Volles Rohr Romantik

  • Sorry, mehr ist diese Provinzbühnre auch nicht wert!

    Wirklich sehr sachlich. Klar, die Reichen in Zürich, die das nötige Geld in der Tasche haben, haben nur Verachtung für die "armen" Bühnen für normalzahlende Zuschauer übrig. Da hat einer mal schön gesagt: ""Wir" sind Mahagonny!" Aber so ein Stück spielt ja auch nur die Münsteraner Provinzbühne, die "nichts wert" ist . Manchmal lassen Leute ihre Masken fallen, und das ist auch gut so.

  • Eine andere "Povinzbühne" die zumindest musikalischch hervorragende Pruduktionen liefert dünkt mich Cottbus! Die Rose von Pfitznet war ein Ereignis!

  • Wie viele Aufführungen hast Du in Münster gesehen, dass Du zu dem Urteil kommst, dass dieses Haus "nichts wert" ist? Und was ist Deiner Meinung das Publikum eines solchen Hauses "wert", das sehr zahlreich kommt und zufrieden ist? Sind wir also alle, die gerne in Münster zur Oper gehen, Idioten in Deinen Augen? Und sind Künstler, die nicht in Mailand oder Berlin arbeiten, allein durch die Tatsache, dass sie dort nicht arbeiten, schon zweiter oder dritter Klasse? Und wieso bemisst sich die Qualität einer Produktion an dem Haus, wo es gespielt wird? Warum spielt das überhaupt eine Rolle?


    Mal wieder werde ich in meiner Meinung bestätigt, dass viele radikale RT-Gegner nicht gerade ein großes Vorbild abgeben, was Seriosität und guten Geschmack angeht.


    Ein gewisser Dr. Pingel schrieb übrigens:


    Hoffmanns Erzählungen in Münster (Aufführung vom 24.1.2016)


    Daraus Zitat:


    Münster ist eines der vielen Beispiele für die Qualität der deutschen Provinztheater. Hier in Mülheim sitze ich wie die Spinne im Netz großartiger Häuser, und das ist nicht nur Essen und Düsseldorf, sondern auch Gelsenkirchen (da bin ich sogar schon sehr lange im Fördererverein), Krefeld und Hagen.


    Was ist also richtig? Hat das, was in Münster künstlerisch gemacht wird, "nichts wert" oder hat es künstlerische Qualität? :no:

  • Aber keine Sorge, Stockert wird sicher bald Support leisten, ohne die Produktion gesehen zu habem!

    Zum ersten: Hier geht es nicht um »Produktionen«, sondern, wie Knusperhexe im Eingangsbeitrag geschrieben hat, um »Fotos von Inszenierungen«. Zum zweiten: Müssen solche Bemerkungen denn wirklich immer und überall sein?

  • Die Diskussion könnte spannend werden. Ich hätte einiges dazu beizutragen, Da mir viele Produktionen aus Münster, dem mit Mannheim hässlichsten Opernhaus, das ich kenne, vertraut sind. Allerdings werde ich hier nicht darauf eingehen und bitte die Moderation, die Beiträge 114 bis 124 in den Thread "gegeneinander ausgespielt" zu verschieben, o.k.?

