Salome Jicia - სალომე ჯიქია

  • Salome Jicia bdsmlr-419703-MwiUHPcNTs.jpeg სალომე ჯიქია


    Eine der jüngsten erfolgreichen georgischen Sopranistinnen wurde am 5. März 1986 in Zugdidi geboren. Die Sängerin sagt, dass ihre Liebe zur Opernmusik von ihrer Mutter herrührt: „Tatsächlich bin ich in der Oper aufgewachsen, meine Schwestern und ich gingen zu Aufführungen, Konzerten ... Meine Mutter kaufte oft alte Platten italienischer Belcanto-Meister. Wir haben oft Renata Tebaldi, Benjamino Gigli und Mario del Monaco gehört".


    Salome absolvierte das Staatliche Konservatorium in Tiflis mit einem Abschluss in Klavier. Parallel zu ihrem Studium arbeitete sie in der Garderobe des Opernhauses. Erst in ihrem dritten Studienjahr fing sie an, bei dem Opernsolisten Temur Gugushvili zu studieren, und wechselte allmählich vom Klavier zur Oper. In den Jahren 2008-2011 studierte sie bei Gocha Bezhuashvili an der Staatlichen "Paliashvili Musikhochschule", 2010 wurde Salome Stipendiatin der Paata Burchuladze Charitable Foundation "Iavnana" und setzte ihr Studium 2012-2013 im Opernstudio der Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom) bei Renata Scotto fort.


    In Italien trat sie 2013 erstmals als Rosina in Mozarts "La finta semplice" in Cremona auf.

    2014 wurde die Sängerin beim Internationalen "Francisco Vinias" Wettbewerb ausgezeichnet. Im Mai 2016 wurde sie beim neunten internationalen Gesangswettbewerb "Stanislaw Moniuszko" in Polen mit dem ersten Preis in der Kategorie Frauenstimme sowie mit einem Preis für die beste Aufführung eines Werks des polnischen Komponisten Moniuszko ausgezeichnet.


    Außerdem gewann sie einen Preis des Lodz Grand Theatre - Salome wurde zur Teilnahme an der Oper "Halka" eingeladen.

    Salome Jicias internationale Karriere begann 2015 in Pesaro mit "Il viaggio a Reims" an der Accademia Rossiniana (Contessa di Folleville, Modestina), 2016 sang sie die Elena in "La donna del Lago", 2017 die Dorliska in "Torvaldo e Dorliska", 2019 die Semiramide in der gleichnamigen Oper. In dieser Rolle erlebte ich sie bereits 2017 an der Seite von Franco Fagioli als Arsace in Nancy. Hier eine Ausfzeichnung der Semiramide


    Im Jahr 2019 war Salome Jicia in einem Dokumentarfilm von Martin Scorsese mit dem Titel "The Oratorio" zu sehen. "Ich bin durch meinen Agenten und meine Beziehungen zu Italien in den Film gekommen. Das Cagliari-Opernhaus benötigte im Rahmen dieses Projekts eine bestimmte Sopranistin, die die Mezzosopran- und Sopranparty singen konnte. Die Wahl wurde mir überlassen", sagt Salome Jicia.


    Ihre Auftritte werden zunehmend live und im Streaming übertragen. Als Elisabetta in Donizettis Maria Stuarda (Diana Damrau als Maria)










    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Norbert

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Vielleicht könnte die Frage aufkommen, warum ich Salome Jicia unter "Berühmte Stimmen" aufgeführt habe und nicht bei den "Entdeckungen:Neue Stimmen".

    Auch wenn es bisher noch keine einzige DVD / CD von ihr gibt, hat sie bereits zahlreiche internationale Bühnenauftritte gehabt und ist einem Liebhaber-Publikum durchaus bekannt. Ihre Auftritte seit 2017, die ich zusammengestellt habe - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - sprechen für sich.


    Nancy - Semiramide (Semiramide)

    Pesaro Festival -Torvaldo e Dorliska (Dorliska) /// Stabat Mater (Sopran), Semiramide (Semiramide)

    Deutsche Oper Berlin - La Traviata (Violetta)

    Bolschoi Theater - Le nozze di Figaro (Contessa Almaviva), Così fan tutte (Fiordiligi)

    La Monnaie Brüssel - Tancredi (Amenaide), Giovanna d'Arco (Giovanna), La Bastarda (Anna Bolena) geplant Mar./Apr.21

    Tiflis - La Traviata (Violetta)

    Teatro Massimo Palermo - Guillaume Tell (Mathilde)

    Lausanne - La Clemenza di Tito (Vitellia), Norma (Norma) geplant Jun.21

    Opéra Royal de Wallonie - La donna del Lago (Elena)

    Macerata Festival - La Traviata (Violetta)

    Bologna - Don Giovanni (Donna Elvira)

    Covent Garden London - Così fan tutte (Fiordiligi)

    Maggio Musicale Firenze - La Straniera (Alaide)

