Christo Bajew (1922 - 1983)

  • Mal wieder ein längst vergessener Sänger aus unserer Jugendzeit:


    [timg]http://www.arenberg-info.de/Foto/Bajew.JPG;l;323;390[/timg]Bajew, Christo, Tenor, * 15.8.1922 Dobromirka in Nord-Bulgarien, † 26.8.1983 Koblenz;
    nach Besuch des Gymnasiums begann er das Theologiestudium. Kurz vor Abschluß dieses Studiums Entdeckung seiner Stimme (als er in einem Chorkonzert ein Solo sang) durch den Regisseur der Tobis-Filmgesellschaft Berlin, Graf Molny.
    Er kam dann nach Deutschland und absolvierte sein Gesangstudium an der Musikhochschule Dresden. Nach Bühnenengagements in Dresden, München und Wiesbaden wirkte er seit 1949 am Stadttheater von Koblenz. Dazu Gastspiele an deutschen und ausländischen Bühnen. Weiten Kreisen wurde er durch seine Mitwirkung in Opernsendungen deutscher Rundfunksender bekannt; er wurde hier allein in 24 Sendungen vollständiger Opern und Operetten gehört.
    Bis 1971 stand er im Mittelpunkt von alljährlichen Operettenaufführungen auf der »Freilichtbühne im Rhein« in Koblenz. Sein Repertoire war sehr umfangreich und enthielt Aufgaben aus den verschiedensten Stilepochen.
    Seit 1962 war er Leiter eines Gesang- und Opernstudios in Koblenz.

    [Quelle: Kutsch-Riemens, Großes Sängerlexikon, S. 1076]


    Schallplatten: RCA (»Die große Sünderin«, Operette von E. Künnecke),
    Mitschnitte von Rundfunksendungen, z. B.



    hier singt er den Fenton.


    Heute hätte er seinen 90. Geburtstag feiern können.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Mein lieber Harald!


    Schön, daß Du an den Tenor Christo Bajew erinnerst. Ich habe einige Aufnahmen von ihm. In der Gesamtaufnahme des "Zigeunerbaron" unter Marszalek singt er den Ottokar.

    W.S.

  • Christo Bajew, Tenor, * 15.8.1922 Dobromirka (Bulgarien), † 26.8.1983 Koblenz



    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Heute ist wieder der Geburtstag von Christo Bajew. Dazu habe ich dies ausgesucht:




    Heute wäre er 93 Jahre geworden.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Liebe Melomanen,



    heute möchte ich an einen Sänger erinnern, dessen Stimme in der Nachkriegszeit aus den Radio-Lautsprechern in zahlreichen Sendungen unterschiedlichster Art erklang. Beim NWDR Köln (ab 1. 1. 1956 WDR Westdeutscher Rundfunk) und SDR (Süddeutscher Rundfunk bzw. Südfunk Stuttgart) galt er als "Tenor für alle Fälle", der sich durch eine ausgeprägte Musikalität und Verwendbarkeit in vielen musikalischen Stilen auszeichnete und sich auch für kleine Nebenrollen nicht zu schade war.



    Der Rundfunk der frühen Nachkriegsjahre hatte damals einen ganz anderen Stellenwert als heute; er war – bis das Fernsehen Einzug in die deutschen Wohnzimmer hielt – 'das' Medium, das den Alltag der Menschen begleitete. Während man einerseits bei den Sprecherinnen und -sprechern für die Ansagen und Nachrichten auf eine markante Stimme setzte (quasi als akustisches 'Aushängeschild' des Senders), bevorzugte man anfangs bei Opern- und Operettenaufnahmen eher ein wenig individuelles Timbre, um dem Hörer eine Vielfalt an Stimmen zu suggerieren, die aber - schon aus rein finanziellen Gründen - nicht vorhanden war. (Erst später schloss sich der Rundfunk mit zunehmender Finanzkraft dem durch die Schallplatte propagierten System an, auch Sänger mit einer markanten Stimme einzusetzen, was allerdings dann auch seinen Preis hatte.)



