Sergej Rachmaninov: Klavierkonzerte

  • Eine Rach3 hab ich noch :D


    Bei der o.g. Gilels/Kondrashin-Aufnahme ahnte ich durch das Knistern und Rauschen hindurch bereits, dass Gilels und Rachmaninov ein famoses Paar abgeben. Auf FGB’s Hinweis hin legte ich mir dann noch diese CD zu:



    Klavierkonzert Nr. 3
    + Saint-Saens:Klavierkonzert Nr. 2
    + Schostakowitsch: Präludium & Fuge op. 87, 5
    Gilels, Orch. de la Societe des Concerts du
    Conservatoire, Cluytens


    Das Rach3 ist von 1955, aber so ordentlich remastered, dass es für meinen Geschmack nichts an der Klangqualität zu bemängeln gibt.


    Aber nicht nur das: Was Gilels hier zaubert ist fantastisch – wie bereits bzgl. Kapell kann ich sagen: Genau so möchte ich Rachmaninov hören! Ausdrucksstark und mit Temperament, ohne falsches Pathos, die Feinheiten dennoch klar ausgeleuchtet. Die Orchesterbegleitung unterstützt und umrahmt hier sehr schön Gilels’ Klavierspiel. Ich bin rundum begeistert! :jubel:


    Ja, ich bekenne, dass mir dieses 3. Klavierkonzert besonders am Herzen liegt – so ist diese Gilels-Aufnahme auch bereits die 9. Interpretation, die ich mittlerweile besitze. Aber ich denke, dass ich es nun hierbei belassen kann, denn mit Weissenberg und vor allem Gilels, aber auch Horowitz habe ich meine Favoriten gefunden; etwas Besseres aus der Vergangenheit gibt es m.E. nicht. Was die Zukunft bringt… warten wir es ab.


    Gruß, Cosima


    P.S. an ThomasBernhard: Den Namen dieses Robin-Hood-Orchesters fand ich auch recht ulkig, weiß aber leider auch nichts darüber und konnte auch auf die Schnelle keine Infos finden. Vielleicht sind sie berühmt dafür gewesen, dass sie es den Reichen nahmen und den Armen gaben ;) ... das Geld meine ich.

  • Hallo allerseits!


    Ist das ein Thread! Ich habe überlegt gehabt, ob es nicht damals besser gewesen wäre, als Richard diesen Thread startete, vielleicht die 4 KK aufzuteilen, da man, wie es ja auch passiert ist, unglaublich viel darüber diskutieren kann.
    Nun ist es aber durch die große Anzahl schwer, genau "sein" KK zu finden...


    Wie eigentlich alle in den vergangenen Tagen mitbekommen haben, bin ich derzeit absolut verrückt nach Rachmaninoffs 2.Klavierkonzert!
    Und deshalb fand ich es sowieso schon mal toll, dass hier schon ein riesen Thread über alle seine Klavierkonzerte existiert.
    Nun werde ich ja einen ganz "besonderen" Beitrag schreiben, denn er erhöht mich in die "rote Ebene".
    Ich dachte mir, für sowas machst du keinen blabla-Beitrag oder nur mal kurz sagen, was ich gerade höre...
    Also dachte ich mir, schreibst du etwas über das Werk, das dich derzeit am meisten bewegt, am meisten fesselt und wo du überhaupt nicht ruhig sitzen kannst...Eben Rachs 2.KK.


    Nun komme ich zum Thema ;) :D


    Zunächst mal die Aufnahmen, welche ich auch nach der Intensität meiner Empfindungen sotiert habe...sprich, welche mir am meisten zusagt:


    1. Chigago SO, Fritz Reiner(Ltg.), Van Cliburn(piano)
    2. Mariinsky Theatre Orchestra, Valery Gergiev(Ltg.), Lang Lang(piano)
    3. Boston SO, Seiji Ozawa(Ltg.), Zimerman(piano)


    Dazu ist noch zu sagen, dass mir alle 3 Aufnahmen gefallen!
    Entscheidend für diese Rangliste war der 3.Satz.


