Beethoven-Streichquartette ordnen

  • johannes roehl, ich mag dich!
    zumindest hier in deinen texten.
    jedenfalls in diesem letzten.


    (damit du diesen forensfauxpas gleich wieder selbst löschen kannst, poste ich meine reihenfolge später)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Habe ich das? Dem zweiten Satz stimme ich noch immer zu (obwohl es natürlich sehr anspruchsvolle Stücke sind, keine Frage). Wenn ich das über op.18 so gesagt haben sollte (ich vermute eher ein Mißverständnis), möchte ich das unabhängig vom Ausdruck anders formulieren: op.18 ist durchaus sperrig, sogar im Klang. NICHT gemessen an op.95 oder den späten oder auch einigem aus op.59. Aber gegenüber Mozart und gegenüber Beethovens 1. Sinfonie, Septett usw.


    Ich weiß nicht mehr, wo das war; deswegen habe ich versucht, es aus der Erinnerung wiederzugeben. Ich bin mir aber recht sicher, dass Du es in etwa so ausgedrückt hast.


    Zitat


    jaaa, wenn man sich monatelang mit Haydn- oder Mozart-Quartetten konditioniert hat, klar!


    Wer sollte denn sowas tun wollen? :angel:
    Man muss sich ja gar nicht mit Mozart- oder Haydn-Quartetten "konditioniert" haben, man kann ja beispielsweise auch schon die frühen Klaviersonaten von Beethoven liebgewonnen haben. Da sind die 18er-Quartette dann vom Ausdruck doch viel näher dran!
    Selbst wenn ich mich inzwischen mit Haydn und Mozart "konditioniert" haben sollte: Als ich die Beethoven-Quartette kennen gelernt habe, kannte ich nur je eins von Haydn und Mozart und mied Haydn insgesamt komplett. Und trotzdem war op. 18,1 mein allererster Favorit unter den Quartetten!



    Zitat


    Mit "eingängig" meinte ich jetzt (aus eigener Erfahrung): für den "naiven" Hörer, der keinen großen Anspruch auf "Verstehen" usw. hat, mehr oder minder unmittelbar beeindruckend (und nicht nur auf solch zunächst "äußerliche" Weise wie vielleicht op.133 oder op.106). Dabei ist eingeräumt, daß es lange Passagen geben kann, die eher "erduldet" werden.


    Genau diese Passagen meine ich (abgesehen davon, dass ich auch viele Themen aus den späten Quartetten anfangs ein wenig bis äußerst merkwürdig fand - und die Themen sind ja das erste, was hängen bleibt, gerade beim "naiven" Hören)! Und die machen es mir teils bis heute schwer mit den späten Quartetten. Aber das ist ja wieder eine Sache des Blickwinkels, nämlich in Bezug auf die Fragestellung, was "mögen", "schätzen", "verstehen" für einen bedeutet.



    Gruß,
    Frank.

  • Zitat

    Original von Spradow


    Genau diese Passagen meine ich (abgesehen davon, dass ich auch viele Themen aus den späten Quartetten anfangs ein wenig bis äußerst merkwürdig fand - und die Themen sind ja das erste, was hängen bleibt, gerade beim "naiven" Hören)! Und die machen es mir teils bis heute schwer mit den späten Quartetten. Aber das ist ja wieder eine Sache des Blickwinkels, nämlich in Bezug auf die Fragestellung, was "mögen", "schätzen", "verstehen" für einen bedeutet.


    Ich kann wie oben nur die Fakten referieren. Den Eindruck kann ich freilich auch selbst nicht mehr evozieren, weil das alles ca. 20 Jahre her ist und ich die Werke inzwischen so gut kenne, daß diese Ersteindrücke nur noch indirekt in der Erinnerung sind, d.h. ich kann mich noch ungefähr an meine Faszination erinnern, aber der Höreindruck wird natürlich vom zigfachen Hören seither überlagert.
    Gewiß sind die Erfahrungen nicht beliebig übertragbar, aber es haben hier im Forum schon einige Ähnliches berichtet. Ich habe auch bei den Klaviersonaten die späten früher kennengelernt als die meisten frühen, von op.13 mal abgesehen, op.111 gefiel mir mehr oder minder spontan (auch wenn ich sicher nicht die Konzentration für den kompletten 2. Satz aufbrachte), in die Waldstein ("keine Melodie" bzw. eine triviale im Finale) mußte ich mich erst einhören. Es reichen aber einzelne Gegenbeispiele, um die immer wieder beschworenen Zugangsschwierigkeiten des Spätwerks zu entkräften. Die starken Kontraste und emotionale Unmittelbarkeit gerade der beiden Moll-Quartette sind sicher für etliche Einsteiger ansprechender als die Subtilitäten von op.18.