    Wenn ein Sänger dazu noch über die Fähigkeit verfügte, seine Stimmfarbe zu variieren und so musikalisch war, dass er auch die verschiedenen Musikstile beherrschte, wurde er für den Rundfunk fast unentbehrlich. Ein solcher Sänger war der Bulgare Christo Bajew. Durch seine etwas unglückliche optische Erscheinung war er für die Bühne wenig geeignet, doch über den Äther erklang seine Tenorstimme jahrelang in den verschiedensten Rundfunkproduktionen bei nahezu allen deutschen Radiosendern.



    Nachdem er sein Gewicht bemerkenswert reduziert hatte, trat der Tenor in das Ensemble des Stadttheaters Koblenz ein; der vermutlich letzte Rundfunk-Auftritt war seine Mitwirkung in einem Konzert in der dortigen Rhein-Mosel-Halle (mit Sári Barabás, Marcel Cordes und dem Rundfunkorchester Kaiserslautern des Südwestfunks unter Emmerich Smola), das am 5. 3. 1963 vom SWF gesendet wurde. Er betätigte sich nach Beendigung seiner aktiven Karriere dann als Gesangslehrer - eine seiner Schülerinnen war seine Tochter Elena – und führte in Koblenz ein Hotel nebst Restaurant, lt. Werbung "mit Balkan-Spezialitäten und türkischer Mokkastube".



    Harald Kral, der dankenswerterweise diesen Thread eröffnet hat, schrieb in seinem Beitrag etwas von 24 Aufnahmen, blieb uns aber Näheres schuldig. Dies möchte ich nun nachholen und nenne ab der kommenden Woche 31 Gesamtaufnahmen von Opern und Operetten (und zusätzlich mehrere Opernszenen und Lieder) mit Christo Bajew, die auch ein Beleg für die innovative Planung beim Aufbau der Musik-Archive der deutschen Rundfunk-Anstalten nach dem Zweiten Weltkrieg sind.



    Carlo

  • Heute beginne ich mit der Discographie von Christo Bajew. Zunächst nenne ich die Gesamtaufnahmen (wie stets in der alphabetischen Reihenfolge der Komponisten), aber ohne die bisher von mir gehandhabte Trennung in Opern und Operetten, da auf diese Weise auch die stilistische Vielfalt des Sängers deutlich wird.


    "Viktoria und ihr Husar" (Paul Abraham): (Ein japanischer Bonze) mit Gitta Lind (Gräfin Viktoria), Ruth Zillger (Riquette, Zofe Viktorias), Lonny Kellner (O Lia San, Graf Ferrys Braut), Ursula Feldhege (Miki San, O Lia Sans Freundin), Karl Friedrich (Stefan Koltay, Husarenrittmeister), Willy Hofmann (Jancsi, Stefans Bursche), Willy Schneider (John Cunlight, amerikanischer Gesandter in Tokio, Viktorias Gatte), Peter René Körner (Graf Ferry Hegedüs auf Doroszma, Viktorias Bruder), Hans Schanzara (István Pörkelty, Bürgermeister von Doroszma), Hans Müller-Westernhagen (Der Sekretär von Mr. Cunlight), Kurt Faber (Ein Offizier), Frank Barufski (Ein Kosak) und Erich Brandt (Ein Wachtmeister) / Die Sprecher der Nebenrollen: Hanne Frese, Martha Kallinich, Trude Meinz, Ursula Salewski, Bernd M. Bausch, Paul Bürks, Hans Helmut Dickow, Hermann Holve, Wilhelm Pilgram, Leopold Reinecke und Fritz Peter Vary / Die Nicolets / Das Comedien-Quartett / Ein gemischter Chor / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek (Köln, Funkhaus, Mai 1951). Den Dialog des Stefan spricht Carlos Werner. (Die Aufnahme erschien beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' auf CD.)


    Fra Diavolo" (Daniel Francois Esprit Auber): (Fra Diavolo) mit Margot Guilleaume (Zerline), Hanne Münch (Lady Pamela), Rudolf Christ (Lorenzo), Engelbert Czubok (Lord Kookburn), Frithjof Sentpaul (Matteo), Willy Hofmann (Beppo), Wolfram Zimmermann (Giacomo) und Bruno Samland (Ein Soldat) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 5. 11. 1952). Statt der Dialoge spricht Hannes Tannert einen verbindenden Text.


