Was wäre wenn? Wie Opern im richtigen Leben weiter gehen könnten


  • Nach gründlicher Überlegung möchte ich dem neuen Helden den Namen "Jacquemin" geben. Ist doch ein Franzose oder?
    Wenn's ein Spanier sein soll, dann nennen wir ihn Galindo.


    LG
    Rosenkavalier (sich der Ehre bewusst :] )

  • Zitat

    Original von Fairy Queen


    Arabella 2-Spitze! :jubel:
    Commissaria Cavalliera soll aber nun bitte mal ihre Augabe als Ermittlerin wahrnehmen: Was passiert z.B. mit Sparafucile? Kommt der etwa so ungeschoren davon?????? :boese2:


    Danke für die Blumen


    Auch Ermittler sind nur Menschen und Rideamus charmant vorgetragener Bitte um Fortsetzung der Arabella konnte ich mich nicht verschließen.
    Sparafucile entkommt mir schon nicht....


    LG
    Rosenkavalier

  • Der Fall „Sparafucile“


    Zu den Fakten:
    1. Soll im Auftrag Rigolettos den Herzog ermorden
    2. Wird von seiner Schwester davon abgehalten
    3. Nimmt sich vor, den ersten Mann zu ermorden, der in die Tür tritt, um Rigoletto einen Toten zu liefern
    4. Ersticht die absichtlich eintretende, als Mann verkleidete Gilda


    Ohne Zweifel wäre hier eine Verurteilung wegen Mordes anzustreben, Mordmerkmal Habgier, evtl. auch Heimtücke (wobei Gilda ja weiß was auf sie zukommt und daher nicht arglos ist).


    Langweiliger Fall!


    Mein Vorschlag:
    Sparafucile kommt wenige Tage später bei einer Kneipenschlägerei ums Leben. Es wird gemunkelt, dass der Täter im Auftrag des Duca handelte, bewiesen wird es jedoch nie, da der Mann weder identifiziert noch gefunden werden kann.


    Viel schwieriger gestaltet sich der Fall Rigoletto!


    Im Grunde genommen macht er sich als Anstifter für den Mord mitschuldig. Ein cleverer Anwalt aber kann das Gericht überzeugen, dass die Anstiftung ja nicht dem letztlich vollzogenen Mord galt. Und was den Auftrag, den Duca zu ermorden angeht, wäre ja Sparafucile noch nicht einmal in das Versuchsstadium eingetreten.
    Da es das aus Günstlingen des größten Konkurrenten des Duca zusammengesetzte Gericht nicht besser weiß und auch gar nicht besser wissen will, sprechen sie Rigoletto frei.
    Dieser passt eine Gelegenheit ab, Maddalena und den Duca gemeinsam in der Schenke zu erwischen, verbarrikadiert die Ausgänge, zündet die Schenke an und stürzt sich anschließend in den nächsten Fluss. Müßig zu erwähnen, dass er untergeht wie ein Stein und am Schluss alle tot sind.


    LG
    Rosenkavalier (mal wieder ein wenig blutrünstig )

  • Einspruch, Euer Ehren !


    Wenn es so käme, wie von Dir geschildert, würde Folgendes anders geschehen als von Dir vermutet:


    Der Graf würde nicht nur von dem Mord erfahren, sondern auch seine Gründe, also auch von dessen Auftraggeber.


    Er würde natürlich Rigoletto wegen des versuchten Mordes an ihm zum Tode verurteilen lassen, und zwar zu einem besonders grausamen.


    Er würde keinesfalls zu Maddalena zurückkehren, die er ja schon genossen hat, und in die er sich kaum verliebt haben dürfte.


    Er darf also weiter machen, als wäre nichts gewesen. Wo bleibt da die höhere Gerechtigkeit, auf die die Oper immer so großen Wert legt?


    Ich würde vielmehr davon ausgehen, dass sich niemand um Sparafucile kümmert und Rigoletto einen weiteren Racheplan schmiedet. Da er Sparafucile den Mord an seiner Tochter anrechnet, wird eher er es sein, der dessen Haus abbrennt und dabei auch Maddalena umbringt.


    Dann wird er sich vornehmen, den Herzog, den er über all das im Ungewissen lässt, selbst zu ermorden - vielleicht unter dem Vorwand, dass seine Tochter, die er angeblich an einem sichereren Ort (Ausland?) versteckt hätte, sich so sehr nach ihrem Gualtiero Maldé sehne, dass sie zu vergehen droht. Um sie zu retten, wird er (immer angeblich) den Herzog bittet, diesen Maldé ausfindig zu machen und zu ihr zu senden. Natürlich wird sich der Herzog das Vergnügen nicht nehmen lassen und sucht den Ort selbst auf, an dem sich die vermeintliche Gilda befindet.


