Englands größter Komponist - William Byrd

  • Zitat

    Ich habe übrigens vor ein paar Tagen bei berkshire record outlet in den USA ein Exemplar von Moroneys Gesamtaufnahme für $ 40 plus Porto ergattert .....


    Hm aber wenn man das Porto (mindestens 16 Dollar) und die möglicherweise
    nicht wenigen Zollgebühren mitrechnet, relativiert sich das ganze schon ein bisschen. Trotzem: Gratulation zum Kauf ! :D

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • hi, teddy


    darf ich dich um noch eine empfehlung bitten (und wenn's wer anderer weiß, keine falsche bescheidenheit bitte):


    ich bin auf der suche nach the battle (or battell) mb94. und zwar alle sätze.
    vielleicht muss ich dazu nicht den gesamten moroney kaufen...


    :hello:

  • Hallo, Moroney ist noch nicht hier eingetroffen, aber ich habe eine Version mit 15 Sätzen von Jean Patrice Brosse auf Disques Pierre Verany PV.786094, 1985 aufgeommen, dauert 21'40. Die CD heißt Batailles à Versailles und bietet nur Schlachten, von D'Andrieu, Couperin, Kuhnau, Kerll, Frescobaldi und eben Byrd.
    Brosse spielt ein hier mitteltönig gestimmtes Ruckers-Cembalo aus den Sammlungen von Schloß Versailles.


    Auf amazon.fr hat es ein bezahlbares Exemplar; die Verkäufer auf amazon.de spinnen ...


    The Battell findet sich ja im Ladye Nevells Booke - Frau Farr's Einspielung nennt sich komplett, aber sie braucht keine 13 Minuten für das Stück - entweder lässt sie Wiederholungen oder Teile weg ...

  • Zitat

    Original von miguel54
    ....eine Version mit 15 Sätzen von Jean Patrice Brosse auf Disques Pierre Verany PV.786094, 1985 aufgenommen, dauert 21'40. Die CD heißt Batailles à Versailles


    Die Scheibe hab ich auch. Meines Erachtens ist sie gut gelungen. Vielleicht etwas plakativ, aber bei dem Stück kann man kaum was anderes machen...



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -

  • Ich wundere mich sowieso über Observators Hang zu knalligen und bimmelden Cembalo-Piecen ! :D
    Ich kenn die CD zwar nicht, empfehle aber hier, wie auch an anderer Stelle, wieder Liz Farr, bei der das Böllern so nach ca. 13 Min. zum Stillstand kommt,(richtig sie lässt Wiederholungen weg!)

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Zitat

    Original von BigBerlinBear
    Ich wundere mich sowieso über Observators Hang zu knalligen und bimmelden Cembalo-Piecen ! :D


    och, weißt du, ich bin als kind in einen topf mit der batalia von biber gefallen...



    nachdem ich leider kurz ein krankenhaus von innen betrachten konnte, ist es natürlich etwas schwer, hier im erlauchten kreise anknüpfen (wer weiß, wo die karawanen inzwischen schon wieder sind :rolleyes: ).


    aber, mon chèr michel cinquante-quatre: die franzeln spinnen noch mehr!
    wenn man deinen link bestellt, kriegt man die bedauerliche antwort, dass diese bestellung ausnahmsweise nicht ausgeführt werden kann. recherchiert man brosse/byrd neu, kommen genau die 70€ daher wie bei den fritzeln. :angry:
    (zur erheiternden abregung kann man dann nur brosse recherchieren...)

  • Moroneys Byrd-Box ist heute morgen hier eingetroffen, hat mich keinen Zoll gekostet (weil die Herrschaften von Berkshire Record Outlet clevererweise unter der Zollgrenze deklariert haben!) und umgerechnet incl. Porto 40 Euronen - damit bin ich zufrieden, zumal die Musik fantastisch ist! Sehr gut aufgenommen, tolle Instrumente, und so entspannt und zugleich temperamentvoll habe ich Moroney noch nie gehört! Das hat sich gelohnt!


    The Bells spielt er hinreißend. Aber bei The Battell lässt er auch die Wiederholungen weg und braucht nur 12:40 Minuten.


    Vielleicht haben die Herrschaften in Kalifornien noch Exemplare ....

