Die wichtigsten Dichter/Autoren des 19. Jahrhunderts

  • Ich wage mich ganz kühn versuchsweise mit einer natürlich sehr angreifbaren 10er-Liste vor - alles, was so reduziert ist, ist zwangsläufig angreifbar, weil wir hier ja schon ein Niveau haben, bei dem es sehr schwierig ist, Wertungen vorzunehmen:
    (in zufälliger Reihenfolge)


    Henrik Ibsen
    Anton Tschechow
    Georg Büchner
    Charles Baudelaire
    Heinrich Heine
    Fjodor Dostojewski
    Emily Bronte
    Theodor Fontane
    Edgar Allan Poe
    Gustave Flaubert


    Schweren Herzens nicht dabei sind z. B. Theodor Storm, Marie von Ebner-Eschenbach, Annette von Droste-Hülshoff, C. F. Meyer, Clemens Brentano, die neben anderen der begrenzten Anzahl und der Einbeziehung internationaler Autoren zum Opfer gefallen sind. Auch bei den Russen und den Engländern ist mir um einige leid, und ich gestehe, dass ich mir bei den Franzosen nur deshalb weniger schwer getan habe, weil ich mich dort weniger gut auskenne.
    Arthur Schnitzler wäre unbedingt dabeigewesen, zöge ich nicht vor, ihn in das 20. Jh. zu stecken, weil einige wichtige Werke wie "Das weite Land", "Fräulein Else", "Traumnovelle" eindeutig in jenem geschrieben sind, und "Anatol" (1893), "Reigen" (1897) und "Lieutenant Gustl" (1900) ihm zeitlich und ästhetisch sehr nahe kommen.


    Liebe Grüße,
    Martin
    :untertauch:

  • Lieber Pius,
    das Problem ist, daß man bei einer so begrenzten Liste eine Auswahl treffen muß. Sie fällt dann natürlich sehr persönlich aus.
    Zola etwa wäre ein Fixstarter bei einer längeren Liste, aber ich mag ihn nicht, während ich Corbière heiß liebe. Ergo ist Corbière drin und Zola draußen. Ebenso im Fall Dickens, den ich rückhaltlos als bedeutende Erscheinung anerkenne, der für mich jedoch ein betulicher Schwafler ist. Ergo...
    Thackeray hingegen finde ich nicht unbedingt interessant, er wäre wahrscheinlich auch bei einer 50er-Liste kein Fixstarter.


    Thoreau ist ein Grenzfall, ich kenne von ihm wenig, gerade einmal ein paar Gedichte (wenig aufregend) und "Walden" - stilistisch ganz gut, aber kein Vergleich zu Poe und Melville. Ergo stecke ich Thoreau aufgrund seiner eigentlichen Bedeutung eher zu den Philosophen.


    Mickiewicz ist eine dermaßen lokale Ausprägung, daß ich ihn nicht in eine so kurze Liste nehmen kann. Er ist ein guter Romantiker, aber kein Puschkin und schon gar kein Mallarmé. Lönnrot hingegen ist nach meinem Kenntnisstand nicht der Autor sondern der Herausgeber der "Kalewala", die einen Fixplatz hätte, wenn es um die bedeutendsten Epen ginge.


    Tschechow ist für mich mit dem 19. Jahrhundert ein Problem: Ich weiß, welcher Einwand jetzt kommt. Aber für mich ist Tschechow der erste des 20. Jahrhunderts. Seine Sprache ist völlig modern, seine Thematik ebenfalls. Sogar sein Witz ist eher surreal. Tschechow wurzelt nicht einmal mehr in der Romantik, es gibt kaum Symbolismus bei ihm.
    Wenn man ihn unbedingt ins 19. Jahrhundert einfordert, fliegt, um bei 30 zu bleiben, bei den Franzosen schweren Herzens Huysmans, aber niemals Garschin. Man braucht nur "Die rote Blume" zu lesen und weiß, wieso.


    Warum Grabbe und nicht Grillparzer - ganz einfach: Grabbe konnte Deutsch und war kein Langeweiler... :D


    :hello:

    ...

  • Lieber Edwin,


    bei Dir taucht auch bei den Amis nicht Whitman auf. Wieso?? Liegt der Dir persönlich weniger?


    :hello:
    Wulf

  • Eine Frage, ob Ibsen nicht bedeutender sei, als H. C. Andersen, zeigt für mich, dass man wohl schon vielleicht nicht 2000 :D, aber ca. 200 Autoren und Autorinnen nennen müßte, um die wichtigsten des 19. Jahrh. zu nennen, ohne welche die literarische Entwicklung dieser Zeit undenkbar ist und für die sich alle sehr gute Argumente anführen lassen, weswegen sie auch in einer 30er-Liste vertreten sein könnten.


