Die liebsten Violinkonzerte der Taminoianer - ab 2009

  • Hallo, Holger!


    @ Violinkonzert von Rosenfeld


    Stimmt, an Dich hätte ich beinahe auch gedacht. :)


    Was meinst Du mit "meine" Aufnahme? Sind es auf LP dieselben Interpreten? Wahrscheinlich; es ist anzunehmen, dass nicht beliebig viele Einspielungen dieses Konzerts existieren.


    Die CD kann ich nur empfehlen. Das Khatschaturian-Konzert mit Mirka Pokorna ist nicht zu verachten, trotz der - auch mir teilweise bekannten - reichhaltigen Konkurrenz. Der Klang der CD, die wohl auf eine etwas ältere DDR-Produktion zurückgeht, erscheint eher grell, aber durchaus transparent, der Zugriff der Pianistin energisch und gläsern. Leider fehlt (wieder einmal) im Mittelsatz das Flexaton.


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Zitat

    Original von wiesengrund
    Seit wann ist denn Melodik ein Qulitätskriterium? :baeh01:
    Das Konzert hat eine außerordentlich spannende Gesamtkonzeption und einen technisch hinreißenden Violinpart. Unvergesslich für mich eine Aufführung mit Thomas Zehetmair zu Henzes 60. Geburtstag



    Stimmt natürlich mit der Melodik...
    Ich kann verstehen, dass eine miterlebte Aufführung natürlich die Empfindungen für ein Werk steigern kann, ging mir auch schon so. Die sicherlich mehr als ungewöhnliche und interessante Gesamtkonzeption des Werkes konnte allerdings bei mir nie das uninteressierte Gefühl beim Hören überdecken - aber das ist natürlich nur eine persönliche Einschätzung. Freut mich, dass das Werk begeisterte Zuhörer besitzt.

  • Zitat

    Original von WolfgangZ
    @ Violinkonzert von Rosenfeld


    Was meinst Du mit "meine" Aufnahme? Sind es auf LP dieselben Interpreten? Wahrscheinlich; es ist anzunehmen, dass nicht beliebig viele Einspielungen dieses Konzerts existieren.



    Es gibt neben der Förster-Einspielung noch eine mit Gerhard-Rolf Bauer. Restliche Interpreten sind in beiden Aufnahmen identisch (Dresdner Philharmonie und Gustav Schmahl). Gibts auch zu kaufen.


    Rosenfeld hat im Übrigen noch ein 2. Violinkonzert geschrieben (gibts auch auf CD) und auch noch ein drittes! Besitzt davon jemand eine Aufnahme??

  • Hallo Wolfgang,


    ja, mit "meiner" Aufnahme meinte ich, dass es sich um genau die Einspielung handelt, die ich auf LP habe. So weit ich weiß, hat Hastedt das Werk auch noch in einer anderen Einspielung im Katalog:



    (sehe gerade, dass van Rossum in der Zwischenzeit diese Aufnahme ebenfalls erwähnt hat)


    Bisher kenne ich von Rosenfeld nur das Violinkonzert Nr. 1 und das Violoncellokonzert, das ich mir allerdings bei Gelegenheit mal genauer anhören müsste.


    Viele Grüße
    Holger

  • Hallo,
    bei solchen Listen bin ich immer unschlüssig.
    Doch ich weiß, was ich am häufigsten höre und das sollte dann korrelieren:
    1) Beethoven (Szeryng/Klemp oder Heifetz/Münchr)
    2) Barber :jubel: Ein riesenhaufen Schmalz im 2. Satz (Stern), aber sooo gut.
    3) Brahms (Oistrach/Klemp)
    4) Schostakowitsch 1 (Mullova oder Kogan)
    5) Bartok 2 (Mullova) Allein schon wegen der Erinnerung an East of Edens Mercator Projected, eine der besten LP der späten 60iger. Leider kaum bekannt.


    Gruß S

    Einmal editiert, zuletzt von s.bummer ()

  • Man sollte ja aus reiner Renitenz Brahms, Beethoven, alle Mozarts, Bruch 1 und Tschaikowsky weglassen.
    Dann blieben:


    Elgar
    Goldmark
    Sibelius
    Bruch 2
    Korngold
    Prok. oder Schost. 1 :pfeif:


  • Hallo WolfgangZ und Holger,


    ich habe mir aufgrund eurer Begeisterung die preiswerte EDEL-classic-CD (4,99€) bestellt und kann den Lobworten zu Rosenfeld: Violinkonzert (1963) nun voll mit einstimmen.
    :yes: Ein Klasse VC des 20.Jahrhunderts. Gefällt mir sehr gut - als Lieblings-VC reicht es mir jedoch (noch) nicht.
    :hello: Danke für diese Empfehlung.


    Bei der CD ist kein Textheft vorhanden (nur eine Klappseite ohne INFO zum Werk); meine ersten Gedanken ohne weitere INFO waren:
    Hier hat Rosenfeld ein verstecktes Programm eingebaut, die Inhalte und Gefühle aus der Geschichte des Holocaust wiederspiegeln.
    Bei Wikipedia stehen auch nicht viele Infos. Nur das Rosenfeld (1931-2003) eine angesehender Filmkomponist und Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der DDR sowie auch nach der Wende der Berliner Akademie der Künste war. Dem Namen nach könnte er Jude gewesen sein, der vom Holo betroffen war. Ich finde das kann man im VC deutlich hören !




