Franz Schubert, Klaviersonate Nr. 21 B-dur D.960

  • Ja, genauso ist es wie Thomas sagt! :) Neu dazugekommen sind einige Carnegie Hall-Konzerte, darunter die mit Strawinskys Petruschka. Die fehlten in der alten Box! :hello:

  • Also: Der Text ist aus der Folge 55 der alten Rubinstein-Box, er stammt von Donald Manildi, dem Kurator des International Piano Archivs, der für die Rubinstein Biographie von Harvey Sachs die Diskographie erstellte.


    Bei Harvey Sachs (Rubinstein A Life, 1995) steht etwas über "die ungewöhnlichen Umstände (besonders ein extrem spannungsgeladenes, entnervendes Telefongespräch mit seinem älteren Sohn), die 1969 den Aufnahmetag der Schubert-Sonate kennzeichneten." Manildi schließt sich der Beurteilung von Harvey Sachs an, dass die 1969iger Aufnahme ""auf seltsame Weise unzusammenhängend und nicht überzeugend" wirkt, wenigstens im Vergleich mit der Version von 1965, in der hohe Konzentration und ein wesentlich glatterer musikalischer Fluss erkennbar sind." Die Pianistin Ann Schein berichtet von einer Unterrichtsstunde, wo Rubinstein über den langsamen Satz sagte: "Dieser Satz ist wie der Tod. Es gibt nichts anderes, was uns dem Gefühl des Todes so nahe bringt wie diese Musik."


    Als CD 54 erschien in der alten Box die 1965iger Aufnahme. Dazu steht bei Manildi:


    "Die Aufnahme erschien erstmalig im Jahre 1987 mit der Genehmigung von Rubinsteins Witwe." Die Aufnahme von 1969 dagegen wurde von Rubinstein selber noch zu seinen Lebzeiten freigegeben. Beide Aufnahmen sind also veröffentlicht worden. Offenbar haben die da bei RCA im Begleitbuch der neuen Box etwas durcheinandergebracht (ich habe jetzt nicht nochmals nachgeschaut). ^^


    Schöne Grüße

    Holger

  • Mir gefällt die spätere und im ersten Satz etwas langsamere Aufnahme von 1969 besser. 1965 braucht Rubinstein nur 14:23 (ohne WH) für den ersten Satz und er spielt hier über die Schattierungen hinweg, mir persönlich ist das Tempo auch etwas zu schnell. Insofern kann ich gut verstehen, dass er die Sonate noch einmal aufgenommen und zu Lebzeiten auch nur diese spätere Aufnahme freigegeben hat. Hier spielt er das Molto moderato in 15:26. Die Geschichte mit dem Telefonanruf ist doch nebensächlich, oder? Irgendwo hatten wir uns darüber auch schon einmal unterhalten, fällt mir gerade ein...


    Viele Grüße, Christian

  • Mir gefällt die spätere und im ersten Satz etwas langsamere Aufnahme von 1969 besser. 1965 braucht Rubinstein nur 14:23 (ohne WH) für den ersten Satz und er spielt hier über die Schattierungen hinweg, mir persönlich ist das Tempo auch etwas zu schnell. Insofern kann ich gut verstehen, dass er die Sonate noch einmal aufgenommen und zu Lebzeiten auch nur diese spätere Aufnahme freigegeben hat. Hier spielt er das Molto moderato in 15:26. Die Geschichte mit dem Telefonanruf ist doch nebensächlich, oder? Irgendwo hatten wir uns darüber auch schon einmal unterhalten, fällt mir gerade ein...

    Der Biograph erklärt damit seinen Eindruck einer gewissen fehlenden Konzentration, die er von dieser Aufnahme hat. Ich müsste die beiden Aufnahmen noch einmal vergleichen und nachhören und sehen, ob sich mein Eindruck von damals bestätigt oder nicht. :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • auch in der Oktavierung nach oben in der Wiederholung ab Takt 51 mit den Sechzehntel-Quintolen in der Altlage- welch ein erhebender Gesang!

    Quintolen :/ sind mir beim Spielen von D960 nie begegnet, daher eine kurze Korrektur (falls noch nicht von anderen erfolgt und zumal die angeblichen Quintolen hier des Öfteren erwähnt wurden): es handelt sich um Sextolen bzw. sind zwei Triolen notiert; den fünf Sechzehnteln geht jeweils eine Sechzehntelpause voraus (Satz 2, T. 51ff u. 76ff.)

    :hello:

    Ewigkeit ist ein angemessener Zeitrahmen, Perfektion zu erreichen.
    (unbekannt)

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