    Deswegen hier nur meine ganz nach persönlicher Vorliebe getroffene Auswahl. Alle genannten halte ich jedoch für erstklassig:


    Tieck
    Jean Paul
    Heine
    Büchner
    Immermann
    Weerth
    Gutzkow
    Grabbe
    Raabe
    Keller


    Dostojewski
    Gogol
    Tschechow


    Potocki


    Andersen
    Jacobsen
    Bang


    Flaubert
    Balzac
    Stendhal


    Manzoni
    Leopardi


    Shelley, Percy
    Blake
    Wilde


    Whitman
    Henry James
    Melville
    Crane
    Mark Twain


    :hello: Matthias

  • Für mich stellt sich die Frage, welche Kriterien sprechen für die Wichtigkeit eines Autors/in?


    Beispiel:
    Wenn wir Gutzkow oder Kotzebue nehmen, müssten wir fairerweise auch Marlitt nehmen. Daneben wären auch die Werke von Autorinnen wie Fanny Lewald, Ida Hahn-Hahn und anderer Schriftstellerinnen zu nennen, von denen ich finde, dass sie zumindest ihren Zeitgenossen wie einem Gutzkow überlegen waren, aber im Gegensatz zu diesem aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen waren, von der Literaturwissenschaften mehr als ein Jahrhundert nicht ernstgenommen wurden.


    Ein Qualitätsmerkmal dagegen ist sicher, ob Werke von bestimmten Autoren/innen heute noch aufgeführt bzw. publiziert werden oder ob über sie in der Literaturwissenschaft noch interessante Diskussionen möglich sind.
    _____________


    Abschließend möchte ich noch auf einen österreichischen Autor aufmerksam machen: Ferdinand von Saar. Als Dramatiker ist er heute vergessen, was für ihn selbst ein Vorteil sein dürfte. Aber die meisten seiner Novellen möchte ich wirklich nicht missen.


    Herzliche Grüße
    Waltrada

    Il mare, il mare! Quale in rimirarlo
    Di glorie e di sublimi rapimenti
    Mi si affaccian ricordi! Il mare, il mare!
    Percè in suo grembo non trovai la tomba?

  • Zitat

    Original von Waltrada
    Für mich stellt sich die Frage, welche Kriterien sprechen für die Wichtigkeit eines Autors/in?


    Beispiel:
    Wenn wir Gutzkow oder Kotzebue nehmen, müssten wir fairerweise auch Marlitt nehmen.


    Um Fairness geht es in ästhetischen Dingen nicht, das hat was mit Sport zu tun (und wird dort regelmäßig missachtet).



    Zitat

    Daneben wären auch die Werke von Autorinnen wie Fanny Lewald, Ida Hahn-Hahn und anderer Schriftstellerinnen zu nennen, von denen ich finde, dass sie zumindest ihren Zeitgenossen wie einem Gutzkow überlegen waren, aber im Gegensatz zu diesem aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen waren, von der Literaturwissenschaften mehr als ein Jahrhundert nicht ernstgenommen wurden.


    Sie mögen von allem möglichen nicht Ernst genommen worden sein, von der Literaturwissenschaft schon. Und wenn es um Literaturkritik geht (und das ist etwas anderes als Literaturwissenschaft), so gibt es mE durchaus Kriterien, warum sie auch heute noch einem Gutzkow um Längen unterlegen sind. Das wichtigste Kriterium für mich ist immer noch die Sprache, und da kann ich gerne eine Blütenlese von Marlitt & Co. hier einstellen. Als Literaturwissenschaftler habe ich sie immerhin schon mal gelesen (zum Zeitschriftenbestand des Germanistischen Seminars gehört(e) u.a. die "Gartenlaube", in der ich gerne schmökerte).


    Zitat

    Ein Qualitätsmerkmal dagegen ist sicher, ob Werke von bestimmten Autoren/innen heute noch aufgeführt bzw. publiziert werden oder ob über sie in der Literaturwissenschaft noch interessante Diskussionen möglich sind.


    Ich weiß nicht so Recht, was Du da unter Literaturwissenschaft verstehst, Du wirst Dich wundern, worüber interessante Diskussionen möglich sind. Ein Qualitätsmerkmal ist dies allerdings sicher nicht.


    Was die heutige Rezeption der genannten Schriftstellerinnen angeht, so steht es damit leider so schlecht wie mit weit bedeutenderen Zeitgenossen/Innen - aber das ist ein weites Feld.


