Klangliche Unterschiede bei Stereo - Kompaktverstärkern

  • Liebe Forianer


    Schon der Titel wird manchem Messtechniker das Blut in den Adern gefrieren lassen: "Verstärker klingen nicht" sie geben im Idealfall das raus was reinkommt - ohne hörbare Beeinflussung."


    Musikfreunde werden über dieses Statement allenfalls schmunzeln - oder - sich ärgern - je nach Temperament.


    SElbstverständlich hat jeder Verstärker einen Eigencharakter, der jedoch weit weniger ausgeprägt ist als etwa der einer Lautsprecherbox oder eines Tonabnehmersystems etc etc.


    Warum das so ist weiß in letzter Konsequentz wohl niemand, aber unter Musikfreunden gibt es "musikalische" und weniger "musikalische Verstärker.


    Wir sollten allerdings auch eine Grenze ziehen: Besprochen und zum Vergleich herangezogen - sollten Stereo-VOLLVERSTÄRKER der Klasse zwischen 700 und 1500 Euro werden. Welche gelten als besonders musikalisch - und warum - welchen sagt man synthetischen, dünnen, wenig räumlichen Klang etc etc nach ???


    Ich freue mich auf eine kompetente Diskussion


    mfg
    aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Hallo Alfred,


    ganz im Gegensatz zu Leuten, die immer ihre eigenen Geräte empfehlen, ohne zu wissen was sich überhaupt auf dem Markt befindet, empfehle ich nie irgendeine Elektronik.
    Sie reagiert zu unterschiedlich in diversen Ketten. Und die Nummer mit den „Technikern“ ist einfach lächerlich – selbst innerhalb einer Serie klingen die Geräte unterschiedlich.


    Ich glaube auch nicht, dass ein ernsthafter Entwickler, der sich der Schwierigkeiten bewusst ist, solche Statements ablässt. Diese Leute sollten lieber Fahrräder bauen, aber für sie würde sich höchstwahrscheinlich auch jeder Rahmen gleich fahren. Dass aus einem Verstärker unbeeinflusst das rauskommt, was reinkommt ist und war schon immer frommes Wunschdenken.


    Ein Verstärker, der mir im letzten Jahr positiv aufgefallen ist, ist der Heed „Obelisk“ - eine wunderschöne Stimmwiedergabe. Auch Streicher kommen tonal für Konservenwiedergabe recht authentisch. Die Raumabbildung ist zwar nicht die ausgedehntste, aber einigermaßen stabil, der gesamte Klangcharakter eher voll.


    Im Tonfundament wird’s dann allerdings leicht unpräzise, was bei vielen sogenannten „musikalischen“ Verstärkern passiert. Mir fallen dann immer Pauken und Butterfass ein. Auch tiefe Klavieranschläge klingen als ob ein Handtuch auf den Saiten liegt. Das sollte nicht falsch verstanden werden. Das Gerät klingt nicht dumpf sondern klar, nur die Impulse werden leicht verschliffen und diffus dargestellt.


    Wer allerdings recht schmalbandige Lautsprecher besitzt könnte mit diesem Verstärker sehr gut zurechtkommen.
    Ich weiß nicht, ob ich mit dem Teil selbst glücklich würde, kann mir aber gut vorstellen, dass viele vor Freude völlig aus dem Häuschen sind. Auf jeden Fall ragt dieses Gerät aus der Masse heraus und kostet ca. 750,-€ in der Grundausstattung (ohne Phonoplatine) - meiner Meinung nach sehr angemessen. Der Klang ist durch den Aufbau gut nachvollziehbar.


    Jedesmal wenn ich in einen Konzertsaal komme und höre dieses federnde, Flirren der gespannten Saiten, den hölzernen Ton der Instrumente und einen Streicherteppich in atemberaubender Tonausdehnung, der durch winzige Zeitverschiebungen der einzelnen Musiker zustande kommt, wird mir wieder schmerzlich bewusst, dass dieses typische Klangerlebnis - zumindest bisher - von der Konserve nicht möglich ist.