    Wie das geschieht und ob bzw. wie man eine neue Geliebte einführt, die den Herzog womöglich bekehrt, was die Tragödie in Richtung MASKENBALL erhöhen und verschieben könnte, sei Euch überlassen.


    :hello: Rideamus

  • Diese Lösung ist bis auf ein kleines Detail ganz hervorragend :jubel:: warum soll Maddalena auch dran glauben? ?(


    Aus reiner Frauen und Mezzosolidarität sollte man sie verschonen, finde ich.
    Beim Brand der Schenke gelingt es ihr, noch rechtzeitg aus dem Bett und dem Fesnter zuspringen, während es der Duca nicht mehr schafft, da er nciht ohne Hosen das Haus verlassen will und ausserdem zu betrunken ist um seine Unterkleider in all dem Rauch zu finden. Maddalena sieht das pragmatischer :yes:
    Für sie als Überlebende gibt es dann mehrere Möglcihkeiten: sie könnte als Marketenderin durch Europa ziehn und schliesslcih, wenn die jugendlcihen Reize nciht mehr zum Lebensunterhalt reichen, unter dem Pseudonym Ulrica am schwedischen Hofe eine zweite Existenz gründen. Die Stimmme wird im Laufe der Jahre halt ein bisschen tiefer und dramatischer. Dort trifft sie dann auch auf Oscar, Sohn von Cherubino und Barbarina, und weiht ihn in allerlei geheime Künste ein.


    D'accord? :hello:



    Was ist dein nächster Kriminalfall?


    Fairy Queen

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Einspruch, Euer Ehren !


    Wenn es so käme, wie von Dir geschildert, würde Folgendes anders geschehen als von Dir vermutet:


    Der Graf würde nicht nur von dem Mord erfahren, sondern auch seine Gründe, also auch von dessen Auftraggeber.


    Warum? Wer sollte es ihm verraten? Er hat zunächst eine tote Gilda und einen Vater, der den Mörder benennen kann. Und wenn man F.Q. Intention folgt, dass er vielleicht für Gilda tatsächlich etwas empfunden hat, dann ist die Rache nur folgerichtig.


    Zitat

    Er würde natürlich Rigoletto wegen des versuchten Mordes an ihm zum Tode verurteilen lassen, und zwar zu einem besonders grausamen.


    OK - da könnte ein Denkfehler meinerseits vorliegen. Aber gehen wir mal davon aus, dass die Gerichte frei entscheiden können. Dann könnte er erst nach dem Freispruch seiner habhaft werden oder ihn im Gefängnis meucheln lassen...


    Zitat

    Er würde keinesfalls zu Maddalena zurückkehren, die er ja schon genossen hat, und in die er sich kaum verliebt haben dürfte.


    Ja und? Sonst hat er es ja wohl auch nicht so eng gesehen...


    Zitat

    Er darf also weiter machen, als wäre nichts gewesen. Wo bleibt da die höhere Gerechtigkeit, auf die die Oper immer so großen Wert legt?


    Na ja, die kann ich bei Rigoletto I auch nicht wirklich sehen :wacky:


    LG
    Rosenkavalier

  • Zitat

    Original von Fairy Queen


    Was ist dein nächster Kriminalfall?


    Fairy Queen


    Morgen sehe ich erst mal den "Vetter aus Dingsda" in Wiesbaden. Mal sehen, ob sich daraus ein Kriminalfall ergibt..... ;)
    Frau Commisario nimmt sich mal das Wochenende frei :hello:


    LG
    Rosenkavalier

  • Hallo zusammen,


    stellt Euch mal vor, Sparafucile würde sofort erkennen, dass die verkleidete Gilda eine Frau ist und sich auf Schlag in sie verlieben. Nun muss er aber unbedingt noch jemanden um die Ecke bringen, denn den Auftrag hat er ja angenommen. Der Ärmste weiß nicht mehr ein noch aus und geht also los ein Opfer zu suchen.


    Dummerweise hat sich der Herzog einen zuviel hinter die Binde gekippt und ist auf dem Weg von Maddalena, großspurig wie er ist, noch anderweitig eingekehrt um dort irgendeiner Dame vorstellig zu werden. Leider ist das nun der größte Fehler seines Lebens. Er ist der Dame nicht gewachsen, sprich der Schlag trifft ihn. Natürlich weiß die Dame keinen Rat und ersucht diesen ausgerechnet bei Sparafucile. Dieser ist hocherfreut, da er nun seine Arbeit vorweisen kann. (Natürlich täuscht er noch einen Dolchstich vor. Damals gab es CSI noch nicht.)


