Eintrittspreise

  • Interessante Argumente. Auf eines möchte ich bzgl. Baden-Baden aber noch hinweisen:
    Das Festspielhaus hat sich in der Region auch bei "normalen" Leuten einen gewissen Ruf erworben, nicht zuletzt auch durch die regelmäßige Berichterstattung in der Presse. Es existiert durchaus eine Bevölkerungsschicht, bei der es sich vielleicht nicht um erfahrene Klassikfans handelt, die aber aber hochwertige Musikaufführungen schätzt und nach dem Motto "Festspielhaus, da weiß man, was man hat" bereit ist, hin und wieder eine gewisse Summe für einen Abend auszugeben (Quelle: Gespräche im Bekanntenkreis). Auch solche Leute braucht der Kulturbetrieb! Und die werden das Spiel irgendwann nicht mehr mitmachen. Dann fahren eben die einen nach Stuttgart oder Straßburg und die anderen bleiben ganz zuhause.


    Apropos: Wenn ich das nächste Mal wieder zuhause bin, werde ich mir auch das Programm von Stuttgart und Straßburg ansehen. Was erwartet mich da bzgl. Preise und Qualität?



    Thomas Deck

  • Zitat

    Original von lohengrins
    wenn ich für Karten in der Staatsoper Unter den Linden mehr als 200 Euro pro Karte ausgeben soll.


    Ich war das letzte Mal 1999 in der Staatsoper Unter den Linden. Es war eine normale Zauberflöte und die teuerste Kategorie hat ca. 90 DM gekostet.


    => das wäre ja ein Faktor 4 im Preis in 7 Jahren. Da kann man ja gar nicht mehr die Inflationsrate ausrechnen. ;( ;( ;( :motz: :motz: :motz:

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Zitat

    Original von Melot1967
    (...) und die Karten für diesen verschobenen Pavarotti-Abend kosten bis 950 - ich musste unbedingt einen Screenshot davon machen als Beweis. Mich würde interessieren, wer 1) zu so etwas geht und 2) noch dazu so viel zahlen würde. :D



    Diese Preise muss jetzt ohnehin niemand mehr zahlen, da auch dieser Abend mit "Big P." nun ausfallen muss.


    Quelle: tirol.com


    "Pavarotti wegen Krebs operiert - Konzerte abgesagt


    Startenor Luciano Pavarotti hat sich in New York einer Operation wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs unterzogen.



    Pavarotti erhole sich gut, erklärte sie, alle Auftritte für dieses Jahr seien aber abgesagt worden. Betroffen davon ist auch das ursprünglich bereits für April geplante, auf den 9. September verschobene Konzert im Wiener Konzerthaus.


    Der 70-jährige Sänger war in der vergangenen Woche schon fast auf dem Weg zu einem Auftritt im Rahmen seiner Abschiedstournee in Großbritannien, als bei ihm eine krebsartige Wucherung entdeckt wurde.


    Sie sei in der Operation vollständig entfernt worden, erklärte Robson. Pavarotti bleibe zunächst noch im Krankenhaus. Wann die Operation genau stattfand und in welchem Krankenhaus sich Pavarotti aufhielt, wollte Robson nicht sagen.


    Konzertauftritte werde Pavarotti vermutlich erst Anfang kommenden Jahres wieder aufnehmen können, sagte Robson. Der Sänger musste schon fünf Juni-Auftritte und acht im April wegen einer Rückenerkrankung absagen.


    Geplant waren in diesem Jahr außer in Österreich auch Konzerte in Finnland, Norwegen, der Schweiz und Portugal. Der Auftritt sollten im Rahmen von Pavarottis Abschieds-Tournee stattfinden."

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo Thomas,


    meine Erfahrung ist, dass immer horrendere Preise für mittelmäßige Künstler verlangt wird, oder solche, die von den Medien hochgejubelt wurden und werden - und dann wudert man sich, wenn die Opern- und Konzertsääle leer bleiben .


    Wirkliche "Highlights" finden heute IMHO nur noch selten statt, und wenn, findet man Sie eher auf kleinen Bühnen mit eher unbekannten Esemble - eine Zeiterscheinung? Meine Meinung nach nicht !!!

    Beste Grüße aus Bonn
    Matthias


    Ich tu', was meine Pflicht gebeut, doch hass' ich alle Grausamkeit (ROCCO)

  • eine kleine überschlags-rechnung bezüglich der kosten ohne subventionen - ein symphonie-orchester:


    2000 € brutto-gehalt je musiker
    2000 € nebenkosten je musiker (abgaben, krankheit, karenz, kleidung, reisekosten, mieten für proben und aufführung, instrumente, werbung, ....)


    macht pro monat und person 4000 €


    anzahl der musiker = 100


    ergibt kosten pro jahr 4 800 000 €



    das orchester spielt 4 mal pro woche - ergibt ca. 200 aufführungen pro jahr
    pro aufführung 500 zahlende besucher


    ergibt einen durchschnittspreis von 48 € je karte.


    mit der üblichen staffelung, also ein preisbereich von 20 bis 100 €


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Hallo faun,


    ein gravierender Fehler: Ein großes Symphonieorchester hat wenigstens 130-140 Planstellen. Außerdem ist die Rechnung mit 12 Monatsgehältern auch sehr optimistisch.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von Theophilus
    ein gravierender Fehler: Ein großes Symphonieorchester hat wenigstens 130-140 Planstellen.


    Der gravierendere Fehler dürfte sein, dass vermutlich mehr von den Kosten durch die öffentliche Hand und/oder Sponsoren getragen wird als durch Eintrittspreise. (In einen großen Orchester mit 130 Planstellen verdient höchstens der Hausmeister EUR 2000 brutto...)


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Salut,


    natürlich wurde das wichtigste vergessen: Urlaub!


    Außerdem kommen Kosten für den Unterhalt [Strom, Wasser, Zinsen oder Miete etc...] des Konzertgebäudes hinzu. Es geht ohne Subventionen in den seltensten Fällen auf...


    Allein das Staatstheater in Karlsruhe bekommt schon 60 Mio. [!] Zuschuß - ob DM oder € spielt da wohl keine Rolle mehr [ich habs nämlich vergessen].


    :hello:


    Ulli