    Liebe Grüße Peter

  • Warum kann man den thread nicht auf deutschsprachige Autoren einschränken? Noch viel krasser als in der Klassischen Musik empfinde ich den thread als grenzwertige Angelegenheit. .


    Die Beiträge sprechen eine eindeutige Sprache. Nämlich die, daß es an Unmöglichkeit grenzt, eine kleine länderübrgreifende Liste zu erstellen.


    :hello:
    Wulf

  • Bei Gutzkow kann ich mich immerhin noch auf Arno Schmidt berufen, über den ich auch zu Gutzkow kam. - Obwohl, vielleicht doch keine so gute Referenz. Was der hier noch so alles für unverzichtbar vorgeschlagen hätte. :pfeif: :D


    Abgesehen davon, dass ja auch Kritiken und Essays von großem literarischem Wert sein können und es mir insofern schon sehr Leid tat, hier Börne nicht mehr aufnehmen zu können, sind Gutzkows Romane wirklich lustig, geistreich und sprachlich toll, wenn man etwas für total barocke, umständliche Sprache und Erzählkonstruktionen übrig hat. Man braucht bloß sehr, sehr viel Zeit, denn sie sind sehr, sehr lang. :yes:


    ----------------------------------------


    Mir fällt aber gerade auf, dass ich Johann Gottfried Seume vergessen habe, dessen wichtige Werke alle nach 1800 erschienen sind. Der hochreflektierte, literarische Reisebericht fehlt hier überhaupt noch ganz. Da wäre Seume meine erste Wahl.


    :hello: Matthias

  • Zitat

    Original von Wulf
    Warum kann man den thread nicht auf deutschsprachige Autoren einschränken? Noch viel krasser als in der Klassischen Musik empfinde ich den thread als grenzwertige Angelegenheit. .


    Die Beiträge sprechen eine eindeutige Sprache. Nämlich die, daß es an Unmöglichkeit grenzt, eine kleine länderübrgreifende Liste zu erstellen.


    Lieber Wulf,


    als Flaneur stimme ich Dir sofort zu. Es ist evident, dass die Kenntnis der Weltliteratur in der Breite hier ein sehr zufälliges Muster erzeugt. Ob die jiddische Literatur, die persische, die türkische, die japanische ... alles Fehlanzeige. Schon bei den Nachbarn (wie bei den Dänen) fängt es an. Lassen wir es bei den deutschsprachigen, da haben wir Auswahl genug.


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von Matthias Oberg
    Bei Gutzkow kann ich mich immerhin noch auf Arno Schmidt berufen, über den ich auch zu Gutzkow kam. - Obwohl, vielleicht doch keine so gute Referenz. Was der hier noch so alles für unverzichtbar vorgeschlagen hätte. :pfeif: :


    Abgesehen davon, dass ja auch Kritiken und Essays von großem literarischem Wert sein können und es mir insofern schon sehr Leid tat, hier Börne nicht mehr aufnehmen zu können, sind Gutzkows Romane wirklich lustig, geistreich und sprachlich toll, wenn man etwas für total barocke, umständliche Sprache und Erzählkonstruktionen übrig hat. Man braucht bloß sehr, sehr viel Zeit, denn sie sind sehr, sehr lang. :yes:
    ...


    Du findest Gutzkow lustig und geistreich, in Ordnung, ich finde ihn eher langweilig und kann das Geistreiche nicht nachvollziehen, auch in Ordnung ... unsere persönliche Meinung dazu. Aber ich glaube nicht, dass wir unsere persönliche Meinung, die sehr wohl ihre Berechtigung hat, als objektives Kriterium sehen können.


    Zitat

    pbrixius schrieb:
    ...
    Sie mögen von allem möglichen nicht Ernst genommen worden sein, von der Literaturwissenschaft schon ...


    Seit 1980 begann die Literaturwissenschaft ein breiteres Spektrum zu erfassen, dass sich auch ernsthaft mit Außenseiter-Werken und Genres wie zum Beispiel Kinderbücher beschäftitge. Bis dahin war die Beschäftigung mit solchen Werken eher die Ausnahme und wurde meistens unter der Vorgabe, dass es sich um Werke minderer Qualität handelte, durchgeführt.