    Begnügen wir uns also mit dem, was wir haben und denken uns den Rest dazu.


    Ich hoffe, die Beschreibung ist einigermaßen nachvollziehbar. Dies soll nur ein kleiner Denkanstoß sein - ich habe das Gerät weder mit mittelmäßigen Tonquellen, noch die Phonoplatinen gehört, werd's aber irgendwann nachholen.


    Liebe Grüsse
    Walter

  • Zitat

    Selbstverständlich hat jeder Verstärker einen Eigencharakter, der jedoch weit weniger ausgeprägt ist als etwa der einer Lautsprecherbox oder eines Tonabnehmersystems etc etc. Warum das so ist weiß in letzter Konsequentz wohl niemand, aber unter Musikfreunden gibt es "musikalische" und weniger "musikalische Verstärker.


    Lieber Alfred,


    oh doch, es wissen einige Leute warum das so ist und es ist auch nicht mehr oder weniger ausgeprägt als bei anderen Geräten.
    Du darfst nur nicht Marketing- und Forenaussagen als Standard akzeptieren.
    Die Hörbarkeit ist immer vom Stand der Wiedergabekette abhängig und nicht von sogenannten "Goldenen Ohren".
    Jeder Faktor beeinflusst die Wiedergabe, warum auch nicht?


    Das haben wir ja alle lange genug erlebt.
    Zum Thema "Materialresonanzen":


    Nimm einen silbernen Ring, lass ihn auf eine Tischplatte fallen und hör den hohen "Ping" (Materialresonanz) an. Anschliessend erhitze ihn mit dem Feuerzeug und mach das geiche - der "Ping" ist scheinbar "weg". Daran kannst Du hören, wie die Temperatur den Materialklang verändert. Wenn Du einmal gehört hast, wie der Wechsel eines Alu-Kühlkörpers zu einem Bronze-Kühlkörper den Klang eines Verstärkers verändern kann, wirst Du sprachlos sein.


    Die Materialresonanz wird in die Transistoren induziert. Oder warum wird Silber-Kabeln ein heller Klang nachgesagt?
    Bei Messing ist der Spaltton noch ausgeprägter.


    Das ist auch der Grund warum nicht nur "Glaslautsprecher", sondern auch Geräte mit "tot" klingenden" Aluminium Gehäusen als so - ichsachma "unmusikalisch" empfunden werden. Die Materialresonanz geht durch - sie ist einfach nicht aufzuhalten :(. Stell Dir mal 'ne Querflöte aus Alu vor!


    LG


    Walter

  • Zitat von walter

    ... ganz im Gegensatz zu Leuten, die immer ihre eigenen Geräte empfehlen, ohne zu wissen was sich überhaupt auf dem Markt befindet, empfehle ich nie irgendeine Elektronik.


    Na dann empfehle ich mal mein eigenes Gerät - Yamaha A-S2000, einer von 2 Verstärkern im Haus (neben 2 Receivern).


    Er hat so ca. 1200 € gekostet, kann 4 Lautsprecher treiben, was ich auch nutze (ein Paar ALR Nummer 7 und zwei kleinere Nahfeldschallwände).


    Ich hatte schon viele Verstärker und messe dieser Komponente keinen großen Einfluß auf den Klang bei, ein bißchen was wird wohl immer da sein, aber ich glaube nicht, daß sich das Hören vermeintlicher Unterschiede in Blindtests bestätigen ließe.


