Schmeichelnd hold - Beethovens Chorfantasie

  • Kennt diese Aufnahme noch jemand?


    Wäre die Fragestellung etwas abgeändert – besitzt diese Aufnahme noch jemand? – so könnte ich diese Frage bejahen … :yes:


    Leider ist die Folie noch drumherum … ;(


    Muss also meinen Hörplan umändern

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Hallo!


    Ich besitze sie mit Serkin in dieser Aufnahme (müsste sie allerdings auch erstmal hören) :untertauch:



    Gruß WoKa

    "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."


    Victor Hugo

  • Ich finde, das Werk gehört auf der Bühne inszeniert: zunächst Hammerclavier solo, später kommen überraschend die Streicher hinzu (ein Vorhang öffnet sich erst nach deren Erklingen), dann Bläser (weiterer Vorhang öffnet sich), dann Gesangssolisten (hinter einem ditten Vorhang), Chor (...). Das habe ich zwar so noch nicht gesehen, aber mir gefällt die nachfolgende Präsentation im Rahmen eines Hauskonzertes in Bonn recht gut; es wirkt hier flashmobartig:



    Solisten und Chor sind dem Publikum beigemischt. Bravo vor allem für die Paukerin und die beiden Kleinkindern!

    Wie man andere in Widersprüche verwickelt? Einfach ausreden lassen.
    (Alexander Eilers)

  • Erstaunlich, was da herausgekommen ist. Auch wenn das Stück etwa 5 Schlüsse zu viel hat:untertauch:, hat sich die gelöste Stimmung auf mich übertragen!

    Was man nicht weiß, das eben brauchte man, und was man weiß, kann man nicht brauchen (Goethe, Faust)

  • Auch auf mich hat sich die Begeisterung übertragen. Ein Lob auch der Tontechnik (und ach die Bildtechnik), die hier unter heiklen Bedingungen großartiges geleistet hat. da wuede jede Menge Aufwand getrieben - und auch das Know how ist beachtlich !! Ferner scheint es mir doch so, daß "Klassische Musik" auch von der Jugend gemocht wird.....:jubel:

    mfg aus Wien

    Alfred

    Die Tamino Moderation arbeitet 24 Stunden am Tag - und wenn das nicht reicht - dann fügen wir Nachtstunden hinzu.....



  • Bravo vor allem für die Paukerin und die beiden Kleinkindern!

    Der Vater mit seinem Sohn in der ersten Reihe hat auch mich tief beeindruckt. Wer je ein Kind auf dem Arme trug, der weiß, dass es mit der Zeit immer schwerer wird. Die beiden haben immerhin mehr als zwanzig Minuten durchgehalten. Was Musik doch alles bewirken kann. Wunderbar. :)

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Ein Lob auch der Tontechnik (und ach die Bildtechnik)

    Die Kameraführung fällt mir auch jedes Hörmal sehr positiv auf. Das Video ist, wie so vieles, in meiner YT-Hörzeichenleiste gespeichert in der Hoffung, daß es lange anhör- und schaubar bleiben möge.


    Ferner scheint es mir doch so, daß "Klassische Musik" auch von der Jugend gemocht wird..... :jubel:

    Wie sehr das der Fall ist, zeigt ein Wohnzimmerkonzert in Dresden mit Bachs Johannespassion - auch hier gilt: Spaß vor Perfektion. Arbeitstitel: Ungeprobt - Liebevoll - nicht fehlerfrei. Ich finde solche Projekte einfach totgeil. Wer braucht da noch CD-Player? Orchester, Chor, Solisten her!


    Ich denke, ich werden meinen diesbezüglich schon eine gefühlte Ewigkeit schwelenden Plan in Kürze in die Tat umsetzen; allerdings mit Rücksicht auf die werte Nachbarschaft zunächst in eher bescheidenem Umfang: Bruckner VIII ...

    Wie man andere in Widersprüche verwickelt? Einfach ausreden lassen.
    (Alexander Eilers)

  • Anthony Newman, Komponist, Organist, Pianist, Clavierist (geb. 1941) ist vielleicht nicht so bekannt? Eine Entdeckung lohnt sich:


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    Die Clavierkonzerte Beethovens und die Chorfantasie sind in unterschiedlichen Ausgaben zu finden (jpc deest).