    Zu dem ich auch gleich komme, aber zuerst zu den ersten zwei Sätzen.
    Das Spiel finde ich faszinierend...ein grandioses Zusammenspiel von dem Orchester(ich gehe jetzt bei der "Analyse" nur von 1. aus) und Cliburn. Auch ist es mitreissend...obwohl ich nicht dirigieren kann, verspüren meine Hände bei den Betonungen und Akzenten des Klaviers(teils auch beim Orchester, aber das Klavier intensiver) immer den Drang des "Mitmachens". Sie wollen diese Akzente anzeigen...mitgehen...
    Der erste Satz versetzt mich teilweise in gewisse Trance...er ist nicht einschläfernd, sondern eher hypnotisierend! Es gibt natürlich Stellen, die einen aus dieser "Trance" zurück holen...aber kurz darauf verschwindet man schon wieder. Das Ende ist einfach mal gigantsich! Eine Steigerung des Tempos. Das Klavier zieht und zieht...wird dann aggressiver und das ganze Orchester geht dann mit. Man ist vollkommen aus der Trance gerissen...


    Aber der 2.Satz bringt einen sofort wieder zurück in die andere Welt...er lässt einen schweben...erst das leichtfüßige Klavierspiel und dann auch noch die Querflöte (ist es wirklich ne Querflöte...hört sich so an)...die Bläser wechseln (Klarinette und Oboe kommen auch) und übernehmen ebenso den Part des Dahinschwebens. Es ist ruhig...eine sanfte Ruhe...vielleicht könnte man es auch als Ruhe vor dem Sturm bezeichnen...auch wenn wir noch am Anfang des 2.Satzes sind. Es wird langsam aber sicher etwas "dramatischer". Oder anders gesagt, die Stimmung steigt...das Klavier hat jetzt öfter einmal eine energische Phase und reisst kurz darauf das Orchester mit...dann geht es wieder zurück. Für den Schwebezustand sorgen jetzt die Streicher. Nach etwa 6:30min ist es dann erstmal mit dem Schweben vorbei...Das Spiel wird "intensiver" und "aufgewühlter". Genau nach 7:35min der Weckruf! Die Vorbereitung auf den neuen Charakter des Spiels ist beendet und der Charakter kommt...schweben tue ich jetzt schon lange nicht mehr...Bei diesem aggresiveren Charakter denkt man, er hat jetzt die Oberhand und hat die "Träumerei" besiegt...aber diese ist dann schon wieder da...etwa bei 8:40min...jedoch klingt jetzt das Schwebende eher wehmütig...Zum Ende hin wird es dann friedlich...alles ist wieder ruhig...aber nicht schwebend oder träumend.


    Dann beginnt der 3.Satz!(Sorry...ist doch etwas länger mit den ersten zwei Sätzen geworden :D ) Ein ganz anderer Charakter als die ersten beiden Sätze...es wirkt sofort kribbelig...aufgewühlter! Und nach nur 15s erlebe ich meinen ersten Höhepunkt. Nach einer Steigerung, einem wundervollen Aufbau kommt es zur ersten Explosion! Beendet wird diese durch ein fantastisches Klavierspiel...Die Spannung bleibt danach erhalten!(wie ich finde, kann der Pianist erst in diesem Satz so richtig zeigen, was er drauf hat...natürlich nur ansatzweise, aber deutlicher, als in der ersten Sätzen) Es kommen sanfte Phasen...Ein Wechsel vorwiegend des Klaviers mit den Streichern. Bis zu dem Punkt, an dem das Klavier wieder aufbraust und dann kommt es(nach etwa 4min) zu einer weiteren sehr unruhigen und agressiven Phase. Wie ich finde, ein fantastisches Wechselspiel zwischen diesen ruhigen Phasen (in denen öfter versucht wird, einen Funken zu streuen und eine Explosion herbei zu führen) und den agressiven! Initiator ist eigentlich immer das Klavier. Wenn es aufbraust, dann schwinkt das auf das Orchester über und dieses kochtüber. Danach spielt das Klavier wieder allein und agressiv, jedoch beruhigt es sich und dann die ganze Szene...Nach etwa 6min kommt es zu einem ähnlichen Ausbruch, wie nach 4min.
    Nach ca.9:10min beginnt wieder das Klavier etwas bestimmerischer zu werden und ab 9:35min jagen sich Streicher und Klavier...werden schneller und härter...dann übernimmt das Klavier wieder die Oberhand und dann greift förmlich das ganze Orchester an! Danach meine 2. eigene Explosion(etwa 10.min)! Die Blechbläser und wenn ich mich nicht täusche die Becken bewirken sie im Orchester und in mir...4Knaller...Danach recht agressives Klavier und dann ein imposanter und teils auch majestätischer Auftritt mit dem Orchester zusammen. Das war die endgültige Ruhe vor dem Sturm(wenn man es überhaupt als Ruhe bezeichnen kann)...Die letzte Steigerung...die Becken und Bläser hauen noch einmal 7, 8 oder gar 9 Schläge rein und dann die endgültige Explosion!!! Ein gewaltiges, bombastisches und atemraubendes Ende! Mein dritter und letzter Ausraster bei diesem wunderbaren Werk.




