Paul Potts - Aschenputtel als Tenor?

  • P.P. kokettiert doch gerade damit, daß er kein richtiger Sänger ist -sprich, ohne Ausbildung, Auftrittspraxis etc.- und genau so muß man ihn einordnen, als das Phänomen eines nicht unbegabten Amateurs, der es unter anderen Umständen mglw. weiter gebracht hätte - oder eben auch nicht.


    Das von bisher niemandem erwähnte kreischende Geräusch in der Atmosphäre ist übrigens Beethoven, der im Grabe rotiert, wenn der Telekom-Spot mit P.P. gezeigt wird....


    Grüße!


    Honoria

    "...and suddenly everybody burst out singing"
    Busman's Honeymoon

  • Zitat

    Original von Fides
    Es ist doch wohl klar, dass Paul Potts KEIN Opernsänger ist! Das hat er meines Wssens nach auch nie behauptet zu sein und wenn er in seinen kühnsten Träumen evtl. auf einer Opernbühne steht und live singt...dann weiß er sicher, dass dies eben nur Träume bleiben.


    Mr. Potts hat aber eben schon vor seiner beispiellosen Telekom-Karriere Don Carlo und sogar Radames auf der Bühne gesungen.


    M.

  • Als Don Carlo war er ja zumindest physiognomiemäßig richtig besetzt,


    aber Radames wäre wohl wirklich eine Zumutung.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Zitat

    Original von Mengelberg


    Mr. Potts hat aber eben schon vor seiner beispiellosen Telekom-Karriere Don Carlo und sogar Radames auf der Bühne gesungen.


    M.


    ECHT!?!? Wahnsinn......

  • Naja, physiognomisch habe ich mit Pavarotti als jugendlichem Liebhaber auch meine Probleme. Aber wenn ich die Augen schliesse und die Stimme höre (in älteren Aufnahmen)...

  • Paul Potts lebt durch die Legende, dass er es vom Handy-Verkäufer ohne sängerische Vor- oder Ausbildung zum alle zu Tränen rührenden Tenor gebracht hat. Das scheint nicht ganz so zu stimmen. Denn es gibt durchaus auch Informationen über ein Engagement an einer kleineren Bühne, die dem vom-hässlichen-Entlein-zum-strahlenden-Schwan-Image widersprechen.

    mit freundlichen Grüßen
    Martina
    Auf dem Rohre taugt die wonnige Weise mir nicht!

  • Hallo,


    es jemand, der vom Crossover, der Mischung der Sparten kommt und Opernfan wurde, verfolge ich die Diskussion. Ich mag Paul Potts stimme nicht und mag nicht, was er singt ! Nichtsdestotrotz muß auch der Operngesangs-Purist akzeptieren, daß es heute neben Oper, Operette, Lied und Musical für ausgebildete SängerInnen noch ein fünftes Feld gibt, den Crossover. Relativ traditionell ist da noch Volker Bengl, der Schüler Schocks, der auch schon Operndienst getan hat und Opernarien aufgenommen. Auch Johannes Kalpers singt neben Klassikpop Konventionelles, läßt sich an Opernhäusern öfter für Tenorwurzen engagieren, hat bei einer Gesamtaufnahme von Händels Saul mitgewirkt und eine CD mit Schubert-Liedern aufgenommen. Also gemach, denn es geht noch viel schlimmer: So machte der Popsänger Michael Bolton vor Jahren eine CD, weil er Pavarotti verehrte, auf der er versuchte, italienische und französische Tenorarien zu singen, nicht als Scherz, nicht parodistisch, sondern ernsthaft ! Etwa zeitgleich kam die italienische Popsängerin Philippa Giordano auf den Markt und sang italienische Belcanto-Sopranarien als Schlager. Auch die britische Teenie-Sopranistin Charlotte Church, die sich an Musik versuchte, die für sie um Nummern zu schwer war, ist mir in unguter Erinnerung ! Kann man es ändern ? Nein ! Also, den Crossover-SängerInnen Gerechtigkeit widerfahren lassen und nicht aufregen ! Sind Euch die genannten Beispiele alle bekannt ?


    Gruß,


    Antalwin

  • Hallo Antalwin,


    alle von Dir aufgeführten Fälle sind mir auch bekannt und bei keinem würde ich den Wunsch verspüren, ihn(sie) mir live anhören zu wollen. Am ehesten lasse ich da auch noch Volker Bengl gelten.


    :hello:


    Jolanthe

  • Hallo,


    ich habe ja nur versucht, ein Phänomen zu beschreiben, niemand muß diese Interpreten hören. Übrigens, ein Bruder von Annette Dasch ist Mitglied der "Opernsänger-Boygroup" ADORO.


    Gruß,


    Antalwin