  • Mein "Nö" bezog sich nur auf die Bilder, auf nichts sonst. Meine Wertschätzung der Provinz, besonders auch die für Münster, bleibt absolut bestehen. Nur bezog sie sich nicht auf "Hoffmanns Erzählungen", das habe ich nicht gesehen. In den letzten Jahren habe ich Münster gesehen: Meyerbeer, Der Prophet; einen Prokofiew(der feurige Engel, mit echten Hunden auf der Bühne); Dialog der Carmelitinnen; Katja Kabanowa. Die ersten beiden waren sehr gut, die Carmelitinnen waren hervorragend und die Katja war die beste, die ich je gesehen habe. Ich habe darüber hier einen Bericht geschrieben. Es wurde deutsch gesungen, dazu mit deutschen Übertiteln, es wurde dazu textverständlich gesungen, es wirkten mit eine Riege junger hochtalentierter Sänger in einer überzeugenden Regie von John Dew. Von der Qualität des Orchesters unter Fabrizio Ventura war ich schon nach kurzer Zeit überzeugt, denn ich kenne in der Katja jeden Takt. Da meine Gesundheit wieder besser geworden ist, werde ich in der nächsten Spielzeit bestimmt ein paar Mal nach Münster fahren. Natürlich mag ich Münster auch, weil ich da insgesamt 4 Semester studiert habe. Auch damals war ich oft in der Oper; sehr gut kann ich mich an Mathis der Maler und an Janaceks Broucek erinnern.
    Das Haus selber mit seinem Lampenladen ist nicht sehr schön, aber die Architektur mit den Schwalbennestern funktioniert sehr gut: von allen Rängen hat man einen sehr guten Blick auf Bühne und Orchester. Das heißt, dass man auch bei moderaten Preisen in den vollen Genuss kommt.

    "...reclaim the body from the nausea of news and traffic..." (Don deLillo)

  • HOLGER, Du hast es erneut geschafft, einen Thread zu zerschießen. Bitte poste doch, wenn Du eine Kontroverse starten möchtest, und das war ja wohl eindeutig Dein Ziel mit dem Verweis auf den Stummfilm-Hoffmann in Münster, so etwas im Trend "Gegeneinander ausgespielt".


    Moderation: Könnt Ihr bitte alles ab Beitrag 114 dahin verschieben? DANKE.

  • Zitat

    Zitat von Knusperhexe: Du hast es erneut geschafft, einen Thread zu zerschießen.

    Lieber Knuspi,


    hast du etwas anderes erwartet?


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • HOLGER, Du hast es erneut geschafft, einen Thread zu zerschießen. Bitte poste doch, wenn Du eine Kontroverse starten möchtest, und das war ja wohl eindeutig Dein Ziel mit dem Verweis auf den Stummfilm-Hoffmann in Münster, so etwas im Trend "Gegeneinander ausgespielt".


    Moderation: Könnt Ihr bitte alles ab Beitrag 114 dahin verschieben? DANKE.

    Ach so! Ich gebe einen Link zur Münsteraner Inszenierung und sage lediglich, dass ich diese Bühnenausstattung für künstlerischer und "romantischer" halte als die sehr "realistische" aus Los Angeles. Es geht wohlgemerkt um eine Oper, deren Thema das Künstlertum von E.T.A. Hoffmann hat, dessen Literatur bekanntlich so gar nicht realistisch, sondern von Fantastik durchzogen ist. Hier kann und darf man "volles Rohr Romantik" geben. Und da finde ich Münster "werkgerechter" als die ziemlich unromantisch realistischen Bilder aus Los Angeles, habe ich hinzugefügt, wohlgemerkt nur, was die Bildästhetik angeht. So, und dann kommt m.joho mit einer abfälligen Bemerkung über das "Provinztheater" in Münster, das "nichts wert" sei. Im Prinzip ist das auch noch eine Beleidigung, denn damit ist implizit sagt, dass das, was ich hier gesehen und eingestellt habe, Schund ist und ich zu doof bin, zwischen Wert und Unwert zu unterscheiden. Mit dieser unsäglichen Äußerung wird natürlich der Thread nicht zerschossen. Nein! Mein Beitrag ist es, weil ich es gewagt habe, so etwas Minderwertiges wie eine Inszenierung aus Münster ins Spiel zu bringen und damit die Majestätsbeleidigung begehe, die göttliche Erhabenenheit der Bilder aus Los Angeles nicht so erhaben zu finden, wie es manche hier offenbar sehen. Da sage ich nun: Das ist die typische Bigotterie von Euch RT-Hassern. Die Bösen sind immer die Anderen und für Euch ist dagegen alles erlaubt. Ich finde das zum K..... Vernünftig zu reden ist mit Euch einfach nicht möglich.