    Rigoletto ist glücklich, denn nun ist seine Rache gestillt. Als er jedoch von der Liebe Sparafucile zu Gilda erfährt, wird er fuchsteufelswild und will Gilda in ein Kloster einsperren. In tiefer Trauer will Gilda aber immer noch sterben und sie bittet Sparafucile doch seinem Handwerk nachzukommen. Dies geht nun aber überhaupt nicht mehr, den Sparafucile will sich für Gilda um 180° drehen. Das dies nicht funktionieren wird ist Gilda klar und sie sucht den Freitod. (keine Ahnung wie von mir aus im Fluss.) Sparafucile ist darüber so traurig, dass er seinem Handwerk weiter nachgeht. Einses Tages wird er erwischt. Vor Gericht plädiert er auf milderne Umstände, da eine unerfüllte Liebe ihn ins Unglück gestürzt hätte. Zu seinem Pech, gibt es aber noch Rigoletto der als Zeuge aussagt, dass er den Auftrag erteilte den Herzog zu töten und Sparafucile diesen ausführte. Rigoletto ist egal was mit ihm selbst passieren wird, aber er will sich seine Rache. So landen beiden vor dem Henker.


    Somit habe ich auch alle relevanten Figuren aus dem Weg geräumt und verbleibe


    mit


    LG


    Maggie

  • Hauptsache alle tot oder was? 8o
    Peter hat gestern auch sowas vorgeschlagen: man solle in allen Opern Lösungen suchen, wie man die Überlebenden auf logischste, orignellste oder was weiss ich für Weise ins Jenseits befördert..... sein an der Ruhr krepierter Cherubino und der guilliotinierte Conte waren ja schon der Vorgeschmack. :faint:


    Nein, ich halte es lieber mit Waldi: schwieriger, weil weniger spektakulär ist es , die Leute überleben und glücklich werden zu lassen. Da lob ich mir Masetto und Zerlina! :angel:
    Und bei mir darf wenigstens Maddalena überleben! :yes:
    Und Nadir und Leila werden auch nciht Kannibalenfutter :no:


    Fairy Queen


    Liebe Commissaria, wird in der Operette dennauch gemordet? Oder nur bei Konwitschny? ?(


    Bon plaisir!(auch für Emotione!)

  • Liebe Fairy Queen,


    Maddalena bleibt bei mir doch am Leben. Ich fand sie nicht so relvant genug um sie über die Klinge springen zu lassen.


    Und um Deine Frage zu beantworten NEIN im "Vetter aus Dingsda" gibt es keine Toten. Aber einen für den man eventuell eine passende bessere Hälfte erfinden könnte.


    Das überlasse ich aber Rosenkavalier.


    LG


    Maggie

  • Liebe Maggie,


    die Kehrtwendung von Sparafucile finde ich genial, und mangelnde Gründlichjkeit kann Dir auch niemand vorwerfen. Höchstens, dass Du die Bereitschaft des Publikums, Dir darin zu folgen, vielleicht etwas überschätzt.


    Einen kleinen Einwand habe ich aber bei der Überignung des VETTER AUS DINGSDA an den Rosenkavalier. Ich hoffe zuversichtlich, dass ihr die Operette gefällt, wenn die Aufführung das zulässt, schon weil das Buch von Rideamus ist. Deshalb denke ich aber auch, dass ihm die Fortsetzung vorbehalten bleiben sollte - auch wenn sie vielleicht nnoch etwas auf sich warten lässt, weil der gerade an einem neuen Rätsel arbeitet.


    @ Roenkavalier


    Das soll nicht bedeuten, dass es nicht zwei Fortsetzungen geben kann, wenn Dir die Aufführung zu einem guten Einfall verhilft. Vielleicht schließe ich mich der dann jan an.


    Was die höhere Gerechtigkeit beim Rigoletto betrifft, so bin ich ganz Deiner Meinung. Deswegen schreit die Oper ja nach einer Fortsetzung.


    :hello: Rideamus


    PS: wie Ihr vielleicht schon gemerkt habt, bin ich auch kein Freund der tödlichen Lösungen - außer bei Drachen. Selbst bei Hexen drücke ich mich darum, auch wenn die Historie das kaum zulässt.