    Sieht man sich ältere Fachlexika (die zwar als überholt, aber noch immer als Kanon der Literaturwissenschaft gelten) an, kann ich Meinungen, wie dass die Literaturwissenschaften wirklich sozusagen fair ist, nicht nachvollziehen.
    Beispiel: Wenn die Romane der sogenannten Vormärzautorinnen (zu denen Eugenie Marlitt übrigens nicht gehört) einfach als Damenromane abqualifiziert werden (wobei vollkommen außer Acht gelassen wird, dass es sich dabei um Romane handelt, die unterschiedlichen Genres zu zurechnen sind), ist das für mich eben kein faires bzw. kein objektiies Kriterium.


    _____


    Aber um wieder zum Thema zurückzukehren, eine Einschränkung auf Autoren/innen, die in deutscher Sprache geschrieben haben, finde ich auch eine gute Idee, da bei einem internationalen Vergleich auch die nationalen Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden müssten.


    Herzliche Grüße
    Waltrada

    Il mare, il mare! Quale in rimirarlo
    Di glorie e di sublimi rapimenti
    Mi si affaccian ricordi! Il mare, il mare!
    Percè in suo grembo non trovai la tomba?

  • Zitat

    Original von Waltrada


    Seit 1980 begann die Literaturwissenschaft ein breiteres Spektrum zu erfassen, dass sich auch ernsthaft mit Außenseiter-Werken und Genres wie zum Beispiel Kinderbücher beschäftitge. Bis dahin war die Beschäftigung mit solchen Werken eher die Ausnahme und wurde meistens unter der Vorgabe, dass es sich um Werke minderer Qualität handelte, durchgeführt.


    Seltsamerweise habe ich mich schon 1968 damit beschäftigt und mehr als genug ältere Literatur gefunden, die es mir ermöglichte, mich mit solchen Themen zu beschäftigen.


    Es scheint eine alte Krankheit zu sein, dass jede Generation meint, das Rad neu erfunden zu haben.


    Zitat

    Sieht man sich ältere Fachlexika (die zwar als überholt gelten, aber noch immer als Kanon der Literaturwissenschaft gelten an), kann ich Meinungen, wie dass die Literaturwissenschaften wirklich sozusagen fair ist. Beispiel: Wenn die Romane der sogenannten Vormärzautorinnen (zu denen Eugenie Marlitt übrigens nicht gehört) einfach als Damenromane abqualifiziert werden (wobei vollkommen außer Acht gelassen wird, dass die Romane unterschiedlichen Genres zu zurechnen sind), ist das für mich zum Beispiel kein faires bzw. kein objektiies Kriterium.


    Ich kann gerne morgen im Seminar in ältere Fachlexika hineinschauen. Aber Meinungen sind wissenschaftlich immer deutlich abgetrennt von Forschungsergebnissen, deshalb ist ein Werk von Scherer auch heute noch durchaus benutzbar.


    Du scheinst offensichtlich Literaturkritik und Literaturwissenschaft zu verwechseln. Eine Bezeichnung wie "Damenromane" finde ich zunächst einmal bei der Marlitt durchaus nicht falsch, wobei man sich über die Bezeichnung wie über jede Definition streiten kann. Es kommt nämlich am Ende darauf an, was man mit diesen Definitionen anfängt.


    Wenn Du von den großen Schriftstellerinnen des Vormärz sprichst, in Augenhöhe etwa mit Heine, dann nenne doch gleich Namen und Werke, wo sie dem Vormärz auch eindeutig zuzuordnen sind.


    Die geringe Wertschätzung teilt Marlitt in der Literaturkritik übrigens mit Karl May. Es handelt sich (bis auf das Spätwerk von KM) um Trivialliteratur, die auf Massenbedürfnisse hin geschrieben sind. Die wohlgemute Rechtfertigung von feudalen Verhältnissen à la Marlitt, die Deutschtümlerei von Karl May mag ja goutieren wer will, ich tue es auf jeden Fall nicht - was mich nicht gehindert hat, mich mit Karl May auch wissenschaftlich zu beschäftigen. Das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.


    Liebe Grüße Peter

  • Lieber Wulf,
    der Whitman ist ein Opfer der Begrenzung. Ich weiß, was Ihr jetzt alle denkt: Schmeiß doch den Corbière raus, den kennt sowieso keiner.
    Um keine Urheberrechtsverletzung des Übersetzers zu begehen, hier ein Link: http://www.nensch.de/story/2004/5/26/18461/6469
    Corbières Gedichte sind alle auf diesem Niveau. Ich würde fast eher Rimbaud opfern. Da aber Rimbaud für mich immer noch höher steht als Walt der Prediger...
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Waltrada: Du findest Gutzkow lustig und geistreich, in Ordnung, ich finde ihn eher langweilig und kann das Geistreiche nicht nachvollziehen, auch in Ordnung ... unsere persönliche Meinung dazu. Aber ich glaube nicht, dass wir unsere persönliche Meinung, die sehr wohl ihre Berechtigung hat, als objektives Kriterium sehen können.