    Verstärker sollten "stark" genug sein, schnelle und ausreichend kräftige Impulse auf ein großes Baßchassis zu geben, sie sollten einigermaßen linear gehen und genügend Anschlußmöglichkeiten bieten. Das ist bei dem Yamaha schon grenzwertig, ich kann nicht einen PC für Aufnahmen anschließen (audacity) UND ein Tapedeck zum Aufnehmen (einfach mal für Klangvergleichsspielereien), das Tapedeck ist also an dieser Anlage nur Quelle, nicht Senke, dafür ist der Phonoverstärker gut und kann MM und MC. Der Klang ist sicherlich nicht "dünn", als besonders "musikalisch" würde ich ihn auch nicht bezeichnen, die Vokabel ist mir allerdings auch suspekt, dahinter versteckt sich häufig Voodoo & Unfug (Röhrenverstärker), um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.


    Was nervte, war die Feststellschraube für das Lautstärkepoti, die hat sich immer gelöst, bis ich sie mal festgeklebt habe. Ansonsten hat das Gerät (audiophil...) keine Loudnessschaltung, hat aber Klangregler (nicht audiophil) , die ich aber grundsätzlich nicht verstelle. Insgesamt ist es massiv und stabil gebaut, ein Gerät für die "Ewigkeit", und ich gedenke, mit ihm weiterhin älter zu werden.


    Der andere Verstärker ist ein Endverstärker und sprengt zudem die von Alfred vorgegebene Wertgrenze ein wenig, wird hier also nicht diskutiert.

  • Klangliche Unterschiede - gewaltige - deshalb habe ich mich schon vor Jahren von Verstärkern (Sony, Yamaha, Onkyo) verabschiedet, trotz guter Tests, ebenfalls von Receivern dieser Marken. Getrennte Geräte mussten her, Endstufe und Vorstufe von Rotel. Das habe ich bis heute nicht bereut, denn das Aha-Erlebnis war perfekt.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ich hatte schon viele Verstärker und messe dieser Komponente keinen großen Einfluß auf den Klang bei, ein bißchen was wird wohl immer da sein, aber ich glaube nicht, daß sich das Hören vermeintlicher Unterschiede in Blindtests bestätigen ließe.


    Das möchte ich bestreiten. Als ich vor ca. sieben (?) Jahren meine aktuellen Boxen nebst neuem Verstärker besorgte, hatte ich mich recht schnell auf eine Box eingeschossen und diese nacheinander bei verschiedenen Händlern mit mehreren Verstärkern gehört. Dabei waren Accuphase, Symphonic Line, naim, Linn, McIntosh. Ich fand die Unterschiede bedeutend, nicht so groß wie zwischen verschiedenen Boxenpaaren, aber deutlich wahrnehmbar.


    Ich kann mich noch gut an den kraftvoll-erdigen-druckvollen Klang des naim-Gerätes erinnern. Unglaublich eindrucksvoll. Großorchestrale Passagen mit knallenden Pauken waren da ein Fest. Accuphase habe ich ähnlich in Erinnerung, von allem etwa weniger, auch beim Preis, aber ungefähr dieselbe klangliche Abstimmung. In Bezug auf Räumlichkeit waren beide aber nicht ganz so gut wie der Linn, und auch filigrane Jazzbesetzungen, solistische Streicher oder gar Stimmen kamen nicht so natürlich rüber. So ist es dann der Linn geworden, eine reine Endstufe, die am regelbaren Ausgang meines CD-Players angeschlossen wird. Das ist eine Zwischenlösung, einerseits sehr puristisch (minimal-Bestückung, keine Klangregelung, keine Balance), andererseits mit eingebauter Schwachstelle, da der regelbare Ausgang meines CD-Players vermutlich nicht so gut unterfüttert ist wie bei einer einfachen Vorstufe.


    Na ja, irgendwann wird der CD-Player fällig sein (ist jetzt 15 Jahre alt), dann kommt auch eine Vorstufe. Es gibt ja von Linn diesen tollen Unidisc SC - ein Multiplayer (CD/DVD/SACD) mit eingebauter 6-Kanal-Vorstufe ... vielleicht kann er in der nächsten Version ja endlich BluRay und komprimierte Formate ...