    Oh weh...war das hier anstrengend, seine Empfindungen bei diesem Feeling zu schreiben...
    Habe natürlich dabei Cliburn laufen lassen...


    Ich muss jetzt erstmal wieder runter kommen.
    Puhhh...


    Gruß, Maik


    Nachtrag: Im dritten Satz gehen dann nicht nur die Hände mit...da ist es der ganze Körper...alles ist aktiv und springt in mir rum...

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • hallo rachmaninov-freunde, hallo Maik,


    ich bin neu in diesem forum, höre und kenne die konzerte seit meinem 16. lebensjahr. bezügl des 3. konzertes liebe ich am meisten folgende aufnahmen:


    gilels/orchestr...conservatoire/cluytens/1955 (siehe Cosima)


    janis/boston symphony orch./munch/ca. 1960 (rca victor)


    weissenberg/orch. nationale de france/bernstein/ca. 1981 (emi)



    nun meine liste für das 2. konzert und die rhapsodie:


    julius katchen/london philh. orch, london symph. orchestra/solti, boult/ ca. 1960 (decca, stereo)



    bis heute ist dieses für mich die olympische aufnahme dieser werke. das zusammenspiel zwischen solist und orchester ist selbst in den ekstatischen momenten perfekt. dazu ist die akustik bzw. der sound großartig. im zweiten konzert kommt zimerman in seiner jungen aufnahme sehr nah an den drive und die ekstase katchens heran.


    gruß, siamak

    Siamak

    Einmal editiert, zuletzt von AcomA ()

  • hallo,


    ich muss doch eine ergänzung zum rachm. 2 machen. mir ist gestern nacht die berühmte richter-aufnahme der DG mit der warschauer philharmonie eingefallen, die ich als schüler auf mc hatte und die bis zum kennenlernen der katchen-einspielung meine referenz war.


    ich habe heute die katchen-aufnahmen mal wieder gehört. ich bleibe dabei, ungeheuerlich diese performances.


    gruß, siamak

    Siamak

  • Hallo Siamak,


    meinst du diese Aufnahme mit Richter?




    Schönen Dank für die Katchen Empfehlung ;)
    Sie ist auf dem Wunschzettel gelandet...


    Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • hallo Maik,


    ja, ich meine die aufnahme. ich bin mal gespannt, wie du auf die katchen-einspielung reagierst. übrigens ist dort ein ganz raffiniertes variationswerk f. klavier und orchester von ernö v. dohnanyi mit drauf. bei der eröffnung solltest du den lautstärkeregler unter kontrolle halten :D, mehr sei nicht verraten.


    gruß, siamak :yes:

    Siamak

  • Zitat

    Original von AcomA
    ich habe heute die katchen-aufnahmen mal wieder gehört. ich bleibe dabei, ungeheuerlich diese performances.


    Wie kann man hier widerstehen? Ich konnte es nicht… ;)


    Leider oder gottlob kann man sich in diesem Forum vor Anregungen ja gar nicht retten, weshalb ich dann doch noch die Katchen-Aufnahme des 2. KK unbedingt hören wollte.