  • Danke, liebe Fairy Queen, daß Du mit mir keine Walstatt-Leichenhaufen schätzt!
    Probieren wir also auch den scheinbar hoffnungslosen Fall:
    Don Giovanni ist natürlich nicht zur Hölle gefahren - wer wird denn so abergläubisch sein, solche Dinge für wirklich zu halten! Er hatte für das Festmahl ein Feuerwerk bestellt, aber weil der zuständige Spezialist einen über den Durst getrunken hatte, sind die vorbereiteten Raketen und Schießpulvereinheiten ein wenig zu sehr in die falsche Richtung explodiert und haben Don Giovanni erwischt. Er überlebt schwer verletzt. In seinem Zustand können ihn die empörten drei Opfer seiner Ränke - Donna Elvira, Don Ottavio und Donna Anna - natürlich nicht abschlachten. Da Don Giovanni gewisse Dauerschäden davonträgt, die seinen früheren Lebenswandel nur mehr in, naja, ehelich eingeschränktem Maß ermöglichen, und der Heilungsprozeß sich ewig lang hinzieht, kommt Donna Elvira vernünftigerweise darauf, daß Don Ottavio viel besser zu ihr paßt. Er ist nicht mehr ganz jung, gesetzt und zuverlässig und hat auch schon begriffen, daß die junge Donna Anna in ihm nicht ihr Ideal sieht. Voilà, ein neues Paar hat sich gefunden.
    Donna Anna hat sich inzwischen ein wenig, den gesellschaftlichen Anforderungen an eine edle spanische Dame, die ans Kloster denkt, Genüge leistend, der karitativen Krankenpflege gewidmet und dabei einen reuigen und gebesserten Don Giovanni entdeckt. Jetzt kann sie ihren verdrängten Gefühlen folgen, verzichtet auf die klösterliche Zukunft und findet das Glück an der Seite des Bekehrten. Don Giovanni war anfangs völlig verzweifelt, sah das Verhängnis als Strafe des Himmels und den Engel an seinem Bett als leichtsinnig verscherzte Chance. Nun ist er dankbar und glücklich, daß sie mit seinen Resten vorlieb nimmt (die reichen einerseits immer noch für zwei Normalbürger :D , andererseits, was ein verbrannter Mann schöner ist als ein Aff', ist laut Tante Jolesch bekanntlich a Luxus), unternimmt wegen des Mordes am Komtur eine Bußwallfahrt, wird solid und fromm und schimpft im Alter auf die verkommene Jugend, die nur Sex und nicht Liebe sucht.
    Leporello bleibt in den Diensten des Ehepaars und paßt sich äußerlich, so gut es geht, den neuen Idealen an. Heimlich hat er daneben ein Gspusi mit Zerlina, die ihren Masetto natürlich auch geheiratet hat, aber damit nicht ganz zufrieden ist, nachdem sie immerhin von einem spanischen Granden begehrt wurde. Mit der Zeit wird aber auch sie solid ("Ja, die Zeit ändert viel" heißt es bei Nestroy), bis sie selbst nicht mehr weiß, welches ihrer acht Kinder von Masetto und welches von Leporello ist. Dieser ist auch gar nicht daran interessiert, womöglich als Vater identifiziert zu werden; er wächst in die zunächst nur gespielte Rolle des Hausfreunds immer mehr hinein, wird zum wertgeschätzten Onkel und redet höchstens beim Stammtisch mit Masetto darüber, wieviele Mädchen sie einst in ihrer Jugend aufs Kreuz gelegt haben. Wie die Männer schon sind, übertreiben sie dabei ein wenig. Die tatsächlich begangenen Sünden waren nur wenige. Vor seinem Tod schreibt Don Giovanni noch seine Erinnerungen auf, die im 18.Jahrhundert dann aufgefunden und sehr frei zur Oper verarbeitet werden. In der muß er aus Schicklichkeitsgründen halt eben vom Teufel geholt werden. In Wirklichkeit sitzt er, Donna Anna umarmend, engelsbeflügelt auf einer Wolke, und ist von der Mozartschen Musik so berührt, daß er keinen Einspruch erhebt. Außerdem: Ein bisserl Strafe muß doch sein!


    LG


    Waldi

  • Ach Waldi, wie recht Du doch hast mit Deiner Vision, und wie schön ist ihre Vorstellung vor dem geistigen Auge.


    Leider würden sogar Hugo Wolf und Franz Schubert sofort erkennen, wie undramatisch dieser Verlauf ist und keine Oper daraus machen. Höchstens ein paar Lieder dazu, was ja auch nicht zu verachten wäre, wenn die Texte auch stimmen. Annas Schlaflied, Donni, lieber Donni mein" würde es jedenfalls nicht tun, und Brangänes Weckruf hätte nichts zum Aufwecken - jedenfalls nichts, was noch gehorchen kann.


    Was dabei raus kommt, sieht man an bestimmten Oratorien: wunderschöne Musik, hehre Worte zum Nachdenken, aber ein Drama, welches das Sandmännchen zur Hyperaktivität veranlasst.


    Merke: Impotenz IST ein Drama, aber nur Potenz erzeugt eines. :D



    :hello: Rideamus

  • Zitat

    Original von Rideamus
    Ach Waldi, wie recht Du doch hast mit Deiner Vision, und wie schön ist ihre Vorstellung vor dem geistigen Auge.


    Leider würden sogar Hugo Wolf und Franz Schubert sofort erkennen, wie undramatisch dieser Verlauf ist und keine Oper daraus machen. Höchstens ein paar Lieder dazu, was ja auch nicht zu verachten wäre, wenn die Texte auch stimmen. Annas Schlaflied, Donni, lieber Donni mein" würde es jedenfalls nicht tun, und Brangänes Weckruf hätte nichts zum Aufwecken - jedenfalls nichts, was noch gehorchen kann.