  • Hallo,
    alle 20 Minuten aufstehen und die LP wenden? Nee, das war einmal und wird heute nur noch bei besonderen Gelegenheiten praktiziert.
    Auch CDs zu wechseln ist mühsam. Streamen ist angesagt.
    Verbunden mit Einbußen in der Klangquailität, da ich aber viele Liveaufnahmen höre, spielt das nicht so die große Rolle.
    Ich hatte 25 Jahre lang erst nen Mission Cyrus I, dann nen Cyrus II und war hoch zufrieden.
    Aber immer aufstehen, wenn die Lautstärke geregelt werden muss. Eine Fernbedienung muss her!
    Nun habe ich eine Denon PMA 710AE, der klingt deutlich besser als der Cyrus, besserer Bass und lebendiger in den Höhen. Dabei ist er recht preiswert. Aber 20 Jahre Fortschritt sind eben auch bei Verstärkern zu bemerken. Ich höre meist ohne Eingriffe in die Klangregelung.
    Mit ELAC 203.2 Boxen ist das eine schöne Kombination. Die ELAC haben als Mittelhochtöner die Weiterentwicklung des berühmten "Heil Air Motion Transformers" und erzeugen damit fantastisch transparente Mitten und Höhen.


    Gruß aus Kiel

  • Klangliche Unterschiede - gewaltige - deshalb habe ich mich schon vor Jahren von Verstärkern (Sony, Yamaha, Onkyo) verabschiedet, trotz guter Tests, ebenfalls von Receivern dieser Marken. Getrennte Geräte mussten her, Endstufe und Vorstufe von Rotel. Das habe ich bis heute nicht bereut, denn das Aha-Erlebnis war perfekt.


    LG, Bernward



    So unterschiedlich sind offenbar Wahrnehmungen: bevor der Yamaha hier her kam, hatte ich eine 15 Jahre alte Rotelkombination, (980 C und 960 B oder so), jedenfalls war zumindest der Vorverstärker hoch gepriesen.


    Wie auch s.bummer hatte ich den Verdacht, daß sich mehr als ein Dutzend Jahre Zeit in der Verstärkerentwicklung schon bemerkbar macht. Der 960 konnte zudem nur zwei Lautsprecher antreiben, ich bekam dann aber von einem Freund (LS-Entwickler bei einer der weltgrößten LS-Firmen) die Nahfeldmonitore, die ich eigentlich ursprünglich ins Büro stellen wollte, die mir dann aber viel zu gut erschienen, um sie nur mal sporadisch zu hören.


    Der Klang des Yamaha hat mich dann auch gleich überzeugt als zumindest der Rotel-Kombination in keiner Weise unterlegen, und seit ich mit 4 Lautsprechern quasi als überdimensionale Kopfhörer hören konnte, war ich ganz glücklich.


    Zur Zeit höre ich aber mehr und mehr mit dem Sennheiser HD 800, Verstärker ist ausgeschaltet, Lautsprecher ruhen und der KH geht auf einen KHV, der seine Daten digital vom PC bezieht.


    Mit Linn kenne ich mich nicht aus, habe bisher nur die sehr guten CDs dieser Marke zur Kenntnis genommen, kenne die Geräte aber nicht aus eigener Anschauung (resp. -hörung). Sie haben sicher einen sehr guten Ruf, kann also sein, daß sie besser als der Yamaha sind - aber sind sie nicht auch preislich ein wenig von dem von Alfred genannten Zielkanal entfernt?

  • Vielleicht ein paar Worte zum Thema Vollverstärker.
    Es wird gern behauptet, daß er Einzelkomponenten unterlegen sei.
    Das ist jedoch meist deshalb der Fall weil hier an Bauteilen gespart wird
    Wird die Technik ausgereizt, dann sollte eigentlich kein Nachteil mehr vorhanden sein, es gibt sogar
    Leute, die meinen, durch geschickte Auslegung des Designes könne der Vollverstärker den Einzelkomponenten sogar
    überlegen sein...(?)