    Was ich vielleicht noch zu op.18 mal gesagt habe: Hier ist deutlich, wie "vorsichtig" sich Beethoven den Gattungen Sinfonie und Quartett nähert. Man vergleiche mit den teils schon Anfang der 1790er (spätestens ca. 93/94) geschriebenen Trios op.1 oder auch den ersten Klaviersonaten bis op.10 oder so. Es gibt zwar ein ziemlich experimentelles Werk #6 und einige sehr ausdrucksstarke Sätze (hauptsächlich das affetuoso in #1), aber eben auch das sehr eng an Mozart orientierte #5, das eher rückwärtsgewandte #4 usw. Auch angesichts der relativ langen Entstehungs- und Überarbeitungszeit ist klar, wie wichtig, teils aber auch belastend für Beethoven diese Debut gewesen sein muß. Verglichen damit war er in der gemischten Kammermusik und besonders den Klaviersonaten wesentlich "wilder" und "lockerer".


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo, Spradow!


    Zitat

    Original von Spradow
    PS: Das ist jetzt die neunte vollständige Liste. Noch 11, bis Pius auswertet! :P


    Du und Uwe, ihr habt zweimal abgestimmt. Da zählt nur jeweils die neuere Wertung. Somit sind wir nun mit Amfortas und Signor Abate insgesamt bei neun vollständigen Listen.
    Aber ich will ja nicht so sein... hier kommt gleich das Ergebnis der Auswertung:

  • 1. opus 131 (123 Punkte)
    2. opus 130 + opus 133 (120 Punkte)
    3. opus 59/1 (112 Punkte)
    4. opus 132 (109 Punkte)
    5. opus 127 (104 Punkte)
    6. opus 95 (92 Punkte)
    7. opus 59/3 (82 Punkte)
    8. opus 74 (81 Punkte)
    9. opus 135 (79 Punkte)
    10. opus 59/2 (77 Punkte)
    11. opus 18/1 (70 Punkte)
    12. opus 18/6 (59 Punkte)
    13. opus 18/2 (36 Punkte)
    14. opus 18/4 (30 Punkte)
    15. opus 18/5 (23 Punkte)
    16. opus 18/3 (22 Punkte)
    [17. opus 14/1 (5 Punkte)]



    Obwohl ich Listen, die nicht mit op. 131 anfangen, für nur teilweise gültig erachte :D , habe ich jede der neun Stimmabgaben gleich gewertet: Die Nr. 1 hat jeweils 16 Punkte bekommen, die Nr. 2 15 Punkte usw. bis zu Platz 16 mit 1 Punkt.
    Stabia, Spradow und Signor Abate haben auch op. 14/1 einbezogen, wodurch dann der zusätzliche 17. Platz mit 0 Punkten bewertet wurde.
    Außer mir hat niemand op. 133 weggelassen, also habe ich das bei mir einfach so ausgewertet, als sei es auch bei op. 130 dabei. Eine Revision meiner Liste wäre eigentlich nötig gewesen, aber dann hätte wegen der inzwischen erforderlichen Aufwertung von op. 130 (egal ob mit oder ohne Fuge) meinerseits hier nicht mehr op. 131 gewonnen - also schweige ich lieber über meine aktuelle Reihenfolge. :pfeif:


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Na dann führen eh die besten... :D


    Ich kann hier keine hundertprozentig-richtige Liste liefern, da die Quartette oft variieren, aber die besten sind ziemlich eindeutig...


    Früh:


    op. 18, 1
    op. 18, 6
    op. 18, 2
    op. 18, 3
    op. 18, 4
    op. 18, 5


    Mittel:


    op. 59, 1
    op. 74
    op. 59, 3
    op. 95
    op. 59, 2


    Spät:


    op. 130 (mit Fuge)
    op. 131
    op. 127
    op. 132
    op. 135


    Wobei die Liste bei den Späten blöd ist, weil sie ALLE grandios sind, aber bitte...


    Gruß :hello:

    Komponiert ist schon alles - aber geschrieben noch nicht. (W.A. Mozart)

  • Und jetzt die genaue Liste, die eigentlich sehr ungenau ist...


    op. 130 (mit Fuge)
    op. 131
    op. 59, 1


    op. 127
    op. 74
    op. 132
    op. 18, 1
    op. 59, 3
    op. 18, 6
    op. 135
    op. 95


    op. 18, 2
    op. 18, 3
    op. 59, 2
    op. 18, 4
    op. 18, 5


    Umpfff...und jetzt ist Schluss... :faint: :faint: :faint:


    Gruß :hello:

    Komponiert ist schon alles - aber geschrieben noch nicht. (W.A. Mozart)

  • Werte Leser,


    zum fast Jahrestag des Todes dieses Threads möchte ich hier auch meine Rangfolge bekannt geben...


    Och, eigentlich habe ich ja gar keine- liegt vielleicht an der schrecklichen Verbindung von Statistik und Musik. :stumm:


    Vielleicht geht es anderen ja auch so...


    Viele Grüße Thomas