Künstler-Gedenktage April 2021

  • 1. April 2021


    1528 – 493. Geburtstag von Francisco de Peñalosa (Komponist u.a.)


    1646 – 375. Todestag von Johann Vierdanck (Komponist)


    1697 – 324. Geburtstag von Antoine-François Prévost (Schriftsteller)


    1866 – 155. Geburtstag von Ferruccio Busoni (Komponist, Pianist u.a.) #7


    1848 – 173. Geburtstag von Georg Riemenschneider (Komponist und Dirigent)


    1873 – 148. Geburtstag von Sergej Rachmaninow (Komponist und Pianist)


    1875 – 146. Geburtstag von Edgar Wallace (Schriftsteller u.a.)


    1892 – 129. Geburtstag von Renato Zanelli (Sänger)


    1905 – 116. Geburtstag von Winfried Zillig (Komponist und Dirigent)


    1911 – 110. Geburtstag von Günther Rennert (Regisseur)


    1915 – 106. Todestag von Johann Joseph Abert (Komponist)


    1922 – 99. Geburtstag von Wolfgang Rennert (Dirigent)


    1924 – 97. Geburtstag von Günther Becker (Komponist)

    1924 – 97. Geburtstag von Georges Barboteu (Hornist, Komponist)


    1928 – 93. Geburtstag von Hermin Esser (Sänger)


    1929 – 92. Geburtstag von Milan Kundera (Schriftsteller)


    1930 – 91. Todestag von Cosima Wagner (Regisseurin und Festspielleiterin)


    1931 – 90. Geburtstag von Rolf Hochhuth (Dramatiker)


    1936 – 85. Todestag von Michael Iwanow-Boretzki (Komponist)


    1946 – 75. Geburtstag von Michel Brodard (Sänger)


    1947 – 74. Geburtstag von Ingrid Steeger (Schauspielerin)


    1952 – 69. Geburtstag von Philip A. Smith (Trompeter)


    1956 – 65. Geburtstag von Barbara Fuchs (Sängerin)


    1957 – 64. Geburtstag von Karl-Heinz Georgi (Trompeter)


    1959 – 62. Geburtstag von Christian Thielemann (Dirigent) #2


    1979 – 42. Geburtstag von Mikko Franck (Dirigent)


    1985 – 36. Todestag von Wilhelm Brückner Rüggeberg (Dirigent)


    1988 – 33. Todestag von Theodore Bloomfield (Dirigent und Komponist)


    2005 – 16. Todestag von Harald Juhnke (Schauspieler)


    2017 – 4. Todestag von Jewgeni Jewtuschenko (Schriftsteller) #4, 8


    2018 – 3. Todestag von Michel Sénéchal (Sänger) #3


    2021 – Geburtstag von April Scherzer (zukünftige Sängerin)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1959 – 62. Geburtstag von Christian Thielemann (Dirigent)

    Der deutsche Dirigent Christian Thielemann, geboren am 1. April 1959 in (West-) Berlin, feiert heute seinen 62. Geburtstag.


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    Er gehört gewiss zu den herausragenden und besonders schillernden Dirigentenpersönlichkeiten, die dann auch selten bis nie unumstritten sind. Ich möchte begründen, warum ich ihn so schätze.


    Als ich mich Anfang der Neunziger regelmäßig Sonntagvormittag an der Kasse der Deutschen Oper Berlin anstellte, hörte ich um den Jahreswechsel 1991/92 und danach immer wieder, was für einen fanstatischen "Lohengrin" (mehrere Vorstellungen im Dezember 1991) der junge Berliner Christian Thielemann, damals Chef in Nürnberg, dirigiert habe - mit Welten im Vergleich zu allen anderen. Ich habe "Lohengrin" Anfang der Neunziger an der Deutschen Oper Berlin 3x erlebt, aber mit anderen Dirigenten. Aber ich merkte mir den Namen doch. (Nebenbemerkung: als ich mich im Sommer 2019 mit Werner P. Seiferth, dem Autor des Buches "Wagner in der DDR", traf, schwärmte mir diese von eben diesem damaligen thielemannschen "Lohengrin" vor.)

    Dann erlebte ich Thielemann im Dezember 1994 zwei Mal mit "Don Giovanni" (sehr gute Ensembleleistung, nur die Tempi waren mir bei Yakov Kreizberg an der Komischen Oper lieber) und mit einer fantastischen "Neunten" im Konzerthaus Berlin - diese Neunte war meine erste Thielemann-Sternstunde, der viele weitere folgen sollten. Ich hatte schon mehrere "Neunte" live erlebt, aber eine solch umwerfende noch nie!

    Und dann gab es im April 1995 im Abstand von einer Woche zwei "Lohengrin"-Vorstellungen: Die erste dirigierte der alte Heinrich Hollreiser etwas behäbig, eine Woche dirigierte Thielemann und es war fantastisch, das Orchester war wie ausgewechselt, es stimmte alles. Da in dieser Zeit durchsickerte, dass Thielemann ab der Spielzeit 1997/98 neuer GMD des Hauses werden würde, habe ich diese Nachricht naütlich herzlich begrüßt und mich auf seine weiteren Abende vorgefreut - mit Recht, wie sich zeigen sollte. In diese Zeit fiel auch sein Debütkonzert mit den Berliner Philharmonikern, u.a. mit den drei Orchestervorspielen aus "Palestrina" und Schumanns Zweiter - auch ein besonders Erlebnis für mich. Von der Gesamtoper, die Thielemann damals auch an der Deutschen Oper Berlin dirigierte, fühlte ich mich damals leider noch überfordert und ging nach dem 1. Akt, was ich heute sehr bedauere.

    Im Herbst 1998 kam sein erster Berliner "Ring" und er war herrlich. Fünf weitere (2000 bis 2003) folgten, in allen war ich mindestens anteilig drinnen. Im Mai 1999 erlebte ich an der DOB auch zwei fantastische "Tristan"-Aufführungen unter seiner Leitung, auch hier folgten weitere Erlebnisse (2000 und 2001). Bereits im Frühjahr 1998 hatte Thielemann an der DOB mit "Parsifal" seine erste Wagner-Premiere dirigiert. Ich besuchte die zweite und dritte Vorstellung, wo Thielemann am Ende neben vielen Bravos auch einige Buhs bekam, was mir völlig unerklärlich war, denn mich überzeugte sein eher flüssiges Dirigat sehr (2001 erlebte ich ihn noch 2x mit dem "Parsifal"). 1998 dirigierte er auch eine neue "Fr-o-Sch", die ich bis 2004 ebenfalls mehrfach erlebte. Weniger eindrücklich, aber das lang nicht (nur) an ihm, waren für mich die Neuproduktionen von "La fanciulla del west" und "Die tote Stadt" unter seiner Leitung. Dass er 2001 den Marschnerschen "Hans Heiling" zur Premiere brachte, rechnete ich ihm hingegen sehr hoch an und habe diesen mehrfach erlebt, obwohl mir die Inszenierung ebenfalls nicht zusagte. An Wagner habe ich damals von ihm alles außer "Tannhäuser" erlebt (den dirigierte er auch, dazu konte ich mich aus sängerischen Gründne jedoch nicht durchringen). Und ich erinnere mich an ein denkwürdiges Konzert im Jahr 2000: Nach "Tod und Verklärung", das er nach wenigen Minuten abwinkte und noch einmal neu startete (so etwas hatte ich auch noch nicht erlebt!) gab es das Hexenlied von Max von Schillings mit der Solistin Martha Mödl und die Erste von Brahms, welche ganz nach meinem Geschmack war. Auch die vorbereitende Gesprächsveranstaltung mit Mödl und Thielemann bei Dussman bleibt mir unvergesslich. Andere Sachen aus diesne Jahren wie "Daphne" oder "Die ägyptische Helena" spare ich jetzt mal aus, sie waren für mich nicht wichtig. Gerne denke ich hingegen an sein damaliges Dirigat von "Hänsel und Gretel" zurück.