  • Zitat

    Original von observator
    aber, mon chèr michel cinquante-quatre: die franzeln spinnen noch mehr!
    wenn man deinen link bestellt, kriegt man die bedauerliche antwort, dass diese bestellung ausnahmsweise nicht ausgeführt werden kann. recherchiert man brosse/byrd neu, kommen genau die 70€ daher wie bei den fritzeln. :angry:
    (zur erheiternden abregung kann man dann nur brosse recherchieren...)


    Très étrange ..... ich wollte es wissen, und bei mir ist die Bestellung problemlos durchgegangen - jetzt warte ich auf die Bestätigung des Verkäufers. Du hörst von mir!

  • nun halte ich sie dank tätiger mithilfe eines netten deutschen michels in händen.
    leider gibt es von china bis usa kein bildchen zu verlinken:


    batailles a versailles


    jean -patrice brosse spielt auf einem 1628er ruckers und einem 1746er blanchet werke von
    d'andrieu
    couperin
    (legrand)
    kuhnau
    kerll
    frescobaldi

    und eben
    byrd (topic!)


    die aufnahme ist aus der frühzeit der numerischen enregistrierung, 1985, das label pierre verany ist inzwischen wohl arion geworden. im booklet sind ruckers und kerll falsch geschrieben. aber toller inhalt!
    mein erster ohreneindruck: ziemlich zirpig!


  • Den Hogwood habe ich versucht in Japan zu bestellen, ist aber nicht mehr lieferbar. Es gibt anscheinend ein (ziemlich teures) 3-CD-set bei amazon.co.uk. So wichtig ist mir das z. Zt. nicht.


    Das Pinnock-Recital habe ich nach einigem Zögern bei 2**1 gekauft (13 EUR für LP-Länge von 48 min, dafür bekommt man ein Foto eines jugendlich langhaarigen Pinnock im Jeans-Hemd).
    Gefällt mir durchaus, aber eine Sache finde ich sehr schade: Nur zwei Tracks wurden auf einem Virginal gespielt, obwohl das ganz wunderbare Klänge produziert (klingt stellenweise eher wie eine Flöte oder ein entsprechendes Orgelregister, besonders deutlich bei track 2 "My Lady Careys Dompe", klingt wie die Begleitmusik zu einem Fantasy-Computerspiel :D).


    Oder hat das technische Gründe und die virtuoseren Stücke sind besser auf dem Cembalo zu bringen. Klanglich finde ich das hier wesentlich weniger reizvoll.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Gefällt mir durchaus, aber eine Sache finde ich sehr schade: Nur zwei Tracks wurden auf einem Virginal gespielt, obwohl das ganz wunderbare Klänge produziert (klingt stellenweise eher wie eine Flöte oder ein entsprechendes Orgelregister, besonders deutlich bei track 2 "My Lady Careys Dompe", klingt wie die Begleitmusik zu einem Fantasy-Computerspiel.


    Das ist auch schade, aber vielleicht wollte man zur Zeit der Aufnahme – es ist ja immerhin ursprünglich eine LP aus den 70ern (oder frühen 80ern?) gewesen, deshalb auch die Kürze – die Kundschaft nicht allzu sehr mit fremdartigen Klängen verschrecken.


    Zitat

    Oder hat das technische Gründe und die virtuoseren Stücke sind besser auf dem Cembalo zu bringen. Klanglich finde ich das hier wesentlich weniger reizvoll.


    Technisch muss alles auf beiden funktionieren. Wenn Du Interesse hast, suche ich ein paar Aufnahmen mit größerer Virginal-Beteiligung zusammen.
    BBB und Miguel wissen da sicherlich auch noch was.

  • Zitat

    Original von observator
    leider gibt es von china bis usa kein bildchen zu verlinken:
    batailles a versailles


    Du hättest in Frankreich suchen sollen! :D


    Von der Website des Cembalisten Jean-Patrice Brosse



    Ein Bildchen im wahrsten Sinne des Wortes!


    Es gab eine nachauflage, die sah so aus:


  • Die einzige CD auf der nur Virginal gespielt wird, die ich auf Anhieb finde, ist diese hier vom verstorbenen Bradford Tracey:



    Sweelinck, Morley, di Lasso, Tisdale, Anonymus, Bull, Gibbons, Scheidt - leider kein Byrd! Bei Fono Schallplatten Münster erschienen, LP 1979, CD 1990. Das Instrument hat John Koster in Boston 1974 nach einem Doppelvirginal von Hans Ruckers, Antwerpen 1591 gebaut.
    Es gibt noch zwei weitere "verdächtige" CDs von Tracey, eine mit Musik von Giles Farnaby bei FSM und eine mit englischer Cembalomusik auf dhm - ob er da Virginale verwendet, kann ich nicht feststellen, ich habe nur die abgebildete. Das Gerät klingt gut und ist natürlich und präsent aufgenommen.