    P.S. Dass ich die (Innen-)Architektur des Stadttheaters Münster fürchterlich finde, habe ich in meiner Rezension der betreffenden Inszenierung auch geschrieben. Ich ärgere mich jedesmal darüber, wenn ich da bin. Daraus aber zu schließen und suggerieren zu wollen, dass das irgend etwas mit der Qualität der dort gezeigten Produktionen zu tun hätte, ist einfach lächerlich.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Lieber Knuspi,


    hast du etwas anderes erwartet?

    Das sagt ausgerechnet derjenige Tamino, der erklärtermaßen Holgers Beiträge nicht liest. Das sieht für mich nach Lagerdenken und Vorverurteilung aus, ebenso wie Knusperhexes absurder Vorwurf an Holger, er habe es erneut geschafft, den Thread zu zerschießen. Aber Holger, anstatt sich auf die Fakten zu beschränken, die ja für sich sprechen, muss natürlich auch wieder mit Gegenbeschimpfungen reagieren. So wird das nie was.

  • Tu mal nicht so unschuldig, Holger. Du wolltest provozieren und eine Kontroverse vom Zaun brechen und hast es auch geschafft. Ich verstehe nicht, was Dein Problem ist. Tatsächlich hätte ich mich gerne - wider einschlägiger Erfahrungen - mit Dir über diesen Hoffmann in einem anderen Thread ausgetauscht. Aber offensichtlich isolierst Du Dich lieber weiter.


    Schade, dass die Moderation nichts unternimmt.

  • Ich will jetzt hier nicht mitdiskutieren, sondern Holger in einem Punkt unterstützen: in dem Lob und der Verteidung der Oper in der Provinz. Hier an Rhein und Ruhr sowie im Osten (Berlin zur Not auch) haben wir eine Auswahl an Opernhäusern, die weltweit einzigartig ist; daher singen hier auch so viele Koreaner und Amerikaner. Von jedem unserer kleinen Häuser könnte ich aus den letzten Jahren eine Inszenierung nennen, die den Produktionen etwa in Düsseldorf oder Essen nicht nachstand.
    Dazu haben wir hier eine Sängerschmiede, die überragend ist. Hier können sich die Sänger auch in Ruhe entwickeln, hier bekommen sie auch mal größere Rollen, die sie herausfordern.

    "...reclaim the body from the nausea of news and traffic..." (Don deLillo)

  • Das sehe ich genauso, lieber Dr. Pingel. Und ich finde die Diskussion auch spannend. Nur hätten die gesamten Beiträge ab 114 nicht hierhergehört. Sogar Dieter hat mittlerweile vermittelt, um was es hier gehen soll: "Inszenierungsfotos". Mir ist es mittlerweile aber auch wurscht.

  • Tu mal nicht so unschuldig, Holger. Du wolltest provozieren und eine Kontroverse vom Zaun brechen und hast es auch geschafft.

    Normale Menschen, die nicht eine affektive Besetzung ("Animosität") in eine bestimmte Richtung haben, können sich durch einen Link und die Bemerkung, die ich mache, gar nicht provoziert fühlen. Das ist schlicht eine völlig absurde Unterstellung, für die es keinerlei Anhaltspunkte gibt. Ich habe ja noch nicht einmal die Bilder aus Los Angeles bewertet als gut oder schlecht, sondern lediglich gesagt, dass dieser Realismus nicht unbedingt zur Romantik von E.T.A. Hoffmann passt und einer anderen Inszenierung (der aus Münster, die ich gesehen habe) das für meinen Geschmack besser gelingt. Außerdem wenn das Thema einer Oper das romantische Künstlertum ist, dann darf man doch wohl in einem Thread, der den Titel "Volles Rohr Romantik" trägt, darauf Bezug nehmen. Wenn das schon als Suche nach Streit um des Streitens willen gewertet wird, dann liegt umgekehrt die Vermutung nahe, dass hier eine bestimmte Seite keinerlei abweichende Meinungsäußerung zulassen will, die das Eigene nicht lobhudelnd beglückwünscht.

  • Außerdem wenn das Thema einer Oper das romantische Künstlertum ist, dann darf man doch wohl in einem Thread, der den Titel "Volles Rohr Romantik" trägt, darauf Bezug nehmen.