    Ja, sehr explosiv und temperamentvoll – gefällt mir ausgesprochen gut. Wobei ich jedoch der Ansicht bin, dass S. Richter die ruhigeren Stellen noch feinsinniger auslotet, soll heißen: Richter bleibt hier nach wie vor meine Referenz. Aber eine nachhaltige Empfehlung ist diese Einspielung von Katchen hier auf jeden Fall!


    Gruß, Cosima

  • hallo Cosima,


    hast du die paganini-rhapsodie und die variationen von dohnanyi mit katchen auch gehört ?


    gruß, siamak

    Siamak

  • Zitat

    Original von AcomA
    hallo Cosima,


    hast du die paganini-rhapsodie und die variationen von dohnanyi mit katchen auch gehört ?


    gruß, siamak


    Hallo Siamak,


    ja, natürlich – ich habe die ganze CD ein paar Mal gehört. Aber ein wirkliches Urteil kann ich mir nur bezüglich des 2. Klavierkonzertes erlauben, weil ich dieses inzwischen sehr gut kenne und einige Vergleichsmöglichkeiten habe.


    Bei der Paganini-Rhapsodie kann ich nur mit der Kapell-Aufnahme vergleichen, die Dohnányi-Variationen kannte ich vorher noch gar nicht. Katchen lernte ich mit den 2 Klavierkonzerten von Liszt kennen. Auf der CD befindet sich auch die Ungarische Rhapsodie – insgesamt auch so eine Aufnahme voller unglaublicher Energie. Und genau das finde ich bei Rachmaninov und Dohnányi auch bestätigt: Der Mann spielt atemberaubend. Die Dohnányi-Variationen sind ein echter Hammer, auch was die Orchesterbegleitung anbelangt!


    Aber ich komme einfach nicht darauf, wie dieses Kinderleid heißt. Jeder kennt es wohl, aber es will mir auch nach mehrmaligem Hören nicht einfallen. Herrlich diese Diskrepanz zwischen dem fulminant-dramatischen Orchestervorspiel und dem folgenden ganz unerwartet leicht spöttischen Klavierpart. Ganz wundervoll, wie der Komponist hier den Wiener Walzer und die Romantik an sich karikiert – und auch wundervoll, wie Katchen diese satirischen Züge so umsetzt, dass man unwillkürlich schmunzeln muss.


    Gruß, Cosima


    P.S.: Könnte das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ heißen?

  • ...Ich bezog mich auf die Dohnányi-Komposition „Variationen über ein Kinderlied“, op. 25. Inzwischen fand ich heraus, dass das Lied "Ah, vous dirais-je, Maman" heißt. Für mich klingt das wie das deutsche Kinderlied: Morgen kommt der Weihnachtsmann.


    Aber es kann durchaus sein, dass die herbstlichen Temperaturen mich in vorweihnachtliche Stimmung versetzen ;).


    Gruß, Cosima


    Nachtrag: Dohnányi bezieht sich auf Mozart und seine 12 Variationen, KV 265. Mit dem Weihnachtsmann lag ich also richtig.

  • Hallo Taminos,


    nachdem ich sie nur einige Wochen habe und seit dem auch ein paar mal gehört habe möchte ich nun die Aufnahme des 2. Klavierkonzerts mit L.o. Andesner mit der Berlinern unter Antonio Pappano besprechen.
    Das zweite Klako wurde live aufgenommen am 3-4.06.2005 in Berlin.



    Insgesamt legen Andsnes und die BP unter Pappano eine ordentliche bis gute Aufnahme vor, die aber an die großen Aufnahmen dieses Konzertes nicht ran kommt.
    Alles wird recht nett gespielt, aber das was für mich das 2. Klavierkonzert von Rachmaninov ausmacht, nämliche dieses "Durchwandern" aller emotionalen Ebenen geht hier etwas zu stark unter. Zwar spielt Andsnes ordentlich, aber hier fehlt einfach das Funkelnde, das Leuchtende in seinem Spiel, das den Hörer in den Bann zieht. Die BP spielen angagiert, aber irgendwie nicht immer im perfekten Mit- Gegeneinander zum Solisten.