    Merke: Impotenz IST ein Drama, aber nur Potenz erzeugt eines. :D


    Lieber Rideamus,


    Ein Volltreffer! Congratulations!


    Ich würde trotzdem eher an Schnitzler, Hofmannsthal und Richard Strauss denken. Letzterer war als Komponist anpassungsfähig genug (da ist auch allerhand denkbar: Ein Saufduett Masetto-Leporello à la Lortzing, Don Giovannis Verzweiflungsarie : "Ach, ich fühl's, es ist verschwunden", Duett Elvira/Ottavio: "Trautes Heim, Glück allein", Arie Donna Anna: "Warte nur, du Bösewicht, dich zu zähmen, sei mir Pflicht", Ensemble [extra wegen Dir!]: "Alles fühlt der Liebe Freuden, endlich ist vorbei das Leiden", Arie Zerlina "Die Erinnerung verloren, aber Kinder doch geboren"...).


    LG


    Waldi

  • Hallo Ihr Lieben,


    Zitat

    original Rideamus Merke: Impotenz IST ein Drama, aber nur Potenz erzeugt eines.:D


    :hahahaha:



    Ja, wirklich schön, wenn es keinen Mord und Todschlag gibt. Don Giovanni wird Waldi bestimmt sehr dankbar sein. :hahahaha:



    So nun ich auch noch mal.


    Wie ich ja schon schrieb, tut mir das Gretchen sehr leid, dass sie am Ende der Oper mit dem Herrn Schulmeister vorlieb nehmen soll, währenddessen die Hochwohlgeborenen fein raus sind. Diesen Ausgang der Oper finde ich sehr ungerecht.


    „Der Schlumpschütz“ zweiter Teil zu der Oper „Der Wildschütz“


    (die Aufteilung in einzelne Akte überlasse ich Leuten die davon Ahnung haben)


    Zu der Hochzeit von Baroness Freimann und Baron Kronthal sind auch die Leute aus dem Dorf eingeladen. Selbstverständlich erscheinen auch noch andere illustre Gäste. So auch der Cousin des Baron Kornthal – Baron von und weg Schütz. Dieser adonisch veranlagte aber schüchterne junge Herr möchte sich eigentlich auch gerne einmal verlieben, weiß aber nicht so recht wie er es anfangen soll. Jedes mal wenn ihm eine Schöne über den Weg läuft bekommt er einen roten Kopf und kalte Füße. Letztere benutzt er dann um die Flucht zu ergreifen.


    Auf dem Fest wird getanzt, getrunken geflirtet usw. Baron von und weg Schütz steht in einer Ecke und beobachtet das Treiben. Längst ist ihm aufgefallen, dass der Count von Eberbach mit jedem weiblichen Geschöpf anbandelt und das dies die Countess wenig bis gar nicht tangiert.Sie ist voll und ganz damit beschäftigt dem Schulmeister Baculus eine melodramatische Erzählung zu unterbreiten, welche sie gedenkt als Überraschungsaufführung dem jungen Paar zu widmen.


    Plötzlich erblickt er Gretchen die sich in Reichweite des Count befindet. Ein Stich durchdringt sein unschuldiges Herz. Völlig isoliert von einem Willen, nur getrieben von einer inneren Macht zieht es ihn zu ihr. Er bleibt vor ihr stehen und sieht sie mit weit aufgerissenen Augen an. Gretchen findet natürlich sofort Gefallen an dem feschen Kerl und lächeln ihn unzweideutig an. Er bekommt natürlich einen roten Kopf, aber da seine Beine gerade etwas wabbelig werden, kann er nicht davon laufen. Wie das so ist in solchen Fällen übernimmt Gretchen die Initiative. Das die Beiden sich innerhalb von wenigen Minuten einig sind, steht natürlich außer Frage.


    Gretchen muss nun aber dem jungen Baron erklären, dass sie ja eigentlich verlobt ist. Sie erzählt ihm auch die Geschichte mit dem Rehbock alias Esel. Der junge Baron dessen männliches Ego, angestachelt durch Gretchens Zuneigung, erwacht ist, bietet ihr an, für sie einen Rehbock zu schießen. Diesen solle es dann zu ihrer Beider Hochzeit als Mahl geben.


    Gesagt getan, am Tag darauf geht der junge Baron auf die Jagd. Er sieht auch einen kapitalen Bock. Jedenfalls ist er der Ansicht. Er schießt und trifft. Ein Schmerzensschrei durchdringt den Wald. Der Baron ignoriert diesen in seiner Freude über das vermeintlich geschossene Wildbret und geht nachsehen. Doch oh Schreck was muss er sehen. Baculus hat eine volle Ladung Schrott in sein Hinterteil bekommen. Verwundert sieht sich der Baron erst den brüllenden Baculus dann die Flinte an. Komisch denkt er. Ich meinte eine Kugel geladen zu haben, denn einen Bock und nicht eine Gans sollte mein Ziel sein.