    Kommen wir zum Ausgangspunkt des Threads zurück, nämlich den Klangunterschieden bei Kompaktverstärkern.


    Bedauerlicherweise wird heute in diesem Segment nur wenig gutes angeboten. Für 300 Euro ist nun mal kein wirklich guter Verstärker realisierbar, wenngleich jeder von uns mal mit dieser Klasse angefangen hat.


    Ich beziehe mich hier also vorzugsweise auf Verstärker ab 1000 Euro.


    Zitat

    Wie auch s.bummer hatte ich den Verdacht, daß sich mehr als ein Dutzend Jahre Zeit in der Verstärkerentwicklung schon bemerkbar macht.


    Ja - Vor allem im Wegrationalisieren von Features. Man konnte dem Kunden erfolgreich signalisieren, daß Klangrergler und Loudnesstaste (korrekte Bezeichnung : Physiologische Lautstärkekorrektur) qualitätsmindernd seien - und hat sie weggelassen. Dazu an anderer Stelle mehr.


    Vielfach wird behauptet gut designete Vollverstärker wiesen keine wirklich hörbaren Unterschiede auf


    Eigenartigerweis kann ich aber welche hören, wobei beide Verstärker, die ich besitze in der Klasse ab 1000 Euro angesiedelt sind, einer der Beiden sogar merklich darüber - und das vor über 30 Jahren...


    Der "alte" Panasonic SU 8600 mit 2 mal 73 Watt RMS klingt eindeutig fülliger als sein Kontrahend NAD 370.
    ER baut ein räumliches, inm die Tiefe gehendes Klangbild auf, das jedoch nicht exakt lokalisierbar ist, wogegen der NAD
    eher in die Breite orientiert ist und etwas weniger warm klingt. Der Panasonic hat die ausgeprägtere Dynamik, der NAD ist oft "sanfter" in diesem Punkt.
    Besonders bemerkeswert ist, daß all das nicht sehr stark im A-B Vergleich zutrage tritt, sondern erst nach mehrminütigem unabhängigen Hören....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !


  • Na ja, irgendwann wird der CD-Player fällig sein (ist jetzt 15 Jahre alt), dann kommt auch eine Vorstufe. Es gibt ja von Linn diesen tollen Unidisc SC - ein Multiplayer (CD/DVD/SACD) mit eingebauter 6-Kanal-Vorstufe ... vielleicht kann er in der nächsten Version ja endlich BluRay und komprimierte Formate ...



    15 Jahre ist für gute CD-Player kein Alter, ich habe an meiner 7.1-Anlage einen alten Denon (so von ca. 1990), der sich noch enorm tapfer schlägt.
    Letztens haben wir mal ein großes Vergleichshören gemacht: Harnoncourt Requiem NUR CD in den Denon, Harnoncourt Requiem SACD in meinen Sony-SACD-Player (beide CDs sind Originale!) und dann parallel gehört (Onkyo 5007, auf THX-Music eingestellt). Nach etlichem Hin- und Hergeschalte - so das halbe Requiem lang - meinte meine Frau, keinen Unterschied zu hören, ich meinte, einen leicht stärkeren Baß bei dem Denon zu hören und eine etwas bessere Auflösung bei der SACD - aber beide klangen wirklich super, und das mit einem über 20 Jahre alten CD-Spieler gegen einen SACD-Spieler, der gerade mal 1 Jahr alt ist.