    Vergleicht man hier die Aufnahem von Zimerman (DG), um nur auf eine Aufnahme aus der "Neuzeit" zu verweisen, so werden die "Defizite" deutlich.


    Sonderlich glücklich bin ich auch nicht mit dem Klang der Aufnahme, da gibt es auch bei live Mitschnitten deutlich besseres.


    XRezension:


    Interpretation: 7-8
    Klang: 7

  • Danke für die Einschätzung, Richard.
    Ich hatte ja mit der Aufnahme auch schon ein wenig geliebäugelt.


    Wie sieht es denn mit dem 1. Klavierkonzert aus?



    Gruß, Peter.

  • Zitat

    Original von petemonova
    Danke für die Einschätzung, Richard.
    Ich hatte ja mit der Aufnahme auch schon ein wenig geliebäugelt.


    Wie sieht es denn mit dem 1. Klavierkonzert aus?


    Gruß, Peter.


    Das 1. Klako werde ich mir später vornehmen!

  • auch von meiner seite vielen dank an Richard,


    bei anderen auch sehr guten aufnahmen (obige kenne ich ja nicht) andsnes' (3. rachm., grieg, schumann) habe ich ähnliche erfahrungen gemacht. technisch auf sehr hohem niveau, geschmackvoll und sehr transparent. diese vorzüge werden gleichzeitig zur einschränkung: es fehlt das salz in der suppe, etwas mehr spontaneität und 'pedalschmiere'.


    gruß, siamak

    Siamak

  • liebe rachmaninov-freunde, insbesondere Richard (wo bist du ?),


    ich habe lange damit gerungen, mir eine 'audiophile' version der rachmaninovschen werke für klavier und orchester zuzulegen ! ich hatte weder den krystian zimerman (nr. 1,2 DG), den lugansky (nr.1-4, rhaps.), den hough (nr.1-4, rhaps. hyperion) noch den andsnes (nr.1,2) besorgt. und jetzt konnte ich im laden nicht widerstehen, nachdem ich hereinhörte !



    boris berezovsky und das symphonie-orchester des urals unter d. liss. in frankreich aufgenommen. nach mehrmaligem hören bin ich hochzufrieden, ja begeistert, undzwar in beiden konzerten (2 und 3). ekstase, wo unabdingbar; rhythmische straffung, ausgeprägtes klangempfinden in den lyrischen momenten und sehr differenziert 'musizierendes' orchester. jede bläser-phrase, die bewegungen der streichergruppen, alles sehr transparent. und doch merkt man jederzeit, es spielen russische musiker russische musik.


    gruß, siamak

    Siamak

  • hallo,


    ich habe nun die neue berezovsky-platte mehrfach gehört. das 2. konzert ist IMO einzureihen in die liste mit s. richter/warschauer philh. und katchen/london philh.. der absolute hammer ist jedoch das 3. konzert. der finalsatz kommt derart mit verve und farbe, wie ich es selbst bei argerich, horowitz und gilels noch nicht vernommen habe. die stretta kurz vor dem schluss lässt einem 'die spucke weg'. und das ist nicht nur ein verdienst dieses berezovsky, sondern auch des orchesters und seines leiters. ich kann diese aufnahme, obgleich sie im high-price level liegt, allen rachmaninov-liebhabern dringendst empfehlen ! ich persönlich komme von dieser aufnahme nicht mehr los.


    gruß, siamak

    Siamak

  • Hallo Siamak!


    Das hört sich toll an, was Du da schreibst.
    Diese CD werde ich mir auf diese Empfehlung in jedem Falle kaufen!
    Gerade die Stretta im 3. Konzert wird allermeistens so elend langsam genommen....
    Ich weiß ganz genau, das in der Orchesterstimme dort ein accelerando und in tempo steht, wo die meisten Interpreten langsamer werden und den Höhepunkt kaputtwalzen.


    Mein bisheriger Favorit für das dritte war deshalb immer Earl Wild unter Horenstein, das zweite seit Jahrzehnten die Katchen-Solti , aber diese von Dir empfohlene CD werde ich gleich jetzt bestellen.