    Ärgerlich über so ein weidmännisches „Missgeschick“ trottet es, Baculus die erste Hilfe verweigern zurück zum Schloss. Gretchen erzählt er die Geschchte dann etwas anders. Er hätte ihr einen Gänsebraten schiessen wollen, aber der Schuss hätte sich ganz von selbst gelöst und dabei eine Bock äh Baculus getroffen.


    Gretchen findet das dies eine gerechte Strafe ist für Baculus, denn schließlich wollte er sie für 5000 Taler verkaufen.


    So heiratet Gretchen letztendlich zwar keine erfolgreichen Jäger, aber einen reichen Baron.


    -------Ich schätze Rideamus wird auch hier die Dramatik fehlen. :D


    LG


    Maggie

  • Lieber Waldi,


    DIE Oper würde ich natürlich wahnsinnig gerne sehen - oder wenigstens hören, schon wegen der Musik.


    So wird aus Zerlinas Lied "Schmäle, schmäle lieber Junge", dann sogar noch eine Prophezeiung (sollte als Motiv aufgegriffen werden), und ihr "Vedrai carino" bekommt eine ganz neue Bedeutung.


    Sehr schön stelle ich mir auch das Strauss karikierende Spottensemble am Kindbett des achten Wurfs vor:
    "Marie Theres hat achte mehr
    Zerline, so wird's nie ein Heer"


    Das Ganze natürlich in strahlendem Des-Dur mit 40 Orchesterstimmen bei verdreifachten Violinen, denen die große Trommel die Achtel vorschlägt.


    Da sage noch einer, es gäbe schon zu viele Opern.


    :hello: Rideamus

  • Ich stelle fest, wir geraten toll in Schwung (liebe Maggie und Rideamus, mein Zwerchfell kann schon nicht mehr! :hahahaha: ), aber was wird unser Obermeister sagen? :untertauch: Langsam fangen die Gewissenbisse an zu beißen (ich dürfte einen Nestroy-Tag haben) :O . Am Wochenende werde ich mich dafür brav wieder an den Operettenführer machen - ist zumindest mein guter Vorsatz! :pfeif:


    LG


    Waldi

  • Lieber Waldi, das ist einfach köstlcih und sehr grossherzig gedacht :jubel::angel: und ganz besonders schön finde ich ,dass Donna Elvira und Don Ottavio nun doch noch glücklich werden dürfen! Gerade die Beiden haben es einfach verdient. Donna Anna als keuscher Engel eines begehrten "Versehrten" ist aber nciht so ganz glaubwürdig. Ich hoffe für sie, der Giovanni hat noch seine anderen Gliedmassen beisammen und ist bei seinem Kumpel Casanova in die Schule gegangen.


    Was Zerlina udn Masetto angeht, gibt das Libretto eindeutige Vorgben wie die Ehe aussehen wird.

    Batti Batti, bel Masetto la tua povera Zerlina


    Vedrai Carino, se sei bonino, che bel remedio ti voglio dar


    Wie ich schon gesagt habe: sie küssten und sie schlugen sich und langweilig wird es da mit Sicherheit niemals.


    Da braucht man eigentlich keinen Leporello als Hausfreund, wobei er bei mir immerhin auch im Hause der Beiden angestellt wurde und das Vieh und die Kinderlein versorgt hat(von wem auch immer die waren).
    Nun ja, lassen wir den Don Giovanni soweit in Frieden ruhen.
    Was michaber noch interesseiren würde:
    Liebe Commissaria, wenn man es genau nimmt, bringt der Komtur den Giovanni ja ums Leben. Wie kann ein solcher Phantommord geahndet werden. ?(


    Cher Rideamus: Dein Resüméesatz ist einfach umwerfend! Den kann man eigentlcih als Signatur nehmen. :jubel: :hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:


    Auch wenn ich nciht so ganz Deiner Meinung bin,aber das würde nun zu weit führen. :stumm:


    F.Q., mal wieder auf dem Weg zum Magnificat :pfeif:



    Liebe Maggie, ich muss mir erstmal den Original Wildschütz ansehen...... :untertauch:

  • Zitat

    Original von Maggie


    So heiratet Gretchen letztendlich zwar keine erfolgreichen Jäger, aber einen reichen Baron.