  • Guten abend,
    ich möchte Deinen Beitrag nicht unkommentiert stehen lassen.
    ad 1) Der Cyrus One, den ich seit 1984 hatte, besaß keine Klangregelung.
    Power, Lautstärke, Programmwahl und Aufnahmewahl. Das wars.
    Beim Cyrus II konnte ich zusätzlich in geringem Maße die Balance verstellen.
    Soviel dazu, das

    Zitat

    Ja - Vor allem im Wegrationalisieren von Features. Man konnte dem Kunden erfolgreich signalisieren, daß Klangrergler und Loudnesstaste (korrekte Bezeichnung : Physiologische Lautstärkekorrektur) qualitätsmindernd seien - und hat sie weggelassen.


    war schon vor 25 Jahren so.
    Mission Cyrus Verstärker waren in den 80igern Kult. Und sensationell gut im Preis/Leistungsverhältnis. Die Linn Jünger hatten da noch viel zu lernen, die hatten nur einen gammelig zusammengehauenen Plattenspieler. Das änderte sich dann aber schnell.


    ad 2) Der Technics SU-8600 stammt aus den frühen 70igern und sollte im Schnitt 40 Jahre alt sein. "Gelsenkirchener Barock" halt. "Mit Griffen zum Wegschmeißen", wie wir früher lästerten. Ich habe aber wirklich mal einen im Rack gesehen.
    Der NAD 370 wurde 2003 durch ein Nachfolgemodell ersetzt.
    Diese Verstärker, so bekannt sie damals auch waren, sind daher nicht mehr repräsentativ für heutige Modelle. Vor 40 Jahren mußte man mit Verstärkern und Klangregelungen auch schlechten Boxen "über die Straße helfen."
    (Ich hab mal ne OHM L, damals (197x) ganz was Feines, vor ein, zwei Jahren wieder gehört und mit ner modernen (2008 ) Box verglichen aus dem gleichen Preissegment. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Erst mit Bassregelung und Loudness konnte die Ohm einigermaßen standhalten. War aber dennoch viel zu matschig im Bass)
    Ich hatte auch mal nen Sansui AU 9900 als Teststellung. Der bestand fast nur aus Drehknöpfen. Das war schon toll. Damit konnte man angeben. :D


    Aber diese Verstärker waren schon gut. Keine Frage. Aber eben auch zeitgeistgetrieben mit vielen Knöppchen, damit Vati zu Hause den Ton-Ingenieur am 19 Zoll Rack geben konnte.


    ad3) Der Denon, Baujahr 2011!, den ich nun habe, hat das VOLLE PROGRAMM: Loudness, Balance, Höhen, Tiefen.
    Nur man braucht es nicht, wenn die Tonquelle ok ist.
    Und er hat Fernbedienung. Und wenn ich per remote Control lauter oder leiser wähle, schaltet sich ein Elektromotor ein und wie von Geisterhand bewegt sich der Lautstärkeregler.


    Allerdings ist es in der Tat so, dass bei besonders teuren Verstärkern,- meine Nachbarin hat sich zum Ruhestand für ca. 3.000€ einen gegönnt-, es einen ausgeprägten Hang zum Purismus gibt.
    Aber wir schreiben hier über Kompaktverstärker und die sind nicht im Hi-End anzufinden.
    Doch es gibt einen Trost. Ab Ende 50 soll das Gehör unweigerlich nachlassen, auch wenn man es nicht wahr haben will.
    Dann reichen preiswertere Verstärker. Da ich bereits in dem Alter bin, findet meine Frau das ganz prima! :jubel:


    Gruß aus Kiel

  • Ich hatte 25 Jahre lang erst nen Mission Cyrus I, dann nen Cyrus II und war hoch zufrieden.
    Aber immer aufstehen, wenn die Lautstärke geregelt werden muss. Eine Fernbedienung muss her!
    Nun habe ich eine Denon PMA 710AE, der klingt deutlich besser als der Cyrus, besserer Bass und lebendiger in den Höhen. Dabei ist er recht preiswert. Aber 20 Jahre Fortschritt sind eben auch bei Verstärkern zu bemerken.


    Nun, der Cyrus I war meiner Erinnerung nach mit einem zu sehr abgespeckten Netzteil eingeschränkt, der Cyrus II war aber eine recht ordentliche Konstruktion (vor allem mit dem zusätzlichen Netzteil!). Mit neuen Elkos bestückt und eventuell auch einem besseren Lautstärkepoti versehen ist das heute noch immer ein guter Verstärker. Aktuelle Cyrus-Modelle haben natürlich auch die Möglichkeit der Fernbedienung...