    Sehe ich auch nicht. Deswegen stellte ich meiner Liste voran, dass sie lediglich die ganz subjektiv mir unverzichtbaren 30 auflistet, da ich es wie Wulf und Peter für unmöglich halte, die Zahl der im 19. Jahrhundert für die Literaturentwicklung international bedeutendsten auf 30 zu begrenzen. Ich meine jedoch, plausible Begründungen angeben zu können, dass alle von mir ausgewählten auf einer Liste von ca. 200 oder so stehen könnten. Nebenbei bemerkt, halte ich es für ziemlich unmöglich, in ästhetischen Fragen, "objektive Kriterien" aufzustellen. Was man vielleicht tun kann, ist, sich auf unter bestimmten Prämissen mehr oder weniger plausibel begründbare Kriterien probeweise zu einigen, und nach diesen Kriterien Bestimmungen zu treffen, die dann vielleicht in Bezug auf diese gewählten Kriterien unter bestimmten, gewählten Prämissen halbwegs objektiv sind, aber nicht mehr.


    Und wie du auf die Zahl "seit 1980" kommst, ist mir völlig unverständlich. Andere nicht oder bislang nicht zur "Hochliteratur" gerechnete Texte waren doch schon lange vorher Gegenstand der Forschung vieler Literaturwissenschaftler. In den 60er/70ern war das doch schon geradezu Mode.


    :hello: Matthias

  • Da kann ich ja endlich mal was auswerten.
    :D
    Es gibt 4 30er-Vorschläge (FQ, Edwin, Michael M., Matthias Schönberg)
    3 oder 4-Mal genannt wurden dabei:


    Hoffmann
    Eichendorff
    Heine
    Büchner
    Fontane


    Gogol
    Tolstoi
    Dostojewski


    Strindberg (komisch, den hätte ich ins 20. Jh. gegeben)


    Balzac
    Flaubert


    Poe
    Wilde


    Schaut ja nicht so schlecht aus. Anläßlich dieses Threads habe ich gerade Dickens und Keller vor der Nase und Fontane in Reichweite. Bin schon neugierig, ob mich diesmal Fontane umhauen wird.
    :yes:


    PS: Rein deutschsprachige Listen bitte woanders posten. Da mache ich dann aber ganz wild mit.

  • So, dann traue ich mir doch mal eine eigene 30er-Liste zu:


    Büchner
    Brentano
    Eichendorff
    Fontane
    Grillparzer
    Hauptmann
    Heine
    Hoffmann


    Balzac
    Baudelaire
    Flaubert
    Hugo
    Mallarme
    Maupassant
    Rimbaud
    Zola


    Dickens
    Wilde


    Ibsen
    Strindberg


    Dostojewski
    Gogol
    Puschkin
    Tolstoi
    Tschechow


    Potocki


    Manzoni


    Mark Twain
    Melville
    Poe


    Viele Grüße,
    Pius.


    (Ibsen ist fettgedruckt, weil er hier bisher zu schlecht wegkommt)

  • Lieber Pius,


    warte: IBSEN.


    So, jetzt ist es etwas gerechter - denn ich stimme Dir absolut zu. Ibsen nicht zu nennen.... :no:

  • Oje, ich habe die ganze Zeit Kleist vergessen... :wacky: :O :untertauch:


    Den muß ich sofort in den deutschen Teil meiner Liste einbauen. Dann fliegt eben doch der Grillparzer raus, obwohl er mir wegen seiner Antikebezogenheit der liebste Biedermeierer ist.


    Büchner
    Brentano
    Eichendorff
    Fontane
    Hauptmann
    Heine
    Hoffmann
    KLEIST

  • 5 Listen, davon (mindestens 3x):


    Heine (5x)
    Büchner (5x)
    Eichendorff (4x)
    Hoffmann (4x)
    Fontane (4x)
    Brentano (3x)


    Dostojewski (5x)
    Tolstoi (4x)
    Gogol (4x)
    Puschkin (3x)
    Tschechow (3x)


    Strindberg (4x)
    Ibsen (3x)


    Balzac (5x)
    Flaubert (5x)
    Hugo (3x)
    Baudelaire (3x)
    Mallarmé (3x)
    Zola (3x)
    Maupassant (3x)


    Wilde (5x)
    Dickens (3x)


    Poe (4x)
    Melville (4x)


    Potocki (3x)


    Manzoni (3x)