    Let's dance! Hin- und mitreißend musiziert; so ausgekostet habe ich das noch nie gehört. Wirklich: unerhört! Ein Wechselspiel zwischen Spannung, Entspannung, Drama, Nacht und Stürme, Virtuosität, Leichtsinn, Abgrund und finalem Jubel. Das Instrument, über dessen Herkunft das Booklet in enger Kooperation mit dem World Wide Web bescheiden schweigt, zeigt alle seine Facetten von schmeichelnd hold über perlend zu klaren, hämmernden Bässen und harmoniert besonders mit den knusprigen Hörnern und knarzigen Clarinetten. Wow! Was für ein Klang! Wenn der Töne Zauber walten ... dann hier!


    Gehört gehört!


    Das Booklet meiner CD-Ausgabe


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    inkludiert eine vollständige Werkanalyse mit Trackindices; um das nutzen zu können, benötigt man/frau/divers wohl einen herkömmlichen CD-Spieler (allerdings sind die Zeitangaben auch dabei, so daß die einzelnen Indices auch direkt ansteuerbar sind).


    Nachbohren beim Clavieristen ergab, daß er einen 1804er Clementiflügel bespielt.

    Wie man andere in Widersprüche verwickelt? Einfach ausreden lassen.
    (Alexander Eilers)

  • Captain Kathryn Janeway hat die Brücke (zuletzt war sie doch tatsächlich für die Konkurrenz unterwegs):



    Alice Sara Ott, Pleyel Stahlrahmengeflügel

    Insula orchestra & Accentus

    Laurence Equilbey



    Bertrand Chamayou, Pleyel 1892

    Insula Orchestra & Accentus

    Laurence Equilbey

    Wie man andere in Widersprüche verwickelt? Einfach ausreden lassen.
    (Alexander Eilers)

  • Banner Trailer 2 Gelbe Rose
  • Aller guten Dinge sind drei:



    Christiane Karg, Sophie Harmsen,

    Werner Güra, Florian Boesch

    Kristian Bezuidenhout, Fortepiano

    Zürcher Sing-Akademie

    Freiburger Barockorchester

    Pablo Heras-Casado


    Leider verrät das recht ausführliche und mit Notenbeispielen gespickte Booklet (mitunter Verhältnis des op.125-Schlußchorals zu op. 80 - nota bene: es gibt viel mehr Parallelen als sie im Booklet angesprochen wurden; diese zeige ich gerne zu gegebener Zeit auf) nichts über den von Beduinenhut bespielten Hammerflügel; so bleibt es nur reiner Spekulatius: Graf?


    Mit etwas eigenwilliger Rhythmik beginnt der Forteist ... vielleicht orientiert er sich an CPE Bachs Empfehlungen, eine 'Freie Fantasie' zu spielen (wogen ich gar nichts einzuwenden habe): Takt, Rhythmus usw. sind bei einer freien Fantasie nicht so bierernst zu nehmen und können individualisiert werden (Takt und vorgegebener Rhythmus dienen lediglich der besseren Orientierung - das Originalzitat werde ich bei Bedarf noch gerne heraussuchen); das geschieht hier - mitunter werden nicht im Notentext verankerte Arpeggien gespielt. Das klingt für mich alles sehr natürlich und frei: wie eben erst erfunden. Das Orchester antwortet hingegen ganz kontraire: sehr akkurat und perfekt. Ein toller Gegensatz! Bislang fand ich den Forteisten Bezuidenhout nicht weiter interessant; das hat sich hierdurch geändert.


    Die Steigerung (von Solo über +Streicher, +volles Orchester, +Soli, +Chor) gelingt hier sehr gut; jeder Part ist für sich allein stehend und so hervorragend ausgebaut, daß ich das Ganze jetzt nur noch 'inszeniert' benötige: je zusätzlicher Instrumentengruppe (darunter zähle ich auch die männlichen, weiblichen, geschlechtlosen, multigeschlechtlichen und des Geschlechts nicht eindeutig bestimmbar seien oder -wollenden Stimmbandas) öffnet sich nach und nach 'überraschender' Weise ein weiterer Vorhang auf der Bühne ...


    :hail::hail::hail:

    Wie man andere in Widersprüche verwickelt? Einfach ausreden lassen.
    (Alexander Eilers)