    Die o.a. CD von Skip Sempé, Pavana - The Virgin Harpsichord auf Astrée enthält 14 (von 26) Stücken auf dem am schönsten klingenden Virginal (flämischer Typ, 1979 von Martin Skowronek gebaut), das ich je gehört habe!!!


    Colin Tilney hat 1974 für die Relexe-Serie der EMI eine LP mit Musik von William Byrd gemacht, auf der er die Hälfte der Stücke auf einem flämischen Virginal von Martinus van der Biest aus Antwerpen spielt, aber die ist meines Wissens nur innerhalb der Box-Set Wiederveröffentlichungen der Serie auf CD erschienen (war in Folge 4).




    Ansonsten ist Achtsamkeit angesagt, den meistens wird zwar Virginalmusik auf das Cover geschrieben, aber ein Cembalo benutzt.

  • Zitat

    Original von miguel54


    Du hättest in Frankreich suchen sollen! :D



    hab ich ja auch! "image non disponible"



    du traust dich was! jetzt, wo wir unter aufsicht der copyrightforce sind... ;)

  • Von Tilney gibt es auch eine CD mit dem Titel "Go from my Window" mit Stücken von "Byrd, Gibbons, Bull, Sweelinck and others".
    Da spielt er ausschließlich Virginal, aber ein italienisches, was wieder ein bisschen anders klingt.
    Die CD wird gerade bei ebay-Österreich angeboten, so Tante Google Recht hat.


    Tilney ist allerdings ein eher bedächtiger Spieler und vielleicht als interpretatorischer Vorfahr von Frau Farr zu betrachten – jedenfalls auf den Einspielungen, die ich kenne.

  • Zitat

    Original von Hildebrandt


    Technisch muss alles auf beiden funktionieren. Wenn Du Interesse hast, suche ich ein paar Aufnahmen mit größerer Virginal-Beteiligung zusammen.


    Davon, daß man das spielen kann, bin ich auch ausgegangen. Aber vielleicht ist es nachvollziehbar, daß man meint, die virtuoseren Stücke kämen auf dem brillanter, aber auch härter klingenden Cembalo besser zur Geltung.


    Ich habe jetzt mal die noch erhältliche der Sempé-Scheiben Pavana... bestellt


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl


    Davon, daß man das spielen kann, bin ich auch ausgegangen. Aber vielleicht ist es nachvollziehbar, daß man meint, die virtuoseren Stücke kämen auf dem brillanter, aber auch härter klingenden Cembalo besser zur Geltung.


    Kann sein. Dazu kommt ja auch das größere Volumen und die Variabilität mit mehreren Saitenbezügen statt nur einem wie beim Virginal.
    Damals wie heute scheint das Cembalo immer noch die Königsklasse der Zupfklaviere zu sein.


    Zitat

    Ich habe jetzt mal die noch erhältliche der Sempé-Scheiben Pavana... bestellt


    Rocking plectra. :D
    Es wird Dir gefallen.

  • ... und: rocken die Kiele? :D


    Bis dahin:


    Habe eben im Fono Forum eine Rezension der neuen CD von Leon Berben auf Ramée gelesen - angesichts der Gesamtaufnahme von Moroney hat die wohl noch niemand? Soll sehr gut sein, und die Orgel auch ...



  • Hallo!


    Zitat

    Original von salisburgensis
    BBB hat schon erwähnt, in welch feindlicher Umgebung sich der Katholik Byrd zu behaupten wußte. Ja, er konnte sich eine ganze Menge erlauben ohne dafür ernsthaft belangt zu werden, u.a. das Ordinarium Missae zu vertonen und sogar unter seinem Namen zu veröffentlichen.


    Das "klassische" Ordinarium Missae hat er aber nicht verwendet, jedenfalls nicht in den Messen, die hier mit dabei sind:



    Immerhin sind die Texte liturgisch und lateinisch, das dürfte ketzerisch genug gewesen sein...
    Oder zählt das so auch als Messe im engeren Sinne? Bei einer älteren Messe von Tallis, die ich kenne, ist jedenfalls Gloria, Credo etc. wie man es kennt.