    2007 erlebte ich dann im Bayreuther Festspielhaus seinen dortigen "Ring" - sehr gut, aber ganz so glücklich wie seinerzeit in Berlin war ich nicht.

    2013 dann mein erster Mielitz-"Lohengrin" nach 17-jähriger Pause an der Semperoper Dresden unter seiner Leitung - grandios! So gut hatte ich dieses Orchester bei mehr als 100 Besuchen noch nie gehört. Es klappte einfach alles! Diese hervorragenden Orchesterleistungen unter seiner Leitung setzten sich dann bei den "Ring"-Teilen ("Walküre" und "Rheingold" 2016, "Siegfried" und "Götterdämmerung" 2017) so fort, auch wenn ich nicht von jedem einzelnen interpretatorischen Teil begeistert war. In Folge erlebte ich ihn auch mit "Otello" und "Ariadne auf Naxos" (2018), "Tosca" (2019) und zuletzt mit der "Meistersinger"-Premiere 2020, wobei dieses Stück schon in Berlin nicht meine Lieblings-Wagner-Interpretation von ihm war, er ist nicht unbedingt ein musikalischer Komödiant.


    Es gibt kaum einen anderen Dirigenten, dem ich so viele "Sternstunden" im Opernhaus zu verdanken habe wie ihm - er ist zweifellos einer der allerwichtigsten Dirigenten meines Operngängerlebens.


    Darüber hinaus schätze ich auch einige Aufnahmen von ihm sehr, Bruckner 4 + 7 auf DVD hatte ich kürzlich schon in einer anderen Rubrik erwähnt. Bei seinem Wiener Betthoven-Zyklus überzeugt mich einiges sehr und anderes weit weniger.


    Hier einige Aufnahmen von ihm:



    Hier ein Fernsehprotrait von ihm aus seiner Münchner Zeit (also ca. 10 -15 Jahre alt):



    Und hier noch einmal als (partieller) "Tristan"-Dirigent:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Ich möchte an Michel Sénéchal erinnern, der nicht nur viele Aufnahmen durch seinen wunderschönen Tenor in Nebenrollen veredelt hat -so zum Beispiel hat in der legendären Boheme-Aufnahme mit Pavarotti gesungen, oder in Offenbachs Meisterwerk Hoffmanns Erzählungen jeweils Andrès, Cochenille, Pitichinaccio, Frantz -, er hat bei vielen maßstäbliche Aufführungen besonders im französischen Repertoire mitgewirkt, bei denen er auch Hauptrollen gestaltet hat. Einen Ausschnitt kann man hier genießen:



    Sehr hörenswert diese CD:


    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • 2017 – 4. Todestag von Jewgeni Jewtuschenko (Schriftsteller)

    Der russische Dichter und Schriftsteller Jewgeni Jewtuschenko (18.07.1932 - 01.04.2017) starb heute vor vier Jahren in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma.


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    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 2. April 2021


    1619 – 402. Geburtstag von Onofrio Gabrielli (Maler)


    1725 – 296. Geburtstag von Giacomo Casanova (Schriftsteller)


    1777 – 244. Todestag von Maxim Beresowski (Komponist)


    1798 – 223. Geburtstag von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (Dichter)


    1803 – 218. Geburtstag von Franz Lachner (Komponist u.a.)


    1805 – 216. Geburtstag von Hans Christian Andersen (Dichter und Schriftsteller)


    1840 – 181. Geburtstag von Émile Zola (Schriftsteller u.a.)


    1851 – 170. Geburtstag von Adolph Brodsky (Geiger)


    1861 – 160. Geburtstag von Ernest van Dyck (Sänger)


    1879 – 142. Geburtstag von Alexander Moissi (Schauspieler)


    1892 – 129. Geburtstag von Rudolf Bockelmann (Sänger)


    1905 – 116. Geburtstag von Kurt Herbert Adler (Dirigent)


    1907 – 114. Geburtstag von Hans Emons (Schauspieler)


    1909 – 112. Geburtstag von Jean Kurt Forest (Komponist)


    1914 – 107. Todestag von Paul Heyse (Schriftsteller)


    1928 – 93. Geburtstag von Alain Vanzo (Sänger und Komponist)

    1928 – 93. Geburtstag von Fritz Uhl (Sänger)


    1932 – 89. Todestag von Hugo Kaun (Komponist u.a.)


    1933 – 88. Geburtstag von György Konrád (Schriftsteller)


    1938 – 83. Geburtstag von Hans-Michael Rehberg (Schauspieler)


    1942 – 79. Geburtstag von Neithard Bethke (Komponist u.a.)


    1950 – 71. Geburtstag von Klaus Arp (Komponist und Dirigent)


    1951 – 70. Todestag von Simon Barere (Pianist)


    1952 – 69. Todestag von Antonio Cortis (Sänger) #6


    1954 – 67. Geburtstag von Agnes Habereder (Sängerin)


    1959 – 62. Geburtstag von Ralph Eschrig (Sänger und Maler)


    1960 – 61. Geburtstag von Helmut Rogl (Komponist)


    1973 – 48. Todestag von Jascha Horenstein (Dirigent)


    1983 – 38. Geburtstag von Sebastian Diezig (Cellist)


    1995 – 26. Todestag von Heinz Kratochwil (Komponist)


    1997 – 24. Todestag von Zsolt Durkó (Komponist)


    2012 – 9. Todestag von Anatoli Iwanow (Dirigent, Komponist u.a.)


    2014 – 7. Todestag von Urs Widmer (Schriftsteller)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1952 – 69. Todestag von Antonio Cortis (Sänger)

    Heute ist der Todestag von Antonio Cortis und deshalb möchte ich auch in diesem Thread noch einmal nachdrücklich an diesen spanischen Tenor erinnern.

    Wessen Stimme klingt wirklich schöner? Wer hat mehr Poesie? Wessen Hoffnung und Zuversicht reißen mehr mit?

    Nach meiner persönlichen Einschätzung hat er eine der schönsten Tenor-Stimmen für das italienische Fach gehabt. Das Timbre war männlich, edel und reich, es konnte fein abgestuft und koloriert werden, so dass es ihm gelang, in der Gesangslinie harmonische Wendungen zu spiegeln. Das macht seine Aufnahme von 'Nessun dorma' so großartig - aber auch seine Aufnahme von Werthers Ossian-Gesang. Seine Höhe hatte den rechten Squillo, einen glänzenden metallisch strahlenden Klang. Seine Gesangstechnik war perfekt und seine Gestaltung immer kultiviert und intensiv. Gerade in Verismo-Partien ließ er sich nicht - wie etliche seiner Kollegen - zu histrionischen Effekten hinreißen. Er blieb immer geschmackvoll und war bestimmt nicht weniger ausdrucksvoll als andere Tenöre der Zeit.


    Wann immer ich verschiedene Aufnahmen einer Arie vergleiche, kommt Antonio Cortis eigentlich in die engste Wahl für den Lorbeerkranz.
    Auf der Short-List meiner Lieblingstenöre hätte er einen der vorderen Plätze.


    Da es vielleicht Taminos gibt, die ihn noch nicht kennen, stelle ich mal Aufnahmen ein, die ermutigen sollen, sich mit diesem Tenor ein wenig zu beschäftigen.




    Und natürlich "Nessun dorma", eine Aufnahme zu der es auf Youtube einen bemerkenswerten Kommentar gibt:

    Zitat

    I think it is important that the tenor understands the sound of the words. There is some kind of onomatopoeia in this aria.