    **** Die CD enthält auch eine überraschend sehr gute und detailreiche Aufnahme des Khatchaturian - KK.
    Die Dresdener Philharmoniker sind in TOP-Form und der Pianist Pokorna gestaltet einen zupackenden Klavierpart. Allerdings fehlt im zweiten Satz das Flexaton. Es ist das erste mal, dass ich das Konzert ohne das vom Komponisten vorgeschriebene Flexaton höre, denn meine anderen zahlreichen Aufnahmen sind alle mit.
    Aber die Interpretation gehört zu den Besten und der anspringende direkte TOP-Klang der Werk-Aufnahmen auf dieser EDEL-CD ergibt eine dicke Kaufempfehlung.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Vorsicht, jetzt kommt eine wenig kuriose Auflistung. Eine Auflistung ohne jegliches Violinkonzert der Romantik oder Moderne. Ich hab das psychologisch noch nicht ergründet warum ich Violinkonzerte, die ja allgemein nicht zu meiner liebsten Gattung zählt, meist nur in barocker Form gut anhörbar finde. Irgendwie dürfte ich vielleicht eine "romantisierende" Solovioline als schwülstig empfinden (überhaupt wenn das Vibrato stark herumeiert).
    Am ehesten würde ich hier vielleicht noch das Violinkonzert von Brahms nennen da es schon fast symphonische Ausmasse annimmt und das Orchester nicht zu kurz kommt.


    In dieser Liste werde ich somit vorwiegend nur Vivaldi-Violinkonzerte aufzählen obwohl ja Vivaldi kurioserweise nicht zu meinen absoluten Lieblingskomkponisten zählt. Seine Musik bedeutet mir - in seinen besseren Werken - dennoch etwas, denn ich habe gemerkt wenn es mir mal nicht so gut gehn sollte bin nur noch für Werke Mozarts, Bachs und Vivaldi empfänglich. Jede andere Musik empfinde ich dann in dem Moment entweder als langweilig oder es zieht mich noch weiter runter (wie zB die sonst von mir heiss geliebte Schubert-Melancholie). Gut ich schweife vom Thema ab...


    Da ich die meisten Opus-Werke von Vivaldi besitze kann es sicherlich für so manchen als Orientierung dienen der Vivaldi noch nicht so gut kennt und von einigen negativen Erfahrungen nur mit Langweile und Eintönigkeit verbindet. Trotz dem immer unverkennbaren Stil unterscheiden sich diese Werke im Gegensatz zu vielen Anderen in seinem Werkverzeichnis doch deutlich merkbar voneinander. Aja...und natürlich nur HIP-Interpretationen wie Carmignola, Europa Galante usw..


    1. J.S.Bach - BWV 1041
    2. Vivaldi - 4 Jahreszeiten - Sommer (das wird noch jeder kennen, ist auf jeden Fall mit Abstand mein liebstes Konzert bzw. Jahreszeit aus den 4 Jahreszeiten)
    3. Vivaldi - op.3 Nr.11 d-moll
    Meiner Meinung nachist dieses von all seinen Violinkonzerten die ich sonst so kenne einzig allein der Qualität der 4 Jahreszeiten ebenbürtig.
    Es hebt sich durch verschiedenste Merkmale von den meisten anderen seiner Violinkonzerte ab indem es ein sehr gutes Zusammen/Wechselspiel der einzelnen Instrumente gibt, nicht nur ein blosser Wechsel zwischen Streichorchestertutti <-> Solovioline mit Basso continuo. Solistisch tritt hier nicht nur die Violine sondern des öfteren auch das Cello hervor. Der langsame Satz ist durchaus originell und ein Highlight aus dem Werkschaffens Vivaldi.
    4. Vivaldi - op.3 Nr.10 b-moll
    Mein 2.liebstes aus seinem op.3 "L´estro armonico" - gefällt mir fast so gut wie Nr.11
    5. RV 253 Es-Dur "La tempesta di mare"
    In einer guten HIP-Interpretation ist dieses Werk ziemlich fetzig/feurig und kommt vom Temperament her dem letzten Satz des 4-Jahreszeiten-Sommers nahe wobei hier durch die Dur-Stimmung natürlich
    ein nicht so düsterer Meeressturm erzeugt wird.
    6. RV 236 d-moll
    Einer der wenigen die mir in allen Sätzen durchgehend gefallen. Hebt sich auch von der üblichen Violinkonzert-Masse Vivaldis ab.
    7. RV 295 F-Dur
    Vor allem wegen dem Larghetto, eines meiner liebsten langsamen Vivaldi-Sätze. (weitere wären zB op.4/12, op.4/4, op.4/1, op.6/5 und natürlich der langsame Satz vom Herbst)
    8. RV 177 C-Dur
    Vor allem mag ich diese interessante Einleitung die eher untypisch für sonstige Vivaldi Konzerte klingt. Der Rest ist eigentlich auch recht gut.
    9. RV 325 g-moll
    Aufgrund der Ecksätze.
    10. Mozart - Violinkonzert Nr.3 G-Dur
    Damit es nicht zu Vivaldi-lastig wird :D
    Die meisten von uns werden ja sicher den langsamen Satz im Ohr haben, Ulli natürlich dazu visuell im Kopf die Noten und Originalhandschrift. ;) In der richtigen Stimmung und vibratolos (nicht zu hastig) interpretiert ein :faint:


    lg
    Thomas

    „Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)