    Vielen Dank im vorraus,


    Michael

  • hallo Michael,


    wenn da am ende des dritten satzes tatsächlich diese von dir angemerkten tempo-anweisungen notiert sind, dann haben hier berezovsky und mitarbeiter voll 'ins schwarze' getroffen ! würde mich interessieren, wie dein urteil demnächst ausfällt.


    gruß, siamak :hello:


    p.s.: ich habe gerade auf deiner homepage gesehen, dass du ein professioneller v'cellist bist und außerdem wir denselben jahrgang haben !

    Siamak

  • Hallo Siamak,


    ich kämpfe noch mit mir, das klingt alles sehr verlockend! Bei jeweils 10 Interpretationen der beiden Klavierkonzerte sollte eigentlich Schluss sein, aber ob 10 oder 11 ist ja eigentlich auch egal. :rolleyes:


    Gruß, Cosima

  • hallo Cosima,


    ich bin mir meiner verantwortung mit solch einer empfehlung durchaus bewusst ! ich hatte ja oben aufgeführt, was der initiale bewegungsgrund für den kauf war.


    gruß, siamak :hello:

    Siamak

  • Lieber Siamak,


    leider muß ich mich mit dem anhören der CD noch etwas gedulden, da ich nach einem bösen Hörsturz als Nachwirkung schlimme Geräuschempfindlichkeit habe und meinen Dienst nur mit Ohrstöpseln spielen kann.


    Insofern muß ich Dich leider etwas vertrösten mit meinem Höreindruck.


    Genußvolles Musikhören ist halt im Augenblick für mich nicht möglich.
    Das gibt sich hoffentlich wieder...


    Beim 3.Rachmaninoff steht vor der Schlußsteigerung tatsächlich accelerando, nirgends steht da das meistens gespielte riterdando.
    Rachmaninoff spielt es ja selber so, Earl Wild ebenso.


    Ich hasse es mittlerweile regelrecht, den Schluß des 3.Konzertes breitgewaltzt hören zu müssen.


    Viele Grüße,


    Michael


    P.S.1964 war bisher ja immer ein sehr guter Jahrgang, leider wird sich das demnächst wohl ändern....ich sage nur "Rente"

  • hallo Michael,


    die schwierigkeiten mit dem ohr sind besorgniserregend für einen musiker. ich fühle mit dir und wünsche dir gute besserung !


    gruß, siamak :hello:

    Siamak

  • Hallo Siamak,


    in den letzten Tagen habe ich mal bei verschiedenen CD-Quellen nach der von Dir hochgelobten CD von Rachmaninoff-Klavierkonzerte Nr.2 + 3 Ausschau gehalten. Der Preis von 19,99€, den man meist antrifft ist quasi niederschmetternd, wenn man bereits Aufnahmen im Schrank hat, mit denen man zufrieden ist.
    Bei mir ist es für das Klavierkonzert Nr.3 + 4 die EMI - Aufnahme mit M.Rudi / M.Jansons, an erster Stelle;
    die Decca - Aufnahmen mit Askkenazy / Previn und
    die Horowitz-Aufnahme mit Ormandy / NewYorker PH vom Klavierkonzert Nr.3.
    Für die Konzerte Nr.1 und 2 (beinahe selbstverständlich) die
    DG-Aufnahme Zimmermann / Ozawa; wer diese hat, braucht ohnehin für diese beiden Konzerte keine weitere CD !


    Um auf Boris Berezovsky zurück zu kommen:
    Er hat das Klavierkonzert Nr.3 zuvor 1995 mit Inbal/Philharmonia Orchestra aufgenommen.
    Kennst Du die DDD-Aufnahme von Erato für 4,99€, auch bei APEX aufgelegt zum gleichen Preis ???


    Für ein viertel des Preises der Berezovsky-Neuaufnahme vielleicht auch ein heißer Tipp !??!