    Es gibt immer wieder besonders glückliche Verstärker-Lautsprecher-Kombinationen, die als Duo die objektive Qualität der Einzelkomponenten subjektiv übertreffen. Aber mit Verlaub - der sicher brave Denon hat gegen einen Cyrus >= 2 grundsätzlich nicht den Funken einer Chance! Der Cyrus ist wenigstens zwei Stufen höher platziert.


    Auch bei den 20 Jahren Fortschritt im Verstärkerbau muss ich dich enttäuschen. Es gibt schon seit mehreren Jahrzehnten keinerlei Grundlagenforschung in der analogen Verstärkertechnik, da dieses Thema erschöpfend behandelt ist. Der Fortschritt liegt einzig und allein darin, dass man Fertigungsmethoden und damit Herstellungskosten optimiert. Die einzige nennenswerte Weiterentwicklung liegt bei Digitalverstärkern, denen man ihre Unarten weitgehend ausgetrieben hat und die preisgünstig und vor allem sehr effizient sind (was z.B. bei einer 7-Kanal-Anlage schon spürbar ist). Ansonsten ist Verstärkerbau ein Jonglieren mit Kosten für Bauteile, Gehäuse und Fertigung, gewünschter Ausgangsleistung, subjektiver Klangabstimmung und angepeiltem Verkaufspreis. Geheimnisse gibt es da keine mehr. Außerdem ist ein aktueller Verstärker mit der mechanischen Fertigungsqualität der oberen Mittelklasse von ca. 1980 heute praktisch unerschwinglich.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • (Ich hab mal ne OHM L, damals (197x) ganz was Feines, vor ein, zwei Jahren wieder gehört und mit ner modernen (2008 ) Box verglichen aus dem gleichen Preissegment. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Erst mit Bassregelung und Loudness konnte die Ohm einigermaßen standhalten. War aber dennoch viel zu matschig im Bass)


    Ein völlig unfairer Vergleich! Die Schaumstoffaufhängungen bei der Ohm L werden ihren angestammten Dienst schon lange nicht mehr erfüllen können. Aber mit Austausch-Chassis (kriegt man bei Ohm noch!) oder Reconing der vorhandenen sollte die Sache wieder ins Lot gebracht werden können.


    Generell ist es so, dass geglückte Lautsprecher aus den 70ern sich heute nicht zu verstecken brauchen, solange sie mechanisch noch in Ordnung sind. Dafür gibt es genügend berühmte Beispiele. Allerdings kann man bei der Lautsprechertechnik im Allgemeinen durchaus von signifikanten Fortschritten sprechen. Verbesserte Messtechnik kann Materialien besser beurteilen und die elegante Möglichkeit der Simulation lässt den größten Teil der Entwicklungsarbeit am Computer ablaufen. Im Labor wird nur mehr das Feintuning durchgeführt.
    Pikanterweise muss aber viel von dem technischen Mehrwissen dafür verwendet werden, um die Nachteile des modernen Designs zu kompensieren. Heutzutage muss ein Lautsprecher eine schlanke Säule sein - akustisch wesentlich schlechter als die vergleichsweise üppigen Schallwände vor einigen Jahrzehnten - aber die Kunden wollen es so...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Ein völlig unfairer Vergleich! Die Schaumstoffaufhängungen bei der Ohm L werden ihren angestammten Dienst schon lange nicht mehr erfüllen können. Aber mit Austausch-Chassis (kriegt man bei Ohm noch!) oder Reconing der vorhandenen sollte die Sache wieder ins Lot gebracht werden können.


