Wann wirkt Musik wie Droge?

  • Zitat

    Original von Ulli
    Jemand der regelrecht süchtig nach Musik ist, dem könnte auf lange Sicht ziemlich alles andere egal sein/werden, nicht? Und das kann durchaus zum krankhaften Realitätsverlust führen...


    Laut Deiner Definition muß ich mich ernsthaft Sorgen machen. :yes: :rolleyes:


    Als ich keine Musik hören kann, werde ich innerhalb einige Stunden ungenießbar.
    Voriges Jahr, im Krankenhaus, als ich da beinahe bewustlos im Bette lag, wurde ich fast verrückt. Nur weil ich keine Musik hören durfte. :motz:


    LG, Paul

  • Salut,


    da empfehle ich Dir Schottische Spritzgüsse bei Dr. Haydn. :D


    Gute Besserung!


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Lieber SMOB!


    Ich schalte mich gerne in die Diskussion ein, weil ihr euch ja jetzt einig seid, das Musik keinesfalls als Droge bezeichnet werden soll. Mich motiviert ein schwungvolle Bach-Arie oft. Aber auch Schubert und Schumann-Lieder. Musik ist treibt mich an, positiv zu denken. Daher erwarte ich auch von Musik ein klares Thema und keinen Nebel. Gewisse Komponisten (z.B.Wagner) reizen mich dann garnicht, weil es für meinen Antrieb nichts bringt.


    Gruß


    Wolfgang

    Magnificat anima mea

  • Nun, soweit ich das verstanden habe, verändern Drogen die Aufnahmefähigkeit in dem Sinne, dass sich der Fokus verändert (von Nebel würde ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen). Insofern gibt es sicherlich Schnittmengen. Musik ist allerdings gut für die Seele, eine Droge hingegen wohl eher nicht einfach mal so.


    Bei moderater Lautstärke ist Musik auch überhaupt nicht gesundheitsschädlich =)

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Zitat

    Original von Masetto
    Musik ist allerdings gut für die Seele, eine Droge hingegen wohl eher nicht einfach mal so.


    Doch! Drogen SIND gut für die Seele - das ist es ja gerade [Liebe Kinderlein, bitte weglesen]. Drogen haben eben bedauerlicher Weise physische Nachteile... das müsste man irgendwie eliminieren [z.B. bei den Glimmstengeln...]


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Ich würde eher sagen psychische Nachteile, die einem im Leben richtig ausbremsen können.


    Dann doch lieber Musik :yes:

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Hallo zusammen


    Ich glaube, das paßt hier ganz gut rein:


    Endlich gibt es das offizielle Ergebnis einer Langzeitstudie, die ein Psychologe und Neurowissenschaftler durchgeführt hat. Nun ist es amtlich, was uns noch nie aufgefallen ist, worüber wir uns noch nie Gedanken gemacht haben – ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit:


    Musik kann unsere Stimmung, unsere Emotionen und unsere Konzentration beeinflussen. :yes::yes:


    Wer hätte das gedacht?? ?(


    Die Studie belegt: Musik aktiviert die gleichen Bereiche im Gehirn, die bei Spiel-, Wett- und Drogensucht sowie Sex angesprochen werden und zum Hochgefühl führen. Somit kann Musik die Produktion von Dopamin im Gehirn auslösen, dem Glückshormon, das für viele schöne Gefühle verantwortlich ist...


    Ferner sind die durch Musik aktivierten Bereiche im Gehirn auch verantwortlich für beschleunigte Atmung, Schwitzen und Bauchkribbeln. Ja, sogar der Herzschlag wird beeinflußt, sei es nun in verlangsamter oder gar beschleunigter Form.


    Mal ehrlich:


    Habe wir diese Studie gebraucht? Wußten wir das nicht schon vorher? Warum fragt uns niemand? Das wäre sicher günstiger gewesen als diese Langzeitstudie...


    Außerdem sähe unsere „Playliste“ sicher anders aus, als die, die veröffentlicht wurde (auszugsweise und auf klassische Musik beschränkt):


    Musik zum Konzentrieren:
    Mozart: Divertimenti für Blasinstrumente


    (Konzentriere ich mich nicht immer wenn ich klassische Musik höre?)