    Teatro Costanzi Rom - Don Giovanni (Donna Elvira)

    Theater an der Wien - La donna del Lago cancelled

    Bayerische Staatsoper München - Guillaume Tell cancelled

    Opernhaus Zürich - Maria Stuarda (Elisabetta)


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  • Nachtrag zu ihren Auftritten: Teatro Massimo Palermo - Guillaume Tell (Mathilde)

    mit Enea Scala als Arnold Melcthal (=Originalschreibweise)




    gefunden unter: Salome Jiqia (J/wird wie in dschungel ausgesprochen, c/ wird k oder q ausgesprochen)

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  • Eine Ergänzung zu dem oben erwähnten Film "The Oratorio" von Martin Scorsese


    Martin Scorsese erzählt in seinem Film "The Oratorio" die Geschichte eines längst vergessenen Ereignisses, das die Kulturlandschaft New Yorks für immer verändert hat. Die Geschichte beginnt mit der jüngsten Entdeckung eines vergessenen Programms für ein Oratorium, das 1826 im heutigen Little Italy einmal aufgeführt wurde, und zwar in einer Kirche, die Scorsese aus seiner Kindheit kannte. Scorses plante, darüber einen Doku-Film zu drehen und die italienische Regierung für sein Projekt zu begeistern. Diese erkannte die Bedeutung der Entdeckung Scorses und unterstützte ihn, indem sie eine italienische Produktionsfirma subventionierte, um sich an dem Film zu beteiligen.


    Der Film enthält Geschichten über die Persönlichkeiten, die an der ursprünglichen Aufführung von 1826 beteiligt waren: der Organisator war Lorenzo Da Ponte, Mozarts Librettist, der total verschuldet in New York Lebensmittel verkaufte sowie Maria Malibran, die erste internationale Diva der Opernwelt, die mit einem New Yorker Bankier verheiratet war. Außerdem Pierre Toussaint, der sich nach seiner Befreiung aus der Sklaverei zum Wohltäter der Kirche entwickelte.


    Mitglieder des Teatro Lirico di Cagliari, Salome Jicia und der Dirigent Donato Renzetti gehörten zum künstlerischen Team.


    Aufgeführt wurde "The Oratorio" bisher bei drei Festivals:

    Nashville Film Festival 2020

    St. Louis International Film Festival 2020

    Santa Barbara International Film Festival 2020


    bdsmlr-419703-Ka3TIeKz0g.png Die DVD ist noch nicht erschienen.

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  • Zwei Trouvaillen aus der Studienzeit von Salome Jicia in Tiflis (2008-2011).

    Hier am Piano mit einem Stück von Nikolai Kapustin


    Salome Jicia singt an der Musikhochschule Mozart


    Eine der ersten Fragen in fast jedem Interview lautet anscheinend "Wie spricht man den Namen aus?"

    Die Italiener wollen den Namen immer Jitscha ausprechen, die Franzosen Dschizia. Richtig ist Dschikia, so hat sie es einer italienischen Journalistin 2017 in Pesaro im Interview erklärt.

    In diesem Interview sagt sie auch, dass sie vor dem ersten Auftritt in Pesaro (2015) erst in drei Produktionen an anderen Häusern mitgemacht hatte.

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  • Da hatte ich im vorigen Beitrag das falsche Video vorgestellt. Der Mozart ist dieses Video


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  • Lieber Orfeo!


    Vielleicht könnte die Frage aufkommen, warum ich Salome Jicia unter "Berühmte Stimmen" aufgeführt habe und nicht bei den "Entdeckungen:Neue Stimmen".

    Wenn Du der Meinung bist, dass es schon sinnvoll ist, einer neuen Stimme einen eigenen Thread zu eröffnen, ist das absolut in Ordnung. Mal sehen, wer sie alles schon kennt.


    In deutschsprachigen Ländern hat Salome Jicia bisher wohl wenig gesungen. Man muss schon reisen, um sie zu hören.
    Ich habe sie inzwischen in drei Opern live gehört:
    2017 als Dorliska in Pesaro, 2019 als Fiordiligi in London und als Semiramide wieder in Pesaro.

    Wenn ich nicht irgendetwas überlesen habe, hast Du zu der Stimme bisher nichts geschrieben. Vermutlich ist das auch eine der Stimmen, an denen sich die Geister scheiden.

    Manch ein Melomane wird in der Stimme Reinheit und einen wohlgeformten Schönklang vermissen. Die Stimme klingt etwas nervös, bisweilen auch ungelenk. Auf jeden Fall nicht glatt und geschmeidig. In der Tiefe und der Mittellage werden immer wieder erdige, irgendwie verhangen und unrein wirkende Nebengeräusche im Stimmschall hörbar. Ist das ein Makel? Ich denke, dass man genau das auch positiv werten und mögen kann. Gerade bei Rossini gewinnt es viel, wenn eine Stimme sich nicht zu artig und harmonisch ins Ohr schmeichelt. Im Duett mit Assur beispielweise gelingt Salome Jicia als Semiramide eine ungemein spannende Charakterisierung ihrer Figur gerade durch rauchige, fast kratzige und aggressive Klangformung. Die zwielichtige Natur und provokative Sexualität der Königin habe ich so eindrücklich bisher nicht gehört. Diese Darstellung wird durch eine prägnante Artikulation der Sprache und beispielhafte Wortdeutlichkeit noch unterstützt. Gekrönt wird sie durch die mit flammender Leidenschaft ausgeführten Koloraturen und die mit großer Energie gesetzten brillanten Spitzentöne.