    Na ja, lieber Holger, es dürfte doch inzwischen klar sein, dass Knusperhexe den Begriff der Romantik hier nicht als kunst- oder kulturhistorische Epochenbezeichnung gebraucht, sondern zur Charakterisierung eines bestimmten Inszenierungs- und Ausstattungsstils, für den mir auch andere Begriffe einfielen, die ich aus Höflichkeit aber für mich behalte. :stumm: Er möchte hier Bilder von Inszenierungen zeigen und sich zeigen lassen, die diesem Stil entsprechen. Daher verstehe ich schon, dass er nicht begeistert auf theoretische Grundsatzdiskussionen oder Beispiele für Alternativ-Konzepte reagiert. Ich habe mich hier herausgehalten, weil das alles meilenweit von meinem Geschmack entfernt ist. Aber ich halte es da mit Prinz Orlofsky: Cha­cun à son goût. Mögen sich diejenigen daran erfreuen, denen es gefällt.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Holger:
    Wenn ich Dir unrecht getan haben sollte, so bedaure ich das und entschuldige mich. Letztlich kannst nur DU beantworten, was Du mit Deinem Posting erreichen wolltest. Und Du musst das auch mit Deinem Spiegelbild ausmachen.


    Fakt ist, dass durch Deinen Beitrag wieder einmal vom Thema abgekommen wurde.


    Da Du Dich ja bereits über die meisten der hier geposteten Bilder mokiert hast und über unsere Vorliebe, die Geschichte in der librettogemäßen Zeit zu verorten, war Dir sicher klar, dass Dein Hinweis auf den Hoffmann in Münster nichts in diesem Thread zu suchen hat.


    Dementsprechend kam ja auch die lapidare Ablehnung durch m.joho und Dr. Pingel. Oder sollte Dir entgangen sein, dass die Kostüme den 1920er Jahren entlehnt sind und das Bühnenbild arg mager ausfällt? Das kam ich kaum glauben, wo Du doch süffisant auf die richtigen Biedermeierkostüme der Produktion in Los Angeles verweist.


    Wie auch immer, unsereins zählt ja auch nicht zu den "normalen Menschen". Zum Glück interessiert es mich nicht, was Du als "normal" bezeichnest.


    @Betarido:
    Danke! Genauso ist es. Es soll jeder nach seinerm eigenem Guston im Theater glücklich werden. Holgers Beitrag wäre z.B. im Thread "Gegeneinander ausgespielt" ein guter Dikussionsbaustein gewesen. Und das weiß er auch.

  • Na ja, lieber Holger, es dürfte doch inzwischen klar sein, dass Knusperhexe den Begriff der Romantik hier nicht als kunst- oder kulturhistorische Epochenbezeichnung gebraucht, sondern zur Charakterisierung eines bestimmten Inszenierungs- und Ausstattungsstils, für den mir auch andere Begriffe einfielen, die ich aus Höflichkeit aber für mich behalte.

    :D Dagegen habe ich ja auch nichts, lieber Bertarido. In einem Internetforum geht es selbstverständlich nicht um wissenschaftliche, begriffliche Exaktheit. Als Anhänger der Lebenswelt-Theorie bin ich selbst gegen eine "Theoretisierung" des Alltags. Wer mich kennt, weiß das. Aber wenn man einen Begriff so unscharf benutzt, dann muss man auch jedem einzelnen Leser überlassen, ihn in seinem Sinne mit Inhalt zu füllen, ihn zu "konkretisieren". Das habe ich getan und dazu schlicht das Recht - wie jeder Andere auch. Das sollte man eigentlich tolerieren - oder man sperrt so einen Thread für alle, die einen bestimmten Geschmack von Oper nicht teilen. Dann wird so etwas aber langweilig. Was die "Partei", für die ich ein rotes Tuch bin, nicht begreift, ist, dass ich überhaupt nichts gegen Bilder an sich habe. Wenn ich zuvor mal gesagt habe, so eine Ästhetik geht in Richtung Kostümfilm und Kino, dann ist das erst einmal Feststellung, die keinerlei (Ab-)Wertung enthält. An den eigenen Maßstäben gemessen kann das durchaus toll gemacht sein (Zefirelli z.B., ich hatte seine Bühnenbilder "virtuos" genannt). Die andere Frage ist schlicht die Sinnfrage. Was macht es für einen Sinn, Oper als eine Art Kino zu inszenieren? Entfaltet die Oper da wirklich das "Höchste" als Kunstform, wozu sie fähig ist? Da gehöre ich zu denen (wie Du auch), die so ein Opern-Kino letztlich nicht zufrieden stellt. Aber das heißt doch nicht, dass man einen Krieg gegen Bilder führt (wie es RT-Gegner selber gerne tun in entsprechenden polemischen Threads gegen RT tun). Es gibt freilich auch schlechte, kitschige Bilder, aber speziell in diesem Thread sind die allermeisten nicht von dieser Art.