    Trifft das nicht den Kern? Andere halten vielleicht den krönenden Spitzenton länger. Aber Cortis singt nicht einfach eine Arie - sondern er lässt uns den zentralen Wendepunkt dieser ungeheuerlichen Geschichte miterleben. Man kann ja nachher wieder zu Corelli oder Pavarotti gehen, aber man sollte das mal gehört haben!



    Caruso hatte den jungen Sänger bewegen wollen, ein festes Engagement an der Met in New York anzunehmen. Das hat er nicht getan. Zwar sang er an der Met wie an fast allen der damals bedeutenden Opernhäuser; aber er konzentrierte sich doch weitgehend auf das Teatro Colón in Buenos Aires und die Chicago Civic Opera. Ein sagenumwobener Triumph war sein Auftritt als Calaf am Royal Opera House Covent Garden.

    Vielleicht sollte ich noch ergänzend sagen, dass Cortis wegen der Weltwirtschaftskrise und dem Spanischen Bürgerkrieg im letzten Teil seiner Karriere nicht mehr in Nord- oder Südamerika sang sondern fast nur noch in Opernhäusern auf der iberischen Halbinsel.



    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • 1866 – 155. Geburtstag von Ferruccio Busoni (Komponist, Pianist u.a.)

    Leider mit einem Tag Verspätung. Ich hatte gestern keine Zeit.


    Ferruccio Busoni (*1. April 1866 - †27. Juli 1924) war ein italienischer Komponist, Pianist, Essayist, Librettist und Dirigent. Er überragte in fast allen diesen Bereichen seine Zeitgenossen. Bekannt ist er leider fast nur als Bearbeiter der Werke von Bach.






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    Busoni war mir langezeit nur als Bearbeiter der Bach-Chaconne bekannt, ohne damals einschätzen zu können, was für eine Leistung der Klaviersatz zu dem Violine-Solo Stück wirklich bedeutet. Zusätzlich tauchte er als Lehrer zweier so unterschiedlicher mir schon bekannter Komponisten wie Kurt Weill und Edgard Varèse auf, was natürlich meine Neugier schürte. Dann hörte ich Boris Bloch mit einem Stück von Busoni im Bonner Schumannhaus.



    Plötzlich gab es zwei Aufnahmen, die ich dann auch sofort haben musste.


    Der australische Pianist Geoffrey Douglas Madge spielte auf einer Kassette mit sechs CDs einen substantiellen Teil von Busonis Soloklavierwerk ein




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    und der französische Pianist Cyril Huvé gab bei Erato eine Platte mit Solostücken heraus




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    Das Glück war gesichert! Diese Musik habe ich dann so häufig gehört - ich wollte wirklich jede Kleinigkeit verstehen - dass ich in Auseinandersetzung mit meiner Frau geriet, die zumindest die Interpretation von Madge nicht genießen konnte. Überhaupt war ihr die melodische Erfindung von Busoni nicht geheuer. ;)



    Also viel Kopfhörer!



    Busoni war musikalisch, ähnlich wie Mozart und Korngold, ein sogenanntes Wunderkind. Die früheste Komposition auf der CD waren die Racconti Fantastici des elfjährigen Ferruccio nach Erzählungen von E.T.A Hoffmann. Und hier ist schon der „ganze“ Busoni ;-) zu erahnen, Fugiertes und melodisch Gespenstisches, aber auch rhythmisch Interessantes.



    Das erste und dritte Stück der drei Racconti finden sich im Web, eingespielt von Wolf Harden, der mittlerweile fast das Gesamtwerk eingespielt hat. Leider fehlt ihm die italienische Leichigkeit, so dass das Stück schwermütig, anstatt geheimnisvoll herüberkommt. --- wie war das mit dem geschenkten Gaul... ;-)







    Busoni lernte kurz darauf Werke von Brahms und Chopin kennen und lieben und schrieb seine vierundzwanzig Préludes und seine Chopinvariationen nach Chopins c-Moll Präludium, letztere auf der CD nur in der später bearbeiteten Version. Die Ursprungsversion, die er mit fast sechzehn herausgab, jetzt hier von Geoffrey Douglas Madge eingespielt. Rachmaninow wird sie gekannt haben :).





    Die erste Variation ist bester Brahms und dann kommt natürlich noch mehr. Die ab etwa dem Zeitpunkt 22‘‘ beginnende Schlussfuge lässt Brahms kilometerweit hinter sich und zeigt, wo die Reise hingeht (er begegnet irgendwo Reger auf dieser Reise, will es scheinen :)).



    Das Problem solcher Riesengestalten ist nicht selten, dass sie sich nur über ihre Musik mitteilen können und dann nicht verstanden werden. Beethoven scheint hier eine der wenigen Ausnahmen zu sein. Busoni nun konnte sich mitteilen. Sein Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst kam 1906 heraus und wurde, wie es scheint, aber nur von Hans Pfitzner verstanden, der wild dagegen polemisierte ;-) .







    Dieses Buch sollte man gelesen haben. Auch Stockhausens Jünglinge kann man hier erahnen.




    Busoni schrieb die unvollendete Fuge aus Bachs Kunst der Fuge auf seine völlig eigene Art zuende. Die definitive Version der Fantasia Contrappuntistica für zwei Hände erschien 1910 und war natürlich nicht definitv. Busoni schrieb noch weitere Bearbeitungen.



    Dieses Werk ist faszinierender pianistischer und musikalischer Gigantismus und als solcher nur noch mit der Hammerklaviersonate von Beethoven zu vergleichen. Immer, wenn ich das Werk höre, weiß ich nicht mehr, wie es weitergehen soll. Die Kompositionen von Sorabji scheinen mir Formschwächen aufzuweisen, die es bei Busoni natürlich nicht gibt ^^.



    Wer das Werk nicht kennen sollte und die Ruhe und Konzentration aufbringt, sollte es sich zumindest einmal anhören. (Busoni verarbeitet auch eine frühere Elegie von ihm selbst darin) Hier eine Einspielung von John Ogdon aus dem Jahre 1985. Der Kommentar bei youtube ist lustig





    Das Werk ist eine geistige Herausforderung, wie es nur wenige gibt. Marc-André Hamelin, der einige Stücke von Busoni eingespielt hat, hat dieses Werk ausgespart.


    Busoni gibt 1912 mit der Sonatina Seconda ein vollständig atonales Werk heraus und parallelisiert Entwicklungen bei Schoenberg oder Hauer auf seine eigene Art und Weise. Hier in der Einspielung mit dem amerikanischen Ausnahmepianisten Paul Jacobs



    Man kann vielleicht erkennen, dass wir mit Busoni eine faustische Gestalt vor uns haben. Jedes Werk hat seine eigene Ästhetik und seinen eigenen Weg.


    Sein letztes unvollendetes Hauptwerk ist seine Oper Doktor Faustus. Busoni schrieb hier das Libretto selbst. Sein Schüler Philipp Jarnach vervollständigte als erster die Oper. Wir hören hier die Oper mit einer musikalischen Vervollständigung durch Antony Beaumont. Bezug wird hier nicht etwa auf Goethe genommen, sondern auf mitterlalterliches Puppenspiel. Der Leiter gibt am Anfang des Filmes noch einen kleinen Kommentar.



    Es spielen Philharmonie und Oper der Stadt Nürnberg unter Leitung ihres GMD Philippe Auguin.





    Busoni war ein extrem unruhiger und überlegener Geist, der durch seine Schüler die musikalische Moderne auf kaum bestimmbare Art beeinflusst hat, obwohl seine Musik selbst selten zu hören ist. Ein Musiker für Musiker.