    Bei Mozart werden vermutlich gestrenge Gesangskritiker an der Leistung von Salome Jicia eher Anstoß nehmen. Aber das Londoner Publikum hat sie als Fiordiligi in der COSI begeistert gefeiert. Das war gut nachvollziehbar, weil sie eine Figur auf die Bühne brachte, die sehr vital und blutvoll sang.
    Ich habe das auch sehr genossen!


    Liebe Grüße


    Caruso41



    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Caruso41,


    ich habe Salome Jicia bisher ja nur ein einziges Mal auf der Bühne erlebt, als "Beipack" zu Franco Fagioli in der Semiramide in Nancy. Ihr Name sagte mir bis dahin überhaupt nichts, aber ihre Bühnenpräsenz nahm mich sofort gefangen. Auch im Video der "Maria Stuarda" als Elisabetta wiederholte sich der Eindruck, dass eine große Ausstrahlung von ihr ausgeht. Wahrscheinlich muß man sie live erleben, auf einer Tonkonserve drängen sich zu sehr Vergleiche zu den berühmten großen Namen der Vergangenheit auf.

    Ich kann mir vorstellen, dass sie hier im Forum nicht den großen Anklang findet, da hier eher Stimmen aus der Vergangenheit bevorzugt werden und es zudem sehr viel bekennende "Nicht-Opernbesucher" gibt. Aber wenn man bedenkt, dass sie erst vor sieben Jahren ihr Operndebut gegeben hat, bin ich ganz optimistisch für die Zukunft. Wäre doch schön, wenn man in zehn Jahren sagen könnte, dass das Tamino-Klassikforum sie schon frühzeitig entdeckt hat


    Semiramide (konzertant, Finale)

    Das Russische Nationalorchester (RNO) unter Alberto Zedda

    18. September 2015, Tchaikovsky Concert Hall, Moskau


    mit Salome Jicia, Varduhi Abramyan, Paolo Pecchioli, Daniel Miroslaw


    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Lieber Orfeo!

    Ich kann mir vorstellen, dass sie hier im Forum nicht den großen Anklang findet, da hier eher Stimmen aus der Vergangenheit bevorzugt werden und es zudem sehr viel bekennende "Nicht-Opernbesucher" gibt.

    Das ist wohl so!

    Im Augenblick sind wir irgendwie alle "Nicht-Opernbesucher" und ich merke, was das mit mir macht. Gut ist das nicht! Hoffentlich wird es im nächsten Jahr wieder möglich sein, in Konzerte und in Opern zu gehen und gemeinsam mit anderen Musik zu hören.

    Musik hören ist nun mal ein sozial verhandeltes Geschehen und Teil unserer Kultur. Wird es zur reinen Privatsache, für die man dann auch noch reklamiert, die Maßstäbe für das, was gut oder nicht gut ist, lägen einzig bei dem einzelnen Hörer, sind wir bei einem ästhetischen Egozentrismus. Da löst sich die soziale Dimension der Musik und des Musikhörens auf.


    Aber das sind grundsätzliche Fragen, die nicht hier her passen. Gleichwohl sind sie auch bedeutsam dafür, wie wir Hörerfahrungen machen und Sänger und ihren Gesang hören und beurteilen.


    Herzliche Grüße


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Lieber Orfeo Lieber Caruso

    Salomo Jicia hab ich zum ersten Mal im Livestream aus Zürich gehört und mein erster Eindruck war das sie eine zarte Stimme hat , die aber gut geführt ist. Als Elisabetta finde ich hat sie es natürlich schwerer, weil die ganzen Sympathien des Publikums Maria Stuarda zufließen. Man sollte nicht immer die Vergangenheit verherrlichen, sondern dem Neuen eine faire Chance geben

  • Lieber Rodolfo,


    damit du sehen kannst, was sich bei der diesjährigen den Corona-AHA-Regel Aufführung der Maria Stuarda im Vergleich zu der vor einigen Jahren verändert hat, stelle ich hier den Trailer ein. Ursprünglich liefern sich Frau Damrau und Frau Farnocchia, die ja auch schon an der DOR gesungen hat, eine veritable Prügelei, jetzt reißen sie ja nur noch an ihren Kleidern. Frau Damrau als Maria kommt in dem Trailer gar nicht zu Wort, man hört vor allem Frau Farnocchias Stimme.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt