie aber einfach zu oft gehört.


    Hier nochmal die von mir so geliebte Aufnahme:


    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

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  • Salut Radagast,


    ich frage mich, ob ich das Flötenquintett unbedingt kennen muß... :rolleyes:


    Der Sandhoff gehört ja auch zum Concerto Köln [Flötist und künstlerischer Leiter]. Die Schuppanzighs kenne ich durch Einspielungen von Beethovens op. 59 Nr. 3 u.a. - dort aber spielen sie auf den von Beethoven nachgelassenen Quartettinstrumenten, wohl eine einmalige Aktion. Was für Instrumente benutzen sie in der von Dir gezeigten Einspielung? Originalinstrumente sind ja für mich mindestens beim StrQ ein Muss...


    Viele Grüße
    Ulli

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  • Zitat

    Original von Ulli
    Was für Instrumente benutzen sie in der von Dir gezeigten Einspielung?


    Du stellst Fragen! Ich werde mal am WE das Beiheft lesen, vielleicht finde ich ja Infos. :hello:


    Mein Ding ist die Flöte als Instrument auch nicht. :no:

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Also auf meiner Kraus CD steht nicht welche Instrumente die Schuppanzighs verwenden, aber auf meiner Brunetti CD steht:


    Anton Steck, Violin (Copy after Guernieri del Gesu/ T. Muthesius Potsdam, 1996)


    Christoph Mayer, Violin (J. Guarnieri filius Andreae, Cremona, 1714)


    Jane Oldham, Viola (L. Widhalm, Nuremberg, c. 1750)


    Antje Geusen, Violoncello (M. Goffriller, Venice, 1729)

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Salut,


    Danke! Das klingt doch schonmal irgendwie gut...


    Viele Grüße
    Ulli

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  • Salut,


    ich dachte, es gäbe irgendwie einen Thread über Festmusiken oder so... :rolleyes: Ich hab mich tagelang totgesucht - nun kommt es also hierher, was auch nicht verkehrt ist, denn diese tolle Einspielung wurde hier noch gar nicht erwähnt:



    Joseph Martin Kraus
    Arie e Cantate


    Barbara Bonney, Sopran
    Claes-Håkan Ahnsjö, Tenor


    Karin Johnsson-Hazell, Clavier
    Åsa Åkerberg & Olof Larsson, Celli


    The Drottningholm Court Theatre Orchestra
    Thomas Schuback[/align]


    Diese exclusive CD beinhaltet neben der leider etwas unschön verkürzten Ouvertüre zu meiner Privat-Oper Proserpin auch die Arie Ack hvad behag et hjerta njuter aus dieser Oper [gesungen von Barbara Bonney], sowie etliche Arien und Duette für Tenor oder Sopran zu Texten von Metastasio.


    Eine kleine Besonderheit bilden die Ausschnitte aus der Kantate "Zum Geburtstag des Königs" mit Ouvertüre, Recitativ [jenem des "kühnen-Fremdling"-Rezitativs aus Mozarts Zauberflöte ähnelnden] und meiner Lieblingsarie Töne leise, goldne Saite. Die Kantate komponierte Kraus zum Geburtstag König Gustavs III. und wurde im November 1782 in Wismar, wo der König "urlaubte" uraufgeführt. Das Besondere an der Arie ist, dass sie im Prinzip Mozarts KV 505 entspricht, also von Soloklavier [hier: Hammerflügel] begleitet ist. Die Arie ist dreiteilig angelegt: im schnellen Mittelteil schweigt das Soloinstrument, dafür tönen die goldnen Saiten im langsamen "Rahmen" leise vor sich hin. Von Virtuosität [im Vergleich zu KV 505] keine Spur, nur Schönheit - und dann so umwerfend gesungen von La Grandessa Bonney!


    Gleich danach steht bei mir in der "Rangfolge" das metastasische Duett Non temer, non so più Amante aus Antigono Akt II, Scena XII [Berenice/Demetrio]. Welch eine Verzückung!


    Und es gibt jede Menge auf dieser CD zu entdecken, darunter vielversprechende Ähnlichkeiten zu Mozarts "Papagenoarie"... auch hier gibt es noch einige Informationen rund um diese wunderbare Einspielung, welche ich diese Woche über "häppchenweise" im Auto genießen durfte.


    Viel Spaß wünscht


    :hello:


    Ulli

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