    Er möchte hier Bilder von Inszenierungen zeigen und sich zeigen lassen, die diesem Stil entsprechen. Daher verstehe ich schon, dass er nicht begeistert auf theoretische Grundsatzdiskussionen oder Beispiele für Alternativ-Konzepte reagiert. Ich habe mich hier herausgehalten, weil das alles meilenweit von meinem Geschmack entfernt ist. Aber ich halte es da mit Prinz Orlofsky: Cha­cun à son goût. Mögen sich diejenigen daran erfreuen, denen es gefällt.

    Ich glaube, von einer "theoretischen Grundsatzdiskussion" war das, was ich gesagt habe, meilenweit entfernt. Das waren eher Gemeimplätze in Sachen Romantik: Fantastik, Nachtbegeisterung, malerische Stimmung, was man in der Regel mit "Romantik" verbindet. Wenn man unter "Romantik" einen "traditionellen" Inszenierungsstil verstehen will, von mir aus. Aber es wird zwangsläufig dann konkreter, wenn man eine romantische Oper vor sich hat. Die Widersprüchlichkeit, die ich nur konstatieren muss, ist, dass man sich ja nicht nur auf den persönlichen Geschmack beruft (der ist zweifellos nicht kritisierbar), sondern zugleich dafür eine höhere Legitimation sucht, nämlich "Werktreue" beansprucht. Das ist dann so etwas wie ein allgemeinverbindlicher normativer Maßstab und Anspruch, der über das Subjekte des individuellen Geschmacks hinausgeht. Die Kommentare der Bilder gehen dann immer wieder in diese Richtung ("endlich eine werktreue Inszenierung"). Und wer sich dann exklusiv auf sein Recht individueller Meinung beruft, der begibt sich in einen Selbstwiderspruch. Die Beanspruchung einer Norm muss sich nämlich der Kritik auch stellen. Das gehört zum Anspruch auf Allgemeinverbindlichkeit mit dazu. Letztlich ist ja auch nicht klar, was ein solcher Thread demonstrieren will: den persönlichen Geschmack oder das Normative demonstrativ vorgeführt, wie Oper eigentlich "richtig" inszeniert wird. Solange diese Doppeldeutigkeit besteht, ist auch Kritik im Einzelfall gerechtfertigt und ich habe deshalb für Animositäten in dieser Hinsicht kein Verständnis. :hello:


    Schöne Grüße
    Holger

  • Oder sollte Dir entgangen sein, dass die Kostüme den 1920er Jahren entlehnt sind und das Bühnenbild arg mager ausfällt? Das kam ich kaum glauben, wo Du doch süffisant auf die richtigen Biedermeierkostüme der Produktion in Los Angeles verweist.

    Knusperhexe


    Dieser Aspekt hat mich in diesem Fall aber einfach nicht interessiert. Wenn Du meine Rezension von damals liest, wirst Du auch finden, dass ich ein bestimmtes Bühnenbild der Münsteraner Inszenierung weniger gelungen fand. (Heute, das war damals mein erster Opernbesuch in Münster (!), verstehe ich besser als damals, warum). Mir ging es einfach darum, dass es dieser Bildersprache gelingt, Hoffmannsche Fantastik erlebbar zu machen, was mir in Los Angeles schlicht fehlt.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Wie auch immer, unsereins zählt ja auch nicht zu den "normalen Menschen".