    -------Ich schätze Rideamus wird auch hier die Dramatik fehlen. :D


    Aber gar nicht, liebe Maggie, bei den Voraussetzungen lässt sich das für eine Komödie nötige Drama leicht ausschmücken - solange Du den künftig so genannten Bockulus nicht auch impotent schießt, denn wir wissen ja, dass es auch ihn gewaltig juckt. (Was hat er eigentlich gemacht, als sein Hintern so in die Luft ragte, dass er getroffen werden konnte?)


    Nein, mir fehlt weder das Potenzial zur Dramatik noch zur Komik, sondern die Person, die das allgemeine Glück und überhaupt den Dorffrieden gefährden könnte. Die Frau Gräfin kommt dafür ja nicht in Frage. Überhaupt ist der erotische Wettbewerb schon etwas verbraucht.


    In solchen Fällen hilft immer die Kirche - diesmal vielleicht in Form des neuen Beichtvaters der Frau Gräfin (wie hieß noch mal Wilhelm Buschs habgieriger Pfaffe?), der die Gesellschaft ob ihres lockeren Lebenswandels schilt und erst die Frau Gräfin und dann die Dorfbevölkerung auf seine Seite bringt und einen Kreuzzug gegen die lockeren Sitten anstiftet.


    Weil er damit auch die heimliche Liaison zwischen Gretchen und ihrer neuen Eroberung zu stören droht, tut sie so, als wolle sie sich mit ihm auf ein nächtliches Stelldichein treffen (der Bigott stimmt natürlich begeistert zu) und gibt dem unter Entzug leidenden Grafen den Tipp, er möge mit der Frau Gräfin am vereinbarten Ort vorbei einen Nachtspaziergang machen.


    Der Rest läuft dann etwa so ab wie bei LE NOZZE DI FIGARO. Der Graf will die Gelegenheit nutzen, Gretchen zu vernaschen, der Pfaffe hält die allein gelassene Gräfin für Gretchen und versucht sie auf sein, nein, SICH aufmerksam zu machen (auf sächsisch klingt "Schau, Gretchen" ja so ähnlich wie "Frau Gräfin"... ). Skandal! Der Pfaffe wird mit Schimpf und Schande vom Anger gejagt. Bockulus erhält ein zusätzliches Jahressalär von 5 Talern dafür, dass er künftig jeden Sonntag "Wach auf mein Herz und singe" anstimmt und so die Kosten für den Unterhalt einer Pfarrei einspart.


    Und um ihm auch etwas Gutes zu gönnen: wenn er erkältet ist, bekommt er frei. Deshalb sorgt er eifrig dafür und röchelt: "Heiserkeit ist Seligkeit, Ihr Spötter kamt vergebens."


    Schon wären genügend Drama und noch mehr Komik da.


    :hello: Rideamus

  • Zitat

    Original von Rideamus
    wie hieß noch mal Wilhelm Buschs habgieriger Pfaffe?


    Pater Filucius!


    Nämlich dieser Jesuiter
    merkt schon längst mit Geldbegier
    auf dem Gottlieb sein Vermögen,
    denkend: Ach, wie krieg' ich dir!


    ...


    Und er spricht mit frommer Stimme:
    "Meine Tochter, Gott zum Gruß!"
    Schlapp! Da hat er im Gesichte
    einen Schleef von Apfelmus.


    Dieses plötzliche Ereignis
    tut ihm in der Seele leid.
    Ach, man will auch hier schon wieder
    nicht so wie die Geistlichkeit!


    ...


    Pater Luzi aber schleichet
    finster blickend um das Haus,
    ein pechschwarzes Ei der Rache
    brütet seine Seele aus.


    LG


    Waldi

  • Lieber Rideamus,


    ja gefällt mir gut Deine "Störung" des Friedens. Nur eine kleine Korrektur. Der Graf kann nicht unter Entzug leiden, denn er ist doch als Frauenschwarm bekannt. Er wird dennoch zu dem nächtlichen Stelldichein gehen, eben weil er meint bei Gretchen zu landen.


    Aber der Melodramatik wegen, kann ja Baculus ein Verhältnis mit der Gräfin anfangen. :wacky:


    Ach ja, als der Schuss in traf, hat er ganz unschuldig an eines Baumes unterer Äste die Blättchen und Eichelchen gepflückt. Diese wollte er in seinem Unterricht als Schaumaterial benützen. :yes:



    LG


    Maggie

  • Zitat

    Original von Maggie
    Lieber Rideamus,


    ja gefällt mir gut Deine "Störung" des Friedens. Nur eine kleine Korrektur. Der Graf kann nicht unter Entzug leiden, denn er ist doch als Frauenschwarm bekannt. Er wird dennoch zu dem nächtlichen Stelldichein gehen, eben weil er meint bei Gretchen zu landen.


    Aber der Melodramatik wegen, kann ja Baculus ein Verhältnis mit der Gräfin anfangen. :wacky:


    Du hast zwar im Prinzip Recht, aber genau dem Vergnügen, seinem Ruf als Frauenschwarm gerecht zu werden, setzen die Gräfin und Filoucius ja ein Ende. Daher der Entzug.