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • hallo Wolfgang,


    ja ich habe den 'frühen' berezovsky mit rach 3 und inbal mit der originalen cd von teldec. obwohl eine schöne aufnahme, die vor allem in den lyrischen momenten überzeugt, kein vergleich zur neuen !!! sowohl pianistisch als auch das orchester betreffend und die gesamtkonzeption.


    gruß, siamak :hello:

    Siamak

  • Zu Berezovsky: Unter dem Link kann man ihn Liszts „Mazeppa“ spielen sehen und hören:


    "http://video.google.com/videoplay?docid=-6161952087762182420&q=berezovsky"


    Um die Rachmaninov-Scheibe drücke ich mich noch immer herum, aber seine Godowsky-CD habe ich vor längerer Zeit schon geordert. Bin sehr gespannt.


    Gruß, Cosima

  • Hallo allerseits,


    kennt jemand die Aufnahme des 1.Konzerts mit Mikhail Pletnev und dem Philharmonia Orchestra unter Libor Pesek???



    Zitat

    Rachmaninoff vorwärtsdrängend, üppig, eigenwillig. Höchste und hohe Bewertungen für die Interpretation und Klangqualität.


    Eine Bewertung, die bei jpc zu lesen ist...klingt sehr vielversprechend, zumal das 1.Klavierkonzert in seiner Gunst bei mir das 2. übertroffen hat - das hat jedenfalls die Entwicklung der vergangenen Monate gezeigt.


    Vielleicht können auch Pletnev-Experten etwas sagen?
    Christian, du hörst ihn doch gerne und oft - oder?


    Vielen Dank und lieben Gruß, Maik :hello:

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7

  • Celloflo schrieb im Rachmaninoff-Sinfonien-Previn-Thread dies:



    Hallo celloflo,


    leider habe ich auch hier und da schon negative Stimmen über Ashkenazy lesen müssen. Man traut ihm einfach keine großen Interpretationen zu.
    Alfred schrieb irgendwann sinngemäß:
    "Herausragend sind seine Aufnahmen nie."


    Ich finde damit ist Ashkenazy schon in die falsche Ecke gedrängt, denn die Werke, die ich von ihm als Pianist und ebenso erfolgreich als Dirigent gehört habe, finde ich sehr gut - auch mit Referenzqualitäten ausgestattet.


    :] Die von Dir angesprochene Aufnahme der Rachmaninoff-Klavierkonzerte mit Ashkenazy/Previn habe ich auch schon seit jahrzehnten (neben anderen) und ich bin mit den Aufnahmen ohne wenn und aber sehr zufrieden.



    Klavierkonzerte Nr. 1-4
    Ashkenazy, London SO, Previn
    Decca, 1972 ADD


    :) Aber Askkenazy´s Vorliebe für Rachmaninoff drückt sich auch in seinen zahlreichen anderen Aufnahmen aus (die ich nicht kenne):


    mit Kondraschin... mit Haiting 1984DDD


    als Dirigent !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie man mir begegnete, als ich mir diese Doppel-CD mit Ashkenazy zulegte.
    Auch hierbei wurde er 'zerrissen'.


    Mir hatte es trotzdem gefallen.
    Dennoch ist mir eben aufgefallen, wo du ihn nun einmal hier erwähnst, dass ich seine Interpretation ewig nicht gehört habe. Einfach aus dem Grunde, dass mich Nikolai Lugansky weitaus mehr anspricht und packt, als ich es bei Ashkenazy in Erinnerung habe.
    Lugansky spielt unter Sakari Oramo:



    Unter Ashkenazy fand ich das 4.Klavierkonzert total langweilig. Mit Lugansky habe ich auch hier Gefallen gefunden - noch mehr steigerte sich aber meine Liebe dem 1.Konzert.
    Zunächst lernte ich ja das 2. mit Cliburn kennen (was ich ja hinreichend hier beschrieben hatte), doch es geriet mehr und mehr in Vergessenheit, als mir Lugansky mit dem 1. Konzert unter die Ohren kam...


    Falls du ihn nicht kennen solltest, dann möchte ich dir seine Interpretation der Konzerte gerne einmal ans Herz legen!
    Und ich nehme mir mal vor, die Ashkenazy Interpretation wieder hervor zu holen :yes:


    Lieben Gruß, Maik

    Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.


    Sirach 32, 7