    Musik zum Putzen!!! 8o
    Vivaldi: Vier Jahreszeiten


    (Unverschämtheit – da läuft der Staubsauger mit Vivaldi um die Wette)


    Musik zum Entspannen und Schlafen:
    Chopin: Nocturnes, Brahms: Wiegelied


    (Ach – auf letzteres wäre ich nie gekommen)


    Musik zur Liebe
    Debussy: Klavierstücke


    (Für alle die, die sich schon die ganze Zeit wundern, daß es mit der Liebe nicht klappt - her mit dem Debussy, sagt schließlich schon der Name „bussy-bussy“... )


    Viele Grüße Mimi

    che gelida manina....

  • Drugcom.de, ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschreibt das Abhängigkeitspotential von Drogen u.a. so:


    Zitat

    Das Ausmaß der abhängig machenden Wirkung einer Droge ist aber eng verknüpft mit den Eigenschaften des Konsumenten. Nur wenn der Konsument empfänglich ist für die Wirkung einer Droge, kann sich auch abhängiges Verhalten entwickeln.


    Damit dürften wir alle hier im Hinblick auf die Droge "klassische Musik" höchst gefährdet sein.... :beatnik:


    Gruß
    Rosenkavalier

  • Mimis Post beweist, dass ich mit meinem Statement letzte Woche im Thread Klavierbegleiter ganz richtig lag und da wirklich dieselben Hormone in Gang kommen. Also auch durchaus zwischen musizierenden Partnern, wobei ich weiter auf der griechischen Definition beharre und die unseres wonnigen Lallers nur in Extremfällen akzeptieren würde.. Fûr Interessierte: siehe Thread von Tastenwolf im Klavierforum.
    Was allerdings die Klavierstücke von Debussy dabei sollen, verstehe ich nicht.....
    Das ist sehr interessante aber mehr intellektuelle Musik und würde mich nciht gerade "anmachen".
    Ich finde ncihtklassische Musik im Zweifelsfall sowieso viel adäquater. Argentinischen Tango zum Beispiel oder guten Jazz.
    Der Bolero wäre mir auch viel zu abgegriffen, von der Dauer ganz zu schweigen..........
    Und was diesen Punkt angeht: leider ist Wagner für mich ja eher ein Fluchtimpuls ...


    Aber da die Stimmungen in Liebe und Leben immer ganz ganz differenziert und vielfältig sind, wûrde ich mich nie auf eine bestimmte Musik für iene bestimmte Sache festlegen lassen- von Hardrock und Bartok bis Schmusechopin geht je nachdem alles.
    Und wozu braucht man dazu eigentlich Musik???? Mal ne ganz dumme Grundsatz-Frage..... ?(


    F.Q. :angel:

  • Hehe, danke Mimi,


    ich habe es doch gewusst (komme gerade aus meinem Drogenmusikzimmer)... :D
    :hello:

    "Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten" Gustav Mahler

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  • Als Ausuebender eines drogenverseuchten Sportes (Strassenradsport) kann ich aus eigener Anschauung berichten. Es geht dabei natuerlich um Musik. Musik als EPO-Ersatz :D.


    Ich was laengere Zeit als Lizenz-Fahrer unterwegs und habe nicht mit EPO sondern mit Musik trainiert. Klassik ist da meines Erachtens leider ziemlich wertlos. Das einzige, wozu ich gerne trainiert habe, war Bruckners Neunte, die ersten beiden Saetze. Beethovens Neunte ist auch nicht schlecht. Ansonsten hat Klassik fuer meinen Geschmack zu wenig Drive - der Beat ist zu langsam. Wenn die Musik einen richtig zu treiben vermag, dann wirkt sie tatsaechlich wie eine Droge. Man fuehlt weniger Schmerz und leistet mehr (so getestet mit einer SRM-Kurbel).


    Wer kann Klassik mit drogenaehnlicher Wirkung fuer den Sport empfehlen?


    Fuer die "romantischen" Momente :rolleyes: empfehle ich Rachmaninoffs Vesper bei Kerzenschein. Das wirkt! ;)


    :hello:
    M.