    Die Idee, die Frau Gräfin so unstandesgemäß ausgerewchnet mit Bockulus zu verkuppeln, während ihr Filoucius die Leviten liest, ist, verzeih, in der Tat :wacky: .


    Irgendjemand muss auch die Moral auch in der Praxis aufrecht erhalten. Wir sind hier doch nicht in der Operette.


    Apropos. Wie könnte eine Fortsetzung von BOCCACCIO aussehen?


    :stumm: Rideamus

  • Lieber Rideamus,


    Zitat

    Wie könnte eine Fortsetzung von BOCCACCIO aussehen?


    Ich rate mal - unmoralisch? :stumm:


    Aber wieso eigentlich Boccaccio hat sich die Hörner doch schon abgestossen. Der wird jetzt ein solider Ehemann. Ganz bestimmt.:hahahaha:


    LG


    Maggie

  • Euch kann man echt nicht mal einige Stunden allein lassen.... Mir geht es allerdings wie F.Q. - ich kenn den Wildschütz noch nicht mal in seiner Originalversion.


    Zitat

    Original von Fairy Queen


    Liebe Commissaria, wird in der Operette dennauch gemordet? Oder nur bei Konwitschny? ?(


    Ich weiß zumindest aus berufenem Munde (des Regisseurs), dass irgendwann irgendwer im Kannibalen-Kochtopf landet. Ist aber - glaube ich - nur eine Traumsequenz.


    Zitat

    Was michaber noch interesseiren würde:
    Liebe Commissaria, wenn man es genau nimmt, bringt der Komtur den Giovanni ja ums Leben. Wie kann ein solcher Phantommord geahndet werden.


    Ne, da greift die weltliche Gerichtsbarkeit nicht mehr!


    LG
    Rosenkavalier

  • Zitat

    Original von Fairy QueenLiebe Commissaria, wenn man es genau nimmt, bringt der Komtur den Giovanni ja ums Leben. Wie kann ein solcher Phantommord geahndet werden. verwirrt


    Rosenkavalier hat Dir keine eindeutige Antwort auf Deine Frage gegeben. Wenn ich mich einschalten darf? Beim Komtur scheint mir die Sache klar. "Vom Himmel durch die Welt zur Hölle."


    :hello:


    Emotione

  • Zitat

    Original von Walter Krause
    Mätressen hatten es in der Regel nur so lange gut, als sie attraktiv waren. Wenn sie Falten bekamen, hieß es: Fort mit Schaden. Kriegte ein Mann Falten, sagte man, na, jetzt wird er weise. Ein sehr ungerechter Lauf der Welt.


    Lieber Waldi,


    dass Mätressen in Rente nicht selten einen Zug ins Heilige bekamen, sollte uns doch eine Fortsetzung in einem Frauenkloster schreiben lassen, neben der Nur-Männer-Oper Billy Budd eine Nur-Frauenoper (vom Gärtner wird nur in Abwesenheit geschwärmt & vom Beichtvater). In den Mittelpunkt stellen wir dann ein edles Paar (Sopran und Mezzo, ihr wisst schon), Novizinnen, versteht sich, die am Ende den Weg ins Freie finden. Sie werden umtobt von dem Intrigenspiel (angeführt von der Äbtissin, Alt) einer heiligtuenden, aber heuchlerischen Schar, die ihre Tugend nur dem Mangel an Gelegenheit schuldet, den beiden aber die Möglichkeit der Gelegenheit neidet.


    Auf welche Oper/Operette könnte dies aufsetzen, auf dass ich die Idee weiter ausarbeite?


    LG Peter

  • Als Mätresse in Rente würde sich z.B. die Dubarry anbieten. Ich kenne zwar nur ihr Lied "Ich schenk mein Herz nur einem Mann, dem ich in Liebe gtu sein kann" aber die Operettenkenner hier werden dir sicher weiter helfen!
    Wenn's rührseliger sein kann, käme noch Puccinis Supor Angelica infrage.
    Meine Favorit-Idee:
    Alcina und Morgana treten reumütig in ein Kloster ein und machen reumütig ihrem verzauberten Mâtressenleben ein Ende um nun statt eines Fluchs ein Segen für die Menschheit zu werden. Dort stossen sie allerdings auf eine Truppe lauter aus dem Leim gegangener frustrierter Nonnen, deren einziges Vergnügen der Verzehr von Schweinshaxen mit Specksosse ist. Ihre Begabung und Schönheit weckt die niedersten Instinkte in den alteingesessenen Klosterinsasssinnnen und sie werden in jeder nur erdenklichen Weise gequält und gemobbt. Womit wir ja bei deinem Plot angekommen wären :yes: :D


    F.Q.