    In der Tat: Die Pappen und die Gummis waren hin. Deshalb wurden die Bässe auch vor dem Test sorgfältig aufgearbeitet.
    Käufer gab es trotzdem, Sie zahlten ca. den Neupreis (damals 750 DM pro Box). Gut so!
    Gruß aus Kiel

  • Zitat

    15 Jahre ist für gute CD-Player kein Alter, ich habe an meiner 7.1-Anlage einen alten Denon (so von ca. 1990), der sich noch enorm tapfer schlägt.


    Hallo, Experten!


    Ich habe mich bisher aus diesem Thread herausgehalten, weil es doch um "Kompaktgeräte" gehen sollte. Na, ja. Ich bin in der glücklichen Lage, meine Komponenten der z. Zt. aufgebauten 6 Anlagen mal öfter auszutauschen. Dabei geht es nicht um aktuelle neue Geräte, sondern um Komponenten der 60er und 70er Jahre. Die klingen in meinen Ohren noch so gut, daß ich mir keine "Aktuellen" anzuschaffen brauche. 2 Verstärker sind von LUXMAN, dann ein DENON 1060, ein YAMAHA 760, eine komplette Anlage von GRUNDIG Fine Arts 9009, ONKYO Integra 8460 und noch andere Verstärker von Fine Arts, MARANTZ und TECHNICS. Meine Vor- und Endstufen von McIntosh und QUAD habe ich mit GRUNDIG Activ-Boxen noch garnicht aufgebaut. Mir reicht der Klang allemal. Meine CD-Player sind von ONKYO Integra 7711 und 7911, MARANTZ 64, KENWOOD 1020, GRUNDIG Fine Arts 9009 und DENON DX 6640. Zumal bei mir die Plattenspieler oberste Priorität genießen. Da habe ich die freie Auswahl: THORENS TD 126, 125, 320 usw. Aufgebaut auch YAMAHA 800, KENWOOD 7010 und 900, und DUAL Golden One. Natürlich mit optimalen MM- und MC-Systemen. Da ich ein Fan von HECO bin, habe ich natürlich auch verschiedene Boxen davon, z. Bsp. die HECO Mythos 700. Auch von MAGNAT und ELAC sind Boxen dabei. Diese Aufzählung habe ich nur dazu gemacht, um festzustellen, daß auch Geräte der 60er und 70er Jahre noch vollkommen ausreichen, um einen vollen Hörgenuss zu erzeugen. Vor Allem die solide Bauweise der älteren Geräte kann ich nur bewundern.



    Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Hi


    Nachdem ich einige Zeit brauchte, um meine Kinnlade wieder hoch zu bringen, fiel mir doch auf, dass du mit den Zeitangaben etwas frei umgehst. Von den identifizierbaren Geräten scheint nur der TD 125 gerade noch in den 60ern auf den Markt gekommen zu sein, war aber eigentlich ein Laufwerk der 70er. Die restlichen Modelle sind mehr den 80ern und 90ern zuzuordnen. Allerdings ist es keine Frage, dass man auch in den 60ern und 70ern erstklassiges HiFi kaufen konnte. Es war vielleicht etwas schütterer gestreut...


    ;)

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Hallo, Theophilus!


    Ja, vielleicht etwas weit gestreut. Aber wie schon geschrieben, baue ich schon mal öfter um. Ich bin ein Hifi- und Musikverrückter. Mir ging es schon einmal in den 80er Jahren etwas besser, da habe ich ganze Sammlungen Hifi-Geräte gekauft. Daher meine große Auswahl. Von den älteren Geräten, die ich nicht oder kaum mehr höre, trenne ich mich zur Zeit. Meine alten Receiver von Marantz, NAD und Luxman sind schon weg. Und die "alten" DUAL auch fast alle. Mir macht es Freude, im Wechsel Platten und CD zuhören, wobei mir LP´s durch ihre Wärme und Klang einfach sympatischer sind. Auch sorge ich dafür, daß immer ein Player in der Lage ist, meine Schellackplatten abzuspielen. Mit einer Spezialnadel ausgerüstet klingen die Schellacks richtig gut.



    Gruß Wolfgang

    W.S.