    “Fürst Igor" (Knias Igor) (Aleksandr Borodin): (Wladimir) mit Annelies Kupper (Jaroslawna), Maria von Ilosvay (Kontschakowna), Lotte Kluge (Jaroslawnas Amme), Ursula Kerp (Ein Polowetzer Mädchen), Robert Blasius (Fürst Igor), Helmut Fehn (Fürst Galitzky), Wilhelm Schirp (Khan Kontzschak), Karl Schiebener (Owlur), Richard Capellmann (Skula) und Walter Kassek (Eroschka) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, September 1949).


    "Louise" (Gustave Charpentier): (Julien) mit Trude Eipperle (Louise), Ilsa Ihme-Sabisch (Louises Mutter), Wilhelm Schirp ( Louises Vater) / Die Näherinnen: Else Veith (Blanche), Hanni Mack-Cosack (Irma), Ruth Weigelt (Camilla), Hannelore Schmücking (Elise), Paula Röhrig (Madeleine), Ingeborg Lasser (Aufseherin), Ruth Dörkes-Drathen (Lehrmädchen) / ferner Ruth Weigelt (Lumpensammlerin), Käthe Schwedowsky (Kohlensammlerin), Maria Seifert (Milchfrau), Ruth Hoen (Straßenjunge), Lotte Kluge (Straßenkehrerin), Marga Weißenfeld (Verkäuferin von Vogelfutter), Wilhelm Otto (Nachtschwärmer), Karl Schiebener (Maler), Walter Schönfeld (Bildhauer), Willy Schöneweiß (Lumpensammler), Anton Germann (Trödler) und Walter Kassek (Kleiderhändler) / Ein Knabenchor / Chorltg.: Egon Kraus / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg. Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Richard Kraus (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, September 1950).


    "Lucia di Lammermoor" (Gaetano Donizetti): (Edgard) mit Sári Barabás (Lucia), Gisela Litz (Alisa), Andrej Christiansen (Lord Ashton), Günther Wilhelms (Raimund Bidibent) und Herbert Hess (Arthur und Norman) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Februar 1948).


    "Bruder Straubinger" (Edmund Eysler): (Landgraf Philipp) mit Henriette Robert (Landgräfin Lola), Olga Moll (Tänzerin Oculi), Yella Hochreiter (Liduschka Schwudler), Hubert Buchta (Schaubudenbesitzer Schwudler), Gustav Neidlinger (Baron Naupp, Hofintendant), Rudi Scholz (Bonifaz) und Willy Reichert (Bruder Straubinger, Handwerksgeselle) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Orchester Stuttgart / Dirigent: Fritz Mareczek (Stuttgart-Untertürkheim, Gasthof 'Krone', 12. 2. 1951). Die Gesamtaufnahme (mit gesprochenen Dialogen) ist auf CD beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' erhältlich.


    "Der Widerspenstigen Zähmung" (Hermann Goetz): (Lucentio) mit Walburga Wegner (Katharina), Martha Musial (Bianca), Hella Hohendahl (Haushofmeisterin), Hans-Herbert Fiedler (Petruchio), Helmut Fehn (Baptista), Julius Jüllich (Hortensio), Günther Wilhelms (Grumio) und Karl Schiebener (Ein Schneider) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Ljubomir Romansky (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, November 1947).


    "Zampa oder Die Marmorbraut" (Ferdinand Hérold): (Alfonso di Monza, sizilianischer Offizier) mit Edith Stuppi (Camilla, Tochter des Grafen Lugano), Hanna Clauss (Ritta, Camillas Zofe), Horst Günter (Zampa, ein Korsar), Alfred Pfeifle (Daniele Capuzzi, Zampas Steuermann) und Willy Hofmann (Dandolo, Camillas Diener) / Der Südfunk-Chor / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, Januar 1954). Es handelt sich um eine stark gekürzte Fassung (60 Min.) mit einem verbindenden Text, gesprochen von Harald Baender. Ich habe ein Tonband dieser Sendung; die Oper ist heute eigentlich nur noch durch ihre Ouvertüre bekannt.


    Carlo

  • Lieber Carlo,

    das sind ja höchst interessante Aufnahmen. Gibt es irgendwelche Möglichkeiten, sie auf reguläre Weise zu bekommen?

    Schöne Grüße

    wega

  • Hallo, 'wega'!


    Wenn es eine der Aufnahmen mit Christo Bajew auf Tonträgern gibt, dann gebe ich an, bei welchem Platten-Label bzw. welcher CD-Firma sie veröffentlicht wurde.


    Aber die meisten Tondokumente dieses Tenors sind bei den Rundfunkanstalten nicht mehr vorhanden; man kann nur darauf hoffen, dass jemand einst eine Sendung mitgeschnitten hat. So habe ich z. B. ein Tonband der "Zampa"-Kurzfassung, aber ich bin leider technisch nicht in der Lage, davon eine Kopie anzufertigen.


    Carlo

  • Weiter geht es mit Bühnenwerken von Sidney Jones, Eduard Künneke, Gian Francesco Malipiero und Otto Nicolai.


    "Die Geisha" ('The Geisha – A Story of a Tea House') (Sidney Jones): (Katana, Kapitän der japanischen Leibwache) mit Rosl Schwaiger (O Mimosa San, die Hauptgeisha), Gretl Schörg (Molly Seamore, Fairfax's Braut), Vera de Luca (Juliette Diamant, eine Französin, Dolmetscherin im Teehaus), Carla Neizel (Lady Constance Wynne, eine Engländerin), Hanne Frese (Marie, ihre Gesellschafterin), Lonny Kellner, Lucie Schulz, Ursula Feldhege, Irmgard Först, Magda Hennings und Ursula Salewski (Geishas), Willy Hofmann (Reginald Fairfax, Offizier auf dem Kriegsschiff 'The Turtle'), Hans Müller-Westernhagen (Charly, Kadett auf der 'Turtle'), Kurt Großkurth (Wun-Hsi, Besitzer eines Teehauses), Rudolf Therkatz (Takemini, ein Polizeisergeant), Udo Vietz (Marquis Imari, Gouverneur und oberster Polizeichef der Provinz), Peter René Körner, Willy Schneider, Frank Barufski, Erich Brandt, Paul Bürks und Leopold Reinecke (See-Offiziere) / Das Sunshine-Quartett / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg. Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek / Funkregie: Kurt Feltz (Köln, Funkhaus, April 1952). Die Dialoge der 'O Mimosa San' und des 'Katana' sprechen Luitgard Im und Alf Marholm; der Erzähler ist Werner Hessenland. Ein Mitschnitt ist beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' auf CD erhältlich. Diese hierzulande neben Arthur Sullivans “The Mikado” bekannteste englische Operette wurde 1896 mit großem Erfolg in London uraufgeführt; die deutsche Fassung besorgte ein Jahr später Julius Freund für das Wiener Carl-Theater.



    "Die große Sünderin" (Eduard Künneke): (Prinz Edolin von Bautzen ) mit Maud Cunitz / Marlene Riphahn (Herzogin Sybilla), Helmi Rau / Ursula Feldhege (Herzog Ludwig, ihr junger Bruder), Ruth Weigelt / Irmgard Först (Freifräulein Jakobe), Marianne Schröder / Friedl Münzer (Gräfin Arabella, Oberhofmeisterin), Rudolf Schock / Carlos Werner (Johann Georg von Schrenk, Reiteroberst), Philipp Gehly (Jürgen von Sommerfeld, Leutnant), Angel Angelo / Frank Barufski (Fürst Bodo von Bodenstein), Kurt Großkurth (Graf Dagobert, Hofmarschall), Martha Kallinich (Josephine, Kammerzofe), Bernd M. Bausch (Ein Lakai) und Hermann Holve (Ein Baumeister) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Franz Marszalek / Funkregie: Peter Tiedemann (Köln, Funkhaus, 1. 7. bis 4. 7. 1951). Den Dialog des Prinzen Edolin spricht Karl-Heinz Delow; die Namen der anderen Dialogsprecher werden nach den Sängernamen genannt.

    Eine (leicht gekürzte) Gesamtaufnahme ohne Dialoge erschien 1978 bei 'RCA' auf einer LP; auf CD ist das Werk – de facto eine komische Oper, immerhin mit Tiana Lemnitz und Helge Rosvaenge zu Silvester 1935 (unter der Leitung von Eduard Künneke) an der Berliner Staatsoper uraufgeführt - komplett beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' und bei 'Documents' erhältlich. Das Ensemble mit dem Tenorsolo des Edolin "Stell dich ein, schöne Frau, in der Sommernacht" (2. Akt) ist allerdings eine Komposition von Franz Marszalek! Dieser war mit Eduard Künneke befreundet und hat mehrfach eigene Musik in Aufnahmen von Werken Künnekes eingefügt, ohne die Urheberschaft publik zu machen. So stammt auch das Lied des Albert aus der Künneke-Operette "Herz über Bord" ('Ja, in der Liebe bin ich leider nur ein Piccolo'), das Willy Hofmann unnachahmlich gesungen hat, aus der Feder Franz Marszaleks.



    "Die heitere Gesellschaft" (L'allegra brigata) (Gian Francesco Malipiero): (Zweite Erzählung: Ein Maler / Fünfte Erzählung: Ein Jüngling / Sechste Erzählung: Pompeo) mit - in der Rahmenhandlung - Hanni Mack-Cosack (Violante), Friederike Sailer (Lauretta), Hetty Plümacher (Oretta), Franz Fehringer (Dioneo), Horst Günter (Beltramo) und Günther Ambrosius (Semplicio) / In den Erzählungen: Henriette Robert (Erste Erzählung: Panfilia / Fünfte Erzählung: Die Edeldame), Hanni Mack-Cosack (Sechste Erzählung: Eleonora), Hetty Plümacher (Vierte Erzählung: Caterina / Sechste Erzählung: Madonna Barbara), Werner Nesseler (Erste Erzählung: Ein Jüngling / Dritte Erzählung: Messer Alfonso da Toledo), Alexander Welitsch (Dritte Erzählung: Ein Edelmann / Vierte Erzählung: Messer Francesco) und Engelbert Czubok (Vierte Erzählung: Ferrantino degli Argenti / Sechste Erzählung: Der Gatte) / Der Männerchor des Südfunks Stuttgart / Chorltg.: Hermann Josef Dahmen / Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart / Dirigent: Hans Müller-Kray (Stuttgart, Villa Berg, 19. 3. 1952).

    Gian Francesco Malipiero komponierte die Oper 1943 auf ein eigenes Libretto nach Renaissance-Novellen von Franco Sacchetti, Masuccio Salernitano, Sabbadino degli Arienti und Matteo Bandello; die Uraufführung war am 4. 5. 1950 an der Mailänder Scala unter Nino Sanzogno in der Regie von Giorgio Strehler. (Die Hauptrollen sangen u. a. Tatiana Menotti, Maria Amadini, Gino Penno, Renato Capecchi und Fernando Corena.) Das Werk zeigt - nach dem Vorbild von Boccaccios 'Decamerone' - als Rahmenhandlung sechs Personen (Violante, Lauretta, Oretta, Dioneo, Beltramo und Semplicio), die sich altitalienische Novellen von Liebe, Leidenschaft und Tod erzählen. Auf einer zweiten Bühne stellen die in den Geschichten vorkommenden Männer und Frauen den Inhalt der Novellen dar. Entgegen ihrem Titel endet die Oper nicht heiter, sondern tragisch: Beltramo, der in Violante verliebt ist, tötet - durch die Erzählungen aufgewühlt - ihren Geliebten Dioneo aus Eifersucht! (Es gab auch eine Rundfunkaufnahme der RAI Rom vom 12. 10. 1950 unter Carlo Maria Giulini, u. a. mit Magda Laszlò, Gabriella Gatti, Petre Munteanu, Afro Poli und Saturno Meletti.) Die Aufnahme des Süddeutschen Rundfunks verwendet die deutsche Textfassung von Max Heinrich Fischer und dauert 85 Minuten.



    “Die lustigen Weiber von Windsor" (Otto Nicolai): (Fenton) mit Trude Eipperle (Frau Fluth), Carla Spletter (Anna Reich), Marie-Luise Schilp (Frau Reich), Helmut Fehn (Sir John Falstaff), Kurt Gester (Herr Ford), Günther Wilhelms (Herr Reich), Karl Schiebener (Junker Spärlich) und Theo Zilliken (Dr. Cajus) / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Gustav König (Leverkusen, Bayer-Erholungshaus, Juli 1948)



    Carlo

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