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Zitat

    Original von Pius
    Das "klassische" Ordinarium Missae hat er aber nicht verwendet, jedenfalls nicht in den Messen, die hier mit dabei sind:



    Soweit ich weiß, gibt es drei Messen, je eine zu 3, 4 und 5 Stimmen.
    Hier z. B. sind sie alle drauf:


    Satzfolge aller drei: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei.

  • Hallo Hildebrandt!


    Zitat

    Original von Hildebrandt


    Soweit ich weiß, gibt es drei Messen, je eine zu 3, 4 und 5 Stimmen.
    Hier z. B. sind sie alle drauf:


    Satzfolge aller drei: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei.


    Auf meiner CD sind (wenn die Angaben denn stimmen) zwei Messen zu 5 Stimmen drauf: Missa á 5 In Tempore Paschali und Missa á 5 In Assumptione Beatae Mariae Virginis.
    Und ein Kyrie, Sanctus etc. habe ich da nicht herausgehört (das muß aber noch nichts heißen) - ich werde mir die CD aber nochmal rauslegen und genauer nachhören.
    Der Text ist nicht abgedruckt, aber die Satzfolgen der erstgenannten Messe ist beispielsweise
    Introitus: Resurrexi - Graduale: Haec dies - Sequence: Victimae paschali - Offertorium: Terra tremuit - Communio: Pascha nostrum,
    also nicht wie üblich...


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Lieber Pius,


    Du bist Betrügern aufgesessen. :D
    Mir scheint, da wurden verschiedene Byrd-Sätze zu einer liturgischen Abfolge zusammengestellt, die als Messe durchgehen könnte (was sie aber nicht tut).


    Selbst mein zugegeben altes MGG behauptet, dass es exakt drei Messen Byrds gebe.


    Und die kann ich auch noch anbieten:



    Und die auch noch:



    Mehr geben mein Platten- und Bücherschrank beim besten Willen nicht her – keine einzige weitere Byrd-Messe. :no:


    Singen sie denn wenigstens schön, die Betrüger? :D

  • Hallo Hildebrandt,


    Zitat

    Original von Hildebrandt
    Du bist Betrügern aufgesessen. :D


    8o - zum Glück gibts ja dieses tolle Forum mit kundigen Kennern wie Dir, um solche Betrügereien aufzudecken... :)


    Zitat

    Singen sie denn wenigstens schön, die Betrüger? :D


    Zumindest zufriedenstellend. Das Ensemble Chanticleer kannte ich schon von einer Palestrina-Aufnahme, die mich aber mehr begeistert hatte.


    Jetzt sind die echten Messen von Byrd auch noch auf meinem Wunschzettel gelandet - dieses schreckliche Forum mit CD-Kauf-Verführern wie Dir kostet mich viel zu viel Zeit und Geld... :wacky:


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Zitat

    Original von Pius
    Das Ensemble Chanticleer kannte ich schon von einer Palestrina-Aufnahme, die mich aber mehr begeistert hatte.


    Missa pro defunctis + Motetten, dachte ich mir. :D


    Zitat

    Jetzt sind die echten Messen von Byrd auch noch auf meinem Wunschzettel gelandet - dieses schreckliche Forum mit CD-Kauf-Verführern wie Dir kostet mich viel zu viel Zeit und Geld...


    Ich empfehle die Aufnahme mit den Tallis Scholars. Aber vielleicht gibt es ja noch mehr Empfehlungen, aus Berlin z. B.

  • Servus,


    auf folgender CD ist zwar nur ein einziges Stück von William Byrd drauf, aber allein deswegen hat sich für mich der Kauf schon gelohnt:



    Taverner & Tudor Music II: Musik von Fayrfax, Taverner, White, Byrd und Tallis


    Ars Nova Copenhagen
    Paul Hillier



    Wenn Byrd nicht runde 400 Jahre älter wäre, könnte man nämlich auf die Idee kommen, dass er sein Christe qui lux es et dies bei Arvo Pärt abgelauscht hätte.



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Da freute sich der Hase:
    "Wie schön ist meine Nase
    und auch mein blaues Ohr!
    Das kommt so selten vor."
    - H. Heine -