    Wie kann man das nur so missverstehen! Holger hat geschrieben: »Normale Menschen, die nicht eine affektive Besetzung ("Animosität") in eine bestimmte Richtung haben, können sich durch einen Link und die Bemerkung, die ich mache, gar nicht provoziert fühlen.« Das besagt nicht mehr und nicht weniger als dass Holger hier normale Menschen meint, die aber mit einer bestimmten Animosität gesegnet sind.

  • Keine Sorge Dieter, Holger habe ich schon richtig verstanden. Ich bezog mich auf ein früheres Statement von ihm. Und zwar auf Beitrag 68. So lange und noch viel früher schießt Ihr hier schon quer und spielt Euch die Bälle zu.


    Wie auch immer, leider kann ich mich nicht disziplinieren. Bitte erkläre mir doch mal jemand, wie man die Ignorierliste aktiviert. Ich habe keinerlei Lust mehr als eine der vielen geistigen Masturbationsvorlagen von Vadder Abraham und seinen Schlümpfen missbraucht zu werden. Auch wenn das den Forum offensichtlich Quoten bringt. War ja alles schon mal da.

  • Keine Sorge Dieter, Holger habe ich schon richtig verstanden. Ich bezog mich auf ein früheres Statement von ihm.

    Wirklich? Dann wäre es wohl nicht verkehrt gewesen, darauf hinzuweisen. In diesem Zusammenhang war Deine Äußerung wohl nicht anders zu verstehen als ich das getan habe. Und wenn Du schreibst, dass Du Dich leider nicht disziplinieren kannst, und mit solchen Geschmacklosigkeiten wie den »Masturbationsvorlagen« kommst, dann halte ich Äußerungen wie:

    Zitat

    Zusätzlich plädiere ich noch dafür, den Doktor und seine zwei Schatten aus dem Forum rauszuschmeißen.

    doch für fragwürdig.

  • Oder sollte Dir entgangen sein, dass die Kostüme den 1920er Jahren entlehnt sind und das Bühnenbild arg mager ausfällt? Das kam ich kaum glauben, wo Du doch süffisant auf die richtigen Biedermeierkostüme der Produktion in Los Angeles verweist.

    Noch einmal ein letzter und wohl vergeblicher Versuch der Versachlichung. Das Libretto befindet sich in meiner Bibliothek. Da steht z.B. zum 2. Akt als spärliche Regieanweisung:


    "Reich ausgestattetes physikalisches Kabinett, das in Verbindung mit einer Galerie steht, deren Öffnungen mit Tapisserien verschlossen sind. Seitliche Türen, gleichfalls mit Portieren verschlossen. Die Bühne ist von Kerzen erleuchtet."


    Es findet sich also schlicht gar kein Hinweis auf die Art der Kostümierung. Die Regieanweisung ist so vage und allgemein gehalten, dass sie verschiedenste konkretisierende Ausführungen erlaubt. Und wenn man nun sagt, es sei "unausgesprochen" ein Interieur im Sinne des Biedermeier gemeint, dann ist das schlicht falsch. Denn die Romantik betont, dass das Theater gerade nicht faktisch-historisch ist. D.h. es kommt letztlich allein auf die Vermittlung der richtigen Stimmung an ("Stimmung" ist ein Grundbegriff der Romantik), nicht irgendeine historisch-realistische Genauigkeit. Das wäre mit den Begriffen E.T.A. Hoffmanns "prosaisch" und nicht "poetisch". Das Libretto liefert also keinerlei Beleg und Rechtfertigung, dass die Biedermeier-Ausstattung in Los Angeles die einzig "richtige" wäre.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Ignorierlisten sind eine feine Sache:-)


    Bleiben wir bei Tosca. Zwar steht die Zeffirelli-Produktion nicht mehr im Spielplan der MET, doch überlegt der Intendant nach dem Fiasko der Neuinszenierung angeblich die Wiederaufnahme dieses Klassikers.