    Ein Werk allerdings taucht recht häufig in den Konzertsälen der Welt auf. Es ist seine Bearbeitung der d-Moll Chaconne für Violine Solo BWV 1004, eines der schönsten Klavierstücke, die ich kenne. Die französische Pianistin Hélène Grimaud hat eine fast kongeniale Einspielung geliefert. Hier zu hören im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie aus dem Jahre 2001. Damit möchte ich abschließen.






    Feruccio Busoni hätte gestern seinen 155. Geburtstag feiern können.

  • Eine kleine Ergänzung zu dem Beitrag in #3. Jewtuschenko war ein in den sechziger Jahren auch im Westen gerne gesehener Gast. Er war der James Dean der Lyrik, er repräsentierte ein modernes Russland.


    Eines seiner wichtigsten Gedichte ist Babi Jar. Es ist eine Verarbeitung des Massakers bei Babi-Jar an über 30000 Juden nahe bei Kiew durch Truppen der SS.


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    Hier sehen wir die rote Armee 1944 bei der Entdeckung eines Massengrabes bei Babi Jar.


    Kein geringerer als Schostakowitsch nahm dieses Gedicht zur Grundlage seiner 13. Symphonie aus dem Jahre 1962.


  • 3. April 2021


    1631 – 390. Todestag von Philipp Dulichius (Komponist)


    1639 – 382. Geburtstag von Alessandro Stradella (Komponist u.a.)


    1654 – 367. Todestag von Samuel Scheidt (Komponist u.a.)


    1682 – 339. Geburtstag von Johann Valentin Rathgeber (Komponist) #13

    1778 – 243. Todestag von Francesco Corselli (Komponist)


    1821 – 200. Geburtstag von Louis Lewandowski (Komponist)


    1868 – 153. Todestag von Franz Berwald (Komponist u.a.)


    1875 – 146. Geburtstag von Marie Delna (Sängerin)


    1882 – 139. Todestag von Friedrich Wilhelm Kücken (Komponist)


    1891 – 130. Geburtstag von Felicie Hüni-Mihacsek (Sängerin)


    1895 – 126. Geburtstag von Mario Castelnuovo-Tedesco (Komponist und Pianist)


    1897 – 124. Todestag von Johannes Brahms (Komponist) #12


    1903 – 118. Geburtstag von Peter Huchel (Schriftsteller)


    1911 – 110. Geburtstag von Maud Cunitz (Sängerin)


    1918 – 103. Geburtstag von Sixten Ehrling (Dirigent)


    1924 – 97. Geburtstag von Murray Dickie (Sänger und Regisseur)


    1925 – 96. Todestag von Jean de Reszke (Sänger)


    1928 – 93. Geburtstag von Kerstin Meyer (Sängerin)


    1930 – 91. Todestag von Emma Albani (Sängerin)


    1931 – 90. Geburtstag von Jiří Laburda (Komponist)


    1937 – 84. Geburtstag von Annekathrin Bürger (Schauspielerin)


    1941 – 80. Geburtstag von Jorma Hynninen (Sänger) #11


    1945 – 76. Geburtstag von Renate Behle (Sängerin) #10


    1948 – 73. Geburtstag von Garrick Ohlsson (Pianist)

    1948 – 73. Geburtstag von Oliver Grimm (Schauspieler)


    1949 – 72. Geburtstag von Thomas Meyer-Fiebig (Organist und Komponist)


    1950 – 71. Todestag von Kurt Weill (Komponist) #15


    1953 – 68. Geburtstag von Mikhail Rudy (Pianist)


    1957 – 64. Geburtstag von Miriam Gauci (Sängerin) #16


    1960 – 61. Geburtstag von Peter Lohse (Trompeter) #14


    1963 – 58. Geburtstag von Daniela Hoffmann (Schauspielerin)


    1977 – 44. Geburtstag von Birgit Minichmayr (Schauspielerin)


    1986 – 35. Todestag von Peter Pears (Sänger)


    2013 – 8. Todestag von Sven Lehmann (Schauspieler)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 3. April 2021


    1945 – 76. Geburtstag von Renate Behle (Sängerin)

    Die österreichische Sängerin Renate Behle feiert heute ihren 76. Geburtstag. Herzliche Glückwünsche!


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    Renate und Daniel Behle, Hamburg 2005 (Foto : Peter Schünemann)


    Als ich sie 1982 zum ersten Mal hörte (als „Meistersinger“-Magdalene in Hannover), war sie mir noch nicht aufgefallen. Dies änderte sich jedoch schnell, als ich sie als Katerina in Shostakovichs „Lady Macbeth von Mtsensk“ erlebte, zunächst 1990 in Hannover und dann 1991 in Hamburg, als sie für eine Kollegin diese herausfordernde Rolle in der Lyubimov-Inszenierung übernahm. Das war für sie der Durchbruch an der Hamburgischen Staatsoper, nachdem sie Jahre vorher für Ages Baltsa als Rosina eingesprungen war. Jetzt wurde Renate Behle regulär eingesetzt, zunächst in Partien abseits des „normalen“ Repertoires wie z.B. in Henzes „Bassariden“ oder in Dukas‘ „Ariane et Barbe-Bleu“, doch immer mehr im Fach des jugendlich-dramatischen oder dramatischen Soprans wie u.a. Ariadne, Chrysothemis, Ortrud.


    Die gebürtige Grazerin hatte als lyrischer Mezzosopran begonnen. Ihr erstes Engagement mit zahlreichen Hosenrollen war ab 1968 in Karlsruhe. Sie war mit Franz Behle, dem Englisch-Hornisten des NDR-Sinfonieorchesters, verheiratet, und als ihr Sohn Daniel geboren wurde, ging sie 1974 als 1. Alt in den Chor des Norddeutschen Rundfunks, um mehr Zeit für die Familie zu haben. 1979 nahm sie ein Engagement in Gelsenkirchen an, 1982 in Hannover, in beiden Fällen als lyrischer Mezzosopran. Dort erarbeitete sie sich ein stärker dramatisches Repertoire und und wagte 1987 einen Fach-Wechsel zum Spinto-Sopran. Nach einer erfolgreichen Karriere im Fach des jugendlich-dramatischen und dramatischen Soprans an allen großen Bühnen vollzog Renate Behle einen erneuten Wechsel, diesmal ins Charakterfach mit Rollen wie Herodias und Klytämnestra bzw. heute - wie sie mit dem für sie typischen Humor sagt - als 2. Alt. Von 2000 bis 2010 hatte sie eine Professur an der Hamburger Musikhochschule.










    Beste Grüße aus Finnland


    Peter Schünemann

  • 3. April 2021


    1941 – 80. Geburtstag von Jorma Hynninen (Sänger)

    Der finnische Bariton Jorma Hynninen wird heute 80. Herzliche Glückwünsche! Hyvää syntymäpäivää! Paljon onnea!


    Ich hörte ihn erstmals 1977, als er an der Hamburgischen Staatsoper Debussys Pelléas sang. Es dauerte dann bis 1994, bis ich ihn bei meinem ersten Besuch in Finnland in der „Otello“-Premiere in Helsinki als Jago zum zweiten Mal erlebte. Ich erinnere noch heute die Diskrepanz zwischen seinem mediterran timbrierten Bariton und seiner noblen Erscheinung, die so gar nicht zu der Figur des Jago passte. In den Folgejahren, besonders nach meinem Umzug nach Finnland, begegnete ich ihm oft, und ich lernte seine Kunst mehr und mehr zu schätzen. Unvergesslich im italienischen Repertoire sein Macbeth, sein Giorgio Germont, sein Carlo Gérard, nicht zu vergessen sein Einsatz für die zeitgenössische finnische Oper mit Partien in den Opern von Aulis Sallinen, Einojuhani Rautavaara, Aarre Merikanto. Nicht nur als Botschafter für die Musik seiner Heimat, sondern auch als Künstlerischer Leiter der Opernfestspiele von Savonlinna war Jorma Hynninen ein würdiger Nachfolger des großen Martti Talvela.


    Auch jetzt, in seinem 80. Lebensjahr, steht Jorma Hynninen immer noch auf der Bühne, nicht mehr in Opernpartien, sondern mit Liedkonzerten. Zuletzt hörte ich ihn im Sommer vor 2 Jahren in Juva, und trotz anfänglicher Rauheit des Timbres und altersbedingter Kurzatmigkeit gelang ihm bewegende Interpretationen des finnischen Liedschaffens.










    Beste Grüße aus Finnland


    Peter Schünemann

  • 1897 – 124. Todestag von Johannes Brahms (Komponist)

    Der deutsche Komponist Johannes Brahms (07.05.1833 - 03.04.1897) starb heute vor 124 Jahren in Wien.


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    Er war zweifellos einer der herausragenden Komponisten des 19. Jahrhunderts. Obwohl er keine einzige OPer komponiert hat, gehört er doch zu meinen zehn Lieblingskomponisten (neben Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Wagner, Verdi, Tschaikowski, Dvorak und Mahler). Warum? Wegen seiner vier Sinfonien (gerade die Erste ist vielleicht meine liebste aller rein instrumentalen Sinfonien), auch wegen seiner Solokonzerte (ich bin nicht der allergrößte Solo-Konzert-Freund, aber seine beiden Sinfoniekonzerte und sein Violinkozert sind schon sehr gut), weitere chorsymphonische Werke wie die Alt-Rhapsodie oder das Schicksalslied, vor allem aber wegen des (schon mitgesungenen) Deutschen Requiems, einiger (ebenfalls schon mitgesungener) Chöre (wie Nachtwache I und II) und ganz besonders wegen seiner Lieder. Damit meine ich sowohl die vier ernsten Gesänge als auch zahlreiche andere Lieder (weniger die "Magelone").


    Hier einige Aufnahmen seiner wichtigsten Werke:



    Und hier noch meine absolute Lieblings-Brahms-CD:



    Lieder wie "Nicht mehr zu dir zu gehen" könnte ich stundenlang immer und immer wieder hören. Also werde ich mir heute diese CD wieder einmal anhören.


    Und hier noch eine Alt-Rhapsodie, ein Requiem und eine Erste:




    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1682 - 339. Geburtstag von Johann Valentin Rathgeber (Komponist)

    In Oberelsbach in der Rhön wird der Benediktinermönch und Komponist Johann Valentin Rathgeber 1682
    geboren. 1707 tritt Rathgeber als Novize in den Konvent von Kloster Banz ein. Er verschaffte sich dann
    für einige Jahre ein sabbatical vom Klosterleben zur Weiterbildung auf musikalischem Gebiet.

    Links:
    http://www.rathgeber-gesellschaft.de/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Valentin_Rathgeber

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    :):):)

  • 1960 - 61. Geburtstag von Peter Lohse (Trompeter)

    Peter Lohse wurde im sächsischen Freiberg geboren und erhielt seinen ersten Trompetenunterricht im Alter von sechs Jahren. Nach Unterricht am Landesgymnasium Carl Maria von Weber studierte er in der Zeit von 1978 bis 1982 an der gleichnamigen Musikhochschule in Dresden.

    Peter Lohse ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe. Noch während seines Studiums spielte er als Substitut in der Sächsischen Staatskapelle Dresden, seit 1982 ist er deren festes Mitglied.

    Vater und Sohn als Trompetensolisten mit dem Kantor der Frauenkirche Dresden Matthias Grünert:

    L2R: Peter Lohse, Matthias Grünert, Philipp Lohse

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    :):):)

  • 1950 – 71. Todestag von Kurt Weill (Komponist)

    Heute vor 71 Jahren starb der Komponist Kurt Weill (02.03.1900 - 03.04.1950) erst 50-jährig in New York.


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    Der gebürtige Dessauer wollte das ideale zeitgenössische Musiktheater (ohne Angst vor Genreüberschritung zum Schauspiel oder zum Ballett) erschaffen, zuerst in Deutschland bzw. Europa ("Die Dreigroschenoper", "Hapy End", "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", "Die sieben Todsünden" u.a.) und dann in Amerika ("Der Weg der Verheißung", ""The Firebrand of Florence", "The Lady in the Dark", "Street scene" u.a.). Ich habe nur diejenigen Bühnenwerke namentlich genannt, die ich live erlebt habe. Der Welterfolg der "Dreigroschenoper" war ganz gewiss zu einem sehr großen Teil dem Erfolg seiner Songs zuzuschrieben. Das Hauptwerk in der Zusammenarbeit mit Brecht war jedoch die Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Magahonny" - für mich eine der besten, weil wichtigsten, weil notwendigsten Opern, die je geschrieben wurden. Sein Hauptwerk aus seiner amerikanischen Zeit dürfte die Broadway-Oper "Street scene" sein - und es ist ein Jammer, dass es ihm durch seinen frühen Tod nicht vergönnt war, diesen Weg weiterzugehen.


    Hier einige Aufnahmen seiner Werke:



    Dass er auch Instrumenalmusik komponierte, sei nicht verschwiegen, dennoch verstand er sich selbst primär als Bühnenkomponist.



    Hier die Fernsehaufzeichnung der Antrittsinszenierung von Joachim Herz an der Komischen Oper Berlin:



    Und hier noch eine (u.a. mit Josephine Barstow als Anna Maurrant, Samuel Ramey als Frank Murrant, Jerry Hadley als Sam Kaplan und Barbara Bonney in der Nebenrolle der Jenny Hildebrand) prominent besetzte Gesamtaufnahme von "Street scene":


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1957 – 64. Geburtstag von Miriam Gauci (Sängerin)

    Ich möchte noch der maltesischen Sopranistin Miriam Gauci, die ich in den 1990er Jahren mehrfach an der Staatsoper Berlin als wunderbare Butterfly erlebte, zu ihrem heutigen 64. Geburtstag gratulieren.


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    Ich habe mir seinerzeit auch ihre CD's zugelegt, voran "Madame Butterfly" und "Manon Lescaut", aber auch "Suor Angelica" (so wunderbar gesungen wie Butterfly und Manon), "Tosca" und eine Arien-CD. Diese Arien-CD ist aktuell auch verfügbar:




    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 4. April 2021


    1640 – 381. Geburtstag von Gaspar Sanz (Komponist)


    1785 – 236. Geburtstag von Bettina von Arnim (Schriftstellerin)


    1806 – 215. Todestag von Carlo Gozzi (Dramatiker)


    1842 – 179. Geburtstag von Hans Richter (Dirigent)


    1859 – 162. Geburtstag von Medea Figner (Sängerin)


    1875 – 146. Geburtstag von Pierre Monteux (Dirigent)


    1905 – 116. Geburtstag von Eugen Bozza (Komponist)


    1919 – 102. Geburtstag von Magda Tiszay (Sängerin)


    1941 – 80. Geburtstag von Angelica Domröse (Schauspielerin) #19


    1942 – 79. Geburtstag von Maria Speziale (Trompeterin) #21


    1946 – 75. Geburtstag von Sergej Leiferkus (Sänger)


    1947 – 74. Geburtstag von Salvatore Sciarrino (Komponist)


    1955 – 66. Geburtstag von Armin Rohde (Schauspieler)


    1960 – 61. Geburtstag von Jane Eaglen (Sängerin)


    1961 – 60. Geburtstag von Dagmar Pecková (Sängerin) #18


    1967 – 54. Geburtstag von Pierre Besson (Schauspieler)


    1969 – 52. Geburtstag von Piotr Anderszewski (Pianist)


    1972 – 49. Geburtstag von Wladimir Jurowski (Dirigent)

    1972 – 49. Todestag von Stefan Wolpe (Komponist) #20


    1974 – 47. Geburtstag von Dagmar Spengler (Cellistin)


    1983 – 38. Todestag von Gloria Swanson (Schauspielerin)


    1989 – 32. Geburtstag von Andreas Ottensamer (Klarinettist)


    1991 – 30. Todestag von Max Frisch (Schriftsteller)


    1994 – 27. Todestag von Kurt Meisel (Schauspieler und Regisseur)


    2003 – 18. Todestag von Mark Ermler (Dirigent)


    2011 – 10. Todestag von Kurt Rehm (Sänger)

    2011 – 10. Todestag von Hellmut Schneidewind (Trompeter) #22

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1961 – 60. Geburtstag von Dagmar Pecková (Sängerin)

    Ich möchte der tschechischen Mezzosopranistin Dagmar Pecková herzlich zu ihrem 60. Geburtstag gratulieren.


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    Nach ihrem Gesangsstudium in Prag kam sie 1985 ins Opernstudio der Semperoper Dresden und wurde 1989 Ensemblemitglied der Deutschen Staatsoper Berlin. Dort habe ich sie häufig und gerne erlebt, u.a. als Cherubino, Dorabella, Rosina (zuerst noch in deutscher Sprache, dann auch in Originalsprache), Hänsel, Suzuki und Komponist. Nach ein paar Jahren wollte sie freischaffend werden, gastierte in ihrem angestammten Repertoire noch einige Jahre weiter an der Staatsoper Berlin. Ihre weitere Karriere mit Rollen wie Ortrud, Brangäne oder Jezibaba fand dann leider nicht in Berlin statt und ich habe sie daher seitdem leider nicht mehr live gehört. Bei der im Fernsehen übertragenen Lübecker Kaune-"Rusalka" erlebte ich sie (als Jezibaba) erstmals wieder, aber das ist inzwischen auch schon lange her. So wünsche ich ihr zu ihrem heutigen runden geburtstag alles Gute - und mir, dass ich sie vielleicht doch noch einmal auf der Bühne wiederlerleben kann.


    Es gibt deutlich mehr offizielle Aufnahmen von ihr, als ich dachte, ich habe davon nur die Mozart-CD.



    Nachfolgend ein Stück Jezibaba (3. Akt, merkwürdigerweise mit konsequent rausgeschnittener Partnerin) und ihr Berliner Cherubino zum Hören und Sehen, außerdem ihr Berliner Hänsel zum Hören- und dann auch zweu erst wenige Monate alte Fernsehinterviews, wenn auch nicht in unserer Sprache:








    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1941 – 80. Geburtstag von Angelica Domröse (Schauspielerin)

    Die Schauspielerin Angelica Domröse, geboren am 4. April 1941 in Berlin, wird heute 80 Jahre alt.


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    Wie es ihr geht, weiß ich nicht. Ich habe sie leider auch nie live auf der Bühne erlebt, überhaupt nur einmal leibhaftig gesehen (2006 gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Hilmar Thate auf der Beerdigung von Eberhard Esche), aber sie war dennoch zweifellos eine der besten Schauspielerinnen, die die DDR hatte - bis sie sie ab 1980 nicht mehr hatte.

    Ihre berühmtestens Filme waren sicherlich "Paul und Paula" und "Effi Briest". Vorgestern sah ich in der MDR-Mediathek die Storm-Verfilmung "Am grauen Strand, am grauen Meer" von 1980 da war ihre Rolle aber nicht s rgiebig, zudem war sie im Vergleich zu den beiden anderen Filmen jedoch merklich gealtert (eigentlich zu alt für ihre Rolle), es war kurz vor ihrer Ausreise im selben Jahr. Den Sprung ins Alterfach hat sie nicht so gut geschafft wie einige andere, aber in den Filmen um 1970 ist sie ein Ereignis.

    Die "Effi" habe ich auch kürzlich erst vor wenigen Tagen im RBB wiedergesehen, sie könnte dort vielleicht noch in der Mediathek verfügbar sein.


    Hier aktuelle Artikel zu ihrem 80.:


    https://www.sueddeutsche.de/ku…tstag-jubilaeum-1.5253799


    https://www.n-tv.de/leute/Ange…aula-article22469565.html


    Heute Abend kommt um 22.20 Uhr im MDR-Fernsehen "Die Legende von Paul und Paula", anschließend um Mitternacht noch eine Doku über Angelica Domröse und Hilmar Thate - und danach um 00.45 Uhr nochmal "Effi Briest".


    Hier einige ihrer Filme:



    Hier der dritte Teil von "Daniel Druskat", wo sie ebenfalls an der seite ihres Mannes Hilmar Thate spielte:



    Hier noch ein ganz früher Film von ihr (1961):



    Und hier noch ein kurzer Interview-Ausschnitt, auch schon 20 Jahre alt:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1972 – 49. Todestag von Stefan Wolpe (Komponist)

    Mit Stefan Wolpe (*25. August 1902 - †4. April 1972) starb vor 49 Jahren ein Busoni-Schüler, der bedeutenden Einfluss auf die amerikanische Musikkultur nahm, obwohl bei ihm, anders als bei Kurt Weill, die öffentliche Anerkennung ausblieb.


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    Stefan Wolpe war ein originärer Pianist und schrieb bedeutende Werke für dieses Instrument. Er war beeinflusst von Schoenberg, aber es interessierten ihn auch, ähnlich wie bei Weill, Gebrauchsmusik und Jazz. Im amerikanischen Exil (er wurde später eingebürgert) war er im Kreis um Morton Feldmann, John Cage, Earle Brown und anderen aktiv. Über seine Musik könnte man noch viel schreiben. Ich verweise aus Mangel an Können und Zeit auf das folgende Bändchen


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    was man sich leider bei unserem Sponsor gerade nicht besorgen kann.


    Neben seinem gewaltigen Enactment für drei Klaviere aus den fünfziger Jahren, ein Werk, was sicher Einfluss auf die Mehrklaviermusik von Feldman nahm, möchte ich eines meiner Lieblingsklavierstücke von Wolpe aus den dreißiger Jahren vorstellen.


    Es ist die Passacaglia aus dem Jahre 1935, der Höhepunkt der Four Studies on Basic Rows, später von ihm noch einmal für Orchester gesetzt.


    Marc-André Hamelin hat sich schon in seinen sehr frühen Aufnahmen für die Musik Wolpes eingesetzt. Daher möchte ich hier aus einem Live Konzert seine Einspielung der Passcaglia vostellen. Es ist für meine Ohren großartige Zwölftonmusik.



    Pianisten wie Steffen Schleiermacher oder Peter Serkin, aber auch die Pianistin Katharina Wolpe :), haben die Musik Wolpes auf Podium gebracht. Es blieb aber immer Musik für Musiker. Leider :(.


    Wolpe schrieb (ähnlich wie Fauré auch) sehr spät, wenn auch nicht ganz so dramatisch spät ;) ein Streichquartett, zwölftönig, mittlerweile häufiger eingespielt. Ich habe mir auf Empfehlung von lutgra vor kurzem eine Einspielung mit dem Juilliard Quartett gekauft. Das Juilliard hat schon den ersten Teil 20 Jahre vor Beendigung des Werkes gespielt!



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    Der erste Teil dieser Aufnahme ist als netter Film im Internet zu finden





    Wolpe war ein radikaler Neuerer, aber immer am Ausdruck interessiert, wie man hier nachvollziehen kann.


    Ich war jetzt völlig überrascht, auf youtube eine Live-Aufzeichnung mit dem Momenta Quartett zu finden, das ich erst vor ein paar Tagen kennengelernt habe. Seine Musik scheint zumindest unter Kennern zu leben.



    Ich habe momentan wenig Zeit, freue mich aber sehr, hier die Gelegenheit seines 49. Todestages nutzen zu könen, um an Stefan Wolpe, einen bedeutenden und weitgehend unbekannten Komponisten des 20. Jahrhunderts erinnern zu können.


    RIP

  • 1942 - 79. Geburtstag von Maria Speziale (Trompeterin)


    Marie Speziale war die erste Trompeterin in einem der grossen amerikanischen Sinfoniorchester:
    von 1964 bis 1996 war sie Associate Principal Trumpet beim Cincinnati Symphony Orchestra.

    Sie spielte unter Igor Stravinsky, George Szell, Leonard Bernstein, Aaron Copland, Eugene Ormandy, Eric Leinsdorf, Max Rudolf, James Levine and Robert Shaw, mit Duke Ellington und Dave Brubeck hatte sie
    Auftritte als Trompetensolist.


    Seit ihrem Ruhestand ist Maria Speziale auf Konferenzen weltweit unterwegs,
    sie gibt Masterklassen und unterrichtet.


    Heute feiert sie ihren 79. Geburtstag!

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    :):):)

  • 2011 - 10. Todestag von Hellmut Schneidewind (Trompeter)


    Hellmuth Schneidewind war ab 1953 erster Trompeter im Gewandhausorchester Leipzig.

    1956 ging er nach Westdeutschland und wurde erster Trompeter im Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester des WDR. Er lehrte an der Musikakademie Detmold und wurde bekannt durch Soloauftritte und Schallplattenaufnahmen.


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    :):):)

  • 5. April 2021


    1617 – 404. Todestag von Alonso Lobo (Komponist)


    1784 – 237. Geburtstag von Louis Spohr (Komponist u.a.)


    1869 – 152. Geburtstag von Albert Roussel (Komponist)


    1901 – 120. Geburtstag von Curt Bois (Schauspieler)


    1908 – 113. Geburtstag von Herbert von Karajan (Dirigent und Regisseur) #24

    1908 – 113. Geburtstag von Helmut Koch (Dirigent und Chorleiter) #24


    1925 – 96. Geburtstag von Kieth Engen (Sänger)


    1933 – 88. Geburtstag von Eugenia Ratti (Sängerin)


    1961 – 60. Geburtstag von Anna Caterina Antonacci (Sängerin)


    1966 – 55. Todestag von Raymond Sabarich (Trompeter) #55

    1966 – 55. Todestag von Karl Pistorius (Sänger) #27


    1998 – 23. Todestag von John Wilbraham (Trompeter) #26


    2010 – 11. Todestag von Gisela Trowe (Schauspielerin)


    2011 – 10. Todestag von Anneliese Müller (Sängerin) #27


    2013 – 8. Todestag von Piero de Palma (Sänger)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 1908 – 113. Geburtstag von Herbert von Karajan (Dirigent und Regisseur)

    1908 – 113. Geburtstag von Helmut Koch (Dirigent und Chorleiter)

    Heute vor 113 Jahren, am 5. April 1908, wurden gleich zwei bedeutende Dirigenten geboren: Herbert von Karajan (05.04.1908 - 16.07.1989) in Salzburg und Helmut Koch (05.04.1908 - 26.01.1975) in Barmen.


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    Natürlich ist herbert von Karajan der bekanntere und sicher auch bedeutendere von beiden - als langjähriger Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, als musikalischer Chef der Scala, der Wiener Staatsoper, der Salzburger Osterfestspieler und und und. Aber auch Helmut Koch war zumindest in der DDR eine Nummer, galt dort als besonderer Spezialist für alte Musik, waren seine Barock-Schallplatten Renner. Beide dirigierten (zu unterschiedlichen Zeiten) auch an der Staatsoper Berlin, beide versuchten ihre Karriere im Dritten Reich durch ein Parteibuch zu befördern, beide gingen nach dem Krieg sehr unterschiedliche Wege damit umzugehen, beide waren so gute Musiker, dass sie ihre Dirigenten-Laufbahn bis zu ihrem Tod ruhmreich fortsetzen konnten. Koch waren dazu 14 1/2 Jahre weniger Lebenszeit vergönnt als Karajan. Beide Dirigenten waren so gut, dass sie es wert sind, dass man sich an sie erinnert.


    Da es wohl kaum jemanden unter uns gibt, der keine Aufnahme von Karajan zu Hause hat (auf welchem Speichermedium auch immer), stelle ich bei ihm nur wenige Aufnahmen ein und versuche ich ansonsten auf Koch zu konzentrieren.


    Hier also wenige ausgewählte Aufnahmen von Karajan:



    Und hier noch Dokumentarisches in unterschiedlicher Form:



    Selbstredend gibt es von Koch im Vergleich zu Karajan deutlich weniger (das gilt wohl für jeden Dirigenten), hier eine Auswahl:



    Die Schwerpunkte beider ware also sehr unterschiedlich.


    Abschließend noch jeweils ein Musikbeispiel von beiden:



    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Zitat von Stimmenliebhaber

    5. April 2021

    1966 – 55. Todestag von Raymond Sabarich (Trompeter)


    Raymond Antoine Sabarich (23 Juli 1909, Toulouse – 5 April 1966) war ein französischer Komponist und Trompeter, Mitglied von Raymond Legrands Orchester. Nach seinem Studium bei Eugène Foveau am Conservatoire de Paris war er von 1947 bis 1966 Professor für Trompete am selben Konservatorium. Unter anderem war er Lehrer von Maurice André und Pierre Thibaud.

    In dieser Aufnahme des Magnificats von 1948 sind zu hören:

    Soprano: Odette Turba-Rabier; Contralto: Hélène Bouvier; Mezzo-soprano: Nadine Renaux;
    Tenor: Georges Jouatte; Baritone: Camille Maurane

    Lebon, Lavailotte (Flöte); François (Oboe); Raymond Sabarich (Trompete)



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    :):):)

  • Zitat von Stimmenliebhaber

    5. April 2021

    1998
    – 23. Todestag von John Wilbraham (Trompeter)

    John "Jumbo" Wilbraham (15. April 1944, Bournemouth - 5. April 1998, Wells)
    war Trompeter bei den wichtigsten Londoner Orchestern. Er nahm jeweils die Stelle
    der Solotrompete ein bei New Philharmonia (Otto Klemperer), Royal Philharmonic
    (Rudolf Kempe) und BBC Symphony (Pierre Boulez).

    John Wilbraham spielte unter Karl Richter, er tourte mit Neville Marriner und
    dem Philip Jones Brass Ensemble. Mit den Beatles spielte er die
    "Magical Mystery Tour" ein, er arbeitete bei TV und Radioproduktionen mit.


    Als Solist war John Wilbraham bekannt für seine Aufnahmen mit Piccolotrompete des Barock Solo Repertoires. Seine erste Aufnahme als Solist machte er mit 23 Jahren und der Academy of St Martin-in-the-Fields und dem English Chamber Orchestra.

    Links: https://johnwilbraham.co.uk/


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    :):):)

  • Hier eine kleine Würdigung für den Tenor Karl Pistorius, der heute am 5. April vor 65 Jahren gestorben ist. Pistorius stammte aus Eger, wurde dort am 22. September 1898 geboren. Sein Debüt erfolgte in seiner Vaterstadt in der Spielzeit 1924/25, danach war er an den Bühnen von Regensburg, Brüx, Teplitz-Schönau und Düsseldorf engagiert bevor er von 1930 bis 1935 Mitglied der Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. war. Seine Frau, Wally Arno, war ihrerseits auch Sängerin (Sopran). Da sie Jüdin war, zog Pistorius die Emigration einer möglichen Scheidung vor und fand am Stadttheater Zürich ein neues Engagement. Während langen Jahren, von 1935 bis 1963 gehörte er dem Zürcher Ensemble an. Er war der geborene Frack-Tenor, besass unglaublichen Charme und war ideal als Herzensbrecher in zahlreichen Operetten der goldenen und silbernen Aera. In späteren Jahren übernahm er auch Rollen des komischen Fachs und konnte sich auch in diesen Aufgaben des begeisterten Zuspruchs seines Publikums sicher sein. In vielen Uraufführungen wurden ihm wichtige Aufgaben anvertraut. Die Liste umfasst u. a. Werke der Komponisten Leo Ascher (Hochzeitswalzer - 4. Dezember 1937), Joseph Beer (Polnische Hochzeit - 3. April 1937), Ralph Benatzky (Herzen im Schnee - 19. Dezember 1936), Paul Burkhard (Drei mal Georges - 3. Oktober 1936 - und Tic-Tac - 29. März 1947), Bernard Grün (Gaby - 22. Februar 1936), Emmerich Kálmán (Kaiserin Josephine - 18. Januar 1936), Tibor Kasics (Charley's Tante - 31. Dezember 1947), Franz Lehár (Frühling - nachgelassene Operette - 19. März 1955), Hans May (König der Zigeuner - 16. Oktober 1937 - Dirigent: Der Komponist), Victor Reinshagen (Der geliebte Dieb - 29. April 1940 - mit Hilde Güden als Gloria - Dirigent: Der Komponist / vom selben Komponisten auch: Grete im Glück - 7. November 1936 - und Tanz um Daisy - 31. Dezember 1938 - mit Hansy von Krauss als Daisy Dumont), Oscar Straus (Drei Walzer - 5. Oktober 1935). Pistorius komponierte übrigens selber eine Operette - "Der hölzerne Peter" - die am 11. April 1942 am Stadttheater Zürich uraufgeführt wurde. - Zu seinem 25jährigen Jubiläum wurde er mit einem kleinen Beitrag im Jahrbuch des Stadttheaters gewürdigt. Da heisst es beispielsweise: "Als Eisenstein in der 'Fledermaus' absolvierte Karl Pistorius in Zürich sein Engagements-Gastspiel und als Zarewitsch trat er vor 25 Jahren sein Engagement an. Er hat sich das Zürcher Publikum im Fluge erobert, Draufgänger in Person und von Profession, elegant im Frack und hinreissend, wenn es galt, den Naturburschen, sein eigentliches Naturell und Wesen, ins Treffen zu führen. Sein Adam in 'Vogelhändler' war wie sein Seppl Huber in den 'Herzen im Schnee', sein Zigeunerbaron so angriffig wie sein Bolo in 'Polenblut' unwiderstehlich. Er ist immer mit Leib und Seele bei der Sache, das ist das Geheimnis seiner Wirkung. Dieses Geheimnis hat er in sein neues Fach mitgenommen, als er vom Operettentenor nach und nach zum Charakterdarsteller und Komiker hinüberwechselte. Sein fideler Bauer von entwaffnender Liebenswürdigkeit, sein polternder Populescu in der 'Gräfin Mariza', sein strahlend-dämlicher Sigismund im 'Weissen Rössl' , sein mit wenigen Strichen unübertrefflich gezeichneter Enterich im 'Bettelstudent' seien als ein paar wenige Beispiele genannt." - Seine Frau Wally Arno erschien ab und zu als Gast am Stadttheater Zürich. Nur knapp drei Jahre nach seinem Bühnenabschied ist Karl Pistorius in Zürich gestorben.


    Beste Grüsse von Buralicchio

  • 2011 – 10. Todestag von Anneliese Müller (Sängerin)

    Ich möchte noch an den 10. Todestag der Mezzosopranistin Anneliese Müller (08.08.1911 - 05.04.2011) erinnern, die heute vor zehn Jahren im 100. Lebensjahr in einem Berliner Pflegeheim verstarb.


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    Ihre hochgewachsene schlanke Gestalt prädestinierte sie für Hosenrollen wie Cherubino und Octavian. Im September 1945 stand sie in der ersten Nachkiregs-Vorstellung der Staatsoper Berlin, der Premiere von Glucks "Orpheus und Eurydike" im Ausweichquartier Admiralspalast, in der Titelpartie auf der Bühne. Als zehn Jahre später das Stammhaus Unter den Linden mit einer "Meistersinger"-Premiere wieder eröffnet wurde, war sie als Magdalene dabei.


    In einigen Nachkriegsaufnahmen ist sie zu hören:



    Hier ihr Orlofsky-Couplet:


    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • 6. April 2021


    1520 – 501. Todestag von Raffael (Maler u.a.)


    1528 – 493. Todestag von Albrecht Dürer (Maler u.a.)


    1641 – 380. Todestag von Domenichino (Maler)


    1660 – 361. Geburtstag von Johann Kuhnau (Komponist u.a.)


    1671 – 350. Geburtstag von Jean-Baptiste Rousseau (Schriftsteller)


    1708 – 313. Geburtstag von Johann Georg Reutter (Komponist) #30


    1779 – 242. Todestag von Tommaso Traetta (Komponist)


    1815 – 206. Geburtstag von Robert Volkmann (Komponist)


    1817 – 204. Todestag von Bonaventura Furlanetto (Komponist)


    1897 – 124. Geburtstag von Fritz Erpenbeck (Schriftsteller)


    1916 – 105. Geburtstag von Walter Jupé (Schauspieler)


    1927 – 94. Geburtstag von Bogna Sokorska (Sängerin)


    1929 – 92. Geburtstag von Edison Denissow (Komponist)

    1929 – 92. Geburtstag von André Previn (Dirigent und Pianist)


    1931 – 90. Geburtstag von Joan Carlyle (Sängerin)


    1940 – 81. Geburtstag von Marie Anne Fliegel (Schauspielerin)


    1941 – 80. Geburtstag von Hans W. Geißendörfer (Regisseur, Autor u.a.)


    1944 – 77. Geburtstag von Felicity Palmer (Sängerin)


    1950 – 71. Geburtstag von Johannes Winkler (Dirigent)


    1971 – 50. Todestag von Igor Strawinsky (Komponist u.a.) #31


    1977 – 44. Geburtstag von Matthias Schloo (Schauspieler)


    1978 – 43. Todestag von Carlo Tagliabue (Sänger)


    1997 – 24. Todestag von Stephan Hermlin (Schriftsteller)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Zitat von Stimmenliebhaber

    6. April 2021


    1708 – 313. Geburtstag von Johann Georg Reutter (Komponist)



    Johann Georg Reutter, der Jüngere, get. 6.4.1708 Wien, † 11.3.1772 Wien.


    entstammte einer Musikerfamilie, wurde am Wiener Kaiserhof ausgebildet und nach einer Studienreise durch Italien 1731 als Hofkomponist angestellt. Am Wiener Hof war er als Hof- und Domkapellmeister die zentrale Persönlichkeit der Musikszene. Auf Talentsuche für geeignete Domsängerknaben hat er in Hainburg Joseph Haydn entdeckt, der unter ihm Sängerknabe und wichtige musikalische Erfahrungen sammelte.


    Johann Georg Reutter hat Opern, Kirchen- und Instrumentalmusik komponiert.


    Links:

    https://www.musiklexikon.ac.at…sik_R/Reutter_Familie.xml

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    Reutter: Or che dorme l'idol mio

    Philipp Mathmann (Sopran),
    Capella Jenensis, Gerd Amelung